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- Dokumente der Reichsbank: Zur Ausgabe 1 Million Mark vom 25. Juli 1923 (Kölner Provisorium)
Wir möchten Ihnen ein weiteres historisches Dokument der Reichsbank zur deutschen Papiergeldgeschichte vorstellen, heute eine Bekanntmachung des Reichsbank-Direktoriums vom 14. August 1923 zur Ausgabe neuer Banknoten zu 1 Million Mark mit Datum vom 25. Juli 1923. Bei sämtlichen Noten mit Datum vom 25. Juli 1923 handelt es sich um sog. Hilfsbanknoten. Diese sind in der Regel nur einseitig bedruckt. Die hier angekündigte Note ist jedoch eine Ausnahme. Da für ihren Druck die Platten der Reichsbanknoten zu 20.000 Mark vom 20. Februar 1923 angepasst und u.a. von den Druckereien Bachem und DuMont Schauberg in Köln genutzt wurden, wird dieser Schein auch als "Kölner Provisorium" bezeichnet. Firmendrucke fertigten folgende Druckereien: BK J. P. Bachem, Köln DB A. Bagel, Dortmund DK M. DuMont Schauberg, Köln Hans-Ludwig Grabowski
- Papiergeld der Republik Arzach
Im Südwesten Aserbaidschans befindet sich ein kleines Staatsgebilde: die Republik Arzach (bis 2017 Republik Bergkarabach). Das überwiegend von Armeniern besiedelte Gebiet gehört völkerrechtlich zur Republik Aserbaidschan; sowohl Aserbaidschan als auch Armenien bestreiten – wie die internationale Gemeinschaft – die De-facto-Unabhängigkeit der Republik Arzach. Die Streitigkeiten um die Region nahmen ihren Lauf, als Aserbaidschan und Armenien 1918 ihre Unabhängigkeit von Russland erklärten und beide Seiten den Anspruch auf dieses Gebiet erhoben. Unter der Sowjet-Herrschaft wurde 1923 Bergkarabach der Status eines Autonomen Gebiets innerhalb der Aserbaidschanischen Sozialistischen Sowjetrepublik verliehen. In der Endphase und nach dem Fall der Sowjetunion gipfelten die Konflikte in blutigen Auseinandersetzungen. Auf der Vorderseite des 2-Dram-Scheins sehen wir ein Standbild von Gregor dem Erleuchter vor dem Gandzasar-Kloster; auf der Rückseite ist die Taufe Jesu vor dem Hintergrund des in der Kathedrale Johannes' des Täufers befindlichen, reliefverzierten Kruzifixes zu sehen. Das Motiv der Vorderseite der 10-Dram-Scheine zeigt Jesus mit zwei Jüngern sowie das Dadiwank-Kloster. Auf der Rückseite sind die Hudaferin-Brücke sowie ein Weinfass und ein Karabach-Teppich abgebildet. Die 2004 in der Österreichischen Staatsdruckerei im Auftrag der Firma Educational Coin Company aus Highland, US-Bundesstaat New York, gezielt für Sammler hergestellten staatlichen Geldscheine werden trotz ihres Status als gesetzliches Zahlungsmittel in der Republik Bergkarabach kaum verwendet. Stattdessen werden Zahlungen zumeist mit dem armenischen Dram getätigt, der zum Bergkarabach-Dram in einem festgelegten Verhältnis von 1:1 steht. Der Nennwert der Scheine von 2004 ist im Vergleich mit den Ausgaben der aktuellen armenischen Serie von 2018 (1000 bis 50.000 Dram) auch so gering, dass man für sie kaum etwas kaufen könnte. Die Scheine kamen Mitte 2004 in Umlauf, dienten aber mehr als Symbol nationaler Unabhängigkeit und sollten für Aufmerksamkeit für das bis heute international nicht anerkannte Land mit nur rund 147.000 Einwohnern sorgen. Der Druck erfolgte auf Kartonpapier mit Wasserzeichen "SECURITY PRINT by ÖSD". Kana Totsuka Abb.: Hans-Ludwig Grabowski
- Die ungarische Revolution von 1848/1849, Teil 1 – Ausgaben der Ungarischen Handelsbank
Mitte des 16. Jahrhunderts verlor Ungarn seine Unabhängigkeit, als die Osmanen einen Großteil des Landes eroberten. Der Rest Ungarns fiel an Habsburg. 1686 endete die osmanische Herrschaft mit dem Fall von Buda, als die Habsburger ganz Ungarn eroberten. Die harte Herrschaft der Habsburger führte zu Spannungen zwischen dem ungarischen Adel und dem Wiener Hof. Als am 24. Februar 1848 erneut eine Revolution in Frankreich ausbrach, sollte dies bald in weiten Teilen Europas Wirkung zeigen. Anfang März 1848 wurden in Pest die Geldwechsel-Stellen gestürmt, weil die Bevölkerung ihr österreichisches Papiergeld gegen Münzen eintauschen wollte. Immerhin waren die Noten der Oesterreichischen Nationalbank Anfang des 19. Jahrhunderts bereits zweimal durch Inflation abgewertet worden. An den Wechselstellen kam es zu Tumulten, weil diese nicht in der Lage waren, alles Papiergeld einzulösen. Der damalige ungarische Abgesandte Lajos Kossuth forderte in einer Parlamentsrede am 3. März 1848 mehr Silbergeld aus Österreich, damit das Papiergeld, dem die Menschen nicht mehr vertrauten, umgetauscht werden könne. Außerdem schlug er die Gründung eines eigenen ungarischen Finanzministeriums vor. Jetzt entluden sich die Spannungen zwischen Ungarn und Österreich in einer ungarischen Revolution im Kampf um die Unabhängigkeit. Am 11. April 1848 wurde eine erste eigenständige ungarische Regierung gebildet, die auch vom Monarchen sanktioniert war und in der Kossuth Finanzminister wurde. Kossuth begegnete den erfolglosen Verhandlungen mit der Oesterreichischen Nationalbank, die die ungarische Regierung nicht zur Kenntnis nehmen und sogar noch Gold und Silber aus Ungarn nach Wien bringen lassen wollte, indem er ein Gerücht durchsickern ließ, nachdem die Ungarn eigene Banknoten ausgeben würden. Die Oesterreichische Nationalbank wollte dennoch nicht ihre Noten eintauschen, Briefe des ungarischen Finanzministeriums wurden einfach nicht mehr beantwortet. Anfangs hatte man wenigstens noch Banknoten bis zur Obergrenze von 500 Forint in Münzen getauscht, dann aber nur noch bis 25 Forint und 5 Forint. Am 22.Mai 1848 wurde die Einlösung schließlich vollständig eingestellt. Die Ungarn suchten verzweifelt nach einer Lösung aus der Misere. Die erwogene Ausgabe von verzinslichen Schatzscheinen durch die Pester Handelsbank wurde verworfen, weil man nicht mit Krediten aus dem Ausland rechnen konnte und deshalb eine Deckung durch nationale Spenden bevorzugt wurde. Kossuth einigte sich mit der Handelsbank auf eine Ausgabe eigenständiger ungarischer Geldscheine. Einem begeisterten Spendenaufruf an die Ungarn folgte aber die Ernüchterung. Die tatsächlichen Spenden blieben weit hinter den Erwartungen zurück. Trotzdem konnten die zur Ausgabe notwendigen 5 Millionen Forint Deckung durch öffentliche Spenden, aber auch durch Ausgabe von Schatzanweisungen sowie aus dem Einkommen von Gold- und Silbergruben aufgebracht werden. Mit dieser Deckung brachte die Ungarische Handelsbank 1- und 2-Forint-Scheine im Gesamtwert von 12,5 Millionen Forint heraus. Ungarische Handelsbank: 2 Forint ohne Datum (1848), Vorder- und Rückseite. Kossuth informierte den österreichischen Finanzminister über die ungarische Papiergeldausgabe. Diese sei sogar von Vorteil, weil dadurch die Oesterreichische Notenbank deren eigene Noten in Ungarn nicht mehr in Silber einlösen müsse. In Österreich brachte man dem ungarischen Vorstoß jedoch wenig Sympathie entgegen, da man verhindern wollte, dass sich Ungarn nun auch finanzpolitisch von Wien lösen könnte. Die Österreicher bezeichneten das selbständige ungarische Papiergeld unter Berufung auf das eigene Patent zur Ausgabe von Banknoten als rechtswidrig. Um das ungarische Papiergeld zu verhindern, bot man nun sogar ein Darlehen in Höhe von 12,5 Millionen Forint an, wenn sich die Ungarn bereit erklären würden, auf die Ausgabe der Scheine der Handelsbank zu verzichten. Der Finanzminister Kossuth lehnte das Angebot aus Wien ab und ließ die ersten Scheine der Ungarischen Handelsbank am 5. August 1848 in Umlauf geben. Die ungarischen Scheine durften natürlich nicht in Österreich umlaufen, sie wurden von der Oesterreichischen Nationalbank des Landes verbannt. Die Scheine der Ungarischen Handelsbank waren offiziell vom 14. August 1848 bis 8. März 1849 in Umlauf. Der Entwurf beider Werte stammt von József Tyroler. Hergestellt wurden die Scheine im Stein- und Hochdruckverfahren. Bis zur Ausgabe hatte man einen langen Vorlauf gebraucht, weil erst die technischen Voraussetzungen für einen eigenen Druck von Geldscheinen in Ungarn geschaffen werden mussten. Der Drucker Lajos Landler wurde mit der Gründung und Leitung einer Notendruckerei beauftragt. Gegründet wurde die Druckerei in der Károly-Kaserne in Pest, die im Juni 1848 mit einer Lieferung von einer Schnelldruckpresse aus London und zwei weiteren aus Wien begann, die damalige Spitzentechnologie darstellten. Hans-Ludwig Grabowski Abb. zu 1 Forint: Hartmut Fraunhoffer, www.banknoten.de Abb. zu 2 Forint: Hans-Ludwig Grabowski
- Bilder einer Ausstellung
Vom 3. bis 11. September 1921 fand in der thüringischen Stadt Kahla eine Notgeldausstellung statt, zu der das Stadt-Verkehrs-Amt sogar ein eigenes Album ausgab. Kahla ist Notgeldsammlern natürlich von seiner überdurchschnittlich hohen Anzahl von Serienschein-Ausgaben bekannt. Thüringer Städte und Gemeinden zählten damals ohnehin zu den eifrigsten Emittenten dieser Scheinchen, die vorwiegend für die Alben der Sammler hergestellt wurden, aber auch heute noch beliebte Sammelobjekte sind. Mit der Notgeldausstellung warb Kahla gleichzeitig für den damaligen Sammel-Boom und die eigene Ausgaben. Wir möchten Ihnen das Album zur Notgeldausstellung vorstellen, das nicht nur Verkehrsausgaben und Serienscheine der Stadt Kahla enthält, sondern auch seltene historische Fotos der Ausstellung und der Belegschaft des Stadt-Verkehrs-Amtes, das zur Ausstellung auch eine besondere Ausgaben "Das Notgeld des Notgelds" emittierte, und laden Sie ein, hierzu eine erste Galerie in unserem Blog für Geldscheinsammler zu besuchen, der noch weitere folgen sollen. Zum Album der Notgeldausstellung von 1921 in Kahla. Text und Abb. Hans-Ludwig Grabowski
- Bankhaus Xīntàihòu in China
Das Bankhaus (新泰厚) gehörte in den beiden letzten Regierungsepochen der Qingzeit, Guāngxù und Xuāntǒng, zu den größten Bankhäusern in China. Zuerst war die Firma ein Seidengeschäft in Píngyáo (平遥) in der Provinz Shanxi, aber ihre Besitzer, ein Herr Hou und ein Herr Zhao, wandelten die Firma 1826 in ein Geldwechslergeschäft um. Aus kleinen Anfängen entwickelte sich eine der größten Bankhäuser der damaligen Zeit, mit Filialen im ganzen Land, hauptsächlich aber im Norden Chinas. Das Anfangskapital betrug 150.000 Liang (auch Tael genannt) Silber. Die Provinz Shanxi war damals, was das Finanzwesen betraf, eine der fortschrittlichsten. Hier gab es insgesamt 32 unabhängige Bankhäuser, mit zusammen über 400 Filialen in ganz China und einigen im Ausland (Yokohama, Singapur, Kalkutta, Moskau, um nur wenige zu nennen). Diese Banken waren gewissermaßen Aktiengesellschaften, den Inhabern der Anteile wurden alle drei bzw. vier Jahre Dividenden ausgezahlt. Die wichtigsten dieser Bankhäuser gaben eine Art Geldscheine heraus, genannt Qiántiē (錢帖) oder Yínpiào (銀票). Denn es gab damals kein anderes funktionierendes Geldschein-System in China. Die Geldscheine, die in der Periode Xiánfēng 咸豐 (1851–1861) ausgegeben worden waren, hatten sich als Fehlschlag erwiesen, sie waren durch Inflation völlig entwertet worden. Die von den Bankhäusern, darunter der hier in Rede stehenden Bank Xīntàihòu ausgegebenen Noten waren noch keine echten Geldscheine im heutigen Sinne. Die Wertstufen wurden von Hand ausgefüllt und waren oft keine Standardwerte. Mir liegen z.B. Scheine über 2370 Liang vor. Auch das Ausgabedatum (Jahr, Monat, Tag) wurde exakt von Hand eingetragen. Mit diesen Scheinen ging man nicht in ein Geschäft, um etwas zu bezahlen. Aber wenn man z.B. Schulden beglich, so wurden diese Scheine ebenso wie wirkliches Silber akzeptiert. Wie bei unseren heutigen Geldscheinen, wurde der Gegenwert jedem ausgezahlt, der den Schein vorlegte, der Schein war also nicht an eine bestimmte Person gebunden. Die Abbildung zeigt einen Schein über 20 Liang, datiert Guāngxù Jahr 32, Monat 3, Tag 3, das heißt 3. März 1894. Links unten steht die Adresse der ausgebenden Filiale in Běijīng. Wer einen solchen Schein weitergab, garantierte mit seinem Namen (Siegel und Handzeichen) für die Echtheit. Die vielen Einträge auf der Rückseite des Scheins zeigen, dass er bei zahlreichen Transaktionen benutzt wurde. Die Bedeutung des Bankhauses Xīntàihòu war so groß, dass die kaiserliche Regierung dieser Bank oft den Auftrag erteilte, riesige Summen von einer Provinz zur anderen zu transferieren, etwa zur Bezahlung von Soldatensold. An „Überweisungsgebühr“ kassierte die Bank jeweils 1 oder 2 Prozent des Überweisungsbetrags, abhängig von der Entfernung des Empfängers von der überweisenden Filiale. Weiter verdiente die Bank Geld, indem sie Geld verlieh, an staatliche Organisationen ebenso wie an Privatpersonen. Eine andere Geldquelle erschloss sich durch das Gießen von standardisierten Silberbarren. Fabriken konnten meist nur gebaut, Eisenbahnlinien nur errichtet werden, weil die „Shanxibanken“ die entsprechenden Kredite gewährten. Zinsen für Einlagen waren sehr niedrig, Zinsen für Kredite aber sehr hoch. Über die Wertentwicklung der Anteilscheine des Bankhauses Xīntàihòu selbst liegen mir keine Daten vor, wohl aber von einer ähnlich großen Shanxibank. Der Wert einer Einzelaktie dieser Bank entwickelte sich wie folgt: 1889=850 Liang, 1896=3.150 Liang, 1900=4.024 Liang, 1908=17.000 Liang. Vielleicht seit 1880 entwickelten sich in der Provinz Zhèjiāng eine Reihe von Geschäftsbanken. Diese waren zunächst von den Shanxibanken abhängig, weil sie von ihnen Geld leihen mussten. Aber später entwickelten sie sich zu einer großen Konkurrenz der Shanxibanken, deren Höhepunkt nach 1900 überschritten war. Es kam hinzu, dass es nun staatliche Banken gab, die Geldscheine emittierten, z.B. die Bank of Communications oder die Bank of China. Zusätzlich wurden in fast jeder Provinz eigene Regierungsbanken gegründet, die ebenfalls eigene Scheine ausgaben. Als dann 1912 die Qingzeit endete, versuchten die Shanxibanken sich umzustellen, was sich als schwierig erwies. Die jeweiligen „warlords“ beraubten die Banken schamlos, um ihre militärischen Abenteuer zu finanzieren. Aus diesem Grunde musste das Bankhaus Xīntàihòu nach 95 Geschäftsjahren im Jahre 1921 endgültig schließen. Zu den Scheinen des Bankhauses Xīntàihòu ist noch zu bemerken: Im Augenblick kenne ich verschiedene Wertstufen, 20 Liang (hier abgebildet), 100 Liang, 200 Liang und 2530 Liang. Sicher werden noch zahlreiche andere Wertstufen auftauchen. Da es verschiedene Silberstandards gab, war es nötig, die Art Silberstandards auf der Note anzugeben. Wir finden meist 平京 (Píngjīng), der „in Běijīng gültige Standard“; aber ich sah auch 松江 (Sōngjiāng), ein Standard, der in der Provinz Jilin üblich war. Erwin Beyer
- Dokumente der Reichsbank: Zur Ausgabe 500.000 Mark vom 1. Mai 1923
Wir möchten Ihnen historische Dokumente der Reichsbank zur deutschen Papiergeldgeschichte vorstellen, heute eine Bekanntmachung des Reichsbank-Direktoriums vom 4. Juli 1923 zur Ausgabe neuer Reichsbanknoten zu 500.000 Mark mit Datum vom 1. Mai 1923. Von dieser Banknote gibt es bekanntlich Reichsdrucke und Firmendrucke. Die Bekanntmachung bezieht sich auf die Reichsdrucke mit je zwei Serienbuchstaben und Kontrollnummern auf Vorder- und Rückseite in rotbrauner Farbe. Durch die anhaltende und weiter ansteigende Inflation kam es dann schließlich später zu vereinfachten Drucken der Reichsbank mit nur zwei Serien und Kontrollnummern auf der Vorderseite sowie zu Firmendrucken mit nur zwei oder sogar nur einer Serie und Kontrollnummer auf der Vorderseite. Firmendrucke fertigten folgende Druckereien: AB C. F. Müller, Karlsruhe AC Förster & Borries, Zwickau W L. C. Wittich'sche Hofbuchdruckerei, Darmstadt Z Hartung & Co., Hamburg Hans-Ludwig Grabowski
- Eine kleine Währungsreform 1947 in der UdSSR
Obwohl die UdSSR als überragender Sieger zusammen mit den Alliierten USA und Großbritannien aus dem fürchterlichsten aller bisherigen Kriege hervorgegangen ist, war für das Land und seine Bewohner die nun folgende Zeit alles andere als rosig. Die Nachkriegswirtschaft war gekennzeichnet von fortlaufend verstärkter Militarisierung und durch die schrecklichen Verwüstungen des Krieges hervorgerufener Armut und Verzweiflung. Ein ineffizientes Rationierungssystem, sowie die Anwendung von Zwangsmaßnahmen zur Mobilisierung von Arbeitskräften wurden außerdem den berechtigten Hoffnungen der einfachen Menschen noch immer nicht gerecht. Die Folgen des Krieges waren besonders auch im Staatshaushalt spürbar und hauptsächlich durch einen stark vermehrten Papiergeld-Umlauf getragen worden. Das Ergebnis war dementsprechend eine Inflation der Landeswährung. Die Währungsreform Betroffen von der Außerkurssetzung waren folgende Geldzeichen der UdSSR : Staatliche Währungsnoten von 1923 (ab Pick Nr.: 181) Staatstresornoten von 1928–1934 (ab Pick Nr.: 206) Und von 1938 (Pick Nr.: 213–215 = 1, 3 und 5 RUBEL) Bemerkenswert ist bei allen drei Banknoten der Ausgabe 1938 das deutlich militärische Erscheinungsbild! Banknoten Pick Nr.: 213, 214, 215 Staatstresor-Noten der Ausgabe 1938 zu 1, 3 und 5 Rubel Um die umlaufende Geldmenge zu reduzieren, ließ die Staatsführung der UdSSR eine neue Banknotenserie drucken und entwertete gleichzeitig die alten Scheine. Der Finanzkommissar der Kriegszeit, Arsenij Swerew, behauptete, dass er eine solche Maßnahme bereits während des Kriegs vorgeschlagen hatte, aber 1943 wurde beschlossen, eine solche Währungsreform erst nach dem Krieg durchzuführen. Jetzt wurden die Stabilisierung der Finanzen und die Abschaffung des Rationierungssystems zu einer Frage von großer politischer Bedeutung! Am 14. Dezember 1947 um 18 Uhr wurde im Radio und am nächsten Tag in der Presse die Durchführung einer Währungsreform und die Abschaffung der Lebensmittelkarten bekannt gegeben. Die neuen Geldscheine der UdSSR Banknote Pick Nr.: 218, 3 RUBEL 1947 (Typ I) Staatstresor-Noten in zwei Typen des Staatswappens : im Jahr 1947 ausgegebene mit 8 + 7 Bandschleifen im Staatswappen rechts & links, da noch 15 Unionsrepubliken bestanden. Banknote Pick Nr.: 217, 1 RUBEL 1947 (Typ II) Die in der gleichen Art gestalteten, mit Jahreszahl 1947, aber erst 1957 ausgegebenen Scheine, zeigen nun nur noch 14 solcher Bandschleifen, die die bestehenden Unionsrepubliken repräsentieren. Die Karelo-Finnische SSR bestand seit dem 16.7.1956 nicht mehr. Weitere Nominale dieser Gestaltungsart gab es zu 3, 5 und 10 RUBEL (Pick Nr.: 218–221) Auffällig ist bei den drei Noten des Jahres 1947, dass sie eine frappierende Ähnlichkeit mit einer Serie zaristischer Geldscheine aufweisen, die in den Jahren 1903 bis 1917 mit 3, 5 & 10 Rubel im Umlauf waren. ( siehe Pick Nr.: 9–11) Über Nacht, vom 14. auf den 15. Dezember 1947, wurden die Ersparnisse vieler Bürger entwertet. Für 10 alte Rubel Bargeld bekamen sie nur noch 1 Rubel ausgehändigt. Bei Bankguthaben war ein kompliziertes System vorgesehen. Es sollte ein Schlag gegen die "Spekulativen Elemente" sein, die große Geldvorräte angehäuft hätten. Gerade dieser Kreis hätte doch jede Möglichkeit gehabt, trotz dieser schweren Zeit, sein überschüssiges Bargeld in wertbeständige Güter anzulegen. Stalin versprach der Bevölkerung , dass dies das "letzte Opfer des sowjetischen Volkes" sein werde. Große Reformen sind immer mit einigen Schwierigkeiten verbunden und so bildete auch die sowjetische Währungsreform keine Ausnahme. Die neuen Banknoten wurden bereits 1946 gedruckt und dann Ende 1947 ausgegeben. Gleich zu Anfang erwies sich angeblich ein Großteil der neuen Scheine als fehlerhaft gedruckt und musste erneuert werden. Worin diese Mängel bestanden, ist aber bis heute nicht bekannt geworden. Banknote Pick Nr.: 232, 100 RUBEL 1947 Die Nominale der Serie waren 10, 25, 50 & 100 RUBEL (Pick Nr.: 226–232. Diese Staatsbanknoten 1947 gibt es ebenfalls in zwei Typen, mit 14 und 15 Schleifenbändern wie bei den Tresornoten von 1947. In der Phase des Geldumtauschs kam es im ganzen Lande zu einem mitunter rauschhaftem Konsumverhalten. Die verunsicherten Bürger versuchten, noch möglichst hohe Summen ihres alten Geldes in Industriewaren und haltbare Lebensmittel umzusetzen (Hamsterkäufe). Im Jahr 1947 betrug das Gehalt eines einfachen Arbeiters oder Büroangestellten etwa 7.000 Rubel im Jahr, ein in der Landwirtschaft Tätiger hatte in dieser Zeit weniger als ein Viertel dieser Summe zur Verfügung! Am 15. Dezember 1947 trat die Währungsreform in Kraft und Anfang Januar 1948 war sie abgeschlossen. Alle Noten mit der Jahreszahl 1947, ob staatliche Tresornoten (Schatzscheine) oder Staatsbanknoten hatten bis 1961 Gültigkeit. In diesem Jahr fand am 1. Januar eine erneute kleine Währungsreform, 10 alte RUBEL = 1 neuer Rubel, statt. Übrigens erhielt im Jahre 1951 zum Beispiel ein Minister ein monatliches Gehalt von 20.000 RUBEL und sein Stellvertreter ca. 10.000 Rubel. Dagegen ein in der Landwirtschaft tätiger einfacher Bauer weniger als 200 RUBEL im Monat. Meine Darstellungen stützen sich unter anderem auf folgende Quellen : Kollektiv : "Große Sowjetenzyklopädie", Moskau/Berlin 1957 Popow : "Die Politökonomie der UdSSR", Moskau 1949 Kollektiv : "Geschichte der UdSSR", Moskau 1968 Krause/Mishler : "World Paper Money", Iola 2008 Matthias Böhme Abb. 213–215 und 217 Matthias Böhme Abb. 218 und 232 Banknoten Hilmer
- Falsche Abstempelungen des Befehlshabers Saloniki-Ägäis
Der Kampf gegen Fälschungen und Manipulationen zum Schaden der Sammler auf ebay geht weiter! Kürzlich endete das Angebot eines Behelfszahlungsmittels der Wehrmacht über 50 Reichspfennig mit falschen Stempeln des Befehlshabers Saloniki-Ägäis und der Hauptverwaltung Makedonien auf der Rückseite. https://www.ebay.de/itm/Ro-504-50-Reichspf-Behelfszahlungsmittel-der-Wehrmacht-034-Saloniki-Entwertung-034-/254309510261?_trkparms=aid%3D111001%26algo%3DREC.SEED%26ao%3D1%26asc%3D20170511121231%26meid%3D3575c42fe2674d0cb7d1e64eae920eae%26pid%3D100675%26rk%3D6%26rkt%3D15%26sd%3D283548246968%26itm%3D254309510261%26pg%3D2481888&_trksid=p2047675.l2557&nma=true&si=z0NEJN9qBBNrQbkuQSyCZ8ONYfQ%253D&orig_cvip=true&nordt=true&rt=nc Der Schein ist zwar echt, aber ohne Stempel auch kaum etwas wert (rund 10 Euro). Mit echten Stempeln wäre der Schein etwa 750 Euro wert. Durch die falschen Stempelaufdrucke hat der Anbieter immerhin den fünffachen Wert herausgeholt! Wir haben die Information an ebay gemeldet und uns gefragt, ob wir dieses Mal wieder eine Antwort darauf bekommen, oder ebay den Kampf gegen betrügerische Angebote schon aufgegeben hat????? Hans-Ludwig Grabowski Vielen Dank an Uwe Bronnert
- Bekanntmachung der Reichsbank vom 1. September 1922 zur Ausgabe neuer Reichsbanknoten zu 500 Mark
Mit diesem Beitrag soll eine kleine Reihe begonnen werden, in der historische Dokumente zur Papiergeldgeschichte vorgestellt werden. Den Anfang macht eine Bekanntmachung des Reichsbank-Direktoriums vom 1. September 1922 zur Ausgabe neuer Reichsbanknoten zu 500 Mark mit Datum vom 27. März 1922. Selbst solche historischen Bekanntmachungen können mit ihren Beschreibungen der Banknoten und ihrer Motive auch heute noch von Interesse sein. Für die nächste Auflage des Katalogs "Die deutschen Banknoten ab 1871" habe ich mir jedenfalls schon mal vorgemerkt, dass das Porträt auf der Vorderseite nicht Junker Jakob Mayer zum Pfeil, sondern Junker Jakob Meyer zum Pferd zeigt! Dieser Fehler zog sich schon seit Holger Rosenberg durch den Katalog. Für alle die, die auch immer schon wissen wollten, wer denn da alles im Namen des Reichsbankdirektoriums unterschrieben hat, auch denen kann die Bekanntmachung weiterhelfen. In der zweiten Zeile von unten sehen wir übrigens den Namen Seiffert. Hier befindet sich auf den Reichs-banknoten die Unterschrift des Geheimen Finanzrats Otto Seiffert, der von 1914 bis 1924 im Direktorium der Reichsbank war und dessen private Sammlung von über 100 Musterscheinen von Reichsbanknoten, Reichskassenscheinen und Darlehnskassenscheinen noch in diesem Jahr versteigert werden soll. Wir berichten darüber ausführlicher, wenn es soweit ist. In solchen Briefumschlägen mit Fenster aus Pergament hatte die Reichsbank nach der Währungsstabilisierung und Einführung der Reichsmark übrigens mit "MUSTER" überdruckte deutsche Geldscheine aus laufender Serie an Sammler abgegeben. Der Umschlag mit dem in der Bekanntmachung angekündigten 500-Mark-Schein stammt aus der persönlichen Sammlung des Geheimen Finanzrats Otto Seiffert. Text und Abb. Hans-Ludwig Grabowski
- Ein Notgeldschein aus der chinesischen Provinz Húnán
Vor kurzem sandte mir ein Sammler aus Österreich den Scan eines alten chinesischen Scheins zu und bat um Informationen. Da die Note ein sehr interessantes Design zeigt, möchte ich sie hier vorstellen. Die Note wurde ausgegeben von einer Privatfirma namens Yǒugōng Táng (友恭堂). Als Datum lesen wir 光緒三十四年吉月吉日 = Jahr 34 der Regierungsepoche Guāngxù, das ist 1908. Die vier letzten Zeichen bedeuten „Monat so und so, Tag so und so“, es wird also kein genaues Datum angegeben. Auf dem Schein findet sich keine Ortsangabe, doch hat dieselbe Firma –ebenfalls im Jahr 1908 – noch einen Schein über 100 Wen (im Deutschen oft auch als 100 Cash wiedergegeben.) ausgegeben, und auf diesem steht als Ortsangabe „益陽四里“, also Yìyáng Sìlǐ. Yìyáng ist eine Stadt in der Provinz Húnán, Sìlǐ ist der Name eines Stadtviertels von Yìyáng. Die Wertbezeichnung lautet 1 Chuan, im Englischen „1 String“ genannt. Die Cashmünzen aus Kupfer hatten bekanntlich im Zentrum ein viereckiges Loch, eine Schnur mit 1000 solcher Münzen war „1 Chuàn“ bzw. „1 String“. Das chinesische Zeichen für „Chuàn“ ist 串. Man sieht die Schnur und zwei daran aufgereihte Cashmünzen. In der Wertzeile, das ist die vertikale Zeile in der Mitte der Note, findet sich ein so genanntes „Komplexzeichen“, es ist aus zwei Zeichen zusammengesetzt. Das eine Zeichen lautet 九, wobei der rechte Bogen in die Länge gezogen ist. Über diesem Bogen sieht man kleine Striche, zwei waagerechte und einen senkrechten. Das bedeutet „7“, in der damals üblichen Kurzschreibweise von Geschäftsleuten. Das „Komplexzeichen“ meint also „97“. Das heißt, wenn man die 1 Chuàn-Note in Kupfermünzen umtauscht, erhält man nicht 1000 Münzen, sondern nur 970. Wie die meisten chinesischen Scheine der damaligen Zeit zeigt auch der vorliegende ein vertikales Format. Auf der Vorderseite oben sieht man eine Straßenwalze. Der Text (Datumzeile, Wertzeile, Individualnummer) ist eingerahmt von neun Tieren, die Löwen darstellen sollen, auch wenn sie nicht so aussehen. Der Löwe, der in China nie wild vorkam, war in der Qingzeit ein Symbol für Macht, Kraft und Schutz und neben Phönix-Vogel und Drache ein beliebtes Motiv auf Geldscheinen. Links unten sehen wir noch sechs Schriftzeichen, nämlich 慶義石印局石印 = „lithographisch gedruckt von der Lithographie-Druckerei Qìngyì“. Erwin Beyer Abb. Rudolf Richter
- Schulgeld der Bank of China: Niederländische Gulden
Die Bank of China (BOC) hat in den 1970er und 1980er Jahren, aber auch noch bis nach 2000, einfache Nachdrucke von Geldscheinen verschiedener bedeutender konvertibler Währungen wie z.B. US-Dollar, Britisches Pfund, Deutsche Mark, Schweizer Franken, Französischer Franc, Japanischer Yen usw. herstellen lassen, um sie als Schulgeld für Auszubildende zu nutzen. Die Vorderseiten entsprechen dabei jeweils den Originalmotiven, haben aber zusätzliche chinesische Aufdrucke, und die Rückseiten sind einheitlich mit einem Muster mit dem Namen der Bank in Englisch ("BANK OF CHINA") und mit chinesischer Schrift ausgeführt. Das Schulgeld diente den Auszubildenden der Bank sowohl als Hilfsmittel zur Erkennung von Fremdwährungen, als auch als Übungsmittel zum Zählen von Geldscheinen. Ich möchte mit diesem kleinen Beitrag die mit dem Britischen Pfund und Schweizer Franken begonnene Reihe fortführen und die 25-Gulden-Note der Nederlandschen Bank von 1971 als Schulgeld und Original vergleichen. Der Schulgeldschein ist als solcher leicht an den chinesischen Überdrucken und der charakteristischen Rückseite zu identifizieren. Er sollte ja schließlich auch nicht als Nachahmung oder gar Fälschung dienen. Seinen Zweck für Übungen und Schulungszwecke erfüllte er allemal. Natürlich handelt es sich auch nur um einfaches Papier ohne Wasserzeichen. Das Original erkennt man natürlich auch leicht an dem hochwertigen Druck und der normalen Rückseite. Hans-Ludwig Grabowski Abb. Hans-Ludwig Grabowski
- Japanische Besatzungsausgaben im Zweiten Weltkrieg: Niederländisch-Indien
Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor erklärte die niederländische Exilregierung am 7. Dezember 1941 Japan den Krieg. Daraufhin annektierten japanische Truppen zwischen dem 16. Dezember 1941 und dem 8. März 1942 die komplette Kolonie Niederländisch-Indien, das heutige Indonesien. Die bedingungslose Kapitulation der Verteidiger erfolgte am 9. März 1942 auf der Insel Java. Die Kolonie blieb bis zum Kriegsende unter japanischer Kontrolle. Die Japaner duldeten und unterstützten sogar eine indonesische Nationalbewegung unter Sukarno und Hatta. Bereits 1942 gab die "Japansche Regeering" eigene Geldscheine aus. Diesen folgten 1944/1945 Ausgaben des "Japanese Government" und des "Imperial Japanese Government". Nach der Kapitulation Japans erklärte Sukarno am 17. August 1945 Niederländisch-Indien für unabhängig, was die einstige Kolonialmacht jedoch nicht anerkannte. In einer Übergangszeit waren japanische Truppen unter britischer Kontrolle für ruhe und Ordnung zuständig, während es den Republikanern gelang größere Gebiete zu kontrollieren. Die Niederländer eroberten dann zwar in zwei als "Polizeiaktionen" bezeichneten Militärmissionen große Gebiete der Republikaner, das wurde aber von der Weltöffentlichkeit, allem voran von den USA, verurteilt. Die Niederlande musste schließlich am 27. Dezember 1949 die Unabhängigkeit Indonesiens anerkennen, nicht zuletzt weil sie von finanzieller Hilfe der USA abhängig war. De Japansche Regeering / The Japanese Government (1942) Die Scheine der "Japanschen Regeering" (Japanische Regierung) tragen kein Datum, kamen aber 1942 in Niederländisch-Indien in Umlauf. Die Scheine tragen als Kennung als ersten Buchstaben der Serie ein "S". Ausgabe ohne Datum (1942): 1, 5 und 10 Cents; 1/2, 1, 5 und 10 Gulden Pemerintah Dai Nippon / The Japanese Government (1944–1945) 1944 kamen zwei hohe Nominale zu 100 und 1000 Roepiah (Rupien) in Umlauf, womit die Gulden-Währung abgelöst wurde. Auch hier lautet der Kennbuchstabe "S". Ausgabe ohne Datum (1944-1945): 100, 1000 Roepiah Dai Nippon Teikoku Seihu / Imperial Japanese Government (1944) Die kleinen Nominale in der neuen Rupien-Währung gab das Imperial Japanese Government 1944 aus, nur vom Hunderter gab es bereits eine Ausgabe von 1943. Als Kennbuchstabe (erster Buchstabe der Serie) wird wieder ein "S" verwendet. Ausgabe ohne Datum (1943/1944): 1/2, 1, 5, 10, 100 Roepiah (1943 und 1944) Exilserie Bleibt anzumerken, dass die Niederländer während der japanischen Besatzung eine neuen Serie Muntbiljets (Münzscheine) bei der American Ban Note Company (ABNC) mit Datum vom 2. März 1943 in Gulden-Währung drucken ließen. Alle Scheine zeigen auf der Vorderseite ein Porträt von Königin Wilhelmina. Text und Abb. Hans-Ludwig Grabowski












