Papiergeld der Republik Arzach

Im Südwesten Aserbaidschans befindet sich ein kleines Staatsgebilde: die Republik Arzach (bis 2017 Republik Bergkarabach). Das überwiegend von Armeniern besiedelte Gebiet gehört völkerrechtlich zur Republik Aserbaidschan; sowohl Aserbaidschan als auch Armenien bestreiten – wie die internationale Gemeinschaft – die De-facto-Unabhängigkeit der Republik Arzach.


Die Streitigkeiten um die Region nahmen ihren Lauf, als Aserbaidschan und Armenien 1918 ihre Unabhängigkeit von Russland erklärten und beide Seiten den Anspruch auf dieses Gebiet erhoben. Unter der Sowjet-Herrschaft wurde 1923 Bergkarabach der Status eines Autonomen Gebiets innerhalb der Aserbaidschanischen Sozialistischen Sowjetrepublik verliehen. In der Endphase und nach dem Fall der Sowjetunion gipfelten die Konflikte in blutigen Auseinandersetzungen.



Republik Bergkarabach: 2 Dram, 2004, Vorder- und Rückseite, Format 150 x 80 mm.

Auf der Vorderseite des 2-Dram-Scheins sehen wir ein Standbild von Gregor dem Erleuchter vor dem Gandzasar-Kloster; auf der Rückseite ist die Taufe Jesu vor dem Hintergrund des in der Kathedrale Johannes' des Täufers befindlichen, reliefverzierten Kruzifixes zu sehen.



Republik Bergkarabach: 10 Dram, 2004, Vorder- und Rückseite, Format 165 x 90 mm.

Das Motiv der Vorderseite der 10-Dram-Scheine zeigt Jesus mit zwei Jüngern sowie das Dadiwank-Kloster. Auf der Rückseite sind die Hudaferin-Brücke sowie ein Weinfass und ein Karabach-Teppich abgebildet.


Die 2004 in der Österreichischen Staatsdruckerei im Auftrag der Firma Educational Coin Company aus Highland, US-Bundesstaat New York, gezielt für Sammler hergestellten staatlichen Geldscheine werden trotz ihres Status als gesetzliches Zahlungsmittel in der Republik Bergkarabach kaum verwendet. Stattdessen werden Zahlungen zumeist mit dem armenischen Dram getätigt, der zum Bergkarabach-Dram in einem festgelegten Verhältnis von 1:1 steht. Der Nennwert der Scheine von 2004 ist im Vergleich mit den Ausgaben der aktuellen armenischen Serie von 2018 (1000 bis 50.000 Dram) auch so gering, dass man für sie kaum etwas kaufen könnte.


Die Scheine kamen Mitte 2004 in Umlauf, dienten aber mehr als Symbol nationaler Unabhängigkeit und sollten für Aufmerksamkeit für das bis heute international nicht anerkannte Land mit nur rund 147.000 Einwohnern sorgen.

Der Druck erfolgte auf Kartonpapier mit Wasserzeichen "SECURITY PRINT by ÖSD".


Kana Totsuka

Abb.: Hans-Ludwig Grabowski

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