top of page

Diese Website durchsuchen

3677 Ergebnisse gefunden mit einer leeren Suche

  • Lexikon: Hansemann, David

    David Hansemann (* 12.7.1790 Finkenwerder bei Hamburg, † 4.8.1864 Schlangenbad in Hessen) war ein preußischer Staatsmann und Finanzpolitiker (Finanzminister im März 1848; Ministerpräsident von Juni bis September 1848). Er machte sich um den rheinischen Eisenbahnbau verdient. 1847 wurde er Mitglied des Vereinigten preußischen Landtages, hatte 1824 die Aachener Feuerversicherungs-Gesellschaft gegründet und 1851 die Deutsche-Disconto-Gesellschaft. DEU-210a: Deutsche Reichsbank, Reichsbanknote zu 50 RM vom 30. März 1933 mit Porträt von David Hansemann auf der Vorderseite. Hansemann versuchte 1847 eine Notenbank für den ganzen Deutschen Zollverein (zu diesem Zeitpunkt die Staaten in den Grenzen des 1871 gegründeten Deutschen Reichs (ohne Elsass-Lothringen und Nordschleswig) sowie Luxemburgs und Mitte des 19. Jahrhunderts private Notenbanken in verschiedenen deutschen Staaten, so in Hannover 1856, Hohenzollern 1857, Nassau 1856 u. a. zu gründen ("Banknotensystem für Deutsche Bundesstaaten", als Manuskript gedruckt 1857). Mit seinem Projekt zur Schaffung eines "Vereins deutscher Privatbanken" verfolgte er das utopische Ziel, alle deutschen Notenbanken unter einen Hut zu bringen, was ihm jedoch nicht einmal für Preußen gelang (Vorschlag an den Handelsminister von der Heydt von 1860). Ein Porträt Hansemanns befindet sich auf den deutschen 50-Reichsmark-Scheinen von 1933. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

  • Frankfurter Münzhandlung: Nachbericht zur Auktion 157 am 3. November 2023

    Der Banktnotenteil wurde sehr erfolgreich am Nachmittag des 3. November 2023 versteigert. Das reichhaltige Angebot umfasste eine Vielfalt von seltenen deutschen Geldscheinen, darunter Deutsches Reich, Bundesrepublik, Kolonien, Besatzungsausgaben, Nebengebiete wie Danzig und Saar, Notausgaben und geldscheinähnliche Wertpapiere. Von den 144 Papiergeld-Losen wurden 124 verkauft (86,1 %). Der Gesamtzuschlag für die verkauften Stücke lag bei 73.184 EUR bei einer Schätzung von 59.177 EUR (123,7 %). Zur Ergebnisliste und zum Nachverkauf! Hier einige Ergebnisse aus der Auktion: Los 916: 50 Billionen Mark 1924. Ausgabe vom 10. Februar 1924 mit rotem Überdruck "MUSTER". Grabowski DEU 169-M1. Rosenberg 136-M1. Kassenfrisch; I/I-. Minimale Lagerungsspuren. Schätzpreis: 1.250 EUR – Zuschlag: 2.200 EUR Los 918: Sächsische Bank zu Dresden. 500 Mark 1922. Ausgabe vom 12. September 1922. Grabowski SAX 11a. Rosenberg SAX 11a. Fast kassenfrisch; I-. Schätzpreis: 150 EUR – Zuschlag: 360 EUR Los 931: Deutsche Rentenbank. 10 Rentenmark 1925. Ausgabe vom 3. Juli 1925. Grabowski DEU 208. Rosenberg 163. Leicht gebraucht; II/II-. Farbfrischer Schein, festes Papier. Schätzpreis: 500 EUR, Zuschlag: 850 EUR Los 967: Bank Deutscher Länder & Ausgaben Westberlin. 50 Deutsche Mark o. J. (1948). Libertykopf, Serie D/A. Grabowski WBZ 10a. Rosenberg 248a. Von großer Seltenheit, nur wenige Exemplare ausgegeben. Kassenfrisch; I. Schätzpreis: 6.000 EUR, Zuschlag: 8.500 EUR Los 984: Ausgaben für die Sowjetische Besatzungszone 1948. 50 Deutsche Pfennig 1948. UdSSR-Druck. Ersatznote der Serie XY, KN 6-stellig. Grabowski SBZ 10c. Rosenberg 339c. Selten in dieser Erhaltung. Fast kassenfrisch; I-. Schätzpreis: 250 EUR, Zuschlag: 400 EUR Los 996: Freie Stadt Danzig. 1 Mark 1914. Notgeldausgabe vom 10. August 1914. Variante mit Wasserzeichen Wellen ohne Stempel auf der Rückseite. Rosenberg 781a. Leicht gebraucht; II-III. Schätzpreis: 200 EUR, Zuschlag: 460 EUR Los 998: Freie Stadt Danzig. 20 Mark 1918. Notgeldausgabe vom 12. Oktober 1918. Variante ohne Wasserzeichen mit rückseitigem Stempel "Ungültig". Rosenberg 787a. Kassenfrisch; I. Schätzpreis: 150 EUR, Zuschlag: 280 EUR Los 1002: Freie Stadt Danzig. 10000 Mark 1923. Ausgabe vom 23. März 1923. Grabowski DAN 20. Rosenberg 796. Selten in dieser Erhaltung. Kassenfrisch; I. Schätzpreis: 500 EUR, Zuschlag: 800 EUR Los 1007: Freie Stadt Danzig. 100 Millionen Mark 1923. Ausgabe vom 22. September 1923. Grabowski DAN 30a. Rosenberg 806a. Kassenfrisch; I. Schätzpreis: 200 EUR, Zuschlag: 950 EUR Los 1009: Freie Stadt Danzig. 10 Milliarden Mark 1923. Ausgabe vom 11. Oktober 1923. Grabowski DAN 34a. Rosenberg 810a. Kassenfrisch; I. Schätzpreis: 250 EUR, Zuschlag: 700 EUR Los 1011: Freie Stadt Danzig. 500 Gulden 1924. Ausgabe vom 10. Februar 1924. Grabowski DAN 60. Rosenberg 836. Kassenfrisch; I. Prachtvolles, farbfrisches Exemplar. Schätzpreis: 2.500 EUR, Zuschlag: 4.600 EUR Los 1012: Freie Stadt Danzig. 1000 Gulden 1924. Ausgabe vom 10. Februar 1924. Grabowski DAN 61. Rosenberg 837. Kleine Lagerungsspuren, sonst kassenfrisch; I/I-. Schätzpreis: 2.500 EUR, Zuschlag: 5.500 EUR Los 1015: Französisch-Belgische Eisenbahnverwaltung. 10 Francs o. J. (1923). Ausgabe der Serie A3 mit 6-stelliger KN. Grabowski RPR 62. Rosenberg 861a. Fast kassenfrisch I/I-. Schätzpreis: 125 EUR, Zuschlag: 550 EUR Los 1016: Französisch-Belgische Eisenbahnverwaltung. 50 Francs o. J. (1923). Musternote mit Aufdruck "SPECIMEN". Serie 00 und KN 000,000. Grabowski RPR 64-M3. Rosenberg 863d. Kleine Lagerungsspuren, kassenfrisch; I/I-. Schätzpreis: 750 EUR, Zuschlag: 1.000 EUR Los 1018: Behelfszahlungsmittel 1940/1942. 1 Reichspfennig o. J. (1940/41). Erste Ausgabe, Druckfarbe braun. Grabowski DWM 1. Rosenberg 500. Selten in dieser Erhaltung. Kaum gebraucht; II+. Schätzpreis: 200 EUR, Zuschlag: 420 EUR Los 1021: Litzmannstadt. 2 Mark 1940. Ausgabe vom 15. Mai 1940. Grabowski GET 3. Rosenberg Li 3. Sehr selten in dieser Erhaltung. Kassenfrisch; I. Schätzpreis: 600 EUR, Zuschlag: 2.200 EUR Los 1023: Litzmannstadt. 10 Mark 1940. Ausgabe vom 15. Mai 1940. Grüner Druck ohne Wasserzeichen. Grabowski GET 5Bc. Rosenberg Li 5Bc. Kassenfrisch; I-. Kleine Lagerungsspur am Rand. Schätzpreis: 250 EUR, Zuschlag: 950 EUR Los 1029: Ausgaben für die Ukraine. 2 Karbowanez 1942. Ausgabe der Zentralnotenbank vom 10. März 1942. Grabowski ZWK 48. Rosenberg 592. Von großer Seltenheit. Wenig gebraucht; II. Die Noten zu 2 Karbowanez gelangten nicht zur Ausgabe. Schätzpreis: 1.750 EUR, Zuschlag: 2.000 EUR Los 1033: Ausgaben für Jugoslawien. 20 Dinara 1942. Ausgabe der serbischen Nationalbank vom 1. Mai 1942, Druckfarbe blau. Grabowski ZWK 64. Rosenberg 606. Sehr selten. Kassenfrisch; I. Schätzpreis: 350 EUR, Zuschlag: 550 EUR Zur Ergebnisliste und zum Nachverkauf!

  • Anmerkungen zur Ausgabe der Kieler Herbstwoche für Kunst und Wissenschaft (1921)

    Infolge der Mobilmachung im Juli 1914 kam es sofort zu einem Mangel an Kleingeld, das Gemeinden und Städte durch Ausgabe von Notgeld zu lösen versuchten. Niemand konnte ahnen, dass dieser Zustand zehn Jahre lang andauern sollte und dass Notgeld in den 1920er-Jahren zu beliebten Sammelobjekten mutieren würden. Die Scheine der ersten Kriegsjahre luden kaum jemanden mit ihrem anspruchslosen, reizlosen Design ein, diese aufzuheben, „denn, primitiv in der Herstellung, waren sie eher alles andere als schön. Auch das Notgeld bis 1918 konnte im allgemeinen zum Sammeln nicht anregen, waren doch die meisten Sachen in Wertpapiermanier und nicht besonders charakteristisch hergestellt. Erst als findige Gemeinden auf den Gedanken gekommen sind, das Notgeld anders auszustatten und ihm charakteristisches Gepräge zu geben, Erzählungen aus der Heimat im Bilde darzustellen etc., wurde das Sammeln allgemein.“[1] Das Notgeld verkam mit den sog. Serienscheinen zur Finanzquelle der Kommunen,[2] sodass Dr. Keller, der kenntnisreiche Nestor unseres Hobbies, ihnen gegenüber, ein mehr als zwiespältiges Verhältnis hatte und den Begriff "Neppgeld" prägte. Noch 1943 schrieb er: „Daß so viele, zur Ausgabe von Geldzeichen so ganz und garnicht berufene Stellen uns das Bild der Notgeldausgaben verwässern und trüben konnten, erklärt sich zum Teil durch gute künstlerische Ausführung dieser Scheine, zu einem anderen durch die absichtliche Verschleierung der Ausgabestelle, die freilich wieder eine Oberflächlichkeit des Sammlers voraussetzt. … Vielleicht setzt sich doch noch einmal die Erkenntnis durch, daß diese Erzeugnisse kein Notgeld sind.“[3] Dem Widerspricht Engelmann. Er verweist hierbei darauf, dass Serienscheine auch Zahlungsfunktionen übernahmen und nennt dabei sechs Notgeldscheine, die anlässlich der Zweiten Kieler Herbstwoche für Kunst und Wissenschaft[4] vom 10. bis 18. September 1921 emittiert wurde. „Es wäre ein großer Irrtum anzunehmen, daß zu jener Zeit bereits das Notgeld entbehrlich gewesen sei. Es sollte aber vor allem zweckdienlich sein, und darum wurde nicht ein 50 Pf.-Wert gewählt, sondern man schuf entsprechend den Tarifen der Straßenbahn die Werte zu 70, 80 und 90 Pf., weil die Erfahrungen bei der Straßenbahn immer noch am besten bewiesen, in welchen Wertstufen das Notgeld am nützlichsten war.“[5] Die Scheine wurden wohl im Zahlungsverkehr benutzt, jedoch anders als geplant. In der Zwischenzeit hatten sich die Fahrpreise der Straßenbahn infolge eines Streiks erhöht. Abb. 1: In Victor Engelmanns Illustrierter Preisliste über Notgeld Nr. 4 vom September 1921 findet sich die abgebildete Anzeige. Die expressionistischen Entwürfe des Kunstmalers Johann Baptist Maier, Künstlername Hans Ibe (geboren 30. Juni 1881 in Regensburg; gestorben 25. Oktober 1957 in München) wurden bei der Druckerei Gebr. Parcus, München, ausgeführt. Dem Bildschmuck liegt fast durchweg der sogenannte „Kieler Umschlag“ zugrunde. Der Kieler Umschlag ist ein bedeutender Jahrmarkt, beginnend am Tag der Heiligen drei Könige. Um vier Uhr nachmittags wurde aus dem Turm der alten Nicolaikirche weithin sichtbar die Marktfahne, „Den Börgermeister sin Büx“, ausgehängt. Das wird auf dem ersten 70-Pfennig-Schein auf der Rückseite thematisiert, der zweite 70-Pfennig-Schein zeigt die alten Speicher im Hafen, der erste 80-Pfennig-Wert die Bildnisse der Begründer der Kieler Universität: Herzog Hans Christian Albrecht von Holstein-Gottorp und seines Kanzlers Kielmann von Kielmannsegg. Der zweite Schein zeigt heitere Szenen vom alten Kieler Umschlag. Die beiden Scheine zu 90 Pfennig symbolisieren den Schiffbau bzw. mit den Kieler Sprotten den Fischfang. Im Mittelpunkt aller Vorderseiten steht ein historisches Handelsschiff. Darunter in einem Kasten dreizeilig: „Dieser Gutschein wird von der Straßenbahn, in Läden, Gastwirtschaften und Schankstationen während / der Kieler Herbstwoche für Kunst und Wissenschaft vom 9. bis 19. September 1921 in Zahlung / genommen. Der Schein wird bis zum 31. Oktober 1921 bei der Kieler Bank in Kiel eingelöst.“ In der Randschrift: „Nimm mich als was ich scheine / und nicht, als was ich bin. Denn nur der Schein / alleine hat heute einen Sinn.“ Abb. 2.1/2: 70 Pfennig, Kieler Herbstwoche für Kunst und Wissenschaft 10. – 18. September 1921, 1. Auflage, Vorder- und Rückseite.[6] Abb. 3.1/2: 70 Pfennig, Kieler Herbstwoche für Kunst und Wissenschaft 10. – 18. September 1921, 1. Auflage, Vorder- und Rückseite. Abb. 4.1/2: 80 Pfennig, Kieler Herbstwoche für Kunst und Wissenschaft 10. – 18. September 1921, 1. Auflage, Vorder- und Rückseite. Abb. 5.1/2: 80 Pfennig, Kieler Herbstwoche für Kunst und Wissenschaft 10. – 18. September 1921, 1. Auflage, Vorder- und Rückseite. Abb. 6.1/2: 90 Pfennig, Kieler Herbstwoche für Kunst und Wissenschaft 10. – 18. September 1921, 1. Auflage, Vorder- und Rückseite. Abb. 7.1/2: 90 Pfennig, Kieler Herbstwoche für Kunst und Wissenschaft 10. – 18. September 1921, 1. Auflage, Vorder- und Rückseite. Nach Engelmann war die Frist für die Herstellung zu knapp bemessen, sodass die Druckerei Parcus zunächst nur 20.000 Sätze nach Kiel liefern konnte. Diese Scheine waren auf Büttenpapier gedruckt, das jedoch nicht für die gesamte Lieferung reichte. Die zweite Auflage (40.000 Sätze) wurde daher auf wasserliniertem Papier gedruckt. Statt des hellblauen Unterdrucks erhielten diese Scheine eine blassgrüne Färbung. Gleichzeitig wurden zwei Textfehler berichtigt: Beim Wert zu 70 Pfennig wurde aus „Börgermester“ „Börgermeister“ und statt „Schiffsbau“ heißt es „Schiffbau“ beim Wert zu 90 Pfennig. Alle Scheine sind 103 x 69 mm groß. Abb. 8.1/2: 70 Pfennig, Kieler Herbstwoche für Kunst und Wissenschaft 10. – 18. September 1921, 2. Auflage, Vorder- und Rückseite.[7] Abb. 9.1/2: 70 Pfennig, Kieler Herbstwoche für Kunst und Wissenschaft 10. – 18. September 1921, 2. Auflage, Vorder- und Rückseite. Abb. 10.1/2: 80 Pfennig, Kieler Herbstwoche für Kunst und Wissenschaft 10. – 18. September 1921, 2. Auflage, Vorder- und Rückseite. Abb. 11.1/2: 80 Pfennig, Kieler Herbstwoche für Kunst und Wissenschaft 10. – 18. September 1921, 2. Auflage, Vorder- und Rückseite. Abb. 12.1/2: 90 Pfennig, Kieler Herbstwoche für Kunst und Wissenschaft 10. – 18. September 1921, 2. Auflage, Vorder- und Rückseite. Abb. 13.1/2: 90 Pfennig, Kieler Herbstwoche für Kunst und Wissenschaft 10. – 18. September 1921, 2. Auflage, Vorder- und Rückseite. Seit den 1920er-Jahren streitet die Sammlergemeinde darüber, ob es sich bei den Serienscheinen überhaupt um „richtiges“ Geld handelt. Natürlich wurden sie für die Sammler produziert und bei ihnen gegen gutes Geld untergebracht, um so Einnahmen für die Emittenten zu generieren. Oft genug wurden sie erst nach dem aufgedruckten Einlösungstag verkauft, um garantiert eine Einlösung auszuschließen. Mancher Schein enthält von vornherein den Hinweis, dass er nicht eingelöst wird. Dennoch, es liegen zahlreiche Berichte vor, nach denen einzelne Ausgaben in geringem Umfang als Zahlungsmittel verwendet wurden, und dies gilt selbst für ungewöhnliche Nominale. Engelmann kommt zu dem Schluss: „Man kann aber über diese Serien-Notgelder denken wie man will: Sie sind die Pioniere gewesen, welche das Notgeldsammeln in Wirklichkeit bei der Allgemeinheit durchgesetzt haben.“[8] Uwe Bronnert Anmerkungen [1] Victor Engelmann, Illustrierter Notgeld-Katalog, Kiel 1923, S. III. [2] Vgl. Gustav Prange, Das deutsche Kriegsnotgeld, Eine kulturgeschichtliche Beschreibung, Band I, Görlitz 1921, S. 106 f. [3] Dr. Arnold Keller, Das Deutsche Notgeld, Katalog Kleingeldscheine 1916 – 1922 IV. Teil. Serienscheine, neu bearbeitet von Albert Pick und Carl Siemsen, München 1975, S. 249. [4] Die Friedensbedingungen des Versailler Vertrags nach dem Ersten Weltkrieg trafen den Reichskriegshafen Kiel an seinem Lebensnerv. Die Stadt war gezwungen, ihre bisher auf die Kriegsmarine ausgerichtete Wirtschaft auf Fremdenverkehr und Handelshafen umzustellen. Bei der ersten Kieler Herbstwoche vom 11. bis 19. September 1920 zeigte sich die Stadt als Kulturzentrum und geistiger Mittelpunkt Schleswig-Holsteins, der Künstler, Gelehrte und Gäste aus ganz Deutschland anlockte. Bei der zweiten Kieler Herbstwoche vom 10. - 18. September 1921 standen ähnlich wie im Vorjahr wieder Theateraufführungen, Konzerte und Vorträge auf dem Programm, aber die Veranstaltungen wurden volkstümlicher ausgerichtet. Ähnliche Veranstaltungen fanden auch in den Jahren 1922 und 1923 statt. Aber der Erfolg der beiden ersten Jahre stellte sich nicht mehr ein. Christa Geckeler, Kieler Erinnerungstage: 11. – 19. September 1920, Erste Kieler Herbstwoche für Kunst und Wissenschaft, 11. September 2010. [5] Gustav Prange, Das deutsche Notgeld, Eine kulturgeschichtliche Beschreibung, Band II. Görlitz 1922, S. 84. [6] Hans-Ludwig Grabowski / Manfred Mehl, Deutsches Notgeld, Band 1: Deutsche Serienscheine 1918 – 1922 (A – K), 3. überarbeitete und erweiterte Auflage, Regenstauf 2009, S. 436 Kat.-Nr. 696.2. [7] Ebenda, Kat.-Nr. 696.1. [8] Victor Engelmann, S. IV.

  • Neue 50-Taka-Gedenkbanknote aus Bangladesch

    Am 29. Oktober 2023 gab die Bangladesh Bank (BB) eine 50-Taka-Gedenkbanknote heraus, die an die Eröffnung des Bangabandhu-Tunnels erinnert. Einen Tag zuvor präsentierte Premierministerin Sheikh Hasina die neue Gedenkbanknote der Öffentlichkeit. Der 9,32 km lange Bangabandhu-Tunnel, der von Bangladesch und China gemeinsam finanziert und von einem chinesischen Unternehmen gebaut wurde, ist der erste Unterwassertunnel in Südasien. Er befindet sich unter dem Karnaphuli-Fluss und verbindet zwei große Städte an gegenüberliegenden Ufern, wodurch sich die Reisezeit zwischen ihnen erheblich verkürzt. Die Vorderseite zeigt auf der linken Seite die Porträts von Bangabandhu Sheikh Mujibur Rahman (1920-1975), dem ersten Präsidenten Bangladeschs, und der derzeitigen Premierministerin Sheikh Hasina (geb. 1947) und auf der rechten Seite ein Foto des Tunneleingangs. Die Vorderseite trägt die Unterschrift von Bank-Gouverneur Abdur Rouf Talukder. Ein Foto vom Inneren des Tunnels ist auf der Rückseite zu finden. Die Papierbanknote misst 130 mm x 60 mm. Die Banknote kann am Hauptsitz der Bangladesh Bank in Motijheel und in Chattogram erworben werden und kostet 50 Tk ohne Umschlag und 100 Tk mit Folder und Umschlag. Donald Ludwig

  • Einzahlungsquittungen der Commerz-Bank in Lübeck von 1923

    Als in der Hyperinflation vor 100 Jahren die deutsche Markwährung zusammenbrach, suchten viele Kreditinstitute nach kreativen Lösungen zur Schaffung von wertbeständigem Notgeld. Die Commerz-Bank in Lübeck brachte im Oktober 1923 wertbeständige Einzahlungsquittungen als Notgeld in den Umlauf. Auf Veranlassung der örtlichen Finanzverwaltung in Lübeck gab die Commerz-Bank in Lübeck (ab 1940 umfirmiert in Handelsbank in Lübeck) Ende Oktober 1923 wertbeständige Notgeldscheine in den Umlauf, die als „Einzahlungsquittungen“ bezeichnet wurden. Die Emissionswährung war die Goldmark mit Valutaklausel (4,20 Goldmark = 1 Dollar), in den kleinen Stückelungen über ½, 1 und 5 Goldmark. Commerzbank in Lübeck, Einzahlungsquittung Nummer A 14742 über eine halbe Goldmark, an den Inhaber ohne Legitimationsprüfung auszahlbar in deutscher Reichsmark, ausgegeben im Oktober 1923. Die Auflagenhöhe der „unter Garantie des lübeckischen Staates“ emittierten Scheine betrug eine Million Goldmark. Die Ausgabe war vom Reichsminister der Finanzen nicht genehmigt worden und insofern illegal. Die Genehmigung wurde erst nachträglich am 14.3.1924 mit der Verpflichtung erteilt, das Notgeld bis zum 31.3.1924 wieder aus dem Verkehr zu ziehen. Hans-Georg Glasemann Bildquelle: Privat Informationen: Wilhelmy, Rudolf; Geschichte des deutschen wertbeständigen Notgeldes von 1923/1924, Dissertation, Berlin, 1962 Literaturempfehlung: Manfred Müller: Deutsches Notgeld, Band 12: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-519-0 Auflage: 1. Auflage 2011 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 608 Preis: 39,90 Euro

  • 100 Griwna der Ukrainischen Volksrepublik von 1918

    Der Beitrag ergänzt den von Herrn Grabowski in "Münzen & Sammeln" (7/8-2022) und HIER im Geldscheinblog über „Die Deutsche Besetzung der Ukraine im Ersten Weltkrieg von März bis Dezember 1918“ und die in dieser Zeit ausgegebenen Geldscheine. Abb. 1a: Ukrainische Volksrepublik, 100 Griwna 1918, Vorderseite. Vorgestellt wird hier ein einzelner ausgewählter Schein – die "Staatliche Kreditnote der Ukrainischen Volksrepublik" zu 100 Griwna aus dem Jahr 1918 (Abb. 1a,b). Oben auf dem Schein steht der ausgebende Staat: УКРАЇНСЬКА НАРОДНЯ РЕСПУБЛІКА (Ukrainische Volksrepublik). 1 Griwna entspricht, so steht es auf dem unteren Rand des Scheins, 8,712 Doli reinen Goldes. Ein(e) Dolja ist ein altes russisches Gewicht zu 44 mg, der Goldgehalt beträgt damit die Hälfte des Wertes für den russischen Vorkriegsrubel bzw. den Karbowanez, wie er kurz zuvor in der Ukrainischen Volksrepublik eingeführt worden war. Wobei die Angabe eines Goldgehalts 1918, genau wie bei Rubel- und Mark-Scheinen, irreführend war. Seit Beginn des Ersten Weltkriegs waren keine Scheine mehr in Gold getauscht worden, weder in Russland noch in Deutschland. Zuordnung im Katalog: SCWPM # 22 / Dmitro Charitonow (Дмитро Харітонов): Ukrainian paper money (ukrain., engl.), Kiew 2005, # 23. Die Zuordnung für den abgebildeten Schein ist 22a bzw. 23a wegen des Serienbuchstaben A. Die Scheine der Serie Б (B) sind etwas größer und deutlich seltener. Zur Vorgeschichte: Nach der Proklamation der Ukrainischen Volksrepublik am 18. Juni 1917 beschloss die Zentral-Rada am 22. Dezember 1917, aus der Zweigstelle Kiew der Russischen Staatsbank die Ukrainische Staatsbank zu bilden sowie eine eigene Währung zu schaffen. Der Ukrainische Karbowanez sollte diese Währung sein, der Goldgehalt war identisch mit dem des russischen Rubel Anfang des 20. Jahrhunderts. Die erste Banknote war ein 100-Karbowanez-Schein, ausgegeben auf Basis des Dekrets vom 19. Dezember 1917 und bereits am 5. Januar 2018 in den Verkehr gegeben. Abb. 1b: Ukrainische Volksrepublik, 100 Griwna 1918, Rückseite. Die vermehrte Fälschung der Karbowanez-Noten und weitere (auf der Internetseite der Nationalbank nicht genannte) politische Gründe führten zu der Entscheidung, anstelle des Karbowanez die neue Währung Griwna einzuführen. Das entsprechende Gesetz wurde von der Zentral-Rada am 1. März 1918 angenommen. Zwei Griwna waren gleichwertig einem Karbowanez. Banknoten zu 2, 10, 100, 500, 1000 und 2000 Griwna wurden in Auftrag gegeben, gedruckt und in den Umlauf gebracht. Die Gestaltung der letzten zwei Scheine wurde erst nach der Machtübernahme durch das Hetmanat im April 1918 fertiggestellt. Die des 2-Griwna-Scheins stammt von Wassil Kritschewski, die folgenden drei sind durch Georgi Narbut gestaltet worden, der auch den ersten Schein in der Karbowanez-Währung, den zu 100 Karbowanez, entworfen hatte. Unter dem Hetman (Kosaken-Heerführer) Skoropadski wurde der Karbowanez erneut zur Hauptwährung gemacht, während wenige Monate später das Direktorium unter Winnitschenko und Petljura die Ukrainische Volksrepublik wieder belebte und auch zur Griwna zurückkehrte. Zurück zu unserem 100-Griwna-Schein. Die Vorderseite wird dominiert durch einen großen Kranz aus Blumen und Früchten. Links steht eine Frau mit einer Getreidegarbe, rechts ein Mann mit einem etwas merkwürdig gestalteten Hammer. Oberhalb des Kranzes befindet sich die schon genannte Staatsbezeichnung, im Kranz die Angabe „Staatlicher Kreditschein Einhundert Griwen“. Dazu kommen zwei Unterschriften und die Angabe „Jahr 1918“. Unter der Jahreszahl, sehr klein, steht „RD“ für die Reichsdruckerei in Berlin (Abb. 2). Abb. 2: Detail mit „RD“. An zentraler Stelle – aber nicht allzu sehr hervorgehoben – befindet sich als Unterdruck der Dreizack, das Wappen der Ukrainischen Volksrepublik. Wie auch auf der Rückseite sind die einzelnen Linien plastisch übereinander gelegt, der Dreizack sieht „geflochten“ aus, allerdings auf den beiden Seiten des Scheines unterschiedlich. Die Rückseite wiederholt die Wertangabe in Ziffern und die Staatsangabe als Abkürzung „У.Н.Р.“. Zwei Säulen rahmen das Ganze ein, oben sind sie durch eine Girlande aus Blättern und Blüten verbunden. Eingearbeitet in die Girlande ist in der Mitte das Staatswappen in einem Kranz. Mittig auf dem Schein befindet sich ein Block mit dem „Kleingedruckten“. Dieses enthält auf der Rückseite drei durch Arabesken getrennte Informationen: „Die staatlichen Kreditscheine der Ukrainischen Volksrepublik sind abgesichert durch das gesamte Staatseigentum der Republik  Die staatlichen Kreditscheine der Ukrainischen Volksrepublik sind gleichwertig zu goldener Münze  An der Fälschung der staatlichen Kreditscheine Schuldige werden mit der Aberkennung der Rechte und mit Gefängnis bestraft.“ Dieses Kleingedruckte ist ähnlich dem auf den Scheinen des Zarenreichs, allerdings ist aus der Verbannung zur Zwangsarbeit eine Gefängnisstrafe geworden. Abb. 3: Detail der Vorderseite. Abb. 4: Detail der Rückseite. Abb. 5: Detail mit Wasserzeichen. Bestellt wurde der Schein durch die Ukrainische Volksrepublik mit Auftrag vom 24. März 1918. Die Auftragshöhe betrug 350.000 Stück, das entsprach 35% der bestellten Gesamtsumme. Die Lieferung der bestellten Scheine erfolgte im Oktober 1918, die Ausgabe begann am 17. Oktober 1918. Die ursprüngliche Regierung gab es nicht mehr, die Ukraine war jetzt ein Hetmanat. Die beiden Detailabbildungen (Abb. 3 und 4) zeigen die Kürzel des Künstlers, der diesen und weitere Geldscheine dieser Zeit gestaltet hat. Auf der Vorderseite sind es lediglich die Initialen „Г. Н.“, auf der Rückseite der ausgeschriebene Familiennamen „Г. Нарбут“ und evtl. die Jahreszahl „18“. Georgi J. Narbut (Георгɪй Юрій Нарбут, bei Charitonov Georgy, auf der Webseite der Bank Heorhij) war der ukrainische Künstler/Grafiker, der nach Information der Bank den ersten Schein zu 100 Karbowanez entworfen hat und dann auch die Scheine zu 10, 100 und 500 Griwna. Das Wasserzeichen besteht aus einem Muster, das man je nach Betrachtungsweise als Kreise mit Innenkreisen oder als Kombination von Kreuzen und Kreisen ansehen kann (s. Abb. 5). Eng verbunden mit seiner Gestaltung des ersten Geldscheins der Ukrainischen Volksrepublik ist auch die Entwicklung des ukrainischen Wappens. Narbut nutzte alte ukrainische Ornamente und vor allem den Dreizack, das Familienemblem von Großfürst Wladimir.[1] Auf der Suche nach geeigneten Symbolen für eine autonome bzw. von Russland unabhängige Ukraine stieß Narbut auf die Münzen der Kiewer Rus. Die Kiewer Rus hatte nur wenig mit der Ukraine 900 Jahre später zu tun. Aber diese Münzen waren Geld in der gleichen Region aus einer ruhmreichen Zeit, die prächtige Denkmäler hinterlassen hat. Das reichte als Ausgangspunkt für die Gestaltung des ukrainischen Wappens. Auf der Seite der Bank heißt es „Das Symbol wurde interpretiert als Symbol ukrainischer Staatlichkeit seit Großfürst Wladimirs Zeiten, das war von tiefer patriotischer Bedeutung“. Dieser Werdegang erscheint dem Autor logisch. Insbesondere bei der Suche nach Ideen für die Gestaltung des neuen Geldes landete man bei den Münzen, die unter Wladimir (Großfürst 978/80–1015) und Jaroslaw (Großfürst 1019–1054) geprägt worden waren. Geprägt wurden sie in Kiew und Nowgorod, namengebend für den damaligen Staat war aber Kiew, auch Hauptstadt der modernen Ukraine. Abb. 6: Selbstdarstellung des Künstlers. Georgi Narbut (25.2./9.3.1886 – 23.5.1920) wurde in Narbutovka auf dem Bauernhof einer verarmten adligen Familie mit litauischen Wurzeln geboren. Er erhielt eine künstlerische Grundausbildung. Während seines Studiums in St. Petersburg organisierte er Zeichenkurse und beschäftigte sich mit der Illustration beispielsweise von Märchen. 1910 arbeitete er drei Monate in München, bald danach wurde er in St. Petersburg Mitglied der Vereinigung "World of Art", 1916 wurde er in deren Vorstand gewählt. Im Laufe der Jahre arbeitete er für mehrere Zeitschriften. Nach der Februarrevolution wurde er Mitglied einer Sonderkonferenz für Kunst der Provisorischen Regierung. Bis 1917 war er überwiegend in St. Petersburg/Petrograd tätig, im Frühjahr für kurze Zeit und dann ab September 1917 in Kiew. Ab 14. September war er Professor für Grafik, ab Dezember Rektor der neu gegründeten Ukrainischen Kunstakademie. 1919, nach Errichtung der Sowjetmacht, arbeitete er für die Verlage des Rates der Volkswirtschaft und des Allukrainischen Literaturkomitees, er gehörte zum Vorstand der neu geschaffenen Berufsvereinigung der Künstler. Neben der Illustration zahlreicher Bücher mit Gedichten, Fabeln und Märchen sowie der Anfertigung von Zeichnungen für Satiremagazine zeichnete er die Wappen ukrainischer Adelsfamilien für ein „Kleinrussisches Wappenbuch“. Abb. 6 zeigt eine Selbstdarstellung des Künstlers im Scherenschnitt – und zwar beim Zeichnen. Nach seinem Umzug nach Kiew entwarf er Uniformen für den Hetman und sein Gefolge, Wappen und Siegel, die ersten Briefmarken und Geldscheine der Ukrainischen Volksrepublik und später des Ukrainischen Staats.[2] Wikipedia-Beiträge zu Trisub (Dreizack) und Wassil Kritschewski[3] dagegen gehen davon aus, dass Kritschewski (12.1.1873 greg. – 15.11.1952), Architekt und Maler und 1917 einer der Gründer der Nationalen Akademie der Bildenden Künste und Architektur in Kiew, im Jahr 1918 von Michailo Gruschewski, dem ersten Präsidenten der UVR, den Auftrag erhielt, Staatssymbole für den neuen Staat zu entwerfen. Kritschewskis Entwurf eines Trisub sei am 22. März 1918 als offizielles Wappen genehmigt worden.[4] Der Geldschein von 1918 ist verkleinert auf der Gedenkbanknote des Jahres 2018 abgebildet, gewidmet dem 100. Jahrestag der Erstausgabe des 100-Griwna-Scheins (Abb. 7). Diese Gedenkbanknote hat die Maße 170 mm x 80 mm, die Abbildung des alten Scheins misst 110 mm x 72 mm, das sind 63% der Originalgröße. Deutlich ist auf dem Schein vermerkt, dass er nicht zum Bezahlen verwendet werden kann. Abb. 7a,b: Gedenkbanknote 2018 auf 100 Jahre Ausgabe der ersten ukrainischen Geldscheine. 2006 wurde eine 2-Griwna-Gedenkmünze anlässlich des 120. Geburtstags von Narbut ausgegeben. Sie zeigt die beiden Figuren Landfrau und Arbeiter von der Banknote des Jahres 1918. Und 2008 kam ein Briefmarkenblock mit dem Porträt von Narbut und drei von ihm gestalteten Briefmarken in Umlauf (Abb. 8). Abb. 8: Briefmarkenblock 2008 mit den Abbildungen von drei historischen Briefmarken sowie einem Porträt des Künstlers. Zum Vornamen von Narbut: nicht nur in der Literatur werden verschiedene Vornamen genannt, er selbst hat auch mit unterschiedlichen Varianten seines Namens signiert: Georgij und Egor – beides sind allerdings Varianten des deutschen „Georg“. Vor kurzem ist vom Autor ein umfangreicher Artikel unter der Überschrift „Wappen der Ukraine – Beispiele von Geldscheinen und Münzen“ erschienen, der sowohl die Entwicklung des Wappens 1917/1920 als auch desse Nutzung nach Erlangung der Unabhängigkeit 1992 sowie die Wurzeln des Wappens zur Zeit der Kiewer Rus betrachtet.[5] Prof. Dr. Rainer Geike Abb. 1–7: Autor, Abb. 8: Ausschnitt aus einer Darstellung der Familie in: Lukomskij: Narbut – sein Leben und seine Kunst. Berlin 1923, S. 7. Anmerkungen [1] Webseite der Nationalbank (2016). [2] G. I. Narbut - katalog vystavki proizvedenij G. I. Narbuta (G. I. Narbut – Katalog der Ausstellung der Kunstwerke von G. I. Narbut). Russisches Museum, Petersburg 1922; G. K. Lukomskij: Narbut - ego žizn' i iskusstvo (Narbut - sein Leben und seine Kunst). Berlin 1923; Platon Beleckij: Georgij Ivanovič Narbut. Leningrad 1985; Beiträge zu G. Narbut bei Wikipedia und Rupedia (2022). [3] Wikipedia 2022. [4] Heraldik-Wiki (Juli 2022). [5] Rainer Geike: Wappen der Ukraine – Beispiele von Geldscheinen und Münzen. In: Der Herold, Vierteljahresschrift für Heraldik, Genealogie und verwandte Wissenschaften, Jg. 65, Heft 3-4/2022, S. 609-628.

  • Lexikon: Hansatsu

    Hansatsu (jap. han = Gebiet, satsu = Schein), sind japanisches Papiergeld, das durch seine längliche Form nicht wie Papiergeld aussieht, sondern äußerlich Lesezeichen ähnelt. Japan: Hansatsu über 1 Silver-Monme (= 3,75 g Silber) und 7 Monme ohne Datum (1830/1860), Sammlung Grabowski. Die Scheine wurden seit dem 17. Jahrhundert von den Daimyos (Landesfürsten, Shogune) ausgegeben. Die erste Ausgabe erfolgte 1661 durch den Fürsten von Fukui. Ursprünglich waren es Schuldscheine über bestimmte Mengen von Kupfer-, Silber- oder Goldmünzen, es gab aber auch Scheine, die auf Waren lauteten. Auch von Privatleuten, vor allem Fabrikanten, ausgebene Hansatsu (mit Genehmigung der Daimyos) sind bekannt. Es gibt weit über 1000 verschiedene Scheine dieser Art, die wegen ihres exotischen Aussehens in jeder Sammlung von Geldscheinen besonderer Art zu finden sind. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

  • Radolfzell: Privates Goldmark-Notgeld von 1923

    Ende Oktober 1923 forderten immer mehr Vertreter der Arbeitnehmerschaft in Industriebetrieben die Einführung wertbeständigen Notgelds bei der Lohnzahlung. Ab 23. Oktober 1923 gestattete die Reichsregierung Unternehmen die Ausgabe von wertbeständigem Notgeld, wenn es auf Teile der Reichsgoldanleihe vom 14. August 1923 lautete, durch diese Anleihe gedeckt war und bestimmte formale Erfordernisse erfüllte. Die Vorstände der Radolfzeller Aktiengesellschaften Gotthard Allweiler, Pumpenfabrik und der Trikotfabriken J. Schiesser schlossen sich dieser Möglichkeit der Schaffung von wertbeständigem Geld nicht an. Ihre kreative Lösung: Geld als „Schuldscheine“, also zinslose Schuldverschreibungen. Schuldscheine waren im Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt und stellten im Deutschen Reich kein Geld dar. Schuldscheine der Radolfzeller Aktien-Gesellschaften Trikotfabriken J. Schiesser und der Gotthard Allweiler Pumpenfabrik, 1923 genutzt als wertbeständiges Notgeld. Gotthard Allweiler Pumpenfabrik Aktien-Gesellschaft Die in der badischen Stadt Radolfzell ansässige Firma Gotthard Allweiler Pumpenfabrik Aktien-Gesellschaft teilte der Stadt Radolfzell am 24. Oktober 1923 mit, dass sie im badischen Ministerium des Innern um Genehmigung zur Ausgabe von wertbeständigem Notgeld für 3000 Goldmark nachgesucht hat, um den Kartoffelbedarf ihrer Arbeiterschaft einkaufen zu können. Der Gegenwert (2.000 holländische Gulden = 3.300 Goldmark) sei derzeit in Wertpapieren beim Bürgermeisteramt Radolfzell hinterlegt. Das badische Ministerium des Innern teilte in dieser Sache der Stadtverwaltung jedoch am 16. November 1923 mit, dass eine Genehmigung von wertbeständigem Notgeld der Firma Allweiler nicht in Frage kommen kann. Sofern bereits wertbeständiges Notgeld ausgegeben worden wäre, hätte die Stadt für den sofortigen Einzug des Notgelds sorgen müssen. Die Ausgabe des Allweiler-Notgelds als „Schuldscheine“ erfolgte allerdings bereits am 3. November 1923, also vor dem Eintreffen des ministeriellen Schreibens. Als Zeichen, dass der Gegenwert der Schuldscheine beim Bürgermeisteramt hinterlegt war, erhielten die Scheine links unten einen Abdruck des Stadtsiegels. Die einseitig auf weißem Papier bedruckten Schuldscheine ohne Wasserzeichen waren in zwei Nennwerten ausgestellt auf 0,21 Goldmark (= 21 Goldpfennig) und 0,42 Goldmark (= 42 Goldpfennig). Gotthard Allweiler Pumpenfabrik Aktiengesellschaft, Schuldschein über 0,42 Goldmark, ausgegeben in Radolfzell am 3. November 1923. Der Aufdruck beim 0,42 Goldmark-Schuldschein lautet: "Schuldschein - Die Firma Gotthard Allweiler, Pumpenfabrik, A.-G, Radolfzell, schuldet dem Inhaber dieses Schuldscheines den Betrag von Goldmark 0,42 (in Worten: Zweiundvierzig Goldpfennig). Der Inhaber erhält bei unserer Kasse und bei noch bekannt zu machenden Stellen den entsprechenden Gegenwert in Stücken der Badischen oder Reichsgoldanleihe oder den entsprechenden Barbetrag gegen Rückgabe dieses Scheines ausbezahlt. Die Rückgabe dieses Scheines hat spätestens 3 Wochen nach seiner Ausgabe zu erfolgen. Der Gegenwert dieses Scheines ist bei der Stadtgemeinde Radolfzell in Goldwerten hinterlegt, was durch Stempel der Stadtgemeinde bestätigt wird. Radolfzell, 3. November 1923." Der tatsächlich ausgegebene Gesamtbetrag lässt sich heute nur schwer ermitteln. Nach Untersuchung der vorliegenden Nummern gelangten wohl höchstens 2.000 0,21-Goldmarkscheine und 3.000 0,42-Goldmarkscheine zur Ausgabe, insgesamt also Schuldscheine für 1.680 Goldmark. Alle Ausgaben der Firma Allweiler wurden ohne behördliche Genehmigung als Schuldscheine in Umlauf gesetzt. Auf Anordnung des badischen Ministeriums des Innern forderte die Stadt Radolfzell die Firma Allweiler am 3. Dezember 1923 auf, sämtliches Notgeld bis zum 15. Dezember 1923 einzuziehen. Die Firma Allweiler berichtete am 11. Dezember 1923, dass alle Gutscheine aufgerufen seien und keine Neuausgabe mehr erfolgte. Trikotfabriken J. Schiesser Aktien-Gesellschaft Am 6. und 13. November 1923 wurden durch die bekannte Trikotfabriken J. Schiesser Aktien-Gesellschaft – nach dem gleichen Modell, wie bei der Allweiler Pumpenfabrik – als „Schuldscheine“ wertbeständige Notgeldscheine in zwei Nennwerten ausgestellt, auf 0,21 Goldmark (= 21 Goldpfennig) und 0,42 Goldmark (= 42 Goldpfennig). Ihr Umlauf war auf drei Wochen begrenzt. Später wurden sie erneut ausgegeben und ihre Gültigkeitsdauer durch einen Stempelaufdruck bis zum 31. Dezember 1923 verlängert. Die Schuldscheine tragen wie bei der Firma Allweiler einen Abdruck des Stadtsiegels als Nachweis der Hinterlegung des Gegenwerts bei der Stadtkasse. Trikotfabriken J. Schiesser Aktiengesellschaft, Schuldschein über 0,21 Goldmark, ausgegeben in Radolfzell am 13. November 1923. Gültigkeit verlängert bis 31. Dezember 1923. Der Aufdruck beim 0-42-Goldmark-Schein lautete: "Die Firma Trikotfabriken J. Schiesser A-G. Radolfzell schuldet dem Inhaber dieses Schuldscheines den Betrag von Goldmark 0,21 (in Worten: Einundzwanzig Goldpfennig). Die Süddeutsche Diskontogesellschaft A-G. Depositenkasse Radolfzell, die Radolfzeller Bank e.G.m.u.H, die Bezirkssparkasse Radolfzell, die Badische Bauern-Bank Radolfzell, die Bezirkssparkasse und Volksbank Stockach, die Spar- und Waisenkasse und Volksbank Engen, schreiben dem Einlieferer dieses Schuldscheines den Gegenwert wertbeständig gut, oder zahlen den entsprechenden Betrag gegen Rückgabe des Scheines in bar aus. Der Gegenwert dieses Scheines ist bei der Stadtgemeinde Radolfzell in Goldwerten hinterlegt, was durch Stempelaufdruck der Stadtgemeinde bestätigt ist. Die Rückgabe dieses Schuldscheines hat spätestens 3 Wochen nach der Ausgabe zu erfolgen. Jeder Schein trägt eine Nummer, die Faksimile-Unterschrift der Direktion und einen Prägestempel der Firma. Radolfzell, den 6. (bz. 13.) November 1923." Die Schuldscheine wurden in der Laufzeit teilweise durch roten bzw. violetten Stempelaufdruck auf den 31.12.1923 verlängert. Die Ausgabeakten für diese Emission sind heute nicht mehr vorhanden. Nach den beobachteten Kontrollnummern kann der Wert der gesamten Ausgabe auf 9.450 Goldmark geschätzt werden. Hans-Georg Glasemann Bildquelle: Privat (6/2023) Literaturhinweise (Daten und Texte teilweise entnommen): Wilhelmy, Rudolf; Geschichte des deutschen wertbeständigen Notgeldes von 1923/1924, Dissertation, Berlin, 1962 und Dr. Jens-Uwe Rixen: Notgeldausgaben im badischen Bodenseegebiet 1914–1948. In: HEGAU – Zeitschrift für Geschichte, Volkskunde und Naturgeschichte des Gebiets zwischen Rhein, Donau und Bodensee; Jahrbuch 1984/85. Selbstverlag des Hegau-Geschichtsvereins Singen e. V., Singen (Hohentwiel) September 1986. Literaturempfehlung: Manfred Müller: Deutsches Notgeld, Band 12: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-519-0 Auflage: 1. Auflage 2011 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 608 Preis: 39,90 Euro

  • Aus privaten Sammlungen: 5000 Francs der Westafrikanischen Staaten von 1976

    Nach Auflösung der ehemaligen Kolonie Französisch-Westafrika entstand am 9. Juni 1959 die Westafrikanische Zollunion als Vorläufer der 1975 gegründeten Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft. Ziel war ein gemeinsamer Binnenmarkt und eine gemeinsame Währung für die Mitgliedsstaaten. Am 12. Mai 1962 wurde deshalb in Paris die Westafrikanische Währungsunion gegründet. Bereits am 4. April 1959 war die Westafrikanische Zentralbank (Banque Centrale des Etats de l'Afrique de l'Ouest) entstanden, die noch im gleichen Jahr eine Gemeinschaftsausgabe ohne Länder-Kennbuchstaben ausgab. Seit 1959 werden durch die Zentralbank Banknoten mit Länderkennung durch einen besonderen Buchstaben in Francs-Währung (CFA-Franc, Franc de la Communauté Financière Africaine) ausgegeben. Die beschlossene Einführung einer neuen Gemeinschaftswährung namens Eco wurde 2004 und 2009 wegen wirtschaftlicher Probleme einzelner Mitgliedsstaaten verschoben und sollte nun eigentlich 2020 erfolgen. Länderkennung: A Elfenbeinküste B Benin (bis 1975 Dahomey) C Burkina Faso (früher Obervolta) D Mali E Mauretanien (1973 ausgetreten) H Niger K Senegal S Guinea-Bissau T Togo Aus der Sammlung Hans-Ludwig Grabowski: Westafrikanische Währungsunion, Banque Centrale des Etats de l'Afrique de l'Ouest: 5000 Francs ohne Datum mit Länderkennung A für die Elefenbeinküste von 1976. Vorderseite: Bärtiger Mann vor einer Palmöl-Fabrik mit Palmen, links und rechts je ein Ornamentstreifen. Rückseite: Frau vor Hütten mit Dorfbewohnern bei der traditionellen Palmöl-Gewinnung, links und rechts je ein Ornamentstreifen Wasserzeichen: Porträt einer jungen Frau Unterschriften: Edem Kodjo / Abdoulaye Fadiga (1976) Format: 169 mm x 110 mm Druck: Banque de France, Frankreich Katalogreferenzen: WAS-104Ai (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. III – Modern Issues) B109Ai (Linzmayer: The Banknote Book – West African States) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Leserpost: Ergänzung zu „Ein Tag in Swakopmund“

    Passend zu dem Artikel von Donald Ludwig möchte ich gerne einen Blick auf die etwas unbeachteten privaten Gutscheine von Deutsch-Südwestafrika (DSWA) werfen. Tatsächlich denken wir bei Gutscheinen aus Deutsch-Südwestafrika vor allem an die der Swakopmunder Buchhandlung. Denn diese Gutscheine hatten alle eingedruckte Werte und wurden als Kleingeldersatz in den Jahren 1916/1917 in Umlauf gegeben. Kaum bekannt und daher auch nicht beachtet sind jedoch auch amtliche und private Gutscheine für Waren ohne Wertangaben. Anbei eine Abbildung eines typischen Gutscheins der Swakopmunder Buchhandlung, welche die Vielzahl der kursierenden privaten Ausgaben ablösen sollten. Diese Gutscheine mussten mit einer Hand-Unterschrift in Umlauf gegeben werden und wurden bei ihrer Einlösung auf der Rückseite entwertet. Aber lassen sie uns einen Blick auf Warengutscheine vom Kaiserlichen Gouvenements für DSWA werfen, welche in 6er-Bögen ausgegeben wurden und vor der Ausgabe in einem Abrechnungsbuch eingetragen und zerteilt. Die Werte wurden jeweils handschriftlich eingetragen. Bekannt geworden sind folgende Stücke (gedruckt auf sehr dünnem Papier). Gutscheine für Brot, Gemüse und Fleisch. Format 110 x 85 mm. Eine Aufzeichnung, welche Arten von Gemüse bzw. Fleisch bezogen werden konnte, ist nicht belegt. Wahrscheinlich wurde aufgrund des Mangels an Schweinefleisch (die Zucht befand sich noch in den Anfängen) und dem Wert von Rindern als Zugtieren hauptsächlich Wildfleisch verzehrt. Private Gutscheine mit festen Werten, welche aufgrund des permanenten Kleingeldmangels ausgegeben wurden, sind in der Literatur bereits umfangreich dokumentiert. Dagegen ist über Gutscheine mit einzusetzenden Werten wenig bekannt. Bisher sind vor allem solche Gutscheine aus dem Diamantengebiet rund um Lüderitzbucht bekannt. Es wurden Gutscheine über Geldwerte, aber auch Sachwerte ausgestellt, wie man den Abbildungen entnehmen kann. Es sind auch Gutscheine über vier Flaschen Bier und Nachtquartier oder zehn Mittagessen (beide Kapps Hotel und Konzerthaus aus Lüderitzbucht) belegt. Diese Gutscheine kursierten bereits deutlich vor den bekannten privaten bzw. von der Swakopmunder Buchhandlung ausgegebenen Scheinen. Es sind Gutscheine ab dem Jahr 1906 belegt. Sehr interessant ist es, einem Gutschein von 1908 zu entnehmen, dass vier Flaschen Bier 8 Mark und eine Hotelübernachtung 4 Mark gekostet hatten. Gerne würde ich weitere Belegstücke notieren und bin für die Übersendung von Foto/Scans dankbar. Gerne können Sie diese an DSWA@reichsbanknote.de senden. Da ich derzeit auch die belegten Ausgaben der Deutsch-Asiatischen Bank dokumentiere, wäre ich auch hier für jede weitere Note, welche nicht in der bekannten Literatur bzw. den großen Auktionshäusern dokumentiert ist, dankbar. Jens Dobokay

  • Österreich: Begehrte Variante nach fast 80 Jahren aufgetaucht!

    Die Westalliierten ließen bekanntermaßen noch vor Ende des Zweiten Weltkriegs sog. Militärgeld für die zu besetzenden oder zu befreienden Länder drucken. Diese Geldscheine dienten dann nach dem Einmarsch der Geldversorgung ihrer Truppen. Auch für Österreich fertigte man die AMC-Scheine an. In England und in den USA wurden Groschen- und Schilling-Scheine mit der Aufschrift „Alliierte Militärbehörde ... Serie 1944 in Oesterreich ausgegeben“ gedruckt. Eine Besonderheit ist der 25-Schilling-Schein. Es herrscht völlige Unklarheit über die Gründe, weshalb eine Note mit diesem Nennwert überhaupt gedruckt wurde. 25-Schilling-Scheine waren in Österreich nie im Umlauf; diesen Wert kannte man nicht. Außerdem umfasste die Militärgeld-Serie die Scheine zu 20 und 50 Schilling – eigentlich gab es keinen Bedarf an einem 25-Schilling-Wert. Alle drei Wertstufen hatten ein einheitliches Papiermaß von 138 mm x 77 mm. Abb. 1: 25 Schilling 1944, Vs., Standardnote, Grundtyp mit Umlaufspuren, 100 Mio. Stück bei Forbes Lithograph Manufacturing Co. gedruckt. Diese Scheine (wie auch ein Teil der 50-Groschen- sowie der 1- und 2-Schilling-Scheine) wurden 1944 in Boston mit der Bezeichnung „Operation Ordain“ gedruckt. Das BEP in Washington/DC vergab den Auftrag an Forbes LMCo., die auch die Nummerierung der Scheine ausführte – nach Art und Weise der 1944er Francs-Scheine: 8-stellige Kontrollnummer, eine ergänzende „2“ für die Auflage über die 100-Mio.-Menge hinaus und die zusätzlich mit einem „X“ gekennzeichneten Austauschnoten. Abb. 2: 2 × 100 Francs 1944, Vs., mit „2“ für den Druck über die 100-Mio.-Grenze – oben – und mit „X“ markierter Austauschschein – unten. Über die gedruckte Menge an 25-Schilling-Noten herrschte lange Zeit Unklarheit: James Rutlader [1] nennt 177.912.000 Scheine und Gastone Söllner [2] beziffert die Druckauflage mit „mindestens 258.000.000“. Diese 258 Millionen können schon deshalb nicht stimmen, da es neben der „2“ auch eine beigestellte „3“ geben müsste. Die Autoren Toy und Schwan [3] gaben schon fünf Jahre zuvor die Stückzahl mit 129 Mio. Scheine an. 1980 [4] wurde diese Angabe aufgeschlüsselt: 100 Mio. Stück mit normaler KN ohne Blockziffer, 29 Mio. Stück mit ergänzter „2“ und über 200.000 Stück für die Austauschscheine mit „X“ (die bis heute gemeldeten höchsten Kontrollnummern sind die Scheine mit 00209473/X und 00209474/X). Fred Schwan aktualisierte 1990 die Druckmenge mit 129.088.000 Stück. [5] Die Nummerierung der Militärnoten begann – wie bei US-Geldscheinen üblich – mit ...0001. Es sind mehrere Muster-/Specimen-Scheine mit der KN 00000000 bekannt. Abb. 3: 25 Schilling 1944, Vs., „SPECIMEN“ mit Null-Nummerierung, möglicherweise von den Briten abgestempelt. Abb. 4: 25 Schilling 1944, Vs., Ausschnitt mit typisch fehlerhafter BEP-Perforation SPECIMEN (aus Musterbuch). Abb. 5: 25 Schilling 1944, Vs., aus dem Bestand gekennzeichneter Musterschein, von der OeNB typisch mit Stempel und Perforation versehen. Der Katalog von J. Kodnar/N. Künstner [6] listet keine Variante mit der Block-Nr. „2“ auf, zeigt jedoch unter Nummer 213 b) eine der sehr seltenen Austauschnoten mit der KN 00104742/X. Eine weiterer Schein ist bekannt mit der KN 00187754/X und der Perforation „SPECIMEN“. Alle AMS-Scheine hatten das sich in Linien wiederholende Text-Wasserzeichen „MILITARY AUTHORITY“. Ein sog. Stecher- oder Geheimzeichen „F“ für Forbes – ähnlich wie auf den Militärlire-, Militärfrancs- oder Militärmark-Scheinen – konnte bisher nicht gefunden werden. Nach einer Verlautbarung des US-Hauptquartiers vom 5. Mai 1945 wurde die österreichische Zivilbevölkerung verpflichtet, die deutschen Militärmark-Scheine schnellstmöglich bei der nächsten Bank gegen Militär-Schillinge im Verhältnis 1:1 umzutauschen. Die AMS wurden zwischen dem 9. April und 17. Oktober 1945 geliefert und waren ab Mai 1945 im Umlauf. Nach einer Zeitungsnotiz der „Salzburger Nachrichten“ vom 10. September 1945 mussten die Militärmark-Scheine vom 15. bis 18. September 1945 eingetauscht werden und durften danach nicht mehr in Umlauf gelangen. Im September 1944 hatten sich US-Amerikaner und Briten auf einen Wechselkurs verständigt: 10 Militärmark (MM) bzw. 10 Militärschillinge (MS) für einen US-Dollar und 40 MM bzw. 40 MS für ein britisches Pfund. Ein 25-Schilling-Schein entsprach demzufolge 2,50 Dollar oder 12 Shillings/6 Pence. Entgegen der Angaben in einigen Veröffentlichungen liefen die 25-Militärschilling-Scheine in allen vier Besatzungszonen Österreichs und in der Vier-Sektoren-Stadt Wien um. Nach Angabe des OMGUS vom 6. November 1945 erhielten die sowjetischen Besatzungstruppen in zwei Lieferungen über 2,0 Mrd. Militärschillinge aus einer Gesamtmenge von 6.352.7000.000 Stück, die bis zum 31. Juli 1945 in 12.365 Kisten geliefert wurden. Ungültig wurden die 25-Schilling-Scheine entsprechend dem „Schillinggesetz“ vom 30. November 1945 dann am 20. Dezember 1945, nachdem sie ab 13. Dezember einzuliefern waren. Das Auftauchen der Variante mit der Block-Ziffer „2“ ist eine große Überraschung und deshalb eine kleine Sensation: seit 78 Jahren war kein solcher Schein bildlich belegt. Mit seiner Kontrollnummer liegt er im 12-Millionen-Bereich des angenommenen Zahlenkreises von 29 Millionen gedruckter Scheine. Die Scheine mit der Block-Ziffer „2“ sind deshalb so selten, da sie nie ausgegeben wurden. Abb. 6: 25 Schilling 1944, Vs., die Varianten mit Block-Ziffer „2“ wurden nicht ausgegeben. Der Schein befindet sich in Privatbesitz und stammt aus einer Vernichtungsaktion von Militärschilling-Scheinen. Es wird vermutet, dass die noch vorhandenen Scheine im Jahr 1948 in Wien verbrannt wurden. Jedoch wurden die auch als „Okkupationsschillinge“ bezeichneten AMS-Noten lt. OeNB „... im Betrag von 6,8 Mrd. auf Depots der Notenbank hinterlegt und schrittweise vernichtet – verkolIert, wie es im Jargon der Notenbank hieß“. [7] Der größte Teil wurde zuvor als Reserve gehalten; die zum Umtausch von Österreichern eingereichten AMS stammten zu 75 % aus der sowjetischen Zone einschl. Wien und widerspricht Katalogangaben, demnach die Scheine nur von den Briten in ihrer Zone ausgegeben wurden. Höchstwahrscheinlich wurde nur ein Zehntel der gedruckten alliierten 25-Militärschilling-Scheine ausgegeben. Alle gefundenen Stücke bis zur KN 10000000 weisen mehr oder weniger sichtbare Gebrauchsspuren auf. Abb. 7: 25 Schilling 1944, Rs., Erhaltung gebraucht (about fine), in einer englischen Auktion im September 2019 für 120 Pfund versteigert; ein bankfrischer Schein erbrachte im selben Jahr 500 Euro. Die höchste festgestellte Kontrollnummer ist die 71665480 (Abb. 5). Die Sichtung von Kontrollnummern unterschiedlicher Zahlenkreise lässt vermuten, dass mehrere Bündel mit je 100 Scheinen bei der Vernichtung „entnommen“ wurden: 18558501 ... 18558600, 18777601 ... 18777700 und 46523901 ... 46524000. Und für die Musterscheine wurden von der OeNB mindestens 16 Stück gestempelt und perforiert (71665465 ... 71665480). Abb. 8: 2 Schilling 1944, Rs., Andruck der schwarzgrauen Druckform. Abb. 9: 2 Schilling 1944, Rs., Andruck der blauen Druckform. Abb. 8: 2 Schilling 1944, komplett gedruckte Rückseite, vom BEP in einer Menge von 100 Mio. Stück und mit Wasserzeichen „MILITARY AUTHORITY“ gedruckt. Derzeit sind noch ein Menge unbeantworteter Fragen offen; bei den anderen Ausgaben der AMS-Serie von 1944 kennt man interessante Einzelheiten, wie z. B. die Druckformen für Unterdruck und Hauptdruck oder Druck-, Liefer- und Vernichtungslisten. Wir wissen bspw. nicht die genaue Anzahl der gedruckten Austauschnoten. Hier sollte man von einer Viertelmillion gedruckter Scheine ausgehen. Auf dem Sammler-Markt sind heute noch annähernd sechs Dutzend 25-Schilling-Scheine verfügbar – die meisten sind kassenfrisch. Michael H. Schöne Anmerkungen [1] James Rutlader: „Allied Military Currency“, Kansas City 1968 [2] Dr. Gastone Söllner: „Die Übergangsbanknoten des 2. Weltkrieges“, Basel 1979 [3] Raymond S. Toy/Carlton F. Schwan: „World War II Allied Military Currency“, Portage 1974 [4] C. Frederick Schwan/Joseph E. Boling: „World War II Military Currency“, Port Clinton 1980 [5] Fred Schwan: „A look at AMC’s“, „Bank Note Reporter“, Jg. 18, Nr. 4, Iola 1990 [6] Johann Kodnar/Norbert Künstner: „Katalog der österreichischen Banknoten ab 1759“, Wien 2010 [7] Hans Seidel: „Währungsreform und Besatzung in Österreich 1945-47“, in: „Wirtschaft und Gesellschaft“ Heft 3/1999, Wien Vielen Dank an Herrn Rudolf Richter, Salzburg, für die Erstmeldung. Abkürzungen AMC: Allied Military Currency AMS: Alliierte Militärschilling BEP: Bureau of Engraving and Printing OeNB: Oesterreichische Nationalbank OMGUS: Office of Military Government for Germany (U.S.)

  • Katalog der österreichischen Banknoten mit IBNS-Preis ausgezeichnet

    Die International Bank Note Society (IBNS) prämiert jährlich die weltweit besten Bücher im Bereich der Notaphilie. Die Preisverleihung für die im Jahr 2018 erschienenen Bücher fand jetzt statt. Eine der Auszeichnungen ging an den „Katalog der österreichischen Banknoten ab 1759, 3. Auflage“. Der Katalog umfasst die österreichischen Banknoten ab 1759 samt einigen Nebengebieten und ist weiterhin im Münz- und Banknotenfachhandel oder alternativ direkt über diesen Link erhältlich: Zum Katalog mit Bestellmöglichkeit Johann Kodnar #Fachliteratur #Weltbanknoten #Europa #Österreich #Kodnar

www.geldscheine-online.com | Regenstauf

© 2025 Battenberg Bayerland Verlag GmbH

bottom of page