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  • Die Mefo-Wechsel – Finanzierungsinstrument der deutschen Aufrüstung 1934

    Wie finanziert man eigentlich einen Krieg? Geld ist zu allen Zeiten ein knappes Gut – außer in einer Inflation, da ist es nicht mehr viel wert – Bedürfnisse dagegen sind stets unbegrenzt. Albert Wenzel Eusebius von Waldstein, Herzog von Friedland (1583–1634), "Wallenstein" genannt, konnte als kaiserlicher Feldherr im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) noch sagen: „Der Krieg muss den Krieg ernähren.“ Demzufolge ließ er über seinen Kaiser eine allgemeine Kriegssteuer erheben, aber in den Werkstätten auf seinen Gütern in Böhmen wurden viele der benötigten Waffen und Ausrüstungsgegenstände hergestellt und diese Produktion musste vorfinanziert werden. Die Aufrüstung der Reichswehr nach der Machtübernahme vom 30. Januar 1933 durch die Nationalsozialisten unter ihrem sog. Führer und Reichskanzler Adolf Hitler (1889–1945) erfolgte nicht nur durch Zahlungen aus dem Reichshaushalt, sondern auch über die so bezeichneten Mefo-Wechsel, eigentlich eine Wechselreiterei. Rüstungslieferanten, die nicht direkt vom Reichswehrministerium bezahlt wurden, erhielten statt Reichsmark die Mefo-Wechsel. Die Zahlen dieser Wechsel blieben geheim, sie tauchten in keiner Bilanz auf. Man geht von ca. 12 Milliarden Reichsmark aus. Der Wechsel ist ein Zahlungsversprechen, bedeutete aber für seinen Besitzer echtes Bargeld, da die Banken Wechsel diskontierten, d. h. aufkauften. Wechsel galten auch in den Bilanzen der Banken als Bargeld. Hier vollzog sich in jüngerer Vergangenheit durch die Einführung des Eurosystems ein Wandel. Die Rediskontierung wurde 1998 eingestellt, seit dem Jahr 2006 sind Wechsel nicht mehr notenbankfähig. Wegen der handschriftlichen Einträge entzogen sie sich auch einer fehlerfreien Maschinenlesbarkeit, einem weiteren Anachronismus im 21. Jahrhundert. Damit ging eine monetäre Ära zu Ende, die wie viele Finanzmodelle im 13. Jahrhundert in Oberitalien begonnen hatte. Abb. 1: Abbildung eines Mefo-Wechsels (Blanko) aus: Firmenchronik der Bilfinger AG Mannheim aus dem Jahr 2005: "Drei Wurzeln – ein Unternehmen" von Bernhard Stier, Martin Kraus, 125 Jahre Bilfinger Berger AG, S. 121). Abb. 2: Hjalmar Schacht, Reichsbankpräsident (1923–1930 und 1933–1939), Reichswirtschaftsminister (1934–1937), einer der Hauptangeklagten in den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen. Er wurde jedoch 1946 freigesprochen. Im Rahmen der Legalitätsstrategie Hitlers wurde zur Verschleierung der Wiederaufrüstung Deutschlands und einer erneuten Inflationsgefahr die Mefo gegründet, die Metallurgische Forschungsanstalts-GmbH. Ihre Gründer waren die Reichsbank und das Reichswehrministerium mit den folgenden Gesellschaftern: Krupp, Siemens, Gutehoffnungshütte und Rheinmetall mit einem Stammkapital zu je 255.000 RM. Als Vorstand fungierten je ein Vertreter des Reichswehrministeriums und des Finanzministeriums. Das Personal stellte die Reichsbank, die Gesamtidee stammte von Dr. Hjalmar Schacht (1877–1970). Ein Wechsel wurde als Zahlungsmittel gerne genommen und blieb lange im Umlauf, wenn möglichst viele Personen giriert hatten, wie z. B. auf der Rückseite eines anderen Wechsels aus Lahr/Baden 1934 in Abb. 4. Teilweise war er unter Geschäftsleuten beliebter als Bargeld, da der eingetragene Betrag nicht der traditionellen Stückelung von Bargeldnoten unterlag und Einbrecher nur an Bargeld und nicht an Wechseln interessiert waren. Er war das ideale Zahlungsmittel unter Geschäftsleuten. Aufträge, die direkt oder indirekt mit der Wiederbewaffnung zu tun hatten, wie z. B. der Kasernenbau, wurden mit Mefo-Wechseln beglichen, d. h. auf diese Scheinfirma wurden Wechsel gezogen. Die Mefo akzeptierte Wechsel mit Zahlungsbürgschaft des Deutschen Reichs. Ihre ursprüngliche Laufzeit betrug nur drei Monate, allerdings mit eingeplanter Prolongation auf fünf Jahre. Die Ausgabezeit war 1934–1938. Abb. 3: Bargeld, Reichsbanknote über 50 Reichsmark, DEU-210; Pick GER-182; Ros/Gra 175 a, Friedensdruck, KN siebenstellig, Z/Q, ausgegeben ab 1934, Vorderseite. Abb. 4: Vorderseite eines normalen, echt gelaufenen Wechsels vom September 1935 über 250 RM. Abb. 5: Rückseite des obigen Wechsels mit mehreren Indossaments, d. h. Eigentümerwechsel und einer Stempelmarke gemäß Wechselsteuergesetz vom 2. September 1935. Die Wirkung der Mefo-Wechsel bestand in einer Ankurbelung der inländischen Wirtschaft einerseits und der finanziellen Absicherung der Aufrüstung und allgemeinen Revision der Friedensbedingungen von Versailles 1919 andererseits, wie es bereits im 25-Punkte-Wahlprogramm der NSDAP von 1920 stand. Tatsächlich kam es zu einer Freisetzung von Bargeldreserven in Wirtschaft und Bankwesen. Dagegen stand eine geringe Geldschöpfung und dadurch nur eine minimale Inflationsgefahr, bei großer Kreditschöpfung durch die Bindung der Wechsel in Waren als Lieferantenkredite. Da die Mefo-Wechsel zudem mit 4 v. H. verzinst wurden, steigerte das die Bereitschaft, diese möglichst lange zu halten. Die Hälfte der Wechsel waren als sichere Zahlungsmittel in Umlauf bzw. in Bankguthaben angelegt. Durch die Prolongation auf fünf Jahre wurden aus den kurzfristigen Handelswechseln mittelfristige Finanzwechsel. Zu den Hauptwirkungen dieser Wechselreiterei gehörte die erfolgreiche Schaffung von wiederhergestelltem Vertrauen in die deutsche Währung und dadurch der erwünschte wirtschaftliche Aufschwung. Dazu fataler Weise die Schaffung einer starken Reichswehr bzw. Wehrmacht ab 16. März 1935: Die ursprüngliche Idee einer geräuschlosen Kriegsfinanzierung war umgesetzt worden. Schacht hatte die Finanzierung der Aufrüstung deshalb übernommen, weil er nur in der militärischen Gleichberechtigung die Voraussetzung für eine außenpolitische Selbstständigkeit Deutschlands sah. Die uferlose Steigerung der Rüstung lehnte er dagegen ab und wurde nach persönlicher Vorsprache bei Hitler bereits am 19. Januar 1939 von seinem Amt als Reichsbankpräsident abgelöst. In der Laufzeitbegrenzung auf fünf Jahre hatte er eine Bremse gesehen, da ab 1939 – dem Jahr, in welchem dann der Zweite Weltkrieg tatsächlich mit dem deutschen Einmarsch in Polen beginnen sollte – die Schulden über ein Jahrzehnt lang hätten zurückgezahlt werden müssen und diese Mittel wären somit einer weiteren deutschen Aufrüstung entzogen gewesen. In Nürnberg wurde Schacht von den alliierten Richtern freigesprochen. Christian Merker

  • Die "Karpfen-Währung"

    So mancher Besucher der ebay-Plattform reibt sich verwundert die Augen, wenn er die unzähligen Angebote der sog. „Null-Euro-Souvenir-Noten“ sieht. Zugegeben, die Scheine sind wertzeichenmäßig hergestellt: Wasserzeichen, Hologramm, Mikroschrift, individuelle Kontrollnummer, Durchsichtsregister, Sicherheitsfaden. Kein Wunder, denn sie werden von der französischen Sicherheits-Druckerei Oberthur hergestellt, die auch die echten Euro-Banknoten druckt. Die sorgfältig gestalteten Scheine sind schön anzusehen, thematisieren historische Ereignisse, erinnern an Veranstaltungen oder zeigen touristische Ziele, die man vielleicht selbst auf Reisen besucht hat. Früher nahm man von dort Postkarten mit, heute vielleicht einen Souvenir-Schein. 2015 traten diese Druckerzeugnisse ihren Siegeszug in Frankreich an, 2016 gab es dann die ersten deutschen Scheine. Bis heute sind viele Tausende von ihnen verkauft worden. Mittlerweile gibt es sie auch aus außereuropäischen Ländern, sowie einen Nachahmer unter der Bezeichnung „Memo-Scheine“. Ich will hier nicht in das Horn mancher Geldscheinsammler blasen und danach fragen, ob so etwas überhaupt sammelwürdig ist. Dies muss jeder für sich selbst entscheiden. Schon vor den „Null-Euro-Souvenir-Noten“ gab es Souvenir-Scheine. Der hier vorgestellte Schein hat die Größe 158 x 58 mm und stammt aus dem Jahr 2001. Er wurde vom „Verein der Bulgarischen Jäger und Angler“ anlässlich der „7. Europameisterschaft der Sportangler“ in Plowdiw emittiert. Der Schein ist zweisprachig: Bulgarisch und Englisch. Als Währungsbezeichnung wird „One Carp“ – Ein Karpfen – genannt und dementsprechend wird auf seiner Vorderseite auch ein Karpfen (Cyprinus Carpio) abgebildet. Abb. 1.1: Union of the Hunters and Anglers of Bulgaria, 2001, One Carp, Vorderseite. Abb. 1.2: Union of the Hunters and Anglers of Bulgaria, 2001, One Carp, Rückseite. Obwohl der Schein keinen Wert im eigentlichen Sinne repräsentiert, wurde er mit aufwendigen Sicherheitsmerkmalen ausgestattet. Das Papier lieferte Cartiere Fabri Ano S.R.L. In der Papiermasse wurden fluoreszierende Fasern, sowie ein wellenförmiges Wasserzeichen eingearbeitet. Sowohl auf der Vorder- wie auf der Rückseite werden unter UV-Licht verschiedene Informationen sichtbar. Über den drei Fischen unter dem Maul des Karpfens erscheint ein Siegel. Auch die zehnstellige Kontrollnummer ist fluoreszierend, ferner werden einige Worte in kyrillischen Buchstaben auf dem Körper des Karpfens sichtbar. Ein weiteres Sicherheitsmerkmal stellt die kleine Prägefolie mit Hologramm-Effekt auf der rechten Seite dar. Sie zeigt einen Pokal. Die Darstellung des Angelreviers auf der Rückseite und die Wertangaben wurden ebenfalls mit fluoreszierender Farbe gedruckt. Bemerkenswert ist auch die Mikroschrift, die das runde Fisch-Signet umgibt. Nur bei extremer Vergrößerung wird die Schrift lesbar: „Bulgarian Federation of Fishing Sports …“. Ein Kopierversuch würde unweigerlich dazu führen, dass diese Schrift nur verschwommen wiedergegeben wird. Entworfen hat die Souvenir-Note der Designer Radoslav Iliev. Abb. 2.1: Vorderseite unter UV-Licht. Abb. 2.2: Rückseite unter UV-Licht. Abb. 3: Fisch-Signet unter Vergrößerung . Die Teilnehmer der Meisterschaft erhielten den Ein-Karpfen-Schein zur Erinnerung an die Veranstaltung. Mit etwas Glück konnte man ihn aber auch von der Straße auflesen, denn er wurde am Anfang der Meisterschaft von einem Helikopter über dem Stadtzentrum von Plowdiw abgeworfen. Uwe Bronnert

  • Neue Varianten: September 2022 (Teil 2)

    Algerien 1000 Dinars Wie Linzmayer B411a (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschriften "Rosthom Fadli/unbekannt". Bangladesch 5 Taka Wie BGD-64A (Linzmayer B209d), aber mit Unterschrift "Abdur Rouf Talukder" und Jahr 2021. 10 Taka Wie BGD-54 (Linzmayer B349m), aber mit Unterschrift "Abdur Rouf Talukder" und Jahr 2022. 20 Taka Wie BGD-55A (Linzmayer B350.5j), aber mit Jahr 2022. 20 Taka Wie BGD-55A (Linzmayer B350.5k), aber mit Unterschrift "Abdur Rouf Talukder" und Jahr 2022. Kanada 5 Dollars Wie CAN-106 (Linzmayer B371d), aber mit Unterschriften "Tim Lane/Tiff Macklem". Kolumbien 2000 Pesos Wie COL-458 (Linzmayer B993e), aber mit Datum "26 DE MAYO DE 2020". Kuba 500 Pesos Wie CUB-131 (Linzmayer B917c), aber mit Jahr 2022 und neuem Wasserzeichen (Ignacio Agramonte y Loynáz und Wertzahl 500). Kuwait 10 Dinars Wie KWI-33 (Linzmayer B233a), aber mit Unterschriften "Mohammad Yousef al-Hashel/Salem Abdulbaziz al-Sabah". Pakistan 50 Rupees Wie PAK-47 (Linzmayer B234s), aber mit Jahr 2022. 500 Rupees Wie PAK-49A (Linzmayer B237r), aber mit Jahr 2022. 1000 Rupees Wie PAK-50 (Linzmayer B238u), aber mit Jahr 2022. Sri Lanka 5000 Rupees Wie LKA-128 (Linzmayer B128g), aber mit Datum "2020-08-12". Thailand 20 Baht Wie Linzmayer B200b (fehlt im SCWPM), auf auf neuem Substrat (Guardian) gedruckt und mit Präfix 0B–9B. Westafrikanische Staaten – Elfenbeinküste 2000 Francs Wie WAS-116A (Linzmayer B122At), aber mit Jahr "(20)21/2003" und Unterschriften "Sani Yaya/Tiémoko Meyliet Koné". Westafrikanische Staaten – Benin 2000 Francs Wie WAS-216B (Linzmayer B122Bu), aber mit Jahr "(20)22/2003" und Unterschriften "Sani Yaya/Tiémoko Meyliet Koné". 10.000 Francs Wie WAS-218B (Linzmayer B124Bu), aber mit Jahr "(20)22/2003" und Unterschriften "Sani Yaya/Tiémoko Meyliet Koné". Westafrikanische Staaten – Burkina Faso 500 Francs Wie WAS-319C (Linzmayer B120Cj), aber mit Jahr "(20)22/2012" und Unterschriften "Sani Yaya/Tiémoko Meyliet Koné". 2000 Francs Wie WAS-316C (Linzmayer B122Cu), aber mit Jahr "(20)22/2003" und Unterschriften "Sani Yaya/Tiémoko Meyliet Koné". Westafrikanische Staaten – Mali 500 Francs Wie WAS-419D (Linzmayer B120Dh), aber mit Jahr "(20)21/2012" und Unterschriften "Sani Yaya/Tiémoko Meyliet Koné". Westafrikanische Staaten – Senegal 5000 Francs Wie WAS-717 (Linzmayer B123Ku), aber mit Jahr "(20)22/2003" und Unterschriften "Sani Yaya/Tiémoko Meyliet Koné". Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

  • Lexikon: Encased Postage Stamps

    Bei Encased Postage Stamps handelt es sich um US-amerikanisches Briefmarkenkapselgeld. Während des US-amerikanischen Bürgerkriegs (1861–1865) herrschte empfindlicher Kleingeldmangel. Die als Kleingeldersatz genutzten Briefmarken nutzten sich im Zahlungsverkehr stark ab. Nach einer Idee von J. Gault wurden die Marken in glatte oder gerippte, aus Messing hergestellt oder versilberte Kapseln gesteckt. Auf alle Kapseln wurde Reklame geprägt. Hersteller der Kapseln war die Scovill Manufacturing Co., Middlebury, Connecticut. 3-Cent-Marke der US-Post (Michel US 18) mit Porträt des ersten Präsidenten der USA, George Washington (1732–1799), in Messingkapsel mit rückseitiger Werbung "Drake's Plantation Bitters" nach Patent vom 12. August 1862 von J. Gault, Vorder- und Rückseite. 10-Cent-Marke der US-Post (Michel US 20) mit Porträt des ersten Präsidenten der USA, George Washington (1732–1799), in Messingkapsel mit rückseitiger Werbung "Drake's Plantation Bitters" nach Patent vom 12. August 1862 von J. Gault, Vorder- und Rückseite. Die Kapseln haben einen Durchmesser von 25 mm und enthalten Briefmarken in den Wertstufen 1, 3, 5, 10, 12, 24, 30 und 90 Cents. Die nach dem Zweiten Weltkrieg ausgegebenen Encased Postage Stamps sind reine Sammler- oder Reklameausgaben. Nach dem Vorbild des US-Briefmarkengelds gab es später auch Briefmarkenkapselgeld als Geldersatz in anderen Ländern, darunter auch in Deutschland. Briefmarkenkapselgeld insgesamt stellt ein besonderes Sammelgebiet dar, das sowohl für Philatelisten als auch für Numismatiker von Interesse ist. Als Encased Postage Stamps werden aber nur die Stücke aus dem US-amerikanischen Bürgerkrieg bezeichnet. Literaturempfehlung: Michael J. Hodder / Q. David Bowers: The Standard Catalogue of Encased Postage Stamps Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abb. stampauctionnetwork.com (Robert A. Siegel Auction Galleries Inc.)

  • Die Entwürfe der ersten Euro-Banknoten, Teil 37

    Bereits im November 1994 hatte der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI) die Stückelung auf sieben Banknoten-Nominale von 5 bis 500 Euro festgelegt. Im Juni 1995 wurden dann zwei Themen für die Gestaltung der Euro-Banknoten vorgegeben, zum einen "Zeitalter und Stile in Europa" und zum anderen ein abstraktes, modernes Design. Im Februar 1996 begann der Gestaltungswettbewerb, an dem 29 Grafiker und Grafikerteams teilnahmen, die von 14 nationalen Zentralbanken der EU nominiert wurden. Im September 1996 beurteilte eine Jury aus international renommierten unabhängigen Experten für Marketing, Grafik und Kunstgeschichte die eingereichten Entwürfe und wählte je fünf für beide Themenbereiche aus. Im Oktober 1996 erfolgte eine Umfrage unter insgesamt 2000 Personen aus allen EU-Ländern außer Dänemark und am 3. Dezember 1996 wählte der Rat des EWI schließlich den Vorschlag aus Österreich Nr. T 382 als Gewinner des Gestaltungswettbewerbs. Wie aber hätten die ersten Euro-Banknoten auch aussehen können? Wir setzen hiermit unsere Reihe zu den Entwürfen der ersten Euro-Banknoten fort. Abstrakt und Modern, Vorschlag M 151 Robert Kalina Geboren 1955 in Wien, Österreich. 1974 bis 1975 Meisterklasse an der Hochschule für Grafische Kunst in Wien. Seit 1976 Banknotendesigner bei der Oesterreichischen Nationalbank und der Oesterreichischen Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH. Er entwarf alle österreichischen Schilling-Noten, die ab 1982 in Umlauf kamen sowie 2002 den höchsten Nennwert für Bosnien-Herzegowina. Seine Entwürfe zu Zeitaltern und Stile für den Euro wurden schließlich angenommen und umgesetzt. Die Entwürfe konzentrieren sich auf die Sterne der EU, Nominale und Sicherheitsmerkmale sowie Computergrafik als abstrakte Elemente. 5 Euro, Vorder- und Rückseite. 10 Euro, Vorder- und Rückseite. 20 Euro, Vorder- und Rückseite. 50 Euro, Vorder- und Rückseite. 100 Euro, Vorder- und Rückseite. 200 Euro, Vorder- und Rückseite. 500 Euro, Vorder- und Rückseite. Fortsetzung folgt … Hans-Ludwig Grabowski Abb. Europäische Zentralbank (EZB)

  • DGW-Information für Papiergeld- & Wertpapiersammler, Heft 2022-2

    DGW (verschiedene Autoren): Information für Papiergeld- & Wertpapiersammler, Heft 2022-2 44 Seiten, durchgehend farbige Abbildungen, Format 21 cm x 29,7 cm, Broschur, Berlin 2022. Preis: 9,80 Euro (für Vereinsmitglieder kostenlos). Jährlich gibt der Verein Deutsche Geldschein- und Wertpapiersammler (DGW) zwei Informationshefte heraus. Diese sind für Vereinsmitglieder kostenlos, können aber darüber hinaus auch von Sammlern und Interessenten bezogen werden. Das neue Heft des DGW beginnt mit einem Nachruf von Frank Scholz auf den Leipziger Numismatiker Hans Volkmar Gaitzsch, der bereits am 8. Mai 2022 nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben war. Er war durch verschiedene Publikationen, z. B. "Das Geld der Leipziger vom Mittelalter bis zur Gegenwart" oder "Das Geld des CHE" sowie durch Fachbeiträge, u. a. in den DGW-Heften, bekannt. Schwerpunktthema: Der letzte noch von Hans Volkmar Gaitzsch kurz vor seinem Tod verfasste Artikel über Schiller auf Geldzeichen und Medaillen ist auch das Schwerpunktthema des neuen Heftes. Vorgestellt werden Münzen, Medaillen, aber hauptsächlich Notgeld- und Serienscheine mit Bezug zu Schiller und natürlich fehlen auch nicht die Banknoten der Deutschen Notenbank in der DDR, die ihn ehren. Weitere interessante Themen sind: Rainer Geike / Eberhard Wühle / Wanja Abramowski: Lebensmittelkarten im Osten Deutschlands und ihre Abrechnung Michael H. Schöne: Militär-Übungsgeld Lutz Schubert: Eine Reise mit Serienscheinen durch Bayern, Teil 2 Michael H. Schöne: Briefmarken als Ersatzgeld 1947/1948 Siegfried Seipold: Geldscheinbündelung der DWD (Deutsche Wertpapierdruckerei) der SBZ/DDR Thomas Krause: Die wertpapierähnlichen Ausgaben des DGW und andere DGW-Mitglieder haben das neue Heft sofort nach Erscheinen kostenfrei erhalten. Alle Nichtmitglieder können es über folgenden Kontakt bestellen: Deutsche Geldschein- und Wertpapiersammler e.V., Internet: www.dgwev.de, E-mail: info@dgwev.de. Hans-Ludwig Grabowski

  • Eric P. Newman: Neuauflage von "The Early Paper Money of America" bei Greysheet

    Eric P. Newman: The Early Paper Money of America 2023 Edition Bearbeitung: Leonard Augsburger Bewertungen: Patrick Ian Perez 472 Seiten, Format 21,6 cm x 28 cm, Festeinband oder digital, Virginia Beach 2022 Preis: 100 bzw. 150 US-Dollars ISBN (gebunden): 978-1-7342239-3-4 ISBN (digital): 978-1-7342239-4-1 Bei Greysheet, wo seit einiger Zeit auch die einzelnen Kapitel von Owen W. Linzmayers "The Banknote Book" in digitaler Form erscheinen, ist nun auch als Edition 2023 eine aktuelle Neuauflage des Standardwerks zum frühen US-amerikanischen Papiergeld (Early Paper Money of America = EPMOA) erschienen. Die Neuauflage des zuletzt 2008 veröffentlichten Katalogs enthält nicht nur neue Informationen und überarbeitete Bewertungen, es wurde auch vollständig neu formatiert und mit aktualisierten Farbabbildungen versehen. Der Katalog ist eine illustrierte, historische und beschreibende Zusammenstellung von Daten über die US-amerikanische Papierwährung von ihrer Entstehung im Jahr 1686 bis zum Jahr 1800, ergänzt durch marktgerechte aktuelle Sammlerbewertungen. Die Emissionen umfassen das geografische Gebiet das heute die Vereinigten Staaten von Amerika ausmacht, einschließlich der vom Kontinentalkongress und den 13 Kolonien ausgegebenen Münzen. Der Katalog enthält: Ausgaben der englischen Kolonien (1690–1776) Ausgaben der französischen Kolonien (1716–1763) Ausgaben der spanischen Kolonien (1763–1800) Ausgaben der vereinigten Kolonien (1775–1777) Ausgaben der Vereinigten Staaten von Amerika (1777–1787) Ausgaben der einzelnen US-amerikanischen Staaten (1776–1788) Ausgaben US-amerikanischer Städte und Landkreise (1774–1796) Ausgaben privater und öffentlicher Emissionsbanken (1686–1800) Ausgaben von Einzelpersonen, Firmen, Kirchen usw. (1729–1800) Den Katalog kann man in drei unterschiedlichen Versionen erwerben, als Druck mit Harteinband (100 US-Dollars), als digitale Version mit Mail (150 US-Dollars) sowie als zugemailte Version inkl. digitalem Online-Zugriff (199,99 US-Dollars). Hier geht es zur Leseprobe: https://www.greysheet.com/pdfsample/epmoa_sample Der neue Katalog wird allen Sammlern von US-Papiergeld sowie Händlern empfohlen. Hans-Ludwig Grabowski

  • 54. C. Gärtner Auktion – Münzen und Banknoten ab 17. Oktober 2022

    Die 54. Christoph Gärtner Auktion startet am Montag, den 17. Oktober 2022 mit Banknoten und Münzen. Neben der Möglichkeit live im Saal mitzubieten, können schriftliche Gebote abgegeben oder über die Bieterplattform www.biddr.com mitgeboten werden. Um 9 Uhr beginnt die Sektion Banknoten aus aller Welt und Deutschland. Besonders erwähnenswert sind seltene ausländische Banknoten wie Palästina, 10 Pfund von 1939: Seychellen, 10 Rupien von 1972: Russland, Assignat über 50 Rubel von 1818: sowie eine Sammlung Banknoten aus Österreich-Ungarn. Fortgesetzt wird die Auktion am frühen Nachmittag mit Münzen von der Antike bis zur Neuzeit sowie Medaillen und Orden. Hervorzuheben sind auch moderne seltene Stücke. Online-Kataloge sowie die kompletten pdf-Kataloge zum Download stehen auf der Webseite www.auktionen-gaertner.de und www.cg-collectors-world.de zur Verfügung. Kataloge können kostenlos direkt beim Auktionshaus Gärtner angefordert werden.

  • Iran: Neue 1.000.000-Rials-Schecks im Umlauf

    Die Central Bank of the Islamic Republic of Iran gab im September 2022 neue Schecks über 1.000.000 Rials in Umlauf. In vergleichbarer farbiger Gestaltung wie die Vorgänger gehalten, zeigen die neuen Schecks jedoch mit der Moschee auf der Vorderseite und einer Erdölraffinerie auf der Rückseite neue architektonische Motive auf. Aufgrund des Bedarfs an Geldscheinen mit hohen Nominalwerten ist der Zahlungsverkehr mit Schecks seit Langem im inflationsgeplagten Iran weit verbreitet; seit 2008 ist die Zentralbank die einzig zugelassene Emittentin solcher Schecks. Diese ähneln im Aussehen "normalen" Banknoten, weisen jedoch in roter Farbe die Beschriftung "IRAN CHEQUE" auf. Wie bei den Umlaufnoten ist auch hier die Rial-Wertzahl so gestaltet, dass die Entsprechung im Toman (= 10.000 Rials) farblich hervorgehoben ist und zusätzlich auch eine reine Toman-Wertangabe "100" – wenn auch ohne Angabe der Währungseinheit – separat zu finden ist. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.bankinotebook.com)

  • Aus der HVB Stiftung: 100 Gulden der Privilegierten Oesterreichischen National-Bank von 1847

    Die Napoleonischen Kriege hatten die Finanzen Österreichs so zerrüttet, dass eine Neuordnung des Geldwesens unabdingbar war. Zu diesem Zweck wurde 1816 die Privilegierte Oesterreichische Nationalbank gegründet. Zunächst zog sie die alten Scheine ein und wechselte sie in Münzen um. Noch im Gründungsjahr gab sie eine erste Banknotenserie heraus. Es gelang ihr schnell, die Währung zu stabilisieren und das Vertrauen der Bevölkerung in Papiergeld wieder herzustellen. Erst die Revolutionsjahre 1848/49 führten wieder zu vermehrten Staatsausgaben und damit zu einer steigenden Geldmenge. Nach dem sogenannten "Ausgleich" zwischen Ungarn und Österreich im Jahr 1867 wurde die Nationalbank 1878 in die Oesterreichisch-Ungarische Bank umgewandelt. Bis zum Zerfall Österreichs-Ungarns war sie nun die zentrale Notenbank. Die Banknoten wurden zweisprachig, in deutsch und ungarisch, gedruckt. Der Friedensvertrag von St. Germain von 1919 bestimmte ihre Liquidation. 1922 wurde in Anlehnung an das Vorgängerinstitut die Oesterreichische Nationalbank gegründet. Sie ist bis heute die zentrale Notenbank Österreichs. Österreich, Privilegierte Oesterreichische Nationalbank: Anweisung über 100 Gulden vom 1. Januar 1847 Vorderseite: Links Austria und rechts Minerva und Herkules als Allegorien für Weisheit und Stärke, oben bekröntes Wappenschild mit Blattwerk und unten bekrönter österreichischer Doppeladler mit Wappenschild und zwei Löwen. Rückseite: Druck einseitig. Wasserzeichen: Text "P.O. N.B." und "HUNDERT GULDEN" und Wertzahl "100" Format: 210 x 132 mm. Entwurf: Geiger, Peter Johann Nepomuk Katalogreferenz: AUT-A77 (SCWPM) Zur der HVB Stiftung Geldscheinsammlung bei bavarikon. Katharina Depner, HVB Stiftung Geldscheinsammlung, www.geldscheinsammlung.de

  • Zum Tod von Königin Elisabeth II. – Ein Blick über den Gartenzaun

    Am Abend des 8. September 2022 gab der Buckingham Palast den Tod von Queen Elizabeth II. bekannt. Sie starb im Altern von 96 Jahren. Die meisten ihrer Untertanen im Vereinigten Königreich, in weiteren 14 selbständigen Staaten des Commonwealth Realm (u. a. Australien, Kanada und Neuseeland), die mit der britischen Krone in Personalunion verbunden sind, sowie in den zahlreichen Staaten des Commonwealth of Nations und den Besitzungen der Krone selbst kannten in ihrem ganzen Leben kein anderes Staatsoberhaupt. Über 70 Jahre regierte die Königin, die damit sogar noch die Regierungszeit ihrer Ururgroßmutter Queen Victoria, die von 1837 bis 1901 (über 63 Jahre) herrschte, als "Großmutter Europas" in die Geschichte einging und heute mit ihrem Namen für ein ganzes Zeitalter steht, übertraf. Erst Anfang Juni 2022 konnte Elisabeth das Platinjubiläum als Königin feiern und zum Zeitpunkt ihres Todes war sie das am längsten amtierende Staatsoberhaupt der Welt. Es bleibt abzuwarten, ob man in Großbritannien einst auch mit ihrem Namen ein ganzes Zeitalter verbinden wird. Das Land steht vor großen Herausforderungen und es wird an ihrem Sohn, König Charles III., liegen, ob die britische Monarchie auch weiterhin Bestand haben wird und Großbritannien nicht in souveräne Einzelstaaten zerfällt. Schon im kommenden Jahr wollen die Schotten erneut über ihre Unabhängigkeit abstimmen. Zum 70. Thronjubiläum veröffentlichten wir hier im Blog einen interessanten Beitrag mit zahlreichen Beispielen von Geldscheinen aus aller Welt mit ihrem Porträt, denn Elisabeth II. hielt noch einen anderen Rekord, sie war auch die am meisten auf Geldscheinen porträtierte Person aller Zeiten. Das führte dazu, dass Geldscheine mit Ihrem Porträt bei Motivsammlern sogar zu einem eigenen Sammelgebiet wurden. https://www.geldscheine-online.com/post/congratulations-queen-elizabeth-ii Zum Tod der Queen haben wir auch alle Arten von Porträts vorgestellt, die von ihr auf Banknoten zu finden sind. Lesen Sie hierzu den folgenden Beitrag: https://www.geldscheine-online.com/post/banknoten-mit-k%C3%B6nigin-elisabeth-ii-neue-scheine-werden-kommen Royal Bank of Scotland, o. D., 5 Pounds, Gedenkbanknote zum 50. Thronjubiläum 2002, Rückseite. Royal Bank of Scotland, o. D., 10 Pounds, Gedenkbanknote zum 60. Thronjubiläum 2012, Rückseite. Die Königin war aber nicht nur auf Geldscheinen aus den Commonwealth-Staaten präsent, sondern auch auf Münzen und Briefmarken. Anlässlich ihres Todes soll deshalb ein Blick über den Zaun gewagt werden, um auch an solche zeitgeschichtlichen Zeugnisse mit ihrem Porträt zu erinnern. Nicht zuletzt wurden und werden viele Briefmarken auch von Wertpapierdruckereien hergestellt, die auch für den Banknotendruck zuständig sind. Kanada: Michel CA 270, Sondermarke über 4 Cents zum königlichen Besuch von Prinzessin Elisabeth, Herzogin von Edinburgh, und ihrem Mann Philipp, dem Herzog von Edinburgh, aus dem Jahr 1951, Erstausgabe: 26. Oktober 1951. Druck: Canadian Bank Note Company. 1947 hatte Elisabeth trotz einigen Widerstands in der königlichen Familie und der Öffentlichkeit Prinz Philipp von Griechenland und Dänemark aus deutschem Adel geheiratet. So kurz nach dem Zweiten Weltkrieg waren deutsche Wurzeln in Großbritannien nicht gerade sehr beliebt und so wurde Philipp sogar als "Hunne" bezeichnet. Man hat dabei scheinbar vergessen, dass auch das Haus Windsor bis 1917 noch Sachsen-Coburg und Gotha hieß und nur wegen des Ersten Weltkriegs seinen deutschen Namen abgelegt hatte. Schloss Balmoral Castle in Schottland, wo die Queen sich so gern aufhielt und schließlich auch verstarb, war bereits 1848 von Königin Victoria und Prinz Albert als Urlaubsdomizil gemietet worden, weil sie die umgebende Landschaft an die thüringisch-fränkische Heimat des Prinzen erinnerte. 1951 reisten Elisabeth und Philipp für das Königshaus nach Kanada, wo zu dieser Zeit noch Elisabeths Vater Georg VI. König und offizielles Staatsoberhaupt war. Der König starb nach schwerer Krankheit bereits im Februar 1952. Zu diesem Zeitpunkt war die junge Prinzessin erneut auf Reisen durch die Länder des Commonwealth. Sie kehrte als Königin zurück. Die Krönung erfolgte aber erst nach einer angemessenen Trauerzeit am 2. Juni 1953. Kanada: Michel CA 279A, Briefmarke zu 3 Cents von 1953 mit dem Porträt der jungen Königin Elisabeth II., Erstausgabe: 1. Mai 1953, Druck: Canadian Bank Note Company. Australien: Michel AU 229, Briefmarke zu 3 1/2 Australischen Penny ohne Jahr (1953 bis 1956) mit dem Porträt der jungen Königin Elisabeth II., Erstausgabetag: 21. April 1953, Druck: Note Printing Branch, Commonwealth Bank, Melbourne. Großbritannien: Michel GB 265X, Briefmarke zu 6 Pence ohne Datum (1954 bis 1972) mit dem Porträt der Königin, Erstausgabetag: 18. Januar 1954, Druck: Harrison & Sons Ltd. Südafrika: KM 46, 1 Shilling von 1954, Vorderseite mit der "Dromedaris", eines der drei Schiffe, die 1652 Jan van Riebeeck und seine kleine Gruppe Menschen im Auftrag der Niederländischen Ostindien-Kompanie von Holland nach Südafrika brachte. Rückseite mit Kopfbildnis der jungen Königin nach rechts. Der Besuch von Königin Elisabeth II. 1965 in Deutschland, nur zwanzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, war ein Meilenstein, weil die Monarchin damit eine lange Isolation Deutschlands aufbrach und sich zumindest Westdeutschland wieder als gleichwertiges Mitglied in der westlichen Welt fühlen konnte. Auf ihren eigenen Wunsch, besuchte die Königin auch die Berliner Mauer, die Deutschland und Europa noch bis 1989 teilen sollte. Umschlag mit Sonderstempeln vom 18. Mai 1965 aus Bonn zum Staatsbesuch von Königin Elisabeth II. vom 18. bis 28. Mai 1965 in der Bundesrepublik Deutschland mit 20-Pfennig-Marke der Deutschen Bundespost mit Ansicht des Bonner Rathauses. Postkarte mit Sonderstempeln vom 20. Mai 1965 aus Koblenz zum Staatsbesuch von Königin Elisabeth II. vom 18. bis 28. Mai 1965 in der Bundesrepublik Deutschland mit 1-Pfennig-Marke der Deutschen Bundespost (Berlin) mit Ansicht des Brandenburger Tors. Großbritannien: KM 897, Umlaufmünze zu 1 Penny von 1967, Bronze, Vorderseite: sitzende Britannia, Rückseite: Porträt von Königin Elisabeth II. Wie viele Reisen, Staatsbesuche und öffentliche Termine die Königin in ihren über 70 Regierungsjahren absolviert hat, kann man kaum mehr sagen, es müssen aber unzählige gewesen sein. Sie sah Politiker und Präsidenten kommen und gehen, nur sie blieb. Eine ihrer Herzensangelegenheiten war der Zusammenhalt im Commonwealth. Bereits mit 21 Jahren hatte sie ein Versprechen vor der Weltöffentlichkeit abgegeben, ihr ganzes Leben in den Dienst für den Staatenbund und seine Menschen zu stellen. 1973 reiste sie deshalb zu einem königlichen Besuch und Treffen der Regierungschefs des Commonwealth nach Kanada, wo man aus diesem Anlass eigens eine Gedenkmarke ausgab. Kanada: Michel CA 529, Gedenkmarke zu 8 Kanadischen Cents zum Besuch der Königin anlässlich des Treffens der Regierungschefs des Commonwealth in Kanada, Erstausgabetag: 2. August 1973, Druck: British American Bank Note Co. Insel Man: KM 34, 2 Pence von 1976, Vorderseite: Möwe über dem Umriss der Insel, Rückseite: Porträt der Königin nach rechts. Mauritius: KM 35.1, 1 Rupie von 1978, Vorderseite: Staatswappen, Rückseite: Porträt der Königin nach rechts. Zu Thronjubiläen, Geburtstagen der Queen und anderen Anlässen der königlichen Familie wurden immer wieder Gedenkmarken und Blöcke ausgegeben. Einige davon möchte ich hier zeigen, darunter sogar einen Briefmarkenblock zur Geburt ihres Enkels, Prinz William von Wales, aus Nordkorea von 1982, der sie im Familienkreis mit der Königin Mutter, Prinz Philipp sowie Charles, Diana und dem Kind zeigt. Wenn man mit Sammlern in aller Welt Geld verdienen kann, dann war sich das kommunistische Regime in Pjöngjang nicht zum ersten Mal auch nicht zu schade, der britischen Monarchie zu huldigen. Nordkorea: Michel KP BL126, Briefmarkenblock mit Gedenkmarke über 80 Cheun zur Geburt von Prinz William mit der königlichen Familie, Erstausgabetag: 29. September 1982. Kanada: KM 140, 1 Dollar von 1982, Vorderseite zwei Männer (Ureinwohner und Siedler) in einem Kanu, Rückseite: Porträt der Königin nach rechts. Ersttagspostkarte mit einem Porträt von Königin Elisabeth II. von Norman Hepple aus dem Jahr 1978 sowie mit der am 17. November 1983 von Jersey erstmals ausgegebenen Briefmarke zu 5 Pounds mit gleichem Porträt. Großbritannien: Michel GB 1066-1067, Gedenkmarken zu je 34 Penny zum 60. Geburtstag der Königin mit Porträts aus verschiedenen Lebensabschnitten, Erstausgabetag 21. April 1986, Druck: Harrison & Sons Ltd. Postkarte der Firma Kardorama Ltd. mit Königin Elisabeth II. und Prinz Philipp, abgeschickt am 15. Juni 1987 in New York. Fidschi: KM 50a, 2 Cents von 1992, Vorderseite: Wertzahl vor Palmwedel, Rückseite: Porträt der Königin nach rechts. Kanada: Michel CA 1496A, Briefmarke über 45 Cents mit Altersporträt der Königin von 1994, Erstausgabetag: 31. Juli 1995, Druck: Canadian Bank Note Company. Australien: KM 139, 50 Cents von 1999, Gedenkmünze zum 25. Jahrestag der Dezimalwährung, Vorderseite: Schaf, Rückseite: Porträt der Königin nach rechts. Großbritannien: Michel GB 1982X, Gedenkmarke zum 50. Regierungsjubiläum 1st Class (ohne Währungsangabe und ohne Jahr), Erstausgabetag: 6. Februar 2002, Druck: De La Rue & Co. Ltd. Neuseeland: KM 118a, 2 Cents von 1992, Vorderseite: Māori-Schnitzerei des Häuptlings Pukaki von den Ngati Whakaue, Rückseite: Porträt der Königin nach rechts. Wer jetzt Lust auf eine Motivsammlung von Banknoten, Münzen und Briefmarken bekommen hat, dem wünsche ich jetzt schon viel Spaß beim Sammeln. Motive gibt es auch neben dem der verstorbenen Königin in großer Vielfalt zu entdecken. Hans-Ludwig Grabowski

  • Das Notgeld der Rheinischen Bergbaugesellschaft mbH & Co. zu Coblenz

    Ende Juli/Anfang August 1923 kam es in Deutschland als Folge der starken Geldentwertung erneut zu einer Zahlungsmittelknappheit, die durch den Druckerstreik bei der Reichsdruckerei noch verstärkt wurde. Die Reichsbank sah sich vorübergehend Außerstande, die angeforderten Lohngelder zur Ver­fügung zu stellen. Besonders schwierig gestaltete sich die Geldversorgung des besetzten Rheinlands. Kommunen und Unternehmen schritten wieder zur Ausgabe von Notgeld. Nicht immer stand die Versorgung mit Zahlungsmitteln im Vordergrund, bot doch die Notgeldausgabe dem Emittenten die Möglichkeit der zinslosen Kreditbeschaffung. Bei etwas „Glück“ hatte sich das ausgegebene Notgeld bei Einlösung so weit entwertet, dass die Kreditkosten häufig fast nur noch aus den Druckkosten bestanden. Auch die Rheinische Bergbaugesellschaft mit beschränkter Haftung & Co. zu Coblenz scheint hierauf spekuliert zu haben. Am 13. August 1923 beantragte sie recht selbstbewusst bei der Regierung zu Coblenz die Genehmigung zur Ausgabe von Notgeld im Wert von zunächst 20 Milliarden Mark.[1] Ausgebeben werden sollten vorläufig Scheine zu 500.000 und 1.000.000 Mark. Den Antragstellern war bewusst, dass die Provinzregierung bei einer Genehmigung des Antrags Sicherheiten verlangen würde. Da flüssige Mittel fehlten und wohl auch aktuell keine Warenbestände im genannten Wert vorhanden waren, sollten vorhandene Aufträge dazu dienen. Im Brief heißt es: „Wegen der vorgeschriebenen Sicherheiten bemerken wir, dass wir für Reichslieferungen in Coblenz Dachschiefer im Werte von z. Zt. etwa 25.000.000 Mark herzustellen haben. Wir sind bereit, diesen Schiefer als Sicherheit zu verpfänden.“ Die Antragsteller müssen recht sicher gewesen sein, dass ihrem Antrag entsprochen würde, denn sie baten gleichzeitig die Verwaltungen der Kreise St. Goar und St. Goarshausen amtlich zu informieren, „damit dem Umlauf des Geldes in den genannten Bezirken keine Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden.“ Begründet wurde das Ansuchen damit, dass ein Teil der eigenen Beschäftigten rechtsrheinisch wohnen und auch die Cauber Schiefergruben beabsichtigen würden, auf das Geld der Rheinischen Bergbaugesellschaft zurückzugreifen. Die Schreiber des Briefes vergaßen auch nicht nebulös darauf hinzuweisen, dass man seitens der Lokalbanken das größte Entgegenkommen gefunden hätte und man die Bürgermeistereien Bacharach und Oberwesel selbst informieren würde. Der Regierungspräsident in Coblenz mochte dem Antrag nicht ohne weitere Informationen zustimmen und bat die Handelskammer zu Coblenz um weitere Auskunft zu dem Unternehmen. In der Antwort vom 21. August 1923 heißt es: „… nach einer Aeusserung von vertrauenswürdiger Seite [handelt] es sich bei der Antragstellerin um ein verhältnismässig noch junges Unternehmen .., deren Geschäftslage und sonstigen Verhältnisse in der gegenwärtigen Zeit es kaum geboten erscheinen lassen, die beabsichtigte Herausgabe von 20 Milliarden eigenem Notgeld zu gewähren. Eine in der Zukunft zu erwartende Einnahme dürfte kaum als einwandfreie Sicherheit für die bereits jetzt auszugebenden Gelder anzusehen sein, ganz abgesehen davon, dass, nachdem die Kreise und Gemeinden dazu übergegangen sind, in weitestem Umfange Notgeld herauszugeben.“[2] Zum Zeitpunkt des Schreibens war das Notgeld bereits ausgegeben. Es datiert auf den 10. August 1923 und lautet über 500.000 und 1.000.000 Mark. Überschrieben ist es mit „Kassenschein“. Mit dem Text – „Vom 1. Oktober 1923 ab kann dieser Kassenschein aufgerufen werden und unter Umtausch gegen andere gesetzliche Zahlungsmittel eingezogen werden“ – erweckt es den Anschein, als handele es sich hierbei um gesetzliche Zahlungsmittel. Die Emittenten verschweigen wohl bewusst Angaben zu einer Einlösungsstelle. Der Schein zu 1.000.000 Mark wurde in zwei Ausführungen gedruckt. Sie unterscheiden sich in der unterschiedlichen Gestaltung des „K“ in „Kassenschein“. Auch auf den 5.000.000-Mark-Scheinen vom 20. August 1923 sucht man vergeblich eine Einlösungsstelle. Auf dem Kassenschein heißt es: „Dieser Schein verliert seine Gültigkeit einen Monat nach Aufruf in den amtlichen Anzeigern der Kreise Coblenz und St. Goar“. Daraus kann geschlossen werden, dass sie auch im Kreis St. Goar ausgegeben wurden. Abb. 1.1: (867 a), Rheinische Bergbaugesellschaft, 10. August 1923, 500.000 Mark, Vorderseite. Abb. 1.2: (867 a), Rheinische Bergbaugesellschaft, 10. August 1923, 500.000 Mark, Rückseite. Abb. 2: (867 b1), Rheinische Bergbaugesellschaft, 10. August 1923, 1.000.000 Mark, Vorderseite. Abb. 3: (867 b 2), Rheinische Bergbaugesellschaft, 10. August 1923, 1.000.000 Mark, Vorderseite. Abb. 4.1: (867 3), Rheinische Bergbaugesellschaft, 20. August 1923, 5.000.000 Mark, Vorderseite. Abb. 4.2: (867 3), Rheinische Bergbaugesellschaft, 20. August 1923, 5.000.000 Mark, Rückseite. Die Gestaltung der drei Nominale entspricht auffallend denen der Stadt Coblenz bzw. des Stadt- und Landkreises Coblenz. Es ist anzunehmen, dass die Scheine in derselben Druckerei hergestellt wurden. Die Kennziffer ist wohl immer fünfstellig, wobei sie stets mit „0“ beginnt. Über die Rheinische Bergbaugesellschaft mit beschränkter Haftung & Co. zu Coblenz ist nur wenig bekannt. Der Briefkopf nennt als Sitz der Hauptverwaltung Coblenz, Neustadt 7, ferner eine Betriebsverwaltung in Bacharach, Grube Gute Hoffnung 1. Im Adressverzeichnis der Stadt Coblenz aus den Jahren 1921/22 und 1923 wird das Unternehmen nicht genannt. Es ist davon auszugehen, dass die Notgeldausgabe ohne Genehmigung des Regierungspräsidenten erfolgte, denn in der Notgeldakte des Landeshauptarchivs Koblenz finden sich darüber keine Angaben. Uwe Bronnert Anmerkungen Landeshauptarchiv Koblenz, Bestand 441 Nr. 21109. Blatt 47. Ebenda, Blatt 49.

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