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  • Die Entwürfe der ersten Euro-Banknoten, Teil 20

    Bereits im November 1994 hatte der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI) die Stückelung auf sieben Banknoten-Nominale von 5 bis 500 Euro festgelegt. Im Juni 1995 wurden dann zwei Themen für die Gestaltung der Euro-Banknoten vorgegeben, zum Einen "Zeitalter und Stile in Europa" und zum anderen ein abstraktes, modernes Design. Im Februar 1996 begann der Gestaltungswettbewerb, an dem 29 Grafiker und Grafikerteams teilnahmen, die von 14 nationalen Zentralbanken der EU nominiert wurden. Im September 1996 beurteilte eine Jury aus international renommierten unabhängigen Experten für Marketing, Grafik und Kunstgeschichte die eingereichten Entwürfe und wählte je fünf für beide Themenbereiche aus. Im Oktober 1996 erfolgte eine Umfrage unter insgesamt 2000 Personen aus allen EU-Ländern außer Dänemark und am 3. Dezember 1996 wählte der Rat des EWI schließlich den Vorschlag aus Österreich Nr. T 382 als Gewinner des Gestaltungswettbewerbs. Wie aber hätten die ersten Euro-Banknoten auch aussehen können? Wir setzen hiermit unsere Reihe zu den Entwürfen der ersten Euro-Banknoten fort. Thema Zeitalter und Stile in Europa, Vorschlag T 781 Johann Müller Studierte Kommunikationsdesign an der Fachhochschule München und anschließend Sicherheitsdesign. Seit 1975 Chefdesigner bei Giesecke & Devrient. 5 Euro, Vorder- und Rückseite, Porträt einer Römerin und antikes Portal sowie Europa auf dem Stier. 10 Euro, Vorder- und Rückseite, Der Monat Januar als Porträt von Benedetto Antelami und Baptisterium von Parma sowie Europa auf dem Stier. 20 Euro, Vorder- und Rückseite, Porträt des Jobst Seyfried von Rueland Frueauf dem Älteren und gotischer Spitzbogen sowie Europa auf dem Stier. 50 Euro, Vorder- und Rückseite, Frauenporträt eines unbekannten Künstlers und Baustil der sowie Europa auf dem Stier. 100 Euro, Vorder- und Rückseite, Porträt der Luise Ulrike von Preußen, Königin von Schweden (1720–1782) eines unbekannten Künstlers und Stilelemente des Barock sowie Europa auf dem Stier. 200 Euro, Vorder- und Rückseite, Porträt des Münzgraveurs Carl Friedrich Voigt und Stil der Eisen- und Glasarchitektur sowie Europa auf dem Stier. 500 Euro, Vorder- und Rückseite, Porträt einer Schauspielerin von Tony van Eyck und Baustil der Moderne sowie Europa auf dem Stier. Fortsetzung folgt … Hans-Ludwig Grabowski Abb. Europäische Zentralbank (EZB)

  • Lexikon: Don-Kosaken-Regierung

    Die sog. Don-Kosaken-Regierung war eine konterrevolutionäre Militärverwaltung im Süden Russlands, die während des Bürgerkriegs gegen die Bolschewisten die Armeen General Denikins und Wrangels (Hauptkommando der bewaffneten Kräfte in Südrussland) unterstützte. Don-Kosaken-Regierung (Militärverwaltung) in Astrachan, mit 5 % verzinslicher Anleiheschein über 500 Rubel vom 1. Oktober 1918 mit Verfallsdatum vom 1. Oktober 1919, Vorder- und Rückseite. Sie gab verzinsliche Anleihescheine in einer Stückelung von 500 bis 50.000 Rubeln mit verschiedenen Ausgabe- und Verfallsdaten aus, die wie Geldscheine in diesem Gebiet zirkulierten. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

  • Leserpost: Geldscheine mit der Kontrollnummer 1, Teil 9

    Wir freuen uns, heute einen weiteren Geldschein mit der Kontrollnummer 1 vorstellen zu können. Zugesandt hat uns die Abbildung einer Reichsbanknote aus der Zeit der Hochinflation 1923 über 5 Milliarden Mark aus seiner Sammlung Herr Olaf Howald. Deutsche Reichsbank, DEU-145c: Reichsbanknote zu 5 Milliarden Mark vom 20. Oktober 1923 mit Kontrollnummer 000001, Privatdruck mit Firmenzeichen AC (Förster & Borries, Zwickau), Vorder- und Rückseite. Wer ebenfalls über Geldscheine mit der Kontrollnummer 1 verfügt und diese gern hier vorstellen möchte, schickt uns einfach Scans per E-Mail an info@geldscheine-online.com. Wir freuen uns auf Ihren Beitrag. Hans-Ludwig Grabowski

  • Chemnitzer Notgeld von 1945

    Es ist hinlänglich bekannt, dass die Versorgung der Gemeinden und Landkreise mit Banknoten durch die Deutsche Reichsbank in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs nicht mehr gewährleistet war. Das war in den noch nicht besetzten deutschen Gebieten besonders spürbar – vor allem in Württemberg und auch in Sachsen. In der sächsischen Großstadt Chemnitz hatte man lange gewartet, entsprechende Maßnahmen gegen den Papiergeldmangel zu unternehmen. Im benachbarten, etwa 25 Kilometer entfernten Stollberg hatte man längst Gutscheine für den Landkreis mit Datum vom 17. April 1945 drucken lassen. Auch in Schwarzenberg ließen die Behörden Notgeld mit Datum 20. April 1945 herstellen. Aussagekräftig ist die Niederschrift des damaligen Chemnitzer Stadtkämmerers Wagner vom 25. April 1945: Abb. 1 und 2: Details zum Chemnitzer Notgeld vom 25. April 1945. Unter gleichem Datum ist ein handschriftlicher Textentwurf für Chemnitzer Notgeldscheine bekannt, der nicht mehr zum Druck gelangte. Daraus ersichtlich sind schon Einzelheiten, die sich auf späteren Drucken wiederfinden: Reihenbezeichnung und Druckmenge je Reihe. Als Unterschrift findet man den Namen des damaligen NS-Oberbürgermeisters Walter Schmidt. Abb. 3: Textvorgabe zum 50-RM-Gutschein 25. April 1945, Reihe D 1. Der Noch-Oberbürgermeister und SA-Brigadeführer Schmidt schrieb jedoch am 30. April 1945 an den sächsischen Reichsstatthalter und Gauleiter Mutschmann: „Durch die Zusammenballung der nach Westsachsen geströmten Bevölkerung sind Zahlungsmittelansprüche entstanden, die mit den verfügbaren Beständen der Reichsbankanstalten nicht mehr befriedigt werden können. Dadurch ist eine Lage geschaffen worden, die eine sofortige und endgültige Lösung erfordert. Zu einem naheliegenden Zeitpunkt müssen entweder die Schalter sämtlicher Kreditinstitute geschlossen oder es muß rechtzeitig der Einsatz neuer Zahlungsmittel ins Auge gefaßt werden. Ich bin gebeten worden, in der Stadt Chemnitz Gutscheine auszugeben, habe aber dies mit aller Entschiedenheit abgelehnt, weil die Bevölkerung durch Herausgabe örtlicher Zahlungsmittel in ihrem Vertrauen zur Währung beeinträchtigt werden könnte. Um so unverständlicher ist es, daß bereits einige Landkreise, z. B. Stollberg und Annaberg, mit der Ausgabe von Gutscheinen begonnen haben. Wenn aber die Reichsbank selbst nicht für die notwendigen Zahlungsmittel sorgen kann, halte ich es für die beste Möglichkeit, wenn durch die Reichsbankhauptstelle Dresden oder die sächsische Landesregierung entsprechende Zahlungsmittel bereitgestellt werden, die für den gesamten Gau Sachsen Gültigkeit haben. Nach einer Mitteilung der Reichsbankhauptstelle Dresden scheinen auch solche Erörterungen bereits im Gange zu sein. Wenn dieser Plan durchgeführt wird, dann würde es aber eine unbedingte Notwendigkeit sein, daß das für Chemnitz und Westsachsen bestimmte Kontingent der auszugebenden Geldscheine von Chemnitzer Druckereien unter Benutzung der von Dresden zu liefernden Druckplatten hergestellt wird. Damit würden alle Verkehrsschwierigkeiten vermieden, die sich aus dem laufenden Transport der Zahlungsmittel von Dresden nach hier ergeben würden. Für das gesamte Wirtschaftsgebiet von Chemnitz kommen die Reichsbankbezirke Chemnitz, Frankenberg, Mittweida, Annaberg, Schwarzenberg und Aue als bisher unbesetzte Gebiete in Frage. Für diesen Gesamtbezirk besteht voraussichtlich ein Zahlungsmittelbedarf für Monat Mai in Höhe von mindestens 200 000 000 RM. Ich bitte um Ihre Zustimmung, damit Stockungen im Zahlungsverkehr vermieden werden. ...“ Eine Zustimmung erfolgte aus Dresden nicht. In Chemnitz hingegen unternahm man dennoch weitere Arbeiten zum Druck der Geldscheine. Anfangs wurden die Formate, die Menge und die Druckereien festgelegt: 5 RM 105 x 70 mm Reihe A 1 ... Reihe A 4 Fa. Pickenhahn 10 RM 140 x 70 mm Reihe B 1 ... Reihe B 6 Fa. Schuster 20 RM 140 x 70 mm Reihe C 1 ... Reihe C 6 Fa. Müller 50 RM 140 x 73 mm Reihe D 1 ... Reihe D 2 Fa. Pickenhahn Scheine zu 1, 2 oder 100 RM waren für eine Ausgabe nicht vorgesehen; man wollte lediglich die vier Wertstufen zu je 500.000 Stück drucken lassen. Noch am 2. Mai 1945 wurden die Arbeiten zur Herstellung der Chemnitzer Gutscheine bei der Druckerei Richard Müller, Brückenstraße 31 in Chemnitz, abgebrochen: Abb. 4: Aktennotiz des Stadtkämmerers Wagner vom 2. Mai 1945. Die Bargeld-Knappheit im Raum Chemnitz wurde wohl danach so prekär, dass drei Wochen später – und zwei Wochen nach der Besetzung der Stadt durch die Rote Armee – der Stadtkämmerer Wagner die Herstellung von Druckplatten forderte: Abb. 5: Protokoll vom 26. Mai 1945 zur Finanzsituation in Chemnitz. Zu dieser Zeit müssen die Entwürfe vorgelegen haben und man fertigte tatsächlich die Druckvorlagen, wie die folgenden Abbildungen der Probedrucke zeigen. Neben der genannten Druckerei Müller wurde noch die Druckerei Richard Schuster in der Annenstraße 19 genannt. Höchstwahrscheinlich wurden aber alle Druckarbeiten bei der leistungsstärksten Großdruckerei J. C. F. Pickenhahn & Sohn AG, Theaterstraße 6–10, erledigt. Das nötige Druckpapier sollte durch Herrn Hans Eulenberger, Prokurist der Chemnitzer Zweigniederlassung der Dresdner Papiergroßhandlung J. Kliemt, Augustusburger Straße 11, besorgt werden. Abb. 6: Anzeige im Chemnitzer Adressbuch von 1939. Abb. 7: Drucksaal in der Fa. J. C. F. Pickenhahn 1938. Noch am 11. Mai 1945 hatte der Chemnitzer Bankrat Strauch sächsische Notgeldscheine aus Dresden abgeholt. Die 9,24 Mio. RM (in 462 Paketen zu 1.000 Stück) reichten für den Bedarf im Großraum Chemnitz scheinbar nicht aus. Abb. 8: 20 Reichsmark 26. April 1945, Sächsische Staatsbank. Die erst 2021 entdeckten Chemnitzer Gutscheine hatten schließlich folgende Abmessungen und zeigen unterschiedliche Motive: 5 RM 117 x 62 cm Vs. Stadtwappen Rs. Stadtwappen 10 RM 124 x 64 cm Vs. Roland Rs. Stadtwappen 20 RM 131 x 66 cm Vs. Stadtwappen Rs. Rathaus 50 RM 138 x 68 cm Vs. Roland Rs. Stadtwappen Siehe auch: https://www.geldscheine-online.com/post/bisher-unbekannter-notgeldschein-chemnitz-10-reichsmark-vom-7-juni-1945 Abb. 9 und 10: 5 Reichsmark 7. Juni 1945, Vs.und Rs. Abb. 11 und 12: 10 Reichsmark 7. Juni 1945, Vs. und Rs. Abb. 13 und 14: 20 Reichsmark 7. Juni 1945, Vs. und Rs. Abb. 15 und 16: 50 Reichsmark 7. Juni 1945, Vs. und Rs. Ende April müssen die Entwürfe und die Druckplatten für eine April-Ausgabe vorgelegen haben. Das kann man der Notiz des Kämmerers vom 2. Mai 1945 entnehmen, wonach die Vorarbeiten in der Druckerei Richard Müller gestoppt wurden. Anfang Juni 1945 muß es jedoch zu einem dramatischenPapiergeldmangel gekommen sein. So wurde die Vorlage vom 25. April 1945 hervorgeholt und der Druck von Gutscheinen – nun mit der Unterschrift des neuen Bürgermeisters und mit geändertem Datum 7. Juni 1945 – vorbereitet. Das Notgeld sollte nun doch in Umlauf kommen. Dazu kam es aber nicht, da die sowjetische Stadtkommandantur die Ausgabe der Notgelder nicht genehmigte. So existieren nur diese Unikate; dabei sind die Vorder- und Rückseiten jeweils nur einseitig gedruckt. Das Papier hat kein Wasserzeichen und auch keine Nummerierung. Es sind lediglich Andrucke. Mit der Faksimile-Unterschrift des damaligen Oberbürgermeisters Dr. Fritz Gleibe wurde der Geltungsbereich der Notgeld-Gutscheine für die Stadt sowie den Landkreis Chemnitz verfügt. Die Stadtoberen von Chemnitz hatten sich bei Kriegsende entschlossen, ihre Stadt kampflos den Amerikanern zu übergeben, aber die alliierten Vereinbarungen sahen eine Demarkationslinie westlich von Chemnitz vor. Schon ab dem 16. April 1945 waren US-Truppen in Grüna einmarschiert. Der Ort gehört heute zur Stadt Chemnitz, war aber 1945 noch eigenständig. Nach vielen Verhandlungen zwischen US-amerikanischen und sowjetischen Offizieren blieben die Amerikaner vorerst in Grüna und Chemnitz blieb kurzzeitig besatzungsfrei. Die drittgrößte sächsische Stadt wurde erst am Tag der deutschen Kapitulation der Roten Armee übergeben. Nach der Flucht des NS-Oberbürgermeisters Walter Schmidt amtierte vom 8. bis zum 15. Mai 1945 der Hochstapler Ernst Ring als Oberbürgermeister. Nach dessen Verhaftung folgte Fritz Gleibe als Oberbürgermeister von Chemnitz. Dr. jur. Fritz Gleibe bestimmte vor allem auf finanzpolitischem Gebiet langjährig die Geschicke der Stadt Chemnitz mit. Von Mai 1931 bis Mai 1945 war er hauptamtlicher Stadtrat und Beigeordneter in Chemnitz. Ab 1937 übte er das Amt eines Stadtkämmerers aus. Zudem war er in dieser Zeit 2. Stellvertreter von Walter Schmidt. Abb. 17: Dr. Fritz Gleibe. Gleibe wurde von der sowjetischen Besatzungsmacht am 15. Mai 1945 zum Stadtoberhaupt bestimmt. Allerdings amtierte er nur bis zum 1. Juni 1945 als Oberbürgermeister. Bis Februar 1946 war er noch Leiter der Finanzabteilung und schied danach auf Anordnung der Besatzungsmacht aus dem Dienst aus. Die Stadtverwaltung unter Gleibe bemühte sich in erster Linie um Maßnahmen zur Linderung der Not der Bevölkerung. 1950 wurde sein Ersuchen auf Wiedereinstellung beim Rat der Stadt abgelehnt. Daraufhin ging er 1951 nach Hamm/Westfalen und wurde im August 1954 zum Stadtrat in Hannover gewählt. Fritz Gleibe erhielt 1967 das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse. Abb. 18: Stadt- und Landkreis Chemnitz. Zusammenfassend ist festzustellen, dass es keine Hinweise auf den Grafiker gibt, der das Notgeld schuf oder wer die Motive für die Scheine bestimmte. Auf den Vorderseiten der 10- und 50-RM-Scheine findet sich die stilisierte Darstellung des Chemnitzer Rolands als Unterdruck auf dem rechten Schaurand. Die Figur stammt vom Dresdner Bildhauer Alexander Höfer und befindet sich als fast fünf Meter hohes Standbild am erst 1911 eingeweihten Neuen Chemnitzer Rathaus. Dieses Gebäude dominiert als grafisches Hauptelement auf der Rückseite des 20-RM-Scheins (leider liegt keine bessere Abbildung des Zwanzigers vor). Auch weiß man nicht, wer letztendlich die einseitigen Andrucke der Juni-Ausgabe herstellte; in einer handschriftlichen Anmerkung zu den drei Druckereien liest man: Richard Müller, jetzt bei Pommerenke, Fürstenstraße 43 – möglicherweise war die Druckerei bei der Grafischen Kunstanstalt sowie Buch- und Steindruckerei Hans Pommerenke unter der gleichen Anschrift untergekommen? J. C. F. Pickenhahn & Sohn jetzt Industrieschule – vielleicht gab es in dieser Einrichtung am Schlageterplatz 1 eine Hausdruckerei oder ähnliches? Schuster: Kauffahrtei (GEG) – gemeint ist die Druckerei Richard Schuster, die eventuell in Räumen der „Großeinkaufs-Gesellschaft Deutscher Consumvereine m.b.H. – GEG“ untergekommen war? Außerdem ist die Quelle des Auffindens der 4 × 2 Andrucke der Notgeldscheine nicht bekannt. Nach Auskunft der Verwandten von Fritz Gleibe wurden im Nachlass keine Hinweise auf den Druck der Notgeldscheine gefunden. Michael H. Schöne Quellen: Akten des Stadtarchivs, Rat der Stadt Chemnitz, Sign. 8002/2 Allgemeine Bestimmungen ... Notgeld betreffend (1945 geschlossen) https://digital.slub-dresden.de/werkansicht https://sachsen.digital/werkansicht http://gleibe.de/Index/Historisches/historisches.html https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Gleibe

  • Aus privaten Sammlungen: 500 Mark der Sächsischen Bank von 1922

    Objekttyp: Banknote Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Historischer Kontext: Die Sächsiche Bank zu Dresden wurde durch königliches Dekret im Juli 1865 errichtet und erhielt das Recht zur unbeschränkten Notenausgabe vorerst für 25 Jahre. Der Notenumlauf wuchs ständig an, da ihre Noten im gesamten Land kursierten und der Geldbedarf durch die wirtschaftliche Entwicklung immer größer wurde. Trotz der Beschränkungen für Notenbanken in der Folge der Reichsgründung gehörte sie im Jahre 1906 zu den noch verbliebenen vier großen Länder­notenbanken, deren Banknoten gleichwertig neben den Noten der Reichsbank im gesamten Reich kursierten durften. Zum 1. Januar 1935 wurde ihr Notenrecht durch das Reichswirtschaftsministerium gekündigt. Zum 2. April 1936 wurden die noch in Umlauf befindlichen Banknoten ungültig. Die Werte zu 500 und 1000 Mark aus dem Jahr 1922 kommen fast nur in gebrauchter und stark gebrauchter Erhaltung vor und sind druckfrisch sehr selten. Land/Region/Ort: Deutsches Reich, "Weimarer Republik", Freistaat Sachsen Emittent: Sächsische Bank zu Dresden, Dresden Nominal: 500 Mark Datierung: 12. September 1922 Umlauf: 09/1922 bis 08/1923, einzulösen ab 1. April 1923 Vorderseite: Links und rechts Bandwerk in Rahmen Rückseite: Text auf Ornamenten im Rahmen mit Wertangabe Format: 159 mm x 103 mm Material: Papier Wasserzeichen: Achteckfliesen Nummerierung: F No. 01723 Authentizität: Original Zitate: SAX-11a (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 / Das Papiergeld der deutschen Länder 1871 – 1948) GER-S955 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. I – Specialized Issues) P/R 749 (Pick/Rixen: Papiergeld-Spezialkatalog Deutschland) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Leserpost: Geldscheine mit der Kontrollnummer 1, Teil 8

    Der bekannte Sammler und Autor Josef Gerber schickte uns Abbildungen einer 10-DM-Note der Bank deutscher Länder von 1949 aus seiner Sammlung mit der Kontrollnummer 1. Bank deutscher Länder, BRD-4: 10 Deutsche Mark vom 22. August 1949 mit Kontrollnummer 0000001, Vorder- und Rückseite. Wer ebenfalls über Geldscheine mit der Kontrollnummer 1 verfügt und diese gern hier vorstellen möchte, schickt uns einfach Scans per E-Mail an info@geldscheine-online.com. Wir freuen uns auf Ihren Beitrag. Hans-Ludwig Grabowski

  • Die Entwürfe der ersten Euro-Banknoten, Teil 19

    Bereits im November 1994 hatte der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI) die Stückelung auf sieben Banknoten-Nominale von 5 bis 500 Euro festgelegt. Im Juni 1995 wurden dann zwei Themen für die Gestaltung der Euro-Banknoten vorgegeben, zum Einen "Zeitalter und Stile in Europa" und zum anderen ein abstraktes, modernes Design. Im Februar 1996 begann der Gestaltungswettbewerb, an dem 29 Grafiker und Grafikerteams teilnahmen, die von 14 nationalen Zentralbanken der EU nominiert wurden. Im September 1996 beurteilte eine Jury aus international renommierten unabhängigen Experten für Marketing, Grafik und Kunstgeschichte die eingereichten Entwürfe und wählte je fünf für beide Themenbereiche aus. Im Oktober 1996 erfolgte eine Umfrage unter insgesamt 2000 Personen aus allen EU-Ländern außer Dänemark und am 3. Dezember 1996 wählte der Rat des EWI schließlich den Vorschlag aus Österreich Nr. T 382 als Gewinner des Gestaltungswettbewerbs. Wie aber hätten die ersten Euro-Banknoten auch aussehen können? Wir setzen hiermit unsere Reihe zu den Entwürfen der ersten Euro-Banknoten fort. Thema Abstrakt/Modern, Vorschlag M 738 Miguel Angel Plaza Arbeitet seit 1978 als Grafikdesigner bei der Spanischen Königlichen Münzstätte Fábrica Nacional de Moneda y Timbre. Vorderseiten: Im Schnittpunkt der vier Himmelsrichtungen wird eine neue Grundlage für den Aufbau Europas und seiner Strukturen gelegt. Rückseiten: Kreise im Zusammenspiel mit Formen. 5 Euro, Vorder- und Rückseite. 10 Euro, Vorder- und Rückseite. 20 Euro, Vorder- und Rückseite. 50 Euro, Vorder- und Rückseite. 100 Euro, Vorder- und Rückseite. 200 Euro, Vorder- und Rückseite. 500 Euro, Vorder- und Rückseite. Fortsetzung folgt … Hans-Ludwig Grabowski Abb. Europäische Zentralbank (EZB)

  • US-Banknoten sollen in neuer Einrichtung gedruckt werden

    Seit mehr als 100 Jahren befindet sich das BEP in seinem historischen Gebäude in Washington, D.C. Foto: AgnosticPreachersKid / CC BY-SA 3.0 Das U.S. Bureau of Engraving and Printing (BEP/Bureau), eine Behörde des U.S. Department of the Treasury (Finanzministerium), macht Fortschritte bei der Ansiedlung seiner neuen Einrichtung in Prince George's County. Das 104 Hektar große Gelände des Beltsville Agricultural Research Center (BARC) des US-Landwirtschaftsministeriums wurde offiziell an das Finanzministerium übertragen, wo eine neue, hochmoderne und umweltbewusste Produktionsanlage für den Druck von US-Papiergeld und anderen Sicherheitsprodukten des Bundes entstehen soll. "In den vergangenen drei Jahren haben das U.S. Bureau of Engraving and Printing und der Bundesstaat Maryland eng zusammengearbeitet, um das Potenzial dieser Anlage in Beltsville zu bewerten und zu ermitteln, wie wir am besten zusammenarbeiten können, um dieses Projekt zum Erfolg zu führen", sagte Gouverneur Hogan. "Die Nachricht, dass das Grundstück übertragen wurde, ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung, um dieses Projekt voranzubringen. Wir freuen uns darauf, dass die Behörde und ihre Hunderte von Mitarbeitern Maryland zu ihrer Heimat machen werden". Die Behörde befindet sich derzeit in der Entwurfsphase des Projekts und plant, die Entwurfsentwicklung bis zum Sommer 2023 abzuschließen. Der Bau der neuen Anlage, der vom Baltimore District des U.S. Army Corps of Engineers geleitet wird, soll bis Anfang 2027 abgeschlossen sein, und die Währungsproduktion soll Mitte des Jahres beginnen. Die BEP geht davon aus, dass mindestens 850 Mitarbeiter vor Ort und weitere 600 Mitarbeiter im Außendienst tätig sein werden. Der Bundesstaat und das Handelsministerium von Maryland haben das Projekt unterstützt, seit die Behörde bekannt gegeben hat, dass Maryland für den neuen Standort im Jahr 2019 in Frage kommt. Das Ministerium war am Auswahlverfahren beteiligt, indem es die Gespräche zwischen dem BEP und den Partnern in den staatlichen Behörden koordinierte und die Bedürfnisse des Bundesprojekts vermittelte, um herauszufinden, wie der Staat sonst noch helfen kann. Der Bundesstaat arbeitet auch mit der Bundesregierung und Prince George's County an der Entlastung des Verkehrs und der Verbesserung mehrerer Kreuzungen in der Nähe des neuen Standorts. "Maryland ist der perfekte Standort für die neue Produktionsstätte von BEP", sagte der Handelsminister von Maryland, Mike Gill. "Mehr als 60 Bundesbehörden sind in Maryland beheimatet, dazu kommen Dutzende von Militäreinrichtungen und Forschungs- und Entwicklungslabors des Bundes. Der Standort Beltsville wird BEP den nötigen Komfort bieten, um die Produktion zu steigern und den Herstellungsprozess voranzutreiben, und gleichzeitig einen hochwertigen Arbeitsplatz für die Mitarbeiter." Wie bereits von Maryland Commerce berichtet, wird der Bau einer neuen Produktionsstätte in Beltsville zu Kosteneinsparungen und Effizienzsteigerungen für das BEP führen und den Pendelweg für die 65 Prozent der Mitarbeiter des Büros, die bereits in Maryland leben, verkürzen. "County Executive Angela Alsobrooks hat sich konsequent für den Umzug der BEP nach Prince George's County eingesetzt", sagte David Iannucci, Präsident der Prince George's County Economic Development Corporation. "Wir sind stolz darauf, dass Prince George's County einer von nur zwei Standorten im Land sein wird, an dem die US-Währung gedruckt wird. Die Erhöhung der Zahl der Bundesarbeitsplätze und der Bundesinvestitionen im County ist seit langem ein wichtiger Bestandteil unserer Strategie zur Förderung der Wirtschaft des Countys. Diese 1,4-Milliarden-Dollars-Anlage wird ein bedeutender Teil des zukünftigen Wachstums hier sein." Auf ihrer offiziellen Website können Sie mehr über das Bureau of Engraving and Printing erfahren. Im Jahr 2021 wurde einmal mehr deutlich, dass die Ausgabe einer neuen Banknote nicht nur eine technische Herausforderung, sondern auch eine politische Entscheidung ist. Während des Bürgerkriegs war Papiergeld von entscheidender Bedeutung, wie Sie in unserer Währungsgeschichte der USA Teil 2: Zwischen Silber und Gold erfahren können. Pressebericht (Coins Weekly)

  • Nachbericht zur großen Emporium Hamburg Frühjahrsauktion 98 & 99

    Die Münz- und Banknotenauktion des Auktionshauses Emporium Hamburg erstreckte sich diesen Frühling bewährter Weise wieder über eine ganze Woche, und zwar vom 02. bis 06. Mai 2022. Wie schon während der vorigen Auktion fand diese aufgrund der Pandemiebedingungen ebenfalls ohne Saalbieter statt. Doch auch diesmal wurde mit schriftlichen Vorabgeboten wie ebenfalls nochmals verstärkt über die mobilen Online-Zugänge mit weit über 15.000 Geboten von über 1000 Bietern erfolgreich am Auktionsgeschehen teilgenommen. Die insgesamt fast 4.500 Lose fanden so ihren unkomplizierten Weg zu zahlreichen neuen Besitzern. Viele interessante und mit attraktiven Schätzpreisen angesetzte Stücke kamen zum Zuge. In spannenden Live-Bieterwettkämpfen um so manche Rarität kam es sodann zu vielen neuen Höchstgeboten. Los-Nr.4008 China Central Bank of China 10 Dollars 1926, Specimen Pick 184; Erh. I Schätzpreis: € 350,- Zuschlag: € 1.150,- Los-Nr.4033 China 1 unbestimmte Banknote Schätzpreis: € 50,- Zuschlag: € 3.300 ,- Auktion 99 – Banknoten und Notgeld Der letzte Auktionstag war den Banknoten und dem Notgeld reserviert. Auch hier waren zahlreiche Bieter erfolgreich mit ihren Geboten. Sehr gefragt waren die verschiedenen asiatischen, insbesondere chinesischen Banknoten. Los Nr. 4007, 5 Dollars 1926, wurde mit 1.150 € honoriert (Schätzpreis 300 €). Die darauffolgenden 10 Dollars 1926 erzielten ebenfalls 1.150 € (Los Nr. 4008, Schätzpreis 350 €). Die nicht näher bestimmte Banknote Los Nr. 4033 wurde nach einem Bietergefecht überraschend mit 3.300 € zugeschlagen (Schätzpreis 50 €!), ähnliche Los Nr. 4038 mit 660 € bei einem Schätzpreis ebenfalls von 50 €. Los-Nr.4176 BRD ab 1948 Noten der Bank Deutscher Länder, 1948-1949 50 Deutsche Mark o.D. (08.1948-30.10.1949), Serie D/A Ros.248; Grab.WBZ-10a; Erh. I Schätzpreis: € 6.000,- Zuschlag: € 11.500,- Das Titelstück der Auktion 99, ein 50-Deutsche-Mark-Schein 1948/49, erklomm zudem ein Höchstergebnis von 11.500 € (Los Nr. 4176, Schätzpreis 6.000 €). Und schließlich im Bereich der Kolonialbanknoten wurde ein Sammellot von 212 Scheinen Deutsch-Ostafrika mit 3.000 € ersteigert (Los Nr. 4273, Schätzpreis 1.400 €.) Abschluss Wir freuen uns auf die nächste Auktion – nämlich die Jubiläumsauktion Nr. 100 – voraussichtlich vom 07. bis 11. November 2022. Sollte uns die Pandemie keinen Strich durch die Rechnung machen, findet diese wieder mit Publikum im großen Saal des Störtebekerhauses statt. Wenn Sie Ihre Münzen und Banknoten in Emporium Hamburgs nächste große Auktion einliefern möchten, beachten sie bitte den Einlieferungsschluss am 16.07.2022. Wenden Sie sich vor Einlieferung vertrauensvoll an Abteilungsleiter Dr. Josef Fischer. Bis zu 0% Einliefererprovision, ein unverzinster Vorschuss von bis zu 40%, die internationale Käuferschaft, die große Reichweite durch maximalen Online-Einsatz sowie die beachtlichen Zuschläge – das sind nur ein paar von vielen, überzeugenden Gründen für eine Einlieferung bei Emporium Hamburg. Emporium Hamburg Münzhandelsgesellschaft mbH https://emporium-hamburg.com/ https://www.emporium-numismatics.com/Auktion Ergebnisliste/Nachverkauf

  • Neue Varianten: Mai 2022 (Teil 1)

    Demokratische Republik Kongo 500 Francs Wie COD-96 (Linzmayer B317e), aber mit Datum "30.06.2020" und Druckerei "GIESECKE & DEVRIENT / MUNICH". Gibraltar 50 Pounds Wie GIB-38 (Linzmayer B133a), aber mit Unterschrift "Albert Mena" und Datum "30th MAY 2019". Irak 10.000 Dinars Wie IRQ-101 (Linzmayer B355c), aber mit Unterschrift "Mustafa Ghaleb" und Datum "١٤٤٢–٢٠٢٠" (1442/2020). 25.000 Dinars Wie IRQ-102 (Linzmayer B536d), aber mit Unterschrift "Mustafa Ghaleb" und Datum "١٤٤٢–٢٠٢٠" (1442/2020). Israel 20 New Shekels Wie ISR-65 (Linzmayer B442a), aber mit Unterschrift "Amir Yaron" und Jahr 2021. Kolumbien 2000 Pesos Wie COL-458 (Linzmayer B993d), aber mit Datum "23 DE JULIO DE 2019". 5000 Pesos Wie COL-459 (Linzmayer B994c), abe rmit Datum "24 DE JULIO DE 2018". 10.000 Pesos Wie COL-460 (Linzmayer B995b), aber mit Unterschriften "Juan José Echavarría Soto/Marcela Ocampo D." und Datum "29 DE AGOSTO DE 2017". 20.000 Pesos Wie COL-461 (Linzmayer B996d), aber mit Datum "23 DE JULIO DE 2019". 50.000 Pesos Wie COL-462 (Linzmayer B997e), aber mit Datum "23 DE OCTUBRE DE 2018". 50.000 Pesos Wie COL-462 (Linzmayer B997g), aber mit Datum "28 DE OCTUBRE DE 2019". 100.000 Pesos Wie COL-463 (Linzmayer B998b), aber mit Unterschriften "Juan José Echavarría Soto/Marcela Ocampo D." und Datum "23 DE JULIO DE 2019". Libanon 5000 Livres Wie LBN-91 (Linzmayer B533), aber mit Unterschriften "Mansouri/Salamé", Datum "1. April 2021", neuem Sicherheitsfaden und KN in neuer Schriftart und neuem Format. Malaysia 20 Ringgit Wie MYS-54 (Linzmayer B151b), aber mit Unterschrift "Nor Shamsiah". Mexiko 500 Pesos Wie Linzmayer B717l (fehlt im SCWPM), aber mit Datum "24 MAY. 2021". Nigeria 5 Naira Wie NGA-38 (Linzmayer B234m), aber mit Jahr 2022. 10 Naira Wie NGA-39 (Linzmayer B235q), aber mit Jahr 2022. Papua-Neuguinea 50 Kina Wie Linzmayer B158b (fehlt im SCWPM), aber mit Jahr (20)21. Philippinen 100 Piso Wie PHL-222 (Linzmayer B1086j), aber mit Jahr 2022. Sri Lanka 50 Rupees Wie LKA-124 (Linzmayer B124d), aber mit Datum "2020-08-12". 100 Rupees Wie LKA-125 (Linzmayer B125e), aber mit Datum "2020-08-12". Surinam 50 Dollar Wie SUR-165 (Linzmayer B548d), aber mit Unterschrift "Maurice Roemer" und Datum "1 JUNE 2020". Westafrikanische Staaten – Senegal 1000 Francs Wie WAS-715K (Linzmayer B121Ku), aber mit Jahr "(20)22 / 2003". 10.000 Francs Wie WAS-718K (Linzmayer B124Ku), aber mit Jahr "(20)22 / 2003". Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

  • Kantinengeld als Souvenir

    Aufbewahrt von einem US-amerikanischen Offizier auf seinem Weg durch Europa Seit Juni 1944, auf dem Marsch von seiner Landung am Strand der Normandie durch Frankreich, Belgien und Deutschland ins böhmische Franzensbad und nach Ende des Zweiten Weltkriegs anschließend durch Bayern bis nach Salzburg, sammelte der Chief Warrant Officer James Bernard Lipinski aus West Virginia eine Reihe sehr interessanter Belege zur Geldgeschichte. Abb. 1: James „Bunny“ Lipinski 1947 in Salzburg, ausgezeichnet mit dem „Silver Star“, Tapferkeitsorden der US-Armee Als er nach dem Krieg von Bremerhaven aus nach New York zurückkehrte, nahm er sie als Kriegsandenken mit. Neben algerischen, tunesischen, italienischen, französischen, belgischen und deutschen Banknoten befanden sich in seiner Brieftasche auch US-Militär- sowie US-Besatzungsgeld für Italien, Frankreich, Deutschland und Österreich. Abb. 2: Marschroute der 1. Infanterie-Division der US-Armee seit der Invasion im November 1942 in Nordafrika, der Landung im August 1943 auf Sizilien und im Juni 1944 in der Normandie bis zum Kriegsende im Mai 1945 in der Tschechoslowakei. Aus einer privaten Fotodokumentation seiner Kinder von 2010 stammen neben vielen Dokumenten aus seiner Dienstzeit beim 16th Infantry Reg. in der 1st Infantry Div., der legendären „Big Red One“, folgende und bisher unentdeckte und nicht katalogisierte sog. Chits und Booklets. Sie sind durchaus von Interesse und waren der Sammlerschaft über 75 Jahre unbekannt. Auch die gezeigten Booklets mit bisher unbekannten Kantinengeld, das in der US-amerikanisch besetzten Zone Österreichs nach Kriegsende verwendet wurde, stammt ebenfalls aus seiner „Sammlung“. Nach dem Militär-Umrechnungskurs vom 20. September 1944 galt 1 Dollar 10 Reichsmark; 1 Reichsmark = 10 Cent – die Reichsmark wurde 1 : 1 zum Schilling gleichgestellt. Abb. 3: 1 Dollar o. D., MPC Serie 461, seltener und verschnittener Austauschschein. Abb. 4/5: ½ und 1 Mark, 114th Evacuation Hospital, Weilburg nahe Limburg in Hessen? Abb. 6: Booklet über 45 Mark, E. M. Service Club, Murnau in Bayern am Staffelsee, Inhalt unbekannt. Abb. 7: ½ Mark, 60th MP Comp., Ausgabeort unbekannt. Abb. 8: Booklet über 4 Dollars, 1947, Berchtesgaden Recreation Area, Hotel „Berchtesgadener Hof“, Inhalt unbekannt. Abb. 9/10: Speise- und Getränkekarten, „Berchtesgadener Hof“ 1947, mit Preisen für Getränke. Abb. 11/12: Booklet über 50 Mark mit Wertmarken zu ½ Mark o. D., NCO Club, HQ 3rd US Army, Ausgabeort unbekannt. Abb. 13: Booklet über 50 Mark, NCO Club, Military Government, Regierungsbezirk Mainfranken, Würzburg, Inhalt unbekannt. Abb. 14: Mitropa-Pfandschein über 5 Cents o. D., Frankfurt a. M. Abb. 15: Booklet über 5 Dollar , Land Salzburg Area Command, (Station Complement Unit 7832) Hotel Section, Inhalt unbekannt. Abb. 16: Booklet über ? Dollar, 505th Military Police Battalion, Wien, Inhalt unbekannt. Abb. 17: Booklet über 5 Dollar = 50 Schilling, U. S. Forces in Austria, E. M. Club, Inhalt und Ausgabeort unbekannt. Abb. 18: Booklet über ?, 5th Infantry, Officers Club, Inhalt und Ausgabeort unbekannt (Deutschland o. Österreich?) Michael H. Schöne

  • Leserpost: Remscheid 20 Mark vom 15.11.1918 mit Stempel

    Sehr geehrter Herr Grabowski, diesmal ist mir dieser Schein untergekommen – alles ok bis auf die Besonderheit auf der Rückseite: Dort findet sich ein Stempel *B B - V 15211 BARMEN*, der wohl vom Barmer Bank-Verein stammt. Im Katalog von Herrn Geiger (443.02c) habe ich keine Information zu der Abstempelung gefunden. Ich vermute mal wieder eine Seltenheit, warte aber besser Ihren Kommentar ab. Besten Dank vorab dafür und herzliche Grüße Th. Neldner Remscheid, Stadtkasse: Großnotgeldschein über 20 Mark vom 15. November 1918 Antwort der Redaktion Notgeldscheine findet man immer wieder mal mit Abstempelungen von Banken oder anderen Einrichtungen, die viel mit Geld zu tun haben, auf den Rückseiten. Diese Praxis geht auf die Verwendung von Wechseln als Zahlungsversprechen zurück, bei denen auf den Rückseiten ein Girieren oder auch eine Indossierung durch die Weitergebenden erfolgte. Der Begebungsvermerk oder auch das sog. Indossament (vom italienischen "in dosso" = „auf dem Rücken") ist ein gesetzlich vorgeschriebener Übertragungsvermerk auf einem Orderpapier (auf einen Namen lautendes übertragbares Wertpapier wie z. B. Wechsel), durch den das Eigentum ganz oder teilweise an einen neuen Begünstigten übertragen wird. Bei Wechseln ist es deshalb häufige Praxis, dass diese auf den Rückseiten auch mit mehreren Stempeln versehen sind. Tatsächlich findet man hin und wieder auch Notgeldscheine, die rückseitig mehrere Stempel tragen. Da Notgeld noch viel mehr als staatliches Papiergeld oder Banknoten – ähnlich einem Wechsel – einem Zahlungsversprechen entsprach, dessen Einlösung in unsicheren Zeiten angezweifelt werden konnte, bestätigte der Barmer Bankverein auf der Rückseite die Echtheit und Weitergabe des 20-Mark-Scheins quasi als vertrauensbildende Maßnahme. Dadurch konnte sich der neue Besitzer sicher fühlen, den Schein notfalls auch wieder beim Barmer Bankverein eingelöst zu bekommen. Als die Werte auf den Notgeldscheinen höher Wurden, kamen solche Abstempelungen immer seltener vor. Die reale Inflation hatte diese Praxis längst überholt. Als Rarität würde ich den Schein deshalb nicht bezeichnen, der eine oder andere Sammler mag sich sogar an der Abstempelung stören. Eine Katalogisierung macht kaum Sinn, weil praktisch jeder einen Schein abstempeln konnte und auch immer noch kann. Ich hoffe, damit ein wenig geholfen zu haben. Hans-Ludwig Grabowski

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