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  • Aus privaten Sammlungen: 10 Yuan der Bank of China von 1934

    Objekttyp: Banknote Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Historischer Kontext: Bereits Ende des 19. Jahrhunderts gab es im Kaiserreich China Bestrebungen die ab 1644 herrschende Mandschu-Dynastie zu stürzen. Im Herbst 1911 brach die Xinhai-Revolution aus, an deren Ende der Thronverzicht des erst sechsjährigen Kaisers Puyi am 12. Februar 1912 stand. Bereits am 1. Januar 1912 war die erste chinesische Republik gegründet worden, mit der die über 2100 Jahre andauernde Geschichte des chinesischen Kaiserreichs endete. Ebenfalls 1912 wurde die Bank of China gegründet, die die älteste Bank Chinas, die Ta Ching Government Bank, ablöste. Von 1912 bis 1942 gab sie eigene Banknoten im Rahmen der Bankengruppe der "Big Four" (Bank of China, Central Bank of China, Agricultural Bank of China und Bank of Communications) aus. Die Bank of China fungierte Anfangs für die chinesische Regierung als Zentralbank, wurde aber 1928 in dieser Funktion durch die Central Bank of China abgelöst und so mit der Zeit zu einer kommerziellen Bank. Land/Region/Ort: China, Republik, Tientsin Emittent: Bank of China Nominal: 10 Yuan Datierung: Oktober 1934 Vorderseite: Auf einem Stein an einem See sitzender Schafhirte mit seiner Herde vor einer Gebirgslandschaft. Rückseite: Mitte Ansicht der Großen Chinesischen Mauer im Gebirge, rechts Frühlings-Pavillon des Neuen Sommer-Palastes in Peking. Wasserzeichen: Himmelstempel in Peking Unterschriften: Sung (General Manager) / Bian (Manager) Format: 176 mm x 91 mm Material: Papier mit Wilcox-Fasereinlagen Druck: Thomas De La Rue, London, Großbritannien Nummerierung: F677346 Authentizität: Original Zitate: CHN-73a (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) B1149a (Linzmayer: The Banknote Book: China I National) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Lexikon: Deutsche Rentenbank

    Durch die chaotischen währungspolitischen Ereignisse des Jahres 1923 und den Verfall der Papiermark war das Vertrauen der Bevölkerung in die von der Reichsbank ausgegebenen Reichsbanknoten verloren gegangen. Eine Stabilisierung der Währung durch durch die Ausgabe neuer Zahlungsmittel durch die Reichsbank hätte daher vermutlich keinen Erfolg gehabt. Die auf Grund der Verordnung vom 15. Oktober und der Durchführungs-bestimmungen vom 17. November und 17. Dezember 1923 geschaffene Deutsche Rentenbank sollte als ein Provisorium durch die Stabilisierung der Währung der Reichsbank die Wiederaufnahme ihrer alten Funktion als Zentralnotenbank ermöglichen. DEU-204: Deutsche Rentenbank, 100 Rentenmark vom 1. November 1923, Vorder- und Rückseite. Die Rentenmarkscheine waren daher nur "gesetzlich zugelassene Zahlungsmittel", während die auch 1923/24 weiter ausgegebenen Billionen-Scheine der Reichsbank "gesetzliche Zahlungsmittel" blieben. Nach einem Entwurf des Staatsministers a. D. Karl Helfferich (1872–1924) sollte der jeweils geltende Roggenpreis als Währungsgrundlage genutzt werden. Er schlug daher ohne Erfolg die Währungsbezeichnungen "Roggenmark" und "Neumark" vor. Auch die vom zweimaligen Finanzminister der "Weimarer Republik" Rudolf Hilferding (1877–1941) vorgeschlagene Bezeichnung "Bodenmark" wurde nicht akzeptiert, wohl, weil sie zu sehr an die "mandats territoriaux" der Französischen Revolution erinnert hätte. Vom amtierenden Finanzminister Hans Luther (1879–1962) kam dann der Vorschlag zur "Rentenmark". DEU-208: Deutsche Rentenbank, 10 Rentenmark vom 3. Juli 1925, Vorder- und Rückseite. DEU-221: Deutsche Rentenbank, 50 Rentenmark vom 6. Juli 1934, Vorder- und Rückseite. Nach der Wiedereinsetzung der Reichsbank als Zentralnotenbank durch das Bankgesetz vom 30. August 1924 sollte eine planmäßige Tilgung und Vernichtung der Rentenbankscheine durchgeführt werden. Die in diesem Zusammenhang notwendige Abwicklung der Rentenmarkkredite und die gleichzeitig angestrebte Golddeckung der Reichsmark bei steigendem Zahlungsmittelumlauf verzögerten die Umwandlung der Noten. Als letzten Abwicklungstermin hatte man schließlich 1942 vorgesehen. DEU-222c: Deutsche Rentenbank, 1 Rentenmark vom 30. Januar 1937, Vorder- und Rückseite. Eine letzte Funktion als Kleingeld übten die Rentenmarkscheine während des Zweiten Weltkriegs und in der Nachkriegszeit bis zu den Währungsreformen von 1948 aus. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Literaturempfehlung: Sämtliche Ausgaben der Deutschen Reichsbank und der Deutschen Rentenbank finden Sie hier: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-183-3 Auflage: 22. Auflage 2020 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: 928 Preis: 39,90 EUR

  • Leserpost: Geldscheine mit der Kontrollnummer 1, Teil 4

    Sehr geehrter Herr Grabowski, anbei Bilder Scheine Serien-Nummer 1 (ein Schein Nr. 2) aus meiner Sammlung . Mit freundlichen Grüßen Jürgen Schäfer Klingenberg am Main (Bayern) : Gutschein über 50 Milliarden Mark vom 29. Oktober 1923 mit der Kontrollnummer "0001", Vorderseite, Sammlung Jürgen Schäfer. Nordenham (Oldenburg): Gutschein über 2 Mark vom 27. August 1914 mit der Kontrollnummer "1", Vorderseite, Sammlung Jürgen Schäfer. Oberlustadt (Pfalz): Gutschein über 2 Millionen Mark vom 20. September 1923 mit der Kontrollnummer "0002", Vorderseite, Sammlung Jürgen Schäfer. Schmiegel (Oberschlesien): Gutschein über 1 Mark vom 14. August 1914 mit der Kontrollnummer "1", Vorderseite, Sammlung Jürgen Schäfer. Sopronnyék (Ungarn, Burgenland): Oberpullendorf: Gutschein des K.u.K. Kriegsgefangenenlagers über 1 Krone vom 16. Juni 1916 mit der Kontrollnummer "0001", Vorderseite, Sammlung Jürgen Schäfer. Windhaag bei Perg (Oberösterreich): Sonderserie zu 10, 20 und 50 Heller ohne Datum (Auflage 25 Serien) je mit Kontrollnummer "1", Vorder- und Rückseiten, Sammlung Jürgen Schäfer. Antwort der Redaktion Sehr geehrter Herr Schäfer, vielen herzlichen Dank für die Bilder von Scheinen aus Ihrer Sammlung zum Thema „Kontrollnummer 1“. Es ist beeindruckend, dass Sie gleich mehrere Scheine mit dieser seltenen Nummer besitzen. Gerne veröffentliche Ihre Abbildungen im Geldschein-Blog. Für Sie noch alles Gute im neuen Jahr und vor allem Gesundheit und noch viel Spaß beim Sammeln. Hans-Ludwig Grabowski

  • Die Banknote des Jahres 2021

    Liebe Leser, in der Februar-Ausgabe von „Münzen & Sammeln“ sowie in unserem Online-Magazin www.geldscheine-online.com mit seinen kostenlosen Newslettern rief die Redak­tion zur Wahl der Banknote des Jahres 2021 auf. Vielen Dank für die zahlreich abgegebenen Stimmen mit Postkarten und E-mails. Sieger wurde die sehr schöne Gedenkbanknote der Philippinen zum 500. Jahrestag der Schlacht von Mactan. Platz 1: Vorschlag 7, Philippinen, mit 19,7 % aller Stimmen 1. Platz und damit Banknote des Jahres 2021: Vorschlag Nr. 7 – Philippinen: Gedenkbanknote der Republika ng Pilipinas zu 5000 Piso von 2021, 500 Jahre Schlacht von Mactan, ausgegeben ab 28. Januar 2021. Platz 2: Vorschlag 2, Australien, mit 18,0 % aller Stimmen. 2. Platz: Vorschlag Nr. 2 – Australien: 100 Dollars der Reserve Bank of Australia ohne Datum, Polymer-Kunststoff, in Umlauf ab Ende 2020. Platz 3: Vorschlag 3, Bahamas, mit 14,8 % aller Stimmen 3. Platz: 3. Vorschlag Nr. 3 – Bahamas: 100 Dollars der Central Bank of The Bahamas der Serie 2021, in Umlauf ab 6. Oktober 2021. Die verbleibenden 47,5 % der Stimmen teilten sich die rest­lichen neun Vorschläge. Platz 4 belegte Vorschlag 9 (Sao Tomé und Príncipe) 13,1 %. Gleich auf lagen die Vorschläge 6 (Peru), 8 (Rumänien), 10 (Schottland) und 12 (Trinidad und Tobago) mit je 6,6 %. Vorschlag 5 (Mexiko) erhielt 5 % und die Vorschläge 1 (Aserbaidschan) und 4 (Libyen) je 1,5 % der Stimmen. Keine Stimme wurde für Vorschlag 11 (Simbabwe) abgegeben. Die Gewinner Folgende Gewinner wurden gezogen: 1. Preis: Olaf T. aus Jever Einkaufsgutschein des Battenberg Gietl Verlags über 75 Euro 2. Preis: Klaus G. aus Hofheim Einkaufsgutschein des Battenberg Gietl Verlags über 50 Euro 3. Preis: Hartmut B. aus Stralsund Einkaufsgutschein des Battenberg Gietl Verlags über 25 Euro Zusätzlich wurden weitere sieben Gewinner gezogen! Diese erhalten je zwei Geldschein-Notizblöcke mit Motiven aus den ehemaligen deutschen Kolonien. Lina S. aus Mühlenbeck Jürgen P. aus Konzell Uschi E. aus Kaisersesch Jan Erik H. aus Wendeburg Daniel L. aus Stuttgart Pascal M. aus Noertzange Joe K. aus Köln Herzlichen Glückwunsch! Hans-Ludwig Grabowski

  • Porträt eines Notgeldkünstlers: Erwin Nöbbe 1882–1948

    Erwin Nöbbe: Maler, Archäologe und Numismatiker in Flensburg. Geboren am 29. März 1882 in Flensburg, gestorben am 3. März 1948 ebendort. Porträt von Erwin Nöbbe als Knabe im Schaukelstuhl 1887, gemalt von seinem Vater, dem Kunstmaler Jakob Nöbbe. Erwin Nöbbe stammte aus einer alten Flensburger Malerfamilie. Schon sein Großvater Jakob Nöbbe war Malermeister in Flensburg. Dessen Sohn, ebenfalls Jakob mit Namen, war Porträtist und Landschaftsmaler. Getreu der Familientradition erlernte auch Erwin Nöbbe das Malerhandwerk. Mitglieder der Ekensunder Künstlerkolonie 1885, Foto von Wilhelm Dreesen. Jacob Nöbbe: Am Ufer von Ekensund, Gemälde 1885. Nach seiner Schulausbildung in Flensburg ging er im Jahre 1901 an die Berliner Akademie, wechselte aber 1903 an die Kunstschule Weimar, wo er bei L. v. Hofmann studierte. Seine erste Anstellung fand er in seiner Heimatstadt Flensburg, wo er von 1907 bis 1909 am Flensburger Museum als Assistent tätig war. Von 1909 bis 1913 arbeitete er noch als Konservator am Museum für Vaterländische Altertümer in Kiel, beschloss aber anschließend ausschließlich als freier Künstler tätig zu sein. Zusammen mit seinem Vater arbeitete er in der Ekensunder Künstlerkolonie an der Flensburger Förde und auf der dänischen Insel Fanö. Zahlreiche Landschaftsgemälde, aber auch Porträts, z. B. von seiner eigenen Familie, sind bekannt und in den Museen in Flensburg und Schleswig zu sehen. Erwin Nöbbe: Die Nöbbes, Gemälde vor 1919. Erwin Nöbbe: Dünen auf Fanö, Pastell 1931. Erwin Nöbbe: Küstenlandschaft, Pastell 1946. In den Jahren 1919 bis 1921 fand er ein reiches Betätigungsfeld in der Erschaffung von Notgeldscheinen von Flensburg und dessen näherer Umgebung: Aventoft, Gemeinde Flensburg, Bäckerei Brodersen Flensburg, Stadt Glücksburg, Stadt Lutzhöft, Gemeinde Wyk auf Föhr, Stadt Die Münzenfreunde kennen ihn als Numismatiker. Es gibt eine Reihe von Publikationen aus seiner Feder: Der Brakteatenfund von Eutin. Goldbrakteaten in Schleswig-Holstein und Norddeutschland. Münzfund von Westerland auf Sylt. Münzfunde aus dem 8. - 10. Jahrhundert in Schleswig-Holstein Flensburg als Münzstätte. u. a. m. Axel Ernst: Porträt von Erwin Nöbbe 1926. Ein ausführlicher Nachruf findet sich im Nordisk Numismatisk Unions Medlemsblad 1948, S. 58-63, geschrieben von Axel Ernst. Aventoft, Gemeinde Aventhoft, Kirchspiel: 50 Pfennig vom 31.10.1921, Vorder- und Rückseite. Aventhoft, Kirchspiel: 75 Pfennig vom 31.10.1921, Vorder- und Rückseite. Aventhoft, Kirchspiel: 1 Mark vom 31.10.1921, Vorder- und Rückseite. 50, 75 Pfennig, 1 Mark 31. 10.1921 – 01. 05.1922 Entwurf: Erwin Nöbbe Druck: Aug. Westphalen, Flensburg Alle drei Scheine zeigen auf der Vorderseite bis auf die Wertziffer dasselbe Bild: Das Schleswig-Holsteinische Wappen, beiderseits eingerahmt von einem „Elker“, einem Gerät zum winterlichen Aalstechen. Auf der Rückseite befindet sich bei 50 Pfennig die Dorfschule, bei 75 Pfennig die Kirche und bei 1 Mark das Pastorat mit den Hofgebäuden und einem Fahnenmast mit blau-weiß-roter Fahne. Die Geschichte der Entstehung dieser Ausgabe ist von besonderer Art: Als das Kirchenkollegium beschloss, für die als Kriegsmetall hingegebene Glocke eine Ersatzglocke anzuschaffen, kam Pastor Münchmeyer auf den glorreichen Gedanken, einen Teil der Kosten durch Herausgabe einer Notgeldserie aufzubringen. Maler und Drucker wurden schnell gefunden und, als schließlich auch die in Hamburg ansässige Notgeldhandlung Pape & Lammers gewonnen werden konnte, den Vertrieb zu übernehmen, wurde gedruckt. Je Nominal wurden 12.400 Exemplare hergestellt, wovon 400 Serien in der Gemeinde verblieben, und der Rest für 20.250 Mark in mehreren Lieferungen an Pape & Lammers verkauft wurde (19.06., 07.07., 19.07., 29.09.1922, Rest am 22.01.1923). Nach Abzug der Druckkosten und des Honorars von 2.500 Mark an Erwin Nöbbe für die Entwürfe verblieb dem Kirchspiel ein Reingewinn von 8.437,50 Mark, eine Summe, die im Vergleich zu den tatsächlichen Kosten der neuen Glocke von 105.000 Mark nur 8 % aus- machte. Flensburg, Bäckerei und Zwiebackfabrik A. T. Brodersen Flensburg, A. T. Brodersen: 15 Pfennig von 1920, Vorder- und Rückseite. Flensburg, A. T. Brodersen: 30 Pfennig von 1920, Vorder- und Rückseite. 15, 30 Pfennig 1920 Entwurf: Erwin Nöbbe Ausführung: J. M. Feddersen, Flensburg Die Vorderseiten zeigen (verschieden gestaltet) im wesentlichen die Wertziffern und den Firmennamen. Auf der Rückseite befinden sich bei 15 Pfennig zwei eine Brezel haltende Löwen über dem Stadtwappen und bei 30 Pfennig die Stadtansicht von Flensburg, darunter das Stadtwappen. Auflage: jeweils 10.000 Stück Kosten der Entwürfe: 300 Mark je Schein Kosten des Druckes einschließlich Papier und Nummerierung: zusammen 1.100 Mark. Flensburg, Stadt (Magistrat, Stadtverordneten-Kollegium) Flensburg, Stadt: Entwurf zu 50 Mark ohne Datum (1918), Vorder- und Rückseite. Entwürfe 1918 und 1919 von Erwin Nöbbe (nicht in den Druck gegangen), entnommen aus Herbert Bakowsky, Das Notgeld der Stadt Flensburg 1914-1923, Band 49 der Schriftenreihe „DIE MÜNZE“ Berlin 1975, S. 11-12. 50 Mark o. D. (1918) Wasserfarbe Vs. hellgrün, dunkelgrün Rs. dunkelgrün 25 Pfennig 1. Dezember 1919 zwei Entwürfe Wasserfarbe Fünfundzwanzig Pfennig Vs. Schwarze Schrift auf braunem Untergrund Rs. Wappen und Nordertor dunkelbraun Fiefundtwintig Penn Vs. Schwarze Schrift auf braunem Untergrund Rs. Wappen und Nordertor hellgrau 25 Pfennig 1919 Wasserfarbe Fünfundzwanzig Pfennig Vs. Schwarze Schrift auf braunem Untergrund Rs. Schwarzhellblau, rot, Untergrund braun Flensburg, Stadt: 10 Milliarden Mark vom 24. Oktober 1923, Druck einseitig, unfertiges Stück ohne KN.. Flensburg, Stadt: 50 Milliarden Mark vom 24. Oktober 1923, Druck einseitig, unfertiges Stück ohne KN.. Flensburg, Stadt: 100 Milliarden Mark vom 24. Oktober 1923, Druck einseitig, unfertiges Stück ohne KN. 10, 50, 100 Milliarden Mark 24. 10. 1923 Entwurf: Erwin Nöbbe (das Flensburger Wappen signiert mit NÖBBE) Druck: Aug. Westphalen, Flensburg Auflage: 10 Milliarden 25.000 Stück 50 Milliarden 140.000 Stück 100 Milliarden 47.500 Stück Im Stadtarchiv Flensburg (St. A. - II C 332) liegt das Originalschreiben Nöbbes zu seinem 10 Milliarden-Schein. Glücksburg, Stadt Glücksburg, Stadt: 25 Pfennig von 1920, Vorder- und Rückseite. 25 Pfennig 1920 Entwurf: Erwin Nöbbe Druck: Gebh & Kunze, Flensburg Vs. Wertziffer, Schrifttafel, darunter das Stadtwappen Rs. Schloß Glücksburg Auflage: 40.000 oder 60.000 Stück Kosten des Entwurfs: 500 Mark Kosten des Drucks einschließlich Papier und Nummerierung bei einer Auflage von 40.000 Stück 2.250 Mark Auflage von 60.000 Stück 2.750 Mark Glücksburg, Stadt: 50 Pfennig vom 17. Juni 1920, Vorder- und Rückseite. 50 Pfennig 17. 6. 1920 Entwurf: Erwin Nöbbe Druck: Gebh & Kunze, Flensburg Vs. Wertziffer, Stadtwappen, Schrift Rs. Blick auf die Flensburger Förde Kosten des Entwurfs: 500 Mark Kosten des Drucks einschließlich Papier und Nummerierung: 5.000 Mark Glücksburg, Stadt: 1 Mark von 1920, Vorder- und Rückseite. 1 Mark 1920 Entwurf: Erwin Nöbbe Druck: Aug. Westphalen, Flensburg Vs. Stadtwappen Rs. Schloß Glücksburg Auflage: 60.000 Stück Kosten des Entwurfs: 500 Mark Kosten des Drucks einschließlich Papier und Nummerierung: 3.780 Mark (Das verwendete Papier war zu dünn und durchsichtig. Bei Verwendung besseren Papiers hätten sich die Druckkosten um etwa 50 Mark erhöht). Lutzhöft, Gemeinde Lutzhöft, Gemeinde: 1 Mark vom 1. Juli 1920, Vorder- und Rückseite. 1 Mark 1. Juli 1920 Entwurf: Gemeindevorsteher Diederichsen und Erwin Nöbbe Druck: Gebh & Kunze, Flensburg Vs. Bismarckgedenkstein unter der Eiche, die der Sage nach von König Waldemar III., 1340–1375, gepflanzt worden sein soll. Darunter der Text: Bismarckgedenkstein und Eiche / gepflanzt von König Waldemar / verkünden dem Wanderer, daß alles auf Erden ist wandelbar. Rs. Blick von der Höhe des Angelner Landes über die Flensburger Förde hinüber auf die Halbinsel Broager. In die Förde hinein ist die deutsch-dänische Grenze gezeichnet. Im Vordergrund stehen zwei Männer, zwischen ihnen eine Bauersfrau von ansehnlicher Breite und zwei Kinder, die nach den abgetretenen Gebieten hinüberschauen. Darunter der Text: Wir bleiben dennoch ungeschieden. Die Bauersfrau hat verschiedene Deutungen gefunden: Es soll damit das Dorforiginal Kathrin gemeint sein, das sich Nöbbe zum Vorbild genommen hat. Nach Fertigstellung der Scheine soll der Gemeindevorsteher zu Kathrin gesagt haben: „Na Kathrin, nu schast Du ja mit op unse Notgeld“, worauf diese geantwortet haben soll: „Ja de Tiden hebbt sich ännert. Fröher wär de Kaiser jo op unse Geld - nun lat mi mal“ Herbert Bakowsky, der bekannte Notgeldforscher Nordschleswigs, fand heraus, daß der Name der Frau gar nicht Kathrin war, sondern Maria Gmelok, im Dorf stets „Mutter Melok“ genannt. Es sei auch nicht Nöbbe gewesen, der sie zum Modell ausgesucht hätte, sondern der Gemeindevorsteher Diederichsen, der auch die Entwürfe angefertigt habe. Es sei gar nicht sicher, ob Nöbbe „Mutter Melok“ überhaupt gekannt habe. Geklärt werden kann diese Frage heute sicher nicht mehr. Auflage: 1. Auflage 25.000 Stück, geliefert am 04.08.1920 2. Auflage 30.000 Stück, geliefert am 28.05.1921 3. Auflage 27.500 Stück, geliefert am 09.11.1921 Der Entwurf eines zu dieser Ausgabe gehörigen Scheins über 50 Pfennig soll laut Bakowskys Mitteilung von Gemeindevorsteher Diederichsen stammen. Wyk auf Föhr, Stadt Wyk auf Föhr, Stadt: 1 Mark vom Juni 1920, Vorder- und Rückseite. 1 Mark Juni 1920 Entwurf: Erwin Nöbbe Druck: Gebh & Kunze, Flensburg Vorderseite: Stadtwappen und Girlande Rückseite: Promenade und Strand Auflage: 40.000 Stück Kosten des Entwurfs: 500 Mark Kosten des Drucks einschließlich Papier und Nummerierung: 5000 Mark Wyk auf Föhr, Stadt: 5 Mark vom Juni 1920, Vorder- und Rückseite ohne Spruch. Wyk auf Föhr, Stadt: 5 Mark vom Juni 1920, Rückseite mit Spruch. 5 Mark 1920 Entwurf: Erwin Nöbbe Druck: Gebh & Kunze, Flensburg Vorderseite: Stadtwappen Rückseite: Strandleben Bekannt sind vier Varianten dieses Scheins: a. ohne Spruch auf der Rückseite b. auf der Vorderseite links und rechts zusätzlich eine große Wertziffer „5“ c. mit zweizeiligem Spruch auf der Rückseite: „Un quesen jem....“ d. mit Datum „14. März 1920“ sowie vierzeiligem Spruch: „Un geit uns....“ Angaben zu Auflagenhöhe und Herstellungskosten waren nicht zu ermitteln. Manfred Mehl Literatur: Bakowsky, Herbert: Das Notgeld der Stadt Flensburg 1914-1923. Band 49 der Schriftenreihe „DIE MÜNZE“. Berlin 1975. Feddersen, Berend Harke: Schleswig-Holsteinisches Künstler-Lexikon. Bredstedt 1984. Frahm, Hans: Das Notgeld Nordfrieslands. Einige Betrachtungen über die Ersatzwertzeichen des Kreises Nordfriesland aus den Jahren 1917 bis 1922. Teil I: Das Festland. Teil II b: Föhr, Amrum, Langeneß/Nordmarsch, Oland und Hamburger Hallig. In: Nordfriesisches Jahrbuch, N. F., Band 18/19, 1982/83, S. 109-154, sowie Band 22, 1986, S. 159-196. Kürtz, Hans-Joachim und Jutta: Für Gold und Silber nimm den Schein . . . Aus einem Kapitel norddeutscher Geldgeschichte Lübeck 1981. Aufzeichnungen in Nöbbes Archiv, das vor ca. 30 Jahren von dem dänischen Notgeldforscher Karl Lund (+) ausgewertet worden ist.

  • Gutscheine des Winterhilfswerks im Generalgouvernement 1943/44

    Die Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) war bereits am 18. April 1932 als eingetragener Verein gegründet worden. Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten wurde er am 3. März 1933 zur Parteiorganisation und im Zuge der „Gleichschaltung“ mit dem Verbot der Arbeiterwohlfahrt zur Staatsorganisation. In den ersten Jahren unterstützte die NSV hauptsächlich bedürftige Familien im „Altreich“ finanziell über verschiedene Hilfswerke, so dem Winterhilfswerk (WHW) oder dem Hilfswerk Mutter und Kind (MuK). Während des Kriegs übernahm sie mehr und mehr Dienstleistungen wie den Betrieb von Kindergärten und Gemeindepflegestationen, die Haushalts- und Jugendhilfe, den Bahnhofsdienst und die Kinderlandverschickung. 1938 waren rund eine Million ehrenamtliche Mitarbeiter für die NSV tätig und zu Kriegsbeginn zählte die NSV elf Millionen Mitglieder. Die Finanzierung erfolgte ausschließlich aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Eine der ersten Aufgaben der NSV war die Unterstützung sozial bedürftiger Personen in der Zeit hoher Arbeitslosigkeit gewesen. Hierzu sollten Sachwerte und Mittel aus Sammlungen verwendet werden. Zur praktischen Durchführung wurde bereits im September 1933 das Winterhilfswerk des Deutschen Volkes (WHW) gegründet. Zum Reichsbeauftragten des WHW wurde Erich Hilgenfeldt ernannt, dessen gedruckte Unterschrift sich auf den WHW-Gutscheinen für den Gebrauch im Reich findet. Nachdem die Unterstützung Bedürftiger in den Friedensjahren hauptsächlich mit Sachwerten erfolgte und lediglich verschiedene zweckgebundene Gutscheine zum Bezug von Lebensmitteln (1933/ 1934 und 1934/1935), von Brennstoffen (1934/ 1935 und 1938/1939) und von Bekleidung (1938/1939) Verwendung fanden, wurde mit Kriegsbeginn 1939 auf einheitliche Wertscheine des Kriegswinterhilfswerks (KWHW) umgestellt. Grund für deren Einführung war die kriegsbedingte Zwangsbewirt-schaftung von lebenswichtigen Gütern, die nur im Rahmen der Rationierung auf „Karte“ damit bezahlt werden konnten. Die vorherigen Gutscheine entsprachen dagegen einer Zusatzversorgung. Die WHW-Wertscheine waren zwar kein Geld im eigentlichen Sinne, sondern dienten vielmehr als Verrechnungsscheine (der Empfänger bezahlte damit eine Ware oder Leistung; der Kaufmann reichte den Wertschein bei einer Bank wie Bargeld ein; die Bank leitete die Wertscheine zur Verrechnung mit dem WHW an die Reichsbank weiter), sie waren aber im ganzen Reich gültig und konnten zur Bezahlung von Lebensmitteln, Bekleidung und Brennstoffen, ab 1941 auch für Mietzahlungen sowie zur Bezahlung von Gas und Stromverbrauch verwendet werden. Der jeweilige Einlösungsvermerk erfolgte auf der Rückseite. Wertschein des Winterhilfswerks des Deutschen Volkes im Generalgouvernement 1943 – 1944 über 5 Zloty zur Bezahlung von Lebensmitteln, Bekleidung, Brennstoffen, Gas und Strom sowie Haushaltsgegenständen mit dem Hinweis, dass dieser nicht in jüdischen Geschäften in Zahlung gegeben werden kann. (Sammlung Wolfgang Haney, Berlin) Es gab auch Wertscheine einzelner Gaue sowie für das Generalgouvernement Polen (WHW des Deutschen Volkes im Generalgouvernement) in Zloty-Währung und in den besetzten Niederlanden (Winterhulp Nederland, WHN) in Gulden-Währung. Die Wertscheine des Winterhilfswerks im Generalgouvernement gab es ausschließlich als Ausgabe 1943/1944 in Nennwerten zu 2, 5 und 20 Zloty. Sie waren für notleidende „Volksdeutsche“ gedacht, zweisprachig ausgeführt und konnten zur Bezahlung von Lebensmitteln, Bekleidung, Brennstoffen, Gas und Strom sowie Haushaltungsgegenständen genutzt werden. Sie waren bis zum 31. März 1944 gültig. Muster eines Wertscheins des Winterhilfswerks des Deutschen Volkes im Generalgouvernement 1943 – 1944 über 20 Zloty zur Bezahlung von Lebensmitteln, Be­kleidung, Brennstoffen, Gas und Strom, Haus­haltsgegenständen und Miete mit Perforation „WZÓR“ (MUSTER). (Sammlung Wolfgang Haney, Berlin) Auf dieser Seite ist ein Musterschein zu 20 Zloty abgebildet, der schließlich in violettem statt dunkelblauem Druck ausgegeben wurde. Diese Sonderausgabe zum 30. Januar 1944 – dem 11. Jahrestag der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten – erlaubte zusätzlich auch die Bezahlung von Mieten und enthielt eine Klausel, die auf den Wertscheinen der normalen Ausgabe fehlt: „In jüdischen Geschäften darf dieser Wertschein nicht in Zahlung gegeben werden“. Zum Zeitpunkt der Gültigkeit der Sonderausgabe im Februar/März 1944 gab es im Generalgouvernement Polen aber längst keine jüdischen Geschäfte mehr. Hier ist ein Musterschein zu 20 Zloty abgebildet, der schließlich in violettem statt dunkelblauem Druck ausgegeben wurde. Diese Sonderausgabe zum 30. Januar 1944 – dem 11. Jahrestag der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten – erlaubte zusätzlich auch die Bezahlung von Mieten und enthielt eine Klausel, die auf den Wertscheinen der normalen Ausgabe fehlt: „In jüdischen Geschäften darf dieser Wertschein nicht in Zahlung gegeben werden“. Zum Zeitpunkt der Gültigkeit der Sonderausgabe im Februar/März 1944 gab es im Generalgouvernement Polen aber längst keine jüdischen Geschäfte mehr. Die WHW-Wertscheine für das Generalgouvernement sind äußerst seltene Zeitdokumente. Hans-Ludwig Grabowski Literaturempfehlung Hans-Ludwig Grabowski Wolfgang Haney, (Hrsg.) Kennzeichen Jude Antisemitismus, Entrechtung, Verfolgung, Vernichtung und die Rationierung von Nahrungsmitteln und Verbrauchsgütern für Juden in Großdeutschland und den besetzten Gebieten 1939 bis 1945 Verlag: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-558-9 Auflage: 1. Auflage 2014 Abbildungen: durchgehend farbige Abbildungen Hardcover: 351 Seiten Format: 17 x 24 cm Preis: 19,90 Euro Zum Buch …

  • Reiseschecks der Deutschen Aussenhandelsbank AG der DDR

    Die ersten Reiseschecks gab in der DDR 1957 die Deutsche Notenbank aus. Laut Unterlagen im Archiv der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), konnten diese von DDR-Bürgern bei Reisen in das sozialistische Ausland genutzt werden, um sie am Reiseziel in die dortige Währung einzulösen. Huschka führt in seinem Katalog "Ersatzgeld und geldähnliche Belege in der DDR" an, dass die Deutsche Notenbank, geht man von den bisher bekannten Belegen aus, bis 1967 Reiseschecks ausgegeben hat. Ab 1967 finden wir Reiseschecks der Deutschen Aussenhandelsbank der DDR. Identifizieren lassen sich die Ausgabejahre anhand der Druckvermerke auf den Rückseiten der Schecks, die in der DDR für jedes Druckerzeugnis obligatorisch waren. Zum 1. Januar 1968 war aus der Deutschen Notenbank durch Umbenennung die Staatsbank der DDR hervorgegangen. Der Deutschen Aussenhandelsbank oblag die Ausgabe der Reiseschecks von 1967 bis 1977, ab 1978 übernahm das dann die Staatsbank. Deutsche Aussenhandelsbank AG: Reisescheck über 20 Mark der DDR mit Serie A aus dem Jahr 1974 (Druckvermerk auf der Rückseite ganz unten: Ag 122 004 74 III 18 185), ausgestellt am 13. April 1978 durch die Bank für Aussenhandel der Sowjetunion und eingelöst am 18. April 1978 in einer Filiale der Staatsbank der DDR. Sammlung Grabowski. Von den Reiseschecks der Deutschen Aussenhandelsbank sind bislang folgende Ausgaben bekannt geworden: Deutsche Aussenhandelsbank AG: Reisescheck über 100 Mark der DDR aus dem Jahr 1976 mit Serie B (Druckvermerk auf der Rückseite ganz unten: Ag 147 2 76 III 18 185), ausgestellt am 14. April 1978 in der Bank für Aussenhandel der Sowjetunion (Filiale Leningrad) und eingelöst am 17. April 1978 in einer Filiale der Staatsbank der DDR. Angeblich sollen die Reiseschecks der DDR auch von Angehörigen der Sowjetischen Streitkräfte genutzt worden sein, die in der DDR stationiert waren und aus Heimaturlaub zurückkehrten. Man kann getrost davon ausgehen, dass dies nur für Offiziere in Frage kam, da einfache Soldaten und Unteroffizieren ihre gesamte Dienstzeit in den Kasernen blieben und keinen Heimaturlaub bekamen. Man muss in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass die Kosten der Stationierung der Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland durch die DDR zu tragen waren. Die zwei hier abgebildeten Reiseschecks stammen aus einem Transport, der von sowjetischen Soldaten vor ihrem Abzug aus den wiedervereinten Deutschland zur Vernichtung in einer Papiermühle nördlich von Berlin angeliefert wurde. Hans-Ludwig Grabowski

  • Geld als Kommunikationsmittel: Protest gegen "Versailles" und die Folgen

    Auf deutschen Geld- und Fantasiescheinen findet man auch Protest gegen die enormen Reparationsforderungen der alliierten Siegermächte des Ersten Weltkriegs, die die junge deutsche Republik in Krise und Inflation und viele Menschen ins Elend trieben. Der am 28. Juni 1919 unter Protest der von den Verhandlungen ausgeschlossenen deutschen Vertreter unterzeichnete Frieden von Versailles stellte nicht nur das 14-Punkte-Programm des US-Präsidenten Woodrow Wilson vom Januar 1918 auf den Kopf, das u.a. offene und öffentlich abgeschlossene Friedensverträge gefordert und Deutschland erst zum Abschluss des Waffenstillstands bewogen hatte, hier wurde auch die Alleinschuld Deutschlands und seiner Verbündeten am Ersten Weltkrieg festgelegt, die den Alliierten als Grundlage für die verpflichtende Wiedergutmachung aller Kriegsschäden durch das Deutsche Reich diente. Zwar wurde 1919 noch keine konkrete Summe genannt, doch bis zum 30. April 1921 war ein erster Abschlag in Höhe von 20 Milliarden Goldmark in bar und in Waren zu zahlen. Am 29. Januar 1921 legte schließlich der Oberste Rat der Alliierten im sog. „Pariser Beschluss“ die Gesamthöhe der Wiedergutmachung auf 226 Milliarden Goldmark, zahlbar in 42 Jahresraten, steigend von 2 bis auf 6 Milliarden Goldmark fest. Darüber hinaus hatte Deutschland noch 12 % des Werts seiner sämtlichen Ausfuhren an die Alliierten zu leisten. Die letzten Raten zahlte die Bundesrepublik Deutschland übrigens im Oktober 2010. Der Regierung der jungen „Weimarer Republik“ blieb aufgrund dramatischen Devisenmangels nichts anderes übrig als der Versuch, die Reparationsforderungen durch Verhandlungen abzuschwächen, was sich direkt auf den Devisenkurs auswirkte und die Inflation beschleunigte. Als am 11. Januar 1923 eine französisch-belgische Armee in das deutsche Ruhrgebiet einmarschierte, um „produktive Pfänder“ zu nehmen, weil Deutschland nicht mehr in der Lage war, die Forderungen der Alliierten termingerecht zu erfüllen, brach Panikstimmung aus und die deutsche Währung war nicht mehr zu halten. Lag der Dollar-Kurs am 2. Januar 1923 noch bei 7260 Mark, so hatte er am 14. Juni 1923 schon die 100.000-Mark-Marke überschritten und wurde am 30. Juli 1923 schon mit 1,1 Millionen Mark gehandelt. Im Oktober befand man sich bereits mitten in der Hyperinflation mit Milliarden-Beträgen und am 14. November 1923 kostete der US-Dollar 1,26 Billionen Mark. Für den Protest gegen die Kriegsreparationen, die mit Inflation und internationaler Börsenspekulation einhergingen, in denen die erste deutsche Einheitswährung schließlich unterging, sollen hier nur einige Beispiele gezeigt werden. Neben zahlreichen kommunalen Ausgabestellen emittierten auch Vereine und sogar private Firmen Anfang der 1920er Jahre sog. Serienscheine. In Hannover gab das Restaurant und Café Handelshof mit Datum vom 1. März 1922 Gutscheine für Speisen und Getränke in vier verschiedenen Werten (25, 50 und 75 Pfennig sowie 1 Mark) aus, die für ihre politische Brisanz jener Zeit bekannt sind. Zwei Rückseiten solcher Gutscheine sind auf der vorigen Seite zu sehen. Rückseite eines privaten Gutscheins über 25 Pfennig mit Datum vom 1. März 1922, ausgegeben vom Restaurant und Café Handelshof in Hannover. Karikiert ist der gewaltige Transfer von Vieh, Waren und Geld aus Deutschland in die Siegerländer des Ersten Weltkriegs entsprechend des Friedens von Versailles. (Sammlung Wolfgang Haney, Berlin) Die Rückseite des 75-Pfennig-Scheins des Hannoverschen Restaurants Handelshof zeigt den hungernden Deutschen umgeben von Friedenspredigern und jüdischen Börsenschiebern vor der Flagge der USA, die in dieser Zeit zur Weltmacht wird. (Sammlung Wolfgang Haney, Berlin) Etwas ganz besonderes – wenn auch nicht wirklich seltenes – sind die sog. „Ruhrtaler“, die die französisch-belgische Besatzungspolitik anprangern. Hierbei handelt es sich um kein echtes Notgeld, sondern um Protest im Aussehen von Geldscheinen. Nach der alliierten Besetzung an Rhein und Ruhr war die Bevölkerung von der deutschen Regierung zum passiven Widerstand aufgerufen worden. Eine Form dieses Widerstands war sicher auch dieser Protest, der den wahren Charakter der in Versailles von den Siegern beschlossenen Friedensbedingungen und der daraus resultierenden Ungerechtigkeit anprangerte. Die Friedensverhandlungen von Versailles hatten lediglich unter den Alliierten und den mit ihnen assoziierten Mächten stattgefunden. Für den Angeklagten gab es keine Verteidigung, sondern Ausschluss. Die Friedensbedingungen musste Deutschland wie ein Gerichtsurteil über sich ergehen lassen, um nicht sofort besetzt zu werden. Ohne Versailles wäre ein Erstarken nationaler, rechtsextremer und antijüdischer Kreise, die zum Aufstieg des Nationalsozialismus unter Hitler mit allen Konsequenzen, d.h. auch zum Zweiten Weltkrieg und zum Holocaust geführt haben, nicht denkbar gewesen. Gerechte Verhand­lungen mit Deutschland und Österreich-Ungarn hätten einen dauerhaften Frieden in Europa sichern können, doch Eigennutz, Gier und Rachsucht der vermeintlichen Sieger waren zu groß. Propagandaschein über 10 Millionen Ruhrtaler ohne Datum (1923). Die Vorderseite zeigt die französische Marianne mit dem Fuß auf der Kehle des unterdrückten Deutschen. Weil Deutschland im Januar 1923 keine Kohlen liefern konnte, holen sich auf der Rückseite französische Soldaten die Kohlen von hungernden und frierenden deutschen Kindern. (Sammlung des Autors) Mit dem Waffenstillstand von 1918 endete zwar der Krieg, doch das erst 1871 neu gegründete Reich und die Monarchie zerfielen, Deutschland und Österreich wurden zerstückelt, um weite Gebiete beraubt und an einer deutschen Einheit gehindert. Die Mark hatte schon jetzt die Hälfte ihrer Kaufkraft verloren. Die sozialistischen Berufspolitiker versprachen Frieden, Freiheit und Brot. Doch die immensen Reparationsleistungen, die Deutschland abgefordert wurden für einen Krieg, den es weder begonnen, noch im Felde verloren hatte, trieben das Land in Infla­­tion und Wirtschafts­krise und die Menschen in Arbeitslosigkeit, Armut und Hunger. Die Politik regierte derweil in ihrer Hilflosigkeit und Zerstrittenheit mittels immer neuer Notverordnungen. Hans-Ludwig Grabowski Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski / Wolfgang Haney (Hrsg.): "Der Jude nahm uns Silber, Gold und Speck …" Für politische Zwecke und antisemitische Propaganda genutzte Geldscheine in der Zeit der Weimarer Republik und des Dritten Reichs Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-122-2 Auflage: 1. Auflage 2015 Format: 17 x 24 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seiten: 280 Preis: 29,90 Euro Mehr lesen …

  • Geld als Kommunikationsmittel: Serienscheine politischer Vereinigungen und Parteien

    Es könnten an dieser Stelle noch zahlreiche andere Beispiele für Serienscheine aufgeführt werden, die sich patriotisch und propagandistisch zeigen, so etwa von ostpreußischen Städten, die die sog. „Russeneinfälle“ zu Beginn des Ersten Weltkriegs thematisieren oder zur „Oberschlesierhilfe“. In der zeitgeschichtlichen Sammlung von Wolfgang Haney finden sich neben klar antisemitischen deutschen und österreichischen Notgeldmotiven aber auch Ausgaben rechter Vereinigungen, die Anfang der 1920er Jahre ebenfalls eigene Serienscheine ausgaben und an Sammler oder Anhänger verkauften, um auf diese Weise Geld in die Kassen zu bekommen. Serienschein des Gaues Schlesien von „Der Stahlhelm“ – Bund der Frontsoldaten (Stahlhelm-Bund) über 50 Pfennig vom 2. Mai 1922. (Sammlung des Autors) Der Stahlhelm-Bund war bereits kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs gegründet worden. Er galt als bewaffneter Arm der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) und stellte vielfach bei Parteiversammlungen den Saalschutz. Die Ausgabe des Gaues Schlesien aus Görlitz umfasst sechs verschiedene Motive. Auf der Rückseite des abgebildeten Scheins sehnt der Text bereits eine starke Führerfigur herbei: „Was denkst du, Stahlhelmmann?“ – „Nur dass ein Mann – so wie der alte Fritz, stahlhart und wetterfest – uns aus der tiefen Schmach erretten kann!“ Die Rückseite eines Serienscheins des Deutsch­völkischen Schutz- und Trutzbunds zum Rheinischen Gautag in Honnef am Rhein über 10 Mark vom April 1922 zeigt einen Reichsadler, der den jüdischen Einfluss auf die Politik in der „Weimarer Republik“ karikieren soll. (Sammlung Wolfgang Haney, Berlin) Der Deutsche Schutz- und Trutzbund war im Februar 1919 vom Alldeutschen Verband mit der Aufgabe der Bekämpfung des Judentums gegründet worden. Aus ihm ging durch Zusammenlegung mit dem Deutschvölkischen Bund am 1. Oktober 1919 der Deutschvölkische Schutz- und Trutzbund hervor, der in der jungen „Weimarer Republik“ im Jahr 1922 mit rund 180.000 Mitgliedern zur größten antisemitischen Bewegung wurde. Zu den prominenten Mitgliedern zählten u.a. der spätere Himmler-Stellvertreter Kurt Daluege, der spätere Chef des Reichssicherheitshauptamts Reinhard Heydrich, der spätere Gauleiter von Thüringen und Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz Fritz Sauckel sowie Julius Streicher, der 1923 das antisemitische Hetzblatt „Der Stürmer“ gründete. Im Ostermond (April) 1924 wurden zum Rheinischen Gautag des Schutz- und Trutzbunds in Honnef am Rhein insgesamt 42 verschiedene Serienscheine ausgegeben, die neben den alten deutschen Farben des Kaiserreichs Schwarz-Weiß-Rot (die Farben der „Weimarer Republik“ Schwarz-Rot-Gold waren damals in breiten Kreisen der Bevölkerung unbeliebt und in national gesonnenen sogar verpönt) auch das Hakenkreuz zeigen. Die Scheine galten nicht als Zahlungsmittel, sondern dienten den Teilnehmern des Gautags zu Sammlerzwecken. Sie sind heute durchaus selten, da man den kompletten Satz mit gut 5000 Euro Sammlerwert ansetzen kann. Serienschein der Ortsgruppe Rudolstadt des Schutz- und Trutzbunds über 50 Pfennig ohne Datum (1922) mit dem deutschen Recken, der sich gegen eine mehrköpfige feindliche Schlange wehrt. (Sammlung Wolfgang Haney, Berlin) Im thüringischen Rudolstadt gab die Ortsgruppe des Schutz- und Trutzbunds 1922 drei Gutscheine aus, von denen hier einer mit Vorder- und Rückseite vorgestellt werden soll. Ein Stern wird hier nur als uraltes Zunftzeichen der Brauer und Gastwirte akzeptiert. Werbeschein der Bruderschaft Eisenach des Jungdeutschen Ordens über 25 Mark ohne Datum. (Fotoarchiv Gietl Verlage) Neben dem Stahlhelm-Bund gab es eine ganze Reihe von deutschen Kriegerverbänden, die eigenes Propaganda-Notgeld ausgaben. Der größte von ihnen war der Kyffhäuserbund, der 1900 als Dachverband deutscher Kriegervereine gegründet worden war. Auch der Verband national gesinnter Soldaten, Kriegsbeschädigtenverbände, Jugendorganisationen wie der Jungdeutsche Orden und Parteien wie die Deutschnationale Volkspartei (DNVP) gaben eigene Serienscheine aus. Gutschein der Werbewoche der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) in Emden, gültig vom 4. – 11. November 1921. (Fotoarchiv Gietl Verlage) Dass Geld als Propagandamittel nicht nur von rechtsgerichteten Organisationen und Parteien eingesetzt wurde, belegt der hier abgebildete Gutschein der Sozialdemokratischen Werbe­woche der SPD in Emden vom 9. November 1921 mit Porträt von Karl Marx und dem Reim „Und immer weiter breitet sich die Wahrheit – Zum Strome wird des Lichtes gold’ner Fluß – Dank dir, Karl Marx! denn du gabst uns die Wahrheit: Das Volk wird siegen, weil es siegen muß!“ Hans-Ludwig Grabowski Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski / Wolfgang Haney (Hrsg.): "Der Jude nahm uns Silber, Gold und Speck …" Für politische Zwecke und antisemitische Propaganda genutzte Geldscheine in der Zeit der Weimarer Republik und des Dritten Reichs Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-122-2 Auflage: 1. Auflage 2015 Format: 17 x 24 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seiten: 280 Preis: 29,90 Euro Mehr lesen …

  • Geld als Kommunikationsmittel: Abstimmungsscheine

    Auch wenn man einige in der letzten Folge gezeigten österreichischen Scheine auch als „Abstimmungsscheine“ bezeichnen könnte, so werden unter dem – bei Geldscheinsammlern bekannten – Begriff doch nur die deutschen Serienscheine zusammengefasst, die zu den im Frieden von Versailles und danach für verschiedene Gebiete des Deutschen Reichs (Nordschleswig, Oberschlesien sowie Teile West- und Ostpreußens) festgelegten Volksabstimmungen Bezug haben. Rückseite eines Serienscheins der westpreußischen Stadt Marienburg über 25 Pfennig zur Volksabstimmung vom 11. Juli 1920 mit einer Menschenmenge vor der Stadt­silhouette und dem Spruch „Die Heimat rief – und alle-alle kamen!“ (Sammlung des Autors) Vorder- und Rückseite eines Serienscheins der ostpreußischen Stadt Marggrabowa über 50 Pfennig zur Erinnerung an die Volksabstimmung vom 11. Juli 1920. Rückseite mit preußischem Adler über der Stadt, patriotischen Texten und „Die Stadt stimmte nur deutsch!“. (Sammlung des Autors) Serienscheine wurden damals schon zum Verkauf an Sammler hergestellt, nur wenige Ausgaben waren auch im Zahlungsverkehr. Die meis­ten „Abstimmungsscheine“ wurden deshalb auch z.B. „zur Erinnerung an die siegreiche Abstimmung“ hergestellt. Die Stadt Marggrabowa lag im Abstimmungsgebiet Allenstein/Masuren und hatte allen Grund, eine kleine Serie von Scheinen zur Erinnerung an die Abstimmung über die Zugehörigkeit zu Deutschland oder Polen vom 11. Juli 1920 auszugeben. Immerhin war sie im ganzen Reich bekannt geworden, weil 100% der Bevölkerung für Deutschland votierten. 1933 wurde sie deshalb in Treuburg umbenannt. Sich mit den Volksabstimmungen und Ergebnissen in den verschiedenen Regionen vollständig auseinanderzusetzen, würde den Rahmen dieser Dokumentation sprengen und ist auch nicht ihr Thema. Für jeden geschichtsinteressierten Sammler bietet sich hier jedoch ein überschaubares, informatives und erschwingliches Sammelgebiet. Rückseite eines Serienscheins der Stadt Landsberg in Oberschlesien über 1 Mark vom 24. Mai 1921 mit einer Szene, in der deutsche Freikorps-Männer polnische Aufständische vertreiben. (Sammlung des Autors) Im Zusammenhang mit der Volksabstimmung in Oberschlesien, das 1919 vom Rest Schlesiens abgetrennt, von alliierten Truppen besetzt und zum Abstimmungsgebiet erklärt worden war, gaben einige Städte auch Serienscheine zur Erinnerung an die Kämpfe gegen polnische Frei­scharen aus, die Oberschlesien trotz einer Mehrheit, die sich am 20. März 1921 für den Verbleib bei Deutschland entschieden hatte, mit Gewalt vom Reich abtrennen wollten. Während französische Truppen die Polen unterstützten, duldeten die Briten die Mobilisierung aufgelöster deutscher Freikorps, die die polnischen Insurgenten bezwingen konnten. Oberschlesien wurde dennoch geteilt und Polen erhielt das bedeutende oberschlesische Industriegebiet. Hans-Ludwig Grabowski Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski / Wolfgang Haney (Hrsg.): "Der Jude nahm uns Silber, Gold und Speck …" Für politische Zwecke und antisemitische Propaganda genutzte Geldscheine in der Zeit der Weimarer Republik und des Dritten Reichs Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-122-2 Auflage: 1. Auflage 2015 Format: 17 x 24 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seiten: 280 Preis: 29,90 Euro Mehr lesen …

  • Geld als Kommunikationsmittel: Deutschnationale Propaganda auf Geldscheinen

    Auf deutschen wie auch auf österreichischen Notgeld- und Serienscheinen der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg kommen neben antisemitischen Motiven und Texten auch zahlreiche patriotisch geprägte Ausgaben vor, die z.B. an die Gebietsverluste beider deutscher Staaten entsprechend der Friedensschlüsse von Versailles und St. Germain erinnern. Als Beispiele deutscher Serienscheine werden zwei verschiedene Ausgaben zu je 1 Mark des Nordseebads Wittdün auf Amrum gezeigt, die an abgetrennte deutsche und österreichische Gebiete erinnern. Der erste Schein zeigt die Marienkirche in Danzig. Rückseite eines Serienscheins des Nordseebads Wittdün über 1 Mark ohne Datum (1921) mit Darstellung der berühmten Danziger Marienkirche und der Losung „Heil den unerlösten Brüdern“. (Sammlung des Autors) Danzig war bis 1919 Hauptstadt der preußischen Provinz Westpreußen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden Stadt und Umland durch die Alliierten vom Deutschen Reich abgetrennt und als „Freie Stadt“ unter den Schutz des Völkerbunds gestellt. Diese Lösung stellte einen Kompromiss zwischen der von Frankreich unterstützten polnischen Forderung zur Einverleibung Danzigs einerseits und dem von Großbritannien befürworteten Selbstbestimmungsrecht der zu über 95% deutschen Bevölkerung andererseits dar. Es versteht sich von selbst, dass das Selbstbestimmungsrecht der deutschen Bevölkerung Danzigs nicht so weit ging, dass diese sich für einen Verbleib beim Deutschen Reich entscheiden durfte. Der deutsch-polnische Konflikt um Danzig sollte schließlich 1939 in den Zweiten Weltkrieg führen. Rückseite eines Serienscheins des Nordseebads Wittdün über 1 Mark ohne Datum (1921) mit Darstellung des Andreas-Hofer-Denkmals in Meran im „geraubten Tirol“ und der Losung „Heil den unerlösten Brüdern“. (Sammlung des Autors) Der zweite 1-Mark-Schein von Wittdün zeigt das Andreas-Hofer-Denkmal in Meran in Tirol, das nach dem Krieg ab dem Brenner Italien zugeschlagen wurde und heute als Südtirol bekannt ist. Italien erhielt das deutsch besiedelte Land nach dem Krieg, weil es 1915 – obwohl mit Österreich-Ungarn und Deutschland verbündet – durch seinen Einmarsch in Österreich auf der Seite der Entente in den Krieg eingetreten war. Wie bereits berichtet, konnte Italien zwar sein Kriegsziel, auf kurzem Weg bis nach Wien vorzudringen, nicht erfüllen und wurde sogar besiegt, es wurden aber am Isonzo über Jahre erhebliche österreichische und deutsche Truppenkontingente gebunden, die damit an anderen Fronten fehlten und Franzosen, Briten und Russen Entlastung brachten. Wie mit dem Londoner Vertrag von 1915 zugesagt, verschenkten die Alliierten nach dem Krieg deshalb Land, das ihnen nicht gehörte, an Italien für dessen Bündnisbruch. Es gibt mehrere Notgeldausgaben von Gemeinden aus Tirol, die an die Teilung erinnern und die Einheit des Landes anmahnen. Als Beispiele sollen hier Scheine aus Innsbruck und Jochberg gezeigt werden. Die Gemeinde Gries am Brenner zeigte auf ihren Notgeldscheinen eine Umrisskarte Tirols mit einem roten Herz und einer Trennlinie. Rückseite eines Serienscheins des Innsbrucker Notgeldsammlerbunds über 75 Heller vom 1. Juni 1920 mit der Losung „Tirol den Tirolern! – Von Kufstein bis Salurn“. Vorderseite mit Tiroler Adler und der Forderung „Tirol deutsch und ungeteilt!“ (Sammlung des Autors) Die Rückseite eines Notgeldscheins der Gemeinde Jochberg über 20 Heller ohne Datum (gültig bis 31. Januar 1921) zeigt einen Tiroler, der mit gesenkter Fahne nach Südtirol blickt, mit dem Spruch „Deutsche Brüder, ach, wie brennt die Seele uns in tiefen Schmerzen – Doch sind wir auch von Euch getrennt, so bleiben wir doch eins im Herzen.“ (Sammlung des Autors) Rückseite eines Notgeldscheins der Gemeinde Eggelsberg in Oberösterreich über 75 Heller ohne Datum (Bewilligung vom 19. Juni 1920) mit Darstellung eines Mannes, der mit einer Axt ein Grenzschild beseitigt, und dem Spruch „Nehmt die verfluchte Grenze fort – Was deutsch ist will zusammen“. (Sammlung des Autors) Rückseite eines Notgeldscheins der Gemeinde Gries über 25 Heller vom 15.10.1920 mit Darstellung des geteilten Tirols. (Sammlung des Autors) Besonders von österreichischer Seite gab es Bemühungen zur Wiedervereinigung mit Deutschland, was auch beim Notgeld jener Zeit Spuren hinterlassen hat. Auf nicht wenige Leser, die Geschichte allein aus der heutigen Sicht vermittelt bekommen haben, mag dieser Umstand vielleicht befremdlich wirken, aber hier handelt es sich nicht etwa um „rechte Propaganda“ einiger weniger Gemeinden oder von Nazi-Vereinen, die 1920/1921 in Österreich Notgeld ausgaben, sondern um den Ausdruck des allgemeinen Volkswillens jener Zeit. Man bedenke, dass Österreich bis zur 1806 durch das napoleonische Frankreich erzwungenen Abdankung den Kaiser des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation stellte und noch 1866 den Deutschen Bruderkrieg gegen Preußen anführte. Erst danach kam es in der sog. „kleindeutschen Lösung“ zur Bildung des Norddeutschen Bunds ohne Österreich als Vorläufer des 1871 gegründeten Deutschen Reichs, während Österreich nach dem „Ausgleich“ mit Ungarn 1867 die Doppelmonarchie begründete, die nach dem Ersten Weltkrieg zerfallen sollte. Nach dem Zusammenbruch der k.u.k. Monarchie wurde am 12. November 1918 eine Republik ausgerufen, die sich durch ihre Nationalversammlung den Namen „Deutschösterreich“ gab. Damit drückte man nicht nur nationale Identität aus, sondern in Artikel 2 des Gründungsgesetzes wurde außerdem festgeschrieben: „Deutschösterreich ist ein Bestandteil der Deutschen Republik...“. Deutschösterreich beanspruchte den gesamten zusammenhängend deutsch besiedelten Raum des ehemaligen Österreich-Ungarns, darunter auch das Sudetengebiet sowie Südtirol. Mit dem Frieden von St. Germain wurde Deutschösterreich jedoch die Führung dieses Landesnamens untersagt und Österreich wurde – wie auch Ungarn und Deutschland – zerstückelt und territorial amputiert. Millionen Deutsche gerieten so als Minderheiten unter fremde Herrschaft, was – durchaus von Frankreich beabsichtigt – neue Konflikte schuf, die eine starke europäische Mitte verhinderten, allerdings auch ungewollt die deutschnationale Bewegung förderten. Als bekannt wurde, dass die Alliierten in den Friedensverhandlungen den Staatsnamen „Deutsch­österreich“ verbieten würden, wurden in Österreich zahlreiche Vorschläge für einen neuen Staatsnamen unterbreitet, darunter „Südost-Deutschland“, „Alpen-Germanien“ oder „Donau-Deutschland“. Die Alliierten wollten jedoch jeden Bezug Österreichs zur deutschen Nation, wie auch einen einheitlichen deutschen Nationalstaat, verhindern. Mit dem Frieden von St. Germain legten sie den Staatsnamen „Republik Österreich“ fest. Selbst österreichische Monarchisten, die einen Zusammenschluss früher abgelehnt hatten, strebten nun gemeinsam mit den Deutschnationalen die deutsche Einheit an. Gutschein der Landesregierung von Salzburg aus dem Jahr 1921 über 5 Kronen mit der Losung „Wir Deutsche wollen Deutsche sein!“. Ausgegeben zur teilweisen Deckung der Kosten für den Volksentscheid über den Anschluss an das Deutsche Reich. Bei der Volksabstimmung vom 29. Mai 1921 stimmten 99,3% für den Anschluss Österreichs. (Sammlung des Autors) Spendenschein der Verkaufsabteilung Wien des Bunds der Deutschen zur Erhaltung ihres Volkstums im In- und Ausland über 2 Kronen von 1921 mit der Forderung einer Volksabstimmung über den Anschluss Österreichs ans Deutsche Reich. (Sammlung des Autors) Im April 1921 ließ der Tiroler Landtag eine Volksabstimmung durchführen, bei der sich 98,8% der Bevölkerung für den Anschluss an Deutschland aussprachen. Eine am 29. Mai 1921 im Land Salzburg durchgeführte Abstimmung ergab sogar eine Zustimmung von 99,3% aller abgegebenen Stimmen. Der oben abgebildete Spendenschein – wegen der umseitigen Bezeichnung „Südmark“ (Bezeichnung für Österreich als deutsche Südmark) auch als „Südmarkspende“ bekannt – forderte eine Volksabstimmung für ganz Österreich. Auf der Rückseite wird der damalige Präsident des Nationalrats der Republik Österreich, Dr. Franz Dinghofer, vom Mai 1921 zitiert: „Das Wort vom Selbstbestimmungsrecht der Völker, in die Welt gerufen als Friedensbotschaft, dann verleugnet und schändlich miss­braucht, es durchhallt weiter die Welt und wird nicht früher verklingen, bis nicht wahr wird, was es ausdrückt. Wie trotz aller Ränke und Schliche Lüge nicht in Wahrheit umgefälscht, Knechtschaft und Vergewaltigung nicht als Freiheit und Recht ausgegeben werden kann, so kann nie das Recht der Völker auf Selbstbestimmung zu einem Recht einzelner Völker auf Unterdrückung anderer Völker werden. Noch glaubt die Welt, das heilige Recht des deutschen Volkes mit Füßen treten zu können, doch: ‚Die Zeit eilt, teilt und heilt‘ und ‚Nur wer sich wehrlos aufgibt, wird zum Knecht.‘ So ist auch die Volksabstimmung über den Anschluss nur ein Schritt auf dem Weg zur Erkämpfung unseres Rechtes.“ „Südmark“-Spende über 2 Kronen von 1921 mit Dar­stellung eines von feindlichen Schlangen umgebenen deutschen Recken, der ein Hakenkreuz erhebt. (Sammlung des Autors) Weitere Volksabstimmungen wurden jedoch durch die alliierten Garantiemächte des Friedensvertrags, die eifrig im „Völkerbund“ das Selbstbestimmungsrecht aller Völker propagierten – allen voran durch Frankreich – unterbunden. Für den Fall, dass in Österreich weitere Abstimmungen folgen sollten, wurde u.a. mit dem Ende von Auslandskrediten an das wirtschaftlich geschwächte Land gedroht. Selbst eine gesamtdeutsche Zollunion, die 1931 gebildet werden sollte, wurde von den Alliierten verhindert. Andere „Südmark“-Spendenscheine erinnern an Städte und deutsche Siedlungsgebiete, die von Österreich abgetrennt wurden, wie Ödenburg in Deutschwestungarn (heute: Sopron in Ungarn), Marburg an der Drau in der Südsteiermark (heute: Maribor in Slowenien), an Brünn, Troppau und Eger in Böhmen und im Sudetenland (heute: Brno, Opava und Cheb in der Tschechischen Republik), Bozen in Südtirol (heute: Bolzano in Italien) oder Pontafel in Kärnten (heute: Pontebba in Italien). Zu den patriotischen Ausgaben zählen auch „Abstimmungsscheine“, Kolonial-Gedenkausgaben sowie Protestausgaben gegen die Folgen der Friedensschlüsse von 1919. Hans-Ludwig Grabowski Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski / Wolfgang Haney (Hrsg.): "Der Jude nahm uns Silber, Gold und Speck …" Für politische Zwecke und antisemitische Propaganda genutzte Geldscheine in der Zeit der Weimarer Republik und des Dritten Reichs Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-122-2 Auflage: 1. Auflage 2015 Format: 17 x 24 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seiten: 280 Preis: 29,90 Euro Mehr lesen …

  • Geld als Kommunikationsmittel: Antisemitische Propaganda nach dem Ersten Weltkrieg

    Der Erste Weltkrieg wird immer wieder zu Recht als „Urkatastrophe“ des Zwanzigsten Jahrhunderts bezeichnet. Ihm fielen nicht nur Millionen Menschen zum Opfer, er führte auch zum Sturz von drei bedeutenden Reichen (Russland, Deutschland und Österreich-Ungarn) sowie zu revolutionären Umwälzungen und in den Kampf der Weltanschauungen. War der Antisemitismus schon zu Beginn des Jahrhunderts deutlich angewachsen, nicht zuletzt wegen der bis heute umstrittenen „Protokolle der Weisen von Zion“, die eine angebliche jüdische Weltverschwörung durch den jüdischen Einfluss in der Finanzwelt, den Medien, in Kunst und Kultur, in Industrie, Handel und schließlich auch Politik heraufbeschworen, so wuchs dieser nach Ende des Kriegs noch einmal deutlich an. Juden wurde nicht nur die Mitschuld im Rahmen der „Dolchstoß-Legende“ gegeben, sie wurden auch als Kriegsgewinnler dargestellt. Nicht zuletzt warf man den deutschen Juden vor, sich vor dem Kriegseinsatz „gedrückt“ zu haben. Wenn denn überhaupt deutsche Juden im Krieg gewesen wären, so hätten sie es sich lieber in der Etappe gut gehen lassen, als an der Front zu kämpfen. Der mit dem höchsten deutschen Orden, dem Pour le Mérite, ausgezeichnete deutsche Kampfflieger Leutnant Wilhelm Frankl (1893 – 1917) war Jude. Er zählt zu den rund 12.000 deutschen Juden, die im Ersten Weltkrieg für ihr Vaterland fielen. (Sammlung Wolfgang Haney, Berlin) In dieser Zeit nimmt antisemitisch motivierte Propaganda drastisch zu, sowohl auf Postkarten als auch auf Geldscheinen. Dass auch deutsche Juden im Krieg für ihr Vaterland gekämpft haben und sogar mit höchsten Orden dekoriert wurden, beweist mit 19 Feindabschüssen einer der erfolgreichsten deutschen Kampfflieger des Ersten Weltkriegs und Träger des Pour le Mérite, der Jude Wilhelm Frankl. Im „Dritten Reich“ wurde die Erinnerung an ihn vermieden. Er hatte sich gleich zu Kriegsbeginn freiwillig gemeldet und fiel am 8. April 1917 im Luftkampf über Nordfrankreich. Jüdisches Ehrenmal auf dem ehemaligen Schlachtfeld von Verdun in Frankreich. (Sammlung Wolfgang Haney, Berlin) Ein primitives Beispiel antisemitischer Propaganda auf einer Reichsbanknote des zusammengebrochenen Kaiserreichs ist der hier abgebildete handschriftliche Zusatz „Hängt die Juden auf!“. Durch handschriftliche Zusätze manipulierte Geldscheine sind die einfachste Art zur Zweckentfremdung des Gelds im Sinne von – egal wie gearteter – Werbung und Propaganda. Interessant ist, dass sich in der zeitgeschichtlichen Sammlung von Wolfgang Haney noch ein weiterer Geldschein mit einer antisemitischen Handschrift befindet und in beiden Fällen durch kriminaltechnische Untersuchung zweifelsfrei festgestellt werden konnte, dass es sich um denselben Schreiber gehandelt haben muss. Ein Schein stammt jedoch aus einer deutschen Sammlung und der andere aus einer Sammlung in den USA. Rückseite einer Reichs­banknote über 50 Mark vom 21. April 1910 (gesetzliches Zahlungsmittel bis 5. Juli 1925, durch die Inflation praktisch wertlos ab Mai 1923) mit handschrift­lichem Zusatz: „Hängt die Juden auf!“. (Sammlung Wolfgang Haney, Berlin) In der Tat gab es wohl nicht viele derart einfach agierende „Propagandisten“, was die große ­Seltenheit solcher Stücke unterstreicht. Da die benutzte Banknote nach dem Ersten Weltkrieg weiter im Zahlungsverkehr blieb und erst im Mai 1923 durch die voranschreitende Inflation praktisch wertlos wurde, muss man davon ausgehen, dass die Note immerhin eine gewisse Zeit mit dieser Parole zirkulierte. Das war denn auch der angestrebte Zweck. Für den massenhaften Einsatz als Propagandamittel waren handschriftliche Zusätze aber untauglich. Man muss also von „Einzeltätern“ sowie geringen Stückzahlen aus­gehen. Auf die verschiedenen Herstellungsarten von propagandistischen Zusätzen, wie Stempel, Überdrucke usw., wird später noch ausführlicher eingegangen. Rückseite eines Serienscheins der Gemeinde Tostedt bei Harburg über 50 Pfennig aus dem Jahr 1921 mit Darstellung zweier erhängter jüdischer „Schieber“. Dieses Motiv findet sich später als Propaganda-Aufdruck rechter Parteien auf wertlos gewordenen Banknoten der Inflation in den Wahlkämpfen der „Weimarer Republik“. (Sammlung Wolfgang Haney, Berlin) Das oben abgebildete Beispiel zeigt die Rückseite eines Serienscheins der Gemeinde Tostedt aus dem Jahr 1921 mit zwei erhängten jüdischen „Schiebern“ und dem plattdeutschen Text „So muess dat all de Schiebers gahn, denn kunnt uem Deutschland baetter stahn.“ Das hier verwendete Motiv und der ins Hochdeutsche übersetzte Spruch wurden später oft von rechten Parteien als Propagandaaufdruck auf wertlos gewordenen Inflationsscheinen verwendet. Vorder- und Rückseite eines 50-Heller-Scheins der Ortsgruppe Amstetten des „Schutzvereins Antisemitenbund“ vom 16. April 1920. Vorderseite mit Zeitungsverbrennung. Rückseite mit Hakenkreuz und antisemitischem Spruch. (Sammlung Wolfgang Haney, Berlin) In Österreich, wo der Antisemitismus eine lange Tradition hatte, gab es im Rahmen der hier 1920 im ganzen Land einsetzenden Notgeldflut auch verschiedene Notgeldaus­gaben mit Motiven und Aussagen, die sich gegen Juden richteten. Am bekanntesten sind die Scheine der Ortsgruppe Amstetten des „Schutzvereins Antisemitenbund“ vom 16. April 1920. Auf der Vorderseite aller Nominale (10, 20 und 50 Heller) wird die Buchverbrennung der Nationalsozialisten vom Mai 1933 im Deutschen Reich praktisch schon vorweggenommen. Hier brennen symbolisch für den jüdischen Einfluss in der Presse verschiedene Zeitungen, wie das „Wiener Journal“, der „Morgen“, die „Volks-Zeitung“, das „Tagblatt“ oder die „Freie Presse“. Auf der Rückseite aller Werte finden sich antisemitische Sprüche und auf der des 50-Heller-Scheins sogar eine der ganz frühen Darstellungen des Hakenkreuzes auf deutschem und österreichischem Geld. Die Scheine dienten als Spendenquittungen und wurden nicht durch den Emittenten eingelöst. Die Notgeldscheine von Meggenhofen aus dem Jahr 1921 zeigen als Ursache der Hartgeldnot in Deutschösterreich und der daraus resultierenden Papiergeldschwemme einen Juden mit einem Koffer voller Hartgeld, das er während des Kriegs in die Schweiz trägt. Andere österreichische Notgeldscheine warnen vor jüdischen Wucherern und Schleichern oder vor „Isak Schleich“ als schlimmstem Feind. Allen voran sind es in Deutschland wie im damaligen Deutschösterreich die Serienscheine, also in ganzen Serien für Notgeldsammler ausgegebene und oft hübsch gestaltete Pseudogeldscheine, die für antisemitische wie auch patriotische Werbung aller Art dienten. Hans-Ludwig Grabowski Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski / Wolfgang Haney (Hrsg.): "Der Jude nahm uns Silber, Gold und Speck …" Für politische Zwecke und antisemitische Propaganda genutzte Geldscheine in der Zeit der Weimarer Republik und des Dritten Reichs Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-122-2 Auflage: 1. Auflage 2015 Format: 17 x 24 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seiten: 280 Preis: 29,90 Euro Mehr lesen …

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