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  • Sicherheitselemente – Sicherheit durch ein Fenster? Mit Gewinnspiel!

    Sind Banknoten nur durch ein Fenstermerkmal sicher? Das kürzlich veröffentlichte Fogra White Paper kommt zu einem interessanten Schluss. In Ausschreibungen für Sicherheitsdokumente wird immer häufiger das Vorhandensein eines durchsichtigen Fensters verlangt. Ein Fenstermerkmal ist ein definierter transparenter Bereich in einem Sicherheitsdokument oder einer Banknote. Wichtig für die Charakterisierung ist die Randschärfe des Fensters sowie der Gradient der Opazität im Randbereich. Es wird davon ausgegangen, dass ein durchsichtiges Fenster zu einem hohen Maß an Einzigartigkeit und Fälschungssicherheit beiträgt. Im kürzlich erschienenen Fogra White Paper Nr. 2 wird untersucht, ob diese Annahme richtig ist. Es kann zusammengefasst werden, dass ein durchsichtiges Fenster kein wesentliches Sicherheitsmerkmal von Banknoten und ID-Dokumenten darstellt. Vielmehr muss es durch weitere mehrschichtige Sicherheitsmerkmale ergänzt werden. Diese Erkenntnis ergibt sich aus zwei Perspektiven: Zum einen werden Messtechniken zur Charakterisierung der Transparenz-Eigenschaften von durchsichtigen Fenstern und/oder der Opazität von überdruckten Folien untersucht. Zum anderen werden Systemverfügbarkeiten zur Erzeugung von Überdrucken auf durchsichtigen Fenstern und ihre potenziellen Druckqualitäten für Fälschungen beschrieben. Sowohl Originalprodukte (z. B. Banknoten und Ausweisdokumente) mit durchsichtigen Fenstern als auch verschiedene Testdrucke auf Klarsichtfolien werden für die experimentellen Untersuchungen herangezogen. Angewandte Messmethoden werden dargestellt und hinsichtlich ihrer visuellen Eigenschaften charakterisiert. Darüber hinaus werden – nach umfassender Recherche im Internet und mithilfe von Herstellerkontakten – verfügbare Drucksysteme aufgelistet. White Paper der Fogra liefern grundlegendes Wissen und Forschungsergebnisse für die Prüfung und Gestaltung von Sicherheitsdokumenten. Das neue White Paper Nr. 2 auf englischer Sprache ist kostenlos als PDF verfügbar: Hier herunterladen Gewinnspiel von Geldscheine-Online: Beurteilen Sie selbst: Welche der vier Teile des Bildes gehören zu einer Originalbanknote? Tipp: Zwei Details gehören zu einer Banknote und zwei nicht! Schicken Sie uns Ihre Lösung per E-Mail an: info@geldscheine-online.com Unter allen Einsendern der richtigen Lösung verlosen wir drei aktuelle Kataloge: Die deutschen Banknoten ab 1871 im Wert von je 39,90 Euro. Einsendeschluss ist Freitag, der 10.12.2021. Viel Glück! Über das Fogra-Prüflabor für Sicherheitsanwendungen Das Fogra-Prüflabor für Sicherheitsanwendungen wurde 1992 gegründet. Seitdem wurden über 20.000 Prüfungen durchgeführt. Das Labor betreut 220 Kunden aus 50 Ländern und bietet mehr als 100 akkreditierte Prüfungen für Pässe und Smart Cards an. Seit gut 25 Jahren ist das Prüflabor für Sicherheitsanwendungen nach der Norm DIN EN ISO/IEC 17025 akkreditiert. Damit wird die Qualität der Prüfergebnisse sowie die technische Glaubwürdigkeit und Kompetenz sichergestellt. Im Bereich der Sicherheitsanwendungen werden Mitglieder und Kunden mit individuellen Prüfleistungen unterstützt. Das Prüflabor für Sicherheitsanwendungen ist weltweit das einzige akkreditierte Labor mit allen drei flexiblen Akkreditierungsstufen für sämtliche Prüfungen von Pässen und Karten. Über das Forschungsinstitut für Medientechnologien (Fogra) Die Fogra betreibt anwendungsorientierte Forschung auf den Gebieten der Druck- und Medientechnologien und konnte schon oft Standards für Prozesse und Qualitätsprüfungen schaffen. Die internationalen Mitglieder der Fogra sind Unternehmen aus dem gesamten Branchenspektrum, von der Produktion von Print- und elektronischen Medien bis zum Anlagenbau. Die Fogra versteht sich als moderner Dienstleister, der aussagekräftige Prüfungen und Zertifizierungen durchführt, Unternehmen zu Qualitätsfragen berät und in fachlichen Streitfällen schlichtet. Ihr Kapital ist ein großes Fachwissen in Verbindung mit hoher technologischer Kompetenz und genauen Kenntnissen über aktuelle Entwicklungen. In allem, was die Fogra tut, orientiert sie sich an ihren Werten: wissenschaftlich, unabhängig und vertrauenswürdig. Monika Lohmaier Fogra Forschungsinstitut für Medientechnologien e.V. Einsteinring 1a 85609 Aschheim bei München Tel. +49 89 431 82-251 www.fogra.org

  • Liberia: Neue Banknotenfamilie ab Dezember 2021

    Die Zentralbank von Liberia gab am 12. November 2021 bekannt, im Dezember dieses Jahres neue 100-Dollars-Noten im Wert von insgesamt 4 Mrd. Dollars in Umlauf zu geben; eine weitere Tranche der Noten im selben Ausmaß soll im ersten Quartal von 2022 in Umlauf kommen. Diese Hunderter sind das erste Nominal einer neuen Banknotenfamilie, deren weitere Stückelungen von 20, 50, 500 und 1000 Dollars – gemeinsam mit Münzen zu 5 und 10 Dollars – in der zweiten Hälfte des Jahres 2022 eingeführt werden sollen. Die im Umlauf befindlichen Noten sollen mit den neuen Scheinen zunächst parallel kursieren; für den Zeitraum von 2022 bis 2024 ist deren vollständiger Austausch geplant. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

  • Rund um den Rennsteig – ein neuer Katalog zum Notgeld aus dem Thüringer Wald

    Martin Sommer: Rund um den Rennsteig Teil 1: Eisenach bis Bermbach Notgeld aus Papier und Metall, Marken und Zeichen aus dem Thüringer Wald 316 Seiten, durchgängig farbig bebildert, Format 21 cm x 29,7 cm, Harteinband, Kremmen, 2021. Preis: 28,00 Euro + 5,00 Euro Versand. ISBN: ohne Der Gedanke an eine Art numismatischen Reiseführer, einen Leitfaden für Notgeld- und Heimatsammler oder einen Regionalkatalog, hatte den Autor schon seit einigen Jahren nicht mehr losgelassen. Inspiriert und motiviert durch andere in den letzten Jahren erschienene Regionalkataloge, entschloss er sich im Sommer 2018 seine im Laufe der Jahre zusammengetragenen Stücke aufzubereiten. Mit einem weiteren Sammler holte er sich einen echten Thüringer ins Boot, aus dessen Sammlung viele der abgebildeten Stücke stammen. Wichtig war es dem Autor, möglichst viel Hintergrundinformationen einzubinden und damit regionalgeschichtlich interessierten Lesern zugänglich zu machen. Entstanden ist ein beeindruckendes und komplett farbig illustriertes Werk, dem man die Liebe zum Detail anmerkt. Zwar sind alle Notgeldscheine und Notmünzen katalogisiert und ausführlich beschrieben, doch aus der Vielzahl der Firmengelder der Region, in der traditionell eine umfangreiche metallverarbeitende Industrie mit Werkzeug- und Waffenfabriken heimisch war, kann nur das gezeigt werden, das vorhanden war. Nach einer Einleitung mit Wissenswertem zur Region, zum Notgeld sowie zu Münzen, Marken und Zeichen folgt der Katalogteil, der sich wie folgt gliedert: Papiernotgeld Metall- und Porzellannotgeld Lagergeld Briefmarken- und Kapselgeld Belege aus Papier bis 1945 Wert- und Kontrollmarken bis 1945 Belege aus Papier 1945 bis 1990 Wert- und Kontrollmarken 1945 bis 1990 Der Katalog umfasst damit Belege beginnend bei Notgeldausgaben und dem Kriegsgefangenenlagergeld (Ohrdruf) des Ersten Weltkriegs und endet bei Hotelgeld und Marken und Zeichen aus der Zeit der DDR. Wie der Autor selbst feststellt, bildet seine Arbeit ein Fundament, auf dem in der Zukunft weiter geforscht werden kann, was weitere Bände möglich macht. Die aufgeführten Stücke wurden bewusst nicht bewertet, es wurde aber eine grobe Einschätzung über die Verfügbarkeit am Markt vorgenommen. Der Katalog soll Sammlern von Notgeldscheinen, Notmünzen, Wertmarken und sonstigen Belegen mit Geld- oder Sachbezug aus dem Thüringer Wald und dem angrenzenden Thüringer Schiefergebirge hauptsächlich zur Orientierung und als Anregung dienen. Zusätzlich zur Abbildung der numismatischen Objekte finden sich zahlreiche Abbildungen von Serienschein-Verpackungen, von historischen Postkarten der Orte in der Region sowie von Firmenwerbung und zeitgenössischer Firmenpost als Belege zur hiesigen Wirtschaftsgeschichte. Das sehr reichhaltig bebilderte und liebevoll gestaltete Buch wird jedem Numismatiker und Heimatsammler, der mit der Region am Rennsteig – Deutschlands ältestem Höhenwanderweg – im Thüringer Wald verbunden ist oder sich für sie interessiert, empfohlen. Laut Auskunft des Autors werden vermutlich insgesamt drei Bände entstehen, wobei die Teile 2 und 3 seiner Schätzung nach mit jeweils ca. 200 Seiten etwas dünner ausfallen werden. Der zweite Teil ist bereits in Arbeit, da geht es dann mit Abschweifungen in alle Himmelsrichtungen von Benshausen über Zella-Mehlis, Oberhof und Suhl nach Ilmenau oder eventuell noch Stützerbach. Allein das Papiernotgeld aus Zella-Mehlis umfasst knapp 90 Seiten. Bestellungen bitte direkt an den Autor, E-Mail: rennsteig-numismatik@web.de Hans-Ludwig Grabowski

  • Fälscher & Falschgeld: Teil 54

    Geschichten, die Geschichte machten, Teil 8: Die „Andreas“-Angelegenheit und das „Unternehmen Bernhard“ Amt VI des Reichssicherheitshauptamtes war der deutsche Auslandsgeheimdienst. Von hier aus wurden die Fälscheraktionen der Nazis koordiniert. Das Reichssicherheitshauptamt (RSHA) Reinhard Heydrich wusste, dass seine unheimliche Machtfülle nicht überall und nicht von jedem bedingungslos akzeptiert wurde, dass er Neider hatte, die ihm seine Position und seinen schnellen Aufstieg schon in relativ jungen Jahren innerhalb des NS-Machtapparates missgönnten. Außerdem kamen sich SD und Gestapo immer häufiger ins Gehege, da sie auf den gleichen oder ähnlichen Gebieten arbeiteten. Kompetenzstreitigkeiten waren an der Tagesordnung, beide Organisationen versuchten, ihren Einflussbereich und ihre Machtposition auszudehnen und behinderten und störten sich gegenseitig. Heydrich erkannte das Gefahrenpotential, das sich hierin verbarg und versuchte, eine exakte Aufgabenteilung zwischen dem SD und der Gestapo vorzunehmen. Mittels des sogenannten Funktionstrennungs-Erlasses vom 1. Juli 1937 sollten die Aufgabengebiete der beiden Konkurrenten deutlicher voneinander abgegrenzt und festgeschrieben sowie die gegenseitige Ergänzung, nicht aber Doppelarbeit, Konkurrenzneid, Über- oder Unterordnung manifestiert werden. Danach hatte die Gestapo die Sachgebiete Marxismus, Landesverrat und Emigranten zu bearbeiten, der Sicherheitsdienst war zuständig für Wissenschaft, Volkstum und Volkskunde, Kunst, Erziehung, Verfassung, Verwaltung, Partei und Staat, Freimaurerei, Vereinswesen und Ausland. Gemeinsam zu erforschen waren: Kirchen, Sekten, religiöse Gemeinschaften, Pazifismus, Judentum, Wirtschaft, Presse, staatsfeindliche Gruppierungen, wobei der SD alle allgemeinen und grundsätzlichen Fragen, die Gestapo alle Fälle, in denen staatspolizeiliche Vollzugsmaßnahmen zu ergreifen waren, zu bearbeiten hatte. So blieben auch weiterhin genügend Punkte übrig, die zu Reibereien und Eifersüchteleien zwischen den beiden Dienststellen führten. Die führenden Männer des SD ließen sich durch die minutiöse Aufzählung ihrer Aufgabengebiete nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie immer noch in Gefahr waren, durch die Gestapo in relativ unbedeutende Positionen abgedrängt zu werden; sie beanspruchten nach wie vor die Führungsrolle des SD. Der SD verlegte sich daher zusätzlich auf ein Gebiet, das ihm zum einen gestattete, die Regimegegner bis ins Ausland zu verfolgen, zum anderen noch unerforscht war und voller Möglichkeiten schien, Image und Profil aufzupolieren und seinen Führungsanspruch zu festigen: die Auslandsspionage. Dies war zudem so recht nach dem Geschmack der SD-Leute, denn schon von Anfang an hatte sie die Agententätigkeit besonders fasziniert, erfüllte sie doch das „Spion spielen“ mit einer fast infantilen Freude. Allen voran Reinhard Heydrich, der ein begeisterter Kriminalroman-Leser war. Aus dieser Lektüre bezog er die Kenntnis, dass sich der Chef des englischen Secret Service, des MI6 (Military Intelligence Section 6, der 1911 gegründete britische Auslandsgeheimdienst) angeblich stets mit „C“ (= Chief) titulieren ließ. Freudig übernahm er diese Paraphe, so dass fortan das Kürzel „C“ auch durch die Amtsstuben des SD geisterte: „C“ hat befohlen..., „C“ wünscht...“, „C“ ist der Meinung, usw. Selbst auf Geheimdokumenten und Schriftverkehr erschien nun zum Beispiel „Sofort C vorlegen“ und ähnliche Vermerke. Bald war „C“ ein auch offiziell zu verwendendes Pseudonym für den Leiter des Sicherheitsdienstes und der Sicherheitspolizei. Im Spionage-Geschäft aber gab es ebenfalls Konfliktpotential. Die Wehrmacht versuchte mittels ihres OKW-Amtes „Ausland/Abwehr“ in die ihm offiziell verbotene politische Berichterstattung einzudringen und dem SD und der Gestapo Regimegegner vor der Nase wegzuschnappen. Gleichzeitig setzte man im Oberkommando der Wehrmacht alles daran, den Polizei- und Geheimdienstapparat der SS von der Armee fernzuhalten. Die Missgunst gegen seine Person, die ständigen Rangeleien und Reibereien mit der militärischen Abwehr des Admirals Wilhelm Canaris, insbesondere aber auch das große Misstrauen vieler Parteifunktionäre gegen den SD, der, wie schon berichtet, trotz offiziellen Verbots auch diese ausspionierte und beurteilende Dossiers über sie verfasste, ließen Heydrich zu der Überzeugung kommen, dass sein Machtapparat nicht unverwundbar war und einer grundlegenden Konsolidierung und noch stärkeren Zentralisierung bedurfte. Hinzu war ein unter anderem durch die Fritsch-Affäre 1938 ausgelöster gewisser „Prestigeverlust“ der Gestapo gekommen: Durch eine Verwechslung war der General Fritsch in den Verdacht geraten, homosexuelle Neigungen zu haben, die exakte Schilderung der Einzelheiten des Skandals würde an dieser Stelle aber zu weit führen. In Reinhard Heydrich reifte der Plan, die beiden tragenden Säulen seines Überwachungs- und Terrorapparates zu einer zentralen, einheitlichen Kommandostelle zu verschmelzen, um seine Position und die Stellung der politischen Polizei im Reich weiter zu festigen. SD und Sicherheitspolizei sollten zu einem einheitlichen Reichssicherheitsdienst vereinigt werden. Bei seinem Chef Heinrich Himmler rannte er dabei offene Türen ein, denn dieser hatte mit einem Erlass vom Juni 1938 bereits ebenfalls ein großes Projekt konzipiert: Die endgültige Verschmelzung von SS und Polizei zu einem einheitlich ausgerichteten Staatsschutzkorps des Deutschen Reiches. Nach diesem Konzept hatten die Beamten der Ordnungspolizei in die allgemeine SS einzutreten, diejenige der Sicherheitspolizei in den SD. Damit wäre die endgültige, untrennbare Vereinigung von Parteidienststellen mit Staatsbehörden vollzogen worden! Schon im Herbst 1936 hatte Himmler die Führer der SD-Oberabschnitte zu Inspekteuren der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes ernannt. Sie sollten das Zusammenwachsen von Gestapo, Kripo und SD forcieren. Ende 1937 waren dann die Führer der SS-Oberabschnitte zu sogenannten „Höheren SS- und Polizeiführern (HSSPF)“ ernannt worden, die in ihrem Wehrkreis die SS-, Ordnungspolizei- und Sicherheitspolizeieinheiten leiteten. Nun aber kamen den „alten Kämpfern“ des SD Bedenken, sie könnten ihre Eigenständigkeit und ihre Position vollends einbüßen. Denn in die SS wechselten vorwiegend Beamte aus der Gestapo über, ein vollkommen anderer Typus als er im SD heimisch war. Nicht nur, dass diese Leute eine Konkurrenz hinsichtlich der dienstlichen Tätigkeiten bedeuteten. Es waren traditionelle Polizeibeamte mit Pensionsanspruch, die da den SD-Angehörigen begegneten und Neid auslösten ob der Tatsache, dass die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes einer Parteiformation mit mehr oder weniger willkürlich gestalteten Laufbahnregeln und keinesfalls gesicherter Altersversorgung angehörten. Auch wurden die Dienstgrade der in den SD übernommenen „Frischlinge“ sofort bei Eintritt angeglichen. So wurde aus einem Kriminalobersekretär etwa ein Hauptscharführer, aus einem Kriminalhauptkommissar ein Hauptsturmführer oder aus einem Kriminalrat ein Sturmbannführer, während sich viele der SD-Angehörigen „von ganz unten“ hatten hochdienen müssen. Diese Ungerechtigkeiten waren durchaus auch Heydrich ein Dorn im Auge. So verwundert es nicht, dass er durch die Fusion der Sipo und des SD letzteren verstaatlichen, damit seine Mitarbeiter denen anderer staatlicher Stellen gleichstellen und die Abhängigkeit von der Partei und die daraus resultierende ständige Geldknappheit beenden wollte. Heydrich beauftragte daher seinen engen Mitarbeiter Walter Schellenberg (wir werden diesen als Gruppenführer und Chef des Amtes VI ab 1942 noch näher kennenlernen) mit einer Ausarbeitung, die die Zusammenlegung von SD und Sipo zum Thema hatte. Darin war neben Himmlers Vorstellung eines Staatsschutzkorps aus Ordnungspolizei und SS der neue Reichssicherheitsdienst aus SD und Sicherheitspolizei konzipiert. Schellenberg legte dar, wie das SD-Hauptamt (also die Partei-Einrichtung) mit dem Hauptamt Sipo (der Staatsdienststelle) zu einem neuen Machtzentrum der politischen Polizei, dem Reichssicherheitshauptamt, vereinigt werden konnte. Allerdings plante Schellenberg, dass der Sicherheitsdienst nicht gänzlich in der Sipo aufgehen, sondern seinen „arteigenen Charakter“, wie er es formulierte, behalten sollte. Damit gedachte er, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Einerseits wollte man – auch im Hinblick auf den Etat und die Finanzierung – alle Vorteile einer staatlichen Stelle erreichen, sich aber andererseits im Handeln eine möglichst große Unabhängigkeit von überkommenen Beamten-Konventionen und verwaltungsjuristischen, formalen Denkweisen bewahren. Doch die konsequente Umsetzung des Heydrich/Schellenberg-Planes scheiterte letztendlich an der Ängstlichkeit Heinrich Himmlers, mit der dieser der Parteiführung gegenübertrat und den Plan eines einheitlichen Reichssicherheitsdienstes vertrat oder besser: nicht bzw. nicht konsequent genug vertrat. Hier kam die Tatsache wieder zum Tragen, dass die NSDAP-Führung niemals zugestimmt hätte, eine Parteieinrichtung mit einer staatlichen Dienststelle zu einer gemeinsamen Behörde zu vereinigen. Eine diesbezügliche vorsichtige Anfrage Himmlers bei Rudolf Heß hatte dem SS-Führer einen gewaltigen Nasenstüber eingebracht, hatte doch Heß unmissverständlich erklärt, dass er es nie zulassen würde, dass eine Staatsstelle Einblick in elementare Partei-Angelegenheiten erhalten würde. Auch Martin Bormann, Leiter der Parteikanzlei, Hitlers Sekretär und getreuester Paladin sowie Intimfeind Himmlers, hätte solche Ansinnen mit aller Macht verhindert. Aus heutiger Sicht mag dies verwundern, war doch ansonsten Nazi-Deutschland geprägt durch Gleichschaltung und Zentralisierung von Macht und Einfluss. So entstand durch entsprechenden Erlass des „Reichsführers SS“ am 27. September 1939 aus den Abteilungen des SD-Hauptamtes und des Hauptamtes Sipo eine Reichssicherheitshauptamt (RSHA) genannte Zentralstelle, die neben die anderen SS-Hauptämter trat, aber in der Öffentlichkeit so gut wie nie unter diesem Namen in Erscheinung trat. Chef des RSHA und natürlich weiterhin unmittelbar Heinrich Himmler unterstellt: Obergruppenführer Reinhard Heydrich. Nur im internen Schriftverkehr wurden der Begriff und der Briefkopf „Reichssicherheitshauptamt“ verwendet, im Schriftverkehr mit anderen Behörden und Personen durfte ein solcher Absender dagegen nicht benutzt werden, wie eine auf Befehl Himmlers gegebene Anweisung Heydrichs vorschrieb. Nach außen hin waren also ein RSHA und sein Leiter nicht existent, es gab weiterhin nur den Briefkopf „Der Chef der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes“. Die Ämter, aus denen es gebildet worden war, wurden nicht aufgelöst, sie führten ihr Eigenleben als Partei- oder Staatsdienststelle, je nachdem, zunächst weiter, wenngleich sie zum Teil zusätzliche Bezeichnungen zu ihren seitherigen erhielten. Im Erlass Himmlers „die Errichtung des Reichssicherheitshauptamtes betreffend“ heißt es unter der Textziffer 1 unter anderem, dass „durch die Zusammenfassung die Stellung dieser (seitherigen, d.Verf.) Ämter in der Partei und in der staatlichen Verwaltung nicht geändert (wird)“. Im Verkehr mit anderen Dienststellen firmierte zum Beispiel das neue RSHA-Amt IV immer noch als „Geheimes Staatspolizeiamt“, hieß aber nach neuer Bezeichnung „Gegnerbekämpfung“. Wenngleich Heydrich das ursprüngliche Ziel, eine bedingungslose und vollkommene Vereinigung von SD und Sipo zu einem einzigen, homogenen und von Parteiweisungen vollkommen unabhängigen Reichssicherheitsdienst in der gewünschten Form nicht verwirklicht sah, so war doch mit der organisatorischen Zusammenlegung der beiden Dienste im RSHA die Zusammenballung aller polizeilichen Macht im Staate manifestiert worden. Eine Zentrale, von der aus die geheimen und offiziellen Polizei- und Sicherheitsorgane des Reiches gelenkt wurden und die mit schier unbegrenzten Vollmachten ausgestattet war, war geschaffen worden. Der SD aber blieb weiterhin auf Gedeih und Verderb abhängig von der Partei. Es gab auch kein zentrales Gebäude des RSHA, seine Ämter und Dienststellen waren über das ganze Stadtgebiet verteilt, wenngleich sich Zentrale und Sitz des Chefs in der Prinz-Albrecht-Straße Nr. 8 in Berlin SW 11 befanden und sich auch einige weitere wesentliche Stellen des RSHA auf das Prinz-Albrecht-Gelände konzentrierten. Insgesamt belegte das RSHA mehr als 30 Gebäude zwischen Weißensee und Wannsee. Das RSHA, dieses „Verwaltungsbüro“ der verschiedenen parteieigenen und staatlichen Dienststellen, war die absolute Zentrale des Terrors und des Machtmissbrauchs im nationalsozialistischen Deutschland. Reinhard Heydrich, ein hochintelligenter Mann, der in Bruchteilen von Sekunden eine Situation erfasste und blitzschnell kombinieren konnte, dabei aber kühl, berechnend und äußerst skrupellos war, übernahm am 29. September 1941 auf Anordnung Hitlers als Stellvertretender („statthaltender“) Reichsprotektor von Böhmen und Mähren die Amtsgeschäfte des eigentlichen Reichsprotektors Konstantin Freiherr von Neurath, was selbst für eingeweihte Nazis überraschend kam. Der Hintergrund in aller Kürze: Heydrich wollte zeigen, dass er auch öffentlichen Verwaltungsaufgaben gewachsen war und die Position des stellvertretenden Reichsprotektors schien ihm dazu geeignet. Zu was? Heydrich trug sich schon eine ganze Weile mit dem Gedanken, einer der ersten Männer (wenn nicht sogar der Erste!) im Reich zu werden. Auf dieses Ziel arbeitete er mit generalstabsmäßiger Planung hin. So wusste er den „Führer“ zu überzeugen, dass der farblose Freiherr von Neurath in Prag unbedingt eine „Unterstützung“ brauche und Hitler willigte ein. Auch Heinrich Himmler war klar, dass ihm in Reinhard Heydrich ein ernstzunehmender, eiskalt und gnadenlos berechnend vorgehender Konkurrent erwachsen war, der ihn über kurz oder lang auszubooten gedachte. Er war deshalb nicht unfroh, ihn zumindest für die nächste Zeit nicht mehr in unmittelbarer Nähe zu haben. Zunächst gab es daher auch keinen Nachfolger als Chef des Reichssicherheitshauptamtes. Heinrich Himmler selbst kümmerte sich um dessen Leitung, und er war entschlossen, auf keinen Fall einen Mann zum Nachfolger zu bestimmen, der ihm ähnlich gefährlich werden konnte wie Heydrich. Letzerer wurde am 27. Mai 1942 durch ein Attentat tschechischer Patrioten, die von der Exilregierung in London beauftragt worden waren, schwer verletzt und starb am 4. Juni. So dauerte es bis zum 29. Mai 1943, als Obergruppenführer Dr. jur. Ernst Kaltenbrunner als Nachfolger Heydrichs zum Leiter des RSHA ernannt wurde. Damit war ein Mann Chef des Hauptamtes geworden, der auch nicht annähernd das Format eines Reinhard Heydrich besaß. Für Himmler war dies eine gewisse Garantie der „Existenzsicherung“. Mit der Ernennung Kaltenbrunners hatte niemand gerechnet, da dieser Rechtsanwalt und Höhere Polizei- und SS-Führer von Wien weder die polizeiliche Facherfahrung für ein solches Amt besaß, noch über besondere persönliche Beziehungen verfügte, mittels derer man im Dritten Reich üblicherweise zu Rang und Würden kam. Die Gerüchte, dass es bei der Ermordung Heydrichs nicht mit rechten Dingen zugegangen sein soll und diese nicht die Tat von Exil-Tschechen gewesen war, sondern das Ergebnis eines SS-internen Machtkampfes, bei dem unter Umständen Heinrich Himmler die treibende Kraft gewesen sein könnte, wollten lange Zeit nicht verstummen. Karlheinz Walz Fortsetzung folgt … Karlheinz Walz: Fälscher & Falschgeld, 280 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-86646-084-3. Das Buch können Sie für nur 9,90 EUR in unserem Online-Shop kaufen!

  • Leserpost: 50 Mark von 1919 – KN mit Komma

    Zur Ergänzung für den Folgekatalog: DEU-71b: Reihe 2, AM b, KN mit Komma! DEU-71c: Reihe 3, AM b, KN mit Komma! L. Kühn Antwort der Redaktion Mit der 21. Auflage wurde eine neue Katalogisierung eingeführt, deren Nummerierung Sie bereits verwenden. Bei den beiden Varianten b und c (Reihen 2 und 3 mit Drucken von der Staatsdruckerei Wien bzw. der Druckerei W. Büxenstein aus Berlin) wird in der Beschreibung angegeben, dass hier Kontrollnummern mit einer Komma-Trennung verwendet werden. Die Serie AM ist ebenfalls nicht unbekannt, da bei beiden Varianten ein Seriennummernkreis von AA bis AU angegeben wird. Diese Informationen findet man auch so in der neuesten 22. Auflage von 2020/2021. Neue Erkenntnisse kann ich somit nicht aus Ihren beiden Kopien gewinnen. Hier noch ein Scann eines Fünfzigers der Deutschen Reichsbank vom 24. Juni 1916 aus der in Wien gedruckten Reihe 2 mit dem gleichen Merkmal (KN mit Komma) aus meiner Sammlung zum Vergleich. Ich wünschen Ihnen noch viel Spaß beim Sammeln und bleiben Sie gesund. Hans-Ludwig Grabowski

  • Aus privaten Sammlungen: Behelfszahlungsmittel für die Deutsche Wehrmacht zu 1 Reichspfennig 1940

    Objekttyp: Militärgeldschein Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Historischer Kontext: Mit Behelfszahlungsmitteln wurden Wehrmachtsangehörige und diesen gleichgestellte Personen in ­solchen Ländern bezahlt, in denen Beschränkungen zur Landeswährung bestanden. Eine erste und heute besonders seltene Ausgabe stammt aus der Mitte des Jahres 1940 und wurde im besetzten Teil Frankreichs und dann in Rumänien und Bulgarien genutzt. Eine komplette Serie wurde dann aber erst 1942 eingeführt. Die Scheine waren keine öffentlichen Zahlungsmittel, sondern nur für den Geldverkehr innerhalb der Wehrmacht bestimmt. Um den Gebrauch außerhalb der Wehrmacht zu unterbinden, betrug der Nennwert der Scheine nur ein Zehntel des wahren Werts. Ein Schein über 1 Reichspfennig entsprach also 10 Reichspfennig Warenwert. Alle Scheine sind nur einseitig bedruckt und tragen keine Kontrollnummer. Sie wurden Ende 1944 eingezogen und durch Verrechnungsscheine ersetzt. Land/Region/Ort: Deutsches Reich Emittent: Deutsche Wehrmacht Nominal: 1 Reichspfennig Datierung: ohne Datum Umlauf: 1940/1941 Zitate: DWM-1 (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871), 500 (Rosenberg/Grabowski), GER-M31 (SCWPM) Vorderseite: Hakenkreuz im Unterdruck, links unten Hoheitsadler und rechts unten Hakenkreuz, jeweils mit der Umschrift "Deutsche Wehrmacht". Links und rechts Wertangabe in Ovalen. Rückseite: Druck einseitig Unterschriften: ohne Wasserzeichen: Krone über Blütenornament Format: 100 x 50 mm Material: Papier Herstellung: Druck Nummerierung: ohne Authentizität: Original Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com. Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Verlag: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-183-3 Auflage: 22. Auflage 2020 Bebilderung: durchgehend farbig Hardcover: 928 Seiten Format: 14,8 x 21 cm Preis: 39,90 Euro Mehr lesen …

  • Lexikon: Deichmann-Bons

    Als "Deichmann-Bon" wird Militärgeld des Ersten Weltkriegs bezeichnet, das von der deutschen 2. Armee im besetzten französischen Gebiet ausgegeben wurde. Es sollte die davor üblichen Requisitionsscheine (Bons de réquisition) ersetzen. Sie waren nach dem Leiter des Wirtschaftsausschusses der 2. Armee, dem Rittmeister und späteren Major Deichmann, benannt. Sog. "Deichmann-Bon" über 10 Francs (EWK-58), ausgestellt in Etreux, Vorder- und Rückseite, Sammlung Grabowski. Es gab Werte zu 5, 10, 20, 50 und 100 Francs, die von der Firma Du-Mont-Schauberg in Köln gedruckt wurden und den Dienststempel einer deutschen Militärstelle sowie einen französischen Gemeindestempel tragen mussten. Da die Haftungsfrage für die Einlösung der Scheine nicht geklärt werden konnte, wurde ihre weitere Ausgabe mit Verfügung vom 14.1.1915 verboten. Die Deichmann-Bons sind gesuchte Sammelobjekte und sehr selten. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Verlag: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-183-3 Auflage: 22. Auflage 2020 Bebilderung: durchgehend farbig Hardcover: 928 Seiten Format: 14,8 x 21 cm Preis: 39,90 Euro Mehr lesen …

  • COLIDO – die zuverlässige Online-Lösung zur Verwaltung Ihrer Sammlung

    Die Motive zur Katalogisierung der eigenen Sammlung sind vielfältig: Den Überblick behalten, Bilder und Informationen griffbereit haben, eine Dokumentation für Versicherungszwecke erstellen oder auch den Verkauf bzw. die Weitergabe vorbereiten sind nur einige davon. In jedem Einzelfall stellt sich aber immer schnell die Frage nach geeigneten Methoden und Mitteln. Immerhin müssen meist Hunderte oder sogar Tausende Objekte erfasst werden – dieser Zeitaufwand will gut überlegt sein. Colido gibt genau hierauf die passende Antwort: Eine aus der Perspektive des Privatsammlers einfach zu bedienende, optisch ansprechende und dennoch umfassende Sammlungsverwaltung, die Datensicherheit mit den Vorteilen einer Internet-basierten Lösung verbindet. Zwar steht auch hier am Anfang das Einpflegen der Informationen, aber die intuitive und selbst erklärende Benutzeroberfläche vereinfacht diese Aufgabe erheblich. Der sehr detaillierte Erfassungsdialog lässt sich individualisieren, sodass je nach Belieben nur Basisinformationen oder aber sehr spezifische Merkmale zu jedem Objekt abgefragt werden. Neben den Objektdaten können auch Fotos und Dokumente wie PDF- oder DOC-Dateien hinzugefügt werden. Sind die Daten einmal erfasst, bieten sich dem Sammler vielfältige Optionen zur Darstellung oder Ausgabe in Form von Listen und Labels bis hin zur Freigabe ausgewählter Informationen in Form von Galerien für Dritte per Link. Eine in Colido angelegte Geldscheinsammlung. Eine Volltextsuche und die Filterfunktion sorgen dafür, auch in sehr großen Sammlungen sekundenschnell das gewünschte Objekt zu finden. Die in der Plus-Version zusätzlich verfügbare Standortverwaltung ermöglicht eine virtuelle Darstellung des eigenen Aufbewahrungssystems und die entsprechende Objektzuordnung. Durch die Erstellung von sogenannten „Sets“ lassen sich Objekte beliebig gruppieren, bspw. nach Regionen, Alter, Zustand oder jedem anderen selbstgewählten Kriterium. Ursprünglich wurde Colido zur Erfassung von Mineraliensammlungen entwickelt, bietet inzwischen aber auch sehr detaillierte Katalogvorlagen für Münzen, Geldscheine und Kunst. Wer seine Sammlung bereits digital erfasst hat, kann diese über eine Import-Funktion als csv-Datei in Colido übernehmen. Ebenso lässt sich der eigene Katalog jederzeit als csv-Datei z.B. zu Sicherungszwecken wieder exportieren. Colido ist eine sogenannte Cloud-Lösung, das heisst, dass alle Daten auf gesicherten Servern in Deutschland abgelegt sind. Der Zugang zur eigenen Sammlung ist passwortgeschützt und auch unterwegs von Tablets oder Smartphones aus möglich. Die Anmeldung erfolgt über die Website www.colido.de app.colido.de. In der kostenlosen Basisversion stehen bereits zahlreiche Funktionen und 250MB Speicherplatz zur Verfügung. Je nach Größe der hochgeladenen Bilder reicht das für bis zu 1.000 Objekte. Die Plus-Version kostet neun Euro pro Monat und bietet 2GB Speicher sowie erweiterte Möglichkeiten zur Erfassung und Ausgabe. Bei technischen Fragen steht in beiden Versionen ein Email-Support zur Verfügung, der innerhalb von 24 Stunden Hilfestellung leistet. Natürlich kann man seine Sammlungskataloge dann auch als PDF erstellen lassen und Labels für jedes Objekt drucken. Die Colido GmbH mit Sitz in München ist als Anbieter der Online-Sammlungsverwaltung seit 2014 am Markt. Nach Auskunft des Unternehmens nutzen bereits über 1.000 Sammler in Deutschland die Software. Weitere Informationen finden Sie unter www.colido.de. Jens Rödel

  • Fälscher & Falschgeld: Teil 53

    Geschichten, die Geschichte machten, Teil 8: Die „Andreas“-Angelegenheit und das „Unternehmen Bernhard“ Das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt (WVHA) 1929 erhielt die SS ein Verwaltungsamt, dessen Leiter am 1. Februar 1934 Oswald Pohl wurde. Nach Übernahme auch der Zuständigkeit für die bewaffneten SS-Verbände erhielt er den Titel „Verwaltungschef der SS“ und war damit auch oberster Verwalter des Sicherheitsdienstes sowie des Rasse- und Siedlungs-Hauptamtes (RuSHA). Seit 1939 firmierte dieses Verwaltungsamt als „Hauptamt Verwaltung und Wirtschaft“, dem das Hauptamt „Haushalt und Bauten“ angegliedert war. Pohl schloss am 1. Februar 1942 beide Ämter zum Wirtschafts-Verwaltungshauptamt (WVHA) zusammen und verfügte in der damit entstandenen Großbehörde über eine Personalstärke von 1.500 Mann. Ursprünglich hatten die Konzentrationslager dem K.L.-Inspekteur Theodor Eicke unterstanden, der dem SS-Hauptamt angehörte. Eicke rückte in die Waffen-SS ein. Sein Nachfolger wurde Richard Glücks, der 1942 in seiner Eigenschaft als K.L.-Inspekteur in das WVHA eingegliedert wurde und dort die Amtsgruppe D bildete. Vom Amt D II aus würde im Juli 1942 ein Rundschreiben an die Kommandanten der K.L. Buchenwald, Ravensbrück und Sachsenhausen ergehen, in dem Häftlinge aus dem graphischen Gewerbe, Papierfachleute und sonstige geschickte Handwerker gesucht wurden und an das Amt D II zu melden waren. Der Sicherheitsdienst Der Sicherheitsdienst war innerhalb der SS zunächst die Parteipolizei und der Nachrichtendienst der NSDAP. Er hatte vorrangig die Aufgabe, die Gegner der NSDAP zu überwachen, Gefahren von der Partei abzuwenden sowie die Beschaffung politischer Nachrichten aus dem In- und Ausland. Das Kürzel „SD“ gehörte, wie „SS“ oder „Gestapo“, zu den gefürchtetsten Abkürzungen im Deutschen Reich des Adolf Hitler. Ab 1931 von Himmlers engstem Mitarbeiter, Reinhard Heydrich, aufgebaut, basierte der SD auf einem reichsweiten Spitzelsystem von bezahlten Agenten und V-Leuten und belieferte SS- und Parteiführung mit regelmäßigen Berichten über die Stimmungslage der Bevölkerung („Meldungen aus dem Reich“). Gegliedert in Abschnitte und Oberabschnitte gehörte zu den weiteren Aufgaben des SD, dessen Chef Heydrich im Juli 1932 offiziell wurde, die Ausforschung tatsächlicher oder angeblicher Regimegegner und oppositioneller Gruppen. Er gab auch Beurteilungen über die politische Zuverlässigkeit hoher Parteiführer, Offiziere und weiterer NS-Funktionäre ab, die in vielen Fällen Auswirkungen auf deren weitere Laufbahn hatten. Von vielen „Würdenträgern“ aus Partei und Staat heftig kritisiert, wurde die Anlage solcher Dossiers von Himmler zwar offiziell untersagt, intern und inoffiziell aber weiterhin praktiziert und geduldet. Das Wort „Kameradschaft“ wurde zwar gepflegt und hochgehalten, doch in den Führungspositionen misstraute man sich gegenseitig und beäugte sich stets mit Argwohn. Ab 1933 wurde der „Sicherheitsdienst des Reichsführers SS“ mit seinem Chef Heydrich als fünftes Hauptamt innerhalb der SS direkt Heinrich Himmler unterstellt, ab 9. Juni 1934 durch Befehl von Rudolf Hess zum alleinigen Nachrichtendienst der Partei erklärt. Alle anderen noch vorhandenen nachrichtendienstlichen Gruppierungen innerhalb der NSDAP wurden aufgelöst. Das SD-Hauptamt gliederte sich in das Amt I „Organisation“, das Amt II „Gegnerbekämpfung“ und das Amt III „Ausland“, welches wir später als Amt VI im neugeschaffenen Reichssicherheitshauptamt nebst seinem ersten Chef Heinz Jost wiederfinden und noch näher kennenlernen werden. Die Sicherheitspolizei (Gestapo und Kriminalpolizei) Im Juni 1936 wurde durch zwei Erlasse Himmlers das Polizeiwesen reformiert: Aus der uniformierten Polizei (Schutzpolizei sowie Gendarmerie) wurde die sogenannte Ordnungspolizei (Orpo). Kriminal-Polizei und Gestapo mit Grenzpolizei wurden unter dem Oberbegriff Sicherheitspolizei (Sipo) zusammengefasst. Chef des Hauptamtes Ordnungspolizei wurde Obergruppenführer Kurt Daluege. Zum Chef des Hauptamtes Sicherheitspolizei wurde in Personalunion SD-Hauptamtschef und Obergruppenführer Reinhard Heydrich ernannt. Das Sipo-Hauptamt gliederte sich in die Ämter „Verwaltung und Recht“ (Amtschef: Oberführer Dr. Werner Best), „Geheimes Staatspolizeiamt (Gestapa)“ mit den beiden Ämtern „Politische Polizei“ (Chef: Standartenführer Heinrich Müller, dieses Amt ist die eigentliche Gestapo) und „Abwehrpolizei“ (Chef: Dr. Werner Best, in Personalunion mit dem oben genannten Amt I) sowie als dritte Hauptamtsbehörde das „Reichskriminalpolizeiamt“ (Chef: Sturmbannführer Arthur Nebe). Das RKPA, die Kriminalpolizei, war das Nachfolgeamt des Preußischen Landeskriminalpolizeiamtes, dem Lenkungsorgan aller Kripostellen im Deutschen Reich. Das RKPA war damit oberste Reichsbehörde, der die gesamte deutsche Kripo verwaltungsmäßig unterstand. Es residierte, wie auch die Gestapo, in der Berliner Prinz-Albrecht-Straße Nr. 8, eine der unheimlichsten und unter der Berliner Bevölkerung nur im Flüsterton genannten Adresse. Die Gestapo unter ihrem berüchtigten Leiter Heinrich Müller („Gestapo-Müller“) war 1933 auf Betreiben des damaligen Chefs der Polizei Hermann Göring als Preußisches Geheimes Staatspolizeiamt gegründet worden, mit dem Ziel der Erforschung und Bekämpfung aller staatsgefährdenden Bestrebungen und Umtriebe. Ab 1934 wurde Heinrich Himmler auch in beinahe allen nichtpreußischen Ländern die Leitung der politischen Polizei übertragen, was nach dem Verzicht von Göring auf sein Weisungsrecht in der Formierung zum Geheimen Staatspolizeiamt (Gestapa) nunmehr für das gesamte Deutsche Reich mündete, zu dessen oberstem Leiter er Reinhard Heydrich ernannte. Von Beginn an mit weitreichenden Kompetenzen ausgestattet, operierte die Gestapo im rechtsfreien Raum. Sie durchsuchte und verhaftete ohne richterlichen Beschluss, schickte Menschen willkürlich in Konzentrationslager, intrigierte, folterte und mordete. Es waren ihr in der Wahl ihrer Mittel keinerlei Grenzen gesetzt. Die Gestapo charakterisierte auf eindrucksvolle Weise den sogenannten Doppelstaat. Einerseits war das NS-System bestrebt, den „Normenstaat“ zu erhalten, dessen Handeln sich an den Gesetzen und Verordnungen orientierte und der hierdurch vorhersehbar und zum Beispiel für Wirtschaft und Industrie absehbar, berechenbar blieb. Andererseits hielt sich dieses System in den Bereichen Gegnerbekämpfung und Herrschaftssicherung nirgends an Normen und Regeln, auch nicht an selbstgesetzte. Dieser „Maßnahmenstaat“ beugte je nach Zweckmäßigkeit und Bedürfnis das Recht oder setzte es gänzlich außer Kraft, handelte also vollkommen autonom im rechtsfreien Raum und legalisierte so Folter, Mord und Terror. Am 11. November 1938 bezeichnete ein Runderlass des Reichsinnenministers den SD als alleinige Nachrichtenorganisation für Staat und Partei mit der besonderen Aufgabe, die Geheime Staatspolizei zu unterstützen. Damit finden wir auch hier wieder zum einen in der Leitung von SD und Gestapo in ein und derselben Person (Reinhard Heydrich), zum anderen in dem durch den genannten Erlass verfügten Tätigwerden in staatlichem Auftrag eine Verquickung von reiner Parteiformation und Staatsbehörde. Die Zuständigkeit von Heydrich als Chef von SD und Sipo gewährleistete einen immer intensiver werdenden Kontakt von Sicherheitsdienst und Gestapo. Durch diese enge Kooperation zwischen beiden Stellen nahm jedoch der Partei-Nachrichtendienst immer mehr (staatliche) Polizeiaufgaben und auch immer mehr geheimdienstliche Tätigkeiten im Ausland wahr. Der fingierte Angriff auf den Reichssender Gleiwitz, der Adolf Hitler den gewünschten Vorwand für den Überfall auf Polen lieferte, wurde ebenfalls von Männern der SS respektive des SD ausgeführt. Davon erfahren wir später mehr. 1938 wurden durch das Hauptamt Sicherheitspolizei und das SD-Hauptamt Sondereinheiten zur Bekämpfung politischer Gegner aufgestellt, die berüchtigten Einsatzgruppen, die bereits im Polenfeldzug den vorrückenden Wehrmachtsverbänden folgten. Die Offiziere dieser Einsatzgruppen rekrutierten sich aus der Gestapo, der Kripo und dem SD, die Mannschaften aus Ordnungspolizei und Waffen-SS. Die Mitglieder der oftmals von promovierten Juristen kommandierten Einsatzgruppen waren wegen ihrer Brutalität und ihres grausamen Vorgehens weithin gefürchtet. 1939 ging die bisher stets eigenständige Grenzpolizei in der Gestapo auf, der SD wurde zusammen mit der Sicherheitspolizei in das neugeschaffene Reichssicherheitshauptamt eingegliedert, wo sich seine Aufgaben in den SD-Inland (Amt III des neuen RSHA, Inlandsnachrichtendienst) und in den SD-Ausland (das ehemalige Amt III des SD-Hauptamts, jetzt Amt VI des RSHA, Geheimer Auslandsnachrichtendienst, ab 1944: Politischer Auslandsgeheimdienst) aufbauorganisatorisch trennten. Sicherheitsdienst und Sicherheitspolizei bildeten damit den eigentlichen Kern des RSHA. Karlheinz Walz Fortsetzung folgt … Karlheinz Walz: Fälscher & Falschgeld, 280 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-86646-084-3. Das Buch können Sie für nur 9,90 EUR in unserem Online-Shop kaufen!

  • 3. Geldscheinsammlertreffen in Unterfranken

    Je nach Corona-Lage und G-Regeln: Das 3. Geldscheinsammlertreffen in Unterfranken findet am 20. November 2021 ab 10 Uhr wieder im Luftkurort Heigenbrücken statt. Am Veranstaltungsort, Gasthaus und Pension « Zur Frischen Quelle », Hauptstrasse 1, 63869 Heigenbrücken, steht wieder ein sehr großer Saal zur Verfügung, mit reichlich Platz und Licht für Tische im Zentrum und zum plaudern, entspannen, essen etc. Der Veranstalter bittet um Voranmeldungen zur Teilnahme. Curt Banspach Veranstalter : RBcurrency Germany GbR Tel.: +49 (0) 6021 3288 558 info@rbcurrency.com

  • Aus privaten Sammlungen: 100 Rupien des Government of Pakistan o.D. (1.10.1948)

    Als 1947 die Teilung Indiens erfolgte und somit Pakistan unabhängig wurde, besaß der junge Staat noch keine Zentralbank, um eigenes Papiergeld ausgeben zu können. Daher wurde beschlossen, der Reserve Bank of India solle bis zum 30. September 1948 diese Funktion übertragen werden. Aufgrund der sich verschlechternden Beziehungen zwischen Pakistan und Indien war man jedoch bestrebt, bereits vor dem Ablauf dieser Zeit die Abhängigkeit von der indischen Notenbank zu beenden. So nahm schon am 1. Juli 1948 die neu gegründete State Bank of Pakistan mit Sitz in der damaligen pakistanischen Hauptstadt Karatschi den Betrieb auf. Um die Zeit bis zur Ausgabe der ersten Noten der neuen Staatsbank zu überbrücken, gab die pakistanische Regierung am 1. Oktober 1948 Staatspapiergeld in den Werten zu 5, 10 und 100 Rupien in Umlauf, das bis 1955 bzw. 1956 zirkulierte. Seit Beginn der Notenemission der State Bank of Pakistan am 1. April 1949 führte das Government of Pakistan noch in den Jahren bis 2001 Staatspapiergeld ausschließlich von 1 Rupie ein – ein Nominal, das seit den 1990er Jahren durch Münzen abgedeckt wird. Aus der Sammlung Josef Gerber: Pakistan, Government of Pakistan: 100 Rupien o.D. (eingeführt am 1.10.1948) Vorderseite: Links Wertzahl im Medaillon, rechts Mondsichel und Stern im Medaillon, Bankname und Nominal auf Urdu; Ornamente. Rückseite: Bankname und Nominal in englischer Sprache; Ornamente. Wasserzeichen: ohne Format: 166 mm x 90 mm Druck: De La Rue, London Umlauf: bis 1.8.1956 Katalogreferenzen: PAK-7 (Standard Catalog of World Paper Mone – Vol. II: General Issues) Kana Totsuka Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Keine Numismata im Jahr 2022 in München!

    Die NUMISMATA München muss 2022 erneut eine Pause machen. Die Corona Pandemie ist immer noch nicht unter Kontrolle und die Gesundheit unserer Besucher und Aussteller steht an oberster Stelle. Des Weiteren ist die NUMISMATA eine internationale Veranstaltung, die weit im Voraus geplant werden muss. Aufgrund der aktuellen Lage können sich jedoch Einreisebestimmungen und Sicherheitsauflagen für Veranstaltungen schnell ändern. Aus diesen Gründen ist die nächste NUMISMATA München erst für 2023 geplant. Der genaue Termin für 2023 wird noch rechtzeitig bekannt gegeben. Wir hoffen auf baldiges Wiedersehen auf der nächsten NUMISMATA. Bis dahin wünschen wir Ihnen alles Gute und bleiben Sie gesund. Die Numismata in Berlin und die in Frankfurt sollen 2022 stattfinden! Aufgrund der aktuellen Lage wird der genaue Termin für 2022 noch bekannt gegeben. MÜNZEN MODES Inh. Angela Modes E-Mail: info@numismata.de Web: www.numismata.de

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