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- Aus privaten Sammlungen: "Deichmann-Bon" über 100 Francs von 1914/1915
Die Lieferungsscheine (Bons) der Zweiten deutschen Armee dienten im besetzten Teil Frankreichs während des Ersten Weltkriegs zur Bezahlung von Lieferungen französischer Gemeinden an das deutsche Heer. Die Bons sind links gezähnt, da sie aus Abrissblöcken mit Perforation getrennt wurden. Die sog. „Deichmann-Bons“ oder auch „Wirtschaftsausschuss-Bons“ wurden ab Februar 1915 in Gesamthöhe von 3,5 Mio. Francs in 192 besetzten Gemeinden ausgegeben. Eingeführt wurden sie vom Major d. Res. Deichmann beim Wirtschaftsausschuss der Etappen-Inspektion 2. Sie sollten dem Mangel an Umlaufmitteln entgegenwirken, indem sie quasi erst durch den Stempel der einlösenden Gemeinde zu Geld wurden, ansonsten aber nur eine Quittung darstellten. Viele Gemeinden weigerten sich aber für die Bons als „Zahlstelle“ zu haften. Die Gültigkeit war auf bis zu sechs Monate nach Friedensschluss begrenzt. Anfang September 1915 wurden weitere Ausgaben untersagt und ab 3. November 1916 waren die noch nicht eingelösten Bons gegen französische Stadtscheine einzuziehen. Bis Ende August 1917 waren Bons im Wert von insgesamt rund 3 Mio. Francs eingezogen. Nicht ausgegebene Bons im Wert von 4,68 Mio. Francs wurden beim Generalwechselamt eingestampft. Die sog. "Deichmann-Bons" sind heute durchweg Raritäten und gesuchte Sammlerstücke. Aus der Sammlung Josef Gerber: Zweite Armee, Etappen-Inspktion 2, Wirtschafts-Ausschuss: Bon über 100 Francs 1914/15 Vorderseite: Text auf Ornament-Unterdruck, Abstempelung der Etappen-Inspektion der 2. Armee und Gegenstempel der französischen Gemeinde Fontaine Notre Dame. Rückseite: Text auf Deutsch und Französisch. Wasserzeichen: Kölner Waben Unterschriften: Faksimile-Uschr. Deichmann, Rittmeister und Hand-Unterschrift des Bürgermeisters der französischen Gemeinde Fontaine Notre Dame Format: 170 mm x 100 mm Katalogreferenzen: EWK-61a (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) FRA-M13 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. I – Specialized Issues) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Aus privaten Sammlungen: "Franzosenschein" zu 100 DM vom Dezember 1948
Die Bank deutscher Länder wurde am 1. März 1948 durch Gesetze der US-amerikanischen, britischen und später auch der französischen Militärregierungen als Zentralbank und alleinige Notenbank für die westlichen Besatzungszonen Deutschlands errichtet. Währungsreform 1948: Am 20. Juni 1948 kam es entsprechend Gesetz über die Neuordnung des Geldwesens zur Währungsreform, bei der alle bis dahin umlaufenden Reichsbanknoten, Rentenbankscheine und Noten der Alliierten Militärbehörde ungültig und durch neue Noten mit der Währungsbezeichnung Deutsche Mark ersetzt wurden, die man in den USA gedruckt hatte. Zunächst wurde lediglich ein sog. „Kopfgeld“ in Höhe von 60 DM pro Person im Verhältnis 1:1 umgetauscht. Darüber hinaus erfolgte der Umtausch nur für anerkannte Gelder, Forderungen und Schulden im Verhältnis 10:1. Mit Datum vom Dezember 1948 wurden in Frankreich bei der Druckerei der Banque de France Noten der Bank deutscher Länder zu 50 und 100 DM auf dem für französische Drucke typischen dünnen Papier hergestellt, die deshalb in der Bevölkerung auch "Franzosenscheine" genannt wurden. Sie kamen erst 1951 in Umlauf, zuerst der Hunderter am 16. Mai und dann am 19. September 1951 der Fünfziger. Sie waren die letzten Banknoten der Bank deutscher Länder und noch bis zum 31. Dezember 1965 gültig. Nachfolgerin der Bank deutscher Länder wurde 1957 die Deutsche Bundesbank. Aus der Sammlung Hans-Ludwig Grabowski: Bank deutscher Länder: Banknote über 100 Deutsche Mark vom 9.12.1948 Vorderseite: Ratsherr Jakob Muffel (nach einem Gemälde von Albrecht Dürer). Rückseite: Kopfbildnis der Vs. spiegelverkehrt, dazu ein Ausschnitt des Nürnberger Stadtbildes. Wasserzeichen: Kopfbildnis Format: 160 mm x 80 mm Katalogreferenzen: BRD-3 (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) Ros./Gra. 256 (Rosenberg/Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) GFR-15a (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Aus privaten Sammlungen: Muster zu 1000 DM der Deutschen Notenbank von 1948
Eine 1945 vom Alliierten Kontrollrat vorgesehene gemeinsame deutsche Nachkriegswährung war spätestens seit 1947 durch die offenen Differenzen zwischen den Besatzungsmächten unrealistisch geworden. Am 20. Juni 1948 kam es entsprechend Gesetz über die Neuordnung des Geldwesens zur Währungsreform in den Westzonen, bei der alle bis dahin umlaufenden Reichsbanknoten, Rentenbankscheine und Noten der Alliierten Militärbehörde ungültig und durch neue Noten mit der Währungsbezeichnung "Deutsche Mark" ersetzt wurden, die man in den USA gedruckt hatte. Nach der überraschend durchgeführten Währungsreform in den drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands war man in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) gezwungen, schnell finanztechnisch zu reagieren, um einer Schwemme alten Gelds aus den Westzonen vorzubeugen. Aus der Sammlung Hans-Ludwig Grabowski: Nach Bekanntwerden der westlichen Währungsreform über Rundfunk am 18. Juni 1948 erließ die sowjetische Militärverwaltung am 23. Juni 1948 den Befehl Nr. 111/48 zur Durchführung einer eigenen Währungsreform in ihrer Besatzungszone und zur Umbewertung von Reichs- und Rentenmark. Als Zwischenlösung wurden die alten Reichsbanknoten und Rentenbankscheine des Dritten Reichs mit Klebemarken versehen, die nur die jeweilige Wertziffer und das Jahr 1948 tragen. Die sog. "Kuponscheine" waren vom 24. Juni bis 26. Juli 1948 gültig. Am 20. Juli 1948 war auf Anordnung der Deutschen Wirtschaftskommission in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) aus der Deutschen Emission- und Girobank die Deutsche Notenbank geworden. Nur vier Wochen nach der Ausgabe sog. „Kuponscheine“ erhob man den Befehl Nr. 124/48 der sowjetischen Besatzungsmacht vom 24. Juli 1948 zum Gesetz. Zwecks Vollendung der Währungsreform wurde in der Zeit vom 25. bis 28. Juli 1948 der Austausch der mit Kupons beklebten Reichs- und Rentenbanknoten gegen DM-Noten der Deutschen Notenbank vorgenommen, die als Zentralnotenbank das alleinige Notenrecht erhielt, aber in ihrer Notenausgabe beschränkt war. Die Erstausstattung an Banknoten von 50 Pfennig bis 50 Deutsche Mark kam aus der Sowjetunion (Druck bei der staatlichen Wertpapierdruckerei GOZNAK). Die Hunderter und Tausender wurden dagegen in der Sowjetischen Besatzungszone gedruckt. Musterscheine der Serie 1948 kommen wahrscheinlich nur aus der laufenden Serie mit Perforation „MUSTER“ und mit zusätzlichen Balkenstempeln vor. Daneben gibt es auch noch Druckproben mit und ohne KN sowie mit Perforation „UNGÜLTIG“. Deutsche Notenbank: Banknote zu 1000 DM von 1948, Muster Vom Tausender 1948 wurden 225.000 Stück gedruckt, von denen 1949/1950 nur 743 Stück ausgegeben wurden. Der Wert erwies sich im Zahlungsverkehr als zu hoch und blieb deshalb in der Notenreserve der Deutschen Notenbank. 1956 waren nur noch 46 Stück im Umlauf. Vorderseite: Ornamente und Wertbezeichnung. Rückseite: Ornamente und Wertbezeichnung. Wasserzeichen: Pfeilspitzen Format: 191 mm x 97 mm Muster: Banknote mit Kontrollnummer aus laufender Serie B, mit dreifacher Perforation "MUSTER" von Original-Perforationswerkzeug der ehemaligen Reichsbank und mit je einem zusätzlichen Balkenstempel "MUSTER" auf Vorder- und Rückseite. Die Muster mit Balkenstempel stammen aus dem Tresor-Bestand der ehemaligen Staatsbank der DDR. Katalogreferenzen: SBZ-18 (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) Ros./Gra. 347 (Rosenberg/Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) GDR-16 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Aus privaten Sammlungen: 200 Rupien aus Deutsch-Ostafrika von 1915
Deutsch-Ostafrika (DOA) wurde ab 1884 von der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft erworben und war die größte und reichste deutsche Kolonie. Sie umfasste die heutigen Staaten Tansania, Ruanda und Burundi sowie einen Teil des heutigen Mosambik. In der Region kursierte die indische Rupie, weshalb man diese Währung auch für die deutschen Kolonialausgaben beibehielt. Am 1. April 1903 übernahm die deutsche Reichsregierung das Münzrecht, welches vorher die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft ausgeübt hatte. Bereits 1890 ging die Verwaltung der Kolonie auf das Deutsche Reich über. Man erlaubte aber der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft eine eigene Notenbank – Die Deutsch-Ostafrikanische Bank (DOAB)– zu gründen, die am 23. Juni 1905 ihre Arbeit aufnahm und ihren Sitz in Daressalam hatte. Der festgesetzte Umtauschwert der DOA-Rupie lag bei 1 RM = 0,75 Rupien. Nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurden die Friedensausgaben der DOAB von 1905 zu gesetzlichen Zahlungsmitteln erklärt. Im Ersten Weltkrieg wurde die Kolonie von der Versorgung durch das Reich und damit auch von Papier- und Münzlieferungen abgeschnitten, man behalf sich deshalb mit primitiven Kriegsausgaben. Der Druck dieser Interims-Banknoten wurde durch die Deutsch-Ostafrikanische Zeitung GmbH in Daressalam und an anderen Orten ausgeführt. Nach der Kapitulation der deutschen Schutztruppe am 14. November 1918 ließ General von Lettow-Vorbeck den einheimischen Askaris (farbige Soldaten der Schutztruppe) und Trägern noch 1,5 Millionen Rupien in Interims-Noten auszahlen, die später von der deutschen Regierung eingelöst wurden. Durch die primitive Art ihrer Herstellung während des Kriegs und die Nutzung aller verfügbaren Papierarten – von Karton über Jutepressung bis zum Ölpapier – ist eine faszinierende Variantenvielfalt entstanden, wie sie mit keiner anderen Papiergeld-ausgabe vergleichbar ist. Die Interims-Noten von Deutsch-Ostafrika sind deshalb zu einem beliebten Sammelgebiet geworden. Aus der Sammlung Gerhard Reichert: Deutsch-Ostafrika: Deutsch-Ostafrikanische Bank, Interims-Banknote über 200 Rupien vom 15. Juni 1915 Ausführung mit zwei Hand-Unterschriften (Berendt / Frühling) auf der Vorderseite und einer handschriftlichen Kontrollnummer auf der Rückseite. Vorderseite: Rahmen mit vier Wertzahlen in den Ecken. Rückseite: Text im Rahmen mit Straftext. Wasserzeichen: Reichsdruckerei-Wellen Format: 172 x 112 mm Druck: Deutsch-Ostafrikanische Zeitung GmbH, Daressalam Katalogreferenzen: DOA-9a (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) Ro/Gra-908a (Rosenberg/Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) GEA-49 (Standard Catalof of World Paper Money, Vol. II – General Issues) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Aus privaten Sammlungen: 5 Pesos der Deutsch-Südamerikanischen Bank von 1913
Die Deutsch-Südamerikanische Bank AG war eine deutsche Bank für den Handel mit Südamerika, deren Hauptsitz sich in Berlin befand. Sie wurde 1906 durch die Dresdner Bank, den A. Schaaffhausen’schen Bankverein und die Darmstädter und Nationalbank gegründet. Eigene Banknoten wurden von dem Institut allerdings nur während der Revolution 1913 in Mexiko ausgegeben, da der Revolutionsführer, General Panco Villa (1878–1923), Geld zur Bezahlung seiner Truppen benötigte. Die scheckähnlichen, aber mehr an einen Wechsel erinnernden, Scheine haben stets eine „Aussteller“-Bank und eine „Bezogene“-Bank. Diese wiederum kommen jeweils im Wechsel Aussteller-Bezogene-Bank vor. Die Scheine der Deutsch-Südamerikanischen Bank wurden in Kombination mit dem Banco Nacional de Mexico und dem Banco de Londres y Mexico, alle von den Filialen in Torreón, emittiert. Es kommen Nominale zu 5, 10 und 20 Pesos vor. Alle Nennwerte sind äusserst selten, wobei alle paar Jahre Noten über 5 Pesos im Handel auftauchen. Die Scheine waren bis mindestens 1915 als Zahlungsmittel im Umlauf. Da alle Varianten vorkommen, gibt es vier Grundtypen à drei Nominalen. Die Noten haben alle die gleichen Abmessungen 180 x 90 mm und sind in einfachem Druck mit Prägestempel und zwei handschriftlichen Unterschriften hergestellt. 1996 wurde die Deutsch-Südamerikanische Bank in Dresdner Bank Lateinamerika AG umbenannt. Zu der Zeit hatte sie eine Bilanzsumme von 11,4 Mrd. Euro und beschäftigte etwa 1.100 Mitarbeiter. Aus der Sammlung Jens Dobokay: Mexiko, Deutsch-Südamerikanische Bank: Revolutions-Ausgabe über 5 Peso vom 7. Oktober 1913 Hier wird die etwas seltenere Variante mit der Deutsch-Südamerikanischen Bank als bezogenes Institut und dem Banco de Londres y México als Aussteller vorgestellt. Vorderseite: Rahmen mit Text, Wertbezeichnung und Kontrollnummer. Rückseite: Spanischer Text mit Deckungszusage der Bank, Bankstempel und Handunterschrift. Wasserzeichen: Teilweise mit Fabrik-Wz. (dieses Stück ohne). Format: 180 x 90 mm Katalogreferenzen: DAB-79 (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) Ro/Gra-1067 (Rosenberg/Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) MEX-S603/3A (Standard Catalof of World Paper Money, Vol. I – Specialized Issues) Jens Dobokay/Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Aus privaten Sammlungen: 1000 Schilling der Oesterreichischen Nationalbank von 1954
Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich waren ab 1938 nur mehr die deutschen Zahlungsmittel in Österreich gültig. Bereits im April 1945 nahm aber die Oesterreichische Nationalbank wieder ihre Arbeit auf. Die gesetzlichen Grundlagen für die Neuausgabe von Banknoten bildeten das "Notenbank-Überleitungsgesetz" vom 3. Juli 1945 sowie das "Schilling-Gesetz" vom November 1945. Die ersten eigenen Banknoten nach dem Krieg wurden dann mit den Druckplatten der bis 1938 umgelaufenen Scheine, aber in anderen Farben und mit geänderten Unterschriften hergestellt. Die sog. "Interimsnoten" kamen ab Dezember 1945 in Umlauf. Bis 21. Dezember 1945 wurden alle umlaufenden Scheine über 5 Reichsmark bzw. 5 Schilling der Alliierten Militärbehörde im Verhältnis 1:1 umgetauscht. Da die mit den Druckplatten der Ersten Republik hergestellten "Interimsnoten" nur eine Übergangslösung darstellen konnten, ließ die Oesterreichische Nationalbank neue Banknoten entwerfen, die Daten ab 1946 tragen, aber erst ab 1948 in Umlauf kamen. Der hier vorgestellte erste 1000-Schilling-Schein der Zweiten Republik trägt das Datum vom 2. Januar 1954. Aus der Sammlung Jürgen Schilde: Republik Österreich, Oesterreichische Nationalbank: Banknote zu 1000 Schilling vom 2. Januar 1954 Vorderseite: Rechts Porträt des Komponisten Anton Bruckner (1824–1896). Rückseite: Bruckner-Orgel in St. Florian/Oberösterreich. Wasserzeichen: Kopf von Anton Bruckner. Entwurf: Vorderseite: Rudolf Zenziger, Wien, Rückseite: Rudolf Toth. Format: 192 x 89 mm Umlauf: 23. Januar 1956 bis 30. April 1964 Katalogreferenzen: AUT-135 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Aus privaten Sammlungen: Muster zu 1000 Rials des Iran von 1934
Nach dem Sieg der Konstitutionellen Revolution und der Einführung einer westlich orientierten Verfassung endete 1906 der Absolutismus im ehemaligen Persien. Das Land kam jedoch nicht zur Ruhe und es herrschte Bürgerkrieg. 1908 hatten Briten und Russen den Iran untereinander in Einflusszonen eingeteilt. Der Plan der Briten, das gesamte Land zum britischen "Protektorat" zu machen, scheiterte jedoch. Während des Ersten Weltkriegs kam es trotz Neutralität des Iran zu heftigen Gefechten zwischen Russen, Briten und Osmanen auf iranischem Gebiet. Der auf dem vorgestellten Geldschein porträtierte Rezah Schah Pahlavi wurde am 15. März 1878 als Reza Khan geboren. Seine militärische Laufbahn führte ihn vom einfachen Soldaten der persischen Kosakenbrigade bis zum Oberkommandierenden. Von 1917 bis 1921 starben über 2 Millionen Menschen im Iran (damals ein Viertel der Landbevölkerung) an den Folgen von Krieg, Hunger und Seuchen. Der Staat drohte zu zerfallen und nach einem Putsch der Kosaken wurde Rezah Khan 1921 Verteidigungsminister und 1923 Premierminister. Nachdem seine Pläne zur Abschaffung der Monarchie und zum Aufbau einer iranischen Republik gescheitert waren, er aber erfolgreich einen iranischen Nationalstaat schuf, beschloss das Parlament am 31. Oktober 1925 die Absetzung der Kadscharen-Dynastie. Am 25. April 1926 wurde Reza Kahn als Reza Schah Pahlavi zum neuen Kaiser gekrönt. Vor dem Zweiten Weltkrieg war Deutschland der größte Handelspartner des Iran. Bei Kriegsausbruch erklärte der Schah Irans Neutralität und lehnte deshalb auch später eine alliierte Nachschublinie durch den "Persischen Korridor" in die Sowjetunion ab. Im Krieg wuchs aber die strategische Bedeutung des iranischen Erdöls. Im August 1941 marschierten deshalb britische und sowjetische Truppen in den Iran ein, ohne dass es einen internationalen Aufschrei der Empörung gegeben hätte. Die Besatzer zwangen den Schah zur Abdankung zugunsten seines Sohnes, da er sein Volk angeblich schlecht regiert und sich bereichert hätte. Tatsächlich, war dieser Einmarsch ein Neutralitätsbruch und Rezah Schah Pahlavi der erste Führer des Iran seit langem, der echte Reformen angegangen war. U.a. wurden ein modernes Bildungs- und Justizsystem sowie westliche Kleidung eingeführt. Es wurden Straßen und Eisenbahnlinien gebaut. Die Verschleierung der Frauen wurde verboten, ausländische Banken wurden verstaatlicht und der Ausbau des Zentralstaats vorangetrieben, der den Einfluss der lokalen Machthaber beschränkte. Rezah Schah Pahlavi starb am 26. Juli 1944 im Exil in Südafrika. Der alten philosophische Lehre von Ursache und Wirkung folgend, führte die nach dem Zweiten Weltkrieg anhaltende sowjetische Besetzung zur "Irankrise" und zum "Kalten Krieg". Aus der Sammlung Josef Gerber: Kaiserreich Iran, Bank Markazi Iran: Muster einer Banknote zu 1000 Rials anno Hegira 1313 (1934) Vorderseite: Links: König Dareios tötet ein Ungeheuer mit einem Messer (Szene von einem Stein-Relief aus der historischen persischen Hauptstadt Persopolis); Rechts: Porträt von Rezah Schah Pahlavi (1878–1944) in Uniform. Rückseite: Wappen: Löwe mit Schwert, Krone und Sonne; Mitte: Mythische Figur "Faravahar" mit Schwingen. Wasserzeichen: ohne Druck: American Bank Note Company Format: 190 x 111 mm Muster: KN "00000", zwei Entwertungs-Lochungen. Katalogreferenzen: IRN-30s (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Aus privaten Sammlungen: Muster zu 50 Reichsmark der Bayerischen Notenbank von 1925
Die Bayerische Notenbank wurde am 6. August 1875 in München gegründet. Bereits im März 1875 wurde laut Staatsvertrag der Verzicht der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank auf ihr bis dahin ausgeübtes Notenrecht geregelt. Ab November 1875 gab in Bayern nur noch die Bayerische Notenbank ausschließlich Banknoten in Mark-Währung aus, die nicht nur in Bayern, sondern sogar im gesamten Deutschen Reich gültig waren. Die Bayerische Notenbank gehörte nach dem Verzicht vieler deutscher Noten- und Privatbanken auf ihr Notenrecht Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts zu den letzten deutschen Ländernotenbanken, die insbesondere während der deutschen Inflation verstärkt Noten ausgaben. Die letzten Noten der Bayerischen Notenbank stammen aus der Zeit nach der Währungsstabilisierung und lauten deshalb bereits in Reichsmark. Zum 1. Januar 1935 kündigte das Reichswirtschaftsministerium das Notenrecht der bis dahin noch bestehenden vier Ländernotenbanken (Badische Bank, Bayerische Notenbank, Sächsische Bank und Württembergische Notenbank). Damit wurden auch alle Noten der Bayerischen Notenbank, die bis dahin den Reichsbanknoten gleichgestellt waren, zum 2. April 1936 ungültig. Aus der Sammlung Hans-Ludwig Grabowski: Deutsches Reich, Freistaat Bayern, Bayerische Notenbank: Muster zu 50 Reichsmark vom 1. September 1925 Vorderseite: Rechts Porträt von Hieronymus Holzschuher nach einem Gemälde von Albrecht Dürer. Rückseite: Mitte bekröntes geviertes bayerisches Wappen. Papier: Grünlich, links geprägt und mit eingelegten Seidenpapierstreifen. Hersteller: Louis-Staffel-Feinpapierfabriken, Witzenhausen. Wasserzeichen: "BAYERN" Druck: Giesecke & Devrient, Leipzig Format: 171 x 85 mm Muster: B "0000000", drei Entwertungs-Lochungen. Katalogreferenzen: BAY-25M2 (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) BAY-25M (Grabowski: Das Papiergeld der deutschen Länder 1871–1948) GER-s943 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. I – Specialized Issues) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Aus privaten Sammlungen: 1 Milliarde B-Pengö von 1946
Mit der sowjetischen Besetzung Ungarns am Ende des Zweiten Weltkriegs setzte eine Inflation von bis dahin unvorstellbarem Ausmaß ein, die das Geld rasant entwertete. Zwar war man von der Hyperinflation in Deutschland schon einiges gewöhnt, die 1923 sogar Billionen-Werte hervorbrachte, doch die ungarische Inflation von 1945/1946 stellte alles in den Schatten. Bereits 1945 wurde mit Millionen-Werten gerechnet. 1946 folgten Milliarden und man schuf den Milpengö (1 Million Pengö). Es folgten Billionen und der B-Pengö oder Bilpengö (1 Billion Pengö). Der höchste Wert der ungarischen Inflation und zugleich der höchste Banknoten-Nennwert in Zahlen, der jemals in Europa ausgegeben wurde und hier vorgestellt werden soll, lautete auf 1 Milliarde B-Pengö, also 1 Milliarde Billionen Pengö. Ausgeschrieben sieht das so aus: 1 000.000.000.000.000.000.000 Pengö. Schließlich erfand man den sog. Adópengö (Steuerpengö), der vom Finanzminister ausgegeben wurde (1 Adópengö = 2 Trillionen Pengö) und es wurden verschiedene Marken wie Steuer-, Rechnungs-, Wechsel-, Gebühren und Urkundenmarken zu Zahlungsmitteln erklärt und außerdem kommunale und privates Notgeldausgaben zugelassen. Aus der Sammlung Jürgen Schilde: Ungarn, Magyar Nemzeti Bank: 1 Milliarde B-Pengö vom 3. Juni 1946 Vorderseite: Rechts weibliches Kopfbildnis (Lúcia Lendvay aus Székesfehérvár, Stuhlweißenburg) in einem Medaillon, links Wertangabe in einer Guilloche, Ornamente. Rückseite: Wertangaben und Ornamente. Wasserzeichen: ohne Druck: Pénzjegynjomda Format: 175 x 85 mm ohne Serie, ohne KN Katalogreferenzen: HUN-137 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) B-546 (Owen W. Linzmayer: The Banknote Book) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Aus privaten Sammlungen: 100 Yuan der Volksrepublik China von 1949
In der frühen Volksrepublik China wurde die Chinesische Volksbank mit der Ausgabe von Banknoten beauftragt. Von 1948 bis 1953 gab es allerdings keine einheitliche Banknotenserie, sondern viele verschiedene Ausgaben in Nennwerten von 1 bis 10.000 Yuan. Da der Druck dieser ersten Scheine recht einfach als Flach- oder Buchdruck und noch dazu an verschiedenen Orten und mit verschiedenen Papieren erfolgte, lassen sich die Scheine leicht reproduzieren. Weil diese ersten Scheine der Volksrepublik noch dazu recht selten sind, kommen heute zahlreiche moderne Nachdrucke vor, die man aber bei entsprechender Fachkenntnis von den Originalen unterscheiden kann. Vorsicht ist trotzdem geboten, da man bei fehlenden Vergleichsstücken leicht getäuscht werden kann. Erst 1953 kam dann eine erste zusammenhängende Banknotenserie in Umlauf. Aus der Sammlung Hans-Ludwig Grabowski: China, Volksrepublik, Peoples Bank of China: 100 Yuan 1949 Vorderseite: Männer mit einem Zug von beladenen Eseln vor einer Industrieanlage links im Hintergrund. Rechts Bauern mit Hacken bei der Feldarbeit. Rückseite: Ornamente, Guillochen, Text, Wertangabe und Jahr. Wasserzeichen: ohne Druck: Unbekannt Format: 135 x 70 mm Umlauf: ab 5. November 1949, ungültig ab 10. Mai 1955 Katalogreferenzen: CHN-836 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. I – General Issues) B-4037 (Owen W. Linzmayer: The Banknote Book) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Aus privaten Sammlungen: 100 Rupien von 1952 aus Ceylon
Der am längsten regierende, noch lebende Monarch ist derzeit Elizabeth II., deren Thronbesteigung bereits mehr als 68 Jahre zurückliegt. Als Oberhaupt des Commonwealth of Nations begegnet sie uns auf zahlreichen Geldscheinen verschiedener Staaten – so auch auf den Banknoten Ceylons aus dem Jahr 1952. Ceylon war ab 1802 britische Kolonie und wurde 1947 zu einem britischen Dominion, bevor das Land im Jahr 1948 seine Unabhängigkeit erlangte. Seither ist Ceylon, 1972 in Sri Lanka umbenannt, Mitglied des Commonwealth. 1949 wurde die Central Bank of Ceylon gegründet, die heute noch unter dem Namen Bank of Sri Lanka für die Notenemissionen des Inselstaats zuständig ist. Die gesamte Banknotenserie der Central Bank of Ceylon aus dem Jahr des Herrschaftsantritts, die sich aus den Nominalen 1, 2, 5, 50 und 100 Rupees zusammensetzt, trägt auf der Vorderseite das Porträt der Königin. Bemerkenswert ist dabei die Datumsangabe auf den Scheinen: "3RD JUNE 1952". Erst am 6. Februar 1952 bestieg Elizabeth II. den Thron, nachdem ihr Vater, König Georg VI., am selben Tag verstorben war. Die Central Bank of Ceylon konnte also bereits vier Monate nach der Thronbesteigung eine komplette Banknotenserie mit dem Porträt der neuen Königin entwickeln und ausgeben – im Vereinten Königreich zierte hingegen das Bildnis der Elizabeth II. die Banknoten erst ab 1960. Aus der Sammlung Karl-Heinz Futterknecht: Ceylon, Central Bank of Ceylon 100 Rupees vom 3. Juni 1952 Vorderseite: Links Büste der Königin Elizabeth II. mit der Krone der Königin Mary im Medaillon, rechts Wasserzeichen, mittig unter Legende drei Pfauen, Ornamente. Rückseite: Fresco zweier Frauen mit Lotusblumen aus den Festungsruinen auf dem Sigiriya-Monolith ("Löwenfelsen") im Distrikt Matale, Wertangaben und Ornamente. Wasserzeichen: Löwe mit Peitsche. Druck: Bradbury, Wilkinson & Co Ld New Malden, Surrey, England. Format: 170 x 98 mm Serie V/10, KN 40134 Katalogreferenzen: 53 (Standard Catalog of World Paper Money – General Issues) B309a (Owen W. Linzmayer, The Banknote Book) Kana Totsuka Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Aus privaten Sammlungen: 21 Goldmark = 5 Dollars der Provinz Schleswig Holstein vom 20.11.1923
Ein Mittel zur Bekämpfung der Hochinflation im Deutschen Reich war 1923 die Einführung sog. wertbeständigen Notgelds, das meist auf Gold und/oder US-Dollar lautete. Mit Datum vom 31.8.1923 hatte bereits die Landesbank der damaligen preußischen Provinz Schleswig-Holstein Gutscheine über 0,3765 Gramm Feingold = 1/4 US-Dollar ausgegeben, gefolgt von weiteren Ausgaben über den gleichen Betrag und über 0,1506 Gramm Feingold = 1/10 US-Dollar vom 25.10.1923. Lange unbekannt waren Zinsscheine zur Inhaberanleihe der Provinz Schleswig-Holstein vom 20.11.1923, die bei der Firma Hartung & Co in Hamburg gedruckt wurden und als Notgeldausgaben einzustufen sind. Bekannt war hier lange nur ein Schein über 4,20 Goldmark = 1 US-Dollar. Aus den Unterlagen der öffentlichen Ankündigung in der Kieler Zeitung geht aber auch die Ausgabe über 21 Goldmark = 5 US-Dollar hervor, die erst sehr viel später als Musterdruck belegt und in meinem Katalog zum Papiergeld der deutschen Länder von 2006 auch abgebildet werden konnte Aus der Sammlung Hans-Ludwig Grabowski: Preußen, Provinz Schleswig-Holstein, Landesbank der Provinz Schleswig-Holstein: Zwischenschein über 21 Goldmark = 5 Dollar der Inhaberanleihe der Provinz Schleswig-Holstein, Kiel den 20.11.1923 Vorderseite: Text und Ornament mit Wertzahl auf braunem Unterdruck, Trockensiegel der Landesbank der Provinz Schleswig-Holstein. Rückseite: Druck einseitig. Druck: Hartung & Co, Hamburg Format: 150 x 90 mm Serie: Serie B, KN 000000 Katalogreferenzen: SLH-7M (Grabowski: Deutsches Notgeld, Band 10, Das Papiergeld der deutschen Länder) 2785.9M1 (Müller: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.












