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  • Lexikon: Bank of Biafra

    Nach der Verfolgung der Angehörigen der Igbo durch die im Norden Nigerias lebenden muslimischen Stämme erklärten die Igbo die südöstliche Region des Landes am 30. Mai 1967 als Republik Biafra für unabhängig. Die Unabhängigkeit wurde aber nur von vier afrikanischen Staaten und Haiti anerkannt. Eine der ersten Handlungen war die Schaffung einer eigenen Zentralbank durch Dekret Nr. 3 von 1967, das auch "Bank of Biafra-Dekret" genannt wird. Die Bank gab von 1967 bis 1969 insgesamt sieben verschiedene Banknoten in einer Stückelung von 5 Shillings bis zu 10 Pounds aus. Die Noten der Bank of Biafra: BFR-1: 5 Shillings ohne Datum (1967), Vorder- und Rückseite. BFR-2: 1 Pound ohne Datum (1967), Vorder- und Rückseite. BFR-3: 5 Shillings ohne Datum (1968-1969), Vorder- und Rückseite. BFR-4: 10 Shillings ohne Datum (1968-1969), Vorder- und Rückseite. BFR-5: 1 Pound ohne Datum (1968-1969), Vorder- und Rückseite. BFR-6: 5 Pounds ohne Datum (1968-1969), Vorder- und Rückseite. BFR-7: 10 Pounds ohne Datum (1968-1969), Vorder- und Rückseite. Anfang Juli 1967 brach mit dem Angriff nigerianischer Truppen der Biafra-Krieg aus, der 30 Monate andauern sollte und erst mit der Kapitulation Biafras am 15. Januar 1970 endete. In dieser Zeit war das Hauptproblem der Bank die Finanzierung des Unabhängigkeitskriegs gegen Nigeria. Durch die Blockade des Landes im Krieg kam es zu einer Hungersnot, der geschätzt bis zu drei Millionen Menschen zum Opfer fielen. Das Bild des "Biafra-Kindes" prägte seinerzeit die Medien. Historiker sprechen in diesem Zusammenhang auch von Völkermord. Mit der Wiedereingliederung der Region in die Republik Nigeria wurde die Bank of Biafra Anfang 1970 aufgelöst. Hans-Ludwig Grabowski Abb. Hans-Ludwig Grabowski / Hartmut Fraunhoffer, www.banknoten.de

  • Die „HUA FU INDUSTRIAL BANK OF CULTIVATION”

    Die Bank wurde 1914 oder spätestens 1915 gegründet, Hauptsitz Peking (Běijīng). Es gab Filialen in den Städten Fèngtiān (奉天) und Yíngkǒu (營口), wohl auch in der benachbarten Provinz Hēilóngjiāng (黑龍江). Es war eine private Geschäftsbank in Form einer Aktiengesellschaft. Das Grundkapital, das durch Aktienkäufe zusammenkam, betrug 1.320.000 Yuan. Die hauptsächlich in der Bank verantwortlichen Personen hießen Yáo Xīguāng (姚錫光) und Rèn fèngbīn (任鳳賓). Auf der Rückseite aller ausgegebenen Noten findet sich die Unterschrift Yaos. Was bedeutet der chinesische Name der Bank 華富殖業銀行 = Huá fù zhí yè yínháng? 殖業= zhi ye bedeutet „industrielle Erschließung“ bzw. “industrielle Entwicklung“, es gab in ganz China zahlreichen Banken, die sich der Erschließung bzw. Weiterentwicklung von bisher unerschlossenen oder nur wenig entwickelten Gebieten verschrieben hatten. Folglich gab es zahlreichen Banken, die in ihrem hinteren Namensteil zhíyè yínháng trugen, also Bank für industrielle Erschließung zeigten. Davor stand jeweils ein individuell gewählter Name. 華 = huá wurde gewählt, weil es einerseits „prächtig, blühend, gedeihend“ bedeutet, andrerseits aber auch „chinesisch“. 富= fú hat den Sinn von „reich, üppig, vermögend, ergiebig“. Beide Worte erwecken Vertrauen und versprechen Reichtum, passen also gut zu einer Bank. Die Huáfú Industrial Bank of Cultivation war sehr kurzlebig, schon im Herbst 1918 wurde sie durch den zuständigen Provinzgouverneur geschlossen. Als Grund wurde offiziell angegeben, dass die Gründung der Bank nicht sorgfältig genug erfolgt sei. Der wahre Grund war wohl ein anderer: damals gaben die zuständigen Gouverneure bzw. "Warlords" gerne die Genehmigung zu einer Bankgründung. Sie gaben diesen Banken meist auch das Recht, Noten auszugeben. Anschließend versuchten sie dann, von der betreffenden Bank so viel Geld wie möglich zu erhalten, so dass die Bank mehr Geld ausgeben musste als Deckung vorhanden war. Der Bank, die hier nicht mitmachte, wurde kurzerhand unter fadenscheinigen Gründen die Betriebserlaubnis wieder entzogen. Die ausgegebenen Banknoten tragen zwei verschiedene Ortsbezeichnungen, entweder Fèngtiān/MUKDEN oder Yíngkǒu/YINGKOW. Fèngtiān, auf Mandschurisch Mukden genannt, ist ein historischer Name für die heutige Stadt Shěnyáng (瀋陽), Hauptstadt der Provinz Liáoníng (遼寧). Yinkou ist eine bedeutende Hafenstadt, ebenfalls in der Provinz Liaoning (遼寧), etwa 200 km südlich von Shěnyáng gelegen. Was die ausgegebenen Noten betrifft, so lassen sie sich in drei Gruppen teilen: Jiao-Noten mit Datum MG 5 = 1916, Ortsangabe Yíngkǒu. Soweit bekannt, gedruckt von der Druckerei Donghua. (東華印刷館) Yuan-Noten mit Datum MG 4 = 1915. Ortsangabe Fengtian. Gedruckt von Caizhenbu = Bureau of Engravong and Printing (财政部). Mei-Noten, hier ist bislang nur ein einziges Remainder von 10 Mei aufgetaucht. Der Schein ist undatiert, ohne genaue Ortsangabe, aber über dem Titel steht = Provinz Hēilóngjiāng. Druckerei unbekannt. Alle Jiao- und Yuan-Noten tragen die Zeichen 債券 = Schuldschein. Bei der abgebildeten 5-Jiao-Note sind diese Zeichen aus unbekanntem Grund per Hand ausgelöscht worden. Insgesamt sind neun verschiede Notentypen in der chinesischen Literatur erwähnt, davon habe ich die 10-, 50- und 100-Yuan-Noten nicht gesehen. Sie sind in Sammlungen meines Wissens bislang nicht aufgetaucht. 1 Jiao MG 5 = 1916 2 Jiao MG 5 = 1916 5 Jiao MG 5 = 1916 (Abb.1) Abb. 1: 15 Jiao von 1916, ehemalige Sammlung Beyer. 1 Yuan MG 4 = 1915 (Abb.2) Abb. 2: 1 Yuan von 1915, Yangming Auktion, Shanghai, Erlaubnis durch Cai Xiaojun. 5 Yuan MG 4 = 1915 (Abb.3) Abb. 3: 5 Yuan von 1915, Yangming Auktion, Shanghai, Erlaubnis durch Cai Xiaojun. 10 Yuan MG 4 = 1915 50 Yuan MG 4 = 1915 100 Yuan MG 4 = 1915 1 Mei ohne Datum (bisher nur als nicht ausgegebenes Remainder bekannt, Abb. 4) Abb. 4: 1 Mei, ehemalige Sammlung Beyer. Erwin Beyer

  • Probleme beim Versand von Newslettern an T-Online-Adressen

    Bereits seit längerer Zeit und immer wieder kam und kommt es zu Problemen beim Versand unserer wöchentlichen Newsletter von Muenzen-Online.com und Geldscheine-Online.com an Abonnenten mit E-Mail-Adressen von T-Online. Wiederholt haben wir uns deswegen sowohl an T-Online als auch an unseren E-Mail-Provider gewandt. Zeitweise konnten die Probleme abgestellt werden, aber nun erhalten erneut seit einigen Wochen unsere Abonnenten bei T-Online keine Newsletter mehr. Wir möchten uns dafür entschuldigen, aber auch feststellen, dass das Problem nicht bei unseren Blogs für Sammler liegt. Wir wenden uns regelmäßig an T-Online, um eine dauerhafte Lösung herbeizuführen. Gleichzeitig möchten wir unsere Leser darauf verweisen, dass ihnen durch nicht zugestellte Newsletter keine Inhalte verloren gehen, weil natürlich alle Beiträge jederzeit direkt in den jeweiligen Blogs für Münz- und Geldscheinsammler abrufbar sind. Wir wünschen Ihnen noch viel Spaß bei Ihrem Hobby und bleiben Sie gesund! Hans-Ludwig Grabowski

  • Lexikon: Cassa Veneta dei Prestiti

    1915 wechselte Italien im Ersten Weltkrieg auf die Seite der Entente und versuchte, mit eigenen Truppen durch österreichisch-ungarisches Gebiet in das Herz der Donaumonarchie vorzustoßen. Die italienischen Verbände wurde jedoch bereits an der Isonzo gestoppt und ein jahrelanger Stellungskrieg in den Bergen an der Isonzo-Front forderte bis zu einer Million Tote. Der italienische Rückzug wurde von österreichisch-ungarischen Truppen begleitet und für das daraufhin von Österreich-Ungarn besetzte Gebiet Venetiens bis zur Piave wurde eine Notenbank, die Cassa Veneta dei Prestiti (Darlehenskasse von Venetien), gegründet, die 1918 in Österreich gedruckte Kassenscheine in den Werten zu 5, 10 und 50 Centesimi sowie 1, 2, 10, 20, 100 und 1000 Lire ausgab. Cassa Veneta dei Prestiti, 10 Centesimi vom 2. Januar 1918, Vorder- und Rückseite. Abb. Samer Obeid, www.weltbanknote.de Cassa Veneta dei Prestiti, 10 Lire vom 2. Januar 1918, Vorder- und Rückseite. Abb. Hartmut Fraunhoffer, www. banknoten.de Cassa Veneta dei Prestiti, 100 Lire vom 2. Januar 1918, Vorder- und Rückseite. Abb. Samer Obeid, www.weltbanknote.de Die als "Buono di Cassa" bezeichneten Scheine tragen das Datum vom 2. Januar 1918. Albert Pick/Hans-Ludwig Grabowski

  • Guatemala: Neue Gedenknote kommt im September 2021

    Zum 200. Jubiläum der Unabhängigkeit Guatemalas erscheint im September 2021 eine neue Gedenknote zu 20 Quetzales der Banco de Guatemala. Am 15. September 1821 erklärte Guatemala im Palacio Nacional de la Cultura in Guatemala-Stadt die Unabhängigkeit Zentralamerikas von Spanien und schloss sich zunächst dem neu gegründeten Kaiserreich Mexiko an. Die Szene der Unabhängigkeitserklärung von 1821 ist das Rückseitenmotiv der Gedenknote, deren Druck durch Giesecke+Devrient in einer Auflage von 25 Mio. Exemplaren erfolgte. Neben dieser Note wird auch eine 1-Quetzal-Gedenkmünze zu diesem Anlass ausgegeben. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

  • Leserpost: Frage zum Thema Banknoten der Alliierten

    Sehr geehrte Damen und Herren, ich habe mir vor kurzem Ihr neues Buch über Deutsche Banknoten ab 1871 zugelegt, mit der Hoffnung Infos über einen Schein darin zu finden. In meiner Sammlung befindet sich ein Schein, der mir Rätsel aufgibt. Es ist ein Schein der Alliierten Militärbehörde, bei dem der farbige Aufdruck des jeweiligen Nennwerts fehlt. ½ Mark , 1 Mark oder 5 Mark? Da dieses Stück nicht das Geheimzeichen "F" hat, gehe ich da von einem UdSSR-Druck aus. Handelt es sich bei meinem Schein um einen Fehldruck oder um einen unfertigen Druck? Leider konnte ich nichts darüber finden. Mit freundlichen Grüßen M. Kreß Antwort Bei dem Schein handelt sich eindeutig um einen Fehldruck; ich kenne zwei weitere Scheine, bei denen kein Wertaufdruck vorhanden ist. In der Fachsprache bezeichnet man solch einen Fehldruck als "Schimmel". Darüber hatte ich vor längerer Zeit einen Aufsatz geschrieben. Hier ein Auszug: "... In der aussterbenden Druckersprache bezeichnet „Schimmel“ einen unbedruckten Bogen Papier innerhalb einer gesamten Druckauflage – er ist gewissermaßen weiß geblieben. Auch bei farbigen Papieren und eben auch beim Banknotendruck spricht man von einem „Schimmel“, wenn ein Bogen aus unterschiedlichen Gründen nicht bedruckt wurde. Ganz gleich, ob solch ein Bogen während oder erst nach dem Druck entdeckt wurde: es handelt sich immer um Makulatur – um Ausschuss! Werden bei der Endkontrolle solche Bogen nicht gefunden und mit ausgeliefert, dann ist das peinlich und ein Qualitätsmangel. Bei irgendwelchen Handzetteln ist das sicher kein Problem und hinnehmbar. Bei wichtigen oder hochwertigen Drucken ist das schon bedenklich und mehr als unerfreulich, besonders beim Druck von Wertpapieren im Allgemeinen und bei der Herstellung von Geldscheinen im Besonderen! Fällt einem Sammler ein „unfertiger“ Schein in die Hände, dann ist er meist glücklich, weil das eben die Ausnahme ist. ... Frage: wie kann so etwas geschehen? Antwort: Nicht bedruckte Vorder- oder Rückseiten, fehlende Druckgänge sind nicht häufig ... Solche Fehler entstehen im sog. Fortdruck, wenn zwei oder mehrere Bögen auf einmal vom Greifer zur Anlage geführt werden und nur der erste = obere Bogen bedruckt wird. Diese „Schimmel“-Drucke können sich auch bei nachfolgenden Druckgängen wiederholen. Ursachen können sein: statisch aufgeladene Bögen (durch Temperaturschwankungen oder hohe Luftfeuchtigkeit im Drucksaal) oder durch falsch eingestellte Greifer. Diese Fehler können bei allen Druckgängen – auch beim Nummerndruck – vorkommen. Vorstellbar ist auch, dass der Drucker einen Bogen aus dem laufenden Druck zur Qualitätskontrolle entnimmt und vergisst, ihn wieder in den Stapel zu legen. Legt er ihn wieder korrekt dazu, passiert nichts ... legt er ihn falsch ein: gibt es einen anderen Fehldruck: a = kopfstehender Druck einer Vorder- bzw. (je nach dem) Rückseite oder b = Vorder- und Rückseitendruck auf einer Seite. Übrigens: so kommen auch „kopfstehende Wasserzeichen“ zustande. Logischerweise kommen beim Mehrnutzen-Druck nach dem Endformat-Beschnitt mehrere „Schimmel“ vor. Ein bei der Endkontrolle gefundener Fehldruck verpflichtet dazu, die anderen Fehldrucke in den jeweiligen Bündeln/Papierstößen zu finden und herauszunehmen (und beim Banknotendruck dann mit den sog. Austausch-/Ersatz-Noten die Stapel wieder zu ergänzen, damit die Wertmenge rechnerisch stimmt). Zusammenfassend ist festzustellen, dass diese Art Fehldrucke einseitig und seltener zweiseitig vorkommen können. Beim Mehrfarbendruck sind ein fehlender Druckgang oder mehrere fehlende Druckgänge denkbar und vorgekommen: fehlender Unterdruck, fehlender Hauptdruck, fehlender Wertaufdruck, fehlender Nummerndruck usw. usf. – je nach Beschaffenheit des betreffenden Geldscheins. ..." Bei Ihrem Schein fehlt der Wertaufdruck, entweder in Grün für einen 1/2-Mark-Schein oder in Violett für einen 5-Mark-Schein. Ich vermute stark, dass auch Ihr Schein ein 1/2-Mark-Schein aus sowjetischer Fertigung ist. In meinem kürzlich erschienenen Sachbuch "Die Militärmark-Scheine der Alliierten von 1944 bis 1948 in Deutschland" (siehe auch Beitrag auf Geldscheine-Online.com, Newsletter vom 28. Juli 2021) ist ein ähnliches Exemplar abgebildet. Das Besondere daran ist, dass die mir bekannten Scheine eindeutige Umlaufspuren zeigen und es wirft die Frage auf, weshalb solche Stücke längere Zeit unerkannt umliefen, da man ja nicht damit bezahlen konnte ... eben weil kein Wert erkennbar war. Kurios! Für weitere Fragen stehe ich gern zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen aus Sachsen Michael H. Schöne

  • Spendenquittungen des Gandhi National Memorial Trust

    गाँधीराष्ट्रीयस्मारकनिधि – Gandhi Rashtriya Samra Nidhi Mohamads Karamchand Gandhi, bei uns besser bekannt unter dem Namen Mahatma Gandhi, war der herausragende politische und spirituelle Führerder indischen Unabhängigkeits-bewegung. Der, der Gewaltlosigkeit predigte, wurde am 30. Januar 1948 in Neu-Delhi Opfer eines tödlichen Anschlags. Gandhi wurde am 2. Oktober 1869 als letztes von vier Kindern des Premierministers des Fürstenstaates Porbandar auf der Halbinsel Gujarat geboren. Er gehörte der indischen Oberschicht an und studierte in London Jura. Nach seinem Examen startete er seine Karriere als Rechtsanwalt, zunächst in Indien, später in Südafrika. Hier wurde er politischer Aktivist und wandte sich gegen die Diskriminierung der indischen Minderheit in der damaligen britischen Kolonie. 1914 kehrte er nach Indien zurück und führte die nächsten dreißig Jahre seinen friedlichen Kampf für die Unabhängigkeit Indiens. Sein Traum von einem geeinten, säkularen Indien wurde nicht erfüllt. 1947 entließ die englische Krone einen hinduistischen und einen muslimischen Staat in die Unabhängigkeit: Indien und Pakistan. Nach der Ermordung Mahatma Gandhis gründete der Indian National Congress den National Gandhi Memorial Trust (Hindi: गाँधीस्मारक निधि), auch Gandhi Rashtriya Smarak Nidhi genannt. Dem am 6. Februar 1948 gebildeten Ad-hoc-Ausschuss gehörten zahlreiche nationale Führer an: Dr. Rajendra Prasad, Pt. Jawahar Lal Nehru, Sardar Vallabhbhai Patel, Chakravarti Rajagopalachari, Maulana Abdul Kalam Azad and Shri Jagjivan Ram. Am 13. Februar 1948 rief Dr. Rajendra Prasad, erster Präsident des unabhängigen Indien, die Bürger zu Spenden auf. Das Ergebnis war überwältigend. Zehn Millionen Spender brachten 110 Millionen Rupien für dem Fonds zusammen, der seit dem 17. Dezember 1948 eine gemeinnützige Stiftung ist. Sie widmet sich dem Andenken Gandhis und finanziert die Erhaltung der Stätten seines Wirkens. Die Treuhandmittel werden auch für das Sammeln, Bewahren und Verbreiten seiner Lehren verwendet. Abb. 1: Spendenschein, o. D (1949), 5 Rupien, Vorderseite. Abb. 2: Spendenschein, o. D (1949), 5 Rupien, Rückseite. Der Fonds gab 1949 Spendenquittungen über 1, 5 und 10 Rupien aus, die auf Papier ohne Wasserzeichen gedruckt sind. Die Scheine zu 5 und 10 Rupien kommen in zwei Farben vor: Dunkelbraun und Rot. Ihre Gestaltung ist weitgehend identisch. Die Vorderseite ist mit einem Schmuckrahmen eingefasst mit einer Kontrollnummer am linken unteren Rand. Auf der rechten Scheinseite in einem Oval ein Porträt Mahatma Gandhis. Der Text auf der linken Seite nennt den Emittenten und ist in Hindi abgefasst. Die Rückseite nennt in einem Schriftband ebenfalls den Emittenten, dieses Mal aber in Urdu. Ferner trägt die Rückseite die Unterschrift von Jivatram Bhagwandas Kripalani (11. November 1888 bis 19. März 1982). Im Volksmund war er als Acharya (= Gelehrter) Kripalani bekannt und während des Machtwechsels 1947 Vorsitzender des indischen Nationalkongresses. Uwe Bronnert

  • Lexikon: Cassa Mediterranea di Credito

    Die Cassa Mediterranea di Credito (Mittelmeer-Kreditkasse) war eine italienische Emissionsbank für die während des Zweiten Weltkriegs von Italien besetzten Gebiete (vergleichbar mit den deutschen Reichskreditkassen). Cassa Mediterranea di Credito per la Grecia: 100 Drachmen ohne Datum (1941), Vorder- und Rückseite (Abb. Detlef Hilmer). Cassa Mediterranea di Credito per la Grecia: 5.000 Drachmen ohne Datum (1941), Vorderseite (Abb. Hans Worbes, www.worbes-verlag.de). Sie gab in Griechenland als Cassa Mediterranea di Credito per la Grecia nach der deutsch-italienischen Besetzung des Landes 1940 Scheine über 5, 10, 50, 100, 500, 1.000, 5.000, 10.000 und 20.000 Drachmen aus. Für die Besetzung von Ägypten waren Scheine der Cassa Mediterranea di Credito per l‘Egitto zu 5, 10 und 50 Piastres sowie 1, 5, 10, 50 und 100 Lire und für die Besetzung des Sudan der Cassa Mediterranea di Credito per il Sudan über ebenfalls 5, 10 und 50 Piastres sowie 1, 5, 10, 50 und 100 Lire gedruckt, die jedoch nicht ausgegeben wurden. Albert Pick/Hans-Ludwig Grabowski

  • Fälscher & Falschgeld: Die Papiergeldfälschung, Teil 23

    Fortsetzungsreihe, Teil 39 Die Herstellungstechniken falscher Banknoten, Teil 11 Systemnoten Schema zur Herstellung von Systemnoten. Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Bundeskriminalamtes Wiesbaden Die sogenannten Systemnoten sind ebenfalls eine Spielart der Geldfälschung, wenngleich heute nur noch höchst selten vorkommend. Bei diesem Verfahren werden Teile echter Geldscheine in Verbindung mit Handzeichnungen oder Fotokopien zusammengeklebt, um mehrere Stücke, die echte Teilstücke enthalten, zu bekommen (sog. Mischnoten, sie werden früher wie heute unter der Kennung „Y“ klassifiziert). Eine mühsame, aber dennoch recht häufig praktizierte Methode war auch, aus mehreren echten Banknoten Teilstreifen herauszuschneiden und diese nach einem bestimmten System (daher der Name) zu einer nun gering verkleinerten neuen Note mit Klebestreifen zusammenzufügen. So erhält man aus z.B. 10 echten Scheinen einen zusätzlichen. Neben viel Arbeit und vielen benötigten echten Noten fallen solche (Ver-)Fälschungen normalerweise auf, das Entdeckungsrisiko oder die Ablehnung solcher Noten im Zahlungsverkehr ist recht hoch. Dennoch tauchten noch 1998 in Deutschland 198 Stück davon auf. Im April des Jahres 1976 hatte die belgische Kriminalpolizei ebenfalls einen Fall von Systemnoten aufzuklären. Mehr als 80 Stück 500-Francs-Scheine wurden in Brüssel und Umgebung im Zahlungsverkehr gefunden, die aus zerschnittenen echten Noten zusammengeklebt worden waren und statt 15 nur 14 cm Breite aufwiesen. Aus 14 Stück hatte der unbekannte Betrüger 15 „neue“ Fünfhunderter gebastelt. Verfälschungen Eine ebenfalls früher noch mehr als heute gängige Methode sind Verfälschungen von Noten niedriger Nennwerte in höherwertige. Im Januar 1930 warnte „Erkennungszeichen“, das Organ der Internationalen kriminalpolizeilichen Organisation in Wien, vor einer Verfälschung von Banknoten, wie sie bei solchen Währungen immer wieder vorkam, bei denen die Noten aller Wertstufen eine einheitliche Größe, vielleicht sogar alle die gleiche Farbe sowie noch dazu ein ähnliches Aussehen haben. Paradebeispiel auch hier wieder: der Dollar. Im konkreten Fall war der kleinste Nennwert der Federal Reserve Noten der Serie 1914 des amerikanischen Dollars, der Fünfdollarschein, in einen Hunderter verfälscht worden. Teile der Beschriftung waren bei manchen Varianten entweder chemisch entfernt und dann handzeichnerisch ergänzt oder aber mit hauchdünnen Papierstücken, zum Beispiel mit den Wertzahlen „100“ in den vier Ecken der Vorderseite, überklebt worden. Die zu 100-Dollar-Scheinen unterschiedliche Rückseitenzeichnung des Fünfers hatte der Verfälscher durch Bleichen entfernt und dann durch eine Handzeichnung der allegorischen Abbildung des Hunderters allerdings mehr schlecht als recht ersetzt. Die Täter solcher Verfälschungen rechnen durch die Ähnlichkeit im Design aller Dollarnoten mit der Unaufmerksamkeit desjenigen, der einen solchen Schein annimmt, womit sie in vielen Fällen recht behielten. Dass eine 100-Dollar-Note das Bild Franklins und nicht Lincolns trägt, merken viele Leute erst dann, wenn es zu spät ist. Solche Verfälschungen waren in den 1920er und 1930er Jahren häufig, die vorliegenden Stücke waren im Dezember 1929 von zwei Polen in Amsterdam in Zahlung gegeben worden. Verfälschungen von Dollarnoten niedriger Werte in höherwertige Nominale kommen bis in unsere Tage vor, wenngleich sie im Gegensatz zu früher sehr viel seltener geworden sind. Selbst von DM- und Euro-Noten sind in den vergangenen Jahren einige wenige Stücke bekannt geworden. Sie wurden jedoch, wie die Verfälschungen von Banknoten anderer Währungen auch, so gut wie nie im Emissionsland selbst verausgabt. So waren beispielsweise relativ viele verfälschte Dollarnoten in den Staaten der ehemaligen UdSSR im Umlauf, da sich die Menschen dort aufgrund mangelnder Kenntnis über ausländische Valuta leichter hatten täuschen lassen. Mit den gleichen Problemen mussten sich die Behörden kurz nach dem Krieg bis zur Währungsreform herumschlagen, denn die neben den Reichs- und Rentenmarkscheinen in Umlauf befindlichen und mit einem Zwangskurs aufgrund alliierter Gesetzgebung ausgestatteten Militärmarknoten hatten in den Wertstufen von 20 bis 1000 Mark die gleiche Größe, das gleiche Design und auf Vorder- und Rückseite die gleiche Farbgebung. Lediglich die Wertbezeichnungen waren vorderseitig in unterschiedlichen Farben eingedruckt. Damit war diese Notenausgabe für Verfälschungen geradezu prädestiniert. Das machten sich in dieser Zeit viele Fälscher zunutze, in dem sie Zwanziger in 1000-Mark-Scheine verfälschten. Unmengen solcher verfälschter wie auch totalgefälschter Militärmarknoten waren damals im Umlauf. So warnte im Januar 1948 ein Rundschreiben des Südbadischen Sparkassen- und Giroverbandes in Engen mit folgendem Text vor den verfälschten Geldscheinen: „Die Landeszentralbank von Baden in Freiburg teilt uns die nachstehende Mitteilung des Berliner Stadtkontors (ein im Juni 1945 aus den Berliner Reichsbanknebenstellen, den Stadtbanken und Sparkassenzweigstellen gegründetes Kreditinstitut, d. Verf.) zur Weitergabe mit. Zur Zeit werden in Groß-Berlin von 20 auf 1000 Mark verfälschte Militärmarknoten der Fälschungsklasse A12 laufend abgesetzt. Da die Vertreiber dieser Stücke beim Vertrieb sehr geschickt zu arbeiten scheinen, ist besondere Vorsicht geboten. Nachstehende Kennzeichen der Verfälschung sind zu beachten. Der Fälscher hat den ursprünglichen roten Aufdruck durch saubere Rasur in geschickter Weise entfernt und die grünen Angaben unter Verwendung einer Druckplatte in stumpfer, dunkelgrüner, teilweise auch etwas hellerer Farbe eingedruckt. Die mittlere große Wertzahl „1000“ nebst Zierstück und die Schriftsätze zu ihren beiden Seiten sind nicht in der Schärfe wie bei echten Noten wiedergegeben. Bei den Eckzahlen „1000“ fällt die darunterliegende unsaubere und ungleichmäßige Schraffur, namentlich an den durch die Rasur aufgerauhten Stellen, auf. Bei Auftreten aller irgendwie verdächtigen Noten empfiehlt es sich, sie einer Zweigstelle der Landeszentralbank von Baden zur Prüfung und weiteren Veranlassung zuzuleiten und auch im übrigen die bekannten Maßnahmen, die zur Aufklärung von Fälschungen führen können, zu treffen.“ Wie der Autor anhand entsprechender, erhalten gebliebener Listen weiß, wurden bei den Kreditinstituten bis zur Währungsreform alle eingezahlten oder gewechselten Militärmarknoten ab 50 Mark aufwärts unter Festhalten der Seriennummer, des Namens und der Unterschrift des Einzahlers registriert. Dies beruhte offensichtlich auf einer alliierten Vorschrift im Zusammenhang mit der Währungsreform, um den Einzahler im Nachhinein noch belasten zu können, wenn sich eine seiner eingereichten Banknoten als Fälschung herausstellen sollte. Zudem mögen hier aber durchaus auch fiskalische Gesichtspunkte eine Rolle gespielt haben… Keineswegs falsch, wenngleich fehlerhaft, sind die aktuell im Umlauf befindlichen 5- bzw. 50-Euro-Scheine, die im einen Fall den mit dem Notenwert beschrifteten Sicherheitsfaden des Fünfzigers, im anderen Fall den Faden des 100-Euro-Scheines aufweisen. In beiden Fällen haben die Papierhersteller in Frankreich bzw. in Italien geschlampt und während des Produktionsprozesses den jeweiligen Papierbrei mit den falschen Fäden bestückt. Banknotenzählmaschinen, die in der Lage sind, unter anderem anhand der Metallisierung des Fadens die Echtheit einer Note zu prüfen, werfen Stücke, die auf diesem fehlerhaften Papier gedruckt sind, als vermeintlich falsch aus. Sie werden anhand des Codes in den Leerräumen zwischen der Beschriftung des Fadens erkannt. Dies hat in letzter Zeit schon bei manchem Bankkassierer zu heilloser Verwirrung geführt, da die optischen Echtheitserkennungsmerkmale ansonsten allesamt korrekt waren. Erfreut hierüber sind lediglich die Sammler: auf Auktionen erzielen solche Stücke bereits Preise von mehreren Hundert Euro. Fortsetzung folgt … Karlheinz Walz: Fälscher & Falschgeld, 280 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-86646-084-3. Das Buch können Sie für nur 9,90 EUR in unserem Online-Shop kaufen!

  • Neue Galerie im Museum: Neuseeland – Noten der Reserve Bank of New Zealand

    Wir setzen auf Geldscheine-Online.com den Aufbau einer virtuellen Sammlung von Geldscheinen aus aller Welt fort! ​ Unser Geldmuseum lädt zu einer neuen Galerie mit 37 Noten der Reserve Bank of New Zealand aus den Jahren 1955 bis 2019 ein (mit Vorder- und Rückseiten). Weitere Ausstellungen befinden sich in Vorbereitung. Nach und nach werden neue Länder und Emittenten aufgenommen, bis jedes Land der Erde mit je einer kleinen Auswahl seiner Geldscheine in bester Abbildungs-Qualität vertreten ist. ​ In unserem regelmäßig erscheinenden kostenlosen Newsletter informieren wir über neue Galerien! ​ Alle abgebildeten Geldscheine stammen aus privaten Sammlungen und dem Handel. Wenn auch Sie das Museum unterstützen möchten, dann nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf. Hans-Ludwig Grabowski #Museum #Ozeanien #Neuseeland #Grabowski​

  • Neue Galerie im Museum: Gambia – Noten der Central Bank of the Gambia

    Wir setzen auf Geldscheine-Online.com den Aufbau einer virtuellen Sammlung von Geldscheinen aus aller Welt fort! ​ Unser Geldmuseum lädt zu einer neuen Galerie mit 38 Noten der Gambischen Zentralbank aus den Jahren 1971 bis 2019 ein (mit Vorder- und Rückseiten). Weitere Ausstellungen befinden sich in Vorbereitung. Nach und nach werden neue Länder und Emittenten aufgenommen, bis jedes Land der Erde mit je einer kleinen Auswahl seiner Geldscheine in bester Abbildungs-Qualität vertreten ist. ​ In unserem regelmäßig erscheinenden kostenlosen Newsletter informieren wir über neue Galerien! ​ Alle abgebildeten Geldscheine stammen aus privaten Sammlungen und dem Handel. Wenn auch Sie das Museum unterstützen möchten, dann nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf. Hans-Ludwig Grabowski #Museum #Afrika #Gambia #Grabowski​

  • Leserpost: Unbekannter Probedruck zu 10.000 Mark

    Kommentar zur Leserpost vom 27. April 2021 Das Wasserzeichen scheint eher das Wasserzeichen L-T-Muster zu sein, das selten zum Einsatz kam. Mir sind nur der 10 Mark-Schein der Stadt Guben vom November 1918 und ein 50Pfg-Schein aus Ilsenburg vom Oktober 1917 bekannt. Die Druckerei und damit eine mögliche Quelle des Probedruckes ist mir nicht geläufig. Die geographische Lage spräche für eine mitteldeutsche Druckerei. Die Verwendung des Papiers für Notgeld gegen Ende des Krieges (bis in die Anfangszeit der Weimarer Republik) legt nahe, dass eine Privatdruckerei hier auf Bestände zurückgegriffen hat, um den Probedruck anzufertigen. Das macht den Einsatz für Reichsbanknoten unwahrscheinlich. Das hohe Nominal spricht gegen das Jahr 1920, in dem Papiermangel in der Reichsdruckerei herrschte und solche Provisorien vorgekommen sein könnten. Die ausführlichen, mehrfarbigen Guillochen sprechen allerdings für einen erfahrenen Wertpapierdrucker wie zum Beispiel Giesecke & Devrient. Im G&D-Archiv sind Druckproben für Guillochen-Muster und Hintergrundreliefs aufgelistet, die eventuell mit diesem Druck in Beziehung stehen. O. Herzberg Antwort der Redaktion Herzlichen Dank für den interessanten Kommentar. Ich werde eine Anfrage an Frau Depner von der HVB Stiftung Geldscheinsammlung stellen. Vielleicht kann man tatsächlich im Archiv von Giesecke + Devrient fündig werden, auch wenn die Chancen eher gering sind. Wie aus zuverlässiger Quelle bekannt, sind leider nach der Übernahme der ehemaligen Wertpapierdruckerei der DDR in Leipzig (zuvor Stammsitz von G+D) durch Giesecke + Devrient München auch viele Druckproben und andere geldgeschichtlich bedeutende Belege unter neuen Verantwortlichen vernichtet worden. Aus dieser Vernichtungsaktion sind viele Jahre später u.a. Druckproben von DDR-Banknoten aufgetaucht, die von damals beteiligten Personen "gerettet" worden waren. Beim Wasserzeichen könnte es sich tatsächlich um "LT-Muster" handeln, das nach Keller von der Berliner Druckerei Liebheit & Thiesen verwendet wurde. Diese hat das Wasserzeichenpapier für Kleingeldscheine von Ilsenburg, Wernigerode, Eilenburg und den Kreis Goldap in Ostpreußen sowie für Großnotgeld von Guben (10 Mark von 1918) verwendet. Ich denke nach wie vor, dass es sich um einen Probedruck für eine Notausgabe handeln könnte. Hans-Ludwig Grabowski

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