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  • Großtauschtag am 19. Oktober 2025 in Cham!

    Am 19. Oktober 2025 findet in Cham wieder ein Großtauschtag für Briefmarken, Münzen und Ansichtskarten statt, an dem aber immer auch Papiergeld zu finden sein wird. Neben Vereinsmitgliedern der Briefmarkenfreunde Cham und Umgebung sind auch rund 20 Fachhändler aus Bayern und anderen Teilen Deutschlands sowie aus der Tschechischen Republik mit eigenen Tischen vertreten. Der Verein freut sich auf regen Besuch aus Nah und Fern! Hans-Ludwig Grabowski

  • DGW-Information für Papiergeld- & Wertpapiersammler, Heft 2025-2

    DGW (verschiedene Autoren): Information für Papiergeld- & Wertpapiersammler, Heft 2025-2 45 Seiten, durchgehend farbige Abbildungen, Format 21 cm x 29,7 cm, Broschur, Berlin 2025. Preis: 9,80 Euro (für Vereinsmitglieder kostenlos). Jährlich gibt der Verein Deutsche Geldschein- und Wertpapiersammler (DGW) zwei Informationshefte heraus. Diese sind für Vereinsmitglieder kostenlos, können aber darüber hinaus auch von Sammlern und Interessenten bezogen werden. Schwerpunktthema: Titel- und Schwerpunktthema des neuen DGW-Heftes ist ein interessanter Beitrag von Eberhard Wühle zum Kalten Krieg und dem Tag "X". Darin geht es um vorbereitete Ersatzzahlungsmittel sowie Rationierungsbelege in Ost und West für den Krisen- und Kriegsfall. Weitere Themen sind: Nachruf auf Jos F.M. Eijsermans 1955-2025; Uwe Blomberg: Giesecke & Devrient und das Reichspatent 422294 vom 31. August 1924 zu eingelegten Papierstreifen beim Druck von Geldscheinen mit Beispielen zu Ausgaben der Bayerischen Notenbank, der Sächsischen Bank zu Dresden, der Banco de España in Burgos, zu kroatischen Staatsnoten von 1941 sowie zu Banknoten der Bulgarischen Nationalbank von 1942; Siegfried Seipold: DDR-Geldrollpapier – "Deutsche Post" und "Deutsche Reichsbahn"; Ringo Staudt: Die Strahmer-Formulare – auch 60 Jahre später eine Wissenschaft für sich? zu LPG-Geld der DDR; Thomas Krause: Greifenhagen, der Mythos 25-Pfund-Roggen-Schein; Wolfgang Schubert: Forschungsstand zum blauen Handstempel "Verwaltungsstelle 341 / Hermülheim" auf deutschen Reichsbanknoten zu 5 RM von 1942; Marco Scharfe: Die Aktion "Reutlinger Spende" 1945; Thomas Krause: Seriennummernsuche der Oberpostdirektion Stettin. DGW-Mitglieder haben das neue Heft sofort nach Erscheinen kostenfrei erhalten. Alle Nichtmitglieder können es zum Einzelpreis von 9,80 Euro plus Versandkosten über folgenden Kontakt bestellen: Deutsche Geldschein- und Wertpapiersammler e.V., Internet: www.dgwev.de , E-Mail: info@dgwev.de . Hans-Ludwig Besler (Grabowski)

  • Botswana: Neue 50-Pula-Gedenkbanknote

    Im Rahmen der Feierlichkeiten zu ihrem 50-jährigen Bestehen am 12. September 2025 kündigte die Bank of Botswana die Ausgabe einer limitierten 50-Pula-Gedenkbanknote an. Diese Gedenknote wird als gesetzliches Zahlungsmittel parallel zu der bestehenden Banknote mit dem Porträt des ersten Präsidenten der Republik Botswana, Sir Seretse Khama, in Umlauf gebracht. Die Gestaltung greift Elemente des kulturellen Erbes und der Errungenschaften Botswanas auf und behält gleichzeitig das touristische Thema der aktuellen 50-Pula-Banknote bei. Auf der Vorderseite sind das Hauptgebäude der Bank of Botswana in Gaborone und der Motswedi-Diamant abgebildet, der zweitgrößte Diamant, der jemals weltweit gefunden und in der Karowe-Diamantenmine von Lucara Botswana entdeckt wurde. Das Gebäude der Bank of Botswana spiegelt die Verantwortung der Bank für das Finanzsystem des Landes wider, während der Diamant die Bedeutung der Bodenschätze für die Wirtschaft Botswanas symbolisiert. Auf der Rückseite sind die botswanischen Sportler Letsile Tebogo, Bayapo Ndori, Busang Kebinatshipi und Anthony Pesela nach ihrer historischen Leistung bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris abgebildet. Der 21-jährige Letsile Tebogo gewann die Goldmedaille im 200-Meter-Lauf und holte damit die erste olympische Goldmedaille für Botswana. Die Abbildung der Athleten auf der Banknote ist eine Botschaft und soll die junge Generation dazu inspirieren, höhere Ziele anzustreben. Das renovierte Hauptgebäude der Zentralbank und der Motswedi-Diamant. Letsile Tebogo mit seiner Goldmedaille bei den Olympischen Sommerspielen in Paris. Die neue Gedenkbanknote behält die Sicherheitsmerkmale und das allgemeine Erscheinungsbild der im Umlauf befindlichen 50-Pula-Note bei, mit Ausnahme der verbesserten Sicherheitsmerkmale zum Schutz vor Fälschungen. Der holografische Streifen wird durch einen gefensterten holografischen Sicherheitsfaden mit Mikro-Linsen namens ANIMA™ ersetzt, der einen animierten Effekt eines rennenden Mannes zeigt. Die Bank wird vor der Ausgabe der Gedenkbanknote, deren Datum noch bekannt gegeben wird, eine intensive Aufklärungskampagne durchführen. Sie wird voraussichtlich so lange im Umlauf bleiben, bis sie aufgrund natürlicher Abnutzung aus dem Verkehr gezogen wird. Dieses Video zeigt Präsident Duma Boko zusammen mit dem Gouverneur der Bank of Botswana, Cornelius Dekop, bei der Vorstellung der neuen Banknote: Donald Ludwig

  • Sambia: Die Heritage-Serie ist nun vollständig

    Die Banknoten der neuen Heritage-Serie aus Sambia wurden HIER in unserem Blog vorgestellt. Die 10- und 20-Kwacha-Banknoten wurden auf Durasafe® von Landqart, alle höheren Nennwerte auf Papier gedruckt. Die 10- und 20-Kwacha-Banknoten wurden auf Durasafe® von Landqart, alle höheren Nennwerte auf Papier gedruckt. Der Druckauftrag für die neuen Banknoten wurde an zwei verschiedene Druckereien vergeben. Die eine Druckerei produzierte die 10-, 20-, 200- und 500-Kwacha-Banknoten, die am 31. März 2025 ausgegeben wurden. Die zweite Druckerei konnte die 50- und 100-Kwacha-Noten nicht rechtzeitig fertigstellen, sodass sich ihre Ausgabe verzögerte und sie offiziell erst am 1. September 2025 ausgegeben wurden. Die Einziehung der alten 50er- und 100er begann am selben Tag. Die Bank of Zambia hat eine Bildungs-App mit dem Titel „Zambian Banknotes“ über die neuen Bank­noten der „Heritage-Serie“ veröffentlicht. Die App ist sowohl im Google Play Store als auch im iOS App Store erhältlich. Sie soll das Bewusstsein und Verständnis der Öffentlichkeit für die Merkmale der neuen Banknotenserie stärken und bietet Nutzern detaillierte Informationen und interaktive Grafiken, die die wichtigsten Sicherheitsmerkmale der neuen Banknoten hervorheben. Donald Ludwig

  • Reichsbanknote zu 20 Reichsmark 1924: Ein ungeklärtes Phänomen

    Auch nach der Veröffentlichung von Arnold Keller [1] war der Zusammenhang von Unterdruckbuchstaben und Serienbuchstaben auf Reichsbanknoten noch unklar. Seit 20 Jahren ist deren Wechselwirkung jedoch bekannt. Leider sind bei den Bombenangriffen auf Berlin angeblich auch sämtliche Aufzeichnungen zum Banknotendruck bei der Reichsdruckerei verbrannt. Weder beim Nachfolgebetrieb „Staatsdruckerei Berlin“ noch bei der Bundesdruckerei ließen sich entsprechende Akten finden, denen man Einzelheiten zum Banknotendruck 1924 und danach hätte entnehmen können. Entschlüsselt wurden dann die Zusammenhänge der Unterdruckbuchstaben und der jeweiligen Serien. [2] Aber eine Banknote passt nicht ins Schema: Serie U mit KN 2295657 und UdrBst. H. Abb. 1: 20 Reichsmark 11. Oktober 1924, Vorderseite, 160 × 80 mm. Abb. 2: 20 Reichsmark 11. Oktober 1924, Rückseite, aus der 3. Druckcharge vom Oktober 1924. Wahrscheinlich wurden die Druckauflagen in Nutzen zu 8 x 4 Scheinen gedruckt; die Chargen enthielten die Serien A bis H, J bis Q, und R bis Y. Nach dem Druck wurden die Banknoten nummeriert, beginnend rückseitig bei 0000001 bis 0010000 und anschließend wurden die Vorderseiten mit rückwärts laufenden Apparaten nummeriert: von 0010000 bis 0000001, so dass die Kontrollnummern 0000001 der acht Serien dem Stapel obenauf lagen. Die Serien A bis Q wurden komplett bis 9999999 gedruckt, die Serien R bis Y lediglich bis 8000000. Nach Forderungen der Reichsbank wurden dann entsprechende Mengen mit einem sog. Unterdruckbuchstaben versehen und von der Reichsdruckerei geliefert. Die im Oktober 1924 fertig gedruckten Scheine umfassten die Serie mit den KN von 0000001 bis wahrscheinlich 2550000. Der Schein mit der KN 2295657 entstammt deshalb der ersten dritten Druckcharge und hätte den UdrBst. Q tragen müssen. Wieso gibt es dann ein Exemplar mit UdrBst. H? Die Banknote ist bei der englischsprachigen Wikipedia abgebildet. Francisco Evans hat dort den Schein am 9. Juni 2011 hochgeladen – zusammen mit den Reichskreditkassenscheinen zu 0,50 bis 50 RM. Der abgebildete Schein ist mit großer Sicherheit echt und wurde erst im August 2017 von einem deutschen Sammler dort entdeckt. Ersatz- bzw. Austauschnoten hat es bei der Reichsdruckerei nicht gegeben, jeder defekte Schein wurde angeblich nachgedruckt. Deshalb kommt diese Möglichkeit nicht infrage. Ein Fehldruck ist auszuschließen, ein sog. Schimmeldruck scheidet ebenfalls aus und Falscheinstellungen der Numeratoren kommen auch nicht in Betracht, da dies bei zwei Kontrollnummern auf der Rückseite und einen Tag oder Tage später auf der Vorderseite des Scheins nicht passieren konnte. Wahrscheinlich wurde ein nummerierter Bogen aus irgendwelchen Gründen entnommen. Später man hat den Bogen dann bei den Drucken mit UdrBst H in den Stapel mit eingelegt. Es müssten nach dieser Denkart weitere Scheine mit U 22... und UdrBst H vorhanden sein: U 2265657, U 2275657, U 2285657 sowie U 2295657 – und das für die acht Serien R bis Y. Banknoten der Serie U mit UdrBst H wurden dennoch gedruckt. Diese kommen aber nur im Zahlenkreis U 5700001 ... U 6400000 vor. Letztendlich wurden die Banknoten mit einem Kontrollstempel versehen, die aufgrund der Regelung im sog. Dawes-Plan notwendig waren: „... In der unteren Hälfte des Abschnittes eingebettet ist der durch das Dawes’sche Gesetz vorgeschriebene farblose Kontrollstempel, ohne den die Noten wertlos sind“ [3] – ein alliierter Notenkommissar prüfte die Banknoten-Ausgabe und damit die Überwachung der Deckungsvorschriften des Notenumlaufs. Erst danach waren die Banknoten gesetzliche Zahlungsmittel. Die Scheine lagen nach dem 8. November 1924 banderoliert zu je 50 Stück an den Ausgabestellen der Geldinstitute im Deutschen Reich vor. Michael H. Schöne Quellen: Dr. A. Keller: „Das Papiergeld des Deutschen Reiches 1874–1945“, 5. Aufl., Westberlin 1956 M. H. Schöne: „Die Varianten der deutschen Reichsbanknoten 1924–1948“, Pirna 2005 Köllnische Zeitung“: „Deutschlands neues Geld“, Nr. 47 vom 19. November 1924 https://en.wikipedia.org/wiki/Reichsmark https://commons.wikimedia.org/wiki/File:20_Reichsmark_1924_Deutsche_Reichsbank.png bzw. https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/f1/20_Reichsmark_1924_Deutsche_Reichsbank.png

  • Aus privaten Sammlungen: Die Banknote und der Vogelkundler - Dänemark 5 Kronen 1935

    Zum geschichtlichen Hintergrund Im Jahr 1907 beschloss die Nationalbank in Kopenhagen die Ausgabe einer neuen Banknotenserie und rief einen Gestaltungswettbewerb aus. Den ersten Preis gewann der dänische Künstler Gerhard Heilmann. Heilmann, geboren am 25. Juni 1859 in Skælskør, einer kleinen Ortschaft auf Seeland, studierte zunächst Medizin, wandte sich aber Anfang der 1880er Jahre der Landschafts- und Tiermalerei zu. Zwischen 1890 und 1902 war er Mitarbeiter der Königlichen Porzellanmanufaktur in Kopenhagen, wo er unter anderem farbige Vasen mit Tier- und Blumenmotiven gestalte. Zugleich war Heilmann begeisterter Hobby-Ornithologe (Vogelkundler). Auf diesem Gebiet illustrierte und veröffentlichte er zahlreiche Bücher, wenngleich seine wissenschaftlichen Erkenntnisse in der Fachwelt umstritten waren. Gerhard Heilmann (1859-1946), Selbstbildnis mit Signatur "GH". Heilmann legte der Nationalbank Entwürfe für Banknoten in den Wertstufen zu 5, 10, 50, 100 und 500 Kronen vor, die nach diversen Überarbeitungen durch die Bank schließlich akzeptiert wurden. Die erste Note der neuen Serie, der Schein zu 100 Kronen, kam im Juni 1910 in Umlauf. Heilmann schuf eine in sich geschlossene, künstlerisch sehr ansprechende Banknotenserie, die geprägt ist durch gestalterische Elemente des Jugendstils. Die Scheine zeigen als ornamentale Zierelemente Blumen- und Blätterranken, auch Wassermänner, einen Merkurkopf und verschlungene, grimmig dreinschauende Fische finden sich. Vögel jedoch fehlen. Die Scheine nehmen Bezug auf die wesentlichen Wirtschaftszweige in Dänemark zu Beginn des 20. Jahrhunderts – Handel (10 Kronen), Schifffahrt (100 Kronen), Fischerei (50 Kronen) und Landwirtschaft (500 Kronen). Die Banknote zu 5 Kronen fällt mit der Abbildung einer steinzeitlichen Grabstelle (Dolmen) aus dieser Ikonografie heraus. Sie lässt sich keinem Wirtschaftszweig zuordnen, und geht vielleicht auf die Beschäftigung von Heilmann mit dänischen Landschaftsmotiven zurück. Die Scheine der Nationalbank wurden bis 1918 durch die private Druckerei H. H. Thiele in Kopenhagen gedruckt, bevor die Nationalbank selbst eine eigene Druckerei in Kopenhagen in Betrieb nahm (die sie 98 Jahre später – 2016 – wieder schloss). Die von Gerhard Heilmann entworfenen Banknoten werden in Sammlerkreisen oft einfach als „Heilmann“ bezeichnet. Es existieren drei Varianten: Heilmann Typ I umfasst die Ausgaben bis 1929. Als Emittent ist hier die Nationalbank in Kopenhagen genannt, die Note enthält das unbedingte Versprechen der Umwechslung in Goldmünze. Mit Aufhebung der Einlösbarkeit dänischer Banknoten in Gold im September 1931 ändert sich der Notentext: Die Einlösung der Banknoten in Gold sollte jetzt „nach geltendem Gesetz“ erfolgen. Scheine dieser Ausgabe werden als Heilmann Typ II bezeichnet. Durch das Gesetz vom 7. April 1936 wurde die Nationalbank in Kopenhagen in die Dänische Nationalbank überführt und von einer privaten Aktiengesellschaft zu einer unabhängigen Notenbank, was eine erneute Änderung im Notentext notwendig machte. Scheine dieser Ausgabe werden als Heilmann Typ III bezeichnet. Der vorliegende Schein zu 5 Kronen ist eine Ausgabe Heilmann Typ II. Die Ausgaben Heilmann Typ I sind selten, insbesondere in besseren Erhaltungen, während die Ausgaben des Typ III in allen Erhaltungsstufen häufiger vorkommen. Mit der Währungsreform in Dänemark am 23. Juni 1945 wurden die Banknoten Heilmann Typ I bis III eingezogen und durch Neuausgaben ersetzt, von denen die Wertstufen zu 50, 100 und 500 Kronen jedenfalls die Vorderseite der bisherigen Heilmann-Ausgaben übernahmen. Gerhard Heilmann starb 1946 in Frederiksberg. Er hat sowohl die Ausgabe der von ihm entworfenen „Heilmanns“ miterleben dürfen als auch ihre Einziehung. Objekttyp: Banknote Sammlung: Sammlung Dr. Sven Gerhard Authentizität: Original Land/Region/Ort: Dänemark Emittent: Nationalbank in Kopenhagen Nominal: 5 Kronen Datierung: 1935 Vorderseite: Wertangabe, Rankenornamente, Steingrab (Dolmen) vor Landschaft Rückseite: Wertangabe; Landeswappen, im Unterdruck Blumenmuster Unterschriften: Svendsen (Leiter der Banknotenabteilung) und Friis (ein Hauptbeamter der Bank) Material: Papier mit Wasserzeichen Wertangabe, Wellenmuster, Bankbezeichnung Format: 129 mm x 71 mm. Druck: Druckerei der Nationalbank in Kopenhagen Nummerierung: 8550776 C Umlauf: Erstausgabe ab 12. Januar 1912, eingezogen am 23. Juli 1945 Zitate : Sieg, Seddelkatalog 101; Pick, Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II– General Issues – 25 g.; Seddelkataloget.dk DNF – Nr. 5.1.2 Dr. Sven Gerhard Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com .

  • Laos – Papiergeldgeschichte und Katalog, Teil 2: Pathet Lao und Volksrepublik

    Hans-Ludwig Grabowski WORLD PAPER MONEY Papiergeldgeschichte und Katalog Laos, Teil 2 Pathet Lao Government Obwohl Laos während des Vietnam-Kriegs neutral war und es keine offizielle Kriegserklärung der USA an Laos gab, führte der US-amerikanische Geheimdienst CIA in den 1960er und 1970er Jahren mit der geheimen und von ihm in Laos aufgestellten Hmong-Armee einen von der Öffentlichkeit bis in unsere Zeit kaum beachteten Krieg gegen die kommunistische Pathet-Lao-Bewegung, die ihre Truppen 1965 in Laotische Volksbefreiungsarmee umbenannt hatte. Dabei stellte der zum großen Teil durch Laos verlaufende sog. „Ho-Chi-Min-Pfad” als Nachschublinie der Nordvietnamesen und des Vietcong nur einen Aspekt im „Kampf der USA gegen den Weltkommunismus” dar. Bei den US-amerikanischen Flächenbombardements wurden insgesamt rund 2,5 t Bomben pro Einwohner abgeworfen, womit Laos zu den am schwersten bombardierten Ländern der Welt zählt. Bis heute haben die USA keine Entschädigung für die immensen Zerstörungen gezahlt. Bereits im April 1968 gab die Pathet-Lao-Bewegung in den von ihr kontrollierten nördlichen und östlichen Gebieten von Laos eigene Geldscheine aus, die angeblich im Hauptquartier der Pathet Lao in den Höhlen von Viengxay oder in Shanghai (Volksrepublik China) gedruckt worden sein sollen. Die Scheine wurden in der Bevölkerung wie gültige Zahlungsmittel angenommen und liefen neben den königlichen Kip-Noten um. Das Umtauschverhältnis betrug 20 „Volksbefreiungs-Kip” für 1 könglichen Kip. Die Scheine zeigen Motive aus Landwirtschaft, Gesundheitswesen, Fischfang, Bildung, Industrie und „Volksbefreiungskampf”. So sind auf der Vorderseite des Werts zu 200 Kip Volksbefreiungs-Kämpfer der Pathet Lao auf dem Marsch zu sehen und auf der Rückseite des höchsten Werts ein Kampfeinsatz mit Flugabwehrkanonen gegen US-amerikanische Bomber. Andere Nominale zeigen bewaffnete Landarbeiter. Unter dem halbvietnamesischen Partei-Generalsekretär Kaysone Phomvihane wurde die Pathet-Lao-Bewegung 1973 vollständig auf den nordvietnamesischen Kurs eingeschworen. LAO-24 / WPM-19A / B301: 1 Kip , ohne Datum (1968, gültig bis 1979), Wert: * LAO-25 / WPM-20 / B302: 10 Kip , ohne Datum (1968, gültig bis 1979), Wert: * LAO-26 / WPM-21 / B303: 20 Kip , ohne Datum (1968, gültig bis 1979), Wert: * LAO-27 / WPM-22 / B304: 50 Kip , ohne Datum (1968, gültig bis 1979), Wert: * LAO-28 / WPM-23 / B305: 100 Kip , ohne Datum (1968, gültig bis 1979), Wert: ** LAO-29 / WPM-23A / B306: 200 Kip , ohne Datum (1968, gültig bis 1979), Wert: ** LAO-30 / WPM-24 / B307: 500 Kip , ohne Datum (1968, gültig bis 1979), Wert: ** Demokratische Volksrepublik Laos Mit der Machtübernahme durch die Laotische Revolutionäre Volkspartei und der Ausrufung der Demokratischen Volksrepublik Laos am 2. Dezember 1975 setzten die Kommunisten König Savang Vatthana ab, womit eine 622 Jahre alte Monarchie endete, und verschleppten Zehntausende Laoten in Umerziehungslager, aus denen sie erst nach 13 Jahren oder nie mehr zurückkehrten. Die Scheine des Pathet Lao Government, die auch „Volksbefreiungs-Kip” genannt wurden, liefen nun im ganzen Land um. Die meisten der letzten könglichen Kip-Noten verloren 1976 ihre Gültigkeit. Behelfsausgabe 1979 1979 wurden 500-Kip-Scheine der Pathet Lao mit einem Überdruck versehen, mit dem auch eine Denomination auf 50 Kip vorgenommen wurde. Diese Behelfsausgabe kam jedoch nicht in Umlauf. LAO-31 / WPM-24A / B401: 50 Kip , ohne Datum (1979, nicht ausgegeben), Wert: R/RR Bank der Demokratischen Volksrepublik Laos Die Bank war bereits am 7. Oktober 1968 in Vorbereitung der Machtübernahme durch die Kommunisten gegründet worden, ihre ersten Noten kamen am 16. Dezember 1979 in Umlauf. Mit diesem Tag wurden die alten „Volksbefreiungs-Kip” durch den neuen „Lao-Kip” im Verhältnis 100:1 ersetzt. Ausgabe 1979 LAO-32 / WPM-25 / B501: 1 Kip , ohne Datum (1979), Wert: * Rs. mit oder ohne Fehler in der Währungsbezeichnung LAO-33 / WPM-26 / B502: 5 Kip , ohne Datum (1979), Wert: * Rs. mit oder ohne Fehler in der Währungsbezeichnung LAO-34 / WPM-27 / B503: 10 Kip , ohne Datum (1979), Wert: * Rs. mit oder ohne Fehler in der Währungsbezeichnung LAO-35 / WPM-28 / B504: 20 Kip , ohne Datum (1979), Wert: * Rs. mit oder ohne Fehler in der Währungsbezeichnung LAO-36 / WPM-29 / B505: 50 Kip , ohne Datum (1979), Wert: * Rs. mit oder ohne Fehler in der Währungsbezeichnung LAO-37 / WPM-30 / B506: 100 Kip , ohne Datum (1979), Wert: * Rs. mit oder ohne Fehler in der Währungsbezeichnung Ausgaben ab 1988 Erhebliche wirtschaftliche Probleme und die Abwanderung der Bevölkerung zwangen die kommunistische Regierung 1986 zu einer Öffnungs- und Reformpolitik unter dem Namen „Neuer ökonomischer Mechanismus” mit dem Ziel eines schrittweisen Übergangs von der Plan- zur Marktwirtschaft. Neben der wirtschaftlichen Liberalisierung wurden auch die Beziehungen zum Ausland verbessert und politische Reformen in Angriff genommen. Am 14. August 1991 wurde die erste Verfassung nach der Machtübernahme durch die Kommunisten 1975 verabschiedet, ein Parlament wurde eingesetzt und Laos wurde Mitglied der ASEAN. Die inflationäre Entwicklung des Kip zwang die Bank ab 1997 zur Ausgabe immer höherer Nominale. LAO-38 / WPM-31 / B507: 500 Kip , 1988, Wert: * LAO-39 / WPM-32 / B508: 1.000 Kip a) Ausgabe 1992, ohne Sicherheitsfaden, Wert: * b) Ausgabe 1994, mit Sicherheitsfaden, Wert: * c) Ausgabe 1995, Sicherheitsstreifen mit entmetallisiertem laotischem Text, Wert: * d) Ausgabe 1996, Sicherheitsstreifen mit gedrucktem laotischem Text, Wert: * LAO-40 / WPM-32A / B509: 1.000 Kip wie LAO-39, doch Staatswappen auf der Vs. silbern unterlegt a) Ausgabe 1998, Wert: * b) Ausgabe 2003, Wert: * LAO-41 / WPM-33 / B510: 2.000 Kip a) Ausgabe 1997, Wert: * b) Ausgabe 2003, Wert: * LAO-42 / WPM-34 / B511: 5.000 Kip a) Ausgabe 1997, Wert: * b) Ausgabe 2003, Wert: * LAO-43 / WPM-35 / B512: 10.000 Kip a) Ausgabe 2002, Wert: * b) Ausgabe 2003, Wert: * LAO-44 / WPM-36 / B513: 20.000 Kip a) Ausgabe 2002, Wert: ** b) Ausgabe 2003, Wert: ** LAO-45 / WPM-38 / B514: 50.000 Kip, Ausgabe 2004, Wert: ** LAO-46 / WPM-39 / B515: 1.000 Kip, Ausgabe 2008, Wert: * LAO-47 / WPM-40 / B516: 100.000 Kip, Ausgabe 2010, Wert: *** Gedenkbanknote: 450 Jahre Vientiane und 35 Jahre Demokratische Volksrepublik Laos. F1) blaue Klappkarte mit Gedenkbanknote, Wert: **** F2) gelbe Klappkarte mit Gedenkbanknote, Wert: **** Die Gedenkbanknote in einer gelben Klappkarte wurde von der Bank für 150.000 Kip abgegeben. LAO-47 / WPM-41 / B517: 2.000 Kip, Ausgabe 2011, Wert: * LAO-48 / WPM-42 / B518: 100.000 Kip, Ausgabe 2011, Wert: *** LAO-49 / WPM- / B519: 500 Kip, Ausgabe 2015, Wert: * LAO-50 / WPM- / B520: 10.000 Kip, Ausgabe 2020 (ab 2022), Wert: ** LAO-51 / WPM- / B521: 20.000 Kip, Ausgabe 2020 (ab 2022), Wert: ** Kaysone Phomvihane Die aktuelle Banknotenserie zeigt auf den Vorderseiten der Werte von 2.000 bis 100.000 Kip Kaysone Phomvihane (geb. am 13.12.1920), der 1955 Mitgründer der Laotischen Volkspartei und deren erster Generalsekretär war. Im Bürgerkrieg bezog er mit den Kämpfern der Pathet Lao Stellungen in den Höhlen im Nordosten des Landes, wo sie vor den US-amerikanischen Bombenteppichen sicher waren. Am 8. Dezember 1975 wurde er Vorsitzender des Ministerrats und Premierminister der neu gegründeten Volksrepublik. Seine Regierung ließ den abgesetzten König und die Königin in einem Lager internieren, wo sie wahrscheinlich ums Leben kamen. Fest an Vietnam gebunden, sorgte Phomvihane für die Isolierung des Landes gegenüber westlichen Einflüssen. Nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Systeme in Europa und dem Ende des „Kalten Kriegs” suchte er Kontakt zu den ehemaligen Besatzungsmächten Frankreich und Japan. Mit der Verfassung von 1991 wurde er Staatspräsident, hob verschiedene Regierungskontrollen auf und erließ eine politische Amnestie, die zur Entlassung der meisten politischen Gefangenen, darunter auch der seit 1975 internierten Offiziere der ehemaligen pro-westlichen Regierung, führte. Die Beziehungen zu Vietnam kühlten sich ab und Laos suchte mehr Nähe zur Volksrepublik China, die bereits sehr erfolgreich den Weg in die Marktwirtschaft beschritt. Phomvihane verstarb noch vor den für Dezember 1992 angesetzten Neuwahlen am 21. November 1992 in der Hauptstadt Vientiane. Schlussbetrachtungen Derzeit entsprechen 1.000 Laotische Kip (LAK) etwa 0,058 Euro. Der Einparteienstaat besteht trotz Verfassung und Parlament bis heute fort. Damit gehört Laos zu nur noch fünf Staaten weltweit, die auch nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Diktaturen Anfang der 1990er Jahre unter Führung einer kommunistischen Einheitspartei stehen. Der laotische Bürgerkrieg hat nie ganz aufgehört. Bis heute führen Angehörige der Hmong-Minderheit in der Sonderzone Saysomboun nordöstlich der Hauptstadt Vientiane einen bewaffneten Kampf gegen die kommunistischen Machthaber. Immer wieder kommt es zu Attentaten und Überfällen in und in der Umgebung der Hauptstadt sowie auf Verkehrswegen, denen auch ausländische Touristen zum Opfer fallen. Dem Militär werden im Gegenzug schwere Menschenrechtsverletzungen im Kampf gegen die Aufständischen vorgeworfen. Hans-Ludwig Grabowski

  • China: 100 Yuan von 2015

    100 Yuan 2015: Vorderseite mit Porträt von Mao Zedong Ab 12. November 2015 gab die Peoples Bank of China 100-Yuan-Scheine mit Datum 2015 und verbesserten Sicherheitsmerkmalen aus. Dazu zählen ein breiter, optisch variabler, unterbrochener Sicherheitsstreifen, eine entmetallisierte Wertzahl und eine zusätzliche senkrechte Kontrollnummer. 100 Yuan 2015: Vorderseite mit der Großen Halle des Volkes in Peking. Hans-Ludwig Grabowski Münzen & Sammeln , Ausgabe 2016/01 Abbildungen: Hartmut Fraunhoffer, www.banknoten.de #Nachrichten #Weltbanknoten #Asien #China #Yuan #Grabowski

  • Louisenthal stattet preisgekrönte Währungen mit Sicherheitsmerkmalen aus

    Die neue 1000-Baht-Banknote aus der thailändischen Serie 17 wurde auf der Konferenz High Security Printing Asia in Hanoi, Vietnam, mit dem Regional Banknote of the Year Award Asia ausgezeichnet; die neue Hongkong-Banknotenserie erhielt den Best New Series Award. Ausschlaggebend für die Auszeichnungen waren unter anderem die Sicherheitsmerkmale von Louisenthal in beiden Währungen. Die Preise würdigen „herausragende Leistungen im Hinblick auf das Design, die technische Raffinesse und die Sicherheit einer Banknote oder Banknotenserie“. Die thailändische 1000-Baht-Banknote wurde Sieger in ihrer Kategorie aufgrund ihrer „hervorragenden und attraktiven Hochsicherheitselemente dank derer die Bürger die Echtheit der Banknote auf einen Blick überprüfen können“. Hongkongs Banknotenserie ließ mit ihrem „ausgefallenen Design und den perfekt aufeinander abgestimmten dynamischen Sicherheitselementen“, die Konkurrenz hinter sich. Farbe und Größe der 1000-Baht-Banknote sind unverändert. Die Sicherheitsmerkmale sind allerdings auf den neuesten technischen Stand gebracht worden, was eine einfachere Echtheitserkennung durch die Bürgerinnen und Bürger sowie in den Systemen im Bargeldkreislauf ermöglicht. Die neue Hongkong-Banknotenserie unterscheidet sich von der Vorgängerversion sowohl durch modernste Sicherheitsmerkmale als auch dadurch, dass die Rückseiten jeweils im Hochformat gestaltet sind. Beide Währungen sind mit dem Galaxy®-Sicherheitsfaden von Louisenthal mit einem dynamischem „Saturn“-Effekt ausgestattet. Galaxy® kombiniert Mikrospiegel und ColourShift-Dünnschichtfolien. Wird die Banknote gekippt, verändern die Ringe und Bögen auf der Oberfläche jeweils ihre Position zueinander, was einen dreidimensionalen Effekt erzeugt. Zusätzlich weist der Faden beim Kippen der Banknote dynamische Farbwechsel von Gold zu Grün auf (1000-Baht-Note), bzw. von Grün zu Blau (Hongkong-Serie) auf. Im Durchlicht erscheinen entmetallisierte Textelemente auf der Banknote. Der Faden verfügt zudem über maschinenlesbare magnetische Eigenschaften. Beide Währungen haben ertastbare Zeichen für Sehbehinderte. Wir sind stolz, dass sich sowohl die Hong Kong Monetary Authority als auch die thailändische Zentralbank für unseren Galaxy®-Faden als Hauptsicherheitsmerkmal entschieden haben. Die Verwendung von ColourShift in Verbindung mit Mikrospiegeln erhöht die Fälschungssicherheit um ein Vielfaches“, sagte Clemens Berger, Vorsitzender der Geschäftsführung von Louisenthal. Die thailändische Zentralbank hat die 20-, 50- und 100-Baht-Werte ihrer neuen „Banknotenserie 17“ am „Chakri Memorial Day“ (6. April 2018) ausgegeben. Die 500- und 1000-Baht-Werte wurden am 28. Juli 2018, dem Geburtstag des neuen Königs Maha Vajiralongkorn Bodindradebayavarangkun, herausgebracht und zeigen sein Porträt in der Uniform der Königlich Thailändischen Luftwaffe. Auf den Rückseiten der „Banknotenserie 17“ sind, in den Denominationen nach oben ansteigend, chronologisch angeordnet jeweils die Porträts zweier thailändischer Könige zu sehen und Abbildungen ihrer Insignien. Die höheren Banknotenwerte der Hongkong-Serie (500 und 1000 Hongkong-Dollar) werden Ende 2018 oder Anfang 2019 in Umlauf gebracht; die niedrigeren Werte (20, 50 und 100 Hongkong-Dollar) folgen dann 2019 und 2020. Sowohl die Vorder- als auch die Rückseite zeigen verschiedene symbolträchtige Elemente aus Hongkongs Natur und Kultur; die Motive auf der Rückseite sind im Hochformat abgebildet. Sourour Stanke Giesecke & Devrient, www.gi-de.com #Nachrichten #Weltbanknoten #Asien #Thailand #Hongkong #GieseckeDevrient

  • Tschechische Republik: Neue 100- und 200-Kronen-Scheine

    Laut einer Pressemitteilung vom 5. September 2018 hat die Tschechische Nationalbank neue 100- und 200-Kronen-Noten in der Gestaltung der vorhergehenden Ausgaben, aber mit verbessertem Fälschungsschutz, eingeführt. Hinzu kamen sog. Omron-Ringe, ein 3 mm breiter Sicherheitsstreifen mit unterschiedlichem entmetallisiertem Text, ein Elektrotyp-Element, das dem Wasserzeichen hinzugefügt wurde, sowie grüne und orange fluoreszierende Druckfarbe. Hans-Ludwig Grabowski Abb. Owen W. Linzmayer, www.banknotebook.com #Nachrichten #Weltbanknoten #Europa #Tschechien #Krone #Grabowski

  • Das Milliardengrab – Eine Währung wird abgewickelt

    Zehn Jahre nach der Wiedervereinigung und der Außerkurssetzung der DDR-Mark überschwemmten im Sommer 2001 plötzlich Tausende der schon fast vergessenen Geldscheine die Bundesrepublik. Außer Noten mit dem Konterfei von Marx und Engels wurden im Internet auch die nie im Umlauf gewesenen 200- und 500-Mark-Scheine zum Kauf angeboten. Merkwürdig daran war, dass etliche der Scheine ziemlich muffig rochen und manchmal auch in der Größe geschrumpft schienen. Kein Wunder, die Scheine stammten aus einer Art „Währungsfriedhof“. In den ersten Monaten des Jahres 1990 trat die politische, soziale und wirtschaftliche Krise der DDR immer deutlicher zutage. Täglich verließen 2000 DDR-Bürger das Land in Richtung Westen. Es war klar, dass etwas geschehen musste. Schon im Vorfeld der Volkskammerwahl am 18. März 1990 hatte das Bundeskabinett der DDR die Errichtung einer Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen den beiden deutschen Staaten vorgeschlagen. Am 18. Mai 1990 unterzeichneten Bundesfinanzminister Theo Weigel und sein DDR-Kollege Walter Romberg den Staatsvertrag über die Währungs-, Wirtschaft- und Sozialunion in Bonn. Bundestag und Volkskammer stimmten ihm am 21. Juni 1990 mit großer Mehrheit zu. Zentraler Bestandteil des Vertrags war die Übernahme der D-Mark als alleinige Währung in der DDR. Nun stellte sich die Frage, was sollte mit der alten DDR-Währung geschehen? Die DDR-Münzen mit einem Gewicht von 4.500 Tonnen konnten zur Metallgewinnung eingeschmolzen werden. Aber – wohin mit den vorhandenen Banknoten-Reserven und einzuziehenden Banknoten? Da die Staatsbank der DDR über keine geeigneten Verbrennungsanlagen verfügte, sollte das Papiergeld unter der Erde eingelagert werden und dort verrotten. Bereits 1984 waren 6,8 Milliarden Mark der Banknotenausgabe von 1964 auf diese Weise entsorgt worden. „Nachdem sie zunächst in den ehemaligen Reichsbanktresoren im Gebäude des SED-Zentralkomitees zwischengelagert worden waren, wurden sie von Soldaten des Wachregiments „Feliks Dzierzynski“ zunächst im Innenhof des ZK-Gebäudes in Lkw [geladen] und dann im Wachregimentsobjekt Adlershof in Güterwagen umgeladen. Am Betriebsbahnhof Poppenwald wurden die Geldsäcke erneut in Lkw verladen. Entsorgt und mit 500 Kubikmeter Haufwerk verschüttet wurden sie schließlich in Schacht 311 der SDAG Wismut bei Schneeberg.“ Noch bevor der Umtausch der Bevölkerung am 1. Juli um 0:00 Uhr begann, waren riesige Banknotenmengen der Staatsbank der DDR auf dem Weg zur „Vernichtung“. Unter großem Medienaufgebot begannen NVA-Soldaten des 9. Transportbataillons am 23. April 1990 mit dem Abtransport der im Innenhof des früheren Reichsbankgebäudes auf Paletten gelagerten Geldsäcke. Unter dem Schutz von zwei Fahrzeugen der Volkspolizei transportierten acht Tatra-Lastzüge die Geldscheine ab. Ihr Ziel war die Stollenanlage in den Thekenbergen südlich von Halberstadt. [1]  Ab April 1944 hatte hier das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt das Konzentrationslager Langenstein-Zwieberge als Außenlager des Konzentrationslagers Buchwald errichtet. Die Häftlinge mussten mit Druckluftbohrern und Sprengungen von Ende Juli 1944 bis Anfang April 1945 unter unmenschlichen Bedingungen ein unterirdisches Stollensystem mit Produktionshallen für die Fertigung von Flugzeugmotoren-Teilen aus den Sandsteinfelsen herausarbeiten. Die angelieferten Geldsäcke wurden hier von Hand auf 20 Förderbänder gelegt und in den Stollen befördert – überwacht von Mitarbeitern der Staatsbank und der Staatssicherheit. Von April bis Juni 1990 wurden insgesamt 77,1 Milliarden Mark von ungültig gewordenen Banknoten der Serien 1955, 1964 und 1971/75 im Komplexlager 12 i n Halberstadt eingelagert. Als Säcke mit den Buchstaben „M“ und „Z“ auftauchten, bestanden die Soldaten auf eine Öffnung, da sie befürchteten, dass Stasiunterlagen entsorgt werden sollten. Zum Vorschein kamen nicht in Umlauf gesetzte 200- und 500-Mark-Banknoten. Abb. 1.1: Staatsbank der DDR, 1985, 200 Mark, Vorderseite. Abb. 1.2: Staatsbank der DDR, 1985, 200 Mark, Rückseite. Abb. 1.3: Staatsbank der DDR, 1985, 200 Mark, Rückseite mit der Farbvariante. Abb. 2.1: Staatsbank der DDR, 1985, 500 Mark, Vorderseite. Abb. 2.2: Staatsbank der DDR, 1985, 500 Mark, Rückseite. Vom 1. Juli 1990 bis Mitte 1991 wurde das Entladen der Transporte von der Bergsicherung Elbingerode (später umbenannt in BEWA-Anlagentechnik GmbH, Elbingerode) besorgt. Nach Auflösung der NVA im Rahmen der Deutschen Einheit übernahm die Bundeswehr die Bewachung. Nach Abschluss der Einlagerungsaktion wurden beide Stollen auf Kosten der Staatsbank Berlin (Rechtsnachfolgerin der Staatsbank der DDR) mit Betonformstein verschlossen. Da die eingelagerten Geldscheine nur 64,5 Prozent der Stollen ausfüllten und ein Einbrechen der verbliebenen Hohlräume befürchtet wurde, erteilte die Staatsbank Berlin der BEWA-Anlagetechnik GmbH Elbingerode am 21. Februar 1992 den Auftrag, die Hohlräume zu verfüllen. Da die Stollen bereits verschlossen waren, wurden von September 1992 bis September 1993 an der Oberfläche auf einer Länge von 300 Metern 60 Bohrungen vorgenommen. Die darunter liegenden Räume wurden von oben mit 1.157 Kubikmeter Kiessand verfüllt und die Bohrlöcher mit Beton verschlossen. In Halberstadt wurden insgesamt 108,9 Milliarden Mark eingelagert: [2]     12.117 Packbeutel mit 4,6 Milliarden Mark der Ausgabe 1955 18.340 Packbeutel mit 17,4 Milliarden Mark der Ausgabe 1964 100.167 Packbeutel mit 83,8 Milliarden Mark der Ausgabe 1971/75                                  (davon 10 Prozent druckfrisch und in Folie eingeschweißt) 0,8 Milliarden Mark Reiseschecks in 200 Behältnissen 2,3 Milliarden Mark Sparbücher in 3.030 Behältnissen Kraftstofftalons des ehemaligen VEB Minol Zurück zu den muffig riechenden Geldscheinen. „Grabräuber“ hatten Zugang zum unterirdischen Labyrinth in den Thekenbergen gefunden. Bei der Inspektion der Stollenzugänge entdeckte man ein Loch in der Betonmauer, etwa in fünf Meter Höhe. „Profis“ hatten hier wohl mit schwerem Gerät das Loch gestemmt. Nachdem sich die Verantwortlichen mit Taschenlampen bewaffnet bäuchlings durch das Loch gerobbt hatten, standen sie wie Dagobert Duck auf einem Berg von Banknoten vermischt mit Sand und Kies. Viele Scheine waren in einem erstaunlich guten Zustand, manche sogar druckfrisch und originalverpackt. Hier hatten sich also die Diebe bedient. „Am späten Nachmittag des 28. Juli 2001 .. erwischten .. Mitarbeiter einer Wachschutzfirma die beiden Halberstädter Marko K. und Karsten H. auf frischer Tat, als sie Nachschub aus der Grabkammer holen wollten. 10.000 Geldscheine hatten die 24 und 26 Jahre alten Einbrecher in ihren Rucksäcken, darunter 313 druckfrische 500er.“ [3] „Sie wurden später zu mehrmonatigen Bewährungsstrafen verurteilt. Vermutlich waren sie nicht die Einzigen, die an dem spektakulären Einbruch beteiligt waren, dazu war der logistische Aufwand zu groß, doch mutmaßliche Hintermänner wurden nie aufspürt.“ [4] Die Stollen waren keineswegs so sicher wie Fort Knox und der Plan der Geldvernichtung durch Verrotten war also gescheitert. Die KfW hatte ein Riesenproblem, denn die Staatsbank Berlin und später die KfW hatten in zwölf Auktionen zwischen dem 30. April 1994 und 30. Juni 2000 durch die Münzhandlung Dr. Busso Peus Nachf., Frankfurt a. M., 600.000 Kleinmünzen und 1,55 Millionen Gedenkmünzen, darunter große Mengen druck- und prägefrischer Stücke und Raritäten sowie 650.000 meist bankfrische Banknoten versteigern lassen. [5] Und nun überschwemmte eine unbekannte Menge an DDR-Geldscheinen den Sammlermarkt. Zwar waren bei der Auktion keine 200- und 500-Mark-Banknoten verkauft worden, aber bereits im Juni 1990 fanden diese werthöchsten DDR-Scheine den Weg in den Handel. Die ersten Scheine wechselten ihren Besitzer zu Preisen von bis zu 2.000 DM pro Stück. Mit einem Radlader wurden alte DDR-Banknoten aus einem Stollen in den Theken­bergen bei Halberstadt geholt. Ab März 2002 ließ die KfW in monatelanger Arbeit die Stollen räumen. Radlader schoben die Geldscheine in den Stollen zusammen, mit Trommelsieben wurden sie vom Sand und Kies getrennt und auf Förderbändern wieder ans Tageslicht befördert und in Container zwischengelagert. Täglich verließen sechs mit Deckeln verschlossene und verplombte Container die Untertage-Anlage. Insgesamt 298 Lkw-Ladungen mit DDR-Geldscheinen wurden in der Müllverbrennungsanlage BKB Buschhaus verbrannt. „Einige Hundert Tonnen Schlacke, welche aus dem Gemisch von Hausmüll und Banknoten entstanden, wurden beim Straßenbau als Kiesersatz verwendet.“ [6] Am 19. Juni 2002 wurden das letzte DDR-Papiergeld medienwirksam verbrannt und am 25. Juni wurden die Stollen endgültig verschlossen. Die Aktion kostete etwa eine Million Euro. Uwe Bronnert Anmerkungen Aufgrund eines Gutachtens erteilte das Ministerium für Umwelt und Naturschutz des Landes Sachsen-Anhalt am 7. Juni 1991 eine Ausnahmegenehmigung für die Einlagerung der Banknoten. Ein Gutachten vom 26. März 1990 bestätigte der Staatsbank, dass weder vom Papier noch von den Farben der einzulagernden Banknoten eine Gefährdung für die Umwelt ausgehen würden. Selbst bei einer Auswaschung im Stollen bestände die Gewähr, dass das Grundwasser nicht verunreinigt würde. Kosten in Höhe von 2,5 Millionen DM wurden als günstig angesehen. Marc Zirlewagen, Der Schatz von Halberstadt, Die KfW und das Ende des DDR-Papiergelds, Frankfurt am Main 2020 (ebook), S. 48. Auf S. 49 nennt der Autor, dass 620 Millionen Banknoten in 28.900 Säcken mit 102.426 Packbeuteln mit einem Gewicht von 376 Tonnen eingelagert wurden. https://www.mz.de/mitteldeutschland/landkreis-harz/3-000-tonnen-geld-was-aus-dem-ddr-schatz-im-halberstadter-bunker-wurde-1685365  <28.06.2025 https://www.spiegel.de/geschichte/vergessene-orte-a-946505.html  <27.12.2023> Ebenda, S. 50: Vom Erlös von 46,1 Million DM flossen 12,3 Millionen DM an das Bundesministerium der Finanzen, der Rest verblieb bei der KfW.  Mark Zirlewagen, S. 88.

  • 35 Jahre Leipziger Münzhandlung und Auktion Heidrun Höhn e.K.– Ein besonderes Jubiläum

    Voller Stolz feiern wir im Jahr 2025 ein ganz besonderes Jubiläum. Seit nunmehr 35 Jahren sind wir als Leipziger Münzhandlung und Auktion eine feste Größe in der numismatischen Fachwelt. Heidrun Höhn. Gegründet hat Heidrun Höhn unser Familienunternehmen am 1. Juli 1990 in der Leipziger Katharinenstraße 11, dem Fregehaus. Bereits im Juni 1991 starteten wir mit unserer ersten Auktion, bei der schon über 2.500 zugeschlagene Lose von herausragendem Erfolg zeugten. Links: Der erste Firmensitz in Leipzig, Katharinenstraße 11 (Fregehaus); Rechts: Katalog der 1. Auktion im Juni 1991. Wachstum bedingte jedoch den Umzug. Aus dem Fregehaus ging es ins Eckhaus am Brühl 52/ Nikolaistraße, ein ehemaliges Pelzhaus. Seit 2004 befinden wir uns nun in der Nikolaistraße 25, wo wir als fest etablierter Anlaufpunkt für Kunden und Händler erreichbar sind. Das Auktionshaus Höhn in der Leipziger Nikolaistraße 25. Unser Laden, Büroflächen und eine gut sortierte numismatische Bibliothek erstrecken sich über eine 480 Quadratmeter große Fläche. Ein eigens für Auktionen umgebauter Saal bietet Platz für bis zu 60 Personen, die das Geschehen live erleben möchten. Dadurch gehören wir inzwischen zum größten Auktionshaus dieser Art in den neuen Bundesländern und rangieren deutschlandweit unter den fünf größten Häusern. Unser Sortiment an Numismatik umfasst nicht nur Münzen, sondern auch Geldscheine, Orden und Ehrenzeichen, Medaillen, Plaketten, Literatur oder beispielweise auch historische Münzwaagen.  Die Geschichte unseres Unternehmens ist geprägt von schönen Momenten und Herausforderungen, die uns als Team wachsen lassen. Vertrauen, Teamgeist und gegenseitiger Respekt stehen für unsere Zusammenarbeit. Werte, die auch nach außen sichtbar sind und unsere Seriosität stärken. Familie Höhn zur 50. Auktion 2006. Familie Höhn in den Geschäftsräumen der Auktion in Leipzig. Saskia und Christina Höhn zur 100. Auktion im November 2022. Besonders stolz sind wir darauf, sowohl als Familienunternehmen in zweiter Generation, als auch mittlerweile als frauengeführtes Haus, von Saskia und Christina Höhn geleitet zu werden. Doch hinter uns stehen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die täglich mit Leidenschaft, Loyalität und hoher Fachkompetenz dafür sorgen, dass unsere Kunden exzellente Beratung und Auktionen auf höchstem Niveau erleben. Neben den beiden Geschäftsführerinnen arbeiten vier ausgebildete Numismatiker, ein Buchhalter und drei Sekretariatskräfte in unserem Haus. Das familiäre Miteinander, die persönliche Nähe zu unseren Kunden, Geschäftspartnern und Mitarbeitern sowie höchste Fachkompetenz zeichnet unser Arbeitsgeschehen tagtäglich aus. Gruppenbild der Mitarbeiter der Leipziger Münzhandlung Heidrun Höhn. Nur dadurch ist es möglich, dass bereits über 100 Saalauktionen – im November 2025 bereits die 109. Auktion - stattfinden konnten. Dieses Zeichen unserer Beständigkeit, Seriosität und dem Vertrauen unserer Kundschaft erfüllen uns mit Freude. Christina und Saskia Höhn bei einer Auktion. Neben großen Saalauktionen und persönlichem Kontakt im Ladengeschäft spielt die digitale Welt eine wichtige Rolle. Unser Onlineshop mit über 3000 Artikeln begeistert Sammler weltweit, und Einladungen zu numismatischen Fachvorträgen via Zoom, ermöglichen online spannende und historische Einblicke als auch Fortbildungsmöglichkeiten, wobei die Teilnehmer tiefer in das Geschehen eintauchen dürfen. Das Livebidding wurde 2021 eingeführt und hat uns während der Pandemie neue Reichweiten eröffnet. Weltweit ist die Teilnahme am Live-Bieten heute sehr beliebt und stößt auf großen Zuspruch. Mit Freude beobachten wir, dass sich zunehmend auch junge Menschen für die faszinierende Welt der Numismatik begeistern. Diese Entwicklung gibt uns Zuversicht, dass unsere Leidenschaft für Münzen und Geschichte auch in den kommenden Generationen weiterlebt. Deshalb setzen wir verstärkt auf Förderung, Weiterbildung und Entwicklung numismatisch begeisterter Jugendlicher, die bei uns sowohl numismatisch ausgebildet werden ergänzend zu einer kaufmännischen Lehre oder einem Studium, beispielsweise der Geschichte oder Kunstgeschichte. Familie Höhn zum 35. Jubiläum des Auktionshauses 2025. Unser großer Dank gilt insbesondere auch unseren Familien. Ihr Rückhalt, ihre Geduld und ihr Verständnis machen vieles erst möglich. Wir blicken dankbar auf 35 ereignisreiche Jahre zurück – und mit frischem Elan in die Zukunft. Unser Anspruch bleibt, Auktionen auf höchstem Niveau durchzuführen, unseren Service weiter zu verbessern und die Begeisterung für die Münzkunde lebendig zu halten. Und nicht zuletzt danken wir Ihnen – unseren Kundinnen und Kunden, Geschäftspartnern und Sammlern. Ihr Vertrauen ist die Grundlage unseres Erfolgs. Wir freuen uns auf viele weitere gemeinsame Jahre im Zeichen der Numismatik. Ihre Familie Höhn https://www.leipziger-muenzhandlung.de/

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