Aus alten Zeitungen: Notgeldscheine als Lotterielose
- Hans-Ludwig Besler (Grabowski)

- vor 12 Minuten
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Gefunden in: "Sieg-Post", Nr. 187 vom 17. August 1921




Notgeldscheine als Lotterielose
Einen eigenartigen Ausweg aus der Finanznot hat die Gemeinde Dahme in der Mark beschritten. Sie hat Notgeld im Werte von 10, 25 und 50 Pfennigen herausgegeben und die 50-Pfennig-Scheine mit laufenden Nummern versehen, um sie später einmal als Lotterie-Lose zu verwenden. Die Rückseite des Scheines zeigt das alte Stadtschloß, das einer Erneuerung bedarf. Leider fehlt es der Stadt an dem Geld dazu. Die 50-Pfennig-Scheine sollen nun helfen, die Schloßerneuerung zu finanzieren. Wenn der Kleingeldmangel nicht mehr besteht, müssen die Notgeldscheine bekanntlich zur Einlösung aufgerufen werden. Um das Geld für die Einlösung zu sparen, sollen die Scheine dann als Lotterielose gelten. Man will für die Hälfte des Notgeldes Gewinne in Höhe von 10 bis 1000 Mk. aussetzen, die am Schluß des Unternehmens gezogen werden. So erhalten die glücklichen Gewinner ihren Gutschein gut verzinst, die übrigen aber werden sich damit trösten, einen kleinen Beitrag zum Schloßbau geleistet zu haben.
Uwe Bronnert
Anmerkung der Redaktion
Unter der Rubrik "Aus alten Zeitungen" möchten wir unseren Lesern in lockerer Folge interessante und amüsante Berichte aus historischen Zeitungen rund um Geldscheine, Falschgeld und echte "Räuberpistolen" präsentieren. Wenn auch Sie eine passende Geschichte in einer alten Zeitung gefunden haben, dann würden wir uns freuen, wenn Sie sich an uns wenden, um sie mit anderen Lesern zu teilen.




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