Aus privaten Sammlungen: Das Geld des reichsten Mannes der Welt – Hyderabad, 5 O.S.-Rupien von 1945
- Dr. Sven Gerhard

- 15. Apr.
- 2 Min. Lesezeit
Hyderabad im Bundesstaat Telangana in Zentralindien ist zusammen mit dem benachbarten Secunderabad mit rund sieben Millionen Einwohnern die viertgrößte Metropole Indiens.
Die 1590 gegründete Stadt gilt als bedeutender IT-Standort, sowie als wichtiger Herstellungsort von Medikamenten.
Bis 1948 war Hyderabad Hauptstadt des gleichnamigen Fürstenstaates, der unabhängig von der britischen Herrschaft in Indien blieb, die Oberherrschaft der Briten jedoch insgesamt anerkannte. Regent war zuletzt der siebte Nizam von Hyderabad, Osman Ali Khan Asaf Jah VII. (1886–1967). Er galt nach dem Tod Rockefellers 1937 als reichster Mann der Welt. Seine Residenzen in Hyderabad wie etwa der Chowmahalla-Palast können heute besichtigt werden.
Nach der Unabhängigkeitserklärung Britisch-Indiens und der Aufspaltung des Landes in die Staaten Indien und Pakistan erklärte Hyderabad zunächst seine Unabhängigkeit. Der Grund hierfür war, dass der Nizam selbst und ein Großteil der Bevölkerung des Staates Hyderabad muslimischen Glaubens war und daher im Zuge der staatlichen Aufspaltung für eine Zugehörigkeit zu Pakistan hätte optieren wollen, was wegen der geografischen Lage in der Mitte des neuen Staates Indiens nicht umsetzbar war. Im September 1948 besetzten indischen Truppen Hyderabad. Der Nizam verblieb noch einige Zeit als Repräsentant an der Spitze des neu geschaffenen indischen Bundestaates Hyderabad und verstarb 1967.
Der Bundesstaat Hyderabad wurde später aufgelöst.

Hyderabad war der einzige Staat auf dem Gebiet Britisch-Indiens, der über eine eigene Währung, die Osman-Sicca-Rupie, verfügte, und zwischen 1918 und 1949 (für die 1-O.S.-Rupien-Note bis 1952) eigenes Papiergeld ausgab, das noch bis 1955 im Umlauf blieb.
Dabei entsprachen 116 Osmani-Sicca-Rupien 100 Indischen Rupien.
Die Geldscheine des Staates Hyderabad wurden von 1918 bis 1928 durch Waterlow & Sons in England und ab 1929 durch die neu gegründete Wertpapierdruckerei der Bank of India in Nasik gedruckt. Eine Ausnahme bildeten die Noten zu 1 Rupie, die ab 1943 in der Regierungsdruckerei in Hyderabad selbst hergestellt wurden. Bis 1941 handelte es sich um Staatspapiergeld. Ab 1941 übernahm die neu gegründete Staatsbank von Hyderabad die Notenausgabe. Die Scheine konnten noch bis Ende Juni 1959 in indisches Papiergeld umgetauscht werden. Sie sind heute durchweg selten und erzielen gerade in guten Erhaltungen hohe Preise.
Der vorliegende Schein trägt die Unterschrift von Zahin Hussain (1895-1957) als Finanzminister des Staates Hyderabad. Hussain übernahm von Juni 1948 bis 1953 das Amt des Gouverneurs der neugegründeten Staatsbank von Pakistan. Seine Unterschrift findet sich auch auf den pakistanischen Banknoten von 1951 bis 1953.


Objekttyp:
Banknote
Sammlung:
Sammlung Dr. Sven Gerhard
Authentizität:
Original
Land/Region/Ort:
Hyderabad
Emittent:
Staatsbank von Hyderabad
Nominal:
5 Osmani-Sicca-Rupien
Datierung:
ohne Datum (1945)
Vorderseite:
Wappen, Wertbezeichnung, Ornamente, Unterschrift
Rückseite:
5 Münzen zu je 1 O.S.-Rupie mit Abbildung des Charminar sowie Ornamente
Unterschrift:
Zahid Hussain (Finanzminister von 1945 bis 1947)
Material:
Papier mit Wasserzeichen (Wertangabe in persischer und englischer Schrift)
Format:
127 mm x 762 mm.
Druck:
Currency Note Press, Nasik/Indien
Nummerierung:
PL 461812
Umlauf:
1939 bis 1955, ungültig zum 30. Juni 1959
Zitate:
India S273d (Standard Catalogue of World Paper Money, Vol. I – Specialized Issues)
Dr. Sven Gerhard
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