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Aus privaten Sammlungen: Interims-Banknote der Deutsch-Ostafrikanischen Bank auf Rechenpapier

Objekttyp: Banknote

Sammlung: Sammlung Gerhard Reichert ✝︎


Historischer Kontext:

Im Ersten Weltkrieg wurde die Kolonie von der Versorgung durch das Reich und damit auch von Papier- und Münzlieferungen abgeschnitten, man behalf sich deshalb mit primitiven Kriegsausgaben. Der Druck dieser Interims-Banknoten wurde durch die Deutsch-Ostafrikanische Zeitung GmbH in Daressalam und an anderen Orten ausgeführt.

Nach der Kapitulation der deutschen Schutztruppe am 14. November 1918 ließ General von Lettow-Vorbeck den einheimischen Askaris (farbige Soldaten der Schutztruppe) und Trägern noch 1,5 Millionen Rupien in Interims-Noten auszahlen, die später von der deutschen Regierung eingelöst wurden.

Durch die primitive Art ihrer Herstellung während des Kriegs und die Nutzung aller verfüg­baren Papierarten – von Karton über Jutepressung bis zum Ölpapier – ist eine faszinierende Variantenvielfalt entstanden, wie sie mit keiner anderen Papiergeldausgabe vergleichbar ist. Die Interims-Noten von Deutsch-Ostafrika sind deshalb zu einem beliebten Sammelgebiet geworden. Unser Beispiel zeigt die einzige Ausgabe, die auf kariertem Rechenpapier aus Schulheften erfolgte.

 
 

Land/Region/Ort: Deutsch-Ostafrika, Daressalam

Emittent: Deutsch-Ostafrikanische Bank

Nominal: 1 Rupie

Datum: 1. Februar 1916

Umlauf: Februr 1916 bis November 1918

Vorderseite: Links oben kleiner (neuer) Reichsadler, Rahmen mit Sternen (sieben

Sterne neben dem Reichsadler), Text und zwei Faksimile- Unterschriftsstempel: Berendt / A. Frühling.

Rückseite: Text in Deutsch und Kisuaheli, Serienbezeichnung, Nummerierung und Druckereivermerk im einfachen Rahmen. Diagonalstempel mit Wertangabe in Ornamenten.

Format: 102 mm x 63 mm

Material: Hellblau kariertes Papier aus Schulheften

Wasserzeichen: ohne

Druck: Deutsch-Ostafrikanische Zeitung GmbH, Daressalam

Nummerierung: Q3, 78629

Authentizität: Original

Zitate:

  • DOA-31b3 (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871)

  • 929q (Rosenberg/Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871)

  • GEA-20 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues)

 

Hans-Ludwig Grabowski

 

Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.


Literaturhinweis:



Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine



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