Aus privaten Sammlungen: Probedruck zu 100 Mark vom 21. April 1910


Aus der Sammlung Hans-Ludwig Grabowski:



Mit Einführung der Mark als Einheitswährung des 1871 gegründeten Deutschen Reichs und Umwandlung der Preussischen Haupt-Bank in die Deutsche Reichsbank entstanden immer wieder auch verschiedene Entwürfe, Probedrucke und Muster zu neuen deutschen Reichsbanknoten. In den ersten Jahrzehnten durften sowohl die Reichsbank, als auch die anderen noch verbliebenen deutschen Notenbanken, nur Banknoten im Nennwert ab 100 Mark ausgeben. Bereits für die ersten Notenserie der Reichsbank vom 1. Januar 1876, von der nur die Werte zu 100 und 1000 Mark ausgegeben wurden, gab es auch Proben eines 500-Mark-Scheins, der jedoch nie in Umlauf kam.

Nach Jahrzehnten, in denen der "Blaue Hunderter" in immer gleicher Gestaltung im Zahlungsverkehr war und jede neue Ausgabe lediglich einer Veränderung der Zusammensetzung des Reichsbankdirektoriums geschuldet war, was sich auf die Unterschriften und geänderte Ausgabedaten auswirkte, arbeitete man schon 1903 an einem neuen Hunderter mit Merkur- und Ceresköpfen auf der Vorder- und der Germania unter einer Eiche am Meer mit Schiffen der kaiserlichen Flotte auf der Rückseite. Der sog. "Flotten-Hunderter" war sogar im Reichstag heftig umstritten. Waren 1903 Musterdrucke noch im Format des alten "Blauen Hunderters" erfolgt, so gab es spätestens 1907 die ersten Proben in seinem späteren Format, der ihm auch den Namen "Langer Hunderter" einbrachte.

Weitere Probedrucke folgten für die Ausgabe von 1910.


Zuletzt wurden alle Proben der Reichsbank auch in den Katalog "Die deutschen Banknoten ab 1871" aufgenommen.


Deutsches Reich, Deutsche Reichsbank: Einseitiger Probedruck der Vorderseite zu 100 Mark vom 21. April 1910.

Vorderseite: Merkur- und Ceresköpfe als Allegorien für Handel und die Landwirtschaft, jeweils über einem Adler. Im Unterdruck Kaiserkrone, Zepter und Schwert in Eichenlaub.

Serie A, KN "0000000", dreifacher roter Überdruck "Musterabdruck – Wertlos" sowie dreifache Perforation "DRUCKPROBE".

Rückseite: unbedruckt.

Wasserzeichen: Kopf Kaiser Wilhelm I. und Wertzahl 100, Papier mit roten Fasereinlagen (Wilcox-Fasereinlagen).

Format: 207 mm x 102 mm

Druck: Reichsdruckerei, Berlin


Katalogreferenzen:

Hans-Ludwig Grabowski


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