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Billion jenseits von Inflation

Aktualisiert: 8. Juli

1924: Ein Jahr, in dem Deutschland – wertbeständig – mit Billionen zahlte

Am 20. November 1923 erreichte die Inflation in Deutschland ihren im Dezember 1923 dann auch offiziell bestätigten Schlusskurs. Ausländische Börsen und das besetzte Rheinland ließen die Papiermark-Inflation vorübergehend wohl noch um ein Mehrfaches anwachsen, fanden aber bis Ende 1923 bzw. Anfang 1924 immer wieder zum besagten Zielkurs zurück. Dieser erwies sich mit exakt einer Billion Mark für eine Gold- bzw. Rentenmark und einem Wechselkurs von 4,2 Billionen Mark  für einen US-Dollar als außerordentlich pragmatisch – ein zugegeben glücklicher Zufall (?). Gestutzt mittels  „Zwölf-Nullen-Streich“ überquert die gebändigte Mark nach ihrem Inflationsgalopp exakt zum Vorkriegsniveau von 1914 die Ziellinie. Final glänzt Deutschland entlang dieser Dekade mit einer der niedrigsten Geldentwertungen weltweit – explizit auch im Vergleich zu den USA ...

 

Schon wieder ein Beitrag über die deutsche Hyperinflation? Was lässt sich eigentlich nach der Vielzahl der im Vorjahr 2023 erschienenen Artikel zu diesem Jahrhundertgedenken an die Geldentwertungs-Tragödie der "Weimarer Republik" noch Wissenswertes beitragen, wird man sich fragen. Nichts, naja, fast nichts, außer vielleicht einer Petitesse von einer "Billion Fußnoten".


Dieser Beitrag widmet sich dem eigentlichen Phänomen der deutschen Inflation, das sich in Folge der Geldentwertung wohl allein hier einstellte. Sicher war es nicht ihre Dimension, in welche sich die Inflation emporschwang. Historisch eingeordnet erscheint diese mit ihrem höchsten im Umlauf befindlichen Nominal von 100 Billionen Mark eher "moderat".


DEU-170: Deutsche Reichsbank, Reichsbanknote zu 100 Billionen Mark vom 15. Februar 1924, Vorderseite.


DEU-171: Deutsche Reichsbank, Musterabdruck der Reichsdruckerei zu einer nie ausgegebenen Reichsbanknote über 1000 Billionen Mark vom 20. Februar 1924, Vorderseite.


Die zweihundert Billionen aus Krefeld kamen nicht zur Ausgabe. Auch die Duderstädter Billiarde mag eher als ein gern präsentierter "Scherzschein" gelten.[1]  Letztlich verblieben auch die 1000 Billionen der Reichsbank von 1924 nur im Entwurfsstadium.


 

Ungarische Fantastililliarden


Lieblich unauffälliger Gigant in der Banknotengeschichte (höchster Pengö-Wert im Umlauf):

Ungarische Nominalbezeichnung und ein verschämtes „B-“ vereinen sich am 3. Juni 1946

zu 100 Millionen Billionen, 100.000.000.000.000.000.000 bzw. 100 Trillionen Pengö

(eine 10 mit 20 Nullen!).


Was war die deutsche Papiermark-Entwertung schon im Vergleich zur ungarischen Pengö-Hyperinflation nach 1945?  Hier tauchte sogar erst bei der 10.000 Billionen-Note die B-Pengö-Kennzeichnung für Billionen Pengö auf. Im Umlauf war schließlich bei 100 Millionen Billionen Pengö (100 Trillionen) Schluss; die Milliarde Billion blieb fertig gedruckt dem Umlauf vorenthalten. Bei den 100 Billionen[2] der deutschen Inflation hantierten die ungarischen Scheine noch mit der „M-Vorwahl“ für Tausend (100 Millionen Tausend Pengö). 


Ganz inkognito. Wer vermutet schon den Inflations-Superlativ hinter dieser Banknote

vom 31. Juli 1946? Der Ado-Pengö (Steuer-Pengö) steht schließlich für 2 Trilliarden

Pengö, und das multipliziert mit hundert Millionen ergibt 200.000.000.000.000.000.000.000.000.000 Pengö (200 Quadrilliarden Pengö, in der späteren Währungsreform immerhin noch ein halber Forint).


Ab Mitte 1946 behalf man sich mit dem Steuer-Pengö (Adópengö) als einem Versuch zur Schaffung eines wertstabileren Zahlungsmittels, welcher abschließend mit etwa zwei Trilliarden Pengö (10 mit 21 Nullen) pro Einheit umzurechnen war. Auch der Adópengö fiel der Inflation zum Opfer und endete solidarisch bei 100.000.000 Millionen. Interpretiert in der zugrundeliegenden Pengö-Währung war das mit 200 Quadrilliarden (2 x 10 mit 29 Nullen) das höchste Nominal der Währungsgeschichte. Zwei dieser Scheine summierten sich dann zuletzt zur neuen Währungseinheit Ungarns, dem Forint.[3]


Passend zum Format in der Philatelie "handlichere" Werte und wohl trotzdem Weltrekord: Freimarke vom 13. Juli 1946 zu 500 Billiarden (500.000.000.000.000.000) Pengö.


 

Die Billion als neue Währungseinheit

Die wirkliche Primäre der Weimarer Geldentwertung von 1923 erschien erst im Nachspiel der Inflation in Form der postinflationären Billion auf der währungspolitischen Bühne. Jedoch wird dieser Aspekt im überwiegenden Teil der einschlägigen Betrachtungen oft nur zur Randnotiz degradiert und ist damit einer breiteren Öffentlichkeit eher unbekannt. Wider Erwarten war das Billionen-Nominal die wenigste Zeit – kaum einen Monat lang – von seiner ca. einjährigen Präsenz inflationär. Diese Währungseinheit mit ihrem ‚Pfennig‘ zu zehn Milliarden ist in der Zeit bis zur Einführung der Reichsmark am 1. November 1924 das einzige gesetzliche Zahlungsmittel – ein Status, welcher der viel gepriesenen Rentenmark hingegen verwehrt blieb. Denn alleinige legitime Instanz zur Ausgabe von reichsgültiger Währung war die Deutsche Reichsbank und die emittierte exklusiv die inflationsgebeutelte sog.  "Papiermark".[4]


DEU-153a: Deutsche Reichsbank, Reichsbanknote zu 100 Billionen Mark vom 26. Oktober 1923, Vorderseite. 


Bereits Ende Oktober 1923 brachte die Reichsbank voller „Optimismus“ im Hinblick auf die weitere Inflationsentwicklung als erstes Billionen-Nominal eine 100-Billionen-Mark-Note heraus.


DEU-168: Deutsche Reichsbank, Reichsbanknote zu 20 Billionen Mark vom 5. Februar 1924, Vorderseite. 


DEU-172: Deutsche Reichsbank, Reichsbanknote zu 5 Billionen Mark vom 15. März 1924, Vorderseite. 

Interessanter war jedoch die Emission einer neuen Billionen-Serie von März bis April 1924 

(5 – 100 Billionen Mark), die dann als wertstabile Währung umlief.

Die Papiermark in Billionenform war bis zur Einführung der Reichsmark im November 1924 keineswegs ein verschmähtes, sondern neben der explizit auf Zahlungsbelegen 1924 fast ausschließlich verwendeten Goldmarkrechnung[5] sowie der Rentenmark ein durchaus gebräuchliches Zahlungsmittel.


Repräsentativ  sollen Dokumente aus einer kleinen Sammlung einschlägiger Zeitzeugnisse im Rahmen einer kommentierten, billionenschwangeren Bildergeschichte versuchen, die Belege selbst „zu Wort kommen“ zu lassen. Am Ende steht eine Biographie der Billion im Geld- und Zahlungsverkehr von der späten Inflationszeit bis in die Reichsmark-Ära.


Das dokumentierte Spektrum der Billionen-Präsenz reicht von den obligatorischen Geldscheinen über Transaktionen des täglichen Geschäftslebens inklusive Gebühren-, Porto sowie Steuerzahlungen bis hin zu, den Zahlungsmitteln noch sehr nahestehenden Wechseln. Darin spiegeln sich recht frühe Signale der Billion bis hin zu ihrem vielleicht finalen Auftritt.

Im Vergleich zur exklusiven „Scheinheiligkeit“ bietet sich in diesem vielfältigen Milieu einiges Überraschendes. Gelegentlich prahlt die Terra-Währung im Zahlungsverkehr auch mit ihrer billiarden-schweren Schwester Peta-Mark. Dem vorherrschenden Erhaltungsfetischismus ignorieren zahlreiche Exponate leger. Als Einzelstücke, sich ihrer grundsätzlichen Einmaligkeit "bewusst", muss man sie nehmen, wie sie kommen, wenn sie sich überhaupt die "Ehre" geben.


Abseits des engagierten Sammlerinteresses schlummern die Preise für die Billionenbelege, „Ratten“ hin oder her, eher im Keller. Das kaum erschlossene Gebiet birgt zudem noch viel Potenzial für spektakuläre Funde – von dreizehnstelligen „Frühgeburten“ bis zu billiarden-beflügelten Rekordmarken.


 

Auf schwindendem Schein: Poetisches zur Billionen-Inflation


"Wertbeständiger" Neujahrswunsch 1924: Von der Inflation blieb ein billiger "Papierersatz"

als millionenschwere Grundlage für einen lyrischen Abriss durch die 1923iger-Geldentwertung bis zum Billionär sowie einem gold-soliden Hoffnungsschimmer für 1924.


Die Rückseite der Bamberger Billion vom November 1923 reimt sich klagend durch den inflationären Sumpf einer schließlich dreizehnstelligen "Pilzvergiftung".


 

Randerscheinungen des deutschen Billionenphänomens



Einzige münzgeschichtliche Zeitzeugin der Billionen-Epoche von 1923: als Notgeld der Provinz Westfalen repräsentiert diese Münze die „Mark“ der Billionenwährung. Nicht nur vom Nominal her, sondern auch mit sechs Zentimetern Durchmesser die größte geprägte deutsche "Währungseinheit" überhaupt, sieht man einmal von Abschlägen anderer Münzen ab, die nicht für den Umlauf bestimmt waren. Die Ausgabe erinnert an ein ganzes Jahr Inflation und läutet gleichzeitig auch das Ende der Billionenära ein. (Hier vorliegend, vielleicht als beredter „Trümmerfrauenfund“, der zwei Jahrzehnte später schicksalhaft vom Tiefpunkt des Deutschen Reichs „gebrandmarkt“ wurde.)


Zwar nur ein ordinärer US-Dollar von 1923, aber Ende diesen Jahres schließlich offiziell 4,2 Billionen Mark wert (auf internationalem Parkett notierte die US-Währung Anfang 1924 sogar noch kurz bei zwölf Billionen Mark).


 

Simpel, sparsam, schnell: Der Billionenschein 1923/24


Ganz schön schief, die Billion vom 1. Novemer 1923 (DEU-155): Viel Sorgfalt verwendete man nicht mehr für die Produktion von Reichsbanknoten; einfach, schnell, Hauptsache Masse.


Standard-Folklore: Fünf Billionen Mark der Reichsbank vom 01. November 1923 (Firmendruck, DEU-156), einfacher einseitiger Druck aber immerhin mit Einfärbung, Wilcox-Fasereinlage und auf Wasserzeichenpapier.


Soviel Inflation lässt selbst eine Reichsbanknote schon mal erblassen: Eine Billion Mark vom 05. November 1923 (DEU-162) mit – weitgehend(?) – eingespartem violetten Farbunterdruck.


Ein echter Millionär unter den Billionen: 50 Billionen Mark aus Duisburg.

Wäre das aufgedruckte Datum vom 25. September 1923 identisch mit dem Ausgabetag, hätte das Nominal einen Gegenwert von 420.000 US-$ oder 1,68 Millionen Goldmark gehabt. Aus Sparsamkeit war wohl stets dasselbe Unterdruckklischee im Einsatz und gelegentlich knauserte man mit Druckerschwärze (siehe z. B. fehlendes „A“ und Abschläge beim „T“ - beides im Wort „STADT“).


Schöner "Schein"; eine Billion in Goldmark!? Übliches Recycling: Billion-Überdruck auf 100 Milliarden Mark auf dem Notgeldschein der Zuckerfabrik AG Ottmachau vom November 1923; als seltener Fall einer "wertbeständigen Billion".


Notgeldschecks, als eiliger Geldscheinersatz: Firmennotgeld über 10 Billionen Mark

vom 23. November 1923. Es war nicht nur ein leicht fabrizierter Geldersatz sondern auch nach dem Verbot der Notgeldausgabe Ende November 1923 die letzte diesbezügliche Option

(Unterscheidungsmerkmal zum normalen Scheck: kein namentlicher Überbringer).


Zu spät: 20 Billionen Mark aus Duderstadt vom 29. November 1923, einer der letzten Notgeldausgaben der Inflation; eigentlich bereits untersagt und deshalb wohl nicht mehr

in Umlauf gebracht.

Auch als wertstabile Billion 1924 musste es mit dem Drucken offenbar schnell gehen:

10 Billionen vom 01. Februar 1924 (DEU-167), fehlerhaft zentriert – dekoriert mit 20iger-Banderole für das großformatigere Inflationsnominal 10 Billionen (DEU158/159).

Dieses erste Mitglied der Billionenfamilie 1924, die die Werte von 5, 10, 20, 50 und 100 Billionen umfasst (DEU-167 -171 vom 01. Februar – 15. März 1924), stellt den offensichtlichen Beweis dafür dar, dass sich die Billionen Papiermark auch 1924, Monate nach der Rentenmark-Einführung zum 15. November 1923, als ein allgemein akzeptiertes Zahlungsmittel verstand. Nur mehr als „schüchterne Fußnote“ zur Währungseinheit (ähnlich dem „B“ beim Pengö) tritt die „Billion“ auf den Banknoten in Erscheinung.


Einziger seiner Art: 100 Billionen Mark aus Düsseldorf vom 10. November 1923,

vorgeblich einziger "HuBi", der es als Notgeld bis in den Umlauf schaffte – und ein

echtes Sonderangebot im Vergleich zu den ebenfalls verausgabten Hundert-Billionen-Reichsbanknoten von 1923 bzw. 1924.


 

Exkurs: "Reichsschätze" degradiert das Billionenregime zu "Pfennigbeträgen"


Ähnlich den Briefmarken (s. u.) ist für Schatzanweisungen bei 50 Milliarden Mark Schluss. Obiges Beispiel vom 20. August 1923, Ausgabe K, repräsentiert mit zehn Milliarden Mark gerade einmal den Pfennig der Billionen-Währung.


 

Rechnungen in Höhe eines Nationalprodukts


Frühreife Oktoberbillion für den lieb und wirklich teuren Kaffee-Klatsch (inkl. Waschextrakt):

Rechnung vom 30. Oktober 1923 in Höhe von 2.384.580.000.000 Mark über Kolonialwaren.


Federweiche Billionen: Rechnung über 25,253 Billionen Mark, vom 10. November 1923‚ sicherheitshalber gestrichen: Zahlungsziel und 3%-Skontoklausel.


Noch ein Einkauf beim obigen Kolonialwarenhändler: Rechnung über 391,72 GM vom 14. November 1923 umgerechnet zum aktuellen Kurs: 300 Mrd. Papiermark gleich eine Goldmark macht insgesamt 117,516 Billionen Mark.


Rauchende Billionen: Rechnung über 22,68 Billionen Mark vom 19. November 1923

für 15 Pakete Rolltabak.


Rechnung vom 13. Dezember 1923 über 28,27 Billionen Mark. Im Dezember 1923 übersetzte man die später dominante Goldmark noch in Billionen; Notiz zum bis heute populären Schlusskurs des US-Dollars von rund 4,2 Billionen Mark.


Der gelbe "Post-it-Zettel" war in der Inflationszeit noch adäquat in Warnrot:

Rechnungen waren in 1923/24 gerne von einem solchen Appendix begleitet: eine umfängliche Listung der damals akzeptierten, vorwiegend wertbeständigen Zahlungsmittel und- modalitäten.


 

Alltags-Billionen


Fiskus in einer vielstelligen Schlemmerorgie: Steuerzahlungsbeleg für Wildbret vom Forsthaus Ruhpolding 1922/23 (Gesamtsteuerschuld 1923: 32,293 Billionen Mark).

Ein Posteinlieferungsabschnitt aus einer Reihe dieser Belege über die Summe von 2,645 Billionen Mark (2,65 GM) vom 23. November 1923 bevor ab dem 22. Dezember 1923

die Zahlung in Rentenmark erfolgte – zu deren Annahme staatliche Stellen im Gegensatz

zur Privatwirtschaft verpflichtet waren.


Bestätigung über eine Postscheck-Zahlung zwischen zwei Kreditinstituten.

Am 29. Oktober 1923 firmiert die Billion als 1.000.000.000 Tausend-Mark (T-M), ca. 66 GM.


Kohle verwandelt sich von einer Papierflut zur Goldmine: Gutschrift einer Zahlung

von 120 Billionen umgerechnet in 120 Goldmark vom 23. November 1923.


Glück und Glas, wie leicht bricht das – in billionen Scherben: Neuberechnung der Prämie einer Glasversicherung zum 30. November 1924.

Säuberlich korrekt wurde die aktuelle Versicherungsprämie von 11,34 Billionen Mark, um die bereits geleisteten 1.800.000 Mark  (0,00018 Gold-/Rentenpfennig) reduziert. Unbeeindruckt bleiben weiterhin, kaufmännisch gerundet, 11,34 Billionen offen. Zum Ausstellungszeitpunkt der Rechnung am 30. November 1923 relativiert sich das auf 11,34 Gold- bzw. Rentenmark. Die neue Prämie von 8.810.000 MM (Millionen Mark) bleibt damit wohl erträglich.


Musikalisches Multibillionen-Ensemble weit jenseits aller Fischer-Chöre:

Rechnung über 29.059.800 Millionen Mark (rund 29 Billionen) vom 13. November 1923.


Nur der Tod ist umsonst und auch der kostet Billionen:

Quittung für eine Beisetzung vom 28. November 1923 über 57.558.000.000.000 Mark.


Aktien-Verkaufsbeleg vom 23. November 1923, die heute zehn größten Investmentfonds der Welt schaffen es nominell nicht einmal auf die Hälfte:

Immerhin garantiert die Papiermarkrechnung auch mehr als eine Woche nach Einführung der Rentenmark noch einen imponierenden Verkaufserlös von über 20 Billionen Mark anstelle von ernüchternden 20 Gold- oder Rentenmark.


Am 22. November 1923 vom selben Bankhaus die Bestätigung für die Restbetragsüberweisung aus einem Aktiengeschäft (D.N.B.: Darmstädter und Nationale Bank) von 25.075.000 M-Mark (Millionen-Mark).


Miet-Quittungen im Dezember 1923:

Die Mieten in München waren auch schon mal "höher" … aktuell würde fast die niedrigste der obigen Monatsmieten ausreichen, um den Gesamtimmobilienbestand Deutschlands zu erwerben – wenn man Dank fehlender Währungsbezeichnung gleich in Euro fantasiert.


Bellende Billion; wahrlich ein dicker Hund:

Aufforderung zur Steuernachzahlung vom 10. November 1923 für den treuesten und nun auch teuersten Freund des Menschen.


Keine Zeitungs-Ente:

Quittung für den einwöchigen Bezug einer Tageszeitung vom 23. – 29. November 1923.


Im Dezember 1923 waren die Billionen schließlich schulreif:

Quittung über Schulgeld von vier Billionen Mark.


 

Nun schlägt es auch bei Schecks dreizehn(stellig)

Trotz Rentenmark-Option lebt die Billion (im Vergleich zum Notgeldscheck mit namentlichen Überbringer).


Verrechnungsscheck der Eisenacher Bank über 75 Billionen (75.000.000. M[illionen] M[ark]) vom 31. Dezember 1923.


Ausgezahlter Barscheck der Radevormwalder Volksbank über neun Billionen Mark

vom 24. Februar 1924.


 

Frankierte Billionen


Dank Sprachhürde vermag die Inflation schon früh die Billionenschwelle zu überwinden:

Bereits im August 1923 grüßen die ersten US-Billionen aus Berlin:

„Today we are Billionaire (in Marks)“

Aufgrund US-amerikanischer Zahlenakrobatik, die anstelle von Milliarden gleich in Billionen rechnet, waren US-Amerikaner bereits Anfang August 1923 mit „nur“ einem „grand buks“ – sprich 1.000 US-Dollars – Multi-Billionär. Gemäß Postkarten-Kurs lag die Parität bei fünf Millionen Mark zu einem US-Dollar  (am 8. August 1923 ca. 4.860.000 Mark pro US-Dollar) und demzufolge summieren sich tausend davon zu fünf Milliarden oder eben fünf US-Billionen Mark. Aber auch mit ihrem inflationsbereinigten Wert von 4.200 Goldmark wird diese Reisekasse (?) dem US-amerikanischen Traum des reichen "Uncle Sam" gerecht. Immerhin entsprach deren Wert dem dreieinhalbfachen Jahreslohn eines einfachen Arbeiters. (Porto-Paradox der Inflation: die Auslandspostkarte war mit 2.000 Mark, also gerade mal etwa 0,2 Goldpfennig, freigemacht.)



Wertbrief und Geldsendung zu je 200 Billionen Mark, am 5. bzw. 24. Dezember 1923

mit je 1,2 Rentenmark frankiert. Einmal "bierselige" Löwenbräu-Billionen und passend zum Datum befindet sich im zweiten ggf. das obligatorische Weihnachtsgeld von einem multi-billionen-bepackten Weihnachtsmann.


Eine der wenigen Möglichkeiten als Philatelist den Billionenwert als Aufdruck zu erleben:

Die Bogensummen der Milliardenwerte (gleich hundert Marken) – hier Markenstreifen

Das 50-Milliarden-Nominals markiert den inflationären Schlusspunkt deutscher Postwertzeichen.


Wertbrief zu vier Billionen Mark vom 28. November 1923 mit einem billionenschweren Missverständnis:

Aus eins mach zwei: Vor dem Hintergrund der Gewinnoptimierung in der früheren Hochzeit der Philatelie ist obiges Fragment einer Ganzsache offenbar Ergebnis einer „Schlachtung“ geworden, welcher der rechte Markenstreifen zum Opfer fiel.

In dem Zeitraum vom 25. bis zum 30. November 1923 – vor Einführung der Rentenmark-Werte am 01. Dezember 1923 – galt die 24. Portostufe, welche den Markenwert vervierfachte. (Mit dann einem Schlusswert von 200 Milliarden Mark erreichte die höchste deutsche Inflationsmarkte immerhin eine Fünftel-Billion.)  Für den obigen Brief war eine offizielle Frankatur von 372 Milliarden Mark erforderlich, so dass gemäß der 24. Postwertstufe lediglich 93 Milliarden hätten geklebt werden müssen. Dies lässt einen Rückschluss auf die ursprüngliche Gesamtfrankatur zu: Die für Inflationsnominale erstmals erlebte Aufwertung wurde offensichtlich intuitiv umgekehrt gedeutet und statt eines Viertels des erforderlichen Portos das Vierfache verklebt. Demnach wären 1.488 Milliarden bzw. wahrscheinlich der Einfachheit halber aufgerundet 1.500 Milliarden frankiert worden. Angesichts der 23 noch vorhandenen Werte (1,15 Billionen Mark) hätte der fehlende Markenstreifen dann sieben Briefmarken (350 Milliarden Mark) umfasst. Damit übersteigt der tatsächliche Portowert mit sechs Billionen die vier Billionen Mark des Wertbriefs um fünfzig Prozent.


 

Billionen "wechseln" von Hand zu Hand

Da bei besagter Sammlung von Billionen-Belegen ein Schwerpunkt auf Wechseln liegt, dokumentieren diese den Zeitraum von Ende Oktober 1923 bis Einführung der Reichsmark zum 01. November 1924 noch am kontinuierlichsten. Mit diesem privatwirtschaftlichen Zahlungsmittel konnten Rechnungen auch auf Ziel bezahlt werden – damals gern mit Rentenmark und eben Billionen.


Als Aussteller (Vermerk rechts unten) zieht man einen Wechsel auf den Schuldner, der als Bezogener vermerkt ist (Mitte, unten) und den Wechsel durch seine Unterschrift akzeptiert (links horizontal). Oben findet sich der Begünstigte (Wechselnehmer/Remittent), welchem der Bezogene den Wechselbetrag zu zahlen hat, um schließlich den Anspruch des Gläubigers zu befriedigen. Der Auszahlungsort ist meist mit einem Bankinstitut spezifiziert. Die an den Staat fließende, zu entrichtende Stempel- bzw. Wechselsteuer betrug im fraglichen Zeitraum zwei Promille für jede angefangenen 100 Mark. Diskontfähige Wechsel können vor Fälligkeitsdatum an Bankinstitute reduziert auf den Barwert bis Fälligkeit abgegeben werden. Mit zur Geldentwertung relativ niedrigen Zinssätzen – der Diskontsatz lag bei 90 % – half die Inflation kräftig bei der Schuldentilgung und damit zugleich bei der staatlichen Entschuldung. Als jedoch die nur als deutsche Binnenwährung umlaufende Papiermark im Frühjahr 1924 noch mal im Kontext internationaler Notierungen unter Druck geriet und den Dollarkurs auf zwölf Billionen klettern ließ, fror die Reichsbank den Wechselankauf auf das aktuelle Niveau ein, um durch diese Verknappung des Bargeldumlaufs schließlich den Kurs wieder auf 4,2 Billionen Mark pro US-Dollar zu stabilisieren.


Der Wechsel war über viele Jahrhunderte in der privaten Kreditwirtschaft ein wesentlicher Faktor zur kurzfristigen Liquiditätsbeschaffung. Besondere Bedeutung hatte neben dem Lombardsatz der mit dem Wechsel verbundene Diskontsatz als ein dominierendes Zinssteuerungsinstrument der zentralbanklichen Geldpolitik in Deutschland. Dieses verstummte allmählich mit dem schleichenden Niedergang des Wechselgeschäfts ab den 1980iger Jahren bis zur Einführung des Euros 1999 als europäische Einheitswährung im Buch- bzw. Giralgeldwesen. An seine Stelle trat daraufhin der Basiszins.


Früher Wechsel über zwei Billionen (2000.000.000 T[ausend] M[ark]), bereits am 24. Oktober 1923 ausgestellt. Zu diesem Zeitpunkt entsprach der Betrag etwa 130 GM, bei Fälligkeit zum 07. November 1923 waren es dann nur noch gut 14 GM.

Rückseite: Zuerst ist die Wechselsteuer über vier Milliarden nur schriftlich fixiert worden, dann fanden sich offensichtlich doch regelgerecht acht Steuermarken zu 500.000.000 Mark. Dies weist bereits darauf hin, dass entsprechend nominalisierte Marken zu dieser Zeit Mangelware waren, weshalb häufig auf das Kleben verzichtet und der fällige Steuerbetrag nur schriftlich dokumentiert wurde. Weiter ist die Einreichung und Auszahlung des Wechsels bei einem Bankinstitut vermerkt.


Wechsel vom 07. November 1923 über 400 Billionen Mark mit Allonge sowie die abgerechneten Wechselsteuern in Höhe von 1,2 Billionen Mark (hier anscheinend ein Satz von 0,3% anstelle der üblichen 0,2 %?) und der Einreichung bei der Reichsbank Hauptstelle Leipzig am 09. November 1923. Wert bei Ausstellung am 07. November 1923: ca. 2.662 Goldmark; Wert bei Fälligkeit am16. November 1923: ca. 467 Goldmark.


"Süßer" Wechsel über 900 Billionen an die Lübetta-Schokoladen-Fabrik vom 23. November 1923 mit einer Fälligkeit zum 03. Dezember 1923 und einer handschriftlichen Ausweisung der Wechselsteuer von 1,8 Billionen.








Maggi-gewürzter Wechsel über knapp 71 Billionen Mark vom 26. November 1923 (Fälligkeit 07. Dezember 1923) mit „markiger“ Allonge. Diese macht – neben der Auszahlung durch die Reichsbankhauptstelle Stuttgart zum 26. November 1923 – deutlich, dass zu diesem Zeitpunkt angemessen nominalisierte Steuermarken selbst für die Reichsbank eine Herausforderung darstellten: 26 Marken á fünf Mrd. Mark + 12 Marken á eine Mrd. Mark (anscheinend gingen die 5-Mrd.-Marken aus) für gesamt 142 Mrd. Mark (ca. 0,2% der Wechselsumme).


"Zu-spät-Geburt": Wechselsteuermarke über eine Billion Mark für eine Wechselsumme von 500 Billionen Mark, entwerte zum 2. Januar 1924.

Diese Steuermarke hätte das Wechselsteuerwesen vereinfacht. Doch in Anbetracht der hier präsentierten Wechsel kam sie wohl nicht mehr rechtzeitig genug, so dass die Goldmark dann ihre Karriere schnell beendete.


Wechsel über säuberlich getippte 244,5 Billionen Mark vom Juni 1924.

Nicht jeder Wechsel wurde akzeptiert und blieb damit zwar ein unvollendeter Zahlungsakt, doch als Zeitdokument belegt dieser, dass das Wechselgeschäft statt auf "Rente" durchaus noch auf die zwischenzeitlich solide gewordene Papiermark setzte.


Wohl einer der letzten seiner Art: Wechsel über 376 Billionen Mark vom 25. Oktober 1924

mit dem Zahlungsziel jenseits der Reichsmarkeinführung (01. November 1924) zum

15. Dezember 1924; Wechselsteuer in der im Jahr 1924 Jahr üblichen Goldrechnung:

80 Goldpfennig.


 

Steuerbillionen 1923

Ungeliebte Steuer! Man merkt es an der traurigen Erhaltung der Belege …

Damals als monatlich in Steuermarken zu begleichender Betrag lag der von der Einkommenshöhe unabhängige Steuersatz pauschal bei zehn Prozent.



Ein noch reduziertes Auftreten der Billionen-Steuermarke: Einkommensteuern im Nominalwert der Höhe eines ausgewachsenen Bruttosozialprodukts.

Fragment einer Einkommensteuererklärung mit Zahlungen zum 31. Oktober und 30. November 1923 für die Monate August bis Oktober 1923 von insgesamt 5,38 Billionen Mark (verklebte Steuermarken im Wert von 10, 50, 100 Milliarden sowie 1 Billion Mark, der Steuermarke mit dem höchsten Nennwert).




Einkommensteuer vom 31. Dezember 1923 über 21,4 Billionen, 18 x Marken zu einer Billion und vier Marken zu 100 Milliarden (bei 10 % Steuersatz lässt das auf ein monatliches Einkommen von 214 Billionen Mark – 214 Gold-/Rentenmark – schließen).


 

Astronomische Gebühren

Die Entrichtung amtlicher Gebühren bzw. deren Nachweis erfolgte früher bis in die Zeit der Bundesrepublik hinein in Form von Gebührenmarken. Diese konnten es wertmäßig ohne weiteres mit den im Umlauf befindlichen Banknoten und Notgeldern aufnehmen.

Das Erstaunliche an diesem Zahlungsmittel ist, dass hier die Papiermarkzeit und damit explizit die der Billion weit in die Reichsmarkgeschichte reicht.


Entwertete Gebührenmarke über 10 Billionen Mark von Preußen.


Gebührenmarken Hessen über 1, 2, 5, 10 und 20 Billionen Mark. Die lesbar jüngste Klebung erfolgte für die 20 Billionen noch am 24. April 1925.


Gebührenmarken Baden über 1, 5, 20, 50 und 100 Billionen Mark.

Der höchste hier nachgewiesene Markenwert beläuft sich auf  200 Billionen Mark.


"Billionen-Sanktion" für cineastisches Ansinnen: Erlaubnisschein für einen Kinobesuch vom hessischen Kreisamt Offenbach vom 13. Dezember 1923 mit Gebührenmarken über 2,2 Billionen Mark.


Handelserlaubnis des Badischen Amtsgerichts Messkirch mit Mischbeklebung über

10 Goldmark, 5 Billionen und zweimal 50 Milliarden Mark (15,10 Gold- bzw. Rentenmark) vom 07. April 1924.


Braunschweiger Gebührenmarken in Höhe von einer Billionen und 500 Milliarden Papiermark, als Substitut für 1,5 Goldmark bzw. Reichsmark zum 26. April 1926, für eine notarielle Dienstleistung.

Obwohl auch bei Gebührenmarken schon längst die Goldmark bzw. dann die Reichsmark Einzug gehalten hatte, sorgten offenbar Restbestände dafür, dass in der Gebührenabrechnung die Billion auch noch nach dem endgültigen Außerkurssetzen und der Entwertung der Papiermark zum 6. Juli 1925 als "gültiges" Zahlungsmittel fungierte.


 

Von Terra zu Peta: kleine Vorsilbe, große Zahlen – Zielfoto des Schlussspurts der galoppierenden Inflation


Zahlungsinformation vom 19. November 1923 über einen Betrag von 2.000.000.000.000.000 Mark (zwei Milliarden Millionen Mark [MM] = zwei Billiarden Mark) zu einem Wechselkurs vom 17. November 1923 von 600.000.000.000 Papiermark pro Goldmark, gesamt 3333,33 GM.


Zahlungsinformation vom 20. November 1923 über einen Betrag von 4.000.000.000.000.000 Mark (vier Milliarden Millionen Mark [MM] = vier Billiarden Mark)

zu einem Wechselkurs vom gleichen Tag in Höhe von einer Billion Papiermark pro Goldmark bzw. 4,2 Billionen Papiermark pro US-Dollar, gesamt 4.000 GM. Dies dokumentiert den berühmt-berüchtigten Schlusskurs der Inflation exakt zum Zeitpunkt seines erstmaligen Auftretens.


 

In einem Monat zum Billiardär


Fragment einer Steuererklärung von 05. Januar 1924 für ein Einkommen von 1,5 Billiarden Mark für Dezember 1923, Seite 2 mit Zwischensumme von 100 Billionen Mark und 50 Steuermarken zu je einer Billion Mark + Gesamtsumme der 10%igen Einkommensteuer auf Seite 3, 150 Billionen Mark.


 

Quittierte Billionen


Quittung zu einer Gutschrift von 1.200 Bill M[ark] (1,2 Billiarden) vom 2. Juni 1924.


 

Glatte Wechsel-Billiarde


Wechsel über 1.000 Billionen Mark vom 29. November 1923 (Fälligkeit: 9. Dezember 1923) mit rückseitig handschriftlicher Quittierung des zuständigen Finanzamts über die fälligen zwei Billionen Mark Wechselsteuer sowie Einreichungsvermerk bei der Reichsbank Ulm/Stadtsparkasse Memmingen.


 

Kein Notgeld-Vorstoß in die sechzehnstellige Dimension


Scheck über 2000.000.000.000.000 Mark (zwei Billiarden) der Stadthauptkasse Limbach (Sachsen) vom 29. November 1923 an das dortige Unterstützungsamt bzw. Überbringer

(Aus diesem Kontext ist auch noch ein Nominal über 2,5 Billiarden Mark von Ende Dezember 1923 bekannt.)

Zum Vergleich: Notgeldscheck – da ohne Überbringer – der Gemeinde Herold über eine halbe Billion Mark vom 10. November 23 auf gleichem Formular.

Zwar fanden ähnliche Scheckformulare auch als Notgeld Verwendung (s. o.). Aber weder ist das Nominal für Notgeld plausibel – für ein Unterstützungsamt allerdings adäquat – noch blieb das für die Einstufung als Geldzeichen nach Dr. Arnold Keller erforderliche Empfängerfeld frei – auch wenn die Ergänzung „oder Überbringer“ jeden Einreicher legitimierte. Immerhin liegt das Ausstellungsdatum vom 29. November 1923 noch in der Verwendungszeit von Notgeldschecks und stellt in Summe zwar kein allgemeines aber immerhin ein gültiges Zahlungsmittel dar.


 

Billiarden "wechseln sich" unbeirrt von "Rente" und "Gold" bis ins Jahr 1924


Wechsel über 3.000 Billionen Mark vom 22. Februar 1924, fällig zum 22. März 1924, prolongiert auf den 22. April 1924; rückseitig Steuermarken zu ein und fünf Goldmark (und Einreichungsvermerk).


 

Wormser "Doppel-Wumms": Mitte 1924 erreichte „Peta“ im Rahmen der vorgestellten Belegstücke bereits ihren wertmäßigen Höhepunkt


Wechsel über 14.446 Billionen Mark vom 23. Mai 1924, fällig am 03. Juli 1924 und rückseitig 29 GM Wechselsteuer und Einreichungsvermerk.


Wechsel über 14 Billiarden Mark (14.000 Billionen) vom 11. Juni 1924, fällig am 27. Juli 1924 und rückseitig 28 GM Wechselsteuer und Einreichungsvermerk.


 

Oliver Harder


Anmerkungen 

[1] Dieses bisher nur als Einzelstück ohne Kontrollnummer bekannte Schein kann wohl angesichts der Gestaltung, der Bleistiftunterschrift des Ex-Bürgermeisters, welcher nie Duderstadt-Billionen legitimierte, sowie dem Ausgabedatum vom 28. november 1923 mit dem wenig plausiblen Wert von einer Billiarde (umgerechnet zum 20. November 1923: 1000 Gold- bzw. Rentenmark), kaum als authentisches "Notgeld", denn eher als Gefälligkeitsdruck bezeichnet werden. Gebrauchspuren zeugen dann von einem Dasein als stolz präsentierter "Scherzschein".

[2]  Ebenfalls die höchste Banknote der historisch weltweit letzten Billionen-Hyperinflation in Simbabwe, welche allerdings imponierend in der US-amerikanischen Interpretation als 100-Trillionen-Dollars-Note nominalisiert. Aktuell führt Simbabwe gerade wieder eine neue, mit Gold- und Devisenreserven der Nationalbank besicherte, Währung ein.

[3] Umrechnung gemäß Angaben in Wikipedia.

[4] Für das Privileg der Reichsbank, Ende 1924 die Reichsmark emittieren zu dürfen, war unter anderem die Übernahme und Auszahlung der Dollarschatzanweisung vom März 1923 Voraussetzung, welche als erster Versuch in der "Weimarer Republik" gelten darf, der Inflation mittels wertbeständiger Zahlungsmittel zu begegnen.

[5] Die sog. Goldmark fungierte als eine fiktive, künstliche Hilfswährungseinheit, welche selten durch das Metall selbst fundiert war, sondern eher auf wertbeständigen Gütern und Dienstleistungen (z. B. Nahrungsmittel) oder als überwiegend unechte Valutaschuld gern auf den US-Dollar (als Basis für hinterlegte Schatzanweisungen) gründete. 

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