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Der "unbekannte" Entdecker: Christoph Kolumbus auf Geldscheinen

Fast jeder weiß, wer Christoph Kolumbus war – nicht jeder weiß aber, wie er wirklich war.

Der Amerikaner Aaron Goodrich meinte es jedoch zu wissen. In seinem Buch „A History of the Character and Achievements of the So-called Christopher Columbus“ (= Eine Geschichte des Charakters und der Leistungen des sogenannten Christoph Kolumbus) beschreibt er voller Abscheu dessen Leben.


Der bekannte Seefahrer wurde um 1451 in Genua geboren und galt viele Jahre als Entdecker Amerikas. Tatsächlich aber war er Vorbereiter der Besiedlung der „Neuen Welt“ durch europäische Siedler. Von Kolumbus existiert kein zeitgenössisches Porträt – alle Darstellungen wurden erst nach seinem Tod geschaffen.


Abb. 1: Ölgemälde des Malers Sebastiano del Piombo von 1519 – es zeigt Christoph Kolumbus (genuesisch Christoffa Colombo, italienisch Cristoforo Colombo, portugiesisch Cristóvão Colombo, spanisch Cristóbal Colón und englisch Christopher Columbus), der Text am oberen Rand lautet „HÆC EST EFFIGIES LIGURIS MIRANDA COLUMBI ANTIPODUM PRIMUS RATE QUI PENETRAVIT IN ORBEM 1519“ (≈ Dies ist das bewundernswerte Bildnis des Liguriers namens Kolumbus, der als Erster mit dem Schiff in die Welt der Antipoden vorgedrungen ist. 1519); ein anderes Porträt stammt aus dem Werk „Elogia Virorum literis Illustrium“ von Paolo Giovio aus dem Jahr 1575.
Abb. 1: Ölgemälde des Malers Sebastiano del Piombo von 1519 – es zeigt Christoph Kolumbus (genuesisch Christoffa Colombo, italienisch Cristoforo Colombo, portugiesisch Cristóvão Colombo, spanisch Cristóbal Colón und englisch Christopher Columbus), der Text am oberen Rand lautet „HÆC EST EFFIGIES LIGURIS MIRANDA COLUMBI ANTIPODUM PRIMUS RATE QUI PENETRAVIT IN ORBEM 1519“ (≈ Dies ist das bewundernswerte Bildnis des Liguriers namens Kolumbus, der als Erster mit dem Schiff in die Welt der Antipoden vorgedrungen ist. 1519); ein anderes Porträt stammt aus dem Werk „Elogia Virorum literis Illustrium“ von Paolo Giovio aus dem Jahr 1575.

Auf seinen vier Seereisen in spanisch-kastilischen Diensten landete Kolumbus jeweils in der heutigen Karibik. Er schrieb über seine Landung am 12. Oktober 1492 in sein Bordbuch:

„Um zwei Uhr morgens kam das Land in Sicht, von dem wir etwa 8 Seemeilen entfernt waren. Wir holten alle Segel ein und fuhren nur mit einem Großsegel, ohne Nebensegel. Dann lagen wir bei und warteten bis zum Anbruch des Tages, der ein Freitag war, an welchem wir zu einer Insel gelangten, die in der Indianersprache »Guanahaní« hieß. Dort erblickten wir allsogleich nackte Eingeborene. Ich begab mich, begleitet von Martin Alonso Pinzón und dessen Bruder Vicente Yánez, dem Kapitän der »Niña«, an Bord eines mit Waffen versehenen Bootes an Land. Dort entfaltete ich die königliche Flagge. Sofort sammelten sich an jener Stelle zahlreiche Eingeborene der Insel an. In der Erkenntnis, dass es sich um Leute handle, die man weit besser durch Liebe als mit dem Schwerte retten und zu unserem Heiligen Glauben bekehren könne, gedachte ich sie mir zu Freunden zu machen und schenkte also einigen unter ihnen rote Kappen und Halsketten aus Glas und noch andere Kleinigkeiten von geringem Wert, worüber sie sich ungemein erfreut zeigten. Sie erreichten schwimmend unsere Schiffe und brachten uns Papageien, Knäuel von Baumwollfaden, lange Wurfspieße und viele andere Dinge noch, die sie mit dem eintauschten, was wir ihnen gaben, wie Glasperlen und Glöckchen.“
Abb. 2: Landung von Christoph Kolumbus am 12. Oktober 1492 auf Guanahani im heutigen Inselstaat Bahamas (Ausschnitt aus dem Gemälde „Landung des Kolumbus“ von John Vanderlyn aus dem Jahr 1847.
Abb. 2: Landung von Christoph Kolumbus am 12. Oktober 1492 auf Guanahani im heutigen Inselstaat Bahamas (Ausschnitt aus dem Gemälde „Landung des Kolumbus“ von John Vanderlyn aus dem Jahr 1847.
Abb. 3: 5 Dollars, 20. Februar 1864, Rückseite, First National Bank of Ithaca/New York/USA, Ausschnitt aus dem Gemälde „Landung des Kolumbus“ von John Vanderlyn aus dem Jahr 1847 – die Szene wurde als Rückseitenmotiv der National-Banknoten vom Bureau of Engraving and Printing verwendet.
Abb. 3: 5 Dollars, 20. Februar 1864, Rückseite, First National Bank of Ithaca/New York/USA, Ausschnitt aus dem Gemälde „Landung des Kolumbus“ von John Vanderlyn aus dem Jahr 1847 – die Szene wurde als Rückseitenmotiv der National-Banknoten vom Bureau of Engraving and Printing verwendet.

Die Verehrung seiner Person, die Würdigung seiner Leistungen und seine geopolitische und historische Bedeutung sind auf vielen Banknoten Mittel- und Südamerikas sowie europäischer Länder belegt. Auf seiner ersten Schiffsreise (1492–1493) entdeckte er die heutigen Bahamas, ging auf Kuba an Land und erreichte auch Haiti/Dominikanische Republik.


Abb. 4: 1 Dollar, 1992, Vorderseite, Gedenkbanknote der Central Bank of the Bahamas auf den 500. Jahrestag der Landung von Kolumbus.
Abb. 4: 1 Dollar, 1992, Vorderseite, Gedenkbanknote der Central Bank of the Bahamas auf den 500. Jahrestag der Landung von Kolumbus.
Abb. 5: 1 Peso, 15. Juni 1872, Rückseite, Banknote der Banco Español de La Habana/Kuba, Kolumbus auf der „Santa María".
Abb. 5: 1 Peso, 15. Juni 1872, Rückseite, Banknote der Banco Español de La Habana/Kuba, Kolumbus auf der „Santa María".
Abb. 6: 1 Peso, 14. August 1889, Vorderseite, Banknote der Banco de la Compañía de Crédito de Puerto Plata/Dominikanischen Republik, Porträt von Kolumbus; das gleiche Bildnis findet man auch auf den 100-Mil-Reis-Scheinen der Banco Commercial da Bahia/Brasilien vom 26. Oktober 1850.
Abb. 6: 1 Peso, 14. August 1889, Vorderseite, Banknote der Banco de la Compañía de Crédito de Puerto Plata/Dominikanischen Republik, Porträt von Kolumbus; das gleiche Bildnis findet man auch auf den 100-Mil-Reis-Scheinen der Banco Commercial da Bahia/Brasilien vom 26. Oktober 1850.

Die Kleinen Antillen (Antigua, Dominica, Grenada, Guadeloupe), Puerto Rico und Jamaika fand Kolumbus auf seiner zweiten Fahrt (1493–1496). Auf diesen Inseln sind außer dem

5-Francs-Schein von Guadeloupe nur Briefmarken und Münzen mit dem Bildnis von Kolumbus ausgegeben worden.


Abb. 7: 5 Francs, 1942, Banknote der Banque de la Guadeloupe, Vorderseite mit Büste von Kolumbus.
Abb. 7: 5 Francs, 1942, Banknote der Banque de la Guadeloupe, Vorderseite mit Büste von Kolumbus.
Abb. 8: Sonderausgaben – links 6-Dollars-Briefmarke aus Antigua/Barbuda von 1994, rechts 10-Dollars-Münze Jamaika von 1975.
Abb. 8: Sonderausgaben – links 6-Dollars-Briefmarke aus Antigua/Barbuda von 1994, rechts 10-Dollars-Münze Jamaika von 1975.

Bei seiner dritten Reise (1498–1500) landete er auf Trinidad, kam so erstmals auf südamerikanisches Festland und entdeckte die Mündung des Orinoco. Auch die Banco Central de Venezuela gab eine Sondermünze zur Fünfhundertjahrfeier der „Entdeckung Amerikas“ aus; Geldscheine mit einer Abbildung Kolumbus‘ oder seiner Schiffe aus Venezuela gibt es nicht.


Abb. 9: 1100 Bolívares, 1991, Vs./Rs., silberne Anlagemünze der Zentralbank Venezuelas aus der Serie „Encuentro de Dos Mundos 1492–1992 (= Begegnung zweier Welten); Vs. Statue von Kolumbus, Rs. 13 Länderwappen von 20 Ländern Ibero-Americas (links) – 50 Centavos 1892, Vs./Rs., silberne Gedenkmünze der Republik Kolumbien zum 400. Jahrestag der „Entdeckung Amerikas“ durch Kolumbus (rechts, Kolumbus war jedoch nie im heutigen Kolumbien).
Abb. 9: 1100 Bolívares, 1991, Vs./Rs., silberne Anlagemünze der Zentralbank Venezuelas aus der Serie „Encuentro de Dos Mundos 1492–1992 (= Begegnung zweier Welten); Vs. Statue von Kolumbus, Rs. 13 Länderwappen von 20 Ländern Ibero-Americas (links) – 50 Centavos 1892, Vs./Rs., silberne Gedenkmünze der Republik Kolumbien zum 400. Jahrestag der „Entdeckung Amerikas“ durch Kolumbus (rechts, Kolumbus war jedoch nie im heutigen Kolumbien).

Mittelamerika erkundete Kolumbus auf seiner vierten Reise (1502–1504); er landete an den Küsten von Costa Rica, Honduras, Nicaragua und Panama.


Abb. 10: 5 Dollars, 1. Mai 2020, Vorderseite, Banknote der Central Bank of Belize (vormals Britisch-Honduras), Medaillon mit der Büste von Christoph Kolumbus (links) und dem Porträt Königin Elizabeth II. (rechts).
Abb. 10: 5 Dollars, 1. Mai 2020, Vorderseite, Banknote der Central Bank of Belize (vormals Britisch-Honduras), Medaillon mit der Büste von Christoph Kolumbus (links) und dem Porträt Königin Elizabeth II. (rechts).
Abb. 11: 1 Colón, 1. Juli 1906, Vorderseite, Silberzertifikat der Republik Costa Rica, Medaillon mit der Büste von Christoph Kolumbus (links) – Wappen der Republik (rechts).
Abb. 11: 1 Colón, 1. Juli 1906, Vorderseite, Silberzertifikat der Republik Costa Rica, Medaillon mit der Büste von Christoph Kolumbus (links) – Wappen der Republik (rechts).
Abb.12: 50 Centavos, 1. Januar 1910, Vorderseite, Schatzschein der República de Nicaragua, Porträt von Christoph Kolumbus.
Abb.12: 50 Centavos, 1. Januar 1910, Vorderseite, Schatzschein der República de Nicaragua, Porträt von Christoph Kolumbus.
Abb. 13: La Carta di Cristoforo Colombo (rechts Umrisse Europas, Afrikas und Teilen Asiens; links kosmografische Weltkarte mit Jerusalem als Zentrum des Christentums) – die Seekarte von Christoph Kolumbus befindet sich in der Pariser Nationalbibliothek von Frankreich.
Abb. 13: La Carta di Cristoforo Colombo (rechts Umrisse Europas, Afrikas und Teilen Asiens; links kosmografische Weltkarte mit Jerusalem als Zentrum des Christentums) – die Seekarte von Christoph Kolumbus befindet sich in der Pariser Nationalbibliothek von Frankreich.

Außerdem existieren einige Geldscheine von Ländern, dessen Strände Kolumbus nie betrat – sie zeigen sein Bildnis, seine Schiffe und Szenen seiner Landgänge. So z. B. aus Argentinien, Brasilien, Bolivien, Ekuador, El Salvador, Kanada, Mexiko, Uruguay und den USA. Der Währungsname „Colón“ (seit 1896 in Costa Rica – seit 1892 in El Salvador) geht auf den Entdecker Kolumbus zurück.


Abb. 14: 50 Centavos, 19. Juli 1895, Rückseite, Kassenschein der Caja de Conversión, Buenos Aires/Argentinien, Porträt von Kolumbus.
Abb. 14: 50 Centavos, 19. Juli 1895, Rückseite, Kassenschein der Caja de Conversión, Buenos Aires/Argentinien, Porträt von Kolumbus.
Abb. 15: 10 Bolivianos, 1. Januar 1900, Vorderseite, Banco del Comercio Oruro/Bolivien, Porträt von Christoph Kolumbus (rechts) – Allegorie (Industrie, links).
Abb. 15: 10 Bolivianos, 1. Januar 1900, Vorderseite, Banco del Comercio Oruro/Bolivien, Porträt von Christoph Kolumbus (rechts) – Allegorie (Industrie, links).
Abb. 16: 20 Sucres, 2. Januar 1920., Vorderseite, Banknote der Banco Sur Americano, Quito/Ecuador, Kolumbus mit Globus und Anker.
Abb. 16: 20 Sucres, 2. Januar 1920., Vorderseite, Banknote der Banco Sur Americano, Quito/Ecuador, Kolumbus mit Globus und Anker.
Abb. 17: 100 Colones, 7. Juli 1997, Rückseite, Banknote der Banco Central de Reserva de El Salvador, Porträt von Christoph Kolumbus (links) – die Schiffe „Santa María“, „Niña“ und „Pinta“ (Mitte).
Abb. 17: 100 Colones, 7. Juli 1997, Rückseite, Banknote der Banco Central de Reserva de El Salvador, Porträt von Christoph Kolumbus (links) – die Schiffe „Santa María“, „Niña“ und „Pinta“ (Mitte).
Abb. 18: 10 Dollars, 1. Oktober 1866, Vorderseite, Banknote der Province of Canada/Montreal, Kolumbus sichtet Land; das gleiche Motiv findet man auch auf den 10-Pesos-Scheinen der Banco de la Compañía de Crédito de Puerto Plata (Dominikanische Republik) aus den 1880-er Jahren.
Abb. 18: 10 Dollars, 1. Oktober 1866, Vorderseite, Banknote der Province of Canada/Montreal, Kolumbus sichtet Land; das gleiche Motiv findet man auch auf den 10-Pesos-Scheinen der Banco de la Compañía de Crédito de Puerto Plata (Dominikanische Republik) aus den 1880-er Jahren.
Abb. 19: 100 Pesos, 1900, Vorderseite, Banco Mercantil de Yucatán, Mérida/Mexiko, Kolumbus sichtet Land (links) – Allegorien „Glaube“ und „Freundschaft“ rechts).
Abb. 19: 100 Pesos, 1900, Vorderseite, Banco Mercantil de Yucatán, Mérida/Mexiko, Kolumbus sichtet Land (links) – Allegorien „Glaube“ und „Freundschaft“ rechts).
Abb. 20: 100 Pesos, 20. September 1887, Vorderseite, Banco Italiano del Uruguay, neben dem Porträt des italienischen Königs Vittorio Emanuele II. ist rechts ein Medaillon mit der Büste von Christoph Kolumbus abgebildet.
Abb. 20: 100 Pesos, 20. September 1887, Vorderseite, Banco Italiano del Uruguay, neben dem Porträt des italienischen Königs Vittorio Emanuele II. ist rechts ein Medaillon mit der Büste von Christoph Kolumbus abgebildet.
Abb. 21: 1 Dollar, 1869, Vorderseite, US-Schatzschein, Washington/District of Columbia, Kolumbus sichtet Land (links, Gravur von Joseph P. Ourdan) – Büste des ersten US-Präsidenten George Washington im Oval (Mitte); das Motiv wurde u. a. auch für die Rückseiten der 5-Dollars-Scheine von 1914 (Federal Reserve Bank/National Currency) verwendet.
Abb. 21: 1 Dollar, 1869, Vorderseite, US-Schatzschein, Washington/District of Columbia, Kolumbus sichtet Land (links, Gravur von Joseph P. Ourdan) – Büste des ersten US-Präsidenten George Washington im Oval (Mitte); das Motiv wurde u. a. auch für die Rückseiten der 5-Dollars-Scheine von 1914 (Federal Reserve Bank/National Currency) verwendet.
Abb. 22: 10 Pesos, 1. Januar 1883, Vorderseite, Banknote der Banco de Londres y Rio de la Plata Montevideo/Uruguay, Büste von Kolumbus (links), Allegorie für die Landwirtschaft (rechts).
Abb. 22: 10 Pesos, 1. Januar 1883, Vorderseite, Banknote der Banco de Londres y Rio de la Plata Montevideo/Uruguay, Büste von Kolumbus (links), Allegorie für die Landwirtschaft (rechts).

Abb. 23: 50 Pesos, 188_, Vorderseite, Banknote der Banco Comercial de Chihuahua/Mexiko, Kolumbus mit Ureinwohnerin (rechts) – Porträt des mexikanischen Nationalhelden Miguel G. A. I. Hidalgo (Mitte).
Abb. 23: 50 Pesos, 188_, Vorderseite, Banknote der Banco Comercial de Chihuahua/Mexiko, Kolumbus mit Ureinwohnerin (rechts) – Porträt des mexikanischen Nationalhelden Miguel G. A. I. Hidalgo (Mitte).
Abb. 24: 1000 Dollars, 1880, Vorderseite, Staatsnote der USA/Washington, Kolumbus im Sessel mit Globus (links) – Porträt des Bürgermeisters von New York, DeWitt Clinton (Mitte).
Abb. 24: 1000 Dollars, 1880, Vorderseite, Staatsnote der USA/Washington, Kolumbus im Sessel mit Globus (links) – Porträt des Bürgermeisters von New York, DeWitt Clinton (Mitte).
Abb. 25: 50 Pesos, 188_, Vorderseite, Banknote der Banco Compañía de Crédito de Puerto Plata/Dominikanische Republik, Kolumbus vor Landkarten (links) – Matrosen beim Reffen der Segel (rechts).
Abb. 25: 50 Pesos, 188_, Vorderseite, Banknote der Banco Compañía de Crédito de Puerto Plata/Dominikanische Republik, Kolumbus vor Landkarten (links) – Matrosen beim Reffen der Segel (rechts).
Abb. 26: 5 Dollars, 2. Oktober 1865, Vorderseite, Banknote der York National Bank of Saco/Maine, Kolumbus sichtet Land (links) – „Indian Princess“ als Allegorie Amerikas (rechts).
Abb. 26: 5 Dollars, 2. Oktober 1865, Vorderseite, Banknote der York National Bank of Saco/Maine, Kolumbus sichtet Land (links) – „Indian Princess“ als Allegorie Amerikas (rechts).

Schließlich sind die zahlreichen Banknoten der Banco de España und der Banca d‘Italia mit Motiven und Bildnissen zu erwähnen. Nachdem Kolumbus vergeblich in Portugal, Frankreich und England versuchte, die Unterstützung einer Erkundungsfahrt zu erhalten, erhielt er im April 1492 vom kastilischen Herrscherpaar auf dem spanischen Thron die entsprechende Genehmigung.


Abb. 27: 100 Pesetas, 9. Januar 1940., Vorderseite, Banknote der Banco de España, Büste des Christoph Kolumbus, Allegorien "Amerika“ (links) und "Geografie“ (rechts); das Bildnis findet man auch den 2-Pesos-Scheinen der Banco Nacional de Santo Domingo/Dominikanische Republik von 1889.
Abb. 27: 100 Pesetas, 9. Januar 1940., Vorderseite, Banknote der Banco de España, Büste des Christoph Kolumbus, Allegorien "Amerika“ (links) und "Geografie“ (rechts); das Bildnis findet man auch den 2-Pesos-Scheinen der Banco Nacional de Santo Domingo/Dominikanische Republik von 1889.
Abb. 28: 5000 Lire, 1971, Vorderseite, Banknote der Banca d’Italia, Bildnis von Kolumbus.
Abb. 28: 5000 Lire, 1971, Vorderseite, Banknote der Banca d’Italia, Bildnis von Kolumbus.
Abb. 29: 5 Pesetas, 15. Juni 1945, Vorderseite, Kolumbus erhält von Königin Isabella I. am 17. April 1492 die Urkunde zum Auftrag einer Entdeckungsreise in den Atlantischen Ozean.
Abb. 29: 5 Pesetas, 15. Juni 1945, Vorderseite, Kolumbus erhält von Königin Isabella I. am 17. April 1492 die Urkunde zum Auftrag einer Entdeckungsreise in den Atlantischen Ozean.
Abb. 30: 1 Peseta, 14. September 1940, Vorderseite, Banknote der Banco de España, Flaggschiff „Santa María“.
Abb. 30: 1 Peseta, 14. September 1940, Vorderseite, Banknote der Banco de España, Flaggschiff „Santa María“.
Abb. 31: 5000 Lire, 1971., Rückseite, Banknote der Banca d’Italia, Kolumbusʼ Flotte der drei Schiffe „Santa María“, „Niña“ und „Pinta“.
Abb. 31: 5000 Lire, 1971., Rückseite, Banknote der Banca d’Italia, Kolumbusʼ Flotte der drei Schiffe „Santa María“, „Niña“ und „Pinta“.

Eine Vielzahl von Geldscheinen mit dem Bildnis von Christoph Kolumbus wurde seit über

150 Jahren von der Wertpapierdruckerei American Bank Note Co. in New York gedruckt. Auch auf vielen Scheinen der sog. "Wildcat Banks" wurden Porträts von Kolumbus als Illustration verwendet – so. bspw. von der Druckerei Toppan, Carpenter & Co. (von der ABNCo. 1858 übernommen). In der „Chicago Tribune“ vom 16. Oktober 1892 wurde unter „Columbus as Various Artists Viewed Him” ein Tableau von Kolumbus-Bildnissen bzw. -Büsten abgebildet.


Abb. 32: Wasserzeichen von 10 Colones, 15. August 1983, Banknote der Banco Central de Reserva de El Salvador.
Abb. 32: Wasserzeichen von 10 Colones, 15. August 1983, Banknote der Banco Central de Reserva de El Salvador.
Abb. 33: Eintrittskarte im Wert von ½ Dollar für die Weltausstellung in Chicago (World’s Columbian Exposition) 1. Mai–30. Oktober 1893 – zum Gedenken an den 400. Jahrestag der Landung von Christoph Kolumbus in der „Neuen Welt“.
Abb. 33: Eintrittskarte im Wert von ½ Dollar für die Weltausstellung in Chicago (World’s Columbian Exposition) 1. Mai–30. Oktober 1893 – zum Gedenken an den 400. Jahrestag der Landung von Christoph Kolumbus in der „Neuen Welt“.

Es ist verwunderlich, dass man seit fast 200 Jahren und bis heute Abbildungen von Kolumbus auf Geldscheinen, zahlreichen Münzen und Briefmarken weltweit findet – obwohl das Wesen des Seefahrers nach heutigen moralischen Wertvorstellungen stark zu kritisieren ist. Die Nachforschungen und Studien zur Person Christoph Kolumbus beschrieb der Jurist Aaron Goodrich aus Minnesota in seinem 1874 veröffentlichten und lesenswerten, über 400-seitigen Buch (s. o.). Goodrich nennt ihn einen Mörder und Heuchler. Zeitzeugen bezeichneten ihn als brutal und zynisch. Indigenen wurden auf seinem Befehl hin die Hände abgeschnitten, da sie kein Gold fanden; Aufständige ließ er durch den Galgen hinrichten. Angeblich soll er seine Entdeckungen nach dem Logbuch eines gestrandeten Seemanns gemacht und ihn später ermordet haben.


Tatsächlich wurde Kolumbus am Ende seiner dritten Reise im August 1500 vom Untersuchungsrichter Francisco de Bobadilla verhaftet und in Ketten nach Spanien gebracht. Siedler hatten sich beim spanischen Königshaus über sein tyrannisches Verhalten und seine Misswirtschaft beschwert.


Erwähnenswert sind Zitate aus Goodrichs Buch über die Rebellion des Kolonialbeamten Francisco Roldán und die Hinrichtung von Adrián de Moxica im Jahr 1499:

„Die Einzelheiten dieser Rebellion bilden eines der schändlichsten Kapitel in der Geschichte von Kolumbus; sie verdeutlichen gleichermaßen seinen Verrat, seine Feigheit und seine Unfähigkeit zu regieren, außer durch grobe Tyrannei. ... Man berichtet, dass von allen Seiten Unmut und Hass gegen den Admiral geäußert wurden. ... Adrian de Moxica war in seiner Gewalt und ohne ein ordentliches Gerichtsverfahren wurde er zum sofortigen Tode verurteilt.“

Kolumbus befahl den Wachen, den Seefahrer von den Festungsmauern in San Cristóbal in den Tod zu stürzen.


Nach seiner Rückkehr nach Spanien wurde Kolumbus von König Ferdinand II. begnadigt und er unterstützte Kolumbus’ vierte Reise finanziell. Dennoch fiel Kolumbus in Ungnade, als einstiger Admiral des Ozeanischen Meeres auf Lebenszeit, Vizekönig und Generalstatthalter auf jedem Stück Festland und jeder Insel, die er entdeckte; er starb am 20. Mai 1506 im spanischen Valladolid. Es gibt weiterhin offene Fragen zur tatsächlichen Herkunft Kolumbus’ und um die Entdeckungsreisen vor über 500 Jahren.


Seit Beginn des 21. Jahrhunderts wurden in lateinamerikanischen Ländern und den USA Kolumbus-Statuen als Protest niedergerissen. Der seit 1909 begangene „Columbus Day“ ist heutzutage umstritten; seit 2021 wird er in den USA durch den „Indigenous People’s Day“ ersetzt. „Día de la Resistencia Indígena“, „Día del Respeto a la Diversidad Cultural“, „Día de la Descolonización“, „Día de la Interculturalidad“ und „Día del Descubrimiento de Dos Mundos“ nennt man die Tage gegen das Gedenken an ehemalige Kolonisatoren in Lateinamerika.


Obwohl die belegten und verwerflichen Taten des einst glorifizierten Helden seit langem bekannt sind, hält man an Würdigungen von Kolumbus fest. So bilden Zentralbanken in Lateinamerika heute noch Kolumbus auf Münzen und Geldscheinen ab. Und selbst die Wertpapierdruckerei Thomas De La Rue druckte anlässlich der 500. Wiederkehr der Landung einen Erinnerungsschein zum IBNS-Kongresses in London.


Abb. 34: Souvenirschein vom Oktober 1994 – abgebildet sind das Porträt von Kolumbus, sein Flaggschiff und seine Unterschrift.
Abb. 34: Souvenirschein vom Oktober 1994 – abgebildet sind das Porträt von Kolumbus, sein Flaggschiff und seine Unterschrift.

Michael H. Schöne


Quellen:

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