Die Designentwürfe der neuen Euro-Banknoten stehen fest
- Donald Ludwig

- vor 11 Minuten
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Im Januar 2025 gab die Europäische Zentralbank (EZB) die Entwurfsmotive für die dritte Serie der Euro-Banknoten bekannt. Wir haben HIER in unserem Blog darüber berichtet.
Im Juli 2025 startete die EZB einen öffentlichen Wettbewerb für die Gestaltung der künftigen Euro-Banknoten. Wir haben HIER in unserem Blog darüber berichtet.

Am 23. Juli 2026 stellte Christine Lagarde, Präsidentin der EZB, die zehn in die engere Wahl gekommene Gestaltungsentwürfe für die nächste Serie von Euro-Banknoten vor.
Diese basieren auf zwei verschiedenen Themen: „Europäische Kultur“ und „Flüsse und Vögel“. Aus jedem Thema wurden fünf Designentwürfe ausgewählt. Einer dieser Entwürfe wird in einigen Jahren Grundlage für die neuen Euro-Banknoten sein.
Die Entwürfe sind das Ergebnis eines EU-weiten Designwettbewerbs. Es gingen über 1.200 Bewerbungen von Grafikdesignern ein, von denen 25 eingeladen wurden, Entwürfe für eines oder beide Themen zu erstellen. Eine unabhängige Jury, bestehend aus 21 Experten aus verschiedenen Bereichen wie Grafikdesign, Kommunikation, Neurowissenschaften und Geschichte, die jeweils von einer Zentralbank des Euro-Währungsgebiets nominiert wurden, wählte daraufhin zehn Entwürfe aus. Nun ist die gesamte Bevölkerung Europas aufgerufen, ihre Meinung zu äußern, nachdem der EZB-Rat beschlossen hat, eine Online-Umfrage zu diesen zehn Entwürfen durchzuführen. Die öffentliche Umfrage läuft noch bis zum
21. September 2026. Parallel dazu wird ein unabhängiges Marktforschungsunternehmen eine separate Umfrage mit denselben Fragen unter einer repräsentativen Auswahl von Bürgern des Euro-Währungsgebiets durchführen.
Möchten Sie an der offiziellen Umfrage teilnehmen? Wenn ja, beginnen Sie HIER.
Die EZB wird einen Bericht über die Ergebnisse beider Umfragen veröffentlichen, sobald das endgültige Gestaltungskonzept ausgewählt wurde. Die Rückmeldungen der Öffentlichkeit sind ein wesentlicher Bestandteil des inklusiven Ansatzes des Eurosystems und stellt sicher, dass die Meinungen der Bürger in ganz Europa berücksichtigt werden. Der EZB-Rat wird voraussichtlich gegen Ende des Jahres die endgültige Entscheidung über das neue Banknotendesign treffen. Er wird seine Entscheidung auf eine Kombination verschiedener Meinungen stützen, darunter die Schlussfolgerungen der Jury des Designwettbewerbs, eine technische Bewertung und die Ergebnisse der beiden Umfragen.
Das ausgewählte Design wird anschließend weiterentwickelt und getestet, bevor es in Produktion geht. Die Banknoten der neuen Serie werden voraussichtlich in den kommenden Jahren in Umlauf gebracht. Euro-Banknoten der bisherigen Serie behalten ihren Wert und bleiben neben der neuen Serie weiterhin im Umlauf. Dies ist die erste vollständige Neugestaltung der Euro-Banknoten seit ihrer Einführung im Jahr 2002.
Jeder Designentwurf musste folgende Persönlichkeiten/Vögel und Motive enthalten:
Thema: Europäische Kultur
5 Euro: Darstellende Kunst
Vorderseite: Maria Callas
Rückseite: Straßenkünstler (Musik, Tanz, Theater) unterhalten vorbeilaufende Menschen.
10 Euro: Musik
Vorderseite: Ludwig van Beethoven
Rückseite: Sängerfest mit Chor aus Kindern und jungen Erwachsenen.
20 Euro: Schulen und Universitäten
Vorderseite: Marie Curie
Rückseite: Schule oder Universität und Lehrerin mit Schülerinnen und Schülern bzw. Studenten. Auf den Tischen liegen Notebooks und Bücher.
50 Euro: Bibliotheken
Vorderseite: Miguel de Cervantes
Rückseite: Eine Bibliothek, in der einige Erwachsene Bücher und E-Bücher lesen. Ein kleiner Junge und ein kleines Mädchen versuchen, sich ein Buch aus einem Regal zu holen.
100 Euro: Museen und Ausstellungen
Vorderseite: Leonardo da Vinci
Rückseite: Personen unterschiedlichen Alters bewundern sog. „Streetart“, zeitgenössische Kunst usw.
200 Euro: Öffentliche Plätze
Vorderseite: Bertha von Suttner
Rückseite: Ein Platz mit Bäumen, auf dem Jung und Alt zusammenkommen, sich unterhalten, spazieren gehen und spielen.
Thema: Flüsse und Vögel
5 Euro:
Vorderseite: Gebirgsquelle / Ein Mauerläufer neben einer Gebirgslandschaft
Rückseite: Europäisches Parlament
10 Euro:
Vorderseite: Wasserfall / Ein Eisvogel in einem Wasserfall oder langsamen Flussabschnitt
Rückseite: Europäische Kommission
20 Euro:
Vorderseite: Eingegrabenes Flusstal / Ein Schwarm von Bienenfressern in einer Sandwand entlang des Ufers eines breiten, eingegrabenen Flusstals
Rückseite: Europäische Zentralbank
50 Euro:
Vorderseite: Gewundener Fluss / Ein Weißstorch fliegt über ein gewundenes, flaches Flusstal
Rückseite: Gerichtshof der Europäischen Union
100 Euro:
Vorderseite: Flussmündung / Ein Säbelschnäbler sucht im Schlamm nach Nahrung
Rückseite: Europäischer Rat und Rat der Europäischen Union
200 Euro:
Vorderseite: Meereslandschaft / Ein Basstölpel schwebt über hohen Ozeanwellen
Rückseite: Europäischer Rechnungshof
Die folgenden zehn Entwürfe, die den oben genannten Gestaltungsvorgaben entsprechen, lauten wie folgt:
Entwurf A von Studio Joost Grootens aus Amsterdam, das seinen Entwurf als Reflexion darüber versteht, wie Kultur entsteht:

Entwurf B von PunktFormStrich aus Salzburg, das sich für das Thema „Flüsse und Vögel“ entschieden hat, verbindet biologische Vielfalt mit europäischen Landschaften:

Entwurf C von Neue Gestaltung GmbH aus Berlin zeigt Europa als gemeinsamen Kulturraum und stellt Menschen ohne spezifische Merkmale dar, damit alle sich in ihnen wiedererkennen können:

Entwurf D von Rudy Guedj und François Girard-Meunier aus Amsterdam zeigt Vögel in abstrakten Landschaften und ein vereintes Europa und legen über alles ein Leuchten:

Entwurf E von Myrsini Vardopoulou aus Athen konzentriert sich ganz auf den universellen Wert des Wirkens der jeweiligen Persönlichkeit und zeigt, dass sie trotz ihrer Vielfalt eine gemeinsame Inspirationsquelle haben:

Entwurf F von Jan Robert Dünnweller aus Passau veranschaulicht das offizielle Motto der EU „In Vielfalt geeint“ in einer Collage aus Formen und Oberflächenstrukturen, aus denen ein neues Ganzes entsteht:

Entwurf G von den spanischen Studios Rubio & del Amo aus Murcia und Cruz más Cruz aus Madrid konzentriert sich ganz auf den Blick, der eine Verbindung aufnimmt – und, dreht man die Banknoten in die Horizontale, ergeben sich vier Blöcke, die auch die Buchstaben E, U, R und O verweisen:

Entwurf H von Atelier Goppel-Toperngpong aus Regensburg konzentriert sich ganz auf das Wasser als Grundlage alles Lebens und visualisiert als Analogie für die EU, von Eigenschaften wie Ausgeglichenheit oder Beständigkeit zu Tropfen, die zu einem Strom werden:

Entwurf I von Isabelle Daëron, Künstlerin und Designerin aus Paris stellt die Bewegung in den Mittelpunkt der Gestaltung – vom Flügelschlag eines Vogels bis hin zum ununterbrochenem Strömen der Flüsse und hin zur Dynamik der EU:

Entwurf J von Grafikdesigner und Illustrator Ville Tietäväinen aus Helsinki zeigt die europäischen Vögel in ihren natürlichen Lebensräumen und erzählt vom Verlauf der europäischen Flüsse: Je höher der Wert der Banknote ist, desto näher sind die Abbildungen dem Meer:

Jeder Entwurf kann HIER in hoher Auflösung angesehen werden.
Welcher Gestaltungsentwurf gefällt Ihnen am besten?
Donald Ludwig




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