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Geldscheinporträts: Mahatma Gandhi – gewaltfrei und gewissenhaft

Autorenbild: Elias Heindl
Elias Heindl
12. Aug.
3 Min. Lesezeit

Reihe zu Porträts bedeutender Persönlichkeiten auf Geldscheinen.

​Geburtsname:

Mohandas Karamchand Gandhi

Zur Person:

Rechtsanwalt, politischer Führer, Pazifist, Publizist

​Nationalität:

Indisch

​Lebensdaten:

2. Oktober 1896 – 30. Januar 1948

​Geburtsort:

Porbandar, Provinz Bombay, Britisch-Indien

​Sterbeort:

Neu-Delhi, Republik Indien

Mahatma Gandhi, Studiofotografie in London mit Unterschrift Gandhis1931. Abb. Wikimedia Commons.
Mahatma Gandhi, Studiofotografie in London mit Unterschrift Gandhis1931. Abb. Wikimedia Commons.

Gewaltfreier Widerstand, ziviler Ungehorsam, bewusste Regelverletzung als politisches Mittel – vieles von dem, was heute in Protestbewegungen weltweit als legitime Strategie gilt, lässt sich auf Mahatma Gandhi zurückführen.

Sein Konzept des Satyagraha hat nicht nur die indische Unabhängigkeitsbewegung geprägt, sondern auch späteren Akteuren als Orientierung gedient, darunter Martin Luther King Jr. in der Bürgerrechtsbewegung in den USA und Nelson Mandela in Südafrika.







Gandhi wurde 1869 in Porbandar im Westen Indiens geboren. Seine Familie gehörte zur lokalen Verwaltungsschicht, sein Umfeld war religiös geprägt. Bereits mit 13 Jahren wurde er dem Brauch entsprechend verheiratet. In seinen späteren Schriften kritisierte er die Kinderheirat scharf. Er studierte in London Jura und wurde Rechtsanwalt. Nach einem kurzen Aufenthalt in Indien ging Gandhi nach Südafrika, eine weitere Kolonie der Briten. Auch dort galt das britische Recht, weshalb Gandhi hier praktizieren konnte. Hier begann seine politische Entwicklung. Gandhi erlebte Rassismus im Alltag, etwa als er trotz gültiger Fahrkarte aus einem Zugabteil verwiesen wurde. Solche Erfahrungen waren für ihn kein isoliertes Unrecht, sondern Ausdruck eines Systems. Er begann sich, für die Rechte der indischen Minderheit einzusetzen und entwickelte aus religiösen Quellen, aber auch angelehnt an die Schriften von Thoreau, Ruskin und Tolstoi, schrittweise eine Form des Widerstands, die später unter dem Begriff Satyagraha bekannt wurde: Das Festhalten an der Wahrheit, die untrennbar mit Gewaltfreiheit verbunden ist. Diese Gewaltfreiheit bedeutet Nächstenliebe und nimmt eigenes Leid bewusst auf sich. Die Macht der Nächstenliebe soll den Gegner für sich gewinnen, indem sie an seine Menschlichkeit appelliert.


Nach seiner Rückkehr nach Indien im Jahr 1915 gewann Gandhi rasch an Einfluss. Er bewegte sich bewusst außerhalb elitärer Zirkel, reiste viel durchs Land und suchte den Kontakt zu breiten Bevölkerungsschichten. Gleichzeitig entwickelte er eine politische Praxis, die stark auf Symbolik setzte. Ein bekanntes Beispiel ist der Salzmarsch von 1930: Über Wochen zog Gandhi mit Anhängern Richtung Küste, um dort demonstrativ Salz zu gewinnen – ein Verstoß gegen das britische Salzmonopol. Die Aktion entfaltete große Wirkung und mobilisierte das gesamte Land. Gandhi verstand es, solche Aktionen strategisch zu nutzen. Er schrieb viel, stand im Austausch mit Journalisten und wurde zu einer international bekannten Figur.

Doch er war keine unumstrittene Person: Ihm wurde Machthunger und Rückständigkeit vorgeworfen. Die Unabhängigkeit Indiens 1947 empfand Gandhi als persönliche Tragödie, denn sie ging mit der Landesteilung in das muslimische Pakistan und die Indische Union einher. Durch Unruhen kamen hunderttausende Menschen um. Auch Gandhi selbst wurde Opfer der Gewalt. Am 30. Januar 1948 wurde er von einem Hindu-Nationalisten erschossen.


Indien, Reserve Bank of India: 10 Rupien, 2008. Vorderseite: Rechts Porträt von Mahatma Gandhi, links unten Ashoka-Säule mit drei Löwen. Papier mit Gandhis Porträt
Indien, Reserve Bank of India: 10 Rupien, 2008. Vorderseite: Rechts Porträt von Mahatma Gandhi, links unten Ashoka-Säule mit drei Löwen. Papier mit Gandhis Porträt
Indien, Reserve Bank of India: 10 Rupien, 2008. Vorderseite: Rechts Porträt von Mahatma Gandhi, links unten Ashoka-Säule mit drei Löwen. Rückseite: Nashorn, Tiger und Elefant.
Indien, Reserve Bank of India: 10 Rupien, 2008. Vorderseite: Rechts Porträt von Mahatma Gandhi, links unten Ashoka-Säule mit drei Löwen. Rückseite: Nashorn, Tiger und Elefant.

Gandhi wurde mehrmals für den Friedensnobelpreis nominiert, zuletzt in seinem Todesjahr. Da er den Preis nicht posthum erhalten konnte, wurde 1948 zu Ehren Gandhis kein Friedensnobelpreis vergeben. Die wichtigste Nachwirkung des Lebens und Wirkens Gandhis in Indien sind Abertausende sozialer Bewegungen und örtlicher Initiativen, die in seinem Sinne weiterarbeiten.


Elias Heindl


Literatur/Quellen:

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