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Geldscheinporträts: Skanderbeg – Albaniens „Athlet Christi“

Reihe zu Porträts bedeutender Persönlichkeiten auf Geldscheinen.

​Geburtsname:

Georg Kastrioti (gen. „Skanderbeg“)

Zur Person:

Fürst, Militärführer, Nationalheld

​Nationalität:

Albanisch

​Lebensdaten:

6. Mai 1405 – 17. Januar 1468

​Geburtsort:

Dibra

​Sterbeort:

Lezha

Cristofano dell’Altissimo (1527–1605): Georgius Castriotus Scanderbecus, Öl auf Leinwand, entstanden zwischen 1552 und 1568.
Cristofano dell’Altissimo (1527–1605): Georgius Castriotus Scanderbecus, Öl auf Leinwand, entstanden zwischen 1552 und 1568.

Georgius Castriotus Scanderbecus, Öl auf Leinwand, entstanden zwischen 1552 und 1568.

Georg Kastrioti hat viele Namen und Ehrentitel: Von Papst Calixtus III. wurde er zum „Kapitän-General“ der römischen Kurie und des Heiligen Stuhls ernannt und als „Athleta Christi“ (Kämpfer des Christentums) geehrt, von Papst Pius II. als „neuer Alexander“ und von anderen als „Dominus Albaniae“ (Herr von Albanien) gepriesen. Als „Skanderbeg“ (Herr Alexander) ging er in die Geschichte ein. Noch heute wird er als Nationalheld Albaniens verehrt, ist auf vielen Banknoten zu sehen und der zweiköpfige Adler, das Wappentier seines Adelsgeschlechts Kastrioti, thront auf der albanischen Nationalflagge.




Ironischerweise begann der Aufstieg Georg Kastriotis als Vasall des Osmanenreichs, das er später jahrzehntelang bitter bekämpfte. Bereits zum Ende des 14. Jahrhunderts lief das albanische Stammesgebiet Gefahr, zwischen den Osmanen und den Venezianern aufgeteilt zu werden. Johann Kastriota, Georgs Vater, unterlag den Osmanen auf der berühmten Schlacht auf dem Amselfeld und musste seine Söhne Sultan Murad II. überlassen. An dessen Hof machte Georg schnell Karriere: Er konvertierte zum Islam, wurde zum Janitscharen, einem Elitekämpfer, ausgebildet und kämpfte als Offizier an der Seite des Sultans. Und er erhielt einen neuen Namen: Skanderbeg, ein Verweis auf Alexander den Großen. 1438 wurde er mit der Herrschaft über das Gebiet Kruja betraut. Noch mehrere Jahre blieb Skanderbeg den Osmanen treu. Als sein Vater jedoch auf Geheiß der Osmanen ermordet wurde, entschloss er sich, die Seiten zu wechseln. Er nutze seine ungewöhnliche Vertrauensstellung zu konspirativen Plänen, knüpfte heimliche Verbindungen mit den italienischen Seemächten Neapel und Venedig und zum ungarischen König. Als die Osmanen 1443 in Niš von den Ungarn besiegt wurden, verließ er mit seinen albanischen Truppen das türkische Heer, zog sich auf die Festung Kruja zurück, konvertierte zurück zum Christentum und rief zum Aufstand auf. Skanderbeg scharte mehrere albanische Fürsten um sich und gründete die Liga von Lezha, ein Verteidigungsbündnis gegen das Osmanenreich. Dessen Kriegsführung glich einer „Partisanentaktik“. Einige Zeit blieb Skanderbeg damit erfolgreich. Sein Name war bald in ganz Europa bekannt. Allerdings passten die Osmanen ihre Kriegsführung an – und es trat ein neuer Feind auf: Venedig. Die Venezianer waren an stabilem Handel mit den Osmanen interessiert und sahen ihre eigenen Interessen auf albanischem Gebiet bedroht. Skanderbeg geriet unter Druck und band sich an das Königreich Neapel. Auch die Päpste unterstützten ihn. Sie sahen in ihm den Verteidiger des christlichen Abendlandes und planten Kreuzzüge.


Sozialistische Republik Albanien, Albanische Staatsbank: ALB-0045a, 50-Lekë-Banknote, 1976. Vorderseite: links Armee bei der Parade, rechts Skanderbeg mit Blick auf die Truppe.
Sozialistische Republik Albanien, Albanische Staatsbank: ALB-0045a, 50-Lekë-Banknote, 1976. Vorderseite: links Armee bei der Parade, rechts Skanderbeg mit Blick auf die Truppe.
Sozialistische Republik Albanien, Albanische Staatsbank: ALB-0045a, 50-Lekë-Banknote, 1976. Rückseite: Gewehr und Spitzhacke, Wohnblock im Bau und Staatswappen.
Sozialistische Republik Albanien, Albanische Staatsbank: ALB-0045a, 50-Lekë-Banknote, 1976. Rückseite: Gewehr und Spitzhacke, Wohnblock im Bau und Staatswappen.

Spätestens 1453, nach der Eroberung Konstantinopels, begann Skanderbegs Abstieg. Er führte Militärkampagnen für seine italienischen Verbündeten an, konnte in Italien jedoch keine stabile Unterstützung finden. Die Lage in Rom, Venedig und Neapel war zu kompliziert, der Osmanenkrieg verlor an Bedeutung. Der albanische Kampf war zum Scheitern verurteilt. Skanderbeg selbst erlebte die Eroberung nicht mehr, er starb 1468. Zehn Jahre später fiel die Festung Kruja und Albanien blieb mehr als 400 Jahre unter osmanischer Herrschaft.


Elias Heindl


Literatur/Quellen:

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