top of page

Geldscheinporträts: Idi Amin – Der „Schlächter von Afrika“

Reihe zu Porträts bedeutender Persönlichkeiten auf Geldscheinen.

​Geburtsname:

Idi Awo-Ongo Angoo

Zur Person:

Militär, Präsident, Diktator

​Nationalität:

Ugandisch

​Lebensdaten:

um 1925 – 16. August 2003

​Geburtsort:

Koboko (Uganda)

​Sterbeort:

Dschidda (Saudi-Arabien)

Idi Amin auf Staatsbesuch in Israel, 11. Juli 1971, Dan Hadani Collection, Pritzker Family National Photography Collection, Nationalbibliothek Israel.
Idi Amin auf Staatsbesuch in Israel, 11. Juli 1971, Dan Hadani Collection, Pritzker Family National Photography Collection, Nationalbibliothek Israel.

Viele verbinden die postkolonialen Staaten Afrikas mit Gewalt und politischem Chaos.

Auch die Geschichte Ugandas scheint zunächst nur als eine Episode in einer langen Folge von politischen Katastrophen. Als prägendste Figur gilt der „Schlächter von Afrika“ Idi Amin, dessen Grausamkeiten in west­lichen Medien mit einer Mischung aus Entsetzen und Faszination beschrieben werden. Aber auch seine Biografie ist lehrreich, da sie eng mit der politischen Geschichte und den Verstrickungen des kolonialen und nachkolonialen Ugandas verbunden ist.


Idi Amin wurde um 1925 nahe der Grenze zum Sudan und Kongo geboren. 1946 trat er in die „King’s African Rifles“, die britische Kolonialarmee, ein. Dort war er an Einsätzen gegen Rebellionen in Somalia und Kenia beteiligt. Amin stieg – wohl auch wegen seiner Grausamkeit und fehlenden Hemmungen – schnell auf und hatte bald den höchstmöglichen Rang für Afrikaner inne. 1962 wurde Uganda unabhängig. Idi Amin fand rasch seinen Platz in der ersten Regierung. Unter dem Premierminister Milton Obote wurde er Oberkommandant über die Streitkräfte des neuen Staates. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten suchte Obote Unterstützung im sozialistischen Lager – sehr zum Missfallen der einstigen Kolonialmacht. Britische und israelische Militärberater begannen, Amin zu stärken. Obote wurde repressiver und versuchte, seine Macht zu sichern. 1970 degradierte er Amin, seinen ranghöchsten Militär. Doch die Lage war bereits außer Kontrolle geraten. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung war zu groß und sein Konkurrent Amin zu mächtig. Im Januar 1971, angeblich mit Unterstützung von britischen Geheimdiensten, putschte Idi Amin sich an die Macht. Auch die C.I.A. soll Amin in den 1970er Jahren mit Bomben und Ausrüstung versorgt und sich an militärischen Operationen beteiligt haben. Der militärische Coup-d’Etat verlief weitestgehend friedlich – die Jahre danach umso blutiger. Idi Amin reagierte auf Widerstand und wirtschaftliche Spannungen mit einem hohen Maß brutaler Willkür. Er ließ zehntausende indischstämmige Ugander ausweisen, vermeintliche Gegner wurden gefoltert und ermordet. Das Militär besetzte er entlang ethnischer Linien, wobei er besonders Gruppen aus dem Nordwesten des Landes bevorzugte. Geregelte staatliche Herrschaft gab es kaum mehr.

Bis zu 500.000 Menschen starben unter Amins Herrschaft eines gewaltsamen Todes.

Idi Amin erlangte als „Schlächter von Afrika“ traurige Bekanntheit – besonders Erzählungen über dessen grausame Folter- und Mordmethoden. Noch heute können Amins Folterkammern besichtigt werden.


Bank of Uganda: 50 Shillings ohne Datum (1973), Vorderseite mit Porträt des Diktators Idi Amin in Uniform. Das Porträt von Amin wurde mit der Serie 1979 durch das Bankgebäude ersetzt.
Bank of Uganda: 50 Shillings ohne Datum (1973), Vorderseite mit Porträt des Diktators Idi Amin in Uniform. Das Porträt von Amin wurde mit der Serie 1979 durch das Bankgebäude ersetzt.
Bank of Uganda: 50 Shillings ohne Datum (1973), Rückseite mit Nalubaale-Staudamm und Wasserkraftwerk an den Owen-Fällen.
Bank of Uganda: 50 Shillings ohne Datum (1973), Rückseite mit Nalubaale-Staudamm und Wasserkraftwerk an den Owen-Fällen.

Uganda fiel fast vollständig in die Sub­sistenzwirtschaft zurück, Korruption und Erpressung wurden zur Regel. Nach und nach verlor Amin auch außenpolitisch den Rückhalt. Er wandte sich von Israel, das ihn anfangs unterstützt hatte, ab und suchte stattdessen die Nähe zu Muammar al-Gaddafi und der arabischen Welt. Die USA schlossen ihre Botschaft 1973. Nachdem 1976 eine Air-France-Maschine von der Volksfront zur Befreiung Palästinas und einem Kommando der deutschen Revolutionären Zellen nach Entebbe in Uganda entführt wurde und die Befreiung israelischer Geiseln durch israelische Spezialtruppen („Operation Entebbe“) durch die Armee Idi Amins behindert wurde, schloss auch Großbritannien seine Botschaft. Das Regime war bereits dem Zerfall nahe, als Idi Amin 1978 den Befehl zur Invasion Tansanias gab. Den darauffolgenden Gegenoffensiven der tansanischen Truppen hielt Amins Armee nicht lange stand. Im April 1979 war die Hauptstadt Kampala eingenommen. Idi Amins Herrschaft war beendet. Er floh nach Libyen und in den Irak, bis er auf Einladung des saudischen Königshauses luxeriös in Dschidda lebte, wo er am 16. August 2003 starb. Er hinterließ mehrere Dutzend Kinder von vielen verschiedenen Frauen.

Einer strafrechtlichen Verfolgung war er nie ausgesetzt.


Elias Heindl


Literatur/Quellen:

  • Sathyamurthy, T. V. (1986): The Political Development of Uganda 1900–1985. Vermont: Gower Publishing

  • Schlichte, Klaus (2011): Die zwei Leben des Idi Amin. In: Thomas Großbölting, Rüdiger Schmidt (Hrsg.): Der Tod des Diktators. Ereignis und Erinnerung im 20. Jahrhundert. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, S. 239–251

  • Paper Cites C.I.A. Aid To Amin's Army in 70's; New York Times, 17. Dezember 1986, aufgerufen über: www.nytimes.com/1986/12/17/world/paper-cites-cia-aid-to-amin-s-army-in-70-s.html (zul. am 12.08.2025)


Kommentare


www.geldscheine-online.com | Regenstauf

© 2025 Battenberg Bayerland Verlag GmbH

bottom of page