Katalog des österreichischen Notgeldes 1914 – 1924

Aktualisiert: 25. Juni 2018


Johann Kodnar/Norbert Künstner:

Katalog des österreichischen Notgeldes 1914 – 1924

inkl. Großgeld und Spendenscheine

zwei Bände, 1212 Seiten, durchgängig farbig bebildert, Format 14,8 cm x 21 cm,

Klebebindebroschur, Wien 2017.

Preis: 79,90 Euro.

ISBN: 978-3-9504334-0-1.


Endlich geschafft! Mit den zwei umfangreichen und mit über 8.500 farbigen Abbildungen reich bebilderten Bänden des bereits von ihren Katalogen zu den österreichischen Bank­noten bekannten Autoren-Duos liegen nun aktuelle Katalogwerke zum Notgeld Österreichs vor. In den 1920er Jahren gab es in Österreich, ähnlich wie in Deutschland, eine Vielzahl von amtlichen und privaten Notgeldausgaben. Die beiden Bände verzeichnen mehr als 59.000 Scheine von über 1.500 Ausgabestellen.

Notgeld wurde schon damals in beiden Ländern rege gesammelt, woraus in Deutschland die sog. Serienschein-Ausgaben und in Österreich die sog. Sonderserien resultierten, die nicht mehr für den Umlauf, sondern nur noch für die Alben der Sammler hergestellt wurden. Die Einteilung in österreichische Normal- und Sonderserien geht auf die zeitgenössisch erschienenen Werke von Fred Robert von der Trelde zurück. In Österreich gab es damals geschätzte 100.000 Sammler der geld- und kulturhistorisch wie auch regionalgeschichtlich sehr interessanten Notgeldscheine.

Auch heute noch wird österreichisches Notgeld vor allem im Ursprungsland und Deutschland, aber auch in den Ländern der ehemaligen Donau-Monarchie gesammelt. Trotz einiger neuerer Katalogisierungen (Kreunz, Meirhofer, Mayer und digital Scholz), die aber wenig Verbreitung fanden, fehlte es an einem repräsentativen Katalogwerk, das die österreichischen Notgeldscheine zusammenfasst und aktuell bewertet. Immer noch galten deshalb die Kataloge von Karl Jaksch aus dem Jahr 1971 bzw. Jaksch/Pick zu Normalserien von 1977 als Zitierwerke, obwohl diese hinlänglich bekannte Schwächen aufwiesen. Die beiden nun erschienenen Bände lassen das Herz jedes Österreich-Sammlers höher schlagen. Aufgeführt werden alle Normal- und Sonderserien mit ihren zum Teil vielfältigen Varianten mit Detail-Abbildungen und aktuellen Bewertungen. Dabei wurden auch einige bisher unbekannte Ausgaben gelistet, vor allem bei Spendenscheinen, sowie bislang nicht edierte Varianten. Viele seltene Scheine, die zuvor kaum ein Sammler zu sehen bekam, werden hier auch erstmals abgebildet.

Über Wertansätze kann man bekanntlich trefflich streiten, und so erscheinen einige im ersten Moment etwas hoch, doch darf man nicht vergessen, dass das Sammelgebiet wegen der fehlenden aktuellen Katalogisierung in einen Jahrzehnte langen Dorn­röschenschlaf verfallen war, aus dem es nun Dank der neuen prächtigen Bände hoffentlich wieder erwachen wird. Ähnliches geschah durch die komplett farbigen Kataloge des Gietl Verlags mit den deutschen Serienscheinen, die heute wieder zahlreiche Liebhaber gefunden haben. In absehbarer Zeit werden dann wohl österreichische Notgeldscheine nicht mehr nur in großen Lots auf Auktionen versteigert werden, weil endlich eine aktuelle Bewertungsgrundlage vorliegt.

Die beiden Bände sind im Eigenverlag erschienen und können bestellt werden über Norbert Künstner, Gumpendorferstraße 99 in A-1060 Wien, Internet: www.internumis.at, E-mail: kuenstner@internumis.at oder über

Johann Kodnar, Internet: www.geldschein.at, E-mail: johann.kodnar@gmx.at.


Hans-Ludwig Grabowski

Münzen & Sammeln, Ausgabe 2017/03

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