Prof. Dr. Rainer Geike: Unterschriften auf Geldscheinen – Geldscheine als Zeitdokumente
- Wolfgang J. Mehlhausen

- vor 2 Stunden
- 2 Min. Lesezeit

Rainer Geike:
Unterschriften auf Geldscheinen – Geldscheine als Zeitdokumente
70 Seiten, Format 19 cm x 27 cm, Broschur.
Preis: 21 Euro (als e-book 6,99 Euro).
ISBN: 978-3-6951-2740-5
Professor Rainer Geike hat immer ein gutes Gespür für Details. Wir verdanken ihm schon einige Bücher, so bei Geldscheinen zu dem „Kleingedruckten“ auf dem Papiergeld, das man oft übersieht. Wer das Buch zur Hand nimmt, sollte mit der Lektüre vielleicht auf der Rückseite beginnen, denn dort sind idealerweise zehn Punkte aufgeführt, die Fragen darstellen, die im Buch beantwortet werden. Das Inhaltsverzeichnis ist dem angepasst.
Die nächste Seite zeigt einen 2-DM-Schein, der einst in den USA gedruckt wurde und mit dem B-Stempel für Berlin-West versehen ist. Auch hier gibt es keine Unterschriften, denn bei der Drucklegung war völlig unklar, wann und wie, auch von wem diese Geldscheine in den Verkehr gegeben werden sollten. Übrigens hat der Verfasser viele Fragen gut recherchiert. So ist auf Seite 8 sogar eine Leseranfrage und die Antwort des SED-Zentralorgans Neues Deutschland zu den Unterschriften (!) zu entdecken.
Auf der Seite 9 dann finden wir Ausschnitte von Euro-Noten, bei denen alle vier EZB-Präsidenten unterschrieben haben. Unsere Nachkommen werden diese ohne Quellenangaben nicht entziffern können.
Erfreulich für den Leser ist die hervorragende Farbqualität bei den dargestellten Banknoten. Es gibt viele aus den unterschiedlichsten Ländern mit Unterschriften auf Noten, die gesellschaftliche Verhältnisse dokumentieren. Selbst in der UdSSR wurden einige Scheine mit Unterschriften versehen. Der Autor kennt keine geografischen Grenzen bei seinem interessanten Thema und zeigt deutsches Notgeld ebenso wie Noten von Tadschikistan und Turkmenistan, um nur wenige Beispiele zu nennen. Es erwarten den Leser noch viele interessante Details zu Geldscheinen aus Transkaukasien und mehr.
Bei der DDR konnte Professor Geike auch vier Noten-Ausschnitte der DDR zeigen, auf denen die Unterschrift von DDR-Ministerpräsident Willi Stoph zu finden ist. Reiseschecks der Staatsbank sind mit Unterschrift vom Bankpräsidenten Kaminsky dargestellt, dessen Name schon in Vergessenheit geraten ist.
Kurios ist auch die „Amtshilfe für Ghana“. Das Buch endet mit Kuriositäten und etwas Spaß, so mit „Banknoten“ zu 10 Euro von der Firma Kärcher in drei Varianten. Was es alles gibt… was man alles so sammeln kann … Das fragt man sich nach der Lektüre dieses informativen und zugleich unterhaltsamen Sammler-Fachbuchs. Eine gute Idee war auch die Eigenwerbung auf den Seiten 66 und 67, wo zu erfahren ist, was der Autor noch geschrieben und für Leser zur Verfügung hat.
Wolfgang J. Mehlhausen




Kommentare