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Laos – Papiergeldgeschichte und Katalog, Teil 2: Pathet Lao und Volksrepublik


 

Hans-Ludwig Grabowski

WORLD PAPER MONEY

Papiergeldgeschichte und Katalog


Laos, Teil 2


 

Pathet Lao Government

Obwohl Laos während des Vietnam-Kriegs neutral war und es keine offizielle Kriegserklärung der USA an Laos gab, führte der US-amerikanische Geheimdienst CIA in den 1960er und 1970er Jahren mit der geheimen und von ihm in Laos aufgestellten Hmong-Armee einen von der Öffentlichkeit bis in unsere Zeit kaum beachteten Krieg gegen die kommunistische Pathet-Lao-Bewegung, die ihre Truppen 1965 in Laotische Volksbefreiungsarmee umbenannt hatte. Dabei stellte der zum großen Teil durch Laos verlaufende sog. „Ho-Chi-Min-Pfad” als Nachschublinie der Nordvietnamesen und des Vietcong nur einen Aspekt im „Kampf der USA gegen den Weltkommunismus” dar. Bei den US-amerikanischen Flächenbombardements wurden insgesamt rund 2,5 t Bomben pro Einwohner abgeworfen, womit Laos zu den am schwersten bombardierten Ländern der Welt zählt. Bis heute haben die USA keine Entschädigung für die immensen Zerstörungen gezahlt.


Bereits im April 1968 gab die Pathet-Lao-Bewegung in den von ihr kontrollierten nördlichen und östlichen Gebieten von Laos eigene Geldscheine aus, die angeblich im Hauptquartier der Pathet Lao in den Höhlen von Viengxay oder in Shanghai (Volksrepublik China) gedruckt worden sein sollen. Die Scheine wurden in der Bevölkerung wie gültige Zahlungsmittel angenommen und liefen neben den königlichen Kip-Noten um. Das Umtauschverhältnis betrug 20 „Volksbefreiungs-Kip” für 1 könglichen Kip. Die Scheine zeigen Motive aus Landwirtschaft, Gesundheitswesen, Fischfang, Bildung, Industrie und „Volksbefreiungskampf”. So sind auf der Vorderseite des Werts zu 200 Kip Volksbefreiungs-Kämpfer der Pathet Lao auf dem Marsch zu sehen und auf der Rückseite des höchsten Werts ein Kampfeinsatz mit Flugabwehrkanonen gegen US-amerikanische Bomber. Andere Nominale zeigen bewaffnete Landarbeiter.


Unter dem halbvietnamesischen Partei-Generalsekretär Kaysone Phomvihane wurde die Pathet-Lao-Bewegung 1973 vollständig auf den nordvietnamesischen Kurs eingeschworen.


LAO-24 / WPM-19A / B301: 1 Kip, ohne Datum (1968, gültig bis 1979), Wert: *


LAO-25 / WPM-20 / B302: 10 Kip, ohne Datum (1968, gültig bis 1979), Wert: *


LAO-26 / WPM-21 / B303: 20 Kip, ohne Datum (1968, gültig bis 1979), Wert: *


LAO-27 / WPM-22 / B304: 50 Kip, ohne Datum (1968, gültig bis 1979), Wert: *


LAO-28 / WPM-23 / B305: 100 Kip, ohne Datum (1968, gültig bis 1979), Wert: **


LAO-29 / WPM-23A / B306: 200 Kip, ohne Datum (1968, gültig bis 1979), Wert: **


LAO-30 / WPM-24 / B307: 500 Kip, ohne Datum (1968, gültig bis 1979), Wert: **



Demokratische Volksrepublik Laos

Mit der Machtübernahme durch die Laotische Revolutionäre Volkspartei und der Ausrufung der Demokratischen Volksrepublik Laos am 2. Dezember 1975 setzten die Kommunisten König Savang Vatthana ab, womit eine 622 Jahre alte Monarchie endete, und verschleppten Zehntausende Laoten in Umerziehungslager, aus denen sie erst nach 13 Jahren oder nie mehr zurückkehrten.


Die Scheine des Pathet Lao Government, die auch „Volksbefreiungs-Kip” genannt wurden, liefen nun im ganzen Land um. Die meisten der letzten könglichen Kip-Noten verloren 1976 ihre Gültigkeit.


Behelfsausgabe 1979

1979 wurden 500-Kip-Scheine der Pathet Lao mit einem Überdruck versehen, mit dem auch eine Denomination auf 50 Kip vorgenommen wurde. Diese Behelfsausgabe kam jedoch nicht in Umlauf.


LAO-31 / WPM-24A / B401: 50 Kip, ohne Datum (1979, nicht ausgegeben), Wert: R/RR



Bank der Demokratischen Volksrepublik Laos

Die Bank war bereits am 7. Oktober 1968 in Vorbereitung der Machtübernahme durch die Kommunisten gegründet worden, ihre ersten Noten kamen am 16. Dezember 1979 in Umlauf. Mit diesem Tag wurden die alten „Volksbefreiungs-Kip” durch den neuen „Lao-Kip” im Verhältnis 100:1 ersetzt.


Ausgabe 1979


LAO-32 / WPM-25 / B501: 1 Kip, ohne Datum (1979), Wert: *

Rs. mit oder ohne Fehler in der Währungsbezeichnung


LAO-33 / WPM-26 / B502: 5 Kip, ohne Datum (1979), Wert: *

Rs. mit oder ohne Fehler in der Währungsbezeichnung


LAO-34 / WPM-27 / B503: 10 Kip, ohne Datum (1979), Wert: *

Rs. mit oder ohne Fehler in der Währungsbezeichnung


LAO-35 / WPM-28 / B504: 20 Kip, ohne Datum (1979), Wert: *

Rs. mit oder ohne Fehler in der Währungsbezeichnung


LAO-36 / WPM-29 / B505: 50 Kip, ohne Datum (1979), Wert: *

Rs. mit oder ohne Fehler in der Währungsbezeichnung


LAO-37 / WPM-30 / B506: 100 Kip, ohne Datum (1979), Wert: *

Rs. mit oder ohne Fehler in der Währungsbezeichnung


Ausgaben ab 1988

Erhebliche wirtschaftliche Probleme und die Abwanderung der Bevölkerung zwangen die kommunistische Regierung 1986 zu einer Öffnungs- und Reformpolitik unter dem Namen „Neuer ökonomischer Mechanismus” mit dem Ziel eines schrittweisen Übergangs von der Plan- zur Marktwirtschaft. Neben der wirtschaftlichen Liberalisierung wurden auch die Beziehungen zum Ausland verbessert und politische Reformen in Angriff genommen.

Am 14. August 1991 wurde die erste Verfassung nach der Machtübernahme durch die Kommunisten 1975 verabschiedet, ein Parlament wurde eingesetzt und Laos wurde Mitglied der ASEAN.


Die inflationäre Entwicklung des Kip zwang die Bank ab 1997 zur Ausgabe immer höherer Nominale.


LAO-38 / WPM-31 / B507: 500 Kip, 1988, Wert: *


LAO-39 / WPM-32 / B508: 1.000 Kip

a) Ausgabe 1992, ohne Sicherheitsfaden, Wert: *

b) Ausgabe 1994, mit Sicherheitsfaden, Wert: *

c) Ausgabe 1995, Sicherheitsstreifen mit demetallisiertem laotischem Text, Wert: *

d) Ausgabe 1996, Sicherheitsstreifen mit gedrucktem laotischem Text, Wert: *


LAO-40 / WPM-32A / B509: 1.000 Kip

wie LAO-39, doch Staatswappen auf der Vs. silbern unterlegt

a) Ausgabe 1998, Wert: *

b) Ausgabe 2003, Wert: *


LAO-41 / WPM-33 / B510: 2.000 Kip

a) Ausgabe 1997, Wert: *

b) Ausgabe 2003, Wert: *


LAO-42 / WPM-34 / B511: 5.000 Kip

a) Ausgabe 1997, Wert: *

b) Ausgabe 2003, Wert: *


LAO-43 / WPM-35 / B512: 10.000 Kip

a) Ausgabe 2002, Wert: *

b) Ausgabe 2003, Wert: *


LAO-44 / WPM-36 / B513: 20.000 Kip

a) Ausgabe 2002, Wert: **

b) Ausgabe 2003, Wert: **


LAO-45 / WPM-38 / B514: 50.000 Kip, Ausgabe 2004, Wert: **


LAO-46 / WPM-39 / B515: 1.000 Kip, Ausgabe 2008, Wert: *


LAO-47 / WPM-40 / B516: 100.000 Kip, Ausgabe 2010, Wert: ***

Gedenkbanknote: 450 Jahre Vientiane und 35 Jahre Demokratische Volksrepublik Laos.

F1) blaue Klappkarte mit Gedenkbanknote, Wert: ****

F2) gelbe Klappkarte mit Gedenkbanknote, Wert: ****


Die Gedenkbanknote in einer gelben Klappkarte wurde von der Bank

für 150.000 Kip abgegeben.


LAO-47 / WPM-41 / B517: 2.000 Kip, Ausgabe 2011, Wert: *


LAO-48 / WPM-42 / B518: 100.000 Kip, Ausgabe 2011, Wert: ***


LAO-49 / WPM- / B519: 500 Kip, Ausgabe 2015, Wert: *


LAO-50 / WPM- / B520: 10.000 Kip, Ausgabe 2020 (ab 2022), Wert: **


LAO-51 / WPM- / B521: 20.000 Kip, Ausgabe 2020 (ab 2022), Wert: **


Kaysone Phomvihane

Die aktuelle Banknotenserie zeigt auf den Vorderseiten der Werte von 2.000 bis 100.000 Kip Kaysone Phomvihane (geb. am 13.12.1920), der 1955 Mitgründer der Laotischen Volkspartei und deren erster Generalsekretär war. Im Bürgerkrieg bezog er mit den Kämpfern der Pathet Lao Stellungen in den Höhlen im Nordosten des Landes, wo sie vor den US-amerikanischen Bombenteppichen sicher waren. Am 8. Dezember 1975 wurde er Vorsitzender des Ministerrats und Premierminister der neu gegründeten Volksrepublik. Seine Regierung ließ den abgesetzten König und die Königin in einem Lager internieren, wo sie wahrscheinlich ums Leben kamen. Fest an Vietnam gebunden, sorgte Phomvihane für die Isolierung des Landes gegenüber westlichen Einflüssen. Nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Systeme in Europa und dem Ende des „Kalten Kriegs” suchte er Kontakt zu den ehemaligen Besatzungsmächten Frankreich und Japan. Mit der Verfassung von 1991 wurde er Staatspräsident, hob verschiedene Regierungskontrollen auf und erließ eine politische Amnestie, die zur Entlassung der meisten politischen Gefangenen, darunter auch der seit 1975 internierten Offiziere der ehemaligen pro-westlichen Regierung, führte. Die Beziehungen zu Vietnam kühlten sich ab und Laos suchte mehr Nähe zur Volksrepublik China, die bereits sehr erfolgreich den Weg in die Marktwirtschaft beschritt. Phomvihane verstarb noch vor den für Dezember 1992 angesetzten Neuwahlen am 21. November 1992 in der Hauptstadt Vientiane.


Schlussbetrachtungen

Derzeit entsprechen 1.000 Laotische Kip (LAK) etwa 0,058 Euro.

Der Einparteienstaat besteht trotz Verfassung und Parlament bis heute fort. Damit gehört Laos zu nur noch fünf Staaten weltweit, die auch nach dem Zusammenbruch der sozialistischen Diktaturen Anfang der 1990er Jahre unter Führung einer kommunistischen Einheitspartei stehen.


Der laotische Bürgerkrieg hat nie ganz aufgehört. Bis heute führen Angehörige der Hmong-Minderheit in der Sonderzone Saysomboun nordöstlich der Hauptstadt Vientiane einen bewaffneten Kampf gegen die kommunistischen Machthaber. Immer wieder kommt es zu Attentaten und Überfällen in und in der Umgebung der Hauptstadt sowie auf Verkehrswegen, denen auch ausländische Touristen zum Opfer fallen. Dem Militär werden im Gegenzug schwere Menschenrechtsverletzungen im Kampf gegen die Aufständischen vorgeworfen.


Hans-Ludwig Grabowski



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