Leserpost: Prägestempel, Klebesiegel und Varianten in der Nummerierung

Bei der großen Vielzahl von Varianten und Abarten befinden sich auch in meiner Sammlung Exemplare, die ich nicht in Katalogen wiederfinde.



DEU-210, 50 Reichsmark, Datum 30.8.1924 – 30.3.1933, Merkmale – KN 8-stellig, Udr.-Bst. L/ Serie F, Wz. Kopf von Hansemann, li. Prägestempel, je 2 KN auf Vs. u. Rs., mit Prägestempel auf dem linken weißen Rand über dem Wz. Der „Sparkasse Stavenhagen“, Durchmesser ca. 30 mm. (siehe Abbildung). Zufall???




Bei den unterschiedlichsten Banknoten der Reichsbank 1918 – 1923, wie auch bei Scheinen der deutschen Länder befinden sich am linken Scheinrand (nur halb vorhanden) Klebesiegel in den unterschiedlichsten Brauntönen. (siehe Anlage) Welche Bedeutung steckt dahinter???











Bei Firmendrucken gibt es bei den Kontrollnummern häufig unterschiedliche Anordnungen von Sternen/Kreuzblumen vor oder hinter der KN, die KN in verschiedenen Zahlengrößen, KN nur die Zahlenfolge oder vor der KN „Nr.“  etc. Hatten hier die Druckereien freie Hand bei der Gestaltung??? Sicherlich spielt es bei der Bewertung keine Rolle oder???


V. Oertel


Antwort der Redaktion

Bei den 50 RM mit Prägestempel der Sparkasse Stavenhagen handelt es sich ganz sicher um keine offizielle Abstempelung mit geldhistorischem Hintergrund! Menschen haben Stempel erfunden und stempeln eben gern.

Vielleicht hat einen Sparkassen-Angestellten die Langeweile geplagt oder die Neugier und so hat er dem Schein seinen Stempel aufgedrückt.

Eine andere Möglichkeit wäre eine Verwendung als Zählzeichen. Wenn die Sparkasse ein Bündel dieser 50er zusammengestellt hat, könnte der oberste Schein mit dem Prägestempel versehen worden sein. Wir kennen auf solche Weise auf Vollständigkeit und Echtheit ausgeführte Zählzeichen (durch Farbstempel oder handschr. Vermerke) bis heute z.B. von Wechselstuben.

Der Stempel kann theoretisch aber auch mit der Währungsreform im Zusammenhang stehen, aber das ist reine Spekulation und kennte keine Vergleichsstücke von anderen Geld-Instituten.


Das halbe braune Klebesiegel ist Beleg dafür, dass sich der Schein einst in einem Erinnerungsalbum an die Inflation befunden hat. Es gab viele verschiedene Anbieter, die nach der Inflation solche Alben mit wertlos gewordenen Reichsbanknoten und Notgeldscheinen der Inflationszeit füllten und verkauften. Ein bekannter Anbieter nutzte dabei diese braunen Klebesiegel, um die Scheine zusätzlich im Album zu befestigen und mit dem Reichsadler noch einen offiziell wirkenden Charakter zu vermitteln.

Der Schein wurde aus einem dieser Alben genommen und dabei das Siegel zerrissen.


Bei der Menge von Druckereien, die am Druck der Inflations-Banknoten beteiligt waren, nutzte jeder die bei ihm vorhandenen Nummeratoren und Plunger, deshalb kommen auch viele Varianten von Kontrollnummern usw. vor. Das hat keinen Einfluss auf die Bewertungen innerhalb der katalogisierten Varianten.


Hans-Ludwig Grabowski

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