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Varianten zu deutschem Notgeld und digitale Zukunft von Katalogen

Sehr geehrter Herr Besler (Grabowski),

Ihre veröffentlichten Nachschlagewerke zählen zu meinen sehr treuen Begleitern, da es trotz digitaler Online-Kataloge kein so umfangreiches Nachschlagewerk gibt. Toll, und vielen Dank für das Publizieren! Beim Sammeln entdeckt man jedoch immer wieder ganz neue Varianten. In der Auflage (z. B. Band 10 „Papiergeld der deutschen Länder”) ist leider keine Kontaktadresse angegeben. Daher meine Fragen:

  • Ist eine Neuauflage geplant und an wen könnte man neue Varianten zur Aufnahme schicken?

  • Ist ggf. eine digitale Ausgabe bzw. Datenbank geplant? 

Viele Grüße!

M. Seidel


Antwort der Redaktion

Sehr geehrter Herr Seidel, vielen Dank für Ihr Interesse.

Mein Katalog „Das Papiergeld der deutschen Länder“ ist bereits seit 2023 vergriffen.

Eine komplett farbige und überarbeitete Neuauflage war 2022 geplant, wurde aber wieder verworfen.


Die Kosten für den farbigen Druck eines so umfangreichen Katalogs würden dessen Preis in die Höhe treiben. So hoch, dass kaum noch Sammler bereit wäre, diesen zu zahlen.

Unabhängig davon, können Sie mir jederzeit gern Ergänzungen zu diesem oder auch andere meiner Kataloge zusenden. Ich würde diese dann sammeln und zumindest im Rahmen unseres Online-Magazins Geldscheine-Online.com 

veröffentlichen, um so die Sammler davon zu informieren.




Interessant ist Ihre Anfrage zu digitalen Alternativen und einer Datenbank, weshalb ich etwas umfangreicher darauf eingehen möchte.


Digitale Alternativen zu gedruckten Katalogen hatten wir bereits vor etlichen Jahren angeboten, z.B. als sog. „Blätterkataloge". Das war gestern, aber heute müssen wir an morgen denken. Die technischen Möglichkeiten entwickeln sich stetig weiter.


Als klassische E-Books sind Kataloge aus satztechnischen Gründen nicht geeignet. Nicht umsonst werden die einzelnen Kapitel des „Banknote Book“ von Owen W. Linzmayer als PDF angeboten. PDF sind aber leicht zu kopieren, weshalb man sie beim „Banknote Book“ auch in der Regel nicht herunterladen kann. 


Man darf nicht vergessen, dass die den Katalogen "World Coins" und "World Paper Money“ einst beigelegten und massenhaft raubkopierten CD-ROM mit PDF-Katalogen zum Ende des Krause Verlags aus den USA geführt haben, weshalb diese Katalog heute schmerzlich am Sammlermarkt vermisst werden. Erst unlängst hatten wir wieder zahlreiche Nachfragen von Sammlern auf der World Money Fair in Berlin nach diesen Katalogen, die es nicht mehr geben wird.


Die Bereitschaft für Inhalte im Internet zu zahlen, ist leider immer noch sehr gering. Wenn in Zukunft qualitativ hochwertige Inhalte im Netz eine Selbstverständlichkeit sein sollen, dann sollte es auch zu einer Selbstverständlichkeit werden, dass dafür Kosten anfallen. Zeitschriften und Bücher sind schließlich auch nicht kostenlos zu haben.


Natürlich wäre die Fortführung von Sammlerkatalogen in Form von PDF-Publikationen möglich, wenn ein besserer Schutz der Dateien vor Raubkopien und unberechtigter Weitergabe gewährleistet wäre oder aber die „Geiz ist geil-Mentalität“ der Vernunft weicht.


Die Erstellung einer Datenbank für ein oder mehrere Sammelgebiete, ja sogar für Geldscheine aller Art (Weltbanknoten, Notgeld, Serienscheine usw.) wäre theoretisch möglich, aber sehr aufwendig. Ich habe hierzu bereits mehrere Testversionen für das Internet erstellt, die eine benutzerfreundliche Auswahl der gesuchten Scheine (nach Ländern, Emittenten, Währungen, Themen, Motiven und zahlreichen weiteren Filtern) ermöglichen und so die ganze Vielfalt der Notaphilie zeigen. Die Arbeiten an einer optimalen und vom Aufwand her vertretbaren Lösung werden von mir fortgeführt. Ich bin dazu auch im Gespräch mit dem Verlag, unseren Autoren und dem Fachhandel, ohne dessen Unterstützung und Einbindung eine solche Mammut-Aufgabe kaum möglich sein wird.


Auch hier stellt sich wieder die Frage von Aufwand und Nutzen. Wenn der Aufwand hoch und der Nutzen für den, der den Aufwand betreibt, nur gering ist, dann rechnet sich das nicht für professionelle Verlage. Es kann sich nur rechnen, wenn der Nutzer bereit ist, für hohen Nutzen auch geringe Kosten in Kauf zu nehmen und die Bereitschaft des Fachhandels und von Auktionen solche Zukunftslösungen zu unterstützen in einem sich ständig digitaler gestaltenden Sammlermarkt als Notwendigkeit erkannt und deshalb selbstverständlich wird. 

Am Ende braucht es für die positive Entwicklung des Sammelns immer alle Seiten, die wie die Glieder einer Kette zusammenhalten müssen, um das Sammlerboot auch in seichtem Gewässer erfolgreich in die Zukunft zu ziehen – engagierte Sammler, Autoren und Händler.

Mit den besten Grüßen


Hans-Ludwig Besler (Grabowski)

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