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Lexikon: Massenware

Als Massenware werden Geldscheine bezeichnet, die in großen Mengen am Sammlermarkt vorhanden sind, vor allem Inflationsscheine, aber auch viele Notgeldscheine und solche Scheine, die ohne vorherige Ankündigung außer Kurs gesetzt wurden und so nicht mehr gegen neue Ausgaben eingetauscht werden konnten.


Die meiste Massenware ist ganz besonders in gebrauchter Erhaltung schwer verkäuflich, eignet sich nur bedingt als Tauschmaterial und wird vom Handel oder in Auktionen oft in Lots angeboten. Unter dieser Massenware befinden sich aber auch Scheine, die in guter Erhaltung und vor allem kassenfrisch (UNC) seltener sind und zum Teil hohe Preise rechtfertigen (z.B. deutsche Notgeldscheine aus der Zeit von 1914 bis 1923) oder seltene Varianten.


Die Zahl der Sammler deutscher Notgeldscheine hatte über einen längeren Zeitraum ständig zugenommen, so daß diese Scheine im Preis stiegen. Das galt nicht nur für die selteneren Ausgaben, sondern sogar für die sog. Serienscheine, die man früher generell als Massenware bezeichnete. Unter diesen finden sich auch eine Vielzahl seltener und gesuchter Ausgaben. Mit dem verstärkten Sammeln von Weltbanknoten wuchs auch der Anteil von Massenware in diesem Sammelgebiet auf dem Markt.


Deutsche Reichsbank, Reichsbanknote der Inflation zu 1000 Mark vom 15. September 1922.
Deutsche Reichsbank, Reichsbanknote der Inflation zu 1000 Mark vom 15. September 1922.
Berlin, Stadt: Stadtkassenschein (Serienschein) über 50 Pfennig vom 9. September 1921.
Berlin, Stadt: Stadtkassenschein (Serienschein) über 50 Pfennig vom 9. September 1921.

Lambach, Oberösterreich, Marktgemeinde: Gutschein zu 10 Heller vom 30. März 1920.
Lambach, Oberösterreich, Marktgemeinde: Gutschein zu 10 Heller vom 30. März 1920.
Indonesien, Bank Indonesia: Kleingeldschein zu 1 Sen aus dem Jahr 1964.
Indonesien, Bank Indonesia: Kleingeldschein zu 1 Sen aus dem Jahr 1964.

Beispiele für Massenware:

  • Deutschland: viele Inflationsscheine 1922/23 (nicht die Billionenwerte)

  • Griechenland: Inflationsbanknoten von 1944

  • Österreich: Banknoten von 1919/20 (1 bis 100 Kronen mit Aufdruck "Deutschösterreich" und 1922 (1 bis 1000 Kronen) sowie österreichisches Notgeld von 1920

  • Ungarn: Scheine von 1920/21 (20 Filler bis 500 Kronen) und Inflationsscheine von 1944


Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

Abbildungen: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte

www.geldscheine-online.com | Regenstauf

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