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Lexikon: Nachdrucke

Nachdrucke (Reprints) sind mit Originaldruckstöcken nach der Außerkurssetzung von Geldscheinen durchgeführte Drucke. Diese können für Sammler, Museen und Archive, aber auch zu Werbe- und Propagandazwecken, zum Beispiel anlässlich eines Bankjubiläums hergestellt werden. Sie sind oft kaum von den Originalen zu unterscheiden.


Beispiele

  • Australien: Noten der Bank of Newcastle aus der Mitte des 19. Jahrhunderts über 1 und 5 Pfund (Nachdrucke von 1963);

  • Costa Rica: Noten des Banco Anglo Costarricense vom Ende des 19. Jahrhunderts über 1, 5, 10 und 20 Colones (Nachdrucke von 1973);

  • Deutschland: Verschiedene Notgeldausgaben, von denen zeitgenössische Nachdrucke für Sammler hergestellt wurden (z. B. Ansbach: 50 Pfennig von 1918, Liebstadt in Ostpreußen: wahrscheinlich sind die meisten in Sammlungen vorkommenden Kleingeldscheine zeitgenössische Nachdrucke für Sammler).


Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden auch von deutschen Notgeldscheinen Nachdrucke

für Sammler angefertigt, teilweise mit noch vorhandenen Klischees (z. B. Scheine der Orte Lehesten, Lohr, Krempe und Wilster). Spätere Drucke von Scheinen, die in der Absicht ausgeführt wurden, Sammler zu täuschen, sind Fälschungen zum Schaden der Sammler.


Deutsches Reich, Preußen, Provinz Posen, Stadt Exin: Nachdruck eines Kleingeldscheins zu 25 Pfennig vom 1. November 1916, zu erkennen am Stempel mit Adler im Wappenschild, Druck einseitig. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte.
Deutsches Reich, Preußen, Provinz Posen, Stadt Exin: Nachdruck eines Kleingeldscheins zu 25 Pfennig vom 1. November 1916, zu erkennen am Stempel mit Adler im Wappenschild, Druck einseitig. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte.

Für moderne Nachdrucke werden heute durch Einsatz von Computer und Scanner keine Original-Druckplatten mehr benötigt. Wir kennen Nachdrucke von Banknoten verschiedener Länder (z. B. China, Gibraltar, Nordkorea, Polen, Tschechische Republik). Viele moderne Nachdrucke kommen aus China. Hier ist Vorsicht bei seltenen chinesischen Banknoten aus der Anfangszeit der Volksrepublik geboten.


Volksrepublik China, Volksbank, Nachdruck einer Banknote zu 50 Yuan von 1949 (CHN-829), Vorderseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte.
Volksrepublik China, Volksbank, Nachdruck einer Banknote zu 50 Yuan von 1949 (CHN-829), Vorderseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte.

Volksrepublik China, Volksbank, Nachdruck einer Banknote zu 50 Yuan von 1949 (CHN-829), Rückseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte.
Volksrepublik China, Volksbank, Nachdruck einer Banknote zu 50 Yuan von 1949 (CHN-829), Rückseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte.

Tschechoslowakei, Staatsbank, Offizieller moderner Nachdruck einer nicht ausgegebenen Banknote zu 1000 Kronen von 1951 (CSK-77), Vorderseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte.
Tschechoslowakei, Staatsbank, Offizieller moderner Nachdruck einer nicht ausgegebenen Banknote zu 1000 Kronen von 1951 (CSK-77), Vorderseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte.
Tschechoslowakei, Staatsbank, Offizieller moderner Nachdruck einer nicht ausgegebenen Banknote zu 1000 Kronen von 1951 (CSK-77), Rückseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte.
Tschechoslowakei, Staatsbank, Offizieller moderner Nachdruck einer nicht ausgegebenen Banknote zu 1000 Kronen von 1951 (CSK-77), Rückseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte.

Nachdrucke, auch solche, die nur zur Dokumentation von Geldscheinen und nicht mit Original-Druckstöcken hergestellt wurden, sollten in jedem Fall deutlich als solche gekennzeichnet werden, auch wenn im Einzelfall keine gesetzliche Vorschrift zum Schutz außer Kurs gesetzter Scheine bestehen.


Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

Abbildungen: Hartmut Fraunhoffer, www.banknoten.de

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