Wer war der Künstler? – Künstlermonogramme auf deutschen Banknoten ab 1871
- Oliver Herzberg
- vor 17 Stunden
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Wer sind die Künstler, die das deutsche Papier gestalteten? Häufig sind Ihre Namen nicht direkt ersichtlich. Nicht wie auf den französischen oder österreichischen Banknoten.
Auf diesen Banknoten durften sich, zumindest für eine gewisse Zeit, Graveur und der Künstler verewigen. In Deutschland, oder besser im Deutschen Reich sah es anders aus. Manchmal wurden die Namen der Künstler in Zeitungsartikeln erwähnt. In den Bekanntmachungen der ausgebenden Institute finden wir ebenfalls die Namen.
Hinweise auf den Geldscheinen kamen vor. Künstlermonogramme waren aber eher den Serienscheinen vorbehalten. Diese waren dem Sammlermarkt zugedacht und weniger für den Umlauf bestimmt. Der Künstler konnte durch seine Signatur oder sein Monogramm Werbung für sich betreiben und seinen Bekanntheitsgrad und Marktwert steigern. Die Zeiten waren schwer und der Markt hart umkämpft. Die Künstlerzeichen auf Notgeld wurden weniger kritisch gesehen. Den Künstler zu zwingen, sein Werk für nicht ganz gesetzestreue Mitbürger zu replizieren, war doch eher unwahrscheinlich und selbst wenn, der Schaden für die Allgemeinheit wäre überschaubar geblieben.
Für das deutsche Papiergeld, das im Werk von Herrn Hans-Ludwig Grabowski „Die deutschen Banknoten ab 1871“ katalogisiert ist, sind Künstlerzeichen seltene Ausnahmen. Dennoch sind sie auf wenigen Exemplaren aus dem Umlauf zu finden. Vier Fälle konnte ich bisher identifizieren. In einem fünften und sechsten Fall wird von einem versteckten Monogramm berichtet. Diese konnten sich bislang nicht bestätigen. Ich vermute, dass ich in beiden Fällen einer "Ente" aufgesessen bin.
Fall 1: Max Buchholz und die Notgeldscheine des Danziger Senats von 1923
Max Buchholz studierte an der Kunstgewerbeschule Berlin und an der Kunstschule Breslau. 1908 wurde er an die Danziger Handwerkerschule berufen und war dort mehr als 17 Jahre Oberlehrer der Kunstgewerbeabteilung.[1] Nach den acht von der Druckerei Julius Sauer 1920 überdruckten Reichspostausgaben mit der Germania entwarf Max Buchholz für Sauer ein Jahr später den ersten regulären Danziger Briefmarkensatz im Stil der Zeit mit dem Bildnis einer Kogge. Ein Kuriosum ist auf den Marken zu sehen: Die Segel blähen sich nach vorn, aber die Mastwimpel wehen rückwärts (siehe Abb. 1). Die Danziger spotteten: "Es weht oben ein anderer Wind als unten!"

Dann begann mit den ersten Flugpostmarken die eigentliche Ära von Max Buchholz. Insgesamt 37 seiner Entwürfe wurden bis 1938 von der Postdirektion verausgabt.[2]
Einige der Marken waren mit seinem Künstlermonogramm MB versehen, das er gut sichtbar auf den Briefmarken positionierte (siehe Abb. 2)

Max Buchholz entwarf den Großteil der Briefmarken für die Post der Freien Stadt Danzig sowie Schmucktelegramme und Postkarten mit berühmten Danzigern. Für den Senat der Stadt gestaltete er Ehrenpreise, Medaillen und Urkunden.[3]
Da in Danzig bis 1923 die deutsche Reichswährung galt, wurde Danzig auch nicht von der Inflation verschont. Der Senat ließ Notgeld drucken, das von Danziger Künstlern gestaltet wurde. Max Buchholz gehört zu diesen. Auf seinen Notgeld-Entwürfen brachte er ebenfalls sein Monogramm an, wenn auch nicht so gut sichtbar, wie auf den Briefmarken. Er versteckte die Signatur im Untergrundmuster der Geldscheine, sodass sie nicht so auffielen, aber dennoch zu finden waren. Deshalb kann man gesichert zwei der Notgeldscheine des Danziger Senats Max Buchholz zuschreiben: Den Geldschein zu 10.000 Mark vom 26. Juni 1923 (Grabowski DAN-23/ Ros. 799) und den zu 1.000.000 Mark vom 8. August 1923 (Grabowski DAN-26/ Ros. 802).
Auf dem 10.000-Mark-Schein hat Max Buchholz sein Monogramm am rechten Rand in der oberen Ecke der Vorderseite angebracht. Aufgrund des schraffierten Hintergrunds hebt sich die rundliche Signatur gut ab und ist deutlich zu erkennen. Die Rückseite trägt keine Signatur. Bei dem Geldschein zu einer Millionen Mark wurde das Monogramm wieder am rechten Rand der Vorderseite platziert. Diesmal rutscht die Signatur etwas nach unten in den unteren mittlere Teil auf Höhe des unteren Randes des Porträts. Auf der Rückseite ist keine Künstlersignatur zu finden.


Fall 2: Otto Hupp und die Banknoten der Bayerischen Notenbank von 1922 bis 1924
Otto Hupp, der sich schlicht als ,,Maler" bezeichnete, wird als einer der berühmtesten und bedeutendsten Heraldiker in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland gesehen. Er wurde am 21. Mai 1859 als vierter von fünf Söhnen des Graveurs und Medailleurs Karl Heinrich Hupp in Düsseldorf geboren. Hupp besuchte das Gymnasium bis zum ,,Einjährigen" und absolvierte, genauso wie seine Brüder, noch während der Schulzeit eine vierjährige Lehre bei seinem Vater. Da ihm der an der Düsseldorfer Akademie gelehrte spätromantisch-nazarenische Stil nicht behagte, wandte er sich nach kurzem Studium an der Düsseldorfer Kunstgewerbeschule 1878 nach München. Die Residenzstadt von Ludwig II. stand in diesen Jahren noch ganz unter dem Eindruck der großen Kunstgewerbeausstellung von 1876, bei der ganz im Gegensatz zur zeitgenössischen Ölmalerei, das Kunsthandwerk des 15 und 16. Jahrhunderts vorherrschte. Der Düsseldorfer fand schnell Zugang zu den Repräsentanten der von München ausgehenden „altdeutschen“ Bewegung wie die Architekten Thiersch und Gabriel Seidl, die Maler Lenbach und Fritz von Kaulbach, die Bildhauer Gedon und von Miller und die Verleger Hirth und Huttler. [4]
Bekannt wurde Otto Hupp durch seine heraldischen Arbeiten, aber auch als Schriftkünstler, Medailleur und Gebrauchsgrafiker machte er sich einen Namen. Das Logo der Spatenbrauerei gestaltete er 1884 im Alter von 25 Jahren (Abb. 5). Seine Arbeiten signierte er oft mit dem Kürzel „OH“ (Abb. 6).
Abb. 5: Logo der Spatenbrauerei in München von Otto Hupp.
Abb. 6: Wappen der Stadt Tolkemit, Werbemarke für Kaffee Hag von Otto Hupp; Namenskürzel „OH“ befindet sich links und rechts unten neben dem Wappen.
Abb. 7: Ex Libris des Historischen Museums der Pfalz in Speyer, Entwurf Otto Hupp; das Namenskürzel „OH“ befindet sich am unteren Rand.
Abb. 8: Titelblatt des Münchener Kalenders von 1899; das Namenskürzel „OH“ befindet sich zentral am unteren Rand oberhalb der Schrift.
Mit dem Ende des Kaiserreichs und damit verbunden des Königreichs Bayern wurden neue Staatssymbol für die Republik benötigt. Otto Hupp war 1918 von der Regierung unter Kurt Eisner mit dem Entwurf eines neuen Wappens beauftragt worden. Doch die Verhandlungen darüber zogen sich hin. Erst 1923 wurde das Wappen vom Parlament angenommen (Abb. 9). Auch zum neuen Reichsadler lieferte er 1919 Entwürfe, die jedoch nicht umgesetzt wurden (Abb. 10).
Abb. 9: Großes Wappen des Freistaats Bayern 1923-1936 von Otto Hupp.
Abb. 10: Entwurf des Reichsadlers des Deutschen Reichs von Otto Hupp von 1919.
Die Bayerische Notenbank beauftragte den Künstler, der das neue Staatswappen entwerfen sollte und schon Dienstmarken für das Königreich Bayern geschaffen hatte, eine neue
100-Mark Banknote zu gestalten. Der Entwurf galt als gelungen und weitere Aufträge folgten.
Von den insgesamt 16 Ausgaben der Bayerischen Notenbank während der Zeit vom 1. Januar 1922 bis 11. Oktober 1924 zeigen acht Scheine die typische ,,Handschrift" Otto Hupps.
Sie sind mit den Initialen ,,OH", die sich an verschiedenen Positionen auf den Banknoten finden, gekennzeichnet (Abb. 11 bis 17).







Fall 3: Lucian Bernhard und der Trauerschein von 1918
Lucian Bernhard gilt als einer der großen Meister der Plakatkunst und als Schöpfer des Sachplakats, das mit dem Produkt und Markennamen, künstlerisch gestaltet, auskommt.
Er studierte nach der Schule an der Münchner Kunstakademie, bevor er 1901 nach Berlin übersiedelte. Dort arbeitete er bei Ernst Growold für die Plakatdruckerei Hollerbaum & Schmidt und schuf viele Plakatentwürfe für namhafte Firmen wie Pelikan, Manoli, Kaffee Hag, Bosch oder Faber-Castell. Während des Ersten Weltkriegs wurde er in die Kriegspropaganda einbezogen. Er entwarf Kriegsplakate und Werbung für die Kriegsanleihen. Die ersten Werbekampagnen waren so erfolgreich, dass jede neue Kriegsanleihe von Plakaten und Zeitungsannoncen begleitet wurden.
Abb. 18: Werbeplakat (1917) von Lucian Bernhard zur Kriegsanleihe.
Abb. 19: Werbeplakat (1918) von Lucian Bernhard zur siebten Kriegsanleihe.

Durch diese Plakate war Lucian Bernhard den Verantwortlichen der Reichsbank bekannt geworden. Als sich Ende 1918 abzeichnete, dass Zahlungsmittel, und besonders Banknoten zu fünfzig Mark, in nicht genügender Menge im bisherigen Verfahren herzustellen waren und sie drohten, knapp zu werden, entschloss das Reichsbankdirektorium, eine Hilfsbanknote zu fünfzig Mark herauszugeben. Diese Reichsbanknote wurde im einfachen Buchdruck gedruckt, der deutlich ergiebiger als der Kupferdruck war. Die Reichsbanknote wurde von Lucian Bernhard entworfen. Es heißt, er habe die Banknote innerhalb einer Nacht geschaffen. Die Banknote war rein graphisch gestaltet und enthielt, wie sonst für die Reichsbanknoten gefordert, keine figürlichen Darstellungen.
Die Vorderseite der Reichsbanknote wurde im Reichsanzeiger wie folgt beschrieben:
Die neue Reichsbanknote ist auf einem Papier hergestellt, welches ein natürliches Wasserzeichen enthält. Die Größe beträgt 10 ¼ :13 ¼ cm. Die Vorderseite gliedert sich in zwei deutlich geschiedene Teile, einen Hauptteil rechts und einen Nebenteil links. Beide Teile tragen einen erdbraunen Unterdruck, welcher im Hauptteil die ganze Fläche einnimmt und einen Reichsadler enthält, in dem linksfertigen Anhang dagegen nicht die ganze Fläche bedeckt, sondern durch eine bewegt verlaufende Linie abgeschlossen ist.
Der Hauptteil wird nahezu quadratisch von drei Linien, einer starken und zwei schwächeren, umgrenzt, innerhalb deren der Text angeordnet ist. Rand und Text sind in braunschwarzer Farbe gedruckt.

Aufgrund der schwarzen Umrahmung auf der Vorderseite erhielt die Banknote Spitznamen wie „Trauerschein“ oder „Todesanzeige“.
Die Beschreibung der Rückseite fällt im Reichsanzeiger kürzer aus und beschränkt sich auf die Aufteilung. Die Ornamentik und Guillochierung scheint nebensächlich:
Die Rückseite besteht aus einem in brauner Farbe hergestellten Druck. Die Zeichnung ist dreiteilig. Das rechte und linke Seitenfeld bilden gleichmäßig gestellte Figuren, die aus fein verschlungenen Linienzügen gebildet sind. Das Mittelfeld ist aus einer vollen Tonfläche gebildet, aus welcher weiß in braunem Grunde in der Mitte eine große 50, darüber und darunter Federzüge ausgespart sind.

Die erwähnten Federzüge ober- und unterhalb der großen Wertzahl 50 sind identisch in der Form. Der obere steht auf dem Kopf und zeigt das gleiche Muster, sobald die Banknote um 180° gedreht wird. Der untere Teil des Federzugs besteht aus einer ovalen Schleife, die einen Schnörkel umschließt, der einem Schriftzug gleicht. Betrachtet man dieses Muster genauer (Abb. 23) , erkennt man, dass es sich um die in Sütterlinschrift geschriebenen Kleinbuchstaben "bhd" handelt.
Abb. 23: Ausschnitt aus der Rückseite der Reichsbanknote zu 50 Mark vom 20. Oktober 1918 mit der Wertzahl und dem unteren Federzugs.
Abb. 24: Das Kürzel bhd in Sütterlinschreibschrift.
Abb. 25: Signatur Lucian Bernhard mit dem vollen Namenszug.

Lucian Bernhard, der die Banknote entworfen hatte, nutzte unterschiedliche Signaturen.
Am häufigsten finden wir den Nachnamen „Bernhard“ zweigeteilt in einen oberen Teil „BERN“ und einen unteren mit der gleichen Größe „HARD“ (siehe Abb. 25).
Neben dieser Signatur mit dem vollen Namen verwendete Lucian Bernhard das Namenskürzel „BHD“in unterschiedlichen Schreibweisen, darunter auch als Kleinbuchstaben in Sütterlin, wie wir sie auf der Reichsbanknote zu 50 Mark vom 20. Oktober 1918 sehen können. Die Signatur auf der Banknote ist recht deutlich zu sehen und dennoch in den Ornamenten versteckt oder besser noch eingearbeitet.
Fall 4: Heinz Keune und die Darlehenskassenscheine von 1920
Heinrich Heinz Keune wuchs in Hannover auf und durchlief zunächst eine Lehre als Dekorationsmaler und anschließend eine Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Hannover. Als Reklamezeichner wurde Keune zunächst an seinem Geburtsort sowie in Leipzig tätig. Dort entwickelte er ab dem Anfang des 20. Jahrhunderts insbesondere für die Leipziger Schriftgießerei Schelter & Giesecke verschiedene, vom Jugendstil beeinflusste typographische Schriften. Ab 1903 wirkt Keune zudem als freiberuflicher Grafiker auch in Weimar und Berlin. Von 1908 bis 1910 durchlief er zudem eine weitere Ausbildung an der Leipziger Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe, um 1911 wieder in seine Heimatstadt zurückzukehren. 1914 übersiedelte Heinz Keune nach Berlin, wo er 1915 als Lehrer an der damaligen Königlichen Kunstschule tätig wurde. Von 1918 bis 1920 arbeitete er als Lehrer für künstlerische Schrift an der Akademischen Hochschule für bildende Künste in Berlin-Charlottenburg, um 1920 als Lehrer an die Kunstgewerbe- und Handwerkerschule, Berlin zu wechseln.[5]
Neben künstlerischen Schriften entwarf Heinz Keune Plakate und Reklamematerial.
Seine bekanntesten Werke wurden seine Künstler-Kriegspostkarten, die er für die Druckerei J.C. König & Eberhardt in Hannover gestaltete, wie die Künstler-Kriegspostkarte Nummer 1 „Orient’s Erwachen“ (Abb. 27) oder die Nummer 2 „Ich kenne keine Parteien mehr“ mit dem Bild Kaiser Wilhelms II. (Abb. 28). Auf beiden abgebildeten Kriegspostkarten finden wir Keunes Signatur in Form einer Kartusche mit seinem Namen. Häufig beschränkte er sich auf ein künstlerisch gestaltetes K, das er aus einem in einem Kreis liegenden T bildete (Abb. 29).


Abb. 29: Künstlerzeichen Heinz Keunes, wie es auf vielen seiner Arbeiten zu finden ist.
Abb. 30: Plakat „S.M.S. Hohenzollern“ mit Keunes Künstlerzeichen in der rechten unteren Ecke.
Bislang war kaum bekannt, dass Heinz Keune im Auftrag der Reichsschuldenverwaltung auch Papiergeld gestaltete. So stammen die Entwürfe der Darlehenskassenscheine zu einer und zwei Mark mit dem Datum vom 1. März 1920 aus seiner Feder. Obwohl die Quellen nur wenig Informationen hergeben, war der Künstler freundlich genug, sein Werk zu signieren.
Das Künstlerzeichen, das er für viele seiner grafischen Arbeiten nutzte, befindet sich auf der Rückseite des Scheins in der Mitte unten, zwischen dem Text „Eine“ und „Mark“ bzw. bei dem 2-Mark-Schein in den Ornamenten unterhalb des Textfeldes auf der Rückseite, versteckt zwischen den Ornamenten.




Fall 5: Paul Eduard Waldraff, Fünf Mark von 1904 und 100 Mark von 1910
Zu Paul Eduard Waldraff kann man in Wikipedia erfahren, dass er in Stuttgart studierte und anschließend bei der Reichsdruckerei in Berlin angestellt war. Berühmt wurde sein „Germania“, die er in dieser Zeit gestaltete und die bis 1922 die deutschen Briefmarken zierte. Er entwarf angeblich in seiner Zeit bei der Reichsdruckerei auch die Banknoten
zu 5 und 100 Mark, in deren Grundmuster seine Initialen „PW“ versteckt seien.[6]
Obwohl ich die Scheine ausgiebig betrachtet habe, konnte ich selbst bei zehnfacher Vergrößerung die beiden zusammenhängenden Buchstaben nicht erkennen. Wenn man will, kann man vielleicht in einige der Ornamente oder Linien Buchstaben hinein interpretieren, dazu bedürfte es aber einiger Fantasie. Zudem war Paul Waldraff nicht der führende Künstler, der für diese Geldscheine zeichnete.
Der Reichskassenschein zu 5 Mark, der mit dem Datum vom 31. Oktober 1904 ausgegeben wurde, stammt aus der Hand des Kunstmalers Alexander Zick. Bei den Vorarbeiten zu diesem Geldschein wurde zwar Paul Waldraff beauftragt, eine alternative Rückseite zu gestalten, doch wurde letztendlich auf einen zweiten Rückseitenentwurf Alexander Zicks zurückgegriffen.[7] Ob Paul Waldraff später überhaupt noch in den Entstehungsprozess involviert war, ist nicht bekannt.
Zu der Reichsbanknote über 100 Mark ist zu sagen, dass das Reichsbankdirektorium
am 28. Juni 1900 3000 Mark Honorar für drei Künstler zur Verfügung stellte, die eine neue 100-Mark-Reichsbanknote entwerfen sollten. Unter diesen Künstlern befand sich nicht
Paul Waldraff. Die Künstler, die am 11. Juli 1900 aufgefordert wurden, waren Professor Arthur Kampf, der Kunstmaler Hans Koberstein und der Regierungsbaumeister Hugo Hartung.
Die vorgelegten Vorschläge dieser drei Künstler wurden vom Reichsbankdirektorium abgelehnt. Stattdessen griff man auf einen Entwurf zu einem Reichskassenschein zu 50 Mark von 1894 zurück, der von Professor Friedrich Wanderer gestaltet wurde. Die Reichsbank kaufte den Entwurf und ließ ihn von Professor Wanderer überarbeiten, bevor die neue Reichsbanknote zu 100 Mark ab 1911 in den Umlauf gegeben wurde, die auch als „Langer Hunderter“ oder "Flottenhunderter" bekannt ist.[8] Paul Waldraff war an den Arbeiten nicht beteiligt und insofern scheint es unwahrscheinlich, dass sein Monogramm in die fertigen Geldscheine "eingeschmuggelt" wurde.
Oliver Herzberg
Anmerkungen
https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Buchholz_(Grafiker) abgerufen am 30.01.2026
https://www.danzig.org/en/wp-gallery/?cat_id=619&gallery-img-id=10347 abgerufen am 30.01.2026
https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Buchholz_(Grafiker) abgerufen am 30.01.2026
Otto Bürger, Die Die Entwürfe der Banknoten der Bayerischen Notenbank von Professor Otto Hupp, Der Geldschein, Berlin 1976, Heft 1 Jahrgang 2 S. 3-6
https://de.wikipedia.org/wiki/Heinz_Keune abgerufen am 07.02.2026
https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Waldraff abgerufen am 30.01.2026
https://www.geldscheine-online.com/post/der-k%C3%BCnstler-arthur-kampf-und-seine-entw%C3%BCrfe-auf-dem-gebiet-des-deutschen-papiergelds abgerufen am 30.01.2026
Entstehung der neuen Reichsbanknote zu 100 Mark, BArch R4701/ 11266 Bl 308-309





























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