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  • Lexikon: Druckverfahren, Druckarten

    Der ständige Kampf der Hersteller von Geldscheinen gegen die Fälscher führte zur Ausnutzung aller zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten. Von den drei großen Gruppen der verschiedenen Druckverfahren wurde vor allem der Hochdruck, dann aber auch der Tiefdruck für die Herstellung von Papiergeld herangezogen, während der Flachdruck (Offsetdruck) lange Zeit gemieden und erst viele später von Banknotenherstellern berücksichtigt wurde. Die verschiedenen Methoden und Techniken mit ihren Vor- und Nachteilen wechselten sehr oft im Laufe der über tausendjährigen Geschichte des Papiergelds. Der in der frühen Zeit einzig bekannte Hochdruck (Holzschnitte) musste im 19. Jahrhundert zeitweilig dem exakteren Tiefdruck Platz machen, ohne aber je ganz das Feld räumen zu müssen, da er den Vorteil der schnelleren Herstellung und der geringeren Kosten hatte. GL-275: Deutscher Bund, Königreich Preußen, Haupt-Verwaltung der Staats-Schulden, Cassen-Anweisung über 1 Thaler Courant vom 2. Januar 1835, Vorder- und Rückseite, Sammlung Beerenwinkel. In dem von der Reichsdruckerei 1901 herausgegebenen Buch "Das Deutsche Staatspapiergeld" wird ausführlich über die Technik der in kombiniertem Buch- und Tiefdruck hergestellten preußischen Noten von 1835 zu 1, 5, 50, 100 und 500 Thaler berichtet: Die Zeichnungen waren unter der Leitung des Ober-Baudirektors Schinkel entworfen worden. Die Verzierungen für die Vorderseiten wurden von dem Holzschneidekünstler Unzelmann und dem Graveur und akademischen Künstler Thieme in Holz geschnitten und in der Königlichen Münze in Kupfer abgesenkt. Die Gravierung der Ur-Stahlplatten für die 5 Rückseiten haben die 7 Kupferstecher Wolff, Mandel, Finke, Steger, Lüderitz und Dörbeck besorgt. Die siderographische Herstellung (Verfahren, den Stahl zu härten und die darauf hochgestellte Zeichnung unter starkem Druck auf Platten von weichem Stahl abzuwalzen) der Druckplatten zu den Kehrseiten geschah alsdann unter der Leitung des Fabriken-Commissionsraths Wedding im Königlichen Gewerbeinstitut. Der Druck fand unter Aufsicht von Beamten auf 12 neu beschafften Hummelschen Kupferdruck- und 7 aus England bezogenen Columbia-Buchdruckpressen durch den Buchdruckereibesitzer Eduard Haenel in Magdeburg statt, welcher sowohl für den Buchdruck der Vorder- als auch für den Kupferdruck der Bildseite erheblich billigere Forderungen gestellt hatte als die Anfangs in Betracht gezogenen Berliner Drucker. Die Herstellung nahm einen Zeitraum von fast drei Jahren in Anspruch. Bei ihr sind, abgesehen von den mit der Leitung und Beaufsichtigung betrauten Beamten der Hauptverwaltung, nicht weniger als 249 Personen tätig gewesen. BRD-21a: Note der Deutschen Bundesbank zu 50 DM vom 1. Juni 1977, Vorder- und Rückseite, Sammlung Grabowski. Da im 20. Jahrhundert das Papiergeld als Zahlungsmittel immer mehr an Bedeutung gewann, wurde die schnelle Herstellung von Geldscheinen eine immer dringendere Forderung. So wurden auch der für sehr hohe Auflagen besonders geeignete, jedoch lange vom Wertpapierdruck ausgesperrte Offsetdruck und der indirekte Hochdruck immer mehr berücksichtigt. Beispielsweise waren die Noten der Deutschen Bundesbank in einer Kombination von Linientiefdruck als Hauptdruck und indirektem Hochdruck als Untergrunddruck hergestellt worden. Auch die Schweizer Banknoten der Ausgabe 1976 wurden in zwei Druckverfahren, im Tief- und Offsetdruck, hergestellt. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

  • Lexikon: Druckproben

    Bei der Herstellung von Geldscheinen wurden und werden vielfach zur Kontrolle der ordnungsgemäßen Funktion der Druckmaschinen, der richtigen Farbtöne und aus anderen technischen Gründen Druckproben angefertigt, die oft von den später gedruckten Originalen abweichen. Druckproben von Banknoten und Staatspapiergeld kommen selten vor, da sie meist vernichtet wurden. Deutsches Reich, Deutsche Reichsbank: einseitige Druckprobe der Vorderseite zu 100 Mark vom 21. April 1910 mit Überdruck "Musterabdruck – Wertlos" und Perforation "DRUCKPROBE", Vorder- und Rückseite. Von Notgeldscheinen (vor allem vom deutschen und österreichischen Notgeld) kommen Druckproben häufiger vor, die oft von der Makulatur nicht zu unterscheiden sind. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski

  • Aus privaten Sammlungen: Darlehnskassenschein für das Gebiet "Ober Ost" von 1916

    Objekttyp: Kassenschein (Besatzungsausgabe) Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Historischer Kontext: Das vom Generalstab des Oberbefehlshabers Ost mit Kurland (historischer Teil Lettlands), einigen damals litauischen und heute polnischen Distrikten sowie den westlichen Distrikten Weißrusslands verwaltete deutsche Besatzungsgebiet an der Ostfront im Ersten Weltkrieg wurde auch „Ober Ost“ (Land Ober Ost oder Ob. Ost) genannt. Es war mit einer Fläche von rund 108.800 qkm etwa so groß wie die ehemalige DDR. Die Versorgung dieses Gebiets mit Zahlungsmitteln erfolgte durch die Ostbank für Handel und Gewerbe. Sie gab ab 1916 durch ihre Darlehnskasse Ost im deutschen Posen Darlehnskassenscheine in Rubel-Währung aus, ab 1918 dann durch die Darlehnskasse Ost im litauischen Kowno (Kauen/Kaunas) auch solche in Mark-Währung. Der Umrechnungskurs Rubel zu Mark stand konstant im Verhältnis 2:1. Nach Gründung der baltischen Republiken im Jahre 1918 schufen sich Estland und Lettland 1919 eigene Währungen, während Litauen die Scheine der Darlehnskasse Ost am 26. Februar 1919 zu gesetzlichen Zahlungsmitteln erklärte und noch bis zur Einführung der Litas- Währung am 9. August 1922 im Umlauf behielt. Land/Region/Ort: Russland, Ober Ost, deutsch besetztes Gebiet im Ersten Weltkrieg Emittent: Ostbank für Handel und Gewerbe, Darlehnskasse Ost, Posen Nominal: 100 Rubel Datum: 17. April 1916 Vorderseite: Links weibliches Kopfbildnis mit Lorbeerkranz, rechts Kopfbildnis eines bärtigen Mannes mit Helm, Mitte Wertzahl im Früchtekranz, links und rechts unten Ornamente mit Früchten. Rückseite: Links Merkur- und rechts Frauenkopf in Ornamenten. Wasserzeichen: Kreuzblumenmuster Unterschriften: Michalowsky, Hamburger, Kauffmann Format: 170 mm x 110 mm Druck: Giesecke & Devrient, Leipzig Material: Papier Nummerierung: 1020744 Authentizität: Original Zitate: • EWK-39b (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) • 437b (Pick/Rixen: Papiergel-Spezialkatalog Deutschland) • 463b (Rosenberg/Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) • R126 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. I – Specialized Issues) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Leserpost: Zwei Besonderheiten!

    Heute möchte ich Ihnen zwei "Besonderheiten" senden, zu denen ich auf Ihren Kommentar gespannt bin. 1. Erfurt 10 Pfennig von B. Heinze: hier wurde der Wert händisch von 1 auf 10 Pfennig geändert. Sieht für mich authentisch aus, obwohl natürlich jeder diese Änderung hätte vornehmen können. 2. Netzschkau 5 Pfennig: hier ist die "6" der Kontrollnummer 60000 auffällig, da fetter und größer. Besten Dank vorab für Ihre Einschätzung der Scheine und herzliche Grüße Th. Neldner Antwort der Redaktion Bei beiden Ausgaben handelt es sich um sog. Kleingeldscheine (Verkehrsausgaben). 1. Erfurt B. Heinze (nach zeitgenössischem Einwohnerbuch wahrscheinlich die Postschaffnerswitwe Berta Heinze) führte privat die Post-Kantine der Reichspost in Erfurt. Die damalige Posthalterei befand sich am Anger 9, auch heute noch ein beeindruckendes Gebäude. Hergestellt wurden Scheine auf farbigem Karton zu 1, 5 und 10 Pfennig ohne Datum, wobei die 1-Pfennig-Scheine bislang nicht belegt sind und ausschließlich in der handschriftlich abgeänderten Version zu 10 Pfennig vorkamen. Ich gehe davon aus, dass es sich bei Ihrem Schein um ein authentisches Stück handelt, das aufgrund der Klebereste auf der Rückseite aus einem alten Album stammt. 2. Netzschkau Der vorliegende 5-Pfennig-Schein gehört zur letzten Kleingeldausgabe der Stadtgemeinde Netzschkau in Sachsen ohne Datierung (wohl 1921). Normal sind natürlich alle fünf Ziffern der Kontrollnummer gleich groß. Sollte sich hier also jemand die Mühe gemacht haben die erste Ziffer (Null) eines Musterscheins unter dem Überdruck einer größeren Ziffer verschwinden zu lassen, um den Schein "gültig" zu machen? Hätten die 5 Pfennig Nennwert 1921 wirklich so einen Aufwand gelohnt? Oder handelt es sich um einen Fehler beim Nummerieren, der durch den Überdruck der größeren Ziffer "6" behoben werden sollte? Leider liegt mir der Schein nicht vor, so dass eine Begutachtung, was genau mit ihm geschehen sein könnte, schwierig ist. Bitte schauen sie sich die erste Stelle der Kontrollnummer genau an. Mir scheint, als ob die erste Stelle manipuliert wurde. Hans-Ludwig Grabowski

  • Polnische Geldscheine – Begrenztes Sammelgebiet: nicht ausgegebene Scheine

    Um es vorweg zu nehmen: In Polen wurde Papiergeld schon immer sehr gern gesammelt, die meisten Münzensammler betrachteten Kollektionen ohne Papiergeld als ein Torso. Es gibt dazu eine ganze Reihe von „reinen Papiergeldsammlern“, die wenig Interesse an den vielen Silber- und Goldmünzen ab etwa 1966 haben. Eigentlich kaum zu glauben ist, dass die seit 2006 ausgegebenen Gedenkbanknoten der polnischen Nationalbank (Narodowy Bank Polski, NBP) heute bedeutend höhere Auflagen aufweisen als vergleichbare 10-Zloty-Münzen. Im letzten Jahr wurden 80.000 Scheine auf Lech Kaczynski ausgegeben. Bei den 10-Zloty-Münzen hingegen gab die NBP immer „bis zu…“ 10.000 Stück an. Wie weit dieses Prägelimit tatsächlich ausgeschöpft wurde, ist nicht bekannt. Verschiedene Musterscheine Es gab schon viele Musterbanknoten, die später in den Handel kamen. Sie wurden meist mit SPECIMEN oder Aufdruck: Ohne Wert – Muster (WZÓR) versehen. Relativ viel davon kam seit ca. 1918 in Sammlerhand. Die NBP selbst wiederum versorgte andere Banken im In- und Ausland mit Musternoten. Einige wurden aber auch an Sammler verkauft. Es gibt allerdings immer wieder Neuentdeckungen, so die vorgestellte 20-Zloty-Note vom 2. Januar 1965. Hier ist kein Aufdruck MUSTER oder Ähnliches vorhanden, aber eine Seriennummer 1204395 mit Buchstaben KH. Abgebildet ist ein nach Links blickender Mann. Die Rückseite zeigt das Wappen von Poznan (Posen) und Häuser des Posener Marktes (rynek). Polen, 20 Zloty 1965 „Banknote - Poznan“ Interessant ist, dass die Bezeichnungen „Prezes“ und „Hauptkassierer“ aufgedruckt sind, aber deren Namenszüge fehlen. Das lässt die Deutung zu, dass es sich hier um eine Musterbanknote handelt. Allerdings sind bei solchen eher mehrere Nullen oder 123456789 oder andere Zahlenfolgen üblich. Es wurde bekannt, dass der uns als Katalogautor bekannte Ceslaw Kaminski, der selbst bei der NBP arbeitete, sich für die Abgabe von einigen Serien an Musterscheinen für polnische Numismatiker einsetzte und diese nicht der Vernichtung zugeführt wurden. Um 1965 hatte Polen noch immer die alten Geldscheine von 10 bzw. 20 Zloty bis 100 und 500 Zloty von 1948, die im Rahmen der Währungsreform Ende 1950 in den Umlauf kamen. Sie hatten deutliche Ähnlichkeit zu den Vorkriegsausgaben vieler Länder und Polens. Man arbeitete damals intensiv an der Ausgabe von neuen Scheinen ohne den klassischen Rand und wollte auch modernere Bildgestaltungen wagen. Stolz war man, dann 1965 endlich einen 1000-Zloty-Schein mit Datum 29. Oktober 1965 präsentieren zu können, bei dem der inThorn geborene Astronom Nikolaus Kopernikus im Mittelpunk stand. Dieser Geldschein sah „westlich“ aus und hatte bezogen auf polnische Verhältnisse einen recht hohen Wert. Der Kurs zur "Ostmark" lag bei etwa 5:1. , also hatte er den Gegenwert von 200 Mark der DDR. Eine junge Fachverkäuferin verdiente damals gerade einmal 1000 Zloty im Monat und viele Polen sahen in dieser neuen Nominalstufe schon das Zeichen einer schleichenden und realen Inflation. Offene Fragen Was den hier vorgestellten Schein zu 20 Zloty angeht, so wird dieser in der 18. Herbstauktion des Gabinet Numizmatyczny, D. Marciniak ab 8.10.2022 in Warschau verkauft. Dem Inhaber der Firma sind andere Nominalstufen aus dieser Zeit bekannt, teilweise mehrere in unterschiedlichen Farben bei einzelnen Wertstufen. Laut Auktionshaus soll es nur maximal 20 Stück geben. Es wird wohl nicht mehr zu klären sein, ob einige dieser Scheine schon in größeren Mengen gedruckt, nicht ausgegeben und später vernichtet wurden. Bekanntlich hatten viele Emissionsbanken in der Welt Reservescheine, die sicherheitshalber auf Vorrat gehalten wurden. Wolfgang J. Mehlhausen

  • Spanische Geldscheine 1931–1939, Teil 2.2 – Santander

    Die offiziellen Geldausgaben der republikanischen Nordprovinzen: Santander Die Emissionen der Banco de España – Santander Die Provinz Kantabrien mit der Hauptstadt Santander blieb nach dem Putsch ebenso wie der nördliche Teil der Provinzen Palencia und Burgos unter republikanischer Kontrolle, während Kastilien die Rebellen unterstützte. Da Francos Truppen zunächst die eingeschlossene Garnison in Oviedo befreiten, geriet Santander einschließlich der südlichen Zone der kantabrischen Bergkette nicht sofort unter militärischen Druck der aufständischen Verbände. In Santander bildete sich ein Volksfront-Komitee, das mit Mitgliedern der CNT erweitert,1) die politische Kontrolle vom Juli bis zur Errichtung des Interprovinzialrates von Santander, Palencia und Burgos ausübte. Der Rat bestand vom 8. Februar 1937 bis zu seiner Auflösung im August nach der Besetzung der Region durch die Franco-Truppen unter Dávila. Er umfasste Kantabrien sowie die freien Gebiete von Palencia und Burgos. Da sich auch in Kantabrien ein Mangel an Münzen und Banknoten bemerkbar machte, bat die Filiale der Banco de España in Santander am 30. September 1936 die Zentrale in Madrid um Erlaubnis, Notgeld ausgegeben zu dürfen. Die Genehmigung wurde am 17. Oktober erteilt. Am 31. des Monats verfügte die Generaldirektion der Finanzen an, Ersatzgeld im Gesamtwert von 20.340.000 Peseten auszugeben. Wie in Bilbao, sollten Banken und Sparkassen die Emission übernehmen. Die ausgegebenen Beträge wurden einem speziellen Konto der Banco de España belastet und mit 4 % verzinst. Daneben schuldete die Notenbankzentrale auch ein Drittel der Emissionskosten, während mit zwei Drittel der Kosten die Zweigstelle in Santander belastet wurde. Mit Datum vom 1. November 1936 wurden Banknoten zu 5, 10, 25, 50 und 100 Peseten ausgegeben. Sie sollten eigentlich nach einem Monat durch die Zweigstelle der Banco de España wieder eingelöst werden. Aufgrund des Kriegsverlaufs verlängerte am 1. Dezember 1937 die Generalleitung von Santander, Palencia und Burgos aber die Umlauffrist. Abb. 1.1: Banco de España – Santander (Banco de Bilbao), 1. November 1936, 5 Pesetas, Vorderseite. Abb. 1.2: Banco de España – Santander, 1. November 1936, 5 Pesetas, Rückseite. Abb. 2.1: Banco de España – Santander (Banco Mercantil), 1. November 1936, 10 Pesetas, Vorderseite. Abb. 2.2: Banco de España – Santander, 1. November 1936, 10 Pesetas, Rückseite. Abb. 3: Banco de España – Santander (Banco de Española de Crédito,), 1. November 1936, 50 Pesetas, Vorderseite. Abb. 4.1: Banco de España – Santander (Banco Hispanola Americano), 1. November 1936, 50 Pesetas, Vorderseite. Abb. 4.2: Banco de España – Santander, 1. November 1936, 50 Pesetas, Rückseite. Abb. 5.1: Banco de España – Santander (Banco de Santander), 1. November 1936, 100 Pesetas, Vorderseite. Abb. 5.2: Banco de España – Santander, 1. November 1936, 100 Pesetas, Rückseite. Auch diese Geldscheine wurden mit doppeltem Talon gedruckt. Der linke war durch Perforation abzutrennen, während der rechte mit der Schere geschnitten wurde. Die Vorderseiten aller Nominale sind gleich gestaltet. Groß überschrieben mit „EL BANCO DE ESPAÑA“, darunter kleiner „SANTANDER“, in den vier Ecken jeweils die Wertzahl. In der linken unteren Ecke schräg die zweizeilige Bestätigung der Notenbank „TIENE FONDOS / BANCO DE ESPAÑA“ und gedruckte Unterschrift. Während die Schrift schwarz ist, wählte man für Wertzahl und Unterdruck ein graugrünes Endlosband in Microschrift mit „BANCO DE ESPAÑA“. Die sechsstellige rote Kennziffer befindet sich mittig am unteren Scheinrand. Das Format der Scheine nimmt mit steigendem Wert zu. Auf den Rückseiten werden die Wappen Spaniens und der Provinzen in unterschiedlicher Anordnung in dunkelbraunem Farbton dargestellt. Der Wahlspruch „IGUALDAD FRATERNIDAD Y JUSTICIA“ (Gleichheit, Verbrüderung und Gerechtigkeit) steht jeweils am unteren Rand. Der Schein zu 50 Pesetas weicht dahingehend ab, dass neben einem Frauenkopf auch die Stadt-Silhouette und das Gebäude der Filiale der Banco de España in Santander wiedergegeben wird. Zur Gültigkeit der Noten waren noch der Stempel der ausgebenden Bank und die handschriftliche Unterschrift auf der rechten Scheinseite unter dem Stempel notwendig. Hierbei benutzten die Banken Stempel mit unterschiedlichen Texten: Banco de Bilbao: „Banco de Bilbao-Santander Por Poder“, Banco Español de Crédito: „Banco Español de Crédito Sucursal de Santander“, Banco Hispano-Americano: „Banco Hispano-Americano Por Poder“, Banco Mercantil: „Banco Mercantil Por Poder“, Caja de Ahorros y Monte de Piedad: „Por el Monte de Piedad“, Banco de Santander: Sie tragen einen runden Trockenstempel oder ein ovales Siegel mit „Banco de Santander P.P.“, „Banco de Santander Subdirector“, „Banco de Santander consejero Delegado“ oder „Banco de Santander Director Gerente“. Daneben wurden die Scheine mit einem weiteren Tinten- bzw. Trocken-Stempel versehen. Allerdings ist dabei nur ein Teil des Abdrucks auf der linken Scheinseite sichtbar. Der Rest dürfte sich auf dem abgetrennten Talon befinden. Die Note zu 5 Peseten hat die Maße 90 x 54 mm, zu 10 Pesetas 99 x 59 mm, zu 25 Pesetas 117 x 70 mm, zu 50 Pesetas 130 x 77 mm und zu 100 Pesetas 138 x 81 mm. Die Banken waren nicht gleichmäßig an der Ausgabe beteiligt. Es entfielen auf:2) Banco Mercantil 7.670.500 Pesetas Banco de Santander 5.811.000 Pesetas Banco Hispano-Americano 2.465.000 Pesetas Caja de Ahorros y Monte de Piedad 1.634.400 Pesetas Banco de Bilbao 1.558.500 Pesetas Banco Español de Crédito 1.189.500 Pesetas Gesamt: 20.340.000 Pesetas Das Papiergeld wird im Handel meist in schlechter Erhaltung angeboten, da es für den Umlauf wenig geeignet war. Selbst für Noten in mäßiger Erhaltung werden hohe Preise verlangt. Unzirkulierte Exemplare sind Raritäten. In der Sammlung der Banco de España befindet sich auch ein Probedruck der Vorder- und Rückseite einer Note, die ebenfalls mit 1. November 1936 datiert ist. Auf der Vorderseite wird das Brustbild des zweiten und letzten Präsidenten der Spanischen Republik, Manuel Azaña y Díaz (1880 – 1940), abgebildet. Im unteren Bereich in der Mitte das spanische Wappen mit der Mauerkrone. Am Rand klein „Demetrio Díaz Recorder“. Hierbei dürfte es sich um den Betreiber der Druckerei „Viuda de Francisco Fons“ in Santander handeln. Auf der Rückseite das Wappen von Santander und die große Überschrift BANCO DE ESPAÑA.3) Am 14. August 1937 griffen die Franquisten Santander von Süden und Südwesten an. Zwölf Tage später marschierten sie in die Stadt ein. Natürlich wurden die Banknoten von den Eroberern nicht anerkannt. Die Regierung floh nach Barcelona. Auch ihr erlaubte die Generalitat de Catalunya Zahlungen mit Santander-Noten vorzunehmen. Diese Scheine wurden mit einem violetten, 39 mm großer Stempel mit der Umschrift „DELEGACÓN DE INDUSTRIA Y COMERCIO DE SANTANDER EN BARCELONA“ und dem republikanischen spanischen Wappen versehen. Abb. 6: Stempel: „DELEGACÓN DE INDUSTRIA Y COMERCIO DE SANTANDER EN BARCELONA“. Auch in Kantabrien wurden 1937 zwei Kupfer-Nickel-Münzen ausgegeben. Die Münze zu 50 Céntimos in einer Auflage von 80.000 Stück und 100.000 beim Nominal zu einer Peseta. Als Emittent wird der Interprovinzialrat „Consejo de Santander, Palencia und Burgos“ genannt. Ansonsten ist darüber wenig bekannt. Uwe Bronnert Anmerkungen Die Confederación Nacional del Trabajo (CNT) ist eine Konföderation anarchosyndikalistischer Gewerkschaften in Spanien. Banco de España (Hrsg.), Los Billetes del Banco de España 1782-1979, Madrid 1979, S. 298. Ebenda, S. 299, Abbildung S. 303.

  • Die Entwürfe der ersten Euro-Banknoten, Teil 25

    Bereits im November 1994 hatte der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI) die Stückelung auf sieben Banknoten-Nominale von 5 bis 500 Euro festgelegt. Im Juni 1995 wurden dann zwei Themen für die Gestaltung der Euro-Banknoten vorgegeben, zum Einen "Zeitalter und Stile in Europa" und zum anderen ein abstraktes, modernes Design. Im Februar 1996 begann der Gestaltungswettbewerb, an dem 29 Grafiker und Grafikerteams teilnahmen, die von 14 nationalen Zentralbanken der EU nominiert wurden. Im September 1996 beurteilte eine Jury aus international renommierten unabhängigen Experten für Marketing, Grafik und Kunstgeschichte die eingereichten Entwürfe und wählte je fünf für beide Themenbereiche aus. Im Oktober 1996 erfolgte eine Umfrage unter insgesamt 2000 Personen aus allen EU-Ländern außer Dänemark und am 3. Dezember 1996 wählte der Rat des EWI schließlich den Vorschlag aus Österreich Nr. T 382 als Gewinner des Gestaltungswettbewerbs. Wie aber hätten die ersten Euro-Banknoten auch aussehen können? Wir setzen hiermit unsere Reihe zu den Entwürfen der ersten Euro-Banknoten fort. Thema Zeitalter und Stile in Europa, Vorschlag T 637 Ernst und Lorli Jünger Ernst Jünger (geb. 1935 in Hanau) studierte in Offenbach und München. 1972 bi 1998 lehrte er Kommunikationsdesign an der Universität München. Lorli Jünger (geb. 1938 in Weimar) studierte ebenfalls in Offenbach und München. Beide arbeiteten gemeinsam an internationalen Ausstellungen, entwarfen u. a. Poster und Briefmarken. Sie beteiligten sich auch an Gestaltungswettbewerben der Deutschen Bundesbank. 5 Euro, Vorderseite: antike Marmorskulptur, Bodenmosaik und Säulensockel; Rückseite: Säulenkapitell und Teil eines klassischen Amphitheaters. 10 Euro, Vorderseite: Steinskulptur, Fabelwesen und Steinboden; Rückseite: romanisches Kapitell und romanische Arkaden. 20 Euro, Vorderseite: gotische Holzschnitzerei und Deckenverzierung sowie Globus; Rückseite: gotisches Maßwerk. 50 Euro, Vorderseite: Porträt und Wandrelief aus der Zeit der Renaissance; Rückseite: Arkade mit Säule und Halle mit Torbogen. 100 Euro, Vorderseite: barockes Frauenporträt, barocke Stilelemente und Putto; Rückseite: barockes Säulenkapitell und Treppenflucht. 200 Euro, Vorderseite: Frauenporträt, Kunstschmiedeobjekte und Schmuck aus dem 19. Jahrhundert; Rückseite: Industriegebäude und hölzerne Säule. 500 Euro, Vorderseite: modernes Männerporträt und Wanddekoration; Rückseite: Fassaden moderner Architektur. Fortsetzung folgt … Hans-Ludwig Grabowski Abb. Europäische Zentralbank (EZB)

  • Aserbaidschan: Neue 10-Manat-Noten

    Nach der Einführung der neuen 1-, 5-, 20- und 50-Manat-Banknoten mit aktualisierten Sicherheitsmerkmalen brachte die Zentralbank der Republik Aserbaidschan nun auch die Stückelung zu 10 Manat in Umlauf. Die Papierbanknote misst 134 x 70 mm und zeigt das Jahr „2021“ auf der Vorderseite. Die Motive sind dieselben wie auf den Vorgängerscheinen: Auf dem Avers sind die Altstadt von Baku, der Palast der Schirwanschahs und der Jungfrauenturm dargestellt; auf dem Revers sind eine Landkarte von Aserbaidschan sowie traditionelle Teppichmuster zu sehen. Die Sicherheitsmerkmale wurden auf aktuellen Stand gebracht: Die neue 10-Manat-Note wurde ausgestattet mit einem Spark-Live-Element in Form eines Schiffes und einem Fenster-Sicherheitsstreifen mit Farbwechsel von Grün zu Blau, einem RollingStar-LEAD-Hologrammstreifen, einem Wasserzeichen mit dem Staatswappen und der Wertzahl 10 sowie ertastbaren Linien an beiden seitlichen Rändern der Vorderseite für Menschen mit Sehbehinderung. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

  • Bangladesch: Neue Gedenknote

    Am 26. Juni 2022 gab die Bangladesh Bank eine neue Gedenknote in Umlauf. Betitelt mit „Padma Bridge – The symbol of national pride“, feiert die 100-Taka-Gedenknote die Eröffnung dieser Brücke, die nach Verzögerungen am 25. Juni dieses Jahres stattfinden konnte. Bei der Padma-Brücke über der gleichnamigen Fortsetzung des Ganges handelt es sich um die größte Brücke in Bangladesch und die längste in Südasien. Die Stahlfachwerkbrücke vereint eine Eisenbahnstrecke auf dem Unterdeck sowie ein Oberdeck mit einer vierspurigen Straße. Die eigentliche Brücke weist eine Spannweite von 150 m auf, jedoch erstreckt sich die Gesamtlänge auf über 6 km. Die Bauarbeiten, deren Abschluss eigentlich bereits für November 2018 geplant war, kamen erst am 20. Juni 2022 zum Ende – neben Korruptionsvorwürfen und Planänderungen hatte auch die COVID-19-Pandemie eine maßgebliche Rolle gespielt. So konnte beispielsweise ein Teil der chinesischen Bauarbeiter nach den Feierlichkeiten zum chinesischen Neujahr im Januar 2020 aufgrund der Quarantänebestimmungen nicht mehr aus ihrer Heimat einreisen. Die Gedenknote zeigt auf der Vorderseite vor dem Hintergrund der frisch eröffneten Padma-Brücke die Porträts von Scheich Mujibur Rahman, Gründungsvater Bangladeschs, und von seiner Tochter Scheich Hasina Wajed, die 2009 ihre zweite Amtsperiode als Premierministerin antrat. Zum Baubeginn wurde die Benennung der Brücke nach der Mutter der Premierministerin von der regierenden Partei vorgeschlagen; nach der Bangabandhu-Brücke wäre dies die zweite nach den Eltern der Premierministerin benannte Brücke geworden. Nach Durchkreuzung dieser Pläne durch die Opposition einigte man sich 2018 auf die Benennung der Brücke nach dem Flussnamen. Auf der Rückseite ist nochmal die Brücke zu sehen. Insgesamt 10 Mio. Exemplare wurden gedruckt und für 150 Taka pro Schein bzw. für 200 Taka im Folder zum Verkauf angeboten. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

  • Große 2-tägige Internationale Jubiläumsbörse anlässlich 70 Jahre Wuppertaler Münzfreunde e. V.

    Die Deutsche Numismatische Gesellschaft e. V. (DNG) und die Wuppertaler Münzfreunde e. V. laden zum 19. Deutschen und 66. Norddeutschen Münzsammlertreffen vom 27. bis zum 28. August 2022 in Wuppertal ein. Das Tagungsthema lautet "Münzwesen des Rheinlandes". Gleichzeitig wird die 70-Jahrfeier der Wuppertaler Münzfreunde e. V. sowie der 15. Rheinische Münztag durchgeführt. Aufgrund des 70-jährigen Vereinsbestehens wird zugleich eine große zweitägige internationale Jubiläumsbörse im großen Saal der historischen Stadthalle Wuppertal abgehalten, bei der Münzen und Banknoten im Vordergrund stehen werden. Nach aktueller Planung werden über 100 Aussteller auf über 2.000 m² präsent sein. Historische Stadthalle Offenbach-Saal Das mittlerweile fertiggestellte Tagungsprogramm ist folgendes: Samstag, 27. August 2022 10:00 Uhr Eröffnung des 19. Deutschen Münzsammlertreffens, des 66. Norddeutschen Münzsammlertreffens und des 15. Rheinischen Münztages Begrüßung (Dieter Klempert, Vorsitzender der Wuppertaler Münzfreunde) Grußworte (Christian Koch, Vorsitzender der Rheinischen Münzfreunde) Eröffnung (Dr. Barbara Simon, Präsidentin der DNG) 10:30 Uhr Verleihung des Eligiuspreises der DNG 2022 an Dr. Ralf Fischer zu Cramburg Laudatio: Dr. Gerd Dethlefs Vortrag des Preisträgers: „Rheinische Münzschätze – verkauft, verschenkt, enteignet“ 12:15–14:00 Uhr (Mittagspause) Mittagessen auf Wunsch nach Voranmeldung (siehe Anmeldekarte) im Hotel Vienna House Easy Wuppertal, Auf dem Johannisberg 1, 42103 Wuppertal, direkt neben der Stadthalle 14:15 Uhr Vorträge zum Tagungsthema Dr. Bernd Sprenger: „Die Münzen von Berg und Jülich-Berg von den Anfängen bis ins 19. Jahrhundert“ Henner Meding: „Münzvereine des alten Köln, Jülich, Kleve“ (15:45–16:15 Uhr: Kaffeepause) Günther Unshelm: „Münzwaagen von 1600 bis 1850 des Bergisch-Märkischen Kreises und Köln“ Anschließend (ca. 17 Uhr) Führung durch die Postkarten-, Medaillen- und Münzwaagen-Ausstellung in der Stadthalle 18:30 Uhr (Abendessen) Möglichkeit des Abendessens im Hotel Flemings Express Hotel Wuppertal, Döppersberg 50, 42103 Wuppertal, direkt neben dem Bahnhof (Selbstzahler) Sonntag, 28. August 2022 10:00 Uhr Vorträge zum Tagungsthema Dr. Peter Ilisch: „Der Münzfund Remscheid aus der 2. Hälfte 11. Jahrhundert“ Rahel Otte: „Wie das Geld ins Rheinland kam – Römische Fundmünzen aus dem rheinischen Lössgebiet“ Armin Müller: „Geld aus Hürth vor hundert Jahren. Warum ein Bierbrauer, ein Brikettfabrikant und die chemische Industrie eigene Geldzeichen verausgabten“ 12:15 Uhr Schlusswort von Frau Dr. Barbara Simon 12:30–14:00 Uhr (Mittagspause) Mittagessen auf Wunsch nach Voranmeldung im Hotel Vienna House Easy Wuppertal, Auf dem Johannisberg 1, 42103 Wuppertal, direkt neben der Stadthalle 14:00 Uhr Hauptversammlung der DNG. Die Einladung zur Hauptversammlung mit Tagesordnung erfolgt durch die DNG separat an die Vereinsvorsitzenden. Weitere Informationen und Möglichkeiten zur Anmeldung finden sie auf der Internetseite der Wuppertaler Münzfreunde e. V.: http://www.wuppertaler-muenzfreunde.de/ Als Ansprechpartner fungiert Rainer Thiel. Er ist über folgende Kontaktdaten erreichbar: Festnetz: 0202 / 443 224, Handy: 0160 / 9090 1852, E-Mail-Adr.: thiel.wuppertal@web.de

  • Aus privaten Sammlungen: Erfurter Blockadeschein über zwei Thaler von 1813

    Objekttyp: Belagerungsgeld (als "Cassenbillet" bezeichnet) Sammlung: Hans-Ulrich Beerenwinkel Historischer Kontext: Nach dem Sieg Napoleons über die Preußen in der Schlacht von Jena und Auerstedt besetzten französische Truppen am 16. Oktober 1806 die Stadt und Garnison Erfurt. Der Überlieferung nach soll der berühmte Erfurter Dom den Franzosen als Pferdestall gedient haben. 1807 erklärte Napoleon Erfurt und Umland zusammen mit der Grafschaft Blankenhain zum Fürstentum Erfurt, das nicht zum Rheinbund gehörte, sondern ihm als kaiserliche Domäne direkt unterstellt war. Die Verwaltung erfolgte durch ein Zivil- und ein Militärsenat, welche dem kaiserlichen französischen Gouverneur, General Alexandre d’Alton, unterstanden. 1808 inszenierte Napoleon in der "französischen Exklave" den "Erfurter Fürstenkongress". Unmittelbar nach der Völkerschlacht bei Leipzig zog der Hauptteil der französischen Armee auf der quer durch Thüringen verlaufenden Heerstraße Richtung Westen um den Rhein zu erreichen. Am Morgen des 23. Oktober traf Napoleon in Erfurt ein, wo er in den folgenden 48 Stunden Zeuge des Durchmarsches seiner geschlagenen Armee wurde und es zu Plünderungen und teilweisem Kontrollverlust durch die Offiziere kam. Am Morgen des 25. Oktobers verließ der Kaiser die Stadt. Ab den Abendstunden des gleichen Tags wurde die verbliebene 5000 Mann starke französische Besatzung von preussischen, österreichischen und russischen Truppen eingeschlossen. Am 1. November 1813 befahlen die Franzosen die Herstellung von Papiergeld, um dem Geldmangel in der belagerten Stadt zu begegnen. Nach Abschluss eines Waffenstillstands mussten die Franzosen am 6. Januar 1814 Erfurt bis auf die Festungen Petersberg und Cyriaksburg räumen und die Preußen marschierten ein. Die „Blokade-Scheine“ waren also nur kurze Zeit in Umlauf. Die beiden noch besetzen Festungen räumten die Franzosen erst am 16. April 1814. Land/Region/Ort: Deutschland, Fürstentum Erfurt, Erfurt Emittent: Kaiserlich-Französisches Militair-Gouvernement Nominal: 2 Thaler Datum: 1. November 1813 Vorderseite: Mitte oben Wappen im Zierrahmen. Rückseite: Druck einseitig. Format: ca. 202 mm x 110 mm Material: Papier Druck: Johann Immanuel Uckermann, Erfurt (ohne Vermerk) Nummerierung: 1007 Auflage: 5000 Stück Authentizität: Original Zitate: • GK-717 (Grabowski/Kranz: Das Papiergeld der altdeutschen Staaten) • A560 (Pick/Rixen: Papiergel-Spezialkatalog Deutschland) • S1467a (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. I – Specialized Issues) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Leserpost: Ein Pappschein für die Forschung!

    Sehr geehrter Herr Grabowski, anbei eine Farbkopie für die Forschung: Der Schein ist aus Pappe! Anmerkungen: Einseitig bedruckt. Fühlt sich samtig an. Mit dem Finger über die Schrift, wie bei einem alten Stück mit Blindenschrift. War damit in einem Auktionshaus in Berlin, das macht aber nur in Briefmarken und hat sich den Schein genau so angesehen. Ich habe den Schein aus einer Flohmarktkiste. Könnte es ein Probedruck sein? Dicker als Zahlungsmittel im Handel. Oder war es vielleicht ein Vorzeigeschein in einer Bank? So sieht der Schein aus, der bald rauskommt (für die Kunden). Oder ist es ein Fantasieschein der Neuzeit, auf superalt gemacht und um Sammler hinters Licht zu führen? M. Beckert, Fürstenwalde Antwort der Redaktion ​Ihren Leserbrief mit der Farbkopie zum Druck einer Reichsbanknote über 20.000 Mark vom 20. Februar 1923 auf Karton/Pappe habe ich erhalten. Leider kann ich nicht sagen, ob es sich um einen authentischen zeitgenössischen Andruck der damals für die Reichsbank arbeitenden Druckerei (SP = Spamer'sche Buchdruckerei in Leipzig) handelt oder nicht, da ich hierzu das Original prüfen müsste. Für einen Andruck wäre allerdings die vollständige Nummerierung ungewöhnlich. Anhand der Farbkopie kann ich lediglich davon ausgehen, dass es sich wohl um keine moderne Manipulation handeln sollte. Vielleicht finden Sie die Gelegenheit, mir das Stück auf der World Money Fair nächsten Monat (15./16. Juli 2022) in Berlin persönlich zu zeigen. Nur so kann man weitere Erkenntnisse gewinnen. Hans-Ludwig Grabowski

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