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- Geldscheinporträts: Lajos Kossuth – Exilant mit Echo
Reihe zu Porträts bedeutender Persönlichkeiten auf Geldscheinen. Geburtsname: Lajos Kossuth von Udvard und Kossuthfalva Zur Person: Rechtsanwalt, Politiker, Revolutionär und Nationalheld Nationalität: Ungarisch Lebensdaten: 19. September 1802 – 20. März 1894 Geburtsort: Monok, Komitat Zemplén, Ungarn Sterbeort: Turin, Italien Lajos Kossuth, Lithographie von August Prinzhofer (1817–1885), 1848, Albertina (Wien). Dezember 1851: Gedränge auf dem Broadway. Frenetischer Ju- bel. Lajos Kossuth erreichte New York. Die damalige Ausgabe der „New York Times“ sprach von einem Empfang, der „zu den großartigsten und enthusia- stischsten gehörte, die jemals einem Men- schen irgendwo auf der Welt zuteil wur- den”. Die Anwaltskammer begrüßte ihn als „den großen Apostel der bürgerlichen und religiösen Freiheit auf der ganzen Welt“. Wie kam es, dass ein ungarischer Exilant für derartigen Aufruhr sorgte, der zuvor nur Washington und Lafayette zu- kam? Lajos Kossuth, der dem ungarischen Kleinadel entstammte, begann seine politische Karriere am Preßburger Landtag. Dort vertrat er mehrere nationalliberale Abgeordnete und fungierte als Berichterstatter. In den 1830er Jahren, als das ungarische Ständesystem unter dem Dach der Habsburgermonarchie zunehmend unter Reformdruck geriet, profilierte er sich als Wortführer der liberalen Opposition. Trotz Zensur vervielfältigte er seine handschriftlichen „Berichte aus dem Landtag“, die bald weite Verbreitung fanden und ihn schließlich 1837 hinter Gitter brachten – vier Jahre Festungshaft wegen Hochverrat. Die Gefängniszeit machte ihn landesweit bekannt. Nach seiner Begnadigung 1840 stieg er als Chefredakteur der Zeitung „Pesti Hírlap“ rasch zum führenden Kopf der Reformbewegung auf. Er begnügte sich jedoch nicht mit den von allen Liberalen geforderten Reformen wie der Abschaffung der Erbfolge und der Besteuerung des Adels. Er sprach auch die Möglichkeit einer ungarischen Unabhängigkeit von den Habsburgern an. Als 1848 die revolutionäre Welle Ungarn erfasste, wurde Kossuth zum Motor der Ereignisse. Friedrich Engels beschrieb ihn in der „Neuen Rheinischen Zeitung“ bewundernd als „wirklich revolutionären Charakter“ und „Danton und Carnot in einer Person“. Wenige Wochen später zwang der Druck der Straße Wien zum Einlenken: In Pest entstand eine Regierung unter Ministerpräsident Lajos Batthyány. Kossuth übernahm das Finanzressort. Was als Reform innerhalb der Monarchie begann, radikalisierte sich rasch. Im April 1849 erklärte der ungarische Reichstag die Entthronung der Habsburger und die Unabhängigkeit. Kossuth wurde zum faktischen Staatsoberhaupt. Doch der Triumph währte kurz. Die militärische Intervention des Zarenreichs auf Seiten Wiens besiegelte das Schicksal der Revolution. Im August 1849 kapitulierten die ungarischen Truppen bei Világos. Kossuth floh ins Exil, zunächst in das Osmanische Reich. Später reiste er über Großbritannien in die Vereinigten Staaten. Seine Amerikareise 1851/52 war mehr als eine Vortragsreise; sie war eine diplomatische Mission. Kossuth hoffte auf politische und möglicherweise militärische Unterstützung für einen neuen Anlauf zur ungarischen Unabhängigkeit. Zwar blieb konkrete Hilfe aus, doch seine Reden vor dem Kongress und vor Massenpublikum machten ihn zu einem Symbol liberaler Freiheitsbewegungen. Nach Europa zurückgekehrt, ließ er sich schließlich in Turin nieder. Von dort aus verfolgte er die Entwicklung in seiner Heimat mit Argwohn. Ungarn, Magyar Nemzeti Bank: Banknote über 100 Forint vom 15. Januar 1992, HUN-0174a. Vorderseite: Rechts Porträt von Lajos Kossuth, Mitte oben Wappen Ungarns. Ungarn, Magyar Nemzeti Bank: Banknote über 100 Forint vom 15. Januar 1992, HUN-0174a. Rückseite: In der Mitte ein Wagengespann mit Pferden auf der Flucht vor einem heraufziehenden Sturm, nach einem Gemälde von Károly Lotz (1833–1904). Den Ausgleich von 1867, der dem Königreich Ungarn weitgehende Autonomie brachte, lehnte er ab: Für ihn blieb jede Bindung an die Habsburger ein Verrat an der vollständigen Souveränität. Politisch konnte er aus dem Exil kaum noch eingreifen. 1894 starb er. Bis heute tragen Plätze und Boulevards seinen Namen, sein Porträt ziert Banknoten. Der Jubel von New York im Winter 1851 war mehr als ein exotisches Spektakel. Eine Rede, die er 1852 vor der Ohio General Assembly gab, inspirierte Abraham Lincoln bei seiner berühmten Gettysburg Address: „Der Geist unserer Zeit ist Demokratie. Alles für das Volk, und alles durch das Volk. Nichts über das Volk ohne das Volk – das ist Demokratie!“ Elias Heindl Literatur/Quellen: István Deák (1989): Die rechtmäßige Revolution: Lajos Kossuth und die Ungarn 1848–1849, Wien: Böhlau Friedrich Engels (1849): Der magyarische Kampf. Neue Rheinische Zeitung, Nr. 194 vom 13. Januar 1849, Marx-Engels-Werke, Band 6, S. 165ff. en.wikipedia.org/wiki/Lajos_Kossuth László Révész (1976): Kossuth, Lajos. In: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Band 2, München, S. 493–496
- Leserpost: Neuentdeckungen bei deutschem Notgeld
Hallo Herr Besler, ich sende Ihnen wieder Neuentdeckungen zu deutschen Notgeldscheinen. Es handelt sich um Notgeld der Hochinflation aus Goslar, Walldorf und Werdau. Bei dem Schein von Walldorf erfolgte der Druck auf Papier ohne Wasserzeichen. Das Papier ist nicht wasserliniert. Es gibt auch 200 Mrd. Mark mit wasserliniertem, rotem Papier. Der Schein von Werdau zu 5 Mio. Mark mit Lit. C ist vermutlich bereits bekannt, aber nicht im Keller bei 5546b aufgeführt. Beste Grüße aus Berlin T. Neldner Antwort der Redaktion Goslar, Buchdruckerei F. A. Lattmann Goslar, F. A. Lattmann (Buchdruckerei / Spielkartenfabrik), Scheck über 500 Millionen Mark auf die Goslarer Bank AG, vom 27. Oktober 1923, Vorderseite. Goslar, F. A. Lattmann (Buchdruckerei / Spielkartenfabrik), Scheck über 500 Millionen Mark auf die Goslarer Bank AG, vom 27. Oktober 1923, Rückseite. Dr. Arnold Keller führt unter diesem Emittenten unter der Nummer 1853 in seinem Standard-Katalog zum Notgeld der deutschen Inflation 1923 lediglich Ausgaben zu 100.000 und 500.000 Mark mit Wasserzeichen Kreuzmäander und jeweils handschriftlicher Datierung vom 15. August 1923 auf. Zum Keller-Katalog handelt es sich also um eine echte Neuentdeckung. Es wäre noch gut zu wissen, ob der Druck ebenfalls auf Wasserzeichen-Papier erfolgte und um welches Wasserzeichen es sich handelt. Das ist leider nicht auf den Abbildungen erkennbar. Walldorf, Gemeinde Walldorf, Gemeine: Gutschein über 200 Mrd. Mark vom 7. November 1923 auf Papier ohne Wasserzeichen, Vorderseite. Walldorf, Gemeine: Gutschein über 200 Mrd. Mark vom 7. November 1923 auf Papier ohne Wasserzeichen, Rückseite. Dr. Arnold Keller führt unter Walldorf in Hessen (Nr. 5437) lediglich Werte zu 50 und 100 Mrd. Mark vom 7. November 1923 auf wasserliniertem Papier auf. ein Wert zu 200 Mrd. Mark mit gleichem Ausgabedatum auf Papier ohne Wasserzeichen fehlt hier und ist deshalb ebenfalls eine Ergänzung zu diesem heute noch zitierten Standard-Katalog, zu dem es leider keine Neubearbeitung gibt. Werdau in Sachsen, Dr. Keller führte under der Allgemeinen Deutschen Credit-Anstalt, Filalie Werdau (Nr. 5546) lediglich Schecks über 1 Mio. Mark vom 10. August 1923 auf die Commerz- und Privat-Bank, Filale Werdau sowie über 2 Mio. Mark vom 11. August 1923 auf das Bankhaus Sarfert & Co. in Werdau auf. Der Wert über 5 Mio. Mark vom 11. August 1923 auf das gleiche Bankhaus fehlt bei Keller. Jedoch wird dieser Wert und weitere bei Keller nicht verzeichnete Ausgaben in dem sehr guten, wichtigen und empfehlenswerten Katalog "Das Papiergeld von Sachsen 1772 - 1949" von Mathias Bühn unter der Hauptnummer 7183 (hier 7183.12) verzeichnet. Dieser Katalog kann auch auf CD-ROM erworben werden, siehe hier: https://www.geldscheine-online.com/post/katalog-zum-papiergeld-von-sachsen-auf-cd-rom Hans-Ludwig Besler (Grabowski)
- Der "unbekannte" Entdecker: Christoph Kolumbus auf Geldscheinen
Fast jeder weiß, wer Christoph Kolumbus war – nicht jeder weiß aber, wie er wirklich war. Der Amerikaner Aaron Goodrich meinte es jedoch zu wissen. In seinem Buch „A History of the Character and Achievements of the So-called Christopher Columbus“ (= Eine Geschichte des Charakters und der Leistungen des sogenannten Christoph Kolumbus) beschreibt er voller Abscheu dessen Leben. Der bekannte Seefahrer wurde um 1451 in Genua geboren und galt viele Jahre als Entdecker Amerikas. Tatsächlich aber war er Vorbereiter der Besiedlung der „Neuen Welt“ durch europäische Siedler. Von Kolumbus existiert kein zeitgenössisches Porträt – alle Darstellungen wurden erst nach seinem Tod geschaffen. Abb. 1: Ölgemälde des Malers Sebastiano del Piombo von 1519 – es zeigt Christoph Kolumbus (genuesisch Christoffa Colombo, italienisch Cristoforo Colombo, portugiesisch Cristóvão Colombo, spanisch Cristóbal Colón und englisch Christopher Columbus), der Text am oberen Rand lautet „HÆC EST EFFIGIES LIGURIS MIRANDA COLUMBI ANTIPODUM PRIMUS RATE QUI PENETRAVIT IN ORBEM 1519“ (≈ Dies ist das bewundernswerte Bildnis des Liguriers namens Kolumbus, der als Erster mit dem Schiff in die Welt der Antipoden vorgedrungen ist. 1519); ein anderes Porträt stammt aus dem Werk „Elogia Virorum literis Illustrium“ von Paolo Giovio aus dem Jahr 1575. Auf seinen vier Seereisen in spanisch-kastilischen Diensten landete Kolumbus jeweils in der heutigen Karibik. Er schrieb über seine Landung am 12. Oktober 1492 in sein Bordbuch: „Um zwei Uhr morgens kam das Land in Sicht, von dem wir etwa 8 Seemeilen entfernt waren. Wir holten alle Segel ein und fuhren nur mit einem Großsegel, ohne Nebensegel. Dann lagen wir bei und warteten bis zum Anbruch des Tages, der ein Freitag war, an welchem wir zu einer Insel gelangten, die in der Indianersprache »Guanahaní« hieß. Dort erblickten wir allsogleich nackte Eingeborene. Ich begab mich, begleitet von Martin Alonso Pinzón und dessen Bruder Vicente Yánez, dem Kapitän der »Niña«, an Bord eines mit Waffen versehenen Bootes an Land. Dort entfaltete ich die königliche Flagge. Sofort sammelten sich an jener Stelle zahlreiche Eingeborene der Insel an. In der Erkenntnis, dass es sich um Leute handle, die man weit besser durch Liebe als mit dem Schwerte retten und zu unserem Heiligen Glauben bekehren könne, gedachte ich sie mir zu Freunden zu machen und schenkte also einigen unter ihnen rote Kappen und Halsketten aus Glas und noch andere Kleinigkeiten von geringem Wert, worüber sie sich ungemein erfreut zeigten. Sie erreichten schwimmend unsere Schiffe und brachten uns Papageien, Knäuel von Baumwollfaden, lange Wurfspieße und viele andere Dinge noch, die sie mit dem eintauschten, was wir ihnen gaben, wie Glasperlen und Glöckchen.“ Abb. 2: Landung von Christoph Kolumbus am 12. Oktober 1492 auf Guanahani im heutigen Inselstaat Bahamas (Ausschnitt aus dem Gemälde „Landung des Kolumbus“ von John Vanderlyn aus dem Jahr 1847. Abb. 3: 5 Dollars, 20. Februar 1864, Rückseite, First National Bank of Ithaca/New York/USA, Ausschnitt aus dem Gemälde „Landung des Kolumbus“ von John Vanderlyn aus dem Jahr 1847 – die Szene wurde als Rückseitenmotiv der National-Banknoten vom Bureau of Engraving and Printing verwendet. Die Verehrung seiner Person, die Würdigung seiner Leistungen und seine geopolitische und historische Bedeutung sind auf vielen Banknoten Mittel- und Südamerikas sowie europäischer Länder belegt. Auf seiner ersten Schiffsreise (1492–1493) entdeckte er die heutigen Bahamas, ging auf Kuba an Land und erreichte auch Haiti/Dominikanische Republik. Abb. 4: 1 Dollar, 1992, Vorderseite, Gedenkbanknote der Central Bank of the Bahamas auf den 500. Jahrestag der Landung von Kolumbus. Abb. 5: 1 Peso, 15. Juni 1872, Rückseite, Banknote der Banco Español de La Habana/Kuba, Kolumbus auf der „Santa María". Abb. 6: 1 Peso, 14. August 1889, Vorderseite, Banknote der Banco de la Compañía de Crédito de Puerto Plata/Dominikanischen Republik, Porträt von Kolumbus; das gleiche Bildnis findet man auch auf den 100-Mil-Reis-Scheinen der Banco Commercial da Bahia/Brasilien vom 26. Oktober 1850. Die Kleinen Antillen (Antigua, Dominica, Grenada, Guadeloupe), Puerto Rico und Jamaika fand Kolumbus auf seiner zweiten Fahrt (1493–1496). Auf diesen Inseln sind außer dem 5-Francs-Schein von Guadeloupe nur Briefmarken und Münzen mit dem Bildnis von Kolumbus ausgegeben worden. Abb. 7: 5 Francs, 1942, Banknote der Banque de la Guadeloupe, Vorderseite mit Büste von Kolumbus. Abb. 8: Sonderausgaben – links 6-Dollars-Briefmarke aus Antigua/Barbuda von 1994, rechts 10-Dollars-Münze Jamaika von 1975. Bei seiner dritten Reise (1498–1500) landete er auf Trinidad, kam so erstmals auf südamerikanisches Festland und entdeckte die Mündung des Orinoco. Auch die Banco Central de Venezuela gab eine Sondermünze zur Fünfhundertjahrfeier der „Entdeckung Amerikas“ aus; Geldscheine mit einer Abbildung Kolumbus‘ oder seiner Schiffe aus Venezuela gibt es nicht. Abb. 9: 1100 Bolívares, 1991, Vs./Rs., silberne Anlagemünze der Zentralbank Venezuelas aus der Serie „Encuentro de Dos Mundos 1492–1992 (= Begegnung zweier Welten); Vs. Statue von Kolumbus, Rs. 13 Länderwappen von 20 Ländern Ibero-Americas (links) – 50 Centavos 1892, Vs./Rs., silberne Gedenkmünze der Republik Kolumbien zum 400. Jahrestag der „Entdeckung Amerikas“ durch Kolumbus (rechts, Kolumbus war jedoch nie im heutigen Kolumbien). Mittelamerika erkundete Kolumbus auf seiner vierten Reise (1502–1504); er landete an den Küsten von Costa Rica, Honduras, Nicaragua und Panama. Abb. 10: 5 Dollars, 1. Mai 2020, Vorderseite, Banknote der Central Bank of Belize (vormals Britisch-Honduras), Medaillon mit der Büste von Christoph Kolumbus (links) und dem Porträt Königin Elizabeth II. (rechts). Abb. 11: 1 Colón, 1. Juli 1906, Vorderseite, Silberzertifikat der Republik Costa Rica, Medaillon mit der Büste von Christoph Kolumbus (links) – Wappen der Republik (rechts). Abb.12: 50 Centavos, 1. Januar 1910, Vorderseite, Schatzschein der República de Nicaragua, Porträt von Christoph Kolumbus. Abb. 13: La Carta di Cristoforo Colombo (rechts Umrisse Europas, Afrikas und Teilen Asiens; links kosmografische Weltkarte mit Jerusalem als Zentrum des Christentums) – die Seekarte von Christoph Kolumbus befindet sich in der Pariser Nationalbibliothek von Frankreich. Außerdem existieren einige Geldscheine von Ländern, dessen Strände Kolumbus nie betrat – sie zeigen sein Bildnis, seine Schiffe und Szenen seiner Landgänge. So z. B. aus Argentinien, Brasilien, Bolivien, Ekuador, El Salvador, Kanada, Mexiko, Uruguay und den USA. Der Währungsname „Colón“ (seit 1896 in Costa Rica – seit 1892 in El Salvador) geht auf den Entdecker Kolumbus zurück. Abb. 14: 50 Centavos, 19. Juli 1895, Rückseite, Kassenschein der Caja de Conversión, Buenos Aires/Argentinien, Porträt von Kolumbus. Abb. 15: 10 Bolivianos, 1. Januar 1900, Vorderseite, Banco del Comercio Oruro/Bolivien, Porträt von Christoph Kolumbus (rechts) – Allegorie (Industrie, links). Abb. 16: 20 Sucres, 2. Januar 1920., Vorderseite, Banknote der Banco Sur Americano, Quito/Ecuador, Kolumbus mit Globus und Anker. Abb. 17: 100 Colones, 7. Juli 1997, Rückseite, Banknote der Banco Central de Reserva de El Salvador, Porträt von Christoph Kolumbus (links) – die Schiffe „Santa María“, „Niña“ und „Pinta“ (Mitte). Abb. 18: 10 Dollars, 1. Oktober 1866, Vorderseite, Banknote der Province of Canada/Montreal, Kolumbus sichtet Land; das gleiche Motiv findet man auch auf den 10-Pesos-Scheinen der Banco de la Compañía de Crédito de Puerto Plata (Dominikanische Republik) aus den 1880-er Jahren. Abb. 19: 100 Pesos, 1900, Vorderseite, Banco Mercantil de Yucatán, Mérida/Mexiko, Kolumbus sichtet Land (links) – Allegorien „Glaube“ und „Freundschaft“ rechts). Abb. 20: 100 Pesos, 20. September 1887, Vorderseite, Banco Italiano del Uruguay, neben dem Porträt des italienischen Königs Vittorio Emanuele II. ist rechts ein Medaillon mit der Büste von Christoph Kolumbus abgebildet. Abb. 21: 1 Dollar, 1869, Vorderseite, US-Schatzschein, Washington/District of Columbia, Kolumbus sichtet Land (links, Gravur von Joseph P. Ourdan) – Büste des ersten US-Präsidenten George Washington im Oval (Mitte); das Motiv wurde u. a. auch für die Rückseiten der 5-Dollars-Scheine von 1914 (Federal Reserve Bank/National Currency) verwendet. Abb. 22: 10 Pesos, 1. Januar 1883, Vorderseite, Banknote der Banco de Londres y Rio de la Plata Montevideo/Uruguay, Büste von Kolumbus (links), Allegorie für die Landwirtschaft (rechts). Abb. 23: 50 Pesos, 188_, Vorderseite, Banknote der Banco Comercial de Chihuahua/Mexiko, Kolumbus mit Ureinwohnerin (rechts) – Porträt des mexikanischen Nationalhelden Miguel G. A. I. Hidalgo (Mitte). Abb. 24: 1000 Dollars, 1880, Vorderseite, Staatsnote der USA/Washington, Kolumbus im Sessel mit Globus (links) – Porträt des Bürgermeisters von New York, DeWitt Clinton (Mitte). Abb. 25: 50 Pesos, 188_, Vorderseite, Banknote der Banco Compañía de Crédito de Puerto Plata/Dominikanische Republik, Kolumbus vor Landkarten (links) – Matrosen beim Reffen der Segel (rechts). Abb. 26: 5 Dollars, 2. Oktober 1865, Vorderseite, Banknote der York National Bank of Saco/Maine, Kolumbus sichtet Land (links) – „Indian Princess“ als Allegorie Amerikas (rechts). Schließlich sind die zahlreichen Banknoten der Banco de España und der Banca d‘Italia mit Motiven und Bildnissen zu erwähnen. Nachdem Kolumbus vergeblich in Portugal, Frankreich und England versuchte, die Unterstützung einer Erkundungsfahrt zu erhalten, erhielt er im April 1492 vom kastilischen Herrscherpaar auf dem spanischen Thron die entsprechende Genehmigung. Abb. 27: 100 Pesetas, 9. Januar 1940., Vorderseite, Banknote der Banco de España, Büste des Christoph Kolumbus, Allegorien "Amerika“ (links) und "Geografie“ (rechts); das Bildnis findet man auch den 2-Pesos-Scheinen der Banco Nacional de Santo Domingo/Dominikanische Republik von 1889. Abb. 28: 5000 Lire, 1971, Vorderseite, Banknote der Banca d’Italia, Bildnis von Kolumbus. Abb. 29: 5 Pesetas, 15. Juni 1945, Vorderseite, Kolumbus erhält von Königin Isabella I. am 17. April 1492 die Urkunde zum Auftrag einer Entdeckungsreise in den Atlantischen Ozean. Abb. 30: 1 Peseta, 14. September 1940, Vorderseite, Banknote der Banco de España, Flaggschiff „Santa María“. Abb. 31: 5000 Lire, 1971., Rückseite, Banknote der Banca d’Italia, Kolumbusʼ Flotte der drei Schiffe „Santa María“, „Niña“ und „Pinta“. Eine Vielzahl von Geldscheinen mit dem Bildnis von Christoph Kolumbus wurde seit über 150 Jahren von der Wertpapierdruckerei American Bank Note Co. in New York gedruckt. Auch auf vielen Scheinen der sog. "Wildcat Banks" wurden Porträts von Kolumbus als Illustration verwendet – so. bspw. von der Druckerei Toppan, Carpenter & Co. (von der ABNCo. 1858 übernommen). In der „Chicago Tribune“ vom 16. Oktober 1892 wurde unter „Columbus as Various Artists Viewed Him” ein Tableau von Kolumbus-Bildnissen bzw. -Büsten abgebildet. Abb. 32: Wasserzeichen von 10 Colones, 15. August 1983, Banknote der Banco Central de Reserva de El Salvador. Abb. 33: Eintrittskarte im Wert von ½ Dollar für die Weltausstellung in Chicago (World’s Columbian Exposition) 1. Mai–30. Oktober 1893 – zum Gedenken an den 400. Jahrestag der Landung von Christoph Kolumbus in der „Neuen Welt“. Es ist verwunderlich, dass man seit fast 200 Jahren und bis heute Abbildungen von Kolumbus auf Geldscheinen, zahlreichen Münzen und Briefmarken weltweit findet – obwohl das Wesen des Seefahrers nach heutigen moralischen Wertvorstellungen stark zu kritisieren ist. Die Nachforschungen und Studien zur Person Christoph Kolumbus beschrieb der Jurist Aaron Goodrich aus Minnesota in seinem 1874 veröffentlichten und lesenswerten, über 400-seitigen Buch (s. o.). Goodrich nennt ihn einen Mörder und Heuchler. Zeitzeugen bezeichneten ihn als brutal und zynisch. Indigenen wurden auf seinem Befehl hin die Hände abgeschnitten, da sie kein Gold fanden; Aufständige ließ er durch den Galgen hinrichten. Angeblich soll er seine Entdeckungen nach dem Logbuch eines gestrandeten Seemanns gemacht und ihn später ermordet haben. Tatsächlich wurde Kolumbus am Ende seiner dritten Reise im August 1500 vom Untersuchungsrichter Francisco de Bobadilla verhaftet und in Ketten nach Spanien gebracht. Siedler hatten sich beim spanischen Königshaus über sein tyrannisches Verhalten und seine Misswirtschaft beschwert. Erwähnenswert sind Zitate aus Goodrichs Buch über die Rebellion des Kolonialbeamten Francisco Roldán und die Hinrichtung von Adrián de Moxica im Jahr 1499: „Die Einzelheiten dieser Rebellion bilden eines der schändlichsten Kapitel in der Geschichte von Kolumbus; sie verdeutlichen gleichermaßen seinen Verrat, seine Feigheit und seine Unfähigkeit zu regieren, außer durch grobe Tyrannei. ... Man berichtet, dass von allen Seiten Unmut und Hass gegen den Admiral geäußert wurden. ... Adrian de Moxica war in seiner Gewalt und ohne ein ordentliches Gerichtsverfahren wurde er zum sofortigen Tode verurteilt.“ Kolumbus befahl den Wachen, den Seefahrer von den Festungsmauern in San Cristóbal in den Tod zu stürzen. Nach seiner Rückkehr nach Spanien wurde Kolumbus von König Ferdinand II. begnadigt und er unterstützte Kolumbus’ vierte Reise finanziell. Dennoch fiel Kolumbus in Ungnade, als einstiger Admiral des Ozeanischen Meeres auf Lebenszeit, Vizekönig und Generalstatthalter auf jedem Stück Festland und jeder Insel, die er entdeckte; er starb am 20. Mai 1506 im spanischen Valladolid. Es gibt weiterhin offene Fragen zur tatsächlichen Herkunft Kolumbus’ und um die Entdeckungsreisen vor über 500 Jahren. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts wurden in lateinamerikanischen Ländern und den USA Kolumbus-Statuen als Protest niedergerissen. Der seit 1909 begangene „Columbus Day“ ist heutzutage umstritten; seit 2021 wird er in den USA durch den „Indigenous People’s Day“ ersetzt. „Día de la Resistencia Indígena“, „Día del Respeto a la Diversidad Cultural“, „Día de la Descolonización“, „Día de la Interculturalidad“ und „Día del Descubrimiento de Dos Mundos“ nennt man die Tage gegen das Gedenken an ehemalige Kolonisatoren in Lateinamerika. Obwohl die belegten und verwerflichen Taten des einst glorifizierten Helden seit langem bekannt sind, hält man an Würdigungen von Kolumbus fest. So bilden Zentralbanken in Lateinamerika heute noch Kolumbus auf Münzen und Geldscheinen ab. Und selbst die Wertpapierdruckerei Thomas De La Rue druckte anlässlich der 500. Wiederkehr der Landung einen Erinnerungsschein zum IBNS-Kongresses in London. Abb. 34: Souvenirschein vom Oktober 1994 – abgebildet sind das Porträt von Kolumbus, sein Flaggschiff und seine Unterschrift. Michael H. Schöne Quellen: https://americanhistory.si.edu https://archive.org https://blog.littletoncoin.com https://coinweek.com https://de.wikipedia.org https://echinger-rundschau.de https://en.numista.com https://en.wikipedia.org https://geschichte-wissen.de https://lawliberty.org https://onlinebooks.library.upenn.edu https://www.deutschlandfunkkultur.de https://www.google.com https://www.moleiro.com https://www.t-online.de https://www.ziereis-faksimiles.de
- Lexikon: Nationalbank
"Nationalbank" ist vielfach Namensteil der Hauptnotenbank bzw. Zentralnotenbank eines Landes (z.B. Ägypten: National Bank of Egypt; Belgien: Banque Nationale de Belgique / Nationale Bank van Belgien; Kuba: Banco Nacional de Cuba oder Österreich: Oesterreichische Nationalbank). Ägypten, National Bank of Egypt: 5 Pounds von 1957 (EGY-31c), Vorderseite. Ägypten, National Bank of Egypt: 5 Pounds von 1957 (EGY-31c), Rückseite. Belgien, Banque Nationale de Belgique / Nationale Bank van Belgie: 1000 Francs / Frank ohne Datum, 1980 bis 1996 (BEL-144a), Vorderseite. Belgien, Banque Nationale de Belgique / Nationale Bank van Belgie: 1000 Francs / Frank ohne Datum, 1980 bis 1996 (BEL-144a), Rückseite. Kuba, Banco Nacional de Cuba: 5 Pesos von 1960 (CUB-92), Vorderseite. Kuba, Banco Nacional de Cuba: 5 Pesos von 1960 (CUB-92), Rückseite. Österreich, Oesterreichische Nationalbank: 1000 Schilling vom 3. Januar 1983 (AUT-152a), Vorderseite. Österreich, Oesterreichische Nationalbank: 1000 Schilling vom 3. Januar 1983 (AUT-152a), Rückseite. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abbildungen: Ägypten, Belgien, Kuba: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Österreich: Sammlung Schilde, Berlin
- Neue Weltbanknoten-Varianten: Juli 2026, Teil 2
Angola, Hongkong (Standard Chartered Bank), Indien, Iran, Namibia, Philippinen, Russland, Sudan, Westafrikanische Staaten (Elfenbeinküste) BNB = The Banknote Book (von Owen W. Linzmayer) SCWPM = Standard Catalog of World Paper Money (eingestellt) Angola 5000 Kwanzas vom Juni 2026 BNB B561d: wie BNB B561c (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Datum (Junho de 2026). Hongkong (Standard Chartered Bank) 100 Hong Kong Dollars vom 01.01.2023 BNB B425c: wie BNB B425b (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuen Unterschriften (Razvi/Huen) und neuem Datum (1 JANUARY 2023). Indien 10 Rupees von 2026 BNB B298j: wie BNB B298i (SCWPM 109), aber mit neuem Jahr. 100 Rupees von 2026 BNB B301i: wie BNB B301h (SCWPM 112), aber mit neuem Jahr. Iran 10.000.000 Rials, neue Auflage BNB B305b: wie BNB B305a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuer Unterschrift (Abdolnaser Hemmati). Namibia 200 Namibia Dollars von 2026 BNB B224b: wie BNB B224a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Philippinen 100 Piso von 2026 BNB B1106c: wie BNB B1106b (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Russland 100 Rubel von 2026 BNB B841a: wie BNB B834 (SCWPM nicht gelistet), wobei die Karte auf der Rückseite nicht mehr das gesamte Staatsgebiet Russlands, sondern nur noch den Zentralen Föderationskreis zeigt, und mit verbesserten Sicherheitsmerkmalen. Sudan 2000 Sudanese Pounds vom November 2025 BNB B421b: wie BNB B421a (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuer Unterschrift (Amna Mirgani) und neuem Datum (NOVEMBER 2025). Westafrikanische Staaten (Côte d'Ivoire) 1000 Francs CFA von 2026 BNB B121Az: wie BNB B121Ay (SCWPM 115A), aber mit neuem Jahr (20)26 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe A = Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste). 2000 Francs CFA von 2026 BNB B122Az: wie BNB B122Ay (SCWPM 116A), aber mit neuem Jahr (20)26 (die ersten beiden Stellen der Kontrollnummer geben das Druck- bzw. Ausgabejahr an). Buchstabe A = Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste). Donald Ludwig (polymernotes.com) (Abb. Owen W. Linzmayer, The Banknote Book, und Stane Straus, polymernotes.com)
- Die Designentwürfe der neuen Euro-Banknoten stehen fest
Im Januar 2025 gab die Europäische Zentralbank (EZB) die Entwurfsmotive für die dritte Serie der Euro-Banknoten bekannt. Wir haben HIER in unserem Blog darüber berichtet. Im Juli 2025 startete die EZB einen öffentlichen Wettbewerb für die Gestaltung der künftigen Euro-Banknoten. Wir haben HIER in unserem Blog darüber berichtet. Am 23. Juli 2026 stellte Christine Lagarde, Präsidentin der EZB, die zehn in die engere Wahl gekommene Gestaltungsentwürfe für die nächste Serie von Euro-Banknoten vor. Diese basieren auf zwei verschiedenen Themen: „Europäische Kultur“ und „Flüsse und Vögel“. Aus jedem Thema wurden fünf Designentwürfe ausgewählt. Einer dieser Entwürfe wird in einigen Jahren Grundlage für die neuen Euro-Banknoten sein. Die Entwürfe sind das Ergebnis eines EU-weiten Designwettbewerbs. Es gingen über 1.200 Bewerbungen von Grafikdesignern ein, von denen 25 eingeladen wurden, Entwürfe für eines oder beide Themen zu erstellen. Eine unabhängige Jury, bestehend aus 21 Experten aus verschiedenen Bereichen wie Grafikdesign, Kommunikation, Neurowissenschaften und Geschichte, die jeweils von einer Zentralbank des Euro-Währungsgebiets nominiert wurden, wählte daraufhin zehn Entwürfe aus. Nun ist die gesamte Bevölkerung Europas aufgerufen, ihre Meinung zu äußern, nachdem der EZB-Rat beschlossen hat, eine Online-Umfrage zu diesen zehn Entwürfen durchzuführen. Die öffentliche Umfrage läuft noch bis zum 21. September 2026. Parallel dazu wird ein unabhängiges Marktforschungsunternehmen eine separate Umfrage mit denselben Fragen unter einer repräsentativen Auswahl von Bürgern des Euro-Währungsgebiets durchführen. Möchten Sie an der offiziellen Umfrage teilnehmen? Wenn ja, beginnen Sie HIER. Die EZB wird einen Bericht über die Ergebnisse beider Umfragen veröffentlichen, sobald das endgültige Gestaltungskonzept ausgewählt wurde. Die Rückmeldungen der Öffentlichkeit sind ein wesentlicher Bestandteil des inklusiven Ansatzes des Eurosystems und stellt sicher, dass die Meinungen der Bürger in ganz Europa berücksichtigt werden. Der EZB-Rat wird voraussichtlich gegen Ende des Jahres die endgültige Entscheidung über das neue Banknotendesign treffen. Er wird seine Entscheidung auf eine Kombination verschiedener Meinungen stützen, darunter die Schlussfolgerungen der Jury des Designwettbewerbs, eine technische Bewertung und die Ergebnisse der beiden Umfragen. Das ausgewählte Design wird anschließend weiterentwickelt und getestet, bevor es in Produktion geht. Die Banknoten der neuen Serie werden voraussichtlich in den kommenden Jahren in Umlauf gebracht. Euro-Banknoten der bisherigen Serie behalten ihren Wert und bleiben neben der neuen Serie weiterhin im Umlauf. Dies ist die erste vollständige Neugestaltung der Euro-Banknoten seit ihrer Einführung im Jahr 2002. Jeder Designentwurf musste folgende Persönlichkeiten/Vögel und Motive enthalten: Thema: Europäische Kultur 5 Euro: Darstellende Kunst Vorderseite: Maria Callas Rückseite: Straßenkünstler (Musik, Tanz, Theater) unterhalten vorbeilaufende Menschen. 10 Euro: Musik Vorderseite: Ludwig van Beethoven Rückseite: Sängerfest mit Chor aus Kindern und jungen Erwachsenen. 20 Euro: Schulen und Universitäten Vorderseite: Marie Curie Rückseite: Schule oder Universität und Lehrerin mit Schülerinnen und Schülern bzw. Studenten. Auf den Tischen liegen Notebooks und Bücher. 50 Euro: Bibliotheken Vorderseite: Miguel de Cervantes Rückseite: Eine Bibliothek, in der einige Erwachsene Bücher und E-Bücher lesen. Ein kleiner Junge und ein kleines Mädchen versuchen, sich ein Buch aus einem Regal zu holen. 100 Euro: Museen und Ausstellungen Vorderseite: Leonardo da Vinci Rückseite: Personen unterschiedlichen Alters bewundern sog. „Streetart“, zeitgenössische Kunst usw. 200 Euro: Öffentliche Plätze Vorderseite: Bertha von Suttner Rückseite: Ein Platz mit Bäumen, auf dem Jung und Alt zusammenkommen, sich unterhalten, spazieren gehen und spielen. Thema: Flüsse und Vögel 5 Euro: Vorderseite: Gebirgsquelle / Ein Mauerläufer neben einer Gebirgslandschaft Rückseite: Europäisches Parlament 10 Euro: Vorderseite: Wasserfall / Ein Eisvogel in einem Wasserfall oder langsamen Flussabschnitt Rückseite: Europäische Kommission 20 Euro: Vorderseite: Eingegrabenes Flusstal / Ein Schwarm von Bienenfressern in einer Sandwand entlang des Ufers eines breiten, eingegrabenen Flusstals Rückseite: Europäische Zentralbank 50 Euro: Vorderseite: Gewundener Fluss / Ein Weißstorch fliegt über ein gewundenes, flaches Flusstal Rückseite: Gerichtshof der Europäischen Union 100 Euro: Vorderseite: Flussmündung / Ein Säbelschnäbler sucht im Schlamm nach Nahrung Rückseite: Europäischer Rat und Rat der Europäischen Union 200 Euro: Vorderseite: Meereslandschaft / Ein Basstölpel schwebt über hohen Ozeanwellen Rückseite: Europäischer Rechnungshof Die folgenden zehn Entwürfe, die den oben genannten Gestaltungsvorgaben entsprechen, lauten wie folgt: Entwurf A von Studio Joost Grootens aus Amsterdam, das seinen Entwurf als Reflexion darüber versteht, wie Kultur entsteht: Entwurf B von PunktFormStrich aus Salzburg, das sich für das Thema „Flüsse und Vögel“ entschieden hat, verbindet biologische Vielfalt mit europäischen Landschaften: Entwurf C von Neue Gestaltung GmbH aus Berlin zeigt Europa als gemeinsamen Kulturraum und stellt Menschen ohne spezifische Merkmale dar, damit alle sich in ihnen wiedererkennen können: Entwurf D von Rudy Guedj und François Girard-Meunier aus Amsterdam zeigt Vögel in abstrakten Landschaften und ein vereintes Europa und legen über alles ein Leuchten: Entwurf E von Myrsini Vardopoulou aus Athen konzentriert sich ganz auf den universellen Wert des Wirkens der jeweiligen Persönlichkeit und zeigt, dass sie trotz ihrer Vielfalt eine gemeinsame Inspirationsquelle haben: Entwurf F von Jan Robert Dünnweller aus Passau veranschaulicht das offizielle Motto der EU „In Vielfalt geeint“ in einer Collage aus Formen und Oberflächenstrukturen, aus denen ein neues Ganzes entsteht: Entwurf G von den spanischen Studios Rubio & del Amo aus Murcia und Cruz más Cruz aus Madrid konzentriert sich ganz auf den Blick, der eine Verbindung aufnimmt – und, dreht man die Banknoten in die Horizontale, ergeben sich vier Blöcke, die auch die Buchstaben E, U, R und O verweisen: Entwurf H von Atelier Goppel-Toperngpong aus Regensburg konzentriert sich ganz auf das Wasser als Grundlage alles Lebens und visualisiert als Analogie für die EU, von Eigenschaften wie Ausgeglichenheit oder Beständigkeit zu Tropfen, die zu einem Strom werden: Entwurf I von Isabelle Daëron, Künstlerin und Designerin aus Paris stellt die Bewegung in den Mittelpunkt der Gestaltung – vom Flügelschlag eines Vogels bis hin zum ununterbrochenem Strömen der Flüsse und hin zur Dynamik der EU: Entwurf J von Grafikdesigner und Illustrator Ville Tietäväinen aus Helsinki zeigt die europäischen Vögel in ihren natürlichen Lebensräumen und erzählt vom Verlauf der europäischen Flüsse: Je höher der Wert der Banknote ist, desto näher sind die Abbildungen dem Meer: Jeder Entwurf kann HIER in hoher Auflösung angesehen werden. Welcher Gestaltungsentwurf gefällt Ihnen am besten? Donald Ludwig
- Neue Euros kommen: Der Design-Wettbewerb hat begonnen!
Im Januar 2025 hat die Europäische Zentralbank (EZB) die Entwürfe für die dritte Serie von Euro-Banknoten bekannt gegeben. Wir haben HIER in unserem Blog darüber berichtet. Am 15. Juli 2025 startete die EZB einen öffentlichen Wettbewerb für die Gestaltung der künftigen Euro-Banknoten. Dies ist der nächste Schritt im Verfahren der Neugestaltung der Euro-Banknoten. Der EZB-Rat hat nach Anhörung von Experten und der Öffentlichkeit bereits zwei mögliche Themen für die künftigen Euro-Banknoten ausgewählt: „Europäische Kultur“, mit dem Schwerpunkt auf gemeinsamen Kulturräume und bedeutende Europäer, sowie „Flüsse und Vögel“, mit dem Schwerpunkt auf der Widerstandsfähigkeit und Vielfalt der natürlichen Ökosysteme in Europa. Im Januar wählte der EZB-Rat außerdem Motive zur Veranschaulichung der beiden möglichen Themen aus, die in dem oben erwähnten Beitrag dargestellt sind. Drei der sechs vorgeschlagenen Persönlichkeiten (Europäische Kultur). Drei der sechs vorgeschlagenen Vögeln (Flüsse und Vögel). Ziel des Wettbewerbs, an dem Grafikdesigner mit Wohnsitz in der Europäischen Union teilnehmen dürfen, ist es, die besten Gestaltungsvorschläge für die künftigen Euro-Banknoten zu ermitteln. Der Wettbewerb läuft in zwei Phasen ab: eine Bewerbungsphase und eine Entwurfsphase. In der Bewerbungsphase müssen die Designer die in der Wettbewerbsbekanntmachung aufgeführten spezifischen Anforderungen erfüllen. Die Bewerber werden auf der Grundlage ihrer Qualifikationen und Leistungen bewertet. Ausgewählte Entwerfer werden zur Teilnahme an der zweiten Phase eingeladen und können ihre Entwürfe einreichen. Eine Gruppe unabhängiger Experten wird die Vorschläge bewerten und bis zu fünf pro Thema auswählen. Nach Abschluss des Wettbewerbs wird die Öffentlichkeit aufgefordert, ihre Meinung zu den ausgewählten Entwürfen abzugeben. Der EZB-Rat wird voraussichtlich bis Ende 2026 über die endgültigen Entwürfe entscheiden. Die neuen Banknoten werden einige Jahre nach dieser Entscheidung und nach dem Produktionsprozess für den Umlauf bereit sein. Gestalter, die an einer Teilnahme interessiert sind, werden gebeten, ihre Bewerbung bis zum 18. August, 12:00 Uhr MEZ, einzureichen. Weitere Informationen zum Designwettbewerb finden Sie HIER. Donald Ludwig
- Aus privaten Sammlungen: Austauschschein zu 50 Militärmark der Alliierten Militärbehörde 1944
Vor über hundert Jahren entschied man sich in der staatlichen Druckerei Bureau of Engraving and Printing in den USA zum Druck von besonders gekennzeichneten Geldscheinen, die aussortierte Noten ersetzen sollten. Das waren die replacement notes – die Austauschscheine oder auch Ersatznoten: Beim Nummerieren ersetzte man den vorderen linken Serienbuchstaben durch einen Stern. Anfangs war das noch ein vollständig gefüllter Stern – kurze Zeit später änderte man das Aussehen und setzte einen lichten Stern ein. Eine Methode, die bis heute beim Notendruck in Washington fortgeführt wird. Anders verfuhr man beim Druck der Militärgeldscheine für die Verwendung in europäischen Ländern und in Japan im Zweiten Weltkrieg. Nummerierte man die Militär-Lire-Scheine von 1943 noch mit einem lichten Stern, änderte man das bei den Francs-Scheinen von 1944; die in der privaten Druckerei Forbes hergestellten Scheine erhielten als Kennzeichnung der Austauschscheine den zusätzlichen Buchstaben „X“. Anders verhielt man sich beim Druck der Militär-Yen-Scheine für Japan ab 1945. Dort wechselte man den vorderen Serienbuchstaben „A“ durch ein „H“ aus. Und beim Druck der Militärmark-Scheine für Deutschland ab 1944 ersetzte man die erste Null der 9-stelligen Kontrollnummer durch einen waagerechten Gedankenstrich (sog. hyphen bzw. dash). Beim Druck der Military Payment Certificates verzichtete man ab 1946 bei den Ersatzscheinen auf den rechten Block-Buchstaben. Durch die Recherchen der US-amerikanischen Sammler und Autoren Ken E. Bressett und Neil Shafer weiß man seit fast 60 Jahren von den Unterschieden in der Nummerierung von Standard- und Austauschscheinen. Bis dahin meinte man anhand der Kontrollnummern die Militärmark-Scheine den vier Besatzungszonen in Deutschland zuordnen zu können. Auch die Aufklärung über den seit 1947 bekannten und in den Ornamenten versteckten Kleinbuchstaben verdanken wir fast 20 Jahre später Bressett/Shafer. Das dem englischen handschriftlichen „F“ ähnliche Druckerzeichen für die Druckfirma Forbes gilt seitdem als Unterscheidungsmerkmal zwischen US-amerikanischen und sowjetischen Drucken. So gibt es bei den 50-Militärmark-Scheinen die 8-stelligen Kontrollnummern mit „–00...“ für die amerikanischen Ersatznoten und für die sowjetischen Standardscheine ab „–40...“. Die US-Austauschscheine zu 50 Mark wurden in zwei Chargen gedruckt: 1. Lieferung vom April 1944 mit den Kontrollnummern von –00000001 bis –00200000 bei 27,2 Mio. Standardscheinen – die spätere 2. Lieferung von –00200001 bis –00430000. Registerauszug des BEP vom 28. April 1944 über den Druck und die Lieferung der Militärmark-Scheinen. Eine Statistik nennt aktuell 39 belegten Exemplare, von denen zehn mit SPECIMEN perforierte Musterscheine sind, die sich nicht im Umlauf befanden. Ein besonderer Austauschschein mit fehlerhafter Nummerierung ist belegt: Kontrollnummern –00024613 rechts oben und –00024623 links unten. Ursache ist ein hängen gebliebenes Nummernwerk bei einer Austauschnote. Objekttyp: Besatzungs-/Militärgeld Sammlung: Sammlung M. H. Schöne Authentizität: Original (aus erster Lieferung des BEP-Auftrags 6153) Land/Region/Ort: Deutschland Emittent: Alliierte Militärbehörde, nach Weisungen des U.S. Treasury Department an die Foreign Exchange Depository Nominal: 50 Mark Datierung: 1944 (während der Besetzung von Oktober 1944 bis Juni 1948 gültig) Vorderseite: Text in Großbuchstaben „Alliierte / Militärbehörde“, „In Umlauf gesetzt / in / Deutschland / Fünfzig Mark / Serie 1944“. Rückseite: Schriftband mit „Alliierte Militärbehörde“ und Großbuchstaben „M“. Material: Papier mit fortlaufendem Wasserzeichen ALLIED MILITARY AUTHORITY in Zeilen. Format: 156 mm x 67 mm Druck: Forbes Lithograph Manufacturing Company, Boston, USA (Nummerierung bei BEP) Nummerierung: –00257961, schwarz Umlauf: während der alliierten Besatzung von Oktober 1944 bis Juni 1948 gültig Zitate: Grabowski: „Die deutschen Banknoten ab 1871“ 2023, KN # ABM-6 b) Michael H. Schöne Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com mit dem Betreff "Aus privaten Sammlungen". Ankündigung der Neuauflage 2026: Hans-Ludwig Grabowski Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-279-3 Auflage: 24. Auflage 2026/27 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: ca. 880 Seiten Preis: 39,90 EUR Erscheinungstermin: Ende Oktober 2026
- Wann kursierten die Banknoten der Banca Generala Româna?
Unter den während des Ersten Weltkriegs ausgegebenen Besatzungsausgaben befindet sich auch jene Emission, die mit Genehmigung der Mittelmächte von der Rumänischen Generalbank (Banca Generala Româna - BGR) hergestellt wurde (EWK 7-14 = Ro. 472-479); P. M1–M9). Die in Berlin nach den Anweisungen der deutschen Militärbehörden gedruckten Banknoten zirkulierten im besetzten Gebiet Rumäniens ab 1917 und noch eine Zeit lang nach Kriegsende. Bis vor Kurzem galt die Annahme, dass die gesamte Emission zwischen dem 19. oder 29. Januar 1917 und dem 10. Juni 1920 im Umlauf war[1]. Die jüngst ausgewerteten Informationen, darunter auch die einschlägigen Verordnungen zu dieser Ausgabe, ermöglichten uns jedoch die genaue Bestimmung der Daten für die Einführung und Außerkurssetzung. Rumänien trat am 27. August 1916[2] auf Seiten der Alliierten in den Ersten Weltkrieg ein. Trotz anfänglicher Erfolge führte eine Reihe von Niederlagen im Herbst 1916 dazu, dass der größte Teil des Landes von den Truppen der Mittelmächte unter der Führung von Feldmarschall August von Mackensen besetzt wurde. Die rumänischen Behörden räumten Bukarest, das am 6. Dezember 1916 eingenommen wurde, und zogen sich nach Iași zurück. Die Verwaltung des besetzten Gebiets, das im Operationsbereich der Heeresgruppe Mackensen lag, wurde der Militärverwaltung in Rumänien übertragen, die vom deutschen General Franz Tülff von Tschepe und Weidenbach als Militärgouverneur geleitet wurde. Eines der wichtigsten Probleme, das gelöst werden musste, war die Regelung des Geldumlaufs. Zu diesem Zweck richteten die Militärbehörden eine Emissionsabteilung innerhalb einer rumänischen Bank ein, die eigene Banknoten in Umlauf bringen sollte. Die Rumänische Generalbank (Banca Generala Româna - BGR), gegründet im Jahr 1897, basierte überwiegend auf deutschem Kapital, das größtenteils von der Disconto Gesellschaft und der S. Bleichröder Bank in Berlin gezeichnet worden war. Die Banca Generala Româna entwickelte sich zu einer der bedeutendsten Banken Rumäniens vor dem Ersten Weltkrieg. Sie wurde von den Deutschen Max Sterling und Otto Petersen geleitet. Als Institut mit deutschem Kapital wurde sie im August 1916 von den rumänischen Behörden unter Zwangsverwaltung gestellt; dennoch nahm die Bank ihre Tätigkeit unter der Leitung von Otto Petersen wieder auf – jenes Mannes, dessen Faksimile-Unterschrift sich auch auf den gedruckten Noten der Bank findet. Abb. 1: Hauptsitz der Banca Generala Româna in Bukarest (Postkarte um 1905). Die Banknotenausgabe war durch ein bei der Reichsbank in Berlin hinterlegtes Markendepot gedeckt, und zwar zu einem Kurs von 100 Lei für 80 Mark. Anfang 1917 war ein großer Teil der Emission bereits in Bukarest eingetroffen. Die Ausgabe erfolgte auf Grundlage der Verordnung Nr. 10 vom 18. Januar 1917[3], unterzeichnet von Feldmarschall August von Mackensen. Diese informierte die Bevölkerung des besetzten rumänischen Gebiets darüber, dass die Emissionsabteilung der Rumänischen Generalbank Banknoten zu 1.000 Lei, 100 Lei, 20 Lei, 1 Leu, 50 und 25 Bani ausgegeben habe. Die Banknoten wurden im besetzten Gebiet zu gesetzlichen Zahlungsmitteln erklärt und mussten daher von jedem Einwohner zum vollen Nennwert angenommen werden; Geschäfte, die die Annahme verweigerten, sollten geschlossen werden. Der Bevölkerung wurde zugesichert, dass die Kassen des Militärs und die Behörden die Noten ebenfalls zum vollen Nennwert annehmen würden. Da die Verordnung sofortige Wirkung hatte und am 18. Januar 1917 vollständig veröffentlicht wurde, ergibt sich daraus, dass dies das Datum ist[4], an dem die ersten Banknoten der Rumänischen Generalbank im besetzten Gebiet Rumäniens in Umlauf kamen. Auffällig am Inhalt der Verordnung Nr. 10 vom 18. Januar 1917 ist, dass nicht alle Nominalwerte der Banknoten erwähnt werden: Es erscheinen nur die Werte zu 25 und 50 Bani, 1 Leu sowie 20, 100 und 1.000 Lei, während die Nominale zu 2 und 5 Lei fehlen. Handelt es sich um einen Schreibfehler, einen Druckfehler, oder wurden diese Banknoten tatsächlich erst später in Umlauf gebracht? Den gefundenen Informationen zufolge wurden die Banknoten zu 2 und 5 Lei erst Ende des Jahres 1917, genauer gesagt am 3. Dezember 1917, in Umlauf gebracht. Ihre Ausgabe erfolgte auf Grundlage der Verordnung Nr. 341 vom 3. Dezember 1917[5], die festlegte, dass – in Ergänzung zur Verordnung vom 18. Januar 1917 IV a.1135, die Banca Generala Româna ermächtigt (sei) auch Noten in Abschnitten zu 5 Lei und zu 2 Lei auszugeben. Abb 2: Ankunft einer Banknotensendung am Hauptsitz der Banca Generala Româna in Bukarest (1918?). Abb 3.1: Banca Generala Româna, Banknote zu 50 Bani ohne Datum, Vorderseite, in Umlauf ab Januar 1917. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski. Abb 3.2: Banca Generala Româna, Banknote zu 50 Bani ohne Datum, Rückseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski. Abb 4.1: Banca Generala Româna, Banknote zu 100 Lei ohne Datum, Vorderseite, in Umlauf ab Januar 1917. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski. Abb 4.2: Banca Generala Româna, Banknote zu 100 Lei ohne Datum, Rückseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski. Die spätere Einführung der 2-und 5-Lei-Banknoten erklärt auch die festgestellte Diskrepanz bei der Serienbezeichnung der BGR-Banknoten. In Deutschland gedruckt, entsprach jeder Nennwert einem Buchstaben, beginnend mit dem höchsten: A für 1.000 Lei, B für 100 Lei, C für 20 Lei. Es ist bemerkenswert, dass der Buchstabe D für 1 Leu verwendet wurde, E für 50 Bani und F für 25 Bani. Somit trugen die am 18. Januar 1917 in Umlauf gebrachten Banknoten die Serien A, B, C, D, E und F. Die am 3. Dezember 1917 ausgegebenen Banknoten zu 5 und 2 Lei setzten die Reihenfolge mit den Serien G bzw. H fort. Abb 5.1: Banca Generala Româna, Banknote zu 5 Lei ohne Datum, Vorderseite, in Umlauf ab Dezember 1917. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski. Abb 5.2: Banca Generala Româna, Banknote zu 5 Lei ohne Datum, Rückseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski. Ein weiterer Serienbuchstabe wurde verwendet, nämlich L für die 20-Lei-Banknote. Nur die 20-Lei-Note (in der Verordnung vom 18. Januar 1917 erwähnt) ist mit zwei Buchstaben, C und L., anzutreffen. Da mit dem Buchstaben C die ersten 10.000.000 Banknoten versehen wurden, von 0000001 bis 10000000, und anschließend mit dem Buchstaben L weitere 5.000.000 Banknoten, von 0000001 bis 5000000, ergibt sich, dass die Banknoten mit dem Buchstaben L eine zweite Auflage darstellen. Trotz der Überprüfung aller bekannten Verordnungen konnte bisher keine gefunden werden, die die Einführung der 20-Lei-Noten mit dem Buchstaben L regelt; da diese jedoch bereits gemäß der Verordnung vom 18. Januar 1917 hätten umlaufen dürfen, war eine solche Maßnahme auch nicht erforderlich. Angesichts der Tatsache, dass der Buchstabe L höher ist als der bei den am 3. Dezember 1917 in Umlauf gebrachten Banknoten zu 2 Lei und 5 Lei, stellt sich jedoch die Frage, ob diese zweite Auflage des Zwanzigers mit dem Buchstaben L nicht erst im Jahr 1918 ausgegeben wurde. Abb 6.1: Banca Generala Româna, Banknote zu 20 Lei ohne Datum, Vorderseite. In Umlauf ab 1918? Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski. Abb 6.2: Banca Generala Româna, Banknote zu 20 Lei ohne Datum, Rückseite. Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski. Abb. 7: Bild mit Titel ”Die Modelle der BGR Banknoten” (November 1918 oder Januar 1919). Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Rückzug der deutschen Truppen am 10. November 1918 wurde der Wert der BGR-Banknoten durch Gerüchte beeinträchtigt, wonach diese von den rumänischen Behörden für ungültig erklärt werden sollten. Aus verschiedenen Gründen – darunter auch die Rückgewinnung des Gesamtwertes der Emission in Höhe von 2,1 Milliarden Lei, die durch das Depot bei der Reichsbank in Berlin garantiert war – beschlossen die rumänischen Behörden, die Banknoten im Umlauf zu belassen und sie erst dann zurückzuziehen, wenn die Umstände es erlauben würden. Als sofortige Maßnahme wurde am 18. Dezember 1918 durch das Dekret Nr. 3552[6] die umgehende Abstempelung aller Banknoten der Banca Generala Româna angekündigt. Diese durften, sofern sie keinen Stempel einer rumänischen zentralen oder lokalen Behörde aus dem ehemals besetzten Gebiet trugen, nur noch bis zum 13. Januar (1. Januar alter Stil) 1919 umlaufen. Das Dekret wurde mehrfach geändert. Kurz nach der Veröffentlichung wurde bekanntgegeben, dass die Banknoten zu 25 und 50 Bani sowie 1 Leu nicht mehr gestempelt würden und weiterhin im Umlauf bleiben könnten. Eine ähnliche Situation ergab sich bei der 2-Lei-Banknote: Sie wurde zwar bis zum Ende der Frist abgestempelt, durfte jedoch auch danach weiter umlaufen, selbst wenn sie keinen Stempel rumänischer Behörden trug. Auch die Frist für die Abstempelung wurde mehrfach verlängert. So wurde diese durch das Dekret Nr. 12919 bis zum 12. Februar 1919[7] verlängert und durch eine weitere Mitteilung des Finanzministeriums schließlich bis zum 22. März 1919[8], dem Datum, an dem die Zeichnungen für die 5% Einheitsanleihe von 1919 enden sollten; für diese Anleihe wurden auch ungestempelte Banknoten der Rumänischen Generalbank als Zahlungsmittel akzeptiert. Daher konnten ungestempelte Banknoten zu 5, 20, 100 und 1.000 Lei nur bis zum 22. März 1919 umlaufen, während die Werte zu 25 und 50 Bani sowie 1 Leu und 2 Lei weiterhin ungestempelt im Umlauf blieben. Die Rücknahme der gestempelten Banknoten der Rumänischen Generalbank erfolgte erst in den Jahren 1920/21. Als erste wurden die Noten zu 1.000 Lei, dem höchsten Nennwert, eingezogen. Die Bekanntmachung über den Rückzug wurde am 17. Oktober 1920 veröffentlicht[9], und die Frist wurde auf den 6. November 1920 festgesetzt – ein Datum, nach dem diese Scheine nicht mehr für Zahlungen verwendet werden durften; wer nach diesem Zeitpunkt noch im Besitz solcher Banknoten angetroffen wurde, sollte als jemand gelten, der sie durch Schmuggel eingeführt hatte, und entsprechend bestraft werden. Um jedoch der Bevölkerung den Umtausch dieser Banknoten mit hohem Nennwert zu erleichtern, wurde der Umtausch der von der Rumänischen Generalbank ausgegebenen Tausender auf Antrag bei den Filialen und Agenturen der Rumänischen Nationalbank bis zum 1. Januar 1921 gestattet. Im folgenden Jahr waren die Banknoten zu 1 Leu, 2 Lei, 5 Lei, 20 Lei und 100 Lei an der Reihe, ab dem 2. Juli 1921 aus dem Verkehr gezogen zu werden[10]. Die Umtauschfrist wurde zunächst auf den 31. Juli 1921 festgelegt, jedoch mit der Bestimmung – offensichtlich zur Beschleunigung des Umtausches – dass ab dem Datum der Rückzugsankündigung niemand mehr verpflichtet war, diese Scheine anzunehmen. Auch im Fall dieser Banknoten wurde die Frist mehrfach verlängert; der endgültige Termin für den Rückzug wurde dann auf den 20. August 1921 festgesetzt. Im Umlauf verblieben somit nur noch die kleinen Banknoten zu 25 und 50 Bani. Ihr Wert war durch die Inflation stark gesunken, sodass sie hinsichtlich des Gesamtvolumens der Emission kaum noch Bedeutung hatten – jedoch im täglichen Leben wegen des Mangels an Kleingeld weiterhin nützlich waren. Um dieses Problem zu lösen und den Bedürfnissen des Geldumlaufs gerecht zu werden, schlug das rumänische Finanzministerium die Prägung neuer Münzen zu 25 und 50 Bani vor. Das Gesetz zur Prägung dieser Münzen im Gesamtwert von 20.000.000 Lei wurde im August 1920 vom rumänischen Parlament verabschiedet[11]. Verschiedene Schwierigkeiten verzögerten jedoch die Herstellung der Aluminiummünzen, die erst Ende 1921 bzw. Anfang 1922 fertiggestellt wurden (sie tragen das Jahr 1921). Erst nachdem alle Münzen am 1. März 1922 in Bukarest eingetroffen waren, kündigte das Finanzministerium den Rückzug der Banknoten zu 25 und 50 Bani der Rumänischen Generalbank aus dem Umlauf sowie deren Ersatz durch rumänische Münzen an und setzte den 1. April 1922 als endgültigen Termin für den Umtausch fest. Diese Frist wurde verlängert; bezeichnend ist eine Meldung vom 7. April 1922, wonach in Arad die Finanzverwaltung und die Filiale der Rumänischen Nationalbank die Annahme der von der Generalbank ausgegebenen 50-Bani-Banknoten verweigerten, was dazu führte, dass auch die Bevölkerung sich weigerte, diese Scheine weiter zu verwenden. Die amtlichen Stellen traten dem Gerücht entgegen[12]. Am 20. April 1922 teilte das Finanzministerium mit, dass die kleinen Banknoten zu 25 und 50 Bani weiterhin zum Umtausch angenommen werden mussten – bis zu einer späteren Entscheidung des Ministeriums. Erst Ende November 1922 wurden die kleinen Banknoten endgültig aus dem Verkehr gezogen; ihre Verwendung war nur noch zur Zahlung von Steuern sowie bei Finanzverwaltungen und Steuerämtern gestattet. Ştefan Vasiliţă Anmerkungen [1] Albert Pick, Papiergeld Lexikon, München, Mosaik Verlag, 1978, S. 29; Hans-Ludwig Grabowski, Die deutschen Banknoten ab 1871, Regenstauf, Battenberg Gietl Verlag, 21. Auflage, 2018, S. 223- 227. [2] Zu jener Zeit wurde in Rumänien der julianische Kalender verwendet, der auch als alter Stil bekannt ist. Während der Besatzungsjahre 1916-1918 führten die deutschen Behörden die Verwendung des gregorianischen Kalenders, also des neuen Stils, ein. Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs ging Rumänien im April 1919 offiziell zum gregorianischen Kalender über. Die in diesem Artikel genannten Daten sind im gregorianischen Kalender (neuer Stil) angegeben. [3] Gr. Pherekyde, Colecțiunea ordonanțelor pentru populația României în cuprinsul administrațiunei militare [Sammlung der Verordnungen für die Bevölkerung Rumäniens im Bereich der Militärverwaltung], Bukarest, Cultura Druckerei, 1918, S. 5. [4] Die erste Zahlung, in Höhe von 250.0000 lei in 100-Lei-Banknoten, erfolgte am 19. Januar 1917 an Feldintendantur General-Komando 52. [5] Gr. Pherekyde, Colecțiunea ordonanțelor pentru populația României în cuprinsul administrațiunei militare [Sammlung der Verordnungen für die Bevölkerung Rumäniens im Bereich der Militärverwaltung], Bukarest, Cultura Druckerei, 1918, S. 164. [6] Veröffentlicht im Monitorul Oficial Nr. 206 vom 5./18. Dezember 1918, S. 3606-3607. [7] Monitorul Oficial Nr. 229 vom 9./22. Januar 1919, S. 4352. [8] Monitorul Oficial Nr. 269 vom 28. Februar/18. März 1919, S. 5880. [9] Monitorul Oficial Nr. 156 vom 17. Oktober 1920, S. 5521. [10] Monitorul Oficial Nr. 70 vom 2. Juli 1921, S. 2599. [11] Monitorul Oficial Nr. 125 vom 9. September 1920, S. 4326. [12] Ultime informații [Neueste Nachrichten], in Dimineața (Bukarest), XIX, 7. April 1922, Nr. 5556, S. 5.
- Aus alten Zeitungen: Ein Milliardenvermögen wird vernichtet
Gefunden in: "Siegener Zeitung", Nr. 95 vom 24. August 1931 Ein Milliardenvermögen wird vernichtet In diesen Kisten ruhen Banknoten im Nominalbetrage von mehr als 3 Milliarden Mark. Es sind alte deutsche Banknoten, die von der Besatzungszeit her in Belgien geblieben waren und jetzt auf Grund eines besonderen deutsch-belgischen Vertrages vernichtet werden müssen. Zu diesem Zweck werden sie von einer Papierfabrik abgeholt. Das Verbrennen der Banknoten kam schon deshalb nicht in Frage, da diese Prozedur eineinhalb Jahre beansprucht hätte. Die Banknoten werden zu Packpapier verarbeitet. Uwe Bronnert Anmerkung der Redaktion Unter der Rubrik "Aus alten Zeitungen" möchten wir unseren Lesern in lockerer Folge interessante und amüsante Berichte aus historischen Zeitungen rund um Geldscheine, Falschgeld und echte "Räuberpistolen" präsentieren. Wenn auch Sie eine passende Geschichte in einer alten Zeitung gefunden haben, dann würden wir uns freuen, wenn Sie sich an uns wenden, um sie mit anderen Lesern zu teilen. Die Abbildung "Der Zeitungsleser" ist KI-generiert!
- Teutoburger Münzauktion: Vorschau auf die Auktion 173 am 7. September 2026
Die 173. Auktion vom 7.-11. September 2026 besteht wieder aus drei Katalogen: Teil 1 sind dieses Mal die Banknoten und Briefmarken, diese werden am Montag, 7. September versteigert. Teil 2 ist wieder ein umfangreicher Goldbereich mit Anlagegold aus aller Welt, altgriechischen Elektron-Münzen, Raritäten aus Polen, Russland, Italien, Altdeutschland, Reichsgold, usw., aber auch Luxusuhren und Schmuck. Versteigert am Dienstag, 8. September 2026.Eine DDR-Materialprobe aus Gold vom 10 Mark 1985 zum 40. Jahrestag der DDR befindet sich in Teil III des Kataloges (Los 4171). Teil 3, der Hauptkatalog, beginnt am Dienstag, 8. September am Nachmittag mit China & Südostasien und exotischen Antiquitäten. Es folgen antike Münzen mit vielen altgriechischen Tetradrachmen und einigen Ausgrabungsgegenständen. Im Bereich ausländischer Münzen aus aller Welt kommt u.a. eine bedeutende Sammlung russischer Münzen und Medaillen (u.a. der Ganggut-Rubel) zum Ausruf. Bei den habsburgischen Erblanden und der Abteilung Altdeutschland ist ein außergewöhnliches Angebot an alten Talern und Mehrfachtalern vorhanden, allen voran eine numismatische Sensation, der zuvor in der Literatur anscheinend vollkommen unbekannte dreifache Reichstaler 1588 von Hessen-Marburg, bei dem es sich sehr wahrscheinlich um ein Unikat handelt. Nach den Medaillen (hier eine riesige Auswahl verschiedenster Thematik aus einem belgischen Händler-Nachlass) ist der moderne deutsche Bereich ab 1871 nach Jaeger sehr breit vertreten, besonders mit Seltenheiten der Bundesrepublik und Proben/Verprägungen. Lots und Sammlungen schließen wie immer den numismatischen Bereich ab. Am Ende der Auktion kommen Orden und Ehrenzeichen, Militaria (viele Blankwaffen) und div. Kleinantiquitäten zur Versteigerung. Zur Teutoburger Münzauktion: https://www.teutoburger-muenzauktion.de/de/ Zum Banknotenteil der 173. Teutoburger Münzauktion: https://www.teutoburger-muenzauktion.de/de/suche/13163/seite/1/?lot_range=1-438 Hier einige Beispiele aus dem Banknotenteil: Los 174 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Deutsches Reich, 1871-1945 Rosenberg 83 / Grabowski DEU-94 10 Tsd. Mark 3.2.1923. Serie J, FZ: E. I / I- Startpreis: 3.000 EUR Los 196 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Deutsches Reich, 1871-1945 Rosenberg 136 / Grabowski DEU-169 50 Billionen Mark 10.2.1924. Serie A. II / II+ Startpreis: 2.500 EUR Los 197 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Deutsches Reich, 1871-1945 Rosenberg 137 / Grabowski DEU-170 100 Billionen Mark 15.2.1924. Serie A. I / I- Startpreis: 15.000 EUR Los 206 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Deutsches Reich, 1871-1945 Rosenberg 158a / Grabowski DEU-203a 50 Rentenmark 1.11.1923. Reichsdruck, Serie E. II / II-, kl. Einriss Startpreis: 3.000 EUR Los 207 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Deutsches Reich, 1871-1945 Rosenberg 159 / Grabowski DEU-204 100 Rentenmark 1.11.1923. Serie A. II+, leichter Mittelknick Startpreis: 3.000 EUR Los 243 Banknoten, Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Deutsche Auslandsbanken, China/Kiautschou, Deutsch-Asiatische Bank 1907-191 Rosenberg 1034 / Pick S280r 5 Tael 1.3.1907. Filiale Peking. PMG Grading 58 Choice About Unc Startpreis: 10.000 EUR Los 348 Banknoten, Lots, Deutschland Die deutschen Banknoten ab 1871 nach Rosenberg, Händlernachlass aus den Niederlanden mit ca. 1500 meist besseren Geldscheinen. Darunter Reichsbanknoten u.a. Bündel mit fortlaufender KN und Werte bis zur Billion, BRD ab Franzosenschein bis 200 DM, DDR, seltene Varianten, Muster-Scheine, Rentenmark-Scheine etc. Überwiegend in Klarsichthüllen gepackt, bestimmt und ausgepriesen. Unbedingt besichtigen. Unterschiedlich erhalten. Startpreis: 3.000 EUR Los 407 Banknoten, Lots, Ausland Hochinteressanter Händlernachlass mit schätzungsweise 20.000 Scheinen aus aller Welt. Meist schon bestimmt, sortiert und ausgespriesen in insgesamt 17 Postkisten. Dabei überwiegend moderne Scheine in Top-Erhaltungen, darunter auch umtauschbare Scheine. Ein Posten für den Wiederverkäufer mit viel Potenzial, der unbedingt besichtigt werden sollte. Günstig geschätzt. Unterschiedlich erhalten. Startpreis: 15.000 EUR Los 409 Banknoten, Lots, Ausland Hochinteressanter Händlernachlass mit über 500 meist verschiedenen Scheinen. Alle in Klarsichthülle, bestimmt und ausgepriesen. Dabei alte, aber auch neuere umtauschbare Scheine, u.a. aus Afghanistan, Albanien, Argentinien, Bahamas, Belgien, China, Gibraltar, Großbritannien, Grönland, Haiti, Indien, Italien, Japan, Libyen, Österreich, Schweden, Schweiz, Thailand, Tschechien, Türkei, Ukraine, Ungarn, USA etc. Darunter viele bessere Scheine, auch Specimen. Unbedingt besichtigen! Unterschiedlich erhalten. Startpreis: 3.000 EUR Los 425 Banknoten, Lots, Allgemein Großer Händlernachlass aus den Niederlanden mit Banknoten und Sammlermaterial. Umfangreicher Händlernachlass mit vielen ausländischen Banknoten, Notgeld, Spielgeld, chinesischem Höllengeld, Banknotenkatalogen und Fachliteratur. Weiter enthalten sind Druckbögen in Bilderrahmen, ältere Zeitschriften aus Deutschland und Polen, Postkarten, Briefmarken, Schecks, Quittungen sowie diverses Sammel- und Belegmaterial aus aller Welt. Dazu kommt eine größere Menge an unsortiertem Material und verschiedenen Kleinteilen. Eine genaue Durchsicht aller Stücke war nicht möglich. Weitere Bilder sind online zu sehen. Besichtigung wegen der großen Menge ausdrücklich empfohlen. Günstig geschätzt und mit Potenzial für Händler und Sammler. Nur Selbstabholung, kein Versand! Startpreis: 5.000 EUR Zur Teutoburger Münzauktion: https://www.teutoburger-muenzauktion.de/de/ Zum Banknotenteil der 173. Teutoburger Münzauktion: https://www.teutoburger-muenzauktion.de/de/suche/13163/seite/1/?lot_range=1-438 Teutoburger Münzauktion GmbH Tel.: 05425/930050 E-Mail: info@teutoburger-muenzauktion.de
- Ukraine: Eine neue 2000-Griwna-Banknote kommt im September 2026
Am 10. Juli 2026 kündigte die ukrainische Zentralbank Pläne zur Ausgabe einer neuen 2000-Griwna-Banknote an, die dann der höchsten Nennwert sein wird. Damit soll der Bargeldverkehr erleichtert werden, da der Krieg die Inflation in die Höhe treibt und den Bankbetrieb sowie den elektronischen Zahlungsverkehr beeinträchtigt. Die neue Banknote – deren Wert derzeit bei etwa 45 US-Dollar liegt – wird am 4. September in Umlauf gebracht, erklärte Zentralbankgouverneur Andriy Pyshnyy. „Die Wirtschaft verändert sich. Das Einkommensniveau, die Preise, die Menge des im Umlauf befindlichen Bargeldes und das Zahlungsverhalten der Menschen entwickeln sich weiter“, sagte er, als er die neue Gestaltung in der Betriebshalle der Zentralbank innerhalb des streng bewachten Regierungsviertels vorstellte. Auf der Vorderseite der neuen Banknote ist ein Porträt des ukrainischen Dichters und Dissidenten Vasyl Stus abgebildet. Die Rückseite zeigt die philologische Fakultät der Nationalen Universität Donezk, an der Stus studierte. Vasyl Stus (1938–1985) war der berühmte ukrainische Dichter der „Sechziger“-Bewegung – Übersetzer, Publizist, Prosa-Autor, Philosoph, Literaturwissenschaftler, Literaturkritiker, Menschenrechtsaktivist, politischer Gefangener in der UdSSR, Mitglied der Ukrainischen "Helsinki-Gruppe", einer der prominentesten Vertreter der ukrainischen Dissidentenbewegung, ein Kämpfer für die Unabhängigkeit der Ukraine im 20. Jahrhundert, Träger des Taras-Schewtschenko-Staatspreises (posthum, 1991) und Held der Ukraine (posthum, 2005). „Vasyl Stus wurde zu einem Symbol für den unbezähmbaren ukrainischen Geist“, sagte Pyshnyy während einer Pressekonferenz in der Nationalbank. „Die neue Banknote erinnert nicht nur an das Leben von Vasyl Stus, sondern auch an all jene, die seine Ideale und den Geist jener Ära des moralischen Widerstands in der Ukraine teilten“, so Pyshnyy. „Jedes Element darauf hat eine Bedeutung. Die Banknote lässt sich wie ein Buch lesen. Man erkennt Elemente, die von den Mosaiken von Alla Horska inspiriert sind. Zum Beispiel das Bildnis des Turmfalken aus ihrem berühmten Mariupol-Wandbild. Der Turmfalke ist ein Vogel, der selbst bei stärkstem Wind an einer Stelle schweben kann. Er ist eine bemerkenswert treffende Metapher für die Sechziger. Sie stellten sich gegen ein System, das allmächtig schien. Ihre Generation hatte weder einen Staat noch Schutz, aber sie besaß innere Freiheit. Es war diese innere Freiheit, die den Grundstein für die zukünftige Unabhängigkeit der Ukraine legte.“ Die Banknote enthält zudem Motive aus einem Gedicht, das Stus während seiner Haft verfasste, darunter die Zeile: „Und die Kerze flackert mit der Morgendämmerung, die unser Urenkel den Tag nennen wird.“ Das Design der neuen Banknote entspricht dem Stil der überarbeiteten Griwna-Banknoten, die zwischen 2014 und 2019 ausgegeben wurden. Durch ihre Farbe und Größe lässt sich die Banknote leicht von anderen Stückelungen unterscheiden, was den Nutzern das Erkennen des Nennwerts erleichtert. Das Format der neuen Note beträgt 166 × 75 mm. Die Hauptfarbe ist Blau. Die Banknote wurde im Inland von der Banknoten- und Münzprägeanstalt der Nationalbank der Ukraine gedruckt. Sie verfügt zudem über mehr als zwanzig Sicherheitsmerkmale, darunter sowohl papierbasierte als auch fortschrittliche Drucktechnologien, die zum Schutz vor Fälschungen dienen. Dazu gehören: ein SPARK®-OVI-Element mit kinematischem Effekt. Wenn die Banknote geneigt wird, sind in bestimmten Bereichen des Bildes allmähliche Farbübergänge – von Violett zu Goldgrün – zu erkennen. ein gefensterter Anima™ Colour-Sicherheitsfaden aus Polymer, der mehrfarbig und animiert ist. Er wurde von Oberthur Fiduciaire entwickelt, während das spezifische visuelle Design des Fadens im Auftrag der Nationalbank der Ukraine in den Nationalfarben Blau und Gelb gestaltet wurde. Wenn die Banknote gekippt wird, entsteht sowohl ein Bewegungseffekt als auch eine Bildveränderung, bei der sich der Dreizack in das Griwna-Zeichen verwandelt. Das Ausgabedatum 4. September hat eine besondere Bedeutung. Am 4. September 1965 organisierte Vasyl Stus gemeinsam mit Vyacheslav Chornovil und Ivan Dziuba anlässlich der Premiere des Films „Schatten vergessener Vorfahren“ im Kiewer Kino „Ukraina“ den ersten öffentlichen Protest in der UdSSR gegen die massiven politischen Repressionen gegen die ukrainische Intelligenz. Und am 4. September 1985 starb Vasyl Stus in einem Arbeitslager mit Sonderregime. Der Großteil der gewerblichen Transaktionen in der Ukraine erfolgt bargeldlos, doch die Herausforderungen in Kriegszeiten sorgen nach wie vor für eine hohe Nachfrage nach Bargeld, so Pyshnyy. Ein einfacher Zugang zu Bargeld ist in den Frontregionen der Ukraine besonders wichtig. Das Bargeldvolumen im Umlauf stieg Anfang Juli 2026 auf 970 Milliarden Griwna, verglichen mit etwa 390 Milliarden Griwna im Jahr 2019, als die 1000-Griwna-Banknote eingeführt wurde. „Die Zusammensetzung des Bargeldumlaufs hat sich verändert. 1000-Griwna-Banknoten machen nun mehr als 55 % des Gesamtwerts aller im Umlauf befindlichen Banknoten aus“, sagte Pyshnyy bei der Pressekonferenz. Dies habe gezeigt, dass eine Banknote mit höherem Nennwert erforderlich sei, fügte er hinzu. Er bekräftigte das Engagement der Zentralbank, die Inflation unter Kontrolle zu halten. Die neue Banknote mit dem nun höchsten Nennwert werde dazu beitragen, die Logistikkosten zu senken und den Bargeldumlauf zu optimieren. Donald Ludwig












