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  • Teutoburger Münzauktion 164: Vorschau auf die Banknoten-Auktion am 15. April 2024

    Am Montag, den 15. April 2024, findet mit der Auktion 164 eine neue Spezialauktion zum Thema Papiergeld mit über 900 Losen der Teutoburger Münzauktion statt. Hier geht es direkt zur Banknoten-Auktion 164! Nachstehend möchten wir einige Beispiele aus der Auktion zeigen. Los 6081: Herzogtum Warschau, 5 Talarow 1.12.1810. No. 35032. II-III, 2x Nadelstiche, Eckbug und 4x Faltspuren, selten in dieser Erhaltung, Ausruf: 1.250 Euro. Los 6358: 100 Bio. Mark 26.10.1923. Mit Rotaufdruck „Muster“ auf Vs., Firmendruck, KN. 6-stellig 000129, FZ: AC. I-, äußerst selten, Ausruf: 2.000 Euro. Los 6396: 20 Mark / 5 Toman 19.2.1914, roter persischer Überdruck auf Vs. und Rs., zusätzlich mit Rotaufdruck „Muster“ auf Vs. und Rs. PMG 58 Choice About Unc (TOP POP), von größter Seltenheit, Ausruf: 20.000 Euro. Los 6400: Französisch-Belgischen Eisenbahnverwaltung, 50 Francs o.D. Mit Präge-Stpl. „RCFTO“, Serie A1 II, Ausruf: 1.500 Euro. Los 6401: Ukraine, 2 und 5 Karbowanez 10.3.1942. Junge mit Pelzmütze, Serie 6 und Mädchen mit Kopftuch Serie 31. II- bis III+ und I-, Ausruf: 1.500 Euro. Los 6427: 5 Deutsche Mark Austauschnote, Serie 1948. Kennbuchst. G, Serie G (Patte 62). III, äußerst selten, Ausruf: 2.000 Euro. Los 6438: 50 Deutsche Mark Liberty o.D. D 20383495 A. I, äußerst selten, Ausruf: 9.000 Euro. Los 6457: 1000 Deutsche Mark 2.1.1960. Serie W/A. PMG Grading 55 About Uncirculated, Ausruf: 1.000 Euro. Hier geht es direkt zur Auktion 164 (Banknoten): https://www.teutoburger-muenzauktion.de/de/suche/10254/seite/1/?lot_range=6001-7000 Ende der Gebotsabgabe: 15. April 2024, 07:00 Teutoburger Münzauktion www.teutoburger-muenzauktion.de

  • Leserpost: Irgendetwas findet sich ja immer!

    Irgendetwas findet sich ja immer: 10 Reichsmark kopiert mit Werbung auf der Rückseite. Ich denke, auch derartige Sachen werden gesammelt. Mit freundlichen Grüßen Th. Neldner Anmerkung der Redaktion Es handelt sich um eine "echte Blüte", im wahrsten Sinne des Wortes. Die Verwendung des Geldmotivs als Träger von Werbebotschaften, aber auch von Propaganda, war und ist sehr beliebt. Schließlich sorgt allein die Ähnlichkeit zu Geld schon für eine ganz besondere Aufmerksamkeit. Wenn man den Schein sieht, könnte man natürlich zuerst annehmen, dass es sich um Stück aus der Zeit der "Weimarer Republik" handelt, schließlich wird das Motiv der 10-Reichsmark-Banknote der Deutschen Reichsbank aus dem Jahr 1924 verwendet. Außerdem wird die Wertseite einer Umlaufmünze zu 10 Reichspfennig dargestellt. Um was für Münzen handelt es sich aber bei den beiden Stücken rechts unten? Die lassen sich aufgrund der schlechten Druckqualität kaum identifizieren. Hatte man aber nach 1924 große Seereisen gewinnen können? Auf die richtige Fährte bringt uns der Text auf der Rückseite. Die "Münchner Illustrierte" wurde erst 1950 gegründet, erschien zehn Jahre wöchentlich und ging dann bereits 196o in der "Bunten Illustrierten" des Süddeutschen Verlags auf. Der "Werbeschein" stammt also nicht aus der Zeit der "Weimarer Republik", sondern aus der jungen Bundesrepublik der 1950er-Jahre. Den in der Zeitschrift erschienenen Roman "Achtung! Geld ohne Arbeit!" von Hans Mahner-Mons gab es bereits als Buch, und zwar vom Verlag Knorr & Hirth aus dem Jahr 1931. Warum aber verwendete man in den 1950er-Jahren nicht einen aktuellen Schein der Bank deutscher Länder als Motiv für die Werbung, sondern eine alte Reichsbanknote? Da kann man nur spekulieren, dass die Macher nicht die Gefahr eingehen wollten, wegen der Herstellung von "Blüten" belangt zu werden. Die erhoffte Wirkung dürfte trotzdem erzielt worden sein, denn die alten Reichsbanknoten waren noch vielen Menschen vertraut und Untersuchungen haben ergeben, dass selbst Gestaltungen, die nur entfernt an Geldscheine erinner, als Werbeträger im ersten Moment wie Geld wahrgenommen werden. Genau darauf kommt es bei der Werbung an. Während sich Menschen nach allem bücken, was nach einem Geldschein aussieht, lassen sie einfache Flugblätter unbeachtet liegen! Natürlich finden auch solche "Blüten" ihren Weg in die Alben von Geldscheinsammlern. Hierzu zählen neben Scheinen mit Werbung auch Film- und Theatergeld, Propagandascheine und vieles mehr. Hans-Ludwig Grabowski

  • Wertbeständiges Notgeld: Fettgutscheine von 1923

    Nur fünf Emissionen von wertbeständigem Notgeld über den Sachwert Fett (Fettgutscheine) sind 1923 im Deutschen Reich bekannt geworden. Der über ,,1 Pfund gutes Schweineschmalz oder andere Lebensmittel im gleichen Wert“ ausgestellte Schein der Lederfabrik Friedrich Stadermann G.m.b.H., Oberursel am Taunus, erschien zusammen mit Mehl- und Brotgutscheinen (Mehlkarten: 2 Pfund, Brotkarten 3 Pfund) dieser Firma. Das Schweineschmalz und die gleichwertigen anderen Lebensmittel könnten nur bei der Vertragsfirma L. Müller in Oberursel, Vorstadt 5, bezogen werden. Zwei gleichzeitige Ausgaben liegen aus Schlesien vor. Die Deutsche Wollenwaren-Manufaktur A.-G. in Grünberg/ Schlesien emittierte am 24. Oktober 1923 Gutscheine über ½ und 1 Pfund Margarine, die Gruschwitz Textilwerke Aktiengesellschaft in Neusalz (Oder) am 25. Oktober 1923 Scheine über gleiche Mengen und Werte (30 bzw. 60 Goldpfennig). Deutsche Wollenwaren-Manufaktur A.-G., Gutschein über ½ Pfund Margarine im Werte von 30 Goldpfennig. Ausgegeben Grünberg in Schlesien am 24. Oktober 1923. Deutsche Wollenwaren-Manufaktur A.-G., Gutschein über 1 Pfund Margarine im Werte von 60 Goldpfennig. Ausgegeben Grünberg in Schlesien am 24. Oktober 1923. Gruschwitz Textilwerke Aktiengesellschaft, Gutschein über 60 Goldpfennig oder 1 Pfund Margarine. Ausgegeben in Neusalz (Oder) am 25. Oktober 1923. Der Interessenverband der Importeure ausländischer Fleisch- und Fettwaren, Köln-Schlachthof, brachte mit Datum 1. November 1923 wertbeständige Gutscheine über 1, 5 und 10 Pfund Schmalz (amerikanische Ia Qualität), über 1 Pfund Rinderfett, gleiche Qualität, und 1 Pfund Margarine (Ia Qualität, 1 Pfund-Packung) in den Verkehr. Nach ihrem Text war Sachdeckung in voller Höhe der ausgegebenen Menge vorhanden. So heißt es z.B.: „Der Wert dieses Gutscheines ist gleich dem Großhandelspreis für 1 Pfund amerikanisches Schmalz, Ia Qualität. Gegen diesen Gutschein erhält der Inhaber in den Detailgeschäften 1 Pfund Schmalz, wenn er bis zu 20% des in dem betreffenden Geschäfte geltenden Kleinverkaufspreises zuzahlt. Die Geschäfte erhalten gegen jeden Gutschein bei Vorzeigung von mindestens 50 Stück, Schmalz ohne Zuzahlung ausgeliefert durch die Geschäftsstelle“. Die Herausgeber hatten also die Verdienstspanne der Kleinverteiler berücksichtigt und sie auf „bis zu 20 %“ bemessen. Interessenverband der Importeure ausländischer Fleisch- und Fettwaren, Wertbeständige Gutscheine über Schmalz und Rinderfett, ausgestellt in Köln am 1. November 1923. Schließlich existieren noch Scheine des Kaufhauses Adolf Schubert in Wald (Rheinland) vom 14. August 1923 über ,,1 Pfund Fett oder Speck im Wert von 800.000 Mark", von denen aber nicht bekannt ist, ob sie im Verkehr als Notgeld verwendet wurden. Hans-Georg Glasemann Bildquelle: Privat/ Literaturhinweis: Wilhelmy, Rudolf; Geschichte des deutschen wertbeständigen Notgeldes von 1923/1924, Dissertation, Berlin, 1962. Literaturempfehlung: Manfred Müller: Deutsches Notgeld, Band 12: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-519-0 Auflage: 1. Auflage 2011 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 608 Preis: 39,90 Euro

  • Emporium: Vorbericht Auktion 105 „Banknoten & Notgeld“

    Am 28. März 2024 lädt Emporium Hamburg zur Auktion 105 „Banknoten & Notgeld“ ein. Die Auktion wurde aufgrund der umfangreichen Münz- und Medaillenauktion 104 im Herbst verschoben und zeigt nun die ganze Vielfalt der Welt des Papiergeldes in 536 Losen auf. In der ersten Hälfte des aktuellen Katalogs präsentiert sich eine breite Palette aus dem Ausland: Von A wie Afghanistan (100 Rupien 1939, Los 4000) bis Y wie Yemen (Sammellot, Los 4202). Besonders hervorzuheben sind dabei Frankreich, Indien, Russland, die Tschechoslowakei und vor allem China. Los 4027: China. Chinesisch-Sowjetische Republik unter Mao Tse Tung, 1931-1934. 2 Yuan. Kiangsi, Stadt Ji’an. 2 Chiao 1930. Erhaltung: I. Schätzpreis: € 320,-. Los 4030: China. Imperial Chinese Railways. 1 Dollar Peiyang Branch. 1 Dollar 22.4.1895 / handschriftlich 18.10.1896. Erhaltung: Graffiti, III. Schätzpreis: € 540,-. Im Schwerpunkt Frankreich finden sich inflationäre Ausgaben von Papiergeld aus der Französischen Revolution. Um den Staatshaushalt zu sanieren, führte die Nationalversammlung 1789 Assignate ein, die sieben Jahre später von den Territorialmandaten abgelöst wurden (Los 4048 und Los 4049). Ebenfalls aus dieser Zeit liegen uns die 1000 Francs der Rescriptions de L’Emprunt Force vor, von denen nur 17.500 Exemplare gedruckt wurden (Los 4051). Los 4051: Frankreich. Rescriptions de L’Emprunt Force. 1000 Francs 21 Nivose An IV (11.1.1796). Erhaltung: III. Schätzpreis: € 1.650,-. Die zweite Hälfte der Auktion widmet sich Deutschland ab 1871: Reichsbanknoten, Reichskassenscheinen sowie Geldscheinen aus der Inflationszeit. Weiterhin umfasst die Auktion Ausgaben der Deutschen Rentenbank und der Alliierten Besatzung. Los 4211: Deutsches Reich bis 1945. Reichsbanknoten und Reichskassenscheine 1874-1914. 5 Mark 11.07.1874, KN 7-stellig schwarz, Serie XII. Erhaltung II-. Schätzpreis: € 1.000,-. Los 4223: Deutsches Reich bis 1945. Ausgaben der Deutschen Rentenbank, 1923-1937. 100 Rentenmark 1.11.1923, Serie A, Muster. Erhaltung: I-. Schätzpreis: € 1.000,-. Los 4251: Bundesrepublik Deutschland ab 1948. 20 Deutsche Mark o. D. (1948), Liberty, mit B-Stempel. Der Buchstabe „B“ wurde auf Banknoten, die für Westberlin bestimmt waren, bis zum Dezember 1953 als Kennzeichnung gestempelt oder perforiert. Erhaltung: II. Schätzpreis: € 1.500,-. Los 4281: Bundesrepublik Deutschland ab 1948. Noten der Deutschen Bundesbank 1960-1999. 1000 DM 01.08.1991, Serie AD/Z. Erhaltung: II+. Schätzpreis: € 700,-. Los 4328: Militärgeld und Besatzungsausgaben des 2. Weltkriegs. Besatzungsausgaben der UdSSR 1941/1942. Zentralnotenbank Ukraine. 2 Karbowanez 10.03.1942, KN 7-stellig. Die Banknoten waren nicht im Umlauf. Erhaltung: I-. Schätzpreis: € 2.500,-. Los 4340: Nebengebiete, Danzig 1914-1938. 20 Gulden 01.11.1937, Serie K. Erhaltung: I. Schätzpreis: € 500,-. Aus dem Saarland liegen insgesamt vier Saarmark-Noten in unterschiedlichen Nominalen und Erhaltungen vor. Die Saarmark-Noten wurden nur für kurze Zeit 1947 herausgegeben, als das Saargebiet dem französischen Zoll- und Währungsgebiet unterstellt war. Los 4345: Nebengebiete, Saarland 1920-1948. Saarmark-Noten. 50 Mark 1947. Erhaltung: II. Schätzpreis € 1.500,-. Das Titelstück (Los 4351), eine Druckprobe der Deutsch-Asiatischen Bank, zog bereits im letzten Herbst auf der MIF in Maastricht viele neugierige Blicke auf sich: Die 10 Tael vom 01.03.1907 waren zerschnitten und wurden fachmännisch restauriert, indem Japan-Papierstreifen zur Stabilisierung auf die Rückseite aufgeklebt wurden. Los 4351: Deutsche Auslandsbanken 1907-1918. Deutsch-Asiatische Bank, Peking, 10 Tael 01.03.1907. Perforiert „DRUCKRPROBE“. Sehr selten, restauriert. Schätzpreis: € 2.500,-. Los 4397: Notgeld besonderer Art. Bielefeld. Stadtsparkasse. 50 Mark 02.04.1922. Druck beidseitig schwarz statt violett. Eventuell Probedruck. Erhaltung: I. Schätzpreis: € 650,-. Los 4451: Pfalz, Speyer. Autonome Pfalz. 1 Billion Mark 11.11.1923. Erhaltung: I. Schätzpreis: € 680,-. Los 4460: Rheinprovinz. Coblenz. Männergesangsverein „Liedertafel“. 1 Mark o. D. (01.04.1924). Ohne Wasserzeichen. Erhaltung: I. Schätzpreis: € 210,-. Den Abschluss der Auktion bilden historische Wertdokumente und Varia, wie Thüringer Aktien zu 1000 Mark vom 5.7.1901 (Los 4529) oder Germersheimer Nachsteuerscheine aus dem 19. Jahrhundert (Los 4533). Zahlreiche Sammlungen und Lots, vor allem im Bereich Ausland und Notgeld, laden zu einer vorherigen Besichtigung im Störtebeker-Haus ein. Vorbesichtigungen können ab sofort nach Terminabsprache vorgenommen werden. Wir bitten darum, schriftliche Vorgebote per Post, E-Mail und Fax sowie telefonische Gebote bis spätestens 26. März 2024 aufzugeben, um eine korrekte Abwicklung gewährleisten zu können. Die Auktion 105 findet online auf den gängigen Portalen statt und beginnt am 28. März um 09:30 Uhr. Weitere Informationen und den Online-Katalog finden Sie unter www.emporium-numismatics.com. Bei Fragen zur Vorbesichtigung, Katalogbestellung und Vorgeboten stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Schreiben Sie an numis@emporium-hamburg.com oder kontaktieren Sie uns telefonisch unter 040/257 99-137. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg beim Bieten!

  • Aus privaten Sammlungen: 100 Kronen aus dem Getto Theresienstadt von 1943

    Theresienstadt wurde Ende des 18. Jahrhunderts im Auftrag von Kaiser Joseph II. als Festung mit Garnisonsstadt im Norden Böhmens erbaut. Nach der Besetzung des Protektorats Böhmen und Mähren richtete die Gestapo im Juni 1940 in der sog. „Kleinen Festung“ ein berüchtigtes Gefängnis für Männer und ab 1942 nach dem Heydrich-Attentat auch für Frauen ein, die im tschechischen Widerstand aktiv waren. Im Protektorat lebten etwa 88.000 Juden, über deren Schicksal im Oktober 1941 entschieden wurde. In der Garnisonsstadt entstand im November 1941 ein Getto, das nach der „Wannsee-Konferenz“ zur „Endlösung der Judenfrage“ ab 1942 auch zum Sammel- und Durchgangslager für Juden aus ganz Europa wurde. Anders, als alle anderen Gettos, die aus einem oder mehreren sog. „Jüdischen Wohnbezirken“ bestanden, war Theresienstadt durch die Festungsmauern eine quasi isolierte jüdische Stadt. Für das Getto war deshalb keine Stadtverwaltung zuständig, sondern die Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Prag, die eine Kommandantur einsetzte, welche sich in Befehlen auf die „Jüdische Selbstverwaltung“ bezog. Theresienstadt war niemals der SS unterstellt und deshalb auch kein Konzentrationslager, wie oft fälschlich behauptet. Zur Bewachung waren rund 100 tschechische Gendarmen eingesetzt. Die Idee, Theresienstadt auch als „Altersgetto“ für ausgewählte deutsche Juden zu nutzen, geht auf Reinhard Heydrich zurück, der dies Goebbels im November 1941 vorschlug. Auf der „Wannsee-Konferenz“ wurde das „Altersgetto“ dann im Januar 1942 beschlossen. Hier sollten alle „Reichsjuden“ über 65 Jahre sowie alle Juden mit Kriegsbeschädigungen oder Auszeichnungen aus dem Ersten Weltkrieg untergebracht werden. Nach dem Anschluss des Sudetengebiets und der Besetzung der „Rest-Tschechei“ wurde im Protektorat auch die Reichsmark als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt. Bereits im Herbst 1942 forderte die Kommandantur vom Ältestenrat der Juden, dass eine Bank zu errichten sei, die eigenes Geld ausgeben, den Notenumlauf kontrollieren und für die Geldschöpfung sorgen sollte. Nach einer besonderen Tabelle mit fünf Tarifen waren alle Gettobewohner mit Bargeld zu versorgen. Am 12. Mai 1943 öffnete die Bank der Jüdischen Selbstverwaltung im Rathaus von Theresienstadt ihre Schalter. Je nach Tarif erhielten die Bewohner zwischen 50 und 250 Kronen monatlich. Etwa die Hälfte aller Arbeitsentgelte wurde einem Sperrguthaben für jüdische Auswanderung gutgeschrieben. Weil viele Menschen, die von Theresienstadt aus in Vernichtungslager deportiert wurden, ihr Bargeld an Verwandte und Freunde verteilten, wurde eine Obergrenze von 700 Kronen pro Kopf festgesetzt. Der Umlauf der Quittungen betrug zum Höchststand 18 Millionen Kronen, sank dann aber ausgehend von der durch Transporte in die Vernichtung reduzierten Zahl der Gettobewohner auf rund 7 Millionen Kronen im Jahr 1945 ab. Im Februar 1945 sah die Kommandantur den Krieg als verloren an und ließ viele Unterlagen, auch die zu freien und gesperrten Guthaben vernichten. So schrumpfte allein das Sperrguthaben durch vernichtete Unterlagen von 100 auf nur noch 20 Millionen Kronen. Schließlich übernahm das Rote Kreuz das Getto und am 9. Mai 1945 wurde die Bank geschlossen. Objekttyp: Quittung (Gettogeld) Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Authentizität: Original (Abbildungsvorlage für Katalog) Land/Region/Ort: Protektorat Böhmen und Mähren, Böhmen, Theresienstadt Emittent: Der Älteste der Juden (Ältestenrat im Getto, Jüdische Selbstverwaltung) Nominal: 100 Kronen Datierung: 1. Januar 1943 Vorderseite: Davidstern Rückseite: Moses mit den Gesetzestafeln, Davidstern Unterschrift: Jakob Edelstein (1903–1944) Material: Papier ohne Wasserzeichen Format: 150 mm x 75 mm Druck: Staatsdruckerei, Prag Nummerierung: F 022420 Gültigkeit: 12. Mai 1943 bis 8. Mai 1945 Zitate: GET-14 (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) TH 7 (Grabowski: Das Geld des Terrors) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com. Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine 23. Auflage 2023/2024 ISBN: 978-3-86646-224-3 864 Seiten, durchgehend farbig Preis: 39,90 Euro Zur Leseprobe Bestellung über den Verlags-Shop

  • Koenig & Bauer

    Die Beschäftigung mit historischem Papiergeld führt zwangsläufig auch zu den deutschen und internationalen Wertpapierdruckereien. Auch mit den Druckarten von Geldscheinen aller Art ist man dann befasst – weniger mit den Druckmaschinen, auf denen Wertpapiere und Banknoten hergestellt werden. So steht „Koenig & Bauer“ weder für den Titel eines Strategiehandbuchs für Schachspieler – noch für ein Kinderfangspiel. Es ist die Firmenbezeichnung der „Schnellpressenfabrik Koenig & Bauer A. G.“ in Würzburg. Inhaber waren Johann Friedrich Gottlob Koenig und Andreas Friedrich Bauer. Koenig erlernte in der Buchdruckerei „Breitkopf & Härtel“ in Leipzig das Buchdruckerhandwerk; Bauer ließ sich in Stuttgart zum Optiker und Mechaniker ausbilden, in Tübingen studierte er anschließend Mathematik. In England trafen sich beide angehende Unternehmer und bauten die ersten dampfbetriebenen Druckmaschinen. Zurück nach Deutschland gründeten sie 1818 auf Grund ihres Londoner Vertrags in Bayern die erste Schnellpressenfabrik der Welt. Abb. 1: Johann Friedrich Gottlob Koenig (1774–1833), Abb. 2: Andreas Friedrich Bauer (1783–1860). Im Jahr 1817 richteten Friedrich Koenig und Andreas Friedrich Bauer in einem Klostergebäude eine Druckmaschinenfabrik ein, die heute als „Koenig & Bauer“ Weltruf genießt. Ein weiterer Standort wurde 1828 in der ehemaligen Klostermühle der aufgelösten Abtei im fränkischen Münsterschwarzach eingerichtet. Schon 1825 hatte A. F. Bauer die Klostermühle von Joel Jakob von Hirsch für 18.000 Gulden erworben. Er hatte dort geplant, eine Filiale seiner Druckerei zu errichten, die am 17. Juni 1825 ins Handelsregister eingetragen wurde. Im Jahr 1827 erwarb Bauer einen großen Garten mit Wasserreservoir. Er beschäftigte bis zu 100 Handwerker. Nach dem Tod Koenigs 1833 betrieb Bauer das Geschäft weiterhin mit großem Erfolg, bis die beiden Söhne seines früheren Geschäftspartners das Unternehmen übernahmen. Aus der Fabrik im Kloster Oberzell gingen weitere deutsche Druckmaschinenhersteller hervor: die „Sander’sche Maschinen-Fabrik“ (Reichenbach’sche Maschinenfabrik, ab 1898 MAN); der Werksmeister Andreas Albert von Koenig & Bauer und der Müllerssohn Andreas Hamm gründeten 1861 in Frankenthal eine Pressenfabrik. Ein Neffe von Friedrich Koenig, Fritz Helbig, eröffnete gemeinsam mit Leo Müller in Wien die „Schnellpressenfabrik Helbig & Müller“, aus der später die „Maschinenfabrik Koenig & Bauer (Austria)“ hervorging. Seit der Umwandlung zur Aktiengesellschaft im Jahr 1920 erweiterte sich „Koenig & Bauer“ durch Zukäufe anderer Druckmaschinenwerke zum führenden Hersteller von Schnellpressen in Deutschland. Abb. 3: Inhaberaktie von 1930 über 100 RM der Schnellpressenfabrik Koenig & Bauer AG, (Quelle: https://de.wikipedia.org). Während der Inflation von 1922/23 gab die Schnellpressenfabrik in Würzburg Notgeldscheine über 500, 1000 und 10.000 Mark sowie über 10 und 100 Milliarden Mark aus. Diese sind schwer zu finden und durch die Zerstörung in den Kriegswirren 1945 wurden alle Belege und Unterlagen darüber völlig zerstört. Abb. 4: 1000 Mark 1922, einseitiger Gutschein ohne Unterschriften, (Quelle: https://www.bavarikon.de). Abb. 5: 10.000 Mark 1923, Gutschein mit Überdruck „Zehn Milliarden Mark“, (Quelle: Albert Pick „Das Papiergeld Bayerns“, S. 214, Regenstauf 1989). Abb. 6: 100 Mrd. Mark 1923, es sind Gutscheine mit 4- und 5-stelliger Kontrollnummer belegt, (Quelle: https://www.bavarikon.de). Ernstzunehmende Konkurrenz in der Druckmaschinenbranche kam nach den sog. Gründerjahren auch im Königreich Sachsen auf. Die Maschinenfabrik „Rockstroh & Schneider Nachf.“ wurde 1887 in Dresden gegründet, verlegte ihren Firmensitz 1899 nach Heidenau/Sa. und firmierte sich in „Rockstroh-Werke AG“ um. Abb. 7: Inhaberaktie von 1920 über 1000 Mark, Rockstroh-Werke AG, (Quelle: https://de.wikipedia.org). Im Zuge der Enteignungen durch die SMAD nach dem Zweiten Weltkrieg ging auch dieser Betrieb als „VEB Polygraph Druckmaschinenwerk Victoria“ in „Volkseigentum“ über. 1970 wurde der Heidenauer Betrieb in den DDR-Konzern „Kombinat Polygraph Werner Lamberz“ (vormals VVB Polygraph) eingegliedert. Dort war auch das Radebeuler Unternehmen „VEB Druckmaschinenwerk Planeta“ integriert. Beide Firmen verschmolzen 1990 zur „Planeta Druckmaschinenwerk AG“. Nach der Deutschen Einheit bemühte sich „Koenig & Bauer“ um den Erwerb der Radebeuler Firma, beteiligte sich seit April 1991 am Planeta-Werk und übernahm dann 1994 den Mehrheitsanteil. 1998 wurde der Betrieb „KBA Planeta (Koenig & Bauer-Albert)“ benannt und ist heute als „Koenig & Bauer Sheetfed AG & Co. KG“ innerhalb der Koenig & Bauer Group eingebunden. Der „VEB Druckmaschinenwerk Planeta Radebeul“ entstand 1948 aus der „Planeta Druckmaschinenwerk AG“, die durch Kriegsschäden und nach der sowjetischen Demontage 1945 wieder aufgebaut werden musste. Der Betrieb wurde 1898 als „Dresdner Schnellpressenfabrik“ (AG seit 1910) von Ingenieur Joseph Hauss und Konstrukteur Alfred Sparbert in Dresden gegründet. Beide kannten sich aus ihrer gemeinsamen Zeit bei „Rockstroh & Schneider“ und arbeiteten zuletzt für die „Druckmaschinenfabrik Albert & Cie. in Frankenthal“. Vom Standort Coswig verlegte man den Betrieb 1911 ins nahe Naundorf bei Radebeul nördlich von Dresden. 1924 fusionierte die DSF AG mit der „Leipziger Schnellpressenfabrik AG“ zur „Dresden-Leipziger Schnellpressenfabrik AG“ und firmierte seit dem 28. Oktober 1938 als „Planeta Druckmaschinenwerk AG“. Abb. 8: Inhaberaktie von 1942 über 1000 RM, Planeta Druckmaschinenwerk AG, (Quelle: https://de.wikipedia.org). Die „Albert-Frankenthal GmbH“ wurde 1990 ebenfalls von der Koenig & Bauer AG übernommen und ist seit November 2011 ein Tochterunternehmen des Konzerns. Aus der 1863 gegründeten und 1873 liquidierten „Maschinenfabrik Albert & Hamm“ wagten Andreas Albert und Wilhelm Molitor mit der „Schnellpressenfabrik Albert & Cie.“ einen Neubeginn. Andreas Hamm verließ das Unternehmen, gründete die „Schnellpressenfabrik von And. Hamm in Frankenthal“ und verstarb 1894 im Alter von 70 Jahren. Sein Sohn verkaufte sein Erbe an Wilhelm Müller, der den Betrieb nach Heidelberg verlagerte, wo er als „Heidelberger Druckmaschinen AG“ noch heute produziert. Die KBA-Group erwarb „De La Rue Giori“ im Jahr 2001 und firmierte zu „KBA-Giori“, ab 2011 zu „KBA-NotaSys“ und nennt sich seit 2020 „Koenig & Bauer Banknote Solutions“ mit Sitz in Lausanne/Schweiz. Abb. 9: Werbeschein 2017, zum 200. Jahrestag der Gründung von „Koenig & Bauer“, Intaglio Specimen Testnote von „KBA-NotaSys“, (Quelle: https://www.worthpoint.com). Ein wichtiger Kunde von „Koenig & Bauer“ ist die „Giesecke & Devrient GmbH“, kurz G+D genannt, und gehört zu den 16 Wertpapierdruckereien in Europa, die für den Druck von Euro-Banknoten autorisiert sind. G+D druckt etwa fünf Milliarden Banknoten pro Jahr. 2015 wurde die Münchner Druckerei aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. Im Werk Leipzig druckt heute G+D Euro-Banknoten. Abb. 10: ein Drucker im Werk Leipzig der Giesecke & Devrient GmbH entnimmt zur Qualitätskontrolle einen Druckbogen mit 54 in Nutzen gedruckten 20-Euro-Banknoten, die auf Maschinen der Fa. Koenig & Bauer AG hergestellt werden, (Quelle: „Sehnsuchtsorte, die Sie kennen sollten“ 3.10.2023, Doku & Reportage, NDR“). Abb. 11: während des sog. Fortdrucks im Werk Leipzig der Giesecke & Devrient GmbH fotografierte Produktion von 50-Euro-Banknoten – in Nutzen zu 5 x 8 Noten, (Quelle: „Giesecke & Devrient“, aus „Mitteldeutsche Zeitung“ vom 18. Juli 2016 „Geheimes Gewerbe / Giesecke & Devrient in Leipzig: Hier werden massig 50-Euro-Scheine gedruckt“) Neben den Gutscheinen der „Koenig & Bauer A. G.“ sind weitere Wertpapiere, Notgelder und geldähnlichen Ausgaben quer durch die Firmenverpflechtungen von Interesse. Abb. 12: Inhaberaktie von 1939 über 1000 RM, Giesecke & Devrient AG, (Quelle: https://de.wikipedia.org). Abb. 13: Inhaberaktie von 1925 über 1000 RM, Schnellpressenfabrik AG Heidelberg, (Quelle: https://de.wikipedia.org). Abb. 14: 1 Pfennig o. D (1917), Gutschein, Vs., Giesecke & Devrient Leipzig, (Quelle: https://hoehn.bidinside.com). Abb. 15: 50 Pfennig 1917, Gutschein, Vs., Giesecke & Devrient Leipzig, (Quelle: https://www.numisbids.com). Siegfried Weichold, dem damaligen Mitarbeiter im Heidenauer Druckmaschinenwerk und Vorsitzender der FG Numismatik Pirna ist es zu verdanken, dass er für verschiedene Betriebsfeiern der Firma geldwerte Gutscheine in unterschiedlicher Form in einem Pirnaer Handwerksbetrieb drucken ließ. Die Scheine zeugen vom Wertegang der Radebeuler Firma und ihrem Zweigbetrieb in Heidenau vom VEB-Betrieb zur Nach-Wende-GmbH. Abb. 16–18: Wertscheine in DDR-Mark, von links: 5 Mark 29.9.1989, mit Drucknorm, 10 Mark 20.10.1989, ebenfalls mit Drucknorm (Auflage 500 Stck.), 5 Mark 21.4.1990 (ohne Drucknorm), alle einseitig für das Werk Heidenau gedruckt (Quelle: Archiv M. H. Schöne). Abb. 19/20: Wertschein, links: 5 DDR-Mark 11.5.1990, Schiffs-Gutschein mit Abschnitten zu 5 und 10 D-Mark o. D. (nach 1.7.1990), (Quelle: Archiv M. H. Schöne). Dem Initiator der Wertscheine ist es auch zu verdanken, dass einige Probedrucke von chinesischen Druckvorlagen aus den 1950er-Jahren erhalten blieben. Bei der Deutschen Notenbank waren Akten (heute im Bundesarchiv) unter der Archivsignatur 618 hinterlegt. Die Probedrucke wurden angeblich sowohl in Heidenau als auch in Leipzig gefertigt. Der VEB Deutsche Wertpapierdruckerei Leipzig und auch chinesische Einkäufer hatten wohl Interesse an deutschen Druckmaschinen. Abb. 21: Deckblatt DN-6 zum Archivgut der Deutschen Notenbank Berlin, mit Angabe „Zeitlicher Umfang: 1952–1956“, (Quelle: Bildarchiv Dr. Sven Gerhard). Abb. 22: farbliche Wertpapier-Probedrucke aus der DDR der 1950er-Jahre; Textzeile in der Ornamentleiste „Běn yàng mò yóu jú shuā yìn“, wörtlich: „Buch Probe Tinte Öl Büro Bürste drucken“ ≈ „Dieses Muster wird vom Büro für Tinte und Öl gedruckt“ bzw. „Probedruck der Verwaltung für Druck“, (Quelle: https://www.zmkm8.com). Abb. 23: Mehrfarben-Irisdruck, einseitig mit kopfstehender roter KN, Serienziffern IV III III, auch mit römischen Serienziffern III X IX, IV IV IV u. a. bekannt, es kommen Varianten in Blau und Olivgrün vor – mit oder ohne Ziffern im Rahmen, z. B. „25“, (Quelle: Bildarchiv Dr. Sven Gerhard). Michael H. Schöne Quellen: http://www.zhongdezhongxin.de https://de.wikipedia.org https://wuerzburgwiki.de https://www.ardmediathek.de https://www.dwalive.de https://www.koenig-bauer.com https://www.mz.de https://www.statistik-bw.de

  • Lexikon: Initiale

    Eine Initiale ist ein Großbuchstabe, der durch besondere Größe oder Verzierung gekennzeichnet ist und am Anfang eines Wortes oder Textes steht. Initialen bilden beim Papiergeld oft einen Teil des Ornaments oder des Rahmenschmuckes. Deutsche Reichsbank: Reichsbanknote zu 1000 Mark vom 21. April 1910 (1917), sog. "Brauner Tausender", Abb. Sammlung Grabowski. Banca d'Italia: 1000 Lire vom 12. Dezember 1942, Abb. Hans Worbes, www.worbes-verlag.de. Beispiele: Deutschland: Reichsbanknoten zu 100 und 1000 Mark von 1883 bis 1910 Deutschland: Reichsbanknoten zu 10, 20, 50, 100 und 1000 Reichsmark von 1924 Italien: 50, 100, 500 und 1000 Lire, Typ I. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

  • Neue Auflage des Standard-Katalogs zum englischen Papiergeld

    Pam West, Vicent Duggleby: English Paper Money, Including Polymer, Treasury and Bank of England from 1694 (Englisches Papierguld inklusive Polymer-Banknoten, Schatzamt und Bank von England seit 1694) 416 Seiten, Broschur, durchgehend farbige Abbildungen, Format 14,8 cm x 21 cm, Sutton, Surrey 2023. Preis: 25,00 £. ISBN: 978-0-9543457-9-2 Bereits in 10. Auflage erschien der von Pam West bearbeitete Standardkatalog zum englischen Papiergeld seit 1694. Die Basis bildet die 1975 von Vincent Duggleby erschienene Erstauflage. Ganz aktuell findet sich die Abbildung eines Musterscheins mit König Charles III. auf dem Titel. Die neue Auflage führt nach einer Einleitung mit allgemeinen Angaben zum Katalog und zu den Bewertungen sowie zu Serien und Kontrollnummern und zum Aufbau einer Sammlung zuerst die englischen Schatzscheine aus der Zeit von 1914 bis 1928 auf. Das Kapitel beginnt mit einer Einleitung, in der u.a. auch verschiedene Entwürfe gezeigt werden. Der anschließende Katalogteil umfasst drei Ausgaben aus der Zeit des Ersten Weltkriegs 1914 bis 1918, zu denen u.a. auch Scheine mit Überdrucken gehören, die während des Einsatzes britischer Truppen auf den Dardanellen genutzt wurden. In den Jahren 1919 bis 1928 gab es weitere drei Ausgaben solcher Schatzscheine. Den weitaus größten Teil des Katalogs macht das Kapitel zu den Noten der Bank of England aus. Die Katalogisierung erfolgt nach den Amtszeiten der jeweiligen „Chief Cashiers“ der Bank. Als Varianten werden verschiedene Unterschriften aufgeführt, aber natürlich auch die verwendeten Serien und andere Unterscheidungsmerkmale. Bewertungen erfolgten in den drei Erhaltungsgraden VF (Very Fine, III, gebraucht), EF (Extra Fine, II, leicht gebraucht) sowie UNC (Uncirculated, I, kassenfrisch). Den Abschluss bildet ein Überblick zu Fehldrucken sowie allgemeine Informationen für Sammler. Der neue Katalog ist ein Muß für jeden ernsthaften Sammler englischer Banknoten. Interessenten wenden sich bitte direkt an British Notes, Pam West, PO Box 257, Sutton, Surrey, SM3 9WW, www.britishnotes.co.uk, E-Mail: pam@britishnotes.co.uk. Hans-Ludwig Grabowski

  • Leserpost: 100 Mio. Mark der Reichsbahn mit Serie M

    Sehr geehrte Damen und Herren, den Schein habe ich gerade "erbeutet": RVM-7h mit dem Buchstaben M (Deutsche Reichsbahn, 100 Millionen Mark vom 25. September 1923). Der steht so weder im älteren Katalog Müller/Geiger, noch im Grabowski von 2021 drin. Mit freundlichen Grüßen M. Brehme Anmerkung der Redaktion Bei der Ausgabe des Reichsverkehrsministers zu 100 Millionen Mark vom 25. September 1923 mit Stern vor einer 6-stelligen Kontrollnummer (Grabowski, Die deutschen Banknoten ab 1871: RVM-7h bzw. Müller/Geiger/Grabowski, Das Papiergeld der deutschen Eisenbahnen und der Reichspost: 002.13o) waren bislang nur die Serien A, B, G, H und L nachgewiesen und in die Kataloge aufgenommen. Die Serie M habe ich mir für mögliche Neuauflagen der Kataloge notiert. Vielen Dank für Ihre Meldung und das Foto. Hans-Ludwig Grabowski Literaturempfehlung: Müller/Geiger/Grabowski: Deutsches Notgeld, Band 13: Das Papiergeld der deutschen Eisenbahnen und der Reichspost Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-580-0 Auflage: 2. Auflage 2016 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbige Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 344 Preis: 39,90 Zur Leseprobe Mehr lesen

  • Anschütz & Co.: Goldmark-Notgeld 1923

    Als in der Hyperinflation Ende 1923 die deutsche Markwährung total zusammenbrach, suchten selbst kleinere Gesellschaften wie die Kieler Firma Anschütz & Co. nach kreativen Lösungen zur Schaffung von wertbeständigem Notgeld zur Vereinfachung der Lohn- und Gehaltszahlungen. In dieser Situation zahlte Anschütz & Co. die Hälfte der Löhne Anfang November 1923 mit wertbeständigen Verrechnungsscheinen auf Goldmark-Basis. Die schleswig-holsteinische Firma Anschütz & Co. aus Kiel-Neumühlen zahlte mit ihrem Verrechnungsscheinen über 1, 5 und 10 Goldmark vom 7. bis zum 14. November 1923 50% der Löhne und Gehälter an ihre Arbeitnehmer wertbeständig aus. Den Werksangehörigen wurde das Goldnotgeld jederzeit zum Dollarkurs des vorangegangenen Tages für den Dollar gleich 4,20 Goldmark in deutsches Papiergeld (Papiermark) umgewechselt. In den Erlösen aus dem durch eine niederländische Tochtergesellschaft besorgten Export der Werkserzeugnisse standen laufend Devisen zum Ankauf der benötigten Papiermark-eträge zur Verfügung. Anschütz & Co., Verrechnungsschein über 1 Goldmark, ausgegeben in Kiel-Neumühlen am 7.11.1923. Anschütz & Co., Verrechnungsschein über 5 Goldmark, ausgegeben in Kiel-Neumühlen am 7.11.1923. Anschütz & Co., Verrechnungsschein über 10 Goldmark, ausgegeben in Kiel-Neumühlen am 7.11.1923. Die Firma Anschütz ist auch heute noch ein Spezialist für Navigations- und Brückensysteme für die kommerzielle Schifffahrt, Megayachten und Marineschiffe. Das Kieler Unternehmen hat derzeit etwa 550 Beschäftigte. Hans-Georg Glasemann Bildquelle: KENOM (6/2023) Literaturhinweis (Daten und Texte teilweise entnommen): Wilhelmy, Rudolf; Geschichte des deutschen wertbeständigen Notgeldes von 1923/1924, Dissertation, Berlin, 1962. Literaturempfehlung: Manfred Müller: Deutsches Notgeld, Band 12: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-519-0 Auflage: 1. Auflage 2011 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 608 Preis: 39,90 Euro

  • Zahlungsmittel der britischen Streitkräfte

    Zur Versorgung von Angehörigen der britischen Streitkräfte und deren Familien im In- und Ausland gründete die britische Regierung 1920 durch Zusammenlegung der "Expeditionary Force Canteens" (EFC) und des "Navy and Army Canteen Board" (NAACB) die "Navy, Army and Air Force Institutes" (NAAFI). Die NAAFI weitete ihre Tätigkeit in der Zeit bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs aus und unterstützte britische Militärstützpunkte und Einsätze auf der ganzen Welt, von den Bermudas und Jamaika bis nach Singapur und China. Die NAAFI war von Anfang an nicht nur für die Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs in Geschäften und Supermärkten zuständig, sondern betrieb neben stationären und mobilen Kantinen (u.a. auf Schiffen der Marine) auch Restaurants, Clubs, Bars, Cafés sowie Freizeit-, Sport- und Erholungseinrichtungen und sogar Wäscherein. Der Zweck der NAAFI besteht bis heute nicht in der Erwirtschaftung von Gewinn, sie ist also eine sog. "Non-Profit-Organisation". Für den Einsatz in Kriegsgebieten erhalten die Zivilbeschäftigten der NAAFI Uniformen und sind dem Expeditionary Forces Institute (EFI) unterstellt. Auf der Abbildung sehen wir den ersten im besetzten Berlin im Juli 1945 eingesetzten mobilen Kantinenwagen der NAAFI/EFI. Mit Beginn des Zweiten Weltkriegs stieg die Anzahl der NAAFI-Einrichtungen drastisch von 1.350 auf fast 10.000 an. Darunter waren allein 800 Kantinen auf größeren Schiffen und 900 mobile Kantinen. Die Anzahl der Beschäftigten stieg von zuvor 8.000 auf den Höchststand von über 110.000, um die britischen Truppen im aktiven Dienst zu unterstützen. 1942 beschäftigte die NAAFI so allein 4.000 Künstler für die Truppenbetreuung. Die Anzahl der täglich verkauften Zigaretten belief sich während des Kriegs auf etwa 24 Millionen Stück. Für die britischen Streitkräfte im besetzten Deutschland und Österreich wurden 1946 erstmals eigene Zahlungsmittel ausgegeben. Zuerst wurden Kunststoff-Münzen zu 1/2 und 1 Penny ohne Datum genutzt, die von der bekannten Londoner Wertpapierdruckerei Thomas De La Rue hergestellt wurden. Sie sind zwar auf den ersten Blick kein Papiergeld, der Druck erfolgte aber auf Papier, das laminiert wurde. Man findet sie deshalb auch im "Standard Catalog of World Paper Money – Specialized Issues" bei Großbritannien unter M7 und M8. Am 1. August 1946 wurden sog. "Special Voucher" (Sondergutscheine) der britischen Streitkräfte eingeführt. Auch sie waren Anfangs nur im besetzten Deutschland und Österreich gültig, wurden aber ab 6. Mai 1947 auch für britische Truppen im besetzten Japan freigegeben. Es kommen auch Scheine mit Überdruck für Schiffskantinen vor (ISSUED IN H.M. SHIPS AFLOAT FOR USE IN NAAFI CANTEENS ONLY), deren Besatzungen ebenfalls in Japan eingesetzt wurden. Von der ersten Serie der Gutscheine gab es Nominale zu 3 und 6 Pence sowie 1 Shilling, 2 Shillings und 6 Pence, 5 und 10 Shillings sowie 1 Pound. Nach dem Zweiten Weltkrieg sank an die Anzahl der Einrichtungen und Beschäftigten rapide. die NAAFI musste ihren Betrieb umstellen und 1947 beschäftigte sie nur noch 65.000 Mitarbeiter. Pro Woche wurden in dieser Zeit etwa 200 NAAFI-Einrichtungen geschlossen. 1948 wurde die zweite Serie Gutscheine der britischen Streitkräfte mit den gleichen Nominalen der Serie von 1946 zuzüglich einem 5-Pounds-Schein ausgegeben. Seit den 1950er Jahren unterstützt die NAAFI die britischen Streitkräfte im In- und Ausland, darunter bei Einsätzen im Falkland-Konflikt 1982, wo rund um die Uhr 25.000 Menschen zu versorgen waren, in den beiden Golfkriegen, in Afghanistan und vielen weiteren. 1955 verlegte die NAAFI ihren internationalen Hauptsitz nach Rheindahlen bei Mönchengladbach, wo die Britische Rheinarmee ihr Hauptquartier hatte. Die dritte Serie der britischen Militär-Gutscheine mit Werten der üblichen Wertstufen bis 1 Pound kam 1956 in Umlauf. 1962 folgte die vierte Serie der Gutscheine, ebenfalls in der Stückelung der ersten Serie von 1946 mit Werten bis 1 Pound. Die vierte Serie wurde zwar hergestellt, aber nie ausgegeben. In den 1960er Jahren wurde dann außerdem eine fünfte Serie geplant, es sind aber lediglich Musterscheine und einige Druckproben bekannt. Die sechste Serie der Militär-Gutscheine wurde nicht mehr bei Thomas De La Rue, sondern bei Bradbury, Wilkinson & Co. Ltd. gedruckt und stammt aus dem Jahr 1972. Von dieser letzten Serie gibt es lediglich Gutscheine zu 5, 10 und 50 New Pence. Heute ist die NAAFI an weitaus weniger Orten tätig, aber in Deutschland, Gibraltar, Brunei, den Südatlantikinseln und an Bord der Schiffe der Marine präsent, was den britischen Streitkräften und ihren Familien im Ausland nicht nur Bequemlichkeit, sondern auch einen "Geschmack von Heimat" bieten soll. Im Jahr 2006 versorgte die NAAFI Militärangehörige und deren Familien in Großbritannien und Nordirland, Deutschland, Zypern, im Irak, auf den Falkland-Inseln, in Bosnien, im Kosovo, auf der Insel Ascension, in Belize, Brunei, Kenia, Gibraltar und Afghanistan. Mehr als 4.000 Beschäftigte arbeiteten 2006 für die NAAFI, die einen Umsatz von 226 Millionen britischen Pfund in zwölf verschiedenen Währungen erreichte. Hans-Ludwig Grabowski Abb. 1: W.wolny - IWMCollections IWM Photo No.: BU 8974, gemeinfrei Abb. 2, 3, 6 – 13: Hans-Ludwig Grabowski Abb. 4, 5: Hartmut Fraunhoffer, www.banknoten.de

  • Besuchen Sie uns auf der NUMISMATA am kommenden Wochenende in München

    Am  2. und 3. März 2024 findet mit der NUMISMATA in München wieder Europas größte Münzbörse statt. Lesen Sie HIER mehr zu der allseits beliebten Veranstaltung, auf der natürlich auch den Battenberg Gietl Verlag mit einem großen Stand (Box E3) und seiner Fachliteratur vertreten sein wird. Besuchen Sie uns in München und sprechen Sie persönlich mit mir, ich freue mich auf Sie. Zum Hallenplan der NuUMISMATA: https://www.numismata.de/muenchen/besucherservice/hallenplan/ Hans-Ludwig Grabowski Redakteur Geldscheine-Online und "Der Geldscheinsammler"

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