top of page

Search this site

3671 Ergebnisse gefunden mit einer leeren Suche

  • Lexikon: Inflation

    Als Inflation bezeichnet man eine Überversorgung der Wirtschaft mit Zahlungsmitteln durch Vermehrung des umlaufenden Geldes ohne eine entsprechende Produktionssteigerung. Die Folge ist eine geringere Kaufkraft des Geldes und Preissteigerungen. Deutsche Reichsbank: Reichsbanknote zu 100 Billionen Mark vom 15. Februar 1924. Magyar Nemzeti Bank: 1 Milliarde B-Pengö (1 Milliarde Billionen Pengö) vom 3. Juni 1946. Reserve Bank of Zimbabwe: 100 Billionen Dollars von 2008. Die größten Inflationen gab es in Deutschland 1922/23, Ungarn 1946 und Simbabwe 2007/08. Besuchen Sie zum Thema Inflation auch unsere Galerie zur deutschen Inflation nach dem Ersten Weltkrieg im Museum: https://www.geldscheine-online.com/inflation Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

  • Vom Slowakischen Volksaufstand bis zum Ende der Slowakischen Notenbank

    Für viele Slowaken ging mit der Staatsgründung 1939 ein Traum in Erfüllung: Zum ersten Mal in der Geschichte hatten sie einen eigenen Staat. Dass dieser Staat ein Vasallenstaat von Hitlers Gnaden war, wurde zunächst verdrängt. Doch im Verlauf des Zweiten Weltkriegs wuchs bei vielen Slowaken die Unzufriedenheit mit dem eigenen klerikal-faschistischen Regime unter dem katholischen Priester Jozef Tiso (* 13. Oktober 1887 in Nagybiccse, heute Bytča; † 18. April 1947 in Bratislava) und der deutschen wirtschaftlichen Ausplünderung des Landes. Die 1942 einsetzende Deportation der slowakischen Juden erregte den Unmut der Bevölkerungsmehrheit. Nach der Niederlage der Wehrmacht in Stalingrad formierte sich auch unter den Soldaten der slowakischen Armee Widerstand. Hunderte, die auf Seiten der Wehrmacht an der Ostfront gekämpft hatten, desertierten und schlossen sich der Roten Armee an. Im Land bereiteten sich die bürgerliche und die sozialistische Opposition auf einen Aufstand vor. Unter der Führung des so genannten Nationalrats wurden Versorgungslager angelegt und Pläne für eine militärische Aktion ausgearbeitet. Entscheidend war, dass sich ein ganzes Armeekorps - 24.000 Mann mit kriegsmäßiger Ausrüstung - der Opposition anschloss. Der Gouverneur und auch andere Mitarbeiter der Nationalbank dürften in die Pläne eingeweiht gewesen sein, denn auf Anweisung des Gouverneurs Imrich Karvaš wurde noch vor Ausbruch des Aufstandes ein großer Teil der Zahlungsmittel nach Banská Bystrica (Neusohl) gebracht. Gründe dafür waren die günstige geographische Lage, die Sicherheit vor Luftangriffen - Bratislava war am 16. Juni 1944 zum ersten Mal bombardiert worden - und die modernen Tresorräume der dortigen Zweigstelle der Nationalbank. Zahlen nach Veronika Macháčková, Slowakische Nationalbank, Diplomarbeit Magister der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften (Mag. rer. soc. oec.), Universität Wien, September 2010, S. 89. Am 27. August 1944 kam es in Turčiansk ý Svatý Martin zu einem folgenschweren Zwischenfall. 22 deutsche Offiziere aus Rumänien, wo wenige Tage zuvor ein Staatsstreich von König Michael I. das mit Hitler verbündete Regime von Marschall Ion Antonescu gestürzt hatte, wurden von slowakischen Soldaten entwaffnet, gefangen genommen und am nächsten Morgen erschossen. Das Massaker wurde zum Auslöser eines Aufstandes, der innerhalb weniger Tage weite Teile der Slowakischen Republik erfasste. Zunächst schien der Aufstand zu gelingen. Der Slowakische Nationalrat übte die gesetzgebende und die vollziehende Gewalt auf einem Gebiet von etwa 20.000 qkm mit 1,5 Millionen Einwohnern aus. Politische Parteien und Gewerkschaften nahmen ihre Arbeit auf, sogar Zeitungen erschienen und ein Radiosender strahlte sein Programm aus. Am 17. Oktober begann jedoch die Gegenoffensive der Wehrmacht und von SS-Einheiten, die zehn Tage später das Zentrum des Aufstandes, Banská Bystrica, besetzten. Die Aufständischen zogen sich in die Berge zurück, von wo aus sie bis Kriegsende einen Partisanenkampf gegen die deutsche Wehrmacht führten. Der Aufstand hatte direkte Auswirkungen auf die SNB. Der amtierende Gouverneur Karvaš wurde verhaftet. Die auf slowakischem Gebiet verbliebene deutsche Armee kostete die slowakische Staatskasse enorme Summen. Mit der Novelle des Zentralbankgesetzes Nr. 44/1939 musste die Bank dem Staat einen Kredit gewähren. Die Bank war gezwungen, neue Banknoten im Gesamtwert von 1500 Millionen Kronen in Umlauf zu bringen. Am 18. Oktober 1944 überschritten die ersten Einheiten der Roten Armee die Grenze zur Ostslowakei. Die deutsche Gegenoffensive verhinderte zwar den sowjetischen Durchbruch ins Donautal, nicht aber den allmählichen Rückzug der Front bis in die Mittelslowakei. In den von sowjetischen Truppen und slowakischen Partisanenverbänden befreiten Gebieten übernahm der Slowakische Nationalrat die Staatsgewalt. In Košice richtete er eine Hauptkasse ein. Ende 1944 übertrug ihr das sowjetische Oberkommando das Recht, Papiergeld auszugeben, das die einmarschierende Rote Armee in ihrem Gepäck mitbrachte. Es handelte sich um Anweisungen im Wert von 1, 5, 20, 100, 500 und 1000 Kronen. Die Scheine sind im typischen Design der Druckerei GOSZNAK hergestellt und tragen die Jahreszahl 1944. Ab Februar 1945 waren sie gesetzliches Zahlungsmittel in den eroberten Gebieten der Slowakei. Während die Anweisungen vom 19. Mai 1945 bis zum 31. Oktober 1945 auch auf dem gesamten Gebiet der Tschechoslowakei gesetzliches Zahlungsmittel waren, blieb das Umlaufgebiet des slowakischen Papiergeldes auf die Slowakei beschränkt. Die 1-Kronen-Anweisung blieb sogar bis zum 25. April 1946 gültig. Anweisung, 1944, 1 Krone, Vorder- und Rückseite. Anweisung, 1944, 5 Kronen, Vorder- und Rückseite. Anweisung, 1944, 20 Kronen, Vorder- und Rückseite. Anweisung, 1944, 100 Kronen, Vorder- und Rückseite. Anweisung, 1944, 500 Kronen, Vorder- und Rückseite. Anweisung, 1944, 1000 Kronen, Vorder- und Rückseite. Der Geldumlauf in der wiedererstandenen Tschechoslowakei war kompliziert. Neben der Protektoratskrone, der Reichsmark und der slowakischen Krone waren auch ungarische Pengö, sowjetische Rubel und polnische Złoty im Umlauf. Die Nationalbank der Tschechoslowakei (NBČS) musste dieses Problem so schnell wie möglich lösen. Eine ihrer ersten Aufgaben war daher der Einzug der Fremdwährungen, so dass zwei Währungsräume entstanden: der tschechische und der slowakische. In diesen war die Währung des jeweils anderen nicht gültig. Am 1. April 1945 schuf das tschechoslowakische Finanzministerium „das Tschechoslowakische Währungsbüro“, das die Währungsangelegenheiten regeln sollte. Die Interimsverwaltung der SNB verbot ihren Filialen, diesen Namen zu verwenden, da die SNB noch nicht rechtlich aufgelöst war. Eine der wichtigsten Maßnahmen der Interimsverwaltung der SNB war die Kennzeichnung der umlaufenden 100, 500 und 1000 Kronen mit Wertmarken, um die Einführung der Einheitswährung, der Tschechoslowakischen Krone, vorzubereiten. Vom 3. Juli an sollten eigentlich nur noch diese Scheine in Umlauf gesetzt werden. Dies sollte auch für die Anweisungen von 1944 gelten. Hiergegen sprach sich jedoch das Hauptquartier der Roten Armee aus, man befürchtete, dass dies die Truppenbewegungen zwischen der Sowjetunion, der Slowakei und der Tschechei (Böhmen und Mähren) erschweren würden. Tschechoslowakisches Währungsbüro, Marke mit dem Buchstaben E und dem Aufdruck 100. Tschechoslowakisches Währungsbüro, Marke mit dem Buchstaben E und dem Aufdruck 500. Tschechoslowakisches Währungsbüro, Marke mit dem Buchstaben E und dem Aufdruck 1000. Das Tschechoslowakische Währungsbüro, Marke mit dem Buchstaben K. Das Tschechoslowakische Währungsbüro, Marke mit dem Buchstaben B. Das Tschechoslowakische Währungsbüro, Mark mit dem Buchstaben Y. Die in Stahldruck hergestellten Marken wurden von der Londoner Wertzeichendruckerei Thomas De La Rue geliefert. Sie zeigen das Bildnis des ehemaligen tschechoslowakischen Staatspräsidenten Tomáš Garrigue Masaryk (* 7. März 1850 in Hodonín, Kaisertum Österreich; † 14. September 1937 in Lány) und tragen die Aufschrift „ČESKOSLOVENSKO“. Für die (sowjetischen) Befehle mit der Jahreszahl 1944 wurden blaue Marken mit dem Buchstaben „E“ verwendet. Zusätzlich erhielten sie folgende Aufdrucke für die entsprechenden Nennwerte: 100 in schwarz, 500 und 1000 in rot. Die slowakischen Banknoten zu 100 Ks wurden mit einer gelben Marke mit dem Buchstaben „K“, die zu 500 Ks mit einer orangefarbenen Marke mit dem Buchstaben „B“ und die zu 1000 Ks mit einer roten Marke mit dem Buchstaben „Y“ versehen. Die nicht verwendeten Marken wurden 1952 in der Papierfabrik „Cisařský mlýn“ in Prag-Holešovicích vernichtet. Neben den gekennzeichneten Banknoten gab die Slowakische Nationalbank vor ihrer Auflösung am 31. Oktober 1945 eine Anweisung über 2000 Kronen mit der Aufschrift „Republika Československá“ aus. Sie war ebenfalls nur im Gebiet der Slowakei vom 24. August bis 31. Oktober 1945 gesetzliches Zahlungsmittel. Republika Československá, 1945, 2000 Kronen, Vorder- und Rückseite. Am 19. Oktober 1945 erließ der tschechoslowakische Präsident das Dekret Nr. 139 über die Einrichtung der Rechtsverhältnisse der NBĊS: „Die Nationalbank der Tschechoslowakei übt ihre Tätigkeit auf dem tschechischen und mährischen gebiet nach dem Gesetz Nr. 346/1920 der tschechoslowakischen Gesetzessammlung über die Aktienzettelbank und auf dem Slowakischen Gebiet nach der slowakischen Regierungsverordnung Nr. 44/1939 über die Slowakische Nationalbank aus.“ Am 31. Oktober 1945 erfolgte dann die Währungsreform und die Einführung einer gemeinsamen Währung in der neuerstandenen Tschechoslowakischen Republik. Uwe Bronnert Literatur: Jan Bajer, Papírová platidla Československa 1919 – 1993, České republiky Slovenské republiky 1993 – 2003, Praha 2003. Günter Graichen, Die Geldzeichen der Tschechoslowakei, Berlin (Ost) 1983. Veronika Macháčková, Slowakische Nationalbank, Diplomarbeit Magister der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften (Mag. rer. soc. oec.), Universität Wien, September 2010.

  • Aus privaten Sammlungen: Interims-Note von Deutsch-Ostafrika, Fehldruck mit veränderter Kontrollnummer

    Deutsch-Ostafrika (DOA) wurde ab 1884 von der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft erworben und war die größte und reichste deutsche Kolonie. Sie umfasste die heutigen Staaten Tansania, Ruanda und Burundi sowie einen Teil des heutigen Mosambik. In der Region kursierte die indische Rupie, weshalb man diese Währung auch für die deutschen Kolonialausgaben beibehielt. Am 1. April 1903 übernahm die deutsche Reichsregierung das Münzrecht, welches vorher die Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft ausgeübt hatte. Bereits 1890 ging die Verwaltung der Kolonie auf das Deutsche Reich über. Man erlaubte aber der Deutsch-Ostafrikanischen Gesellschaft eine eigene Notenbank – Die Deutsch- Ostafrikanische Bank (DOAB)– zu gründen, die am 23. Juni 1905 ihre Arbeit aufnahm und ihren Sitz in Daressalam hatte. Der festgesetzte Umtauschwert der DOA-Rupie lag bei 1 RM = 0,75 Rupien. Im Ersten Weltkrieg wurde die Kolonie von der Versorgung durch das Reich und damit auch von Papier- und Münzlieferungen abgeschnitten, man behalf sich deshalb mit primitiven Kriegsausgaben. Der Druck dieser Interims-Banknoten wurde durch die Deutsch-Ostafrikanische Zeitung GmbH in Daressalam und an anderen Orten ausgeführt. Nach der Kapitulation der deutschen Schutztruppe am 14. November 1918 ließ General von Lettow-Vorbeck den einheimischen Askaris (farbige Soldaten der Schutztruppe) und Trägern noch 1,5 Millionen Rupien in Interims-Noten auszahlen, die später von der deutschen Regierung eingelöst wurden. Durch die primitive Art ihrer Herstellung während des Krieges und die Nutzung aller verfüg­baren Papierarten – von Karton über Jutepressung bis zum Ölpapier – ist eine faszinierende Variantenvielfalt entstanden, wie sie mit keiner anderen Papiergeldausgabe vergleichbar ist. Die Interims-Noten von Deutsch-Ostafrika sind deshalb zu einem beliebten Sammelgebiet geworden. Neben den Unterschieden zu den verschiedenen Ausgaben, Papiersorten, Unterschriften, Geheimzeichen und vielem mehr gibt es noch eine Reihe weiterer Besonderheiten, welche zum Teil sehr selten vorkommen, deshalb gesondert katalogisiert werden und höhere Bewertungen rechtfertigen. Zu ihnen zählen auch veränderte Kontrollnummern. Das vorliegende Stück ist eigentlich vom Grundschein her eine ganz normale 1-Rupien-Note vom 1. Februar 1916 (DOA-30). Es handelt sich aber um einen Fehldruck (F1), bei dem der obere Serienbuchstabe H auf der Rückseite unten durch einen Verbindungsstrich geschlossen ist. Hinzu kommt eine weitere Besonderheit. Auf der Rückseite wurde bei den Kontrollnummern eine ganze Zahlengruppe handschriftlich ergänzt (B7c), hier die "643". Die Kontrollnummern wurden meist durch Eingeborene mit Hand aufgestempelt. Dabei kam es öfters vor, dass Teile einer Nummer nicht lesbar waren, Nummern falsch gestempelt wurden, auf dem Kopf standen oder ganz fehlten. Deswegen wurden fehlende Zahlen teilweise oder ganz handschriftlich korrigiert oder ergänzt. Objekttyp: Interims-Note Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Authentizität: Original Land/Region/Ort: Deutsch-Ostafrika, Daressalam/Tabora Emittent: Deutsch-Ostafrikanische Bank, Zweigniederlassung Daressalam Nominal: 1 Rupie Datierung: 1. Februar 1916 Vorderseite: Kleiner (neuer) Reichsadler, sieben Sterne neben dem Adler Rückseite: Text und violetter Diagonalstempel mit Nennwert und Ornamenten Unterschrift: zwei violette Faksimile-Unterschriften: Berendt, A. Frühling Material: sämisches Papier ohne Wasserzeichen, mit Geheimzeichen (vier Balken) Format: 102 mm x 63 mm Druck: Deutsch Ostafrikanische Zeitung G.m.b.H., Daressalam Nummerierung: H2 / 64643 Gültigkeit: Februar 1916 bis November 1918 Zitate: DOA-30F1.B7c (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com. Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine 23. Auflage 2023/2024 ISBN: 978-3-86646-224-3 864 Seiten, durchgehend farbig Preis: 39,90 Euro Zur Leseprobe Bestellung über den Verlags-Shop

  • Leserpost: Regionalgeld aus Freyung

    Sehr geehrte Redaktion! Bei meinem letzten Aufenthalt in Freyung im Bayerischen Wald fiel mir ein Werbeplakat ins Auge, das Regionalgeld aus Freyung bewirbt. Das so genannte "Freygeld" wird ausgegeben von der Werbegemeinschaft Freyung und umfasst die Werte 4, 5, 10, 20 und 50 Euro. Es gibt zahlreiche Ausgabestellen. Interessierte, die aufgrund ihrer Berufstätigkeit nur Sonntags die Stadt besuchen können, können die Scheine bei einer bekannten Fast-Food-Filiale erwerben. Die Scheine zu 1 und 2 Euro sind leider nicht (mehr) offiziell zu bekommen, sie waren nur bei der Gartenschau 2023 erhältlich und einlösbar. Mehr auf: https://www.werbegemeinschaft-freyung.de/freygeld/ M. Dietl Anmerkungen der Redaktion Das gute alte Regionalgeld: Der Erfolg des Bürgermeisters von Wörgl in Tirol, Michael Unterguggenberger, in den Jahren 1932/33 machte Schule und wurde sogar verfilmt. Bereits 1931 gab es in Erfurt und Ulm "Wära"-Gutscheine und in Gera den "Tauscher". In den letzten Jahrzehnten gab es immer wieder mehr oder weniger erfolgreiche Versuche, über Regionalgeld die Wirtschaft und den Handel in der eigenen Region zu fördern. Denken wir nur an den "Chiemgauer", den "Berliner", den "Remstaler", den "LechTaler", den "Zeller" oder die "Oderblüte". Die Stadt Köthen in Anhalt gab 2012 sogar moderne "Lutze Taler" aus. Die konnten aber nicht an den Erfolg des Heilers und seiner "Lutze-Taler" im 19. Jahrhundert anknüpfen. 2017 erschien der Katalog "Deutsches Regionalgeld" von Christian Johannes Lange im Eigenverlag, dessen Internetseite inzwischen aber leider abgeschaltet ist. Für Regionalsammler ist das Regionalgeld natürlich ein Muss. Beispiele aus verschiedenen Regionen können aber auch eine Deutschland-Sammlung abrunden. Hans-Ludwig Grabowski

  • Lexikon: Cubiertas

    Cubiertas sind Geldbrief- oder auch Wertbrief-Versicherungsscheine von Kolumbien bzw. den kolumbianischen Gebieten Cundinamarca, Santander und Tolima aus der Zeit von 1865 bis 1909. Durch ihr geldscheinähnliches Aussehen findet man sie oft auch in Geldscheinsammlungen. Cubierta über 50 Centavos aus den 1870er Jahren. Cubierta über 1 Peso, ausgestellt am 22. September 1891. Cubierta über 50 Centavos, ausgestellt im Mai 1892. Die Inhalte offener Wertbriefe (Geldsendungen) wurden bei der Abgabe zum Versand durch Beamte geprüft. Anschließend wurden die Umschläge verschlossen und mit Cubiertas im entsprechenden Gegenwert als Frankatur und Versicherungspolice auf der Rückseite versiegelt. Die Empfänger wurden bei Eintreffen schriftlich benachrichtigt und bestätigten den Empfang der nachgezählten Geldsendungen durch Gegenzeichnung auf den Cubiertas. Die leeren Umschläge mit den Cubiertas verblieben als Nachweis bei der Post. Die Texte "Certification con contenido" bzw. "Valor Declarado" standen für "Inhaltsbescheinigung" bzw. "angegebener Wert". Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski

  • Lexikon: Continental Bills

    Continental Bills sind ab 1775 (Beschluss des Continental Congress vom 10.5.1775) von der Union der amerikanischen Staaten zur Deckung der Kosten für den Unabhängigkeitskrieg ausgegebene Geldscheine. United Colonies: USA-S107, Continental Bill über 7 Dollars vom 10. Mai 1775, Vorder- und Rückseite (Abb. HVB Stiftung Geldscheinsammlung). Sie wurden auf die einzelnen Staaten, die für ihre Einlösung verantwortlich waren, verteilt. Zunächst hatten die Scheine den gleichen Wert wie Silbergeld, doch sank dieser bald: Ende 1776 war das Wertverhältnis zum Silberdollar 2 : 1, 1777 war es 10 : 1, 1779 20 : 1, 1780 75 : 1 und 1781 sogar 1000 : 1. Schließlich wurden die Continental Bills für wertlos erklärt. Es gab Scheine in den Werten von 1/6 bis 30 Dollars unter der Bezeichnung "United Colonies" mit folgenden Ausgabedaten: 10.5.1775, 29.11.1775, 12.2.1776, 9.5.1776, 22.7.1776, 2.11.1776 und 26.2.1777. Unter der Bezeichnung "The United States" wurden Scheine von 2 bis 60 Dollars mit den Daten 20.5.1777, 11.4.1778 und 26.9.1778 ausgegeben. Die letzte Ausgabe vom 14.1.1779 trug die Bezeichnung "The United States of North America". Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski

  • Lexikon: Confederate States of America

    Die Südstaaten der USA im Bürgerkrieg 1861 bis 1865 unter Präsidenten Jefferson Davis bezeichneten sich als die Konföderierten Staaten von Amerika, die bis 1865 gegen die Nordstaaten um ihre Unabhängigkeit kämpften. Die Konföderierten Staaten gaben eigenes Papiergeld in vielen Ausgaben aus: CSA-3: 500 Dollars der 1. Ausgabe vom 5. Juni 1861 (Montgomery), Vorderseite. CSA-6: 100 Dollars der 1. Ausgabe vom 8. September 1861 (Richmond), Vorderseite. CSA-10: 20 Dollars der 2. Ausgabe vom 25. Juli 1861, Vorderseite. CSA-14: 5 Dollars der 3. Ausgabe vom 2. September 1861, Vorderseite. CSA-43a: 100 Dollars der 4. Ausgabe vom Mai 1862, Vorderseite. CSA-51b: 5 Dollars der 5. Ausgabe vom 2. Dezember 1862, Vorder- und Rückseite. CSA-58b: 2 Dollars der 6. Ausgabe vom 6. April 1863, Vorderseite. CSA-73: 500 Dollars der 7. Ausgabe vom 17. Februar 1864, Vorderseite. 1. Ausgabe nach Act of 09.03.1861 (Montgomery) zu 50, 100, 500 und 1000 Dollars (sehr selten) 1. Ausgabe nach Act of 09.03.1861 (Richmond) zu 50 und 100 Dollars (selten) 2. Ausgabe nach Act of 16.05.1861 zu 5, 10, 20, 50 und 100 Dollars 3. Ausgabe nach Act of 19.08/24.12.1861 zu 2, 5, 10, 20, 50 und 100 Dollars (davon 5, 10, 20 und 50 Dollars mit verschiedenen Ausführungen und Motiven) 4. Ausgabe nach Act of 17.04./18.04/23.09.1862 zu 1, 2, 10, 20 und 100 Dollars (davon 1, 2, 10 und 100 Dollars mit verschiedenen Ausführungen und Motiven) 5. Ausgabe nach Act of 13.10.1862 zu 1, 2, 5, 10, 20, 50 und 100 Dollars 6. Ausgabe nach Act of 23.03.1863 zu 50 Cents sowie 1, 2, 5, 10, 20, 50 und 100 Dollars 7. Ausgabe nach Act of 17.02.1864 zu 50 Cents sowie 1, 2, 5, 10, 20, 50, 100 und 500 Dollars Die Druckplatten für eine Ausgabe von 5-, 10-, 20-, 50-, 100- und 500-Dollars-Noten wurden von der Londoner Firma Straker and Sons hergestellt, doch die Nordstaaten fingen das Schiff mit den Platten ab. Diese besitzen sich im Besitz des Smithsonian Institut in Washingen D.C.. Es existieren auch nachträglich von diesen Platten hergestellte Drucke. Außer den genannten, in alle Staaten der Konföderation zirkulierenden Noten, gab es auch eigene Scheine der Staaten Alabama, Arkansas, Florida, Georgia, Louisiana, Mississippi, Missouri, North Carolina, South Carolina, Tennessee, Texas und Virginia. Alle diese Noten sowie die zahlreichen von privaten Banken und Firmen ausgegebenen Scheine verloren im Laufe des Kriegs ständig an Wert. Eine Einlösung erfolgte nach dem für die Südstaaten verlorenen Krieg nicht. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski

  • Neue Banknoten aus Kirgisistan mit verbesserten Sicherheitsmerkmalen

    Neue 20-, 50- und 100-Som-Banknoten mit der Datierung 2023 wurden am 15. Februar 2024 in der zentralasiatischen Republik ausgegeben. Von der Gestaltung her sind sie den 2016 ausgegebenen Scheinen ähnlich. Die Hauptunterschiede bestehen in den verbesserten Sicherheitsmerkmalen und der farblichen Gestaltung des Hintergrunds, die sich jetzt auch auf alle Ränder der Banknoten erstreckt (alle weißen Randstreifen wurden entfernt). Wie bei den im Jahr 2016 ausgegebenen Versionen: Die 20-Som-Banknote zeigt auf der Vorderseite den kirgisischen Schriftsteller, Dichter und Pädagogen Togolok Moldo (1860-1942) und auf der Rückseite Tasch Rabat, eine gut erhaltene Steinkarawanserei aus dem 15. Jahrhundert. Die Banknote misst 120 mm x 58 mm. Die 50-Som-Banknote zeigt auf der Vorderseite das Bild der Herrscherin Kurmanjan Datka (1811-1907) und auf der Rückseite einen architektonischen Komplex aus Ösgön (Usgen) aus dem 11. Jahrhundert. Die Banknote misst 126 mm x 61 mm. Die 100-Som-Banknote zeigt auf der Vorderseite den kirgisischen Dichter Toktogul Satylganow (1864-1933) und auf der Rückseite den Kürpsay-Damm. Ein gold-grünes SPARK® Orbital™-Sicherheitsmerkmal befindet sich links neben dem Porträt. Die Banknote misst 132 mm x 63 mm. Alle Banknoten sind auf Papier gedruckt und mit einem RAPID HD Detect Sicherheitsfaden mit Fenstern versehen. Die Unterschrift von Kubanychbek Bokontayev (Vorsitzender der Nationalbank der Kirgisischen Republik) ist auf allen drei Scheinen zu finden. Donald Ludwig

  • Eine Banknote zu 50 Deutsche Mark mit Datum 1943

    Vor einiger Zeit erwarb ich bei einem bekannten Banknotenhändler eine Banknote zu 50 Deutsche Mark der Deutschen Notenbank Ausgabe 1948[1] in gebrauchter Erhaltung, die einen interessanten Fehler aufweist: Bei genauem Hinsehen liest sich das Ausgabedatum 1948 als "1943". Der Schein hat die Kontrollnummer T9954341, stammt also aus dem Schlusskreis der Kontrollnummer des letzten Serienbuchstabens T der ersten Auflage[2] dieser Note. Auf eine Manipulation oder Fälschung deutet bei dem Schein nichts hin. Abbildung – 50 Deutsche Mark der Deutschen Notenbank 1948. 1. Ausgabe mit Fehler „1943“ statt 1948. Abbildung: Ausschnitt – hier ist der Fehler deutlich zu erkennen. Natürlich wurde diese Banknote nicht bereits 1943 gedruckt, sondern im Zuge der Vorbereitung der Währungsreform in der Sowjetischen Besatzungszone vom Juni 1948 im Frühjahr 1948. Die Erstauflage der Ausgabe 1948 der Deutschen Notenbank – ab 1951 erfolgte im VEB Deutsche Wertpapierdruckerei in Leipzig die Herstellung einer druck- und sicherheitstechnisch leicht verbesserte zweite Auflage, die an den Plattennummern auf der Vorder- und Rückseite der Scheine sowie an einem geänderten Typ der Kontrollnummern zu erkennen ist – wurde durch zwei Druckereien hergestellt: Die Werte von 50 Deutsche Pfennig bis 20 DM in der UdSSR (vermutlich durch die staatliche Wertpapierdruckerei Goznak), die Werte zu 50, 100 und 1000 DM durch die seit 1945 unter sowjetischer Verwaltung stehende und im Frühjahr 1948 verstaatlichte Wertpapierdruckerei Giesecke & Devrient mit Sitz in Leipzig[3]. Gut erkennbar ist das an der Schrifttype der Serie und Kontrollnummer: Während die Schrifttype der in der UdSSR gedruckten Wertstufen denen der zeitgenössischen sowjetischen Banknoten entspricht, stimmt die Schrifttype der von Giesecke & Devrient gedruckten Noten mit denen von der Druckerei auch bei anderen Druckaufträgen verwendeten Numeratoren (etwa bei den 1936 für den Banco de España hergestellten Scheinen[4]) überein. Handelt es sich bei der 50-DM-Banknote „1943“ um einen Einzelfall, oder liegt ein serieller Fehler vor, der eine Katalogisierung rechtfertigen würde? Und vor allem – wie konnte es zu diesem Fehler kommen? Wie sich aus Produktionsübersichten des VEB Deutsche Wertpapierdruckerei von Anfang 1950 ergibt, die im Sächsischen Staatsarchiv in Leipzig erhalten sind, konnte die Druckerei zu diesem Zeitpunkt nur zwei Drucktechniken ausführen: Buchdruck und Offsetdruck[5]. Bei den von Giesecke & Devrient für die Deutsche Notenbank gedruckten Scheinen der ersten Auflage 1948 kamen beide Techniken zum Einsatz: Auf einen in Offset gedruckten Untergrund wurden in einem zweiten Druckgang mit einer Hauptplatte im Buchdruck Guillochenrahmen, Text und Wertangaben aufgebracht. Bei kassenfrischen Scheinen ist die Prägung des Buchdrucks der Hauptplatte in das Papier sichtbar, wenn man den Schein gegen das Licht hält, sowie fühlbar im Papier gerade im Bereich der Wertangaben und der Ziffernguilloche auf der Vorderseite. Der fehlerhafte Text „1943“ ist in Buchdruck ausgeführt. Beim Buchdruck handelt es sich um ein sogenanntes direktes Druckverfahren: Die Bildstellen der Druckform stehen erhaben (= auf der Druckplatte hoch), sie werden eingefärbt und übertragen die Druckfarbe direkt auf das Papier. Beim Offsetdruck dagegen handelt es sich um ein sogenanntes indirektes Druckverfahren. Hier wird das Druckbild nicht direkt auf das Papier aufgebracht, sondern zunächst auf einen Übertragzylinder, den Gummituchzylinder, und von dort weiter auf das Papier. Da sich beim Offsetdruck die druckenden und nichtdruckenden Elemente der Druckplatte auf einer Ebene befinden, ist es notwendig druckende und nichtdruckende Stellen abzugrenzen. Dies erfolgt über verschiedene Oberflächeneigenschaften der bebilderten Druckform. Die Druckplatte wird mit einer Emulsion aus Farbe und dem sogenannten Feuchtmittel eingefärbt. Während des Druckprozesses benetzt zunächst das im Emulgat enthaltene und auch das gesondert aufgetragene Feuchtmittel die nichtdruckenden Partien auf der Druckform. Die Farbbestandteile des Emulgats benetzen dabei allerdings lediglich die druckenden Bereiche, auf denen sich kein Feuchtmittel befindet[6]. Die Unterscheidung der beiden Druckverfahren ist wichtig, wenn nach der Ursache von Druckfehlern gesucht werden soll. Bei den Ausgaben der Serie 1948 der Deutschen Notenbank gibt es relativ viele Scheine mit Mängeln in der Druckausführung. Das betrifft sowohl die Scheine aus sowjetischer Produktion als auch die in Leipzig gedruckten Wertstufen. Bekannt ist die bei Grabowski unter SBZ-17 F1) katalogisierte Variante der Banknote zu 100 DM 1948, bei der sich die Wertangabe im Zierrahmen rechts auf der Vorderseite statt als „100“ als „180“ liest. Es gibt jedoch weitere Fehler bei den in Leipzig hergestellten Scheinen: Ebenfalls bei der Wertstufe zu 100 DM der Ausgabe 1948 kommen Scheine vor, bei denen auf der Rückseite der Buchstabe „A“ im Straftext teilweise unsauber ausgeführt ist, so dass das Dreieck im Buchstaben „A“ nicht ausgefüllt, sondern weiß erscheint, weil der blaue Druckfarbenauftrag an dieser Stelle fehlt. Sogar eine größere weiße Fehlstelle unterhalb des „M“ in der oberen Zeile des Textes ist bei diesen Scheinen belegt. Anhand der Abfolge der Kontrollnummern lässt sich nachvollziehen, wie viele dieser fehlerhaften Drucke hergestellt wurden[7]. Abbildung: 100 Deutsche Mark der Deutschen Notenbank 1948 mit unsauberer Druckausführung im Strafsatz auf der Rückseite. Anhand der Kontrollnummern ist zu erkennen, über wie viele Scheine sich dieser Fehler fortgesetzt haben. Abbildung: Ausschnitt der Rückseiten mit fehlerhaftem Strafsatz. Im Buchdruck deuten die vorstehenden Druckfehler auf eine Verschmutzung der Druckplatte hin, die an dieser Stelle beim Druckvorgang keine (fetthaltige) Farbe aufnehmen konnte, so dass das Papier an dieser Stelle unbedruckt blieb. Ebenso ist bei der Banknote zu 100 DM Ausgabe 1948 ein unsauberer Farbauftrag im Bereich der Ziffer „8“ des Ausgabejahres 1948 bekannt geworden, so dass diese nicht vollständig ausgedruckt wurde. Abbildung: 100 Deutsche Mark der Deutschen Notenbank Ausgabe 1948 mit unsauberem Farbauftrag bei der Ziffer 8 der Jahreszahl 1948, der Schein hat die Nummerieng D0591094. Der vorliegende Fehler bei der Banknote zu 50 DM ist aber ein anderer – hier fehlt ein Teil des Drucks, die Druckplatte hat an Teilen der Ziffer „8“ keine Farbe auf das Papier aufgebracht, so dass der Druck eine „3“ zeigt. Dafür kann es beim Buchdruck mehrere Ursachen geben: Neben einer Verschmutzung, die eine Einfärbung eines Teils der Ziffer „8“ verhinderte, so dass stattdessen eine „3“ gedruckt wurde, könnte auch im Bereich der Ziffer ein Teil der Druckplatte ausgebrochen sein. Zudem wäre es möglich sein, dass bereits die Mutterplatte an dieser Stelle einen Fehler aufwies, der beim Erstellen der Druckplatten unbemerkt übernommen wurde. Dann läge ein Plattenfehler vor. Für einen Plattenfehler könnte sprechen, dass die Kontrollnummer des hier vorliegenden Scheins am Ende des Nummernkreises der letzten Serie T der ersten Auflage liegt und die Druckplatten daher bei Druckausführung möglicherweise bereits stark abgenutzt waren. Für die verbesserte Ausführung des Scheines ab 1951 wurden neue Druckplatten angefertigt, was sich an leichten Veränderungen in den Mustern der Guilloche links über der Wertzahl „50“ erkennen lässt. Es lohnt sich also, in der eigenen Sammlung einmal die Banknoten der Deutschen Notenbank zu 50 DM Ausgabe 1948 insbesondere mit dem Serienbuchstaben T genauer zu betrachten. Tauchen weitere Scheine mit Datum „1943“ auf? Der Autor freut sich über Rückmeldungen, gerne mit Scan. Dr. Sven Gerhard Anmerkungen [1] Grabowski SBZ-16. [2] Bekannt sind für die Note zu 50 DM 1948 der ersten Ausgabe die Serienbuchstaben A bis E sowie T. Möglicherweise ist die Serie T erst später hergestellt worden; bei den Noten zu 100 DM Ausgabe 1948 gibt es ebenfalls die Serien A-E, aber keinen weiteren Serienbuchstaben. [3] Dazu Peter Reissig, DDR-Papiergeld KATALOG UND GESCHICHTE mit Bewertungen (5), moneytrend 2/2011 S. 254 ff. [4] Pick 110 - 115. [5] Erst Mitte der 1950er-Jahre bestanden in Leipzig wieder die technischen Möglichkeiten für Stahlstich-Tiefdruck. [6] Instruktiv zu den einzelnen Druckarten: https://mediencommunity.de/. [7] Abbildungen mit freundlicher Genehmigung von Stephan Ziegler, Magdeburg.

  • Leserpost: Varianten deutscher Banknoten, Teil 3 – 500.000 Mark ohne Firmenzeichen

    Ro-87g / DEU-99g ohne Firmenzeichen Im Katalog "Die deutschen Banknoten ab 1871" (22. Auflage 2021) wird die Reichsbanknote zu 500.000 Mark vom 1. Mai 1923 unter der Variante f (Kontrollnummer nur einmal auf der Vorderseite links) mit den Firmenzeichen AC, W, Z sowie ohne Firmenzeichen aufgelistet. Ich habe einen Schein mit nur einer Kontrollnummer auf der rechten Seite (Ro-87g/DEU-99g), der aber ebenfalls kein Firmenzeichen hat. Im Katalog wird er nur mit dem Firmenzeichen Z aufgeführt. Es wäre also notwendig, diese Variante in den Katalog aufzunehmen. K. Sokač Vorderseite mit Detailansicht Rückseite mit Detailansicht Antwort der Redaktion Es ist richtig, dass der abgebildete Schein der Variante "g" zuzuordnen ist (nur eine KN auf der Vorderseite rechts) und ganz offensichtlich kein Firmenzeichen hat. Was auf der Rückseite rot durchscheint, ist nicht das Firmenzeichen Z, sondern die seitenverkehrte erste Ziffer der Kontrollnummer "2" von der Vorderseite. Der schwache rote Strich vor der Kontrollnummer könnte allerdings der Rest eines Firmenzeichens sein, das nicht gedruckt wurde. Ich habe in die aktuelle 23. Auflage meines Katalogs bei der Variante DEU-99g die Angabe "ohne FZ" ergänzt und folgende Anmerkung dazu aufgenommen: "Scheine ohne Firmenzeichen sind wahrscheinlich Fehldrucke, bei denen sowohl das Bogenzeichen (Zahl) als auch das Firmenzeichen (Buchstaben) nicht mitgedruckt wurde. Mitunter sind winzige Reste sichtbar." Das trifft dann auch auf das fehlende Firmenzeichen bei der Varianten "g" mit nur einer Kontrollnummer auf der linken Seite zu. Hans-Ludwig Grabowski Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine ISBN: 978-3-86646-224-3 Auflage: 23. Auflage 2024 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: 864 Preis: 39,90 Euro Zur Leseprobe!

  • Bundesbank-Studie "Bargeld der Zukunft"

    Mitte Januar 2024 veröffentlichte die Deutsche Bundesbank eine von ihr in Auftrag gegebene Studie zum Thema "Bargeld der Zukunft". Ein Forschungsteam sollte mögliche Szenarien entwickeln, wie das (Euro-)Bargeld um das Jahr 2037 aussehen könnte. Dies war zum Zeitpunkt des Beginns der Arbeiten an der Studie 15 Jahre in der Zukunft. Die Forscher stellen in der Studie drei mögliche Szenarien vor. Ausgangspunkt ist jeweils die wirtschaftliche, soziale und politische Situation zu Beginn der 2020er Jahre (die in der Studie näher beschrieben, hier aber nicht dargestellt wird). Dann werden verschiedene mögliche Entwicklungen durchgespielt. Die Bundesbank weist ausdrücklich darauf hin, dass die in der Publikation geäußerten Ansichten und Meinungen nicht mit denen der Deutschen Bundesbank übereinstimmen müssen. Diese drei Szenarien möchte ich nun kurz vorstellen. Erste Variante ''Die hyperdigitale Bezahlwelt – künstlich intelligent, bequem vulnerabel'' In dieser Variante hat: Deutschland den ''3D-Strukturwandel (Demografie, Dekarbonisierung, Digitalisierung) zumindest teilweise erfolgreich geschafft. Die Digitalisierung hat durch Künstliche Intelligenz (KI) eine neue Dimension erreicht. Die Europäische Union hat eine KI-Verordnung erlassen, die Risiken regulieren soll, und ein Großteil der Bevölkerung glaubt, dass man dadurch KI im Griff hat. Bargeld spielt nur noch als Wertaufbewahrungsmittel und für extreme Notfälle eine Rolle, allerdings neben Krypto-Assets, Non-Fungible Tokens und Buchgeld als Spareinlage bei Banken und Sparkassen. Bargeld spielt für alltägliche Zahlungen, auch zwischen Privatpersonen, keine Rolle mehr. Es ist kaum noch möglich mit Bargeld bei öffentliche Stellen zu bezahlen. Da alle Bürger ein Recht auf ein Konto haben, sieht der Gesetzgeber keine Notwendigkeit Kommunen und Behörden zur Annahme von Bargeld zu verpflichten. Folglich bieten fast alle Kommunen, Behörden, öffentliche Einrichtungen und Unternehmen Barzahlung nicht mehr an. Auch bei privaten Unternehmen, im Handel, der Gastronomie, auf Flohmärkten, usw. spielt Bargeld keine Rolle mehr. Kaum noch ein Akteur aus dem Bereich der Wirtschaft akzeptiert Bargeld. In dieser stark digitalisierten Welt ist Bequemlichkeit und Komfort das zentrale Motiv bei der Wahl des Zahlungsmittels. Und das ist die unbare Variante. Das Vertrauen in private Anbieter unbarer Zahlungsmittel ist bei der Mehrheit der Verbraucher groß. Bedenken werden hintangestellt. Der demografische Wandel senkt den Stellenwert des Arguments, dass digital distanzierte und ältere Bevölkerungsgruppen berücksichtigt werden müssen. Falls es zu temporären Ausfällen bei Nichtverfügbarkeit von unbaren Zahlungsmitteln kommt, reagiert die Bevölkerung mit Gleichmut, da es zahlreiche unbare Alternativen gibt und Verluste von Anbietern ersetzt werden. Für die Bevölkerung sind Datenlecks der Preis der Digitalisierung und den daraus gewonnenen Wohlstand und deshalb hinzunehmen. Der digitale Euro hat kaum Effekte auf die Bargeldnutzung. Der Zugang zu Bargeld ist schlecht. Da der Kostendruck bei Banken und Sparkassen hoch ist, wurden Geldautomaten stark abgebaut. ''Cashback'' in Geschäften ist kaum noch möglich, da der Bargeldbestand in den Kassen sehr gering ist, selbst dort, wo es überhaupt noch solche Kassen gibt. Vereinzelt wird die neue Zahlungsrealität zwar vollständig abgelehnt, aber die Politik ignoriert dies. Trotzdem gehen die Forscher in diesem Szenario davon aus, dass Bargeld wegen seiner weitgehenden Unabhängigkeit von technischer Infrastruktur weiterhin geschätzt wird. Zweite Variante In dieser Variante: wollen sich Deutschland und die EU wegen der multiplen Krisen zu Beginn der 2020er-Jahre unabhängiger machen, vor allem von US-amerikanischen privaten Zahlungsdienstleistern. Bargeld und der digitale Euro sollen dazu dienen. Es gibt deswegen im Euroraum verbindliche Standards für die Akzeptanz und den Zugang zu Bargeld. Die Bundesregierung beschließt aufgrund der EU-Verordnungen und Vorgaben Bargeld regulatorisch zu stärken. Die mit Massendaten trainierten selbstlernenden KI-Systeme stellen bei vielen Menschen ein mulmiges Gefühl der Fremdbestimmung und Kontrolle ein. Es entwickelt sich in Teilen der Bevölkerung ein Bewusstsein für ein Recht auf ein analoges Leben. Datensicherheit, Datensparsamkeit und digitale Souveränität sind für diesen Teil der Bevölkerung wichtig. Bargeld verhindert also, dass die Anbieter unbarer Zahlungsmittel ihre Geschäftsmodelle mit den Daten ihrer Kundschaft füttern. Bargeld wird ein Symbol dieser Personengruppe zur Abgrenzung gegenüber dem als technologiehörig bewerteten Rest der Gesellschaft. Der digitale Euro spielt für den Teil der Bevölkerung, der aus Gründen der Privatsspähre Bargeld bevorzugt, keine Rolle. Das Verschwinden von Barzahlungsmöglichkeiten (''Nur Kartenzahlung möglich!'') wird auch von Personen, die meist oder fast ausschließlich unbar zahlen, kritischer gesehen. Es regt sich Widerstand gegen das Verdrängen von Bargeld, z.B. bei öffentlichen Verkehrsmitteln oder öffentlichen sanitären Anlagen. Bargeld wird als einziges Zahlungsmittel anerkannt, das wichtige gesellschaftliche Funktionen in ihrer Kombination – Schutz der Privatsphäre, Inklusion, Unabhängigkeit von technischer Infrastruktur – vollständig erfüllen kann. Dritte Variante ''Die verschwindende hybride Bezahlwelt – Pluralistisch, segregiert und indifferent. In dieser Variante: haben sich die Milieus in Deutschland durch die gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen der 2020er-Jahre weiter differenziert. Die Milieuzugehörigkeit entscheidet maßgeblich über das favorisierte Zahlungsmittel. Wirtschaftlich eingeschränkte oder benachteiligte Personen ziehen Bargeld vor. Ebenso Menschen, die dem Staat oder privaten oder digitalen Anbietern nicht vertrauen. Außerdem Menschen, die über ihr Ausgabeverhalten eine gute Übersicht behalten möchten oder müssen. Während informierte oder skeptische Verbraucher anonyme (Bargeld) oder datenarme Bezahlmittel (digitaler Euro) bevorzugen, bevorzugen die Risikobereiten (u.a. gleichgültig gegenüber Datenschutzaspekten) und Bequemen unbare Zahlungsmittel privater Anbieter. Cyberangriffe verängstigen digitalaffine Milieus nicht. Bargeld dient in allen Milieus weiterhin als Wertaufbewahrungsmittel. Aber die Bargeldakzeptanz geht im Handel und der Verwaltung zurück. Dadurch geht auch eine echte Wahlfreiheit beim Bezahlen zurück. Das Geldautomatennetz wird aus Kostengründen zurückgebaut. Cashback im Handel kann den Wegfall der Geldautomaten nicht ausreichend kompensieren. Es kommt insgesamt zu einem schleichenden aber stetigen Rückgang der Bargeldnutzung. Da die Bevölkerung stark segregiert ist, ist die Lobby für Bargeld nicht schlagkräftig genug. Darum sieht die Politik keine Notwendigkeit den Zugang und die Akzeptanz von Bargeld zu stärken. Bargeld hat seinen Vorteil als universelles Zahlungsmittel eingebüßt. Das Bargeld wird also nach Ansicht der Forscher in Deutschland in absehbarer Zeit nicht verschwinden. Allerdings gibt es große Unterschiede, wie die Bargeldwelt im Jahr 2037 aussehen könnte. In zwei der drei Szenarien sieht es nicht gut aus für das Bargeld. Damit es im Interesse aller Menschen nicht so kommt, wie in zwei der Szenarien beschrieben, müssen in naher Zukunft entscheidende Weichen gestellt werden, unter anderem von der Politik. Betrachtet man die aktuelle Situation in den skandinavischen Ländern, insbesondere in Schweden und Dänemark, so muss man feststellen, dass dort Teile der Varianten eins und drei bereits (leider) Realität sind. So ist z.B. die Akzeptanz von Bargeld in Handel und Gastronomie stark rückläufig, das Vertrauen in bargeldlose Zahlungsmittel ist hoch, die Angst vor Cyberangriffen gering. Obwohl die Zentralbanken Schwedens und Dänemarks beteuern, dass Bargeld in ihren Ländern weiterhin eine Rolle spielen soll, sieht die Praxis, insbesondere in Dänemark, anders aus. Die Obergrenzen für Barzahlungen werden weiter gesenkt, die höchste Stückelung (1000-Kroner-Banknote) wird abgeschafft. In einer Rede an der ''Frankfurt School of Finance and Management'' am 19.02.2024 auf Einladung von Prof. Jens Weidmann (ehemaliger Chef der Bundesbank) hielt, verteidigte die dänische Notenbankchefin diesen Schritt noch einmal und erzählte, dass sie seit Jahren kein Bargeld mehr mit sich führe und keine Geldbörse mehr besitze, sondern nur noch mit Karte oder Smartphone bezahle. Dies von der Frau, deren Unterschrift demnächst auf den neuen dänischen 100- und 200-Kronen-Banknoten der Serie 2009A zu sehen sein wird. Mein persönliches Fazit: Es sieht nicht gut aus für das "Bargeld der Zukunft". Ralf Faust

  • Gutscheine der Badischen Landwirtschaftskammer über Reichsgoldanleihe 1923

    In einem Notgelderlass vom 23. Oktober 1923 auf Basis des Ermächtigungsgesetzes vom 13. Oktober 1923 gestattete die Reichsregierung Unternehmen und Kommunen die Ausgabe von wertbeständigem Notgeld, wenn es auf Teile der Reichsgoldanleihe vom 14. August 1923 lautete und durch diese Anleihe gedeckt war. Das Notgeld musste nominal auf 4,20 Mark Gold oder kleiner lauten. Die Scheine mussten neben der Bezeichnung „Notgeldschein“ den Vermerk „Ausgegeben mit Genehmigung des Reichsministers der Finanzen“ tragen. Die höheren Nennwerte der Reichsgoldanleihe wurden daraufhin in beträchtlichem Umfange von Kommunen, Unternehmen und Wirtschaftsverbänden bei der Reichsbank hinterlegt und so zur Deckung ihrer eigenen wertbeständigen Notgeldausgaben verwendet (1141 Ausgabestellen). Die Reichsgoldanleihe: 6% Schatzanweisung des Deutschen Reichs von 1923 über 42 Mark Gold (= 10 Dollar), ausgestellt in Berlin am 25. August 1923 (große Stückelung, Buchstabe F). Die Badische Landwirtschaftskammer Karlsruhe brachte am 19. November 1923 eigene Gutscheine über Reichsgoldanleihe in den Nennwerten 1,05, 2,10, 4,20 und 8,40 Mark Gold (= ¼, ½, 1 und 2 Dollar Nordamerika) in den Verkehr. BAD-22: Gutschein über Reichsgoldanleihe der Badischen Landwirtschaftskammer Karlsruhe über 1,05 Mark Gold, ausgegeben Karlsruhe am 19. November 1923. Aufdruck vorderseitig: „Notgeldschein über wertbeständige Anleihe des Deutschen Reiches. Inhaber dieses Notgeldscheins kann binnen Monatsfrist nach Aufruf Umtausch in Schatzanweisungen des Deutschen Reiches oder gegen Aushändigung des Scheines Zahlung gleichwertigen Barbetrages bei den bekanntzugebenden Stellen verlangen“. BAD-23: Gutschein über Reichsgoldanleihe der Badischen Landwirtschaftskammer Karlsruhe über 2,10 Mark Gold, ausgegeben Karlsruhe am 19. November 1923. BAD-24: Gutschein über Reichsgoldanleihe der Badischen Landwirtschaftskammer Karlsruhe über 4,20 Mark Gold, ausgegeben Karlsruhe am 19. November 1923. BAD-25: Gutschein über Reichsgoldanleihe der Badischen Landwirtschaftskammer Karlsruhe über 8,40 Mark Gold, ausgegeben Karlsruhe am 19. November 1923. Dies wird weiter präzisiert: „Als Sicherheit für diesen Gutschein ist ein gleichlautender Betrag oder ein auf den gleichlautenden Betrag ausgestellter Interimsschein für Reichsgoldanleihe beim Treuhänder Badische Girozentrale, Zweiganstalt Karlsruhe, hinterlegt“. Alle Werte sind einseitig mit Text und verschiedenen Motiven in einem Unterdruck im Zierrahmen mit sich wiederholenden Darstellungen einer Frau in Tracht bedruckt. Folgende Motive wurden verwendet: 1,05 Goldmark: Versuchsgut Blankenhornsberg 2,10 Goldmark: Versuchsgut Eberstein 4,20 Goldmark: Insel Mainau 1864 8,40 Goldmark: Neckartal mit Dilsberg. Hans-Georg Glasemann Bildquelle: Schatzanweisung: Privat, Geldscheine: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski. Literaturhinweis: Wilhelmy, Rudolf; Geschichte des deutschen wertbeständigen Notgeldes von 1923/1924, Dissertation, Berlin, 1962. Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Deutsches Notgeld, Band 10: Das Papiergeld der deutschen Länder 1871 – 1948 Die Banknoten und Notgeldscheine der deutschen Länder, Provinzen und Bezirke Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-500-8 Auflage: 2. Auflage 2006 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 640 Preis: 39,80 Euro Ausverkauft!

www.geldscheine-online.com | Regenstauf

© 2025 Battenberg Bayerland Verlag GmbH

bottom of page