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  • Messe-Gewinnspiel: 3 x 2 Dauerkarten für die NUMISMATA München – Die Gewinner stehen fest!

    Wir verlosen 3 x jeweils 2 Dauerkarten für die NUMISMATA am 2. und 3. März 2024 in München. Wenn Sie gewinnen möchten, senden Sie uns eine E-Mail an info@geldscheine-online.com mit dem Betreff "München". Einsendeschluss ist der 21. Februar 2024. Später eingehende E-Mails nehmen nicht an der Ziehung teil. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt und erhalten einen Gutschein, den Sie am Veranstaltungstag an der Kasse gegen die Tickets eintauschen können. Bitte geben Sie Ihren vollständigen Namen an, dieser wird im Gewinnfall dem Messeveranstalter mitgeteilt. Verlagsmitarbeiter, deren Angehörige und Gewinnspielservices dürfen nicht teilnehmen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Datenschutzbestimmungen finden Sie hier. Die Gewinner wurden am 22. Februar 2024 durch Auslosung ermittelt! Die Gewinner sind: R. Findeiss J. Jaumann S. Kern Wir gratulieren ganz herzlich und wünschen viel Spaß und Erfolg auf der Numismata in München! Die Gutscheine werden per E-Mail zugestellt!

  • Nachdruck der Entwürfe zur letzten Banknotenserie der Tschechoslowakei

    Das Jahr des 17. Juni (1953) war auch in der Tschechoslowakischen Republik (ČSR) ereignisreich: Am 28. Februar 1953 erlitt Stalin nach einem Trinkgelage einen Schlaganfall. Im März starb auch der tschechoslowakische Diktator und Staatspräsident Klement Gottwald – wie Spötter meinten, an gebrochenem Herzen über Stalins Tod. Im April erfolgte eine Reform des tschechoslowakischen Schulsystems. Das für uns interessanteste Ereignis war jedoch die Währungsreform im Mai 1953: In diesem Monat wurde eine heimlich in der Sowjetunion entworfene und hergestellte Banknotenserie in Umlauf gegeben (die nebenbei bemerkt weitestgehend die gleiche Stückelung und Farbgebung hatten wie die sowjetischen Noten: ein brauner 100er, ein grüner 50er, ein 25er… Sogar der 3er fehlte nicht). Zwischen 1958 und 1964 wurde schrittweise eine zweite Banknotenserie aufgelegt, die trotz ihres sozialistischen Charakters als optisch ansprechend bezeichnet werden kann (10 Kčs Typ II „Zwei Mädchen“, 25 Kčs Typ II „Jan Žižka“, 50 Kčs Typ II „Sowjetsoldat und Partisan“, 100 Kčs Typ II „Arbeiter und Bäuerin“). Mit Ausnahme des bereits 1958 ausgegebenen Fünfundzwanzigers sieht man auf allen Scheinen das neue, fünfeckige Wappen; dieses wurde 1960 gleichzeitig mit der Umbenennung des Landes in Tschechoslowakische Sozialistische Republik (ČSSR) eingeführt. Datiert auf 1970 und 1973 folgten die ergänzenden Werte zu 20 und 500 Kčs. Diese zeigen den Aufstand der Böhmen während der Hussitenkriege im 15. Jahrhundert (20 Kčs) und den slowakischen Nationalaufstand „SNP 1944“ während des Zweiten Weltkriegs (500 Kčs). Schon in den 1970er Jahren gab es erste Überlegungen, neue Geldscheine einzuführen, die dieses Mal statt der allegorischen Figuren Personen der tschechischen und slowakischen Geschichte zeigen sollten. Den Auftrag zur Gestaltung erhielt der slowakische Maler, Grafiker, Exlibris- und Briefmarkenkünstler Albín Brunovský 1977. Sie sollten zugleich schön, aber auch technisch innovativ sein. Während die Vorderseiten bekannte Personen der tschechischen und slowakischen Geschichte zeigen sollten, waren die Rückseiten – mit Ausnahme des Zwanzigers – Motiven aus dem ganzen Land vorbehalten. Diese Serie war wie ihre Vorgänger auch gleichberechtigt angelegt: Die Noten sind abwechselnd den beiden damaligen Landesteilen der ČSSR (Böhmen und Mähren sowie Slowakei) gewidmet, sie zeigen also abwechselnd eine Person der tschechischen und der slowakischen Geschichte, verwenden abwechselnd Motive des tschechischen und slowakischen Landesteils und „sprechen“ passend dazu abwechselnd eine der beiden Sprachen des Landes (Ähnliches ist ja auch von den jugoslawischen Banknoten der Jahre 1955 bis 1965 bekannt, die abwechselnd serbisch und kroatisch gestaltet wurden). Dem tschechischen Landesteil waren, wie auch bislang, die drei Nominale: 20, 100 und 1000 Kronen zugewiesen. Für den slowakischen wurden entsprechend die Wertstufen 10, 50 und 500 gestaltet. Auch die Farbgebung entsprach im Wesentlichen der bisherigen; lediglich der Zehner wechselte von Grau auf Braun. Die Státní tiskárna cenin in Prag − sie entspricht unserer Bundesdruckerei in Berlin − hat nun diese letzte Serie der tschechoslowakischen Banknoten neu aufgelegt. Das Interessante daran: Für den Neudruck dieser Serie wurde ein spätes, aber nicht letztes Entwurfsstadium der Banknoten verwendet. Die Scheine ähneln also den zuvor ausgegebenen Noten, zeigen aber eine frühere Version der Bilder des Künstlers Albín Brunovský. Vielleicht wurde Banknotenpapier verwertet, das vom Druck der letzten Auflage der 100-Kčs-Scheine des Typs II („Arbeiter und Bäuerin“) übrig geblieben ist – denn das Wasserzeichen zeigt die bekannten Lindenblätter –, vielleicht wurde aber auch neues hergestellt. Es lohnt sich aber eine Betrachtung und ein Vergleich des neuen Drucks und der bekannten Serie aus dem Umlauf. 1000 Kronen, Typ I Als Erstes ergänzte im Jahr 1985 das neue Nominal zu 1000 Kronen die Reihe der tschechoslowakischen Banknoten. Es handelte sich um einen sehr hohen Wert im Sozialismus. Legt man die staatlich festgesetzten Wechselkurse (Quelle: Pick-Katalog von 1986) zu Grunde, entsprachen 1000 Kronen etwa 350 Mark. Zum Vergleich: Die DDR hatte als höchsten Wert einen 100-Mark-Schein, der polnische Tausender war offiziell 75 Mark wert, der ungarische Tausender 50 Mark, dem 100-Lei-Schein sprach man einen Wert von 17 Mark zu, nur der 1:1 an das Pfund Sterling gekoppelte Rubel ging bis zum Hunderter, für den man bei staatlichen Wechselstuben 314 Mark hinlegen musste. Berechnet am Schwarzmarktkurs oder gar den Kurs bei Wechselstuben des Kapitalismus, so hätte er damals immer noch zwischen 50 und 70 Mark gekostet. Der neue Tausender zeigte den Komponisten Bedřich Smetana. Smetana war bereits vor der Währungsreform auf einem 5000-Kčs-Schein des Jahres 1952 zu sehen. Sein bekanntestes Werk ist der sechsteilige Zyklus „Má vlast" Mein Vaterland), mit dem er im 19. Jahrhundert seiner Heimat ein Denkmal setzte. Im 20. Jahrhundert wurde ihm dafür auf mehreren Banknoten auch numismatisch ein Denkmal gesetzt. Auf der Rückseite der ausgegebenen Note ist die Moldau zu sehen sowie die Prager Hochburg. Das Bild spielt damit auf den ersten und zweiten Teil seines Werks an: Vyšehrad (Hochburg) und Vltava (Moldau). Im Gegensatz zur endgültigen Note zeigt die Rückseite des Vorentwurfs einen Baum und eine Frauengestalt. Vermutlich sollte hier der 3. Teil des Zyklus dargestellt werden, die von der Amazone Šárka handelt. Šárka hat aufgrund der Untreue ihres Geliebten der Männerwelt Rache geschworen und ließ sich daher zum Schein an einen Baum binden. Ritter Ctirad sah sie, verliebte sich in sie und befreite sie, was sich jedoch als Falle herausstellen sollte. 500 Kronen, Typ II Der Fünfhunderter sollte als letzter Schein im Jahr 1991 ausgegeben werden. Dazu kam es jedoch aufgrund der Ereignisse von 1990 nicht mehr. Dennoch sind bereits fertige Entwürfe der Banknote mit dem Porträt der slowakischen Schriftstellerin Božena Slančíková Timrava bekannt. Der Fünfhunderter war der einzige Schein mit einer Frau; er sollte auch der einzige nie ausgegebene Schein der Serie sein. Vielleicht hatte man die Einführung der Note bis zum Schluss aufgeschoben, weil man hoffte, doch noch eine passende Person der slowakischen Geschichte zu finden. Die Rückseite des Vorentwurfs zeigt eine Ansicht der slowakischen Natur, vermutlich der hohen Tatra. Auf dem letzten bekannten Entwurf wählte man hingegen einen Fluss und eine Burgruine. Damit sollte er der „Zwilling“ des tschechischen Tausenders werden. 100 Kronen, Typ III Als vorletzter Wert sollte der Hunderter mit dem Porträt des tschechoslowakischen Diktators Klement Gottwald ausgegeben werden. Man mag fast meinen, er schaue auf der ausgegebenen Note noch etwas strenger drein als auf dem Vorentwurf. Dieser Schein aber schrieb Währungsgeschichte: Die Bürger der ČSSR verweigerten die Annahme der neuen Banknote mit dem unbeliebten Staatsoberhaupt oder schrieben auf die Banknote das Wort „Vrah“ („Mörder“). Dies bewirkte, dass dieser kurz nach Ausgabe wieder eingezogen wurde und der Hunderter von 1961 wieder umlief. Gottwald sollte übrigens schon vor der Währungsreform auf einer Note zu sehen sein, jedenfalls sind Entwürfe eines tschechischen Tausenders bekannt, die anstelle des von Josef Mánes gezeichneten Mädchens (1000 Kčs vom Mai 1945 bzw. 1951) den „tschechischen Stalin“ schon zu dessen Lebzeiten zeigen. Die Rückseite des „Hunderters Nummer Drei“ zeigt – wie auch seine beiden Vorgängernoten – eine Ansicht der tschechischen Hauptstadt Prag. Man sieht links den Pulverturm und rechts den Dom zu Prag („Veitsdom“). 50 Kronen , Typ III Auf dem Fünfziger ist Ľudovít Štúr zu sehen. Štúr war nicht nur eine herausragende Persönlichkeit der slowakischen Nationalbewegung, er trug auch zur Entstehung einer eigenständigen Schriftsprache bei. Bemerkenswert im Vergleich: Frühere Noten zeigten als Vertreter der slowakischen Kultur und Sprache Ján Kollár (z.B. 500 Kronen von 1946). Kollár lehnte die Idee einer eigenen slowakischen Sprache ab und hielt diese nur für eine Varietät des Tschechischen. Anders formuliert: Der eine stand für ein Aufgehen der slowakischen in der tschechischen Nation, der andere für eine eigenständige slowakische Identität. Štúr würde auch später auf dem letzten slowakischen Fünfhunderter zu sehen sein. Die Rückseite der Note zu „Päťdesiat korún československých“ zeigt eine Ansicht der slowakischen Hauptstadt Bratislava vom Südufer der Donau aus gesehen. Im Vordergrund sieht man die Brücke des slowakischen Nationalaufstands von 1944, auch kurz „nový most“ („neue Brücke“) genannt, sowie links die Burg, die man auch von den derzeitigen slowakischen 10-, 20- und 50-Cent-Münzen kennt. Rechts sieht man die Kathedrale des heiligen Martin, die wichtigste Kirche der Slowakei. Insgesamt ist die Banknote das Pendant des Hunderters, auf dem die tschechische Hauptstadt Prag zu sehen ist. 20 Kronen, Typ II Dieser zeigt den Pädagogen Johann Amos Komenský (Comenius), der auch auf dem aktuellen tschechischen 200er zu sehen ist. Auf der Rückseite der ausgegebenen Note sieht man Allegorien auf die tschechische Sprache und, vermutlich, den Baum der Erkenntnis, der aus Büchern hervor wächst. Links davon zu sehen sind glagolitische Buchstaben aus dem von Kyrill und Methodius generierten Alphabet, das Atommodell links oben ist nur noch als solches zu erahnen. Dieser Schein wurde 1989 in Frankreich zur „Schönsten Banknote des Jahres 1988“ gewählt. Bei der nun aufgelegten Entwurfszeichnung sind verschiedenste Schulfächer wie Mathematik, Schreibunterricht, Biologie, Musik und Naturwissenschaften umso deutlicher erkennbar – eine Allegorie auf die Bildung. 10 Kronen, Typ III Der zweite in Umlauf gegebene Schein der Serie von 1986 zeigt den Schriftsteller Pavol Országh Hviezdoslav. Er war ein bedeutender slowakischer Dichter und Übersetzer. So sieht man auf der Rückseite des ausgegebenen Geldscheins die Arwa (slowakisch Orava), das slowakische Grenzgebirge zu Polen. Dies ist wohl eine Anspielung auf das berühmteste Werk des Dichters, Hájnikova žena (Die Frau des Hegers), das in den Wäldern der Karpaten spielt. Man kann annehmen, dass das ursprünglich geplante dreigeteilte landwirtschaftliche Motiv (Frau auf der Weide, Gebirge, Hütten in den Bergen) ebenfalls durch diese Erzählung inspiriert war. Nach der "Samtenen Revolution" Ende 1989 in der ČSSR wurde, wie bereits erwähnt, der Hunderter von 1989 rasch wieder eingezogen und der Fünfhunderter von 1990 in der Tschechoslowakischen Föderalen Republik (ČSFR) nicht mehr realisiert. Man begann mit der Planung einer neuen post-sozialistischen, aber noch gesamt-tschechoslowakischen Serie. Die Porträts sollten sein: 10 Kčs (SK) - Fürst Pribina (jetzt auf dem 20 Ks - Schein) 20 Kčs (SK) – Cyrill (jetzt auf dem 50 Ks - Schein) 50 Kčs (CZ) - Ottokar I. Přemysl (jetzt auf dem 20 Kč - Schein) 100 Kčs (CZ) - Karl IV. (jetzt auf dem 100 Kč - Schein) 200 Kčs (CZ) - Jan Amos Komenský (jetzt auf dem 200 Kč - Schein) 500 Kčs (SK) - Ľudovít Štúr (jetzt auf dem 500 Ks - Schein) 1000 Kčs (CZ) - František Palacký (jetzt auf dem 1000 Kč - Schein) 2000 Kčs (SK) - Milan Rastislav Štefánik (jetzt auf dem 5000 Ks - Schein) 5000 Kčs (CZ) - Tomáš Garrigue Masaryk (jetzt auf dem 5000 Kč - Schein) Den Gestaltungswettbewerb gewann der Tscheche Oldřich Kulhánek. Der von ihm gestaltete 200er „Komenský“ existiert als fertiger Druck zu 200 tschechoslowakischen (!) Kronen und trägt das Jahr 1992. So kam es auch, dass die erste Auflage der Note zu 200 tschechischen Kronen einen Silberfaden hatte, auf dem noch 200 Kčs statt 200 Kč, und auf den ersten Banknoten der tschechischen Republik im Durchsichtsregister CS statt CR zu lesen war. Auch die Produktion anderer Werte war bereits fortgeschritten, so dass der Tausender relativ schnell in Umlauf gegeben werden konnte. Kulháneks Serie sollte die tschechische und slowakische Nation gleichberechtigt behandeln, sie behandelt nun Männer und Frauen gleichberechtigt: Die slowakischen Porträts wurden in Tschechien durch Frauenporträts ersetzt Das Portrait des Štúr − es sind Entwurfsskizzen bekannt − wurde beispielsweise ersetzt durch das Bild der Božena Němcová (von ihr stammt das Märchen „Drei Nüsse für Aschenbrödel!“), auf dem 2000er ist nun Ema Destinová statt Štefánik zu sehen und Fürst Pribina musste der heiligen Agnes von Böhmen weichen. Andererseits kam durch die Sezession 1993 der Entwurf des Slowaken Jozef Bubák in dessen Heimat zum Tragen und Štefánik, Štúr sowie Pribina erhielten doch noch eigene Banknoten.: Der 10 Kčs (Pribrina) wurde zum 20 Ks, der 20 Kčs (Kyrill und Method) zum 50er, 500 Kčs (Štúr) zum 500 Ks und der 2000 Kčs (Štefánik) zum 5000er. Geht man davon aus, dass die Farben mit den Porträts mit wanderten (siehe etwa den Kyrill-Schein), könnte man sogar annehmen, dass der Schein zu 2000 Kčs orange werden sollte (zum Vergleich: Der 2000 Kč wurde grün). Aber hier sind wir bereits im Bereich der Spekulation. Entwurfs-Serie (Anmerkung der Redaktion): Insgesamt wurden 2000 Serien der Entwürfe gedruckt, die am 31. Januar 2019 ausgegeben wurden und für je 4000 Kč (rund 160 Euro) verkauft werden. Jeder Schein zeigt auf der Rückseite rechts unten eine Serien-Nummer (bei den hier abgebildeten Scheinen die "0329"). Auf Nachfrage wurde angegeben, dass es nur fünf Serien mit der Nummer "0000" geben soll. Manfred Dietl Abb. Manfred Dietl, Entwurf mit Serie "0000": Hans-Ludwig Grabowski

  • Die Slowakische Republik – ein Staat von Hitlers Gnaden

    Ende Oktober 1918 befand sich Österreich-Ungarn in Auflösung. Die Völker der k. und k. Monarchie strebten nach Unabhängigkeit. Prag proklamierte am 28. Oktober 1918 seine Unabhängigkeit, zwei Tage später erklärten die Slowaken ihren Anschluss an die neue Tschechoslowakische Republik, die nun aus den zuvor zu Österreich gehörenden Gebieten Böhmen und Mähren sowie aus den zu Ungarn gehörenden Gebieten Slowakei und Karpatenrussland (Karpato-Ukraine) bestand. Der neue Staat war sowohl bevölkerungsmäßig als auch konfessionell ein heterogenes Gebilde. Nach der Volkszählung von 1921 setzte sich die Bevölkerung zu 51,5 % aus Tschechen, 14 % Slowaken, 23,4 % Deutschen, 5,6 % Ungarn, 3,5 % Ruthenen bzw. Ukrainern sowie weiteren kleineren Volksgruppen (Polen, Rumänen, Kroaten und Roma) zusammen. Wegen der tschechischen Minderheiten-Politik kam es in den 1920/30er-Jahren wiederholt zu ethnischen Spannungen, die im Herbst 1938 ihren vorläufigen Höhepunkt erreichten und im Münchener Abkommen zur Abtretung des Sudetenlandes an das Deutsche Reich führten. Dadurch ermutigt, erzwang Polen die "Rückgabe" des Olsagebiets, und Ungarn erhielt durch den Wiener Schiedsspruch die südliche Slowakei. Hitler gab sein ursprüngliches Ziel, die Zerschlagung der Tschechoslowakei, nicht auf und schürte die Gegensätze zwischen Prag und der slowakischen Regierung. Die Slowakei hatte erst am 8. Oktober 1938 die bereits seit dem 30. Juni 1918 zugesagte Autonomie erhalten, sodass am 27. Januar 1939 aus der Tschechoslowakei die Tschecho-Slowakei und aus der Tschechoslowakischen Nationalbank die Tschecho-Slowakische Nationalbank wurde. Die Währungsbezeichnung wechselte von Kč in K. Als am 2. März 1939 Ministerpräsident Beran von seinem slowakischen Amtskollegen Tiso unter anderem eine Loyalitätserklärung zur tschecho-slowakischen Staatsidee, das Ende der eingeleiteten Bewaffnung einer slowakischen Parteiarmee und den Verbleib tschechischer Offiziere in der Slowakei forderte, lehnte dies die autonome Regierung in Bratislava (Preßburg) ab. Daraufhin erklärte die Zentralregierung in Prag diese am 10. März für abgesetzt. Die Karpato-Ukraine, seit 8. Oktober 1938 ebenfalls autonom, war mit Prag auch in Auseinandersetzungen verwickelt. Sie erklärte am 13. März ihre Selbstständigkeit. Am gleichen Tag empfing Hitler Tiso. Ermutigt durch Hitler, erklärte der slowakische Landtag nur einen Tag später einstimmig die unabhängige Slowakische Republik. Gleichzeitig gab Hitler Ungarn grünes Licht für die Annexion der Karpato-Ukraine. In dieser Situation wandte sich der Prager Außenminister Chvalkovský an die Reichsregierung, Präsident Dr. Hácha noch am gleichen Abend in Berlin zu empfangen. In der Nacht des 15. März kam es zu dem folgenschweren Treffen zwischen Hitler und Dr. Hácha. Statt zu vermitteln, bot Hitler an, die Tschechei unter den "Schutz" des Reiches zu nehmen. Hitler drohte dem Präsidenten für den Fall der Weigerung, Prag durch die Luftwaffe dem Erdboden gleichzumachen. Dem Präsidenten blieb nichts anderes übrig, als "das Schicksal des tschechischen Volkes und Landes vertrauensvoll in die Hände des Führers des Deutschen Reiches [zu legen]." Am nächsten Morgen überschritt die deutsche Wehrmacht kampflos die Grenze. Die sog. "Rest-Tschechei" wurde zum "Protektorat Böhmen und Mähren“ und die Reichsmark neben der Krone zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt. § 1 der "Verordnung über das Währungsverhältnis im Protektorat Böhmen und Mähren" vom 21. März 1939 legte den Wert der Krone ab dem folgenden Tag auf zehn Reichspfennig fest. Die Kursfestsetzung bedeutete eine bewusste Abwertung der Krone gegenüber der Reichsmark, da der Wechselkurs in den letzten Jahren bei 7,40 K gelegen hatte. Bei Berücksichtigung von Kaufkraft und Preisniveau hätte der Kurs bei 6 bis 7 Kronen festgelegt werden müssen. Eine Verordnung der Protektoratsregierung beschränkte die Tätigkeit der Tschecho-Slowakischen Nationalbank auf das Gebiet des Protektorats und am 31. März wurde der Name in Nationalbank für Böhmen und Mähren in Prag – Národní Banka pro Čechy a Moravu v Praze geändert. Allerdings liefen im Protektorat und in der Slowakei die gleichen Banknoten und Münzen um und eine Neuordnung des Währungswesens war daher unumgänglich. Am 13. März 1939 entfielen auf: Während die umlaufenden Münzen, Staatsnoten und Banknoten im Protektorat teilweise bis Ende Januar 1945 gesetzliche Zahlungsmittel blieben, sah die slowakische Regierung eine ihrer vorrangigen Aufgaben darin, eigene Geldzeichen auszugeben. Zu diesem Zweck wurden die umlaufenden tschechoslowakischen Banknoten zu 500, 1000 und 5000 Kronen (Kč) innerhalb von zwei Tagen (26. – 27. April 1939) eingezogen. An ihre Stelle traten Scheine mit dem Aufdruck „SLOVENSKÝ ŠTAT“, wobei Noten zu 5000 Kronen (Ks) nicht wieder ausgegeben wurden. Am 6. – 7. Juni 1939 folgte dann der Umtausch der 100-Kč-Staatsnoten gegen überdruckte Noten. SLOVENSKÝ ŠTAT, o. D. (1939), 500 Kronen, Vorder- und Rückseite. Bereits am 16. März 1939 hatte das slowakische Finanzministerium die Befugnisse einer Emissionsanstalt auf die Hauptanstalt der Tschecho-Slowakischen Nationalbank in Bratislava übertragen, ohne ihr allerdings das Notenausgaberecht zu verleihen. Am 20. März reiste eine Delegation nach Berlin, um eine wirtschaftliche und finanzielle Zusammenarbeit mit dem Deutschen Reich zu vereinbaren. Es wurde eine Beteiligung des Deutschen Reichs an der slowakischen Notenbank sowie die Entsendung eines Vertreters der Deutschen Reichsbank vereinbart. Als Währung sollte die Slowakei die Slowakische Krone (Ks), unterteilt in 100 Heller, einführen. Mit Gesetz Nr. 44/1939 vom 4. April 1939 wurde dann die slowakische Notenbank, die Slovenská Národná Banka v Bratislave (SNB), aus der Taufe gehoben. Das Grundkapital der privilegierten Aktiengesellschaft wurde auf 100 Millionen Ks – etwa 8,6 Millionen RM – festgelegt, eingeteilt in Aktien zu 1000 Ks. 40 % des Grundkapitals übernahm die Deutsche Golddiskontbank in Berlin. Nach § 2 der Regierungsverordnung über die Slowakische Nationalbank vom 14 März 1939 erhielt die Bank das ausschließliche Recht, Banknoten auszugeben, während über die staatliche Münzausgabe einvernehmlich entschieden werden sollte. Neben den Staatsgoldmünzen – die nie geprägt wurden – waren die Banknoten das einzige unbeschränkte Zahlungsmittel. § 3 legte den Wert der slowakischen Krone auf 31,21 mg Feingold fest. An der Spitze der Bank stand der Gouverneur[1], der die Bank rechtlich vertrat. Er und sein Stellvertreter wurden vom Staatspräsidenten für sechs Jahre bestellt und konnten von ihm auch abberufen werden. Zur Unterstützung und Beratung wurden aus Vertretern der Land- und Forstwirtschaft, der Industrie und dem Bankwesen acht Bankratsmitglieder von der slowakischen Regierung ernannt. Ferner gehört dem Bankrat ein Vertreter der Reichsbank an. Bis zum Herbst 1944 war dies Dr. Richard Buzzi, Direktor bei der Reichsbankhauptstelle Wien. Einmal im Jahr trat die Aktionärsversammlung zusammen. Für Beschlüsse in der Hauptversammlung war eine Dreiviertelmehrheit notwendig. Der Besitz von 10 Aktien gewährte eine Stimme. Die Hauptversammlung bestellte für fünf Jahre fünf Revisionsausschussmitglieder, die mindestens zweimal pro Jahr zusammentraten. Sie überwachten die Arbeit der Bank und prüften Jahresbilanz und Gewinn- und Verlust-Rechnung. Der Vorsitzende des Ausschusses berichtete dem Finanzminister, Gouverneur, Bankratsmitgliedern und der Hauptversammlung über das Prüfungsergebnis. Neben diesen Organen, die das Bankstatut vorschrieb, trat einmal pro Woche das Exekutivorgan der Nationalbank – das Direktorat – zusammen. Zu seinen Mitgliedern gehörten die Vorsitzenden und Stellvertreter der Abteilungen (Administrations-, Kredit-, Devisen-, Revisions- und Konjunkturforschungsabteilung) sowie der Gouverneur. Neben der Hauptanstalt in Bratislava (Preßburg) unterhielt die Bank Zweiganstalten in Banská Bystrica (Neusohl), Ružomberok (Rosenberg), Nitra (Neutra), Prešov (Eperies, 1938-1945: Preschau) und Žilina (Sillein bzw. Silein). Daneben bestanden noch weitere 17 Nebenstellen. Laut § 4 der bereits erwähnten Verordnung mussten die Banknoten durch Gold, Devisen oder ausländische Wertpapiere sowie durch Schuldscheine, Schecks, inländische Wertpapieren oder Darlehen gedeckt sein. Zwar hatte die Slowakische Nationalbank gegenüber der ehemaligen Tschecho-Slowakischen Nationalbank einen Anspruch auf 341,6 Millionen Kronen in Gold, aber wenige Tage vor Kriegsausbruch hatte die Reichsbank das Golddepot der Tschecho-Slowakischen Nationalbank in Bern übernommen. Sie stellte nun der SNB nur 100 Millionen davon zur Verfügung; den Restbetrag glich die Reichsbank mit der Übergabe von 20.611.100 RM in 4 ½ %igen Schuldscheinen des Deutschen Reiches aus. Daher war das Management der SNB bemüht, den Goldbestand zu erhöhen. Unternehmen und Bürger wurden aufgefordert, Bargeld, Edelmetall und andere Wertsachen zu spenden. Jeder Spender, der mindestens einen Betrag von 100 Ks leistete, erhielt einen Ring mit einer Aufschrift, die übersetzt „Der Slowakische Staat bedankt sich!“ lautet. Insgesamt kamen mehr als 7 Tonnen Gold zusammen. Nachdem Ende Oktober 1939 die neugedruckten Staatsnoten zu 10 und 20 Ks ausgeliefert waren, erfolgte bis zum Jahresende der Einzug des restlichen noch umlaufenden tschechoslowakischen Papiergelds der Wertstufen zu 10, 20 und 50 K. Im Zeitraum von 1940 bis 1945 folgten eine Reihe weiterer Ausgaben slowakischer Staatsnoten sowie Banknoten der Slowakischen Nationalbank zu 50, 100, 500 und 1000 Ks. Eine bereits gedruckte Note zu 5000 Ks wurde nicht mehr ausgegeben. Mit Ausnahme der Überdruckprovisorien zu 100 und 1000 Ks blieben alle vom slowakischen Staat emittierten Noten bis zum 31. Oktober 1945 in der Slowakei gesetzliche Zahlungsmittel. Republika Slovenská, 15. September 1939, 10 Kronen, Vorder- und Rückseite. Republika Slovenská, 15. September 1939, 20 Kronen, Vorder- und Rückseite. Slovenská Národná Banka v Bratislave, 7. Oktober 1940, 100 Kronen, Vorder- und Rückseite. Slovenská Národná Banka v Bratislave, 7. Oktober 1940, 100 Kronen, II. Auflage, Vorder- und Rückseite. Slovenská Národná Banka v Bratislave, 15. Oktober 1940, 100 Kronen, Vorder- und Rückseite. Slovenská Národná Banka v Bratislave, 25. November 1940, 1000 Kronen, Vorder- und Rückseite. Slovenská Národná Banka v Bratislave, 12. Juli 1941, 500 Kronen, Vorder- und Rückseite. Republika Slovenská, 11. September 1942, 20 Kronen, Vorder- und Rückseite. Republika Slovenská, 20. Juli 1943, 10 Kronen, Vorder- und Rückseite. Slovenská Národná Banka v Bratislave, 18. Dezember 1944, 5000 Kronen, Vorder- und Rückseite. Republika Slovenská, o. D. (1945), 5 Kronen, Vorder- und Rückseite. Die in den Sammlungen vorkommenden Scheine sind meist durch die Lochschrift „SPECIMEN“ gekennzeichnet. Diese Scheine wurden, nachdem sie ihre Gültigkeit verloren, von der Tschechoslowakischen Notenbank an Sammler abgeben. Mit der Münzstätte Kremnica (Kremnitz) verfügte die Slowakei über die technischen Voraussetzungen zur Herstellung von Münzen. Bevor eigene Münzen emittiert wurden, ließ das Finanzministerium 1939 noch tschechoslowakische Münzen zu 5 und 10 Heller mit den Matrizen des letzten Prägejahrgangs 1938 herstellen. Für das Protektorat galt dies sogar für alle Werte bis 1940. Bereits im Juni 1939 wurde mit der Prägung der ersten slowakischen Umlaufmünze im Nennwert von 5 Kronen begonnen. Bis 1945 wurden insgesamt zwölf verschiedene Münzen geprägt. Die Münzen blieben teilweise bis 1948 gültig. Für Repräsentationszwecke wurden in Kremnica alle Werte der tschechoslowakischen Gold-Dukaten nachgeprägt. Slovenská Republika, 1942, 5 Heller, Zink, Vorder- und Rückseite. Slovenská Republika, 1939, 10 Heller, Kupfer, Vorder- und Rückseite. Slovenská Republika, 1940, 20 Heller, Kupfer, Vorder- und Rückseite. Slovenská Republika, 1942, 20 Heller, Aluminium, Vorder- und Rückseite. Slovenská Republika, 1941, 50 Heller, Kupfer-Nickel, Vorder- und Rückseite. Slovenská Republika, 1943, 50 Heller, Aluminium, Vorder- und Rückseite. Slovenská Republika, 1941, 1 Krone, Kupfer-Nickel, Vorder- und Rückseite. Slovenská Republika, 1939, 5 Kronen, Nickel, Vorder- und Rückseite. Slovenská Republika, 1944, 10 Kronen, Nickel, Vorder- und Rückseite. Slovenská Republika, 1939, 20 Kronen, Silber, Vorder- und Rückseite. Slovenská Republika, 1941, 20 Kronen, Silber, Vorder- und Rückseite. Slovenská Republika, 1944 50 Kronen, Silber, Vorder- und Rückseite. Die Höhe des Geldumlaufs änderte sich in den ersten Jahren nur geringfügig und die Banknotenausgaben entsprachen dem Preisniveau. Dies änderte sich 1944. Der Kriegsverlauf und der Slowakische Volksaufstand zwangen die Nationalbank mehr Geld in den Umlauf zu geben. Immer höhere Geldbeträge mussten aufgebracht werden, um das Clearing-Defizit des wichtigsten Handelspartners auszugleichen. Nach Deutschland und dem Protektorat gingen 80 % der Exporte (Zucker, Holz, Petroleum, Erdölprodukte u.a.), während die Möglichkeit deutscher Importe (Textilien, Getreide u.a.) begrenzt war, sodass es häufiger zum Einfrieren der deutschen Clearingkonten und zur Erhöhung der Clearingspitzen kam.[2] Das größte Problem stellte die Bewertung der Reichsmark dar. Seit 1939 wurde auf den Clearingkonto die RM mit 11,28 Ks gerechnet, was einer Überbewertung um etwa 50 % entsprach. Auf dem Schwarzmarkt lag der Kurs der RM zwischen 6 bis 8 Ks und nach zwei Kriegsjahren sank er bis auf 4 Ks. Uwe Bronnert Anmerkungen [1] Die SNB hatte drei Gouverneure: Der erste war Imrich Karvaš. Nach seiner Verhaftung und bis zur Ernennung eines Nachfolgers wurde Anton Mederly, ein ehemaliges Mitglied des Bankrates, für 22 Tage zum Gouverneur ernannt (23. September – 15. Oktober 1944). Am 23. Oktober wurde der Direktor der Tatra Bank Rudolf Kubiš Gouverneur. Im Fall der Abwesenheit des Gouverneurs vertrat in der Vizegouverneur. Vom 14. März 1939 – 14. März 1945 übte dieses Amt Jozef Fundárek aus, der von Ján Balko ersetzt wurde. [2] Der deutsche Außenhandel erfolgte währen der NS-Zeit in der Regel durch bilaterale Handelsabkommen statt. Diese Abkommen sahen eine Verrechnung der gegenseitigen Forderungen und Verbindlichkeiten vor. Die Verträge legten bestimmte Höchstgrenzen für die Schuldsalden fest. Ende 1944 betrug die slowakische Forderung gegenüber dem Deutschen Reich 7 Milliarden Ks.

  • Notgeld der Deutschen Reichsbahn während der Inflation 1923

    In der Zeit der deutschen Hochinflation 1923 hatte nicht nur die Reichsbank alle Hände voll zu tun, um bei täglich und sogar stündlich fallenden Kursen über die Reichsdruckerei und zahlreiche mit dem Druck von Reichsbanknoten beauftragte private Druckereien immer mehr Reichsbanknoten zur Verfügung zu stellen. Weil sie den wachsenden Bedarf nicht mehr allein decken konnte, gaben außerdem neben den vier verbliebenen Ländernotenbanken von Baden, Bayern, Sachsen und Württemberg auch alle anderen deutschen Länder und Provinzen eigenes Notgeld aus, wie auch Bezirke, Kreise, Städte und Gemeinden, Handelskammern, Sparkassen und sogar Firmen, damit diese täglich ihre Arbeiter bezahlen konnten. Auch die Deutsche Reichsbahn, wie auch die Deutsche Reichspost, musste eigenes Notgeld ausgeben, um unter anderem den Zahlungsverkehr an den zahlreichen Eisenbahnkassen und die Lohnzahlungen für Hunderttausende Beschäftigte der Bahn sicherstellen zu können. War das Deutsche Reich politisch in Länder, Provinzen und Bezirke gegliedert, so hatten die Staatsunternehmen Reichsbahn und Reichspost jeweils eigene Verwaltungsgliederungen. Die Deutsche Reichsbahn gliederte sich in Reichsbahnirektionen (RBD) und diese wiederum in Reichsbahnämter (RBA). Wenn wir heute vom Notgeld der Deutschen Reichsbahn sprechen, sind in aller Regel die Ausgaben der verschiedenen Reichsbahndirektionen und die des Reichsverkehrsministers gemeint. Daneben gab es aber auch eine Vielzahl von Ausgaben verschiedener Dienststellen der Reichsbahn, aber auch solche privater Bahngesellschaften. Alle Ausgaben der deutschen Bahnen und der Reichspost findet man aktuell katalogisiert und bewertet in dem komplett farbigen Katalog: Das Papiergeld der deutschen Eisenbahnen und der Reichspost. Die Ausgaben der Zweigstelle des Reichsverkehrsministeriums Bayern in München galten in ganz Bayern, die der Reichsbahndirektionen, deren Grenzen nicht mit Länder- und Provinzgrenzen übereinstimmten, sowie einzelner Dienststellen nur in diesen. Hier möchte ich lediglich auf die wichtigen Ausgaben des Reichsverkehrsministeriums sowie der Reichsbahndirektionen eingehen. Der Reichsverkehrsminister, Berlin Mit der Weimarer Verfassung vom August 1919 war am 1. April 1920 der Staatsvertrag über die Reichseisenbahnen in Kraft, mit dem die vormaligen Länderbahnen dem Reichsverkehrsminister unterstellt wurden. Die Ausgaben des Reichsverkehrsministers waren an allen Kassen der Deutschen Reichsbahn und schließlich zuletzt auch noch an allen öffentlichen Kassen im gesamten Reichsgebiet gültig. Wegen dieser reichsweiten Bedeutung wurden sie auch in den neuen Katalog Die deutschen Banknoten ab 1871 aufgenommen. Ausgehend von den hohen Auflagen sind die meisten Scheine heute noch recht häufig, was das Sammeln erleichtert. Neben den Inflationsscheinen in Werten von 1 Million Mark im August 1923 bis zu 50 Billionen Mark im November 1923, gab es Ende 1923 auch sog. wertbeständiges Notgeld in Goldmark-Beträgen und Dollar. Reichsbahndirektion Altona Präsident der vormals preußischen Eisenbahndirektion und späteren Reichsbahndirektion Altona (später Hamburg) war von 1918 bis 1932 Ernst Schneider. Reichsbahndirektion Breslau Ab 1856 bestand die Königliche Eisenbahndirektion Breslau, die für einen Großteil Niederschlesiens zuständig war. Aus ihr wurde später die Reichsbahndirektion Breslau. Reichsbahndirektion Cassel Die Reichsbahndirektion Cassel (Kassel) ging aus der Königlich Preußischen Eisenbahndirektion Cassel hervor. Reichsbahndirektion Dresden Zur Reichsbahndirektion Dresden gehörten alle Streckenverbindungen in Sachsen, mit Ausnahme der Gegend um Leipzig, die zur Reichsbahndirektion Halle gehörte. Reichsbahndirektion Elberfeld Das Gebiet der Reichsbahndirektion erstreckte sich in den preußischen Provinzen Westfalen und Rheinprovinz. Von 1919 bis 1924 war August Denicke Präsident. Reichsbahndirektion Erfurt Das Gebiet der Reichsbahndirektion umfasste große Teile Thüringens, inkl. der thüringischen Anteile der preußischen Regierungsbezirke Erfurt und Merseburg, aber ohne den Raum Altenburg und Greiz. Reichsbahndirektion Frankfurt am Main Am 1. April 1874 entstand die Königliche Eisenbahn-Direction zu Frankfurt am Main, aus der dann die Reichsbahndirektion Frankfurt am Main wurde. Von 1919 bis 1925 hieß der Präsident Dr. Stapff. Reichsbahndirektion Osten, Frankfurt (Oder) Nach dem Frieden von Versailles fielen weite Gebiete der ehemaligen Königlich Preußischen Eisenbahndirektionen Bromberg, Posen und Danzig an Polen. Für die preußische Bahn musste die Verwaltung neu organisiert werden. Ende 1919 entstand die Eisenbahndirektion Osten mit Sitz in Berlin, aus der dann die Reichsbahndirektion Osten mit Sitz in Frankfurt (Oder) wurde. Reichsbahndirektion Halle (Saale) Die Reichsbahndirektion Halle entstand aus der 1895 gegründeten Eisenbahndirektion Halle im Bereich der preußischen Staatsbahnen. Reichsbahndirektion Hannover Die Königliche Eisenbahn-Direktion in der Residenzstadt Hannover entstand 1843. Aus ihr ging die spätere Reichsbahndirektion Hannover hervor, die weite Teile der preußischen Provinz Hannover, das Land Braunschweig und den Norden der preußischen Provinz Sachsen umfasste. Reichsbahndirektion Karlsruhe Die Reichsbahndirektion Karlsruhe ging aus der ehemaligen Direktion der Großherzoglich Badischen Staatseisenbahnen hervor, die fast das gesamte Gebiet des Landes Baden umfasste. Reichsbahndirektion Köln Die Reichsbahndirektion Köln entstand aus der vormaligen Königlich Preußischen Eisenbahndirektion Cöln und umfasste im Wesentlichen die Gebiete der preußischen Rheinprovinz westlich des Rheins vom Niederrhein bis in die nördliche Eifel. Reichsbahndirektion Königsberg i. Pr. Die Reichsbahndirektion erstreckte sich über die Provinz Ostpreußen und den bei Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg verbliebenen Teil Westpreußens (Regierungsbezirk Westpreußen, Marienwerder). Reichsbahndirektion Magdeburg Die Reichsbahndirektion Magdeburg bestand von 1922 bis 1931 auf dem Gebiet der früheren Königlichen Eisenbahn-Direction Magdeburg der Preußischen Staatseisenbahnen. Sie umfasste Teile der preußischen Provinzen Sachsen und Brandenburg. Reichsverkehrsministerium, Zweigstelle Bayern, München Die Ausgaben der Zweigstelle des Reichsverkehrsministeriums Bayern in München waren in ganz Bayern gültig, also im Wesentlichen in den Reichsbahndirektionen Augsburg, München, Nürnberg, Regensburg und Würzburg. Reichsbahndirektion Münster (Westf.) Die Reichsbahndirektion erstreckte sich in Preußen von Ostfriesland über das Münsterland und das westliche Westfalen bis zum Rand des Rheinisch-Westfälischen Industriegebiets sowie, nach Auflösung der Reichsbahndirektion Oldenburg, auch über den größten Teil des Landes Oldenburg. Reichsbahndirektion Oberschlesische Eisenbahnen, Oppeln Die Reichsbahndirektion Oppeln umfasste im Wesentlichen das Gebiet Oberschlesiens. Sie entstand 1922 aus den bei Deutschland verbliebenen Teilen der ehemaligen Eisenbahndirektion Kattowitz. Reichsbahndirektion Stettin Das Gebiet dieser Reichsbahndirektion Stettin erstreckte sich zum größten Teil über die preußische Provinz Pommern. Sie reichte im Westen bis Rostock und im Südwesten bis vor die Tore Berlins. Reichsbahndirektion Stuttgart Die Reichsbahndirektion Stuttgart ging aus der Direktion der Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen hervor. Neben den Ausgaben des Reichsverkehrsministers, der Zweigstelle Bayern des Reichsverkehrsministeriums und der Reichsbahndirektionen gaben während der Inflation auch noch untergeordnete Dienststellen der Reichsbahn, wie Bahnstationen, Stationskassen, Güterkassen und Werkstätten, sowie der Reichsbahn nahestehende öffentliche Einrichtungen, wie die Gewerkschaft der Eisenbahner und Staatsbediensteter, sowie private Eisenbahngesellschaften Notgeld aus. Wie bereits erwaähnt, finden Sie alle Ausgaben der deutschen Bahnen und der Reichspost aktuell katalogisiert und bewertet in dem komplett farbigen Katalog: Das Papiergeld der deutschen Eisenbahnen und der Reichspost. Text und Abb. Hans-Ludwig Grabowski

  • Lexikon: Konversionskasse für deutsche Auslandsschulden

    Errichtet aufgrund des Gesetzes über Zahlungsverbindlichkeiten gegenüber dem Ausland vom 9. Juni 1933; arbeitete in enger Verbindung mit der Deutschen Reichsbank. Zahlungen in fällig gewordenen Zinsen und Tilgungsbeträgen für ausländische Vermögensanlagen mussten an die Konversionskasse bezahlt werden. Dadurch ging die Zahlungsverpflichtung vom Schuldner an die Konversionskasse über, die mit auf Reichsmark lautenden unverzinslichen Schuldscheinen (sog. "Scrips") bezahlte (§ 4 der Satzung der Konversionskasse). Diese Scrips, die in den Werten 5, 10, 30, 40, 50, 100, 500 und 1000 RM ausgegeben wurden, waren nicht für den Zahlungsverkehr bestimmt, also keine Geldscheine. Das aufgedruckte Datum war der 28. August 1933, die spätere Ausgabe erhielt die zusätzlichen roten Aufdrucke "I" und "1934" in Guillochen. Die Scrips wurden 1934 durch verzinsliche (3 bzw. 4%) zehnjährige Schuldverschreibungen, sog. Fundierungsbonds, ersetzt. Albert Pick (Überarbeitung: Hans-Ludwig Grabowski) Abbildungen: Battenberg Gietl Verlag, Bildarchiv #Lexikon #Wertpapiere #Europa #Deutschland #Pick

  • Zur Geschichte des Geldes: "Fliegendes Geld" der Chinesen

    Bevor wir uns der Papiergeld-Geschichte Europas zuwenden, machen wir einen kleinen Ausflug in das Reich der Mitte, wo schon Anfang des 7. Jahrhunderts „Papiergeld“ kursierte. Zu diesen frühen Geldscheinen gehören die während der Tang-Dynastie in China (618 – 906) ausgestellten Depositenscheine. Im Tausch gegen diese Scheine konnten die Kaufleute an verschiedenen Orten ihr Metallgeld wieder abheben. Bevor wir uns der Papiergeld-Geschichte Europas zuwenden, machen wir einen kleinen Ausflug in das Reich der Mitte, wo schon Anfang des 7. Jahrhunderts „Papiergeld“ kursierte. Zu diesen frühen Geldscheinen gehören die während der Tang-Dynastie in China (618 – 906) ausgestellten Depositenscheine. Im Tausch gegen diese Scheine konnten die Kaufleute an verschiedenen Orten ihr Metallgeld wieder abheben. Das erste echte Papiergeld entstand ebenfalls in China. Zu Beginn der Sung-Dynastie (960 – 1279) veranlasste der Gouverneur der Provinz Szetchuan 16 angesehene Handelshäuser zum Zusammenschluss als eine Art Gilde und zur Ausgabe von sogenannten Kiao-tsu (Umlaufmitteln). Diese Scheine lösten das wegen seines hohen Gewichts sehr unpraktische Eisengeld der Provinz ab. Bereits um das 10. Jahrhundert hatten die Chinesen damit ein hervorragendes Geldsystem geschaffen, in dem das Papiergeld schon eine wichtige Rolle spielte. Die sogenannten „Ming-Scheine“ aus der Zeit der Ming-Dynastie (1368 – 1398) sind interessant gestaltet, weil z.B. auf einem 1000-Käsch-Schein sogar der Wert in Form von Münzzeichnungen abgebildet ist. Auch wer nicht lesen konnte, verstand damit, welchen Wert dieser Schein repräsentierte. Diese frühe Entwicklung blieb jedoch für den Rest der Welt ohne Einfluss. Als Marco Polo, der im 13. Jahrhundert über 20 Jahre am Hof des Kublai Khan in Peking weilte, nach Europa zurückgekehrt über seine Abenteuer und Reisen berichtete und dabei auch die Herstellung und den Gebrauch von Papiergeld in China erläuterte, schenkte man ihm keinen Glauben, da zu dieser Zeit die Nutzung von „wertlosem Papier“ als Geld in der westlichen Welt unvorstellbar war. Er erinnerte sich später: „All dieses Geld aus Papier wird mit großem Gepränge und Aufsehen gemacht, als wenn es lauter lötig Silber oder reines Gold wäre“. Über die Herstellung des frühen chinesischen Papiergelds schreibt Marco Polo: „Von Zweigen der Maulbeerbäume … lässt er (der große Khan) die Rinde abstreifen, das Innere, den Bast, aber einweichen und im Mörser zu Brei zerquetschen. Daraus wird dann Papier gemacht, das bis auf die kohlenschwarze Farbe dem aus Baumwolle hergestellten völlig gleicht. Es wird nun in rechteckige Stücke verschiedener Größen zerschnitten, je nach dem Wert, den es haben soll … Auf jedes Stück schreiben einige besonders dafür angestellte Beamte nicht nur ihren Namen, sondern drücken auch noch ihr Siegel drauf. Dann kommt das Geld zum obersten Münzmeister, und dieser taucht nun das ihm anvertraute Siegel in Zinnober und stempelt alle Scheine damit.“ Die Chinesen selbst nannten diese naturgemäß leichten Papierscheine „Fliegendes Geld“. Übrigens geht der heute noch gebräuchliche englischsprachige Begriff "Cash" für Bargeld auf den chinesischen Käsch zurück. Hans-Ludwig Grabowski Abb. Deutsche Bundesbank, Geldmuseum Handbuch Geldscheinsammeln

  • Alte Geldscheine als Wertanlage

    Es ist kein Geheimnis, dass seit der Euro in der Finanzkrise 2008 zu wackeln begann und die Null-Zins-Politik zum Alltag wurde immer mehr Anleger nach alternativen Anlageformen suchen. Der Goldpreis ist seither stark gestiegen und die Immobilienpreise sind explodiert, aber Anleger haben längst auch historische Münzen und Geldscheine als sichere Anlageobjekte entdeckt. Davon profitieren nicht zuletzt auch Grading-Firmen, die Sammelobjekte und deren Echtheit bestimmen, diese bewerten und versiegeln. Zeitgleich werden auf Auktionen immer neue Rekord-Ergebnisse zugeschlagen, die vor Jahren kaum denkbar waren. Siehe hierzu unseren Beitrag zu Rekord-Auktionsergebnissen in den USA. Nicht jeder aber kann sich seltene und teuere Stücke leisten. Das war früher so und ist heute nicht anders. Der Unterschied besteht nur darin, dass die Schere zwischen den Preisen für Massenware und denen für Raritäten immer weiter auseinandergegangen ist. Lohnt es sich also überhaupt, preiswertere Geldscheine zu kaufen, oder ist deren Wert auch gestiegen, wenn auch nicht proportional zu den Raritäten? Lassen Sie uns in diesem Beitrag interessante Vergleiche anstellen. Nachstehend findet sich eine Händleranzeige "Der Sammlerwert der Reichsbanknoten" der Geldscheinhandlung von E. Schuster Nürnberg aus der Mitte des Jahres 1935, die uns unser Leser Carsten Kattau zugesandt hat. Vielen Dank dafür! Nehmen wir diese Preisliste einfach als Basis und stellen dieser verschiedene Katalogpreise aus den folgenden Jahrzehnten bis heute gegenüber, um die Entwicklung der Werte nachvollziehen zu können. Sicher verfügen Sie als Sammler selbst über ältere und neuere Katalogwerke zum deutschen Papiergeld, dennoch gewährt ein Vergleich über eine Zeitspanne von mehr als 85 Jahren, also einem guten Menschenalter, auch interessante Erkenntnisse. Wir wollen nur einige Beispiele herausgreifen, weil der Vergleich aller Preise aus der Liste mit späteren Katalogpreisen den Rahmen eines Blog-Beitrags sprengen würde. Ganz bewusst habe ich auch Bewertungen des Staatlichen Kunsthandels aus der ehemaligen DDR einbezogen, um zu zeigen, dass die Preisentwicklung für historische Geldscheine hier fast identisch mit der in der damaligen Bundesrepublik verlief. Der Staatliche Kunsthandel fungierte natürlich auch als Devisenbeschaffer, indem z. B. alte Geldscheine in der DDR für den gleichen Betrag eingekauft werden konnten, für den sie dann gegen harte DM Richtung Westen verkauft wurden. Der Umtauschkurs lag damit quasi bei 1:1, was mehr als lukrativ war und die Herren des Staatlichen Kunsthandels zu von Sammlern gefürchteten Bietern auf Auktionen in der DDR machte. Wir möchten mit diesem Beitrag einen Anstoß geben, damit sie sich vielleicht selbst einmal mit der Wertentwicklung der eigenen Sammlung beschäftigen, auch wenn diese natürlich für den ambitionierten Sammler nicht im Vordergrund steht und ihn damit vom Geldanleger unterscheidet. Es ist dennoch ein gutes Gefühl, wenn man sich neben dem Spaß am Hobby auch über eine gute Investition freuen kann. Bewertungen in kassenfrischer Erhaltung (I bzw. UNC): 1935 Erich Schuster: Der Sammlerwert der Reichsbanknoten 1970 Rosenberg: Die Banknoten des Deutschen Reiches ab 1871 1979 Dieter Hoffmann: Das Notenbuch 1986 Staatlicher Kunsthandel der DDR: Bewertungsliste Geldscheine des Deutschen Reiches – Staatliche Ausgaben 1998 Pick/Rixen: Papiergeld-Spezialkatalog Deutschland 2021 Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 DEU-52a: Reichskassenschein zu 5 Mark von 1904, KN 6-stellig DEU-38: Reichsbanknote zu 50 Mark von 1910 DEU-81: Reichsbanknote zu 500 Mark vom Juli 1922 DEU-98: Reichsbanknote zu 5000 Mark vom März 1923 (Nicht ausgegeben) DEU-141: Reichsbanknote zu 50 Milliarden Mark vom Oktober 1923, Papier grau (sog. Franzosenschein) DEU-162c Reichsbanknote zu 1 Billion Mark vom 5.11.1923, Firmendruck Vergleicht man die sog. "Massenware", also sehr häufige Reichsbanknoten aus der Kaiserzeit und Inflation, so wurden über die Jahre aus Pfennig-Beträgen etliche Euro, das hat aber auch mit der allgemeinen Kaufkraftentwicklung zu tun. Immerhin lag das durchschnittliche Monatseinkommen im Jahr 1935 nur bei rund 200 RM. Aber auch in der Rückschau auf die eigene Sammeltätigkeit werden die meisten Sammler eine deutliche Wertsteigerung feststellen können, was längst nicht bei allen Sammelgebieten der Fall ist. Denken wir in diesem Zusammenhang etwa an den Rückgang des Sammlerinteresses an der Philatelie, wobei Spitzenstücke immer noch Spitzenpreise erzielen können, während die Masse heute regelrecht verramscht wird. Was lernen wir aus den vorangegangenen Betrachtungen? Eine wichtige Maxime für Autoren numismatischer Katalogwerke war und ist es, realistische Marktpreise abzubilden und nicht Wunschdenken, was bei Briefmarken leider lange gut ging, weil Sammler mit scheinbaren Wertsteigerungen zufrieden waren und Händler höhere Preise verlangen konnten. Wie wir spätestens aus der Finanzkrise von 2008 wissen, platzt aber irgendwann jede Blase. Die Auktionsergebnisse bei seltenen Münzen und Geldscheinen sind seither ständig gestiegen. Wurde der Wert einer kassenfrischen Reichsbanknote zu 20 RM von 1924 im ersten bescheidenen "Rosenberg-Katalog" aus dem Jahr 1970 noch pauschal mit 120 DM angegeben, so liegt der heute je nach Variante und Serie zwischen 2000 und 6000 Euro. Fazit: Seltene Scheine werden immer deutlich höher im Wert steigen als Massenware! Dennoch gehört auch die ganz selbstverständlich in eine Sammlung und verliert zumindest nicht an Wert, wie dies etwa bei Briefmarken geschehen ist, die man heute schon für unter 10 % vom Katalogwert kaufen kann. Hans-Ludwig Grabowski

  • Das Lied der Deutschen wurde vor 100 Jahren zur deutschen Nationalhymne

    Die deutsche Nationalhymne ist bei vielen Anlässen zu hören – bei staatlichen Feiern, bei Staatsempfängen, bei Siegerehrungen oder auch vor Anpfiff von Länderspielen. Mal eher getragen gespielt, mal mit etwas mehr Schwung vorgetragen. Vor 100 Jahren rief der sozialdemokratische Reichspräsident Friedrich Ebert dazu auf, das Deutschlandlied und die Farben Schwarz-Rot-Gold als nationale Symbole der Weimarer Republik anzuerkennen; „… so wie einst der Dichter, so lieben wir heute ‚Deutschland über alles‘. In Erfüllung seiner Sehnsucht soll unter den schwarz-rot-goldenen Fahnen der Sang von Einigkeit und Recht und Freiheit der festliche Ausdruck unserer vaterländischen Gefühle sein …“ In seiner Proklamation vom 11. August 1922 erklärte er das Deutschlandlied zur Nationalhymne. Abb. 1: Bundesrepublik Deutschland, Gedenkmünze zu 5 DM von 1975. 50. Todestag des Reichspräsidenten Friedrich Ebert. Den Text der Hymne schrieb der Dichter August Heinrich Hoffmann [* 2. April 1798 in Fallersleben, Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg (Hannover); † 19. Januar 1874 in Corvey], der sich nach seinem Geburtsort von Fallersleben nannte, am 26. August 1841 auf der Insel Helgoland, die damals zu England gehörte. Abb. 2: Das Lied der Deutschen, Handschrift aus dem Nachlass von Fallersleben.1) Abb. 3: Das Lied der Deutschen, Transkription. Abb. 4: Bundesrepublik Deutschland, 2016, 20 Euro, 175 Jahre Deutschlandlied, Brustbild Hoffmann von Fallersleben. Am 6. Oktober 2016 gab das Bundesministerium der Finanzen eine 20-Euro-Gedenkmünze heraus, auf deren Vorderseite ein Porträt von Hoffmann von Fallersleben mit dem Text EINIGKEIT UND RECHT UND FREIHEIT zu sehen ist. Als Vorlage diente ein Stich von Christian Hoffmeister, nach einem Bild von E. Fröhlich. Der Rand ist mit … SIND DES GLUECKES UNTERPFAND beschriftet. Als sein Hamburger Verleger Campe ihn auf Helgoland besuchte und „Das Lied der Deutschen“ las, kaufte er es spontan für vier Louis d’or. Nur fünf Tage später veröffentlichte es Campe als Einblattdruck, indem er dem Text Joseph Haydns Melodie „Gott erhalte Franz den Kaiser“ (1797) beigab. Das „Lied der Deutschen“ wurde zu einem vielgesungenen und -rezitierten Lied des Vormärz. Öffentliche Premiere hatte es schon im Oktober 1841 anlässlich eines Fackelzugs, den die Hamburger Sänger- und Turnerschaft zu Ehren des Professors Karl Theodor Welcker veranstaltete. Das „Lied der Deutschen“ ist eigentlich ein „Liebeslied an seine Heimat“, dessen Strophen man nur verstehen kann, wenn man sich den geschichtlichen Hintergrund vor Augen führt. Deutschland war seit 1815 nur durch ein lockeres föderatives Band verbunden. Der Deutsche Bund bestand aus 38 souveränen Staaten. Es gab kein gemeinsames Staatsoberhaupt, keine einheitliche Verwaltung und Gesetzgebung, keine einheitliche Wirtschafts-, Währungs- und Zolleinheit und auch kein einheitliches Heer. Mit den Bürgerrechten war es nicht weit her und von einer demokratischen Mitbestimmung war noch nichts in Sicht. Die Gefängnisse füllten sich schnell, da Metternich und die deutschen Fürsten alle demokratisch und freiheitlich denkenden Menschen verfolgen ließen. Das Lied fordert sanft zur Einigkeit und Freiheit auf und nicht, wie von nationalen und nationalistischen Kreisen vor und im Ersten Weltkrieg sowie später von den Nationalsozialisten missbraucht, zur brutal erstrebten Vorherrschaft der Deutschen über den Rest der Welt. Vielmehr bringt der Dichter in den Zeilen „Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt“ seine uneingeschränkte Liebe zu Vaterland zum Ausdruck. Auch wenn in der ersten Strophe „von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt“ gesungen wurde, so erhebt der Dichter damit keinen territorialen Herrschaftsanspruch, sondern beschreibt lediglich das Territorium des damaligen Deutschen Bundes und Deutschen Zollvereins. Abb. 5: Karte des Deutschen Bundes.2) Es gab kein staatliches Symbol, das von den Nationalsozialisten nicht missbräuchlich ins Gegenteil verkehrt wurde. Schon bald nach der Machtübernahme Hitlers am 30. Januar 1933 durfte die erste Strophe des Deutschlandlieds nur noch zusammen mit dem von Horst Wessel komponierten SA-Gesang „Die Fahne hoch“ erklingen. Es ist verständlich, dass vielen Deutschen nach dem Krieg auch die Lust am Singen des Deutschlandlieds vergangen war. Dennoch stellte bereits am 29. September 1949 eine interfraktionelle Gruppe von Abgeordneten im Bundestag, anknüpfend an die demokratischen Traditionen der "Weimarer Republik", den Antrag, durch Gesetz das Deutschlandlied in seiner ursprünglichen Form zur deutschen Nationalhymne zu erklären. Anschließend entbrannte eine kontrovers geführte Debatte über die Nationalhymne. Dabei verliefen die Fronten quer durch die Parteien. Während sich sowohl Bundeskanzler Konrad Adenauer wie auch der SPD-Oppositionsführer Kurt Schumacher für das Deutschlandlied aussprachen, wünschte der damalige Bundespräsident Theodor Heuss eine neue Hymne. Schließlich behielt Adenauer die Oberhand. In einem Briefwechsel vom 29. April und 2. Mai 1952 legten er und Heuss fest, dass die dritte Strophe bei offiziellen Anlässen zu singen sei. „Einigkeit und Recht und Freiheit“ schienen im gespaltenen Deutschland als Appell sehr zutreffend. Wie zu Zeiten des Dichters war Deutschland geteilt. Nach dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung (Rest-) Deutschlands am 3. Oktober 1990 wurden Stimmen laut, die eine neue gesamtdeutsche Hymne forderten. Bundespräsident Richard von Weizsäcker schrieb Bundeskanzler Helmut Kohl in einem Brief vom 19. August 1991: „Die 3. Strophe des Liedes der Deutschen von Hoffmann von Fallersleben mit der Melodie von Joseph Haydn ist die Nationalhymne für das deutsche Volk.“ Kohl stimmte dem mit Schreiben vom 23. August 1991 „namens der Bundesregierung“ zu. Der Briefwechsel wurde zunächst im Bulletin der Bundesregierung vom 27. August 1991 veröffentlicht und als Bekanntmachung vom 19. November 1991 dann noch einmal im Bundesgesetzblatt Nr. 63 vom 29. November 1991. Abb. 6.1: Gemeinde Fallersleben, 1. Oktober 1920, 10 Pfennig, Vorderseite. Abb. 6.2: Gemeinde Fallersleben, 1. Oktober 1920, 10 Pfennig, Rückseite. Abb. 7.1: Gemeinde Fallersleben, 1. Oktober 1920, 25 Pfennig, Vorderseite. Abb. 7.2: Gemeinde Fallersleben, 1. Oktober 1920, 25 Pfennig, Rückseite. Abb. 8.1: Gemeinde Fallersleben, 1. Oktober 1920, 50 Pfennig, Vorderseite. Abb. 8.2: Gemeinde Fallersleben, 1. Oktober 1920, 50 Pfennig, Rückseite. Die Gemeinde Fallersleben, die 1972 im Zuge der Gebietsreform in die Stadt Wolfsburg eingegliedert wurde, ehrte ihren großen Sohn mit einer Notgeldserie. Die Serienscheine zu 10, 25 und 50 Pfennig datieren vom 1. Oktober 1920. Sie haben eine einheitliche Größe von 80 x 55 mm und wurden von der Druckerei Appelhans, Braunschweig, gedruckt. Die Scheine bilden in der Mitte der jeweiligen Vorderseite in einem Kreis einen schreitenden Löwen mit der Umschrift „Magistrat zu Fallersleben“ ab. Ferner ist auf jedem Schein die Anfangszeile der ersten, zweiten bzw. dritten Strophe des Deutschlandlieds abgedruckt. Auf der Rückseite zeigen die Scheine in der linken oberen Ecke ein Brustbild Hoffmann von Fallersleben (um 1865). Der Schein zu 10 Pfennig bildet ferner ein Denkmal mit dem Titel „Denkmal von Hoffmann von Fallersleben“ ab. Der Wert zu 25 Pfennig zeigt das Schloss, das Amtsgericht und den Turm der Michaliskirche. Der Schein zu 50 Pfennig bildet schließlich das Geburtshaus des Dichters ab. Uwe Bronnert Anmerkungen: Quelle: (07.08.2022) Quelle: (07.08.2022)

  • 0-EURO, MEMOEURO und kein Ende?

    Aufmerksamen Geldscheinsammlern wird die "grüne Konkurrenz" zu den violetten Euro-Souvenir-Scheinen bereits aufgefallen sein. Ich nutzte einen Besuch in Weimar und kaufte mir unlängst einen MEMOEURO von 2018 mit Porträt des Dichter-Fürsten Johann Wolfgang von Goethe. So "brandneu" wie der Anbieter der MEMOEURO-Scheine, die Firma Automaten Winkels GmbH & CO. KG aus Wuppertal, die Idee zu den grünen 0-Euro-Scheinen auf ihrer Internetpräsenz www.memoeuro.eu anpreist, ist sie dann doch nicht. Bereits seit 2015 gibt es in Frankreich Euro-Souvenir-Scheine, die Idee dazu hatte Richard Faille. Schnell wurden die violetten 0-Euro-Scheine zu einem beliebten Sammelgebiet und zwischenzeitlich gibt es eine wahre Flut von Ausgaben in Europa und sogar für China. Der MEMOEURO ist also quasi so etwas wie ein "Trittbrett-Fahrer". Mal abgesehen von der anderen farblichen Gestaltung, fallen auch die am Vorbild orientierten einheitlichen europäischen Motive auf der Rückseite ins Auge, begleitet von den Noten zum Refrain von Beethovens "Ode an die Freude": "Freude, schöner Götterfunken". Ein nicht ganz gelungener Beethoven begegnet dem Betrachter denn auch im Wasserzeichen. Ein Blick in das Internet genügt um zu erfahren, dass es mittlerweile schon eine ganze Reihe verschiedener Ausgaben und Motive gibt. Neben dem gezeigten Schein von Weimar u.a. auch solche mit dem Berliner Fernsehturm, der Elbphilharmonie Hamburg und ganz neu vom Hamburger Miniatur-Wunderland, Wangerooge und der Wuppertaler Schwebebahn. Wer sich schon mit den Euro-Souvenir-Scheinen beschäftigt hat, merkt rasch, dass nicht nur die Idee "geklaut" ist, sondern nun u.a. MEMOEURO-Scheine auch für die gleichen Kunden gefertigt werden, die schon Euro-Souvenir-Scheine ausgegeben haben. Wo soll das noch hinführen? Ob man sowas sammelt und die 0-Euro-Scheine – egal ob violett oder grün – eine Zukunft haben, hängt letztendlich vor allem von den Sammlern selbst ab. Hans-Ludwig Grabowski

  • Ein ganz besonderes Pferd

    Einmal abgesehen von der allerersten Serie der von der National Industrial Bank of China (中國實業銀行) ausgegebenen Banknoten sieht man auf allen Scheinen dieses Bankhauses ein galoppierendes Pferd (WPM, CHN-525–534). Dieses Pferd – manchmal sieht es so aus, als würde es fliegen – trägt etwas auf seinem Rücken. Ich habe mich gefragt, was es damit auf sich hat, warum dieses Pferd auf den Banknoten dieser Bank zu finden ist. Abb.1: National Industrial Bank, 1 Yuan 1931. Zunächst ist zu sagen, dass sehr viele Banken ihre Noten mit einem bestimmten auffälligen Symbol versahen, damit diese bei der Vielzahl der damals in China umlaufenden Scheine, ausgegeben von den verschiedenen zeitgleich operierenden Banken, sogleich erkannt und zweifelsfrei einem bestimmten Bankhaus zugeordnet werden konnten. So wählte die “Ningpo Commercial Bank“ (四明銀行) zu diesem Zweck die charakteristisch geformten Sìmíng-Berge, die „China and South Sea Bank“ (中南銀行) eine berühmte, in Peking stehende Sonnenuhr, die „Landbank of China“ (中國墾業銀行) ein bestimmtes, berühmtes Haus in Guangzhou, die „Commercial Bank of China“ (中國通商銀行) einen stehenden Konfuzius, usw. Das Pferd auf den Banknoten der National Industrial Bank ist kein gewöhnliches Pferd, sondern ein ganz besonderes. Es heißt im Chinesischen 神馬馳海, übersetzt „göttliches Pferd, über das Meer galoppierend“. Also ein Pferd, das über Wasser galoppieren kann. Auf dem Rücken trägt es ein Paket mit Büchern, daher wird es als kenntnisreich und weise angesehen. Das Pferd wird stets so dargestellt, dass es von rechts kommt. Kein Wunder, dass die Bank dieses mit übernatürlichen Kräften ausgestattete Pferd als Symbol wählte, es sollte den Menschen zeigen: unsere Bank ist wie dieses Pferd, erfolgreich, keiner kann uns einholen, wir schaffen Unglaubliches. Auch auf einer Note der Bank of Communications (交通銀行) ist dieses Pferd abgebildet, es handelt sich aber um einen nicht mehr ausgegebenen Schein, der ursprünglich von der National Industrial Bank hergestellt worden war, dann aber – als nach der landesweiten Einführung des so genannten „Fǎ bì“-Geldes nur noch die vier Nationalbanken Noten emittieren durften – von der Bank of Communications übernommen und entsprechend überdruckt wurde. Bei dem Schein handelt es sich um den 1-Yuan-Schein von 1935. Abb. 2: Bank of Communications, 1 Yuan 1935. Bei der Symbolträchtigkeit dieses Pferdes ist es kein Wunder, dass dieses Motiv als Glücks- und Erfolgssymbol von verschiedenen lokalen Firmen übernommen wurde. So etwa der 2-Chuan-Schein der Firma Wànhéfēng (萬和豐) in Daye (大冶), Provinz Hubei. Abb.3: Firma Wànhéfēng, 2 Chuan o.D. Oder der 2-Jiao/20 Cent-Schein der Firma Pānshùntiān (潘順天號) im Kreis Xiapu (霞浦), Provinz Fujian mit Datum MG 17 = 1928. Die Rückseite zeigt den Firmennamen auf English: „PAN SHUN TIEN HAO“, eine aufgestempelte Individualnummer sowie die Angabe „National Currency“. Abb. 4: Firma Pānshùntiān, 2 Jiao 1928. Erwin Beyer Abbildungen: Yangming Auctions, Shanghai, Erlaubnis durch Cai Xiaojun

  • Lexikon: Außerkurssetzung

    Bei der Außerkurssetzung werden die Scheine bis zu einem festgesetzten Zeitpunkt aus dem Verkehr gezogen und zum Umtausch gegen neue oder andere Scheine aufgerufen. Sie gelten von diesem festgesetzten Zeitpunkt an nicht mehr als Zahlungsmittel, werden aber von vielen Emissionsbanken (so auch bei Bundesbanknoten von der Deutschen Bundesbank) auch nach diesem Zeitpunkt noch umgetauscht. Königlich Bayerische Staats-Schuldentilgungs-Commission: 5 Gulden vom 5. September 1866, Vorderseite mit handschriftlicher Außerkurssetzung und Dienststempel (z.B. Text links und rechts: "Wertlos nach / Bayer. Finanzgesetz vom 29. Juli 1876"). Herzoglich Braunschweigischer Cassenschein über 10 Thaler vom 1. Mai 1858, Vorderseite mit einem ovalen roten Stempel "Nicht mehr gültig" und drei weiteren ovalen blauen Stempeln "Nicht gültig". Es gibt Länder, die zwar neue Scheine ausgeben, die Außerkurssetzung der alten Scheine jedoch zu einem wesentlich späteren Zeitpunkt, oft viele Jahre später, durchführen. Das heißt, dass die alten Scheine parallel neben den neuen zirkulieren und erst nach und nach aus dem Umlauf gezogen werden, bis sie schließlich ungültig sind. Note der Frankfurter Bank über 10 Gulden vom 1. Januar 1855, Vorderseite mit Kastenstempel "AUSSER COURS" und mit Rundstempel der Bank von 1865. In den USA gelten noch alle ab 1864 ausgegebenen Scheine als Zahlungsmittel, doch übersteigt bei solchen alten Noten der Sammlerwert den Nennwert oft um ein Vielfaches. Kassenschein der niederösterreichischen Stadt Amstetten über 50 Heller ohne Datum, Vorderseite mit der Angabe: "Gültig bis 31. Dezember 1920." Ein aufgedrucktes Einlösungs- oder Verfallsdatum findet man auf Banknoten oder Staatspapiergeld selten, häufig jedoch auf Notgeld. Staatspapiergeld der ersten slowakischen Republik über 10 Kronen vom 15. September 1939, später in der Tschechoslowakei aus Restbeständen mit SPECIMEN-Perforation versehen und an Sammler verkauft. Außer Kurs gesetzte Scheine werden meist vernichtet. Es gibt jedoch auch Staaten (z.B. Bulgarien, Kuba und die Tschechoslowakei), die solche nicht gekennzeichneten Scheine an Sammler verkaufen oder aber sie mit einem Aufdruck oder einer Perforation (z.B. SPECIMEN) versehen und an Sammler abgeben. Deutsche Reichsbahn, Der Reichsverkehrsminister: Wertbeständiger Notgeldschein über 0,42 Mark Gold = 1 Zehntel Dollar vom 7. November 1923, Rückseite mit handschriftlichem Vermerk "Zu Sammlerzwecken abgegeben" und mit Dienstsiegel des Reichs- und Preußischen Verkehrsministers. Auch bei deutschen Notgeldausgaben ist bekannt, dass Scheine nach ihrer Außerkurssetzung entwertet oder besonders gekennzeichnet wurden, bevor sie an Sammler verkauft wurden. Dass dies auch das Reichsverkehrsministerium in der Zeit des "Dritten Reichs" so praktizierte, belegt das hier abgebildete Stück. Albert Pick (Überarbeitung: Hans-Ludwig Grabowski) #Lexikon #Banknoten #Notgeld #Pick #Grabowski

  • Lexikon: Dollar

    Dollar ist eine Währungseinheit in den USA, in Kanada, Australien und zahlreichen anderen Staaten (1 Dollar = 100 Cents). Die Bezeichnung entwickelte sich aus dem Wort "Taler", die Währungsentwicklung ging vom ibero-amerikanischen Peso aus, von dem auch das Währungssymbol $ übernommen wurde. USA, Federal Reserve Banks: 1 Dollar der Serie 1988, Vorder- und Rückseite (Sammlung Grabowski). Kanada, Bank of Canada, 2 Dollars von 1986, Vorder- und Rückseite (Sammlung Grabowski). Australien, Reserve Bank of Australia, 10 Dollars von 2017, Vorder- und Rückseite (Sammlung Grabowski). Neuseeland, Reserve Bank of New Zealand, 10 Dollars von 2015, Vorder- und Rückseite (Sammlung Grabowski). Bahamas, Central Bank of the Bahamas, 1 Dollar von 2008, Vorder- und Rückseite (Sammlung Grabowski). Namibia, Bank of Namibia, 20 Dollars von 2002, Vorder- und Rückseite (Sammlung Grabowski). Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

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