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  • Aus privaten Sammlungen: Seltene Probe zu 5 Mark der Kreisgemeinde Schwaben und Neuburg von 1918

    Am 9. November 1918 war die Republik ausgerufen worden und die deutsche Währung hatte seit Kriegsbeginn 1914 bereits die Hälfte ihrer Kaufkraft verloren. Nur zwei Tage später endete das Blutvergießen im ersten industrialisierten und weltumspannenden Krieg der Menschheitsgeschichte mit einem Waffenstillstand, den die deutschen Vertreter im Vertrauen auf einen gerechten Frieden unterzeichneten. Im Krieg herrschte vor allem Kleingeldmangel, weil Metalle für die Rüstung gebraucht wurden und es deshalb an Münzen fehlte. Viele deutsche Städte und Gemeinden gaben sog. Kleingeldscheine in Pfennig-Beträgen aus. Ende 1918 kam es zur vermehrten Ausgabe von Notgeld in niedrigen Mark-Beträgen, meist zu 5, 10 und 20 Mark, das man bald Großnotgeld nannte. Auch bayerische Kommunen gaben nun Großgeld aus und in der damaligen bayerischen Kreisgemeinde Schwaben und Neuburg, dem heutigen Regierungsbezirk Schwaben, in dem seit der Revolution intensive Arbeitskämpfe und Streiks tobten, bereitete man sich auf die Ausgabe einer Regionalausgabe vor, die in der ganzen Kreisgemeinde gültig sein sollte. Den Druck übernahm die Firma Himmer in Augsburg, die vielen Sammlern von den dort hergestellten Notgeld- und Serienscheinen bekannt ist. Von den ersten beiden Werten zu 5 und 10 Mark wurden lediglich einseitige Probedrucke der Vorder- und Rückseiten hergestellt. Einige dieser Proben wurden damals zusammengeklebt, um bei Vorlage einen besseren Eindruck vom fertigen Schein zu erhalten. Für den Umlauf gedruckt wurden letztlich aber nur die 20-Mark-Scheine vom 18. November 1918. Die beiden niedrigeren Werte wurden nie aufgelegt und ausgegeben. Freistaat Bayern, Kreisgemeinde Schwaben und Neuburg, Gutschein zu 5 Mark ohne Datum (November 1918), verklebte einseitige Probedrucke der Vorder- und Rückseite Vorderseite: Wappen im Achteck. Rückseite: Frauenkopf und Blätterranken. Wasserzeichen: ohne Format: 115 mm x 77 mm Druck: Firma J. P. Himmer, Augsburg Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Hans-Ludwig Grabowski Katalogreferenz: BAY-243P1/P2 (Grabowski: Deutsches Notgeld, Band 10 – Das Papiergeld der deutschen Länder), zeitgenössisch verklebte Proben sind nicht katalogisiert Hans-Ludwig Grabowski Einladung: In dieser Rubrik stellen wir Geldscheine aus privaten Sammlungen vor. Das können Glanzstücke sein, auf die ein Sammler besonders stolz ist, oder aber Scheine, mit denen man eine ganz besondere Geschichte verbindet. Es können Seltenheiten sein oder aber Scheine, deren Gestaltung besonders gelungen oder außergewöhnlich ist. Es können aber auch bislang unbekannte Ausgaben und Varianten sein, die hier vorgestellt werden. Wer gerne ein oder mehrere besondere Stücke aus seiner Sammlung vorstellen möchte, ist herzlich eingeladen, sich an dieser Rubrik und unserem Blog zu beteiligen. Schicken Sie uns einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com mit den Abbildungen und einer kurzen oder auch längeren Geschichte dazu. Es kann sich um Banknoten aus aller Welt handeln, um Notgeld, Lagergeld und alle Art von geld- oder geldähnlichen Belegen. Wir freuen uns auf Post und rege Mitwirkung.

  • Lexikon: Franc

    Franc (Mehrzahl: Francs) war eine Währungseinheit in Frankreich, Belgien und Luxemburg. In der mehrsprachigen Schweiz ist es der Franc / Franken / Franco bis heute. Darüber hinaus ist der Franc aber auch die Währungsbezeichnung in anderen Ländern, z. B. in ehemaligen französischen Kolonien oder in Französisch-Polynesien. FRA-94: Note der Banque de France über 100 Francs von 1941. BEL-109: Note der Banque Nationale de Belgique über 500 Francs / 100 Belgas von 1943. LUX-52a: 100 Francs des Großherzogtums Luxemburg von 1963. CHE-46w: Note der Schweizerischen Nationalbank über 20 Francs / Franken / Franchi von 1976. WAS-2b: Note der Banque Centrale des Etats de l'Afrique de l'Quest (Zentralbank der Westafrikanischen Staaten) über 100 Francs ohne Datum (1959). DJI-38d: Note Note der Nationalbank der Republik Burundi über 5000 Francs ohne Datum (1979). RWA-21a: Note der Nationalbank von Ruanda über 1000 Francs von 1988. THT-25d: Note des Insitut d'Emission d'Outre-Mer über 500 Francs für Französisch-Polynesien (Ausgabe Papeete für Tahiti) ohne Datum (1985). Der Franc war ursprünglich eine französische Silbermünze und trat 1796 als Währungseinheit in Frankreich an die Stelle des Livre (Pfund). Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski

  • Lexikon: Gulden

    Gulden ist die Bezeichnung für eine ursprünglich deutsche, anfangs goldene, später silberne Münze (auch Güldiner oder Guldiner). Die lateinische Bezeichnung Florenus (daher Floren oder Florin; Abk. fl) deutet auf die Herkunft der Münze aus Florenz, wo sie 1252 eingeführt wurde. GK-45: Deutscher Bund, Großherzogtum Baden, Großherzoglich Badische General-Staats-Casse, 2 Gulden vom 1. Juli 1849, Vorder- und Rückseite, Sammlung Kranz. GK-70: Deutscher Bund, Königreich Bayern, Königlich Bayerische Staats-Schuldentilgungs-Commission, 2 Gulden vom 5. September 1866, Vorder- und Rückseite, Sammlung Beerenwinkel. GK-142: Deutscher Bund, Großherzogtum Hessen (Hessen-Darmstadt), Großherzoglich Hessische Staatsschulden-Tilgungscasse-Direction, 1 Gulden vom 1. Juli 1865, Vorder- und Rückseite, Sammlung Beerenwinkel. AUT-A154: Kaisertum Österreich-Ungarn, k. u. k. Reichs-Central-Casse, 5 Gulden/Forint vom1. Januar 1881, Vorder- und Rückseite, KPM. NLD-51c: Königreich der Niederlande, De Nederlandsche Bank, 100 Gulden vom 10. März 1944, Vorder- und Rückseite, Sammlung Grabowski. Ab 1857 (Wiener Münzvertrag) galt der 52½-Guldenfuß in folgenden süd- und mitteldeutschen Staaten des Deutschen Bunds: Baden (Großherzogtum), Bayern (Königreich), Frankfurt (Freie Reichsstadt), Hessen (Großherzogtum), Hessen-Homburg (Landgrafschaft), Nassau (Herzogtum), Sachsen-Coburg (Herzogtum), Sachsen-Meiningen (Herzogtum), Oberherrschaft von Schwarzburg-Rudolstadt (Fürstentum), Württemberg (Königreich) Der Gulden war dort Münzeinheit bis zur Reichsgründung 1871. Weitere Länder, in denen der Gulden Münzeinheit war: Niederlande (bis zur Einführung des Euro) Österreich (bis 1892) Ungarn (ab 1946 Forint) Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski / Manfred Kranz: Das Papiergeld der altdeutschen Staaten Geldscheine der Staaten auf dem Gebiet des 1871 gegründeten Deutschen Reichs von den Anfängen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-188-8 Auflage: 1. Auflage 2020 Format: 17 x 24 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: 344 Preis: 69,00 Euro Leseprobe Zum Buch!

  • Lexikon: Geldscheinart

    Die Geldscheinart ist die Bezeichnung auf Geldscheinen; je nach Art des Papiergelds ist auch die Bezeichnung der Scheine verschieden. Bei den altdeutschen Staatsscheinen gibt es Tresorscheine (Preußen 1806 und 1809), Cassen-Billets (Sachsen bis 1867), Kassenanweisungen, Kassenscheine, Anweisungen, Grundrentenscheine, auch nur einfach "Papiergeld" (Baden, Oldenburg, Württemberg) und Scheine ohne jede Bezeichnung (Bayern, Hessen 1865). GK-265: Preußen, "Tresor-Schein" über 5 Thaler ohne Datum (1806), Vorderseite. GK-463: Sachsen, "Königlich Sächsisches Cassen-Billet" über 5 Thaler vom 2. März 1867, Vorderseite. Die Ausgaben der Banken der altdeutschen Staaten heißen Banknoten, Noten, Bankscheine, Kreditscheine, Depositenscheine, Kassenschuldscheine; die Scheine des Deutschen Reichs Reichsbanknoten, Reichskassenscheine, Darlehnskassenscheine oder Rentenbankscheine und schließlich bis vor Gründung der Bundesrepublik und der DDR DM-Scheine. GK-74 (BAY-3): Bayern, "Bayerische Banknote" zu 100 Mark vom 1. Januar 1900, Vorderseite. DEU-176a: Deutsches Reich, "Reichsbanknote" zu 50 Reichsmark vom 11. Oktober 1924, Vorderseite. Es gibt auch eine große Vielfalt an ausländischen Geldscheinarten, wie z.B. Assignat (Frankreich), Note (Kanada, USA), Sedel (Schweden) oder Billete (Paraguay). Es gibt aber auch viele ausländische Geldscheine, die lediglich den Emittenten und eine Wertangabe ohne Bezeichnung der Geldscheinart nennen. SWE-48b: Schweden, Sveriges Riksbank, "Sedel" über 100 Kronen von 1960, Vorderseite. Die Bezeichnung der Notgeldscheine ist noch mannigfaltiger. Einige Beispiele vom deutschen Notgeld und den deutschen Serienscheinen 1914 bis 1924: Gutschein, Baustein, Bon, Wechselschein, Scheck, Sparmarke, Warengutschein u.a., ferner Bezeichnungen wie Notgeld, Notgeldschein oder einfach nur Schein. Dießner 242: Deutsches Reich, Elsaß-Lothringen, "Gutschein" der Gemeinde Moosch über 10 Mark ohne Datum (September 1914), Vorderseite. HES-2a: Deutsches Reich, Hessen, "Notgeldschein" der Hessischen Landesbank über 2 Millionen Mark vom 22. August 1923, Vorderseite. Gra. 869.1.1: Deutsches Reich, Marienburg (Westpreußen), "Bau-Stein" des Jungdeutschen Ordens über 1 Mark ohne Datum. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski

  • Lexikon: Gefängnis- oder Anstaltsgeld

    Ähnlich wie beim Lagergeld sollten eigene Scheine beim Gefängnis- oder Anstaltsgeld den Insassen die Möglichkeit nehmen, dieses Geld auch außerhalb des Gefängnisses oder der Anstalt benutzen zu können. Es ist damit genau genommen kein Notgeld, da es nicht aus Mangel an staatlichen Zahlungsmitteln hergestellt oder ausgegeben wird. Gefängnisgeld üner 16 Öre (Blankette) des schwedischen Frauengefängnisses "Stockholms Spinnhus". In Schweden wurde 1750 bis 1810 im "Stockholms Spinnhus" (Frauengefängnis) eine solche Ausgabe mit Werten zu 1/2, 1, 2, 5, 6, 7, 16, und 24 Öre sowie 1 Daler Koppermynt bekannt. Weitere bekannte Ausgaben im 20. Jahrhundert sind z. B. diverse Scheine aus US-amerikanischen Staats-Gefängnissen, so auch Scheine aus dem nicht mehr existierenden berühmt-berüchtigten New Yorker Staatsgefängnis "Sing Sing" (Werte zu 1 und 5 ohne Währungsangabe). Gutschein der Hamburgischen Strafanstalten über 2.000 Mark (Überdruck auf 20 Mark) ohne Datum von 1923. In der Zeit der Inflation gaben die Hamburgischen Strafanstalten eigene Gutscheine aus, die nur für die Gefangenen bestimmt waren. Wertgutscheine des DDR-Strafvollzugs, links über 1 Mark ohne Datum (4. Ausgabe für die Südbezirke, gültig 1.1.1982 bis 30.6.1990) und rechts über 20 D-Mark ohne Datum (Ausgabe zur Währungsunion mit der BRD (gültig vom 1.7.1990 bis 4.10.1990). In der DDR gab es sog. "Wertgutscheine" der Strafvollzugseinrichtungen (StVE), Strafvollzugsanstalten, Jugendstrafanstalten und Untersuchungshaftanstalten, darunter auch mit Stempeln verschiedener Haftanstalten, so in Berlin, Dresden, Gräfentonna, Halberstadt, Karl-Marx-Stadt, Königswusterhausen, Leipzig, Neuruppin oder Stendal in verschiedenen Ausgaben mit Werten zu 1, 5, 10 und 50 Pfennig sowie zu 1, 5, 10 und 20 Mark. Zur Währungsunion der ehemaligen DDR mit der Bundesrepublik ab 1. Juli 1990 wurden in den Gefängnissen der DDR noch Wertgutscheine in DM-Währung eingeführt. Auch aus der ehemaligen Tschechoslowakei wurde Gefängnisgeld bekannt. Aus Belgien sind verschiedene Ausgaben aus Heil- und Pflegeanstalten für Geisteskranke bekannt, so aus Mortsel (Sint Amadeus), Zelzate (Sint-Jan-Baptist), Sint-Truiden (Ziekeren) und Gent (Guislan) in Werten zu 10, 20, 50 und 100 Frank (Francs). Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski

  • Lexikon: Altdeutsche Staaten

    Unter der Bezeichnung "Altdeutsche Staaten" werden in der Numismatik meist die deutschen Staaten auf dem Gebiet des 1871 gegründeten Deutschen Reichs zusammengefasst. Historisch gesehen handelt es sich aber um alle deutschen Staaten und Gebiete, die bis 1806 zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehörten. Ab 1806 stand Deutschland unter napoleonischer Fremdherrschaft und 1815 kam es mit dem Wiener Kongress zur Gründung des Deutschen Bunds, zu dem ganz selbstverständlich auch Österreich sowie Luxemburg gehörte. Nach dem Deutschen Krieg zwischen Preussen und Österreich von 1866 kam es zur Spaltung und Entstehung des Norddeutschen Bunds, aus dem dann 1871 das Deutsche Reich hervorging, während Österreich und Ungarn eine Doppelmonarchie bildete. Dr. Arnold Keller und auch Albert Pick haben sich bei ihren Katalogisierungen des Papiergelds der altdeutschen Staaten auf das Territorium der Staaten des 1871 gegründeten Reichs beschränkt. Für dieses wichtige Kapitel der deutschen Papiergeldgeschichte mit seinen seltenen Zeugnissen in Thaler- und Guldenwährung ist ein neuer Katalog in Vorbereitung, dessen Erscheinung für den Mai 2020 geplant ist. Albert Pick (Überarbeitung: Hans-Ludwig Grabowski) Abb. : Sammlung Beerenwinkel, Wikipedia, Battenberg-Gietl Verlag #Lexikon #Banknoten #Staatspapiergeld #Europa #Deutschland #Pick #Grabowski

  • Lexikon: American Bank Note Company

    Die American Bank Note Company (ABNC, offiziell A.B.C.) in New York ist eine der bekanntesten Druckereien von Geldscheinen in der Welt. Sie entstand 1858 durch die Verschmelzung zahlreicher US-amerikanischer Banknotendruckereien und vereinigte die Erfahrung vieler Firmen und ebenso die für die damaligen Verhältnisse besten technischen Einrichtungen, Platten, Vignetten und Zeichnungen. Die ABNC produzierte im 19. und 20. Jahrhundert für so viele Länder Banknoten, dass nur wenige außereuropäische Länder bei einer Aufzählung fehlen würden. Die besonderen Merkmale der von der ABNC hergestellten Noten – vor allem der charakteristischen Guillochen-Rahmen und der besondere Schnitt der Ziffern bei der Nummerierung sind vom Sammler schnell zu erkennen, außerdem ist oft die Firma auf dem Schein genannt (in Südamerika auch: Compania Americana de Billets de Banco, Nueva York). Zu den frühen von der ABNC gedruckten Scheinen gehören Dollar-Noten der Colonial Bank of Canada von 1859. Unter den ersten 1948 ausgegebenen DM-Scheinen in den westlichen Besatzungszonen Deutschlands befinden sich vier Werte (10, 20, 50 und 100 DM), die von der ABNC gedruckt wurden. Wie von der Security Banknote Company, so wurde auch von der ABNC (vor allem in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg) ein Sicherheitspapier (weißes Papier mit eingestreuten farbigen Papierblättchen) verwendet. Während viele Banknotendruckereien im Laufe der Zeit neue und immer wieder modernisierte Notentypen produzierten, behielt die ABNC meist und lange Zeit ihren konservativen Notenstil bei. Albert Pick (Überarbeitung: Hans-Ludwig Grabowski) Abb. : 1: Museum of the City of New York; 2: wikimedia.org; 3-5: Hans-Ludwig Grabowski #Weltbanknoten #Banknotendruck #Amerika #USA #ABNC #Lexikon #Pick #Grabowski

  • Lexikon: Belagerungsgeld

    Die nicht nur als Zahlungsmittel, sondern auch durch ihren historischen Bezug als Dokumente interessanten Belagerungsscheine sind älter als die frühesten europäischen Banknoten. Viele Scheine dieser Art werden in der Literatur erwähnt, blieben aber unauffindbar, so wie die wohl älteste Ausgabe von 1483 in der spanischen Festung Alhama. Die Aufstellung der nachfolgenden Scheine beschränkt sich auf die bekanntesten, in Sammlungen vorkommenden Stücke: Leyden 1574 Belagerung durch die Spanier. Münzen aus Pappe, die von den Deckeln katholischer Kirchenbücher genommen wurde. Die 5-Stuiver-Münze hat auf der Vorderseite die Umschrift "Pugno pro Patria" (lat. = ich kämpfe für das Vaterland). Rückseite "Lugdunum Batavorum" (Beizeichnung für das römische Leyden). Da die Niederlande damals noch zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehörten, gelten die Pappmünzen aus Leyden auch als das älteste deutsche Papiergeld. Mainz 1793 Die durch die Preußen belagerten Franzosen gaben in der von ihnen besetzten Stadt Mainz Scheine aus. Zunächst handelte es sich um aufgewertete Assignate der französischen Revolution und dann um neu gedruckte Scheine. Lyon 1793 Die mit den Royalisten sympathisierende Stadt wurde zwei Monate von Truppen unter Befehl des aus Straßburg stammenden französischen Marschalls François-Christophe Kellermann (1735–1820) belagert und gab in dieser Zeit eigene Scheine aus, bevor sie erobert wurde. GK-705: Kolberg, 2 Groschen der ersten Ausgabe von 1807 mit sechs Hand-Unterschriften, Vorder- und Rückseite. Kolberg 1807 Belagerung durch die Franzosen. Die Preußen unter Major August Neidhardt von Gneisenau (1760–1831) gaben in zwei verschiedenen Emissionen je 2, 4 und 8 Groschen (1. Ausgabe mit je sechs und 2. Ausgabe mit je drei Hand-Unterschriften) primitiv hergestelltes Notgeld aus. Erfurt 1813 Sogenannte Blockadescheine des Kaiserlich-Französischen Militair-Gouvernements während der Belagerung der Festungsstadt nach der Leipziger Völkerschlacht durch die Preußen vom November 1813. Am 6. Januar 1814 mussten die Franzosen Erfurt räumen. Die meisten Scheine kommen ohne Druckvermerk vor. Solche mit Angabe der Druckerei sind sehr selten. Palmanova (Italien) 1848 Auch 1813/14 gab es in Palmanova Belagerungsgeld. 1848 während des italienischen Aufstandes gegen Österreich wurde die Stadt von österreichischen Truppen unter Fürst Schwarzenberg belagert. Die von den Italienern ausgegebenen Scheine gab es in den Wertstufen zu 10, 25, 50 Centesimi sowie 1, 2, 3, 6, 10, 50 und 100 Lire. Zur gleichen Zeit gab auch das Fort Osoppo handschriftlich hergestelltes Belagerungsgeld aus. Komárom (Komorn, Ungarn) 1849 Während der Ungarischen Revolution wurde die Stadt von den Österreichern belagert. Es wurden Scheine zu 1, 2, 5, 8 und 10 Kreuzer ausgegeben, von denen es auch Fälschungen gibt. Temesvár (Temeschburg, damals Ungarn) 1849 Eine der zahlreichen ungarischen Revolutionsausgaben; während der Belagerung durch die Österreicher ausgegeben zu 1, 3 und 6 Kreuzer sowie 5 und 10 Gulden. Arad (damals Ungarn) 1848/49 Von der österreichischen Besatzung unter General Berger von der Pleiße während der Belagerung durch die Ungarn ausgegeben. Werte zu 1, 3, 6, 10, 18 und 20 Kreuzer sowie 1, 5 und 10 Gulden. Esseg (Slawonien) 1849 Die eingeschlossene ungarische Besatzung gab durch das Bankhaus Lekitsch Scheine über 10 und 20 Kreuzer aus, die nur einen Monat bis zur Kapitulation der Ungarn zirkulierten. Belfort (Frankreich) 1870 Während des Deutsch-Französischen Kriegs gab die Stadt unter deutscher Belagerung Ende Dezember 1870 Scheine zu 5, 20 und 50 Francs aus. Langres (Frankreich) 1870 Im Deutsch-Französischen Krieg von deutschen Truppen belagert, ließ der französische General Méyère Scheine über 10, 20 und 50 Francs und bedruckte Kartons über 1, 2 und 5 Francs herstellen. Khartum (Sudan) 1885 Während des Mahdi-Aufstands wurden die Engländer unter Gordon Pascha belagert und gaben Belagerungsgeld aus. Mafeking (Südafrika) 1900 Belagerung der Stadt durch die Buren und Ausgabe von Scheinen zu 1, 2, 3 und 10 Shilling sowie 1 Pfund durch Oberst Robert Baden-Powell. Auch in der von den Buren belagerten Stadt Koffyfontein (bei Kimberley) gab es 1901 Belagerungsgeld. Albert Pick/Hans-Ludwig Grabowski Abb. Sammlung Hans-Ludwig Grabowski #Lexikon #Weltbanknoten #Sicherheitsmerkmale #Pick #Grabowski

  • Lexikon: Bradbury, Wilkinson & Company

    Bradbury, Wilkinson & Co. Ltd. war eine englische Notendruckerei. 1824 von William Bradbury gegründet, spezialisierte sie sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf den Stahlstichdruck und begann 1856 mit dem Druck von Banknoten. Bradbury starb 1860. 1861 wurde der Graveur Robert W. Wilkinson Teilhaber. Die ersten von der neuen Firma 1861 gedruckten Noten waren die des Banco Commercial und des Banco Maúa & Cia, beide in Montevideo, Uruguay. In den Jahren 1873/74 baute die Firma eine imposante sechsstöckige Werkstatt für die Gravur von Druckplatten in Holborn, London. Es folgten weitere Aufträge für Südamerika und vor allem für zahlreiche englische, schottische, europäische und australische Banken. Im Jahr 1903 wurde das Unternehmen von der American Bank Note Company (ABNC) übernommen. Die seit 1880 in London befindliche Druckerei wurde 1917 in neue Gebäude nach New Malden (Surrey) verlegt, wo sie weiter als hundertprozentige Tochtergesellschaft der ABNC arbeitete. Ein eigener im Laufe der Jahrzehnte oftmals geänderter Notenstil erleichtert ein Erkennen der von Bradbury, Wilkinson & Company gedruckten Geldscheine, auch wenn der Name der Druckerei nicht immer auf den Scheinen genannt ist. Von den zahlreichen Ländern für die die Firma bis in die 1970er Jahre Banknoten herstellte, sollen hier nur einige genannt werden: Ägypten, Barbados, Bermuda, Britisch-Westindien, China, Griechenland, Hongkong, Irak, Island, Lettland, Libanon, Luxemburg, Neuseeland, portugiesische Kolonien, Rumänien, Sarawak, Spanien, Straits Settlements, Syrien und andere. Für eine Reihe ihrer modernen Noten wurde dann auch ein Papier mit Sicherheitsfaden verwendet. Neben Banknoten wurden u.a. auch Briefmarken und Wertpapiere gedruckt. 1983 schuf die Firma eine Form von Polymer-Banknoten unter Verwendung des Tyvek-Materials von Du Pont; dies wurde als Bradvek vermarktet und zum Druck von 1-Pfund-Noten für die Isle of Man verwendet. Im Jahr 1986 wurde das Unternehmen dann von De La Rue übernommen. Die letzte Bradbury-Wilkinson-Anlage wurde 1990 von De La Rue stillgelegt. Albert Pick/Hans-Ludwig Grabowski Abb. Sammlung Hans-Ludwig Grabowski #Lexikon #Weltbanknoten #Sicherheitsmerkmale #Pick #Grabowski

  • Lexikon: Adópengö (Steuerpengö)

    Ungarische Währungseinheit, die im Mai 1946 auf der Höhe der Inflation unter sowjetischer Besatzung nach den Mil- (Millionen Pengö) und Bil-Pengö (Billionen Pengö) eingeführt wurde. 1 Adópengö entsprach 2 Trillionen Pengö. Es gab folgende vom Finanzminister ausgegebene Adópengö-Scheine: 10.000, 100.000, 1 Million, 10 Millionen und 100 Millionen Adópengö (1 Milliarde Adópengö war gedruckt, wurde aber nicht mehr ausgegeben). Der höchste Wert in Pengö ausgedrückt entspräche 200 Quadrillionen Pengö. Zu Zahlungsmitteln erklärte Steuermarken über 100, 1000, 2000 und 100 Adópengö Außer den Scheinen vom Finanzminister gab es auch Adópengö-Kassenscheine der Ungarischen Postsparkasse, die Ende Juni 1946 in Umlauf kamen, und zu Zahlungsmitteln erklärte Gebührenmarken (Steuermarken). Am 29. Juli 1946 wurde die neue Forint-Währung eingeführt (200 Millionen Adópengö = 1 Forint). Albert Pick (Überarbeitung: Hans-Ludwig Grabowski) Abb. Hans-Ludwig Grabowski #Lexikon #Weltbanknoten #Europa #Ungarn #Inflation #Adópengö #Grabowski

  • Lexikon: Assignaten (Anweisungen)

    In der Französischen Revolution 1789 ausgegebenes Papiergeld, das durch Kirchengüter, später auch durch die königlichen Besitzungen und Emigranten-Güter gedeckt war. Erste Ausgabe als mit 5% verzinsliche Schuldverschreibungen des Staates (Assignates sur la caisse de l'extraordinaire, Dekret vom 19. und 21. Dezember 1789); dann als mit 3% verzinsliche Assignate mit Zinskupons (Dekret vom 17. April 1790), die jedoch später für unverzinslich erklärt wurden, und schließlich nur noch als unverzinsliche Assignate (Dekrete vom 29. September sowie 8. und 10. Oktober 1790). Nach den in großen Nennwerten ausgegebenen Scheinen folgten nach der Verknappung des Kleingeldes und nach den Ausgaben lokaler Billets de confiance auch kleinwertige Assignaten. Die unter dem König ausgegebenen Scheine (Ludwig XVI. wurde am 10. August 1792 abgesetzt und 1793 zum Tode verurteilt und hingerichtet) nennt man Königs-Assignaten. Die eigentliche Entwertung der Assignaten setzte erst 1793 ein. Am 1. Oktober 1791 betrug die Umlaufsumme 1.151.500.000 Livres, am 1. August 1793 waren es bereits 3.775.846.053 Livres, am 1. Oktober 1794 dann 6.618.297.170 Livres, am 1. Oktober 1795 schon 17.879.337.896 Livres und schließlich am 7. September 1796 insgesamt 45.578.810.040 Livres. Am 15. August 1795 wurde die Franc-Währung mit dem Dezimal-System (1 Franc = 100 Centimes) eingeführt. nun wurden auf Franc lautende Assignaten ausgegeben (höchster Nennwert 10.000 Francs). Der Kurs der Assignaten stand zuletzt auf 1/3%. Der letzte Versuch, das Vertrauen in die Scheine wieder zu festigen, war die öffentliche Vernichtung der Druckpresse und der Druckplatten der Assignaten auf der Place Vendome, um den Ausgabestop zu demonstrieren. Mit Hilfe der danach ausgegebenen Mandats Territoriaux (30 Francs Assignaten = 1 Franc Mandate) wollte man den Kurs der Assignaten wieder heben, doch auch das scheiterte. Mandate und Assignaten fielen weiter im Wert und wurden im November 1796 für wertlos erklärt. Wie man die Scheine auch danach noch nützlich verwenden konnte, geht aus folgendem zeitgenössischen Hinweis hervor (P. Lacroix "Le Direction, consultant et empire", Paris 1884): "Man gehe mit 24 Livres zur Vorhalle des Palais Egalité, kaufe dafür Mandate für 35 Sous pro Hundert (das war der letzte Kurs), wechsele diese Scheine gegen Assignate im Verhältnis von 3.000 Livres für 100 Francs, das sind 9.000 Scheine in 900 Bogen, die insgesamt 1.800 Geviertfuß Fläche haben. auf diese Weise kommt man zu einer billigen und noch dazu patriotischen Tapete." Solche Assignaten-Bogen sind auch heute noch für die Sammler relativ leicht erreichbar. Die Königs-Assignaten, vor allem die Erstausgaben, gehören jedoch zu den Raritäten. Es gab auch russische Assignate der Assignationsbanken (Ausgabe ab 1769). Albert Pick (Überarbeitung: Hans-Ludwig Grabowski) Abb. 1: Battenberg Gietl Verlag (Bildarchiv) Abb. 2 – 4: Hans-Ludwig Grabowski #Lexikon #Weltbanknoten #Europa #Frankreich #Livres #Franc #Pick

  • Aus privaten Sammlungen: Separatistenschein der Kreisgemeinde Pfalz zu 1 Billion Mark von 1923

    Als Entschädigung für die von Bayern nach den Befreiungskriegen und dem Wiener Kongress 1816 an Österreich abgetretenen Gebiete des Erzstifts Salzburg und rechts des Inns erhielt Bayern im gleichen Jahr die linksrheinischen Gebiete der Kurpfalz zugesprochen. Während der Hochinflation gab die Verwaltung der bayerischen Kreisgemeinde Pfalz 1923 Notgeldscheine in Nennwerten von 1 Million bis 1 Billion Mark aus. Ab Oktober 1923 wurden nur noch Scheine mit einem Kastenaufdruck mit dem sog. Zonentext ausgegeben. Unter französischer Besatzung wurde von Frankreich eine Separatistenbewegung unterstützt, um die gesamte Pfalz und alle linksrheinischen Gebiete von Deutschland abzuspalten. Teile der Pfalz waren bereits nach dem Versailler Vertrag 1919 an das neu entstandene und unter französischer Verwaltung stehende Saarland gefallen. Am 6. November 1923 begannen Aufstände der Separatisten und bereits am 11. November rief Franz Joseph Heinz eine "Regierung der Autonomen Pfalz im Verband der Rheinischen Republik" aus. Die sog. "Rheinische Republik" sollte nach dem Vorbild der unter Napoleon aus dem Reich ausgetretenen Rheinbundstaaten unter französischem Einfluss stehen. Als Finanzminister der sog. „Regierung der Autonomen Pfalz“ wurde mit besonderer französischer Genehmigung der u.a. wegen Erpressung, Urkundenfälschung und Totschlags mehrfach vorbestrafte Schuh­macher Johann Wilhelm Novack berufen, der sofort die pfälzische Notgelddruckerei und die Speyerer Reichsbanknebenstelle besetzte. Novack ließ die Notgeldscheine der Kreisgemeinde Pfalz über 1 Billion Mark vom 1. Oktober 1923 mit einem roten Separatisten-Überdruck mit seiner Faksimile-Unterschrift versehen. Im November 1923 folgten sogar "Notgeldscheine der Autonomen Pfalz". Das eigene Geld sollte die Abtrennung der Pfalz vom Deutschen Reich, die jedoch niemals vollzogen wurde, unterstreichen. Nach einem tödlichen Attentat auf den "Präsidenten" der "Autonomen Pfalz" Heinz am 9. Januar 1924, erklärte dessen "Regierung" mit Wirkung vom 17. Februar 1924 ihren Rücktritt. Andere Werte mit roter bis violetter Durchbalkung der Unterschriften der Vertreter der Kreisgemeinde und Handunterschrift „Nowak“ (richtig wäre „Novak“), jedoch ohne den zusätzlichen Textaufdruck, sind Manipulationen für Sammler. Land/Region/Ort: Deutsches Reich, Freistaat Bayern, Kreisgemeinde Pfalz, Speyer Emittent: Kreisgemeinde Pfalz (Regierung der "Autonomen Pfalz") Nominal: 1 Billion Mark Datierung: 1. Oktober 1923 (November 1923) Vorderseite: Druck Dunkelgrün mit Zierrahmen, links roter Kastenaufdruck mit sog. Zonentext: "Umlauffähig im gesamten / Regierungsbezirk Pfalz. / Gültig bis 1. April 1924." Unten mit zusätzlichem roten Überdruck: Durchbalkung der Unterschriften der Vertreter der Kreisgemeinde sowie zusätzlicher Text: "Dieser Schein ist gedeckt durch die Rheinische / Regierung in Wiesbaden. Der Kommissar für die Pfalz." und Faksikile-Unterschrift "Novak". Rückseite: Druck einseitig. Wasserzeichen: "gegenüber" Unterschriften: Novak Format: 135 mm x 90 mm Material: Papier Nummerierung: B 08136 Authentizität: Original Objekttyp: Notgeldschein Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Zitate: BAY-266 (Grabowski: Deutsches Notgeld, Band 10: Das Papiergeld der deutschen Länder) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

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