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  • Aus Deutschlands schwerster Zeit

    Gedenk-Tafel für Kinder und Kindeskinder Viele Papiergeldsammler begnügen sich nicht damit, „nur“ die Geldzeichen ihres Sammelgebietes möglichst komplett zu sammeln, sondern nehmen auch gerne Belege in ihre Sammlung auf, die in einer gewissen Beziehung hierzu stehen und diese komplettiert. Hier sind z. B. Schecks, Wechsel, Münzen und Medaillen, Kriegsanleihen, Aktien, Schuldverschreibungen, Depositenscheine, Sparbücher, Rechnungen, Ansichtskarten, Zeitungsausschnitte usw. zu nennen. Heute steht einen Beleg im Fokus der Betrachtung, der das Ende der Inflationszeit thematisiert. Die hier vorgestellte Gedenk-Tafel wurde etwa zehn Jahre nach Ende der Inflation vom Verlag Friedrich Seelig aus Borna verkauft, gedruckt auf bräunlichem Karton von der Druckerei Conrad Müller, Schkeuditz-Leipzig. Abb. 1: Gedenk-Tafel für Kinder- u. Kindeskinder aus Deutschlands schwerster Zeit. Der Karton hat die Maße 255 x 240 mm und ist mit der vierzeiligen Überschrift „Gedenk-Tafel / für / Kinder- u. Kindeskinder / aus Deutschlands schwerster Zeit“ versehen. Gleich darunter wird eine nachgezeichnete Vorderseite der zu einer Milliarde Mark aufgewerteten 1000-Mark-Reichsbanknote vom 15. Dezember 1922 in Originalgröße abgebildet. Links vom Geldschein befindet sich eine Tabelle mit den Preisen ausgesuchter Waren und Dienstleistungen im November 1923. So erfährt man beispielsweise, dass damals 1 Pfund Salz 100 Milliarden und ein Glas Bier 200 Milliarden Mark kostete. Auf der anderen Seite ist eine Aufstellung, die über den damaligen Dollarkurs informiert. Musste man im Januar 1918 nur 4,20 Mark für einen US-Dollar ausgeben, so waren es 4.200 Milliarden Mark im Dezember 1923. Anhand des folgenden Aufdrucks „Im Januar 1924 – 1933 wieder wie im Jahre 1918 ein Dollar = 4,20 Mark“ kann auf das Herstellungsjahr 1933 geschlossen werden. Unterhalb der Banknote wird eine Alltagsszene abgebildet, die typisch für die Hochinflation war. Eine Schlange wartender Frauen steht vor einem Lebensmittelgeschäft, um noch schnell etwas einzukaufen, bevor die Preise weiter steigen. Rechts davon: Kartoffeln, Brot und Butter Bekam nur wenig Gramm die Mutter Nicht so einfach wie Ihr denkt, Denn der Einkauf war beschränkt. Manch alte kranke Mutter Verlor im Kriege ihren Sohn. Am Bettelstab, doch nicht verzagend, Erhielt sie ihren kargen Lohn. In der Inflation Da spielte Geld bei manchem keine Rolle. Da verkaufte ich meine Scholle. Als ich mich besann, Ward ich zum Bettelmann. Der Text erinnert an die wirtschaftliche Not der damaligen Zeit, sowie an das große Leid der Mütter, die ihre Söhne im Krieg verloren haben. Aber er erzählt auch von der Not, die manchen Besitzer von Grund und Boden zum Verkauf zwang und der nun mit wertlosem Geld dastand. Links von der Alltags-Szene geht der Text auf die Profiteure der Hyperinflation ein: Wie mag es heut‘ den Schiebern geh’n? Schöne Stunden sahen sie vorübergeh’n. Auch im Gasthaus dann und wann Traf man sie in Gesellschaft an Des Schiebers Lob: Die Mark zerstob! Die Milliarden kamen. Solch‘ schnödes Geld, Ward verachtet in der Welt. Doch Euer Geld Ihr Kinder, Das wir für Euch gesparet? Hier oben leset diese Preise, Zerrann wie Hauch auf diese Weise. Spekulanten wie der Großindustrielle Hugo Stinnes waren die Alchemisten, die aus Papier Gold machten. Sie kauften mit geborgtem Geld Sachwerte – Banken, Hotels, Fabriken, Immobilien, Zeitungen … – und zahlten die Kredite mit entwertetem Geld zurück. Im Ausland spekulierte man ebenfalls mit dem deutschen Geld. Mitte September 1923 aber setzten die führenden US-amerikanischen Banken die Notierung der deutschen Papiermark aus. In einer Zeitungsmeldung war zu lesen: „Die Banken seien der Ansicht, daß es ein lächerliches und vergebliches Bemühen sei, täglich die mathematischen Bruchteile des Dollarwertes auszurechnen, da praktisch die deutsche Währung so gut wie keinen Käufer mehr findet. Selbst die Spekulation habe sich vollkommen zurückgezogen.“[1] Uwe Bronnert Anmerkungen [1] Das Volk, Tageszeitung für Christentum, Deutschtum, Volkswohlfahrt. Anzeiger für amtliche Ankündigungen des Landratsamts Siegen, der Stadt Siegen, verschiedener Ämter und Landgemeinden, des Finanzamtes Siegen, der staatlichen Oberförsterei Siegen, der Eisenbahn-Direktion Elberfeld und Frankfurt a. M. sowie sonstiger kommunaler und staatlicher Behörden. 35. Jahrgang, Nr. 218 vom 17.09.1923.

  • Tschechien: 1000-Korun-Noten mit Überdruck

    Die Tschechische Nationalbank (Česká národní banka) wird am 8. Februar 2023 mit einem Überdruck versehene Umlaufnoten über 1000 Kronen ausgeben, um das 30-jährige Jubiläum der Bank und der tschechischen Währung zu feiern. Der Überdruck befindet sich auf der Vorderseite und ist zweiteilig: In grüner Farbe ist ein Faksimile der 1993 auf tschechoslowakischen 1000-Kronen-Noten angebrachten Abstempelung (Wertzahl in einem Rechteck mit dem Buchstaben M in den Ecken) nachgestellt; daneben ist das Akronym der Bank in Grau sowie "1993 / 30 / 2023" mit Farbverlauf von Blau auf Grün zu sehen. Die Ausgabe dieser Noten soll in einer Auflage von 200.000 Exemplaren erfolgen. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

  • Lexikon: Flemming & Wiskott

    Die Firma Flemming & Wiskott im schlesischen Glogau war eine Großdruckerei, die während des Ersten Weltkriegs und in der Nachkriegszeit deutsches Notgeld druckte. Sie wurde bei Notgeldsammlern vor allem durch den Druck von von sog. Sparkassen-Kleinschecks sehr bekannt. Beispiel: SS 69.2a5G: Sparkasse der Stadt Belgard in Pommern, Kleinscheck über 2 Mark ohne Datum, Vorder- und Rückseite aus der Serie "Schlachtenbilder" zu den Belgarder Totenkopfreitern. Rückseite mit Porträt des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Als die weitere Ausgabe von sog. Serienscheinen untersagt wurde, ließ sich die Druckerei Flemming & Wiskott über das Deutsche Reichsgebrauchsmuster (D. R. G. M.) 795679 die Ausgabe von Sparkassen-Kleinschecks schützen. Auf diese Weise erfolgten noch weitere Ausgaben von den zu Sammelzwecken hergestellten Scheinen für die Sparkassen von Belgard, Brühl, Brunshaupten, Glogau, Malchow, Schmiedeberg und Schneidemühl. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

  • Philippinen: Aktualisierte 1000-Piso-Noten aus Papier eingeführt

    Die Bangko Sentral ng Pilipinas verausgabte überarbeitete 1000-Piso-Noten aus Papier mit der Jahresangabe "2022". Der Tausender misst 160 x 66 mm und weist einige gestalterische Erneuerungen auf: Im Gegensatz zur 2022 eingeführten Polymernote desselben Nominals zeigt die Vorderseite wieder die Porträs von José Abad Santos, Josefa Llanes Escoda und Vicente Lim, an deren jedoch Änderungen im Detail vorgenommen wurden. Außerdem wurde die Vorderseite im linken unteren Eck um eine Szene mit einer Menschenmenge bei den Feierlichkeiten des 100-jährigen Unabhängigkeits-Jubiläums erweitert. Wie die letzten Tausender bildet auch diese neue Banknote auf der Rückseite den Naturpark Tubbataha-Riffe und die Perlmuschel Pinctada maxima ab und präsentiert ebenfalls mit einem T'nalak-Stoffmuster das traditionelle Handwerk des indigenen Volks der T'boli. Zu den Sicherheitsmerkmalen zählen ein Fenster-Sicherheitsfaden, ein OVI-Element in Form einer Perlmuschel sowie ein Wasserzeichen mit den drei Porträts. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

  • Aus privaten Sammlungen: Philippinisches Notgeld aus dem Zweiten Weltkrieg

    Objekttyp: Regionaler Notgeldschein Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Historischer Kontext: Über drei Jahrhunderte war die Inselgruppe der nach König Philipp II. benannten Philippinen im Rahmen Neuspaniens spanische Kolonie gewesen. 1896 bis 1898 brach die philippinische Revolution aus, die zur Ausrufung einer ersten Republik führte und direkt in den Spanisch-Amerikanischen Krieg überging. Die USA besiegten die Spanier und erkannten die Republik nicht an. Stattdessen machten sie die Philippinen zu einer Kolonie der USA. 1935 wurde dann eine Teilautonomie beschlossen, mit dem Ziel, dass die Philippinen bis 1945 unabhängig werden sollten. 1941/42 landeten japanische Truppen auf der Inselgruppe, um das Land zu besetzen. Philippinische und US-amerikanische Truppen versuchten die japanische Invasion zu abzuwehren. Die letzten Einheiten der Verteidiger mussten aber am 8. Mai 1942 kapitulieren. Bereits mit dem Ausbruch des Kriegs im Dezember 1941 waren die philippinischen Militär- und Staatsausgaben stark gestiegen, was einen akuten Mangel an Zahlungsmitteln zur Folge hatte. Während des Kriegs kam es unter japanischer Besatzung zu einer großen Anzahl von Notausgaben durch Provinzen, kommunale Behörden und militärische Einheiten, die man auch als Partisanen- oder Guerilla-Geld bezeichnet. Viele dieser Scheine waren sehr einfach gestaltet. Nach dem Krieg waren sie sehr selten und von Sammlern in aller Welt gesucht. Seit von vielen Ausgaben größere Bestände gefunden wurden, kann man diese interessanten Zeitdokumente schon mit verhältnismäßig geringem finanziellem Aufwand sammeln. Die Philippinen erlangten am 4. Juli 1946 ihre Unabhängigkeit von den Vereinigten Staaten. Land/Region/Ort: Philippinen, Provinz Iloilo, Iloilo City Emittent: Philippine National Bank, Iloilo Currency Committee Nominal: 5 Pesos Datum: 1. Mai 1944 Vorderseite: Links: Porträt von US-General Mac Arthur, Mitte: Adler vor Sonnenstrahlen und Wolke. Rückseite: Ornamente und Text. Material: Papier Druck: Diolosa Printing Format: ca. 160 mm x 70 mm Nummerierung: 65296 C Authentizität: Original Zitate: PHL-S341 (Standard Catalog of World Paper Money – Vol. I, Specialized Issues) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • Leserpost: "Goldenes Buch" von Solingen als Metallspende?

    Mitunter erreichen die Redaktion auch Anfragen, die nicht unmittelbar etwas mit Numismatik und Papiergeld zu tun haben, dennoch aber von allgemeinem Interesse für unsere Leser sein können. Um einen solchen Fall dürfte es sich bei dem "Goldenen Buch" der Stadt Solingen aus der Zeit des "Dritten Reichs" handeln. Guten Tag! Ich habe einen Text auf einer Karte zur Metallspende 1940 gesehen und ich weiß nicht, was er bedeutet. "Goldenes Buch" (siehe Bild dieses Buches und den Text)? Und was bedeutet die Nummer 2893? Ist es eine Mitgliedsnummer der NSDAP? Wenn Sie Informationen haben, lassen Sie es mich bitte wissen. Ich warte auf Ihre Antwort. Y. Natanzon (Israel) Goldenes Buch der Stadt Solingen und Widmung. Antwort der Redaktion Das "Goldene Buch" von Solingen ist historisch natürlich sehr interessant. "Goldene Bücher" wurden früher meist von Honoratioren den Städten gestiftet. In "Goldene Bücher" haben sich dann hochrangige offizielle Besucher der jeweiligen Stadt eingetragen, zum Beispiel Politiker, Regenten, aber auch Künstler, Wissenschaftler und Sportler. Diese Tradition gibt es in Deutschland bis heute. Man kann davon ausgehen, dass im "Dritten Reich" die NSDAP "Goldene Bücher" stiftete. Hier handelt es sich offensichtlich um ein Geschenk der Ortsgruppe Seesen der NSDAP mit der laufenden Nummer 2893 (Anzahl der bis dahin von der Partei gestifteten Goldenen Bücher) zum Geburtstag Hitlers am 20. April 1940, das für die Stadt Solingen bestimmt war. In die "Goldenen Bücher" trugen sich natürlich auch hochrangige Vertreter des NS-Regimes (zum Beispiel Gauleiter) ein, wenn sie eine Stadt besuchten. Anbei ein Foto von einem Besuch Hitlers in der Stadt Regensburg. Abb.: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski. Das Bild zeigt Hitler mit Vertretern der Stadt und der NSDAP sowie eine Abordnung der Hitlerjugend im Sitzungssaal des historischen Reichstags in Regensburg, wo über Jahrhunderte die Reichstage des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation abgehalten wurden. Aus diesem Anlass wird sich Hitler sicher auch in das "Goldene Buch" der Stadt Regensburg eingetragen haben. Es wäre aber interessant zu klären, ob dieses Buch im Archiv der Stadt Solingen vorhanden oder aber verschollen ist. Eine telefonische Rücksprache mit dem Stadtarchiv Solingen hat ergeben, dass tatsächlich ein Goldenes Buch der Stadt aus dieser Zeit vermisst wurde, das wohl am Ende des Kriegs "verloren ging". Kurz darauf erreichte die Redaktion folgende E-Mail des Stadtarchivs: Vielen Dank für Ihre überraschende Mitteilung zum „Goldenen Buch der Stadt Solingen“. Das seit Kriegsende verschollen geglaubte „Goldenen Buch“ ist im Sommer 2022 aus den USA wieder in den Besitz der Stadt Solingen gekommen. Es handelt sich dabei um das offizielle erste „Goldene Buch“ der Klingenstadt. Erste Einträge wurden ab 1933 gesammelt, das auf dem Foto abgebildete kunsthandwerklich gestaltete Buch wurde im Februar 1939 der Öffentlichkeit vorgestellt. Eintragungen erfolgten bis 1943. Überraschend und für mich überhaupt nicht einzuordnen ist die Verbindung zu Seesen sowie der Text des beigefügten Zettels. Nach meinem Kenntnisstand gibt es keine Verbindung zwischen den Städten Solingen und Seesen. Vielleicht diente das „Goldene Buch der Stadt Solingen“ als Vorlage für ein ähnliches Projekt in Seesen? Man müsste wohl nochmal in Israel nachfragen, ob es weitere Informationen in diesem Zusammenhang gibt. Nochmals vielen Dank für diesen sehr interessanten Hinweis. Mit freundlichen Grüßen Ralf Rogge Stadtarchivdirektor Solingen Das Buch galt seit dem Einmarsch US-amerikanischer Truppen 1945 als verschollen und tauchte erst 2012 im Katalog eines süddeutschen Auktionshauses wieder auf. Der Stadt Solingen gelang es damals nicht, das Buch zu kaufen. Sie ließ das Buch aber in die "Lost Art Datenbank" für Beutegut eintragen. Der US-amerikanische Besitzer zog das Buch daraufhin vor der Auktion wieder zurück und verkaufte es später in den Staaten weiter an den Sammler James Brown. Im Oktober 2022 reiste Brown nach Solingen und übergab das Buch der Stadt. Es freut mich, dass das "Goldene Buch" wieder da ist, wo es hingehört! Zur Metallspende: Was das Buch mit einer Metallspende zu tun haben soll, konnte ich nicht nachvollziehen. Das hatte für Verwirrung gesorgt. Jetzt ist klar, dass der Text der NSDAP-Ortsgruppe in Seesen nichts mit dem Goldenen Buch von Solingen zu tun hat, sondern sich einfach nur auf ein Goldenes Buch bezieht. Es muss also so gewesen sein, dass die Metallspende der Ortsgruppe Seesen unter der Nummer 2893 in ein "Goldenes Buch" der NSDAP eingetragen wurde, das dann Hitler zu seinem Geburtstag am 20. April 1940 als Geschenk überreicht wurde. Ein Bild der Vorderseite der Metallspende wäre hilfreich gewesen, dann wäre es von Anfang an klar gewesen. Es handelt sich sicher um keine Fälschung. Hans-Ludwig Grabowski

  • Das Lagergeld des Konzentrationslagers Oranienburg von 1933

    Bei der 139. Teutoburger Münzauktion wurde im September 2021 ein kompletter Satz des seltenen Lagergelds des Konzentrationslagers Oranienburg für 400 Euro ausgerufen und mit beachtlichen 3.400 Euro + 20% Aufgeld, also insgesamt für über 4.000 Euro, zugeschlagen. Grund genug, um sich etwas näher mit diesen Scheinen zu beschäftigen, sind sie doch darüber hinaus auch noch die frühesten Lagergeldscheine eines der ersten deutschen Konzentrationslager überhaupt. KL Oranienburg, von SA-Männern bewachtes Lagertor (Toreinfahrt einer ehemaligen Brauerei). (Foto: Sammlung Wolfgang Haney, Berlin) Zur Geschichte des Lagers Das am „Tag von Potsdam“, dem 21. März 1933, auf dem Gelände einer ehemaligen Brauerei mitten in der unweit von Berlin gelegenen märkischen Kleinstadt Oranienburg durch die SA (Sturmbann III der Standarte 208) eingerichtete Konzentrationslager war eines der ersten deutschen Konzentrationslager (KL) überhaupt, die nach der „Machtergreifung“ der National-sozialisten in der Folge des Reichstagsbrands und der „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat“ vom 28. Februar 1933 als „Schutzhaftlager“ eingerichtet wurden. Das Firmengelände und die Gebäude hatte eine Berliner Bank der SA kostenlos zur Verfügung gestellt.1) Die ersten 40 Gefangenen waren von der SA willkürlich im Kreis Niederbarnim verhaftet worden, ohne dass maßgebliche Stellen in Berlin verständigt worden waren. Schon wenige Tage später wurde das „wilde Lager“2) durch die SA der Aufsicht des Potsdamer Regierungspräsidenten unterstellt. Gleichzeitig bot die SA staatlichen und kommunalen Behörden die Einweisung von „Schutzhäftlingen“ an. Einweisungen erfolgten durch Polizei, Parteistellen und Kommunen.3) KL Oranienburg, Appell mit prominenten Gefangenen. (Fotoarchiv des Verlags, aus „Unser Jahrhundert im Bild“) Zu den inhaftierten Gefangenen zählten Regimegegner aller politischen Richtungen, neben Kommunisten und Sozialdemokraten sogar Mitglieder der Deutsch-Nationalen Volkspartei, die zu dieser Zeit mit Hitler regierte, sowie Angehörige des „Stahlhelms“.4) Auf der gezeigten Abbildung (oben) sind in Zivilkleidung von links nach rechts der Vorsitzende der SPD-Fraktion im preußischen Landtag Ernst Heilmann, der Sohn des ehemaligen Reichspräsidenten und Reichsbannerführer Fritz Ebert, der Sekretär des SPD-Vorstands in Berlin Adolf Braun, der Ministerialrat a. D. Heinrich Giesecke vom Rundfunk, der Direktor der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft Dr. Kurt Magnus sowie der Intendant und Sprecher der „Berliner Funkstunde“ Dr. Hans Flesch zu sehen.5) Die öffentliche Wahrnehmung des Lagers, nicht zuletzt auch durch Berichte in der Lokalpresse, war von den Nationalsozialisten erwünscht. Die vorübergehende Inhaftierung politischer Gegner sollte schließlich als dauerhafte Warnung dienen, deren physische Vernichtung in Konzentrationslagern wurde zu jener Zeit hingegen noch nicht in Betracht gezogen.6) Zu den Lebensumständen der Häftlinge im KL Oranienburg äußerte sich ein politischer Gefangener in einem Hilferuf, der durch einen Korrespondenten der niederländischen Zeitung Nieuwe Rotterdamsche Courant im September 1933 übermittelt wurde, u.a.: „Wir – seit Mitte März gefangen … Alle Berichte inkl. Interviews unwahr wegen Angst vor Strafe. Verhöre fast immer nach Haft ohne Licht und mit dem Gummiknüppel. … Hier bisher drei Tote … In ehemaligen Lagerhäusern Brauerei. Alles feucht, verschimmelte Strohsäcke, Grippe, Halsentzündung, Rheuma … Juden geht es bei weitem am schlechtesten, werden fast alle beim Transport verprügelt.“7) Durchschnittlich waren die Gefangenen zwei bis drei Monate in Oranienburg inhaftiert, einige wurden bereits nach kurzer Zeit entlassen, andere blieben über ein Jahr in „Schutzhaft“. Die meisten Gefangenen kamen aus dem Kreis Niederbarnim und Berlin, im September und Oktober 1933 trafen aber auch Häftlinge aus anderen Lagern (Börgermoor, Lichtenburg und Sonnenburg) in Oranienburg ein.8) KL Oranienburg, „Schutzhäftlinge“ müssen im Hof der ehemaligen Brauerei antreten. (Aufnahme aus „Deutsche Chronik 1933 – 1945“) Nach dem sog. „Röhmputsch“ und der Entmachtung der SA übernahm die SS am 4. Juli 1934 das Konzentrationslager Oranienburg. Im Juli 1934 waren SS-Wachmannschaften aus Dachau und Ellwangen eingesetzt. Bis Ende Juli 1934 wurde das Lager dann geschlossen. Es wurde zwar noch fast ein Jahr als „Reservelager“ geführt, aber nicht mehr genutzt.9) In den 15 Monaten, in denen das Konzentrationslager Oranienburg bestand, wurden insgesamt etwa 3000 Häftlinge hier festgehalten, darunter drei Frauen. Mindestens 16 Häftlinge kamen ums Leben, darunter der Schriftsteller und Anarchist Erich Mühsam, der angeblich Selbstmord beging.10) Von den frühen Konzentrationslagern sollte nur Dachau bis zum Ende des „Dritten Reichs“ bestehen bleiben und als „Musterlager“ eine besondere Rolle einnehmen. Durch die Schließung des Konzentrationslagers Oranienburg war für die Bewohner der märkischen Kleinstadt jedoch die Nachbarschaft mit dem Terror nicht beendet. Im Sommer 1936 wurde im Oranienburger Stadtteil Sachsenhausen ein neues Lager gegründet, und die Inspektion der Konzentrationslager (IKL) leitete von Oranienburg aus das gesamte Lagersystem im Deutschen Reich.11) Das Lagergeld des KL Oranienburg Eine Besonderheit des frühen Konzentrationslagers Oranienburg ist dessen Lagergeld, das bis heute in seiner grafischen Gestaltung als eindrucksvollstes geldgeschichtliches Zeugnis aus der Zeit der deutschen Konzentrationslager anzusehen ist. Eingeführt wurde es im Juli 1933 durch die SA-Lagerleitung, um darüber einen Deckungsbeitrag zu den Unterhaltskosten einzuziehen und um die Fluchtgefahr durch den Entzug gültiger Zahlungsmittel zu verringern. Anfänglich mussten die einweisenden Stellen (z.B. Behörden oder Kommunen) die Unterhalts-kosten für die durch sie eingewiesenen Häftlinge selbst übernehmen. Laut Anordnung des Regierungspräsidenten in Potsdam vom 24. Juni 1933 beliefen sich diese pro Häftling und Tag auf 1,50 RM. Ab 1. August 1933 übernahm dann das Polizeipräsidium in Potsdam die Kosten für Unterbringung und Verpflegung der Häftlinge im Konzentrationslager Oranienburg. Wahrscheinlich wollte man damit auch verhindern, dass Einweisungen aufgrund „finanzieller Belastungen“ vermieden würden. In der Verfügung der Lagerverwaltung zur Einführung des Lagergelds war festgelegt, dass alle Häftlinge ihr mitgeführtes Bargeld abzuliefern hatten. Davon wurden 30% für das Lager einbehalten, der Rest wurde in Lagergeld ausgezahlt. Bei Überweisungen von Geldbeträgen an Häftlinge wurde in gleicher Art und Weise verfahren. Annahmen, die das Lagergeld im Zusammenhang mit Propagandazwecken oder gar einer persönlichen Bereicherung von SA-Führern sehen, sind mehr als fraglich. KL Oranienburg, Gutschein über 5 Pfg mit demKünstlerzeichen „Lit“ rechts unten, Detailansicht. (Sammlung Wolfgang Haney, Berlin) Es ist davon auszugehen, dass die Entwürfe für das Oranienburger Lagergeld von dem Rathe-nower Maler, Bildhauer und Notgeldkünstler Willi Horst Lippert stammen. Bereits in einer 1933 in Karlsbad erschienenen Broschüre mit dem Titel „Oranienburg“ hatte der ehemalige SPD-Reichstagsabgeordnete Gerhard Seeger, dem nach sechsmonatiger Haft die Flucht aus Oranienburg ins Ausland gelungen war, berichtet, dass die Geldscheine von einem Häftling des Lagers entworfen worden seien, der aus Rathenow im Bezirk Potsdam stammte und Grafiker war. Die Oranienburger Scheine tragen das Künstlerzeichen „Lit“, es könnte also aus den beiden Anfangs- und dem Endbuchstaben des Künstlernamens Lippert bestehen. Rathenow, Serienschein über 75 Pfennig ohne Datum (1921), beidseitig mit Künstlermonogramm WHL für Willi Horst Lippert. Dass es sich bei dem Künstler um Willi Horst Lippert handeln dürfte, ist wahrscheinlich, zumal im Sommer 1933 ein „Lippert, Willi“ in Oranienburg inhaftiert war. Der 1898 in Rathenow geborene Künstler, der seit seiner „Wandervogelzeit“ nur noch „Horsa“ genannt wurde, hatte in der Inflationszeit bereits sog. „Serienscheine“ entworfen und damit zum Teil sein Studium an der Kunstakademie in Berlin finanziert. So findet sich sein Name „W. H. Lippert“ u.a. auf Serienscheinen aus Rathenow, Belgard, Gleiwitz und Stolp. Seine zweiwöchige „Schutzhaft“ im Konzentrationslager Oranienburg wurde später als „Versehen“ bezeichnet. Willi Horst Lippert ist am 13. November 1981 in Brunsbüttel gestorben. KL Oranienburg, Gutschein über 50 Pfg mit Reichsadler, SA-Posten und Stacheldraht. (Sammlung Wolfgang Haney, Berlin) Für die Gestaltung des Lagergelds verwendete der Künstler Motive aus dem Lagerleben, die so auf keinem anderen Lagergeld und keinen Prämienscheinen von Konzentrationslagern zu finden sind und überhaupt nur in dieser Zeit der „frühen Lager“ möglich waren. So zeigt der niedrigste Nennwert einen Stacheldrahtzaun und der höchste einen Gefangenen bei der Arbeit (die Häftlinge des KL Oranienburg wurden auch zu Arbeiten in kommunalem Auftrag herangezogen). Am eindringlichsten aber steht der 50-Pfennig-Schein in Farbe und Darstellung des Reichsadlers, zweier SA-Posten und von Stacheldraht für die Zeit und das Terror-System der nationalsozialistischen Konzentrationslager. KL Oranienburg, Wasserzeichen „Hausmann-Wellen“ (Kurt Lehrke: Deutsche Wertpapierwasserzeichen, Nr. 42). (Bildarchiv des Verlags) Von welcher Firma das Lagergeld für Oranienburg gedruckt wurde, ist leider nicht dokumentiert. Vermutungen, es könne sich um die Reichsdruckerei in Berlin handeln, treffen wohl eher nicht zu. Die Reichsdruckerei verwendete kein Papier mit dem Wasserzeichen „Hausmann-Wellen“13), das zur Herstellung des Lagergelds benutzt wurde. Vielmehr gibt das Wasserzeichen selbst einen wichtigen Hinweis auf die mögliche Druckfirma. Dass es sich bei "Ad. H." nicht um Adolf Hitler, wie der eine oder andere bereits vermutet haben mag, handelt, lässt sich schon bei Keller in seinem Werk aus dem Jahr 1955 über die deutschen Wertpapier-wasserzeichen nachlesen. Keller schrieb: Hausmann-Wellen. Dieses Muster (helle parallele Wellenlinien) gleichen völlig den "Lippstadter Wellen" Nr. 40; nur sind hier zusätzlich ovale Schildchen mit den Buchstaben Ad. H. abwechselnd wagrecht oder senkrecht aufgelegt. Das Muster ist der Druckerei Ad. Hausmann in Berlin SW 68 geschützt, die auf ihm (und einigen freien Mustern) eine besondere Gruppe von Industrie-Kleingeldscheinen gedruckt hat […] Eine moderne Form dieses Musters in Hell und Dunkel mit achteckigen Schildchen, abwechselnd wagrecht oder senkrecht, kommt bei den Scheinen des Konzentrationslagers Oranienburg (1933) vor. Die Firma Ad. Hausmann aus Berlin hatte Notgeldscheine für verschiedene Firmen gedruckt, darunter Kleingeldscheine für die Chininfabrik Zimmer in Frankfurt am Main, für die Firma Seiffert in Berlin und Emden, für das Kaufhaus Hartung in Berlin-Lichtenberg, für die Zellstoff-Fabrik Oberleschen, für die Marienhütte in Kotzenau und Mallmitz in Schlesien, für die Grube Ilse, die Grube Golpa und die Rositzer Zuckerraffinerie sowie 1922er Inflationsscheine für die Braunkohlen-Industrie Berlin und die Niederlausitzer Kohlenwerke. Man kann mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass die Lagergeldscheine für Oranienburg ebenfalls in dieser Berliner Druckerei hergestellt worden sind, Unbekannt sind auch die Auflagezahlen der Gutscheine. In Anbetracht der Häftlingsbelegung (die höchste Belegung war im August 1933 mit knapp über 900 Häftlingen erreicht), dürfte nur eine Auflage von wenigen Tausend Stück je Nennwert gedruckt worden sein. KL Oranienburg, Brief der Hauptverwaltung zur Überlassung von zwei Serien Lagergeld. (Sammlung Tom Warburton) Die Gültigkeit der „Gutscheine“ war auf das Lager beschränkt. Sie sind wahrscheinlich bis zur Schließung im Juli 1934 umgelaufen und haben danach ihre Gültigkeit verloren.12) Interessant ist, dass die Hauptverwaltung des Konzentrationslagers Oranienburg seinerzeit schon Lagergeld zu „Sammlerzwecken“ überlassen hat. Als Beleg hierzu führen Ray und Steve Feller in ihrem Buch „Silent Witnesses“ das oben abgebildete Schreiben vom 30. Dezember 1933 an.14) Wie der handschriftliche Vermerk samt Signatur des Empfängers aber zeigt, wurde damals ein Satz der zwei zugesandten Serien einem Museum in Buch (später Teil von Pankow im Norden Berlins und unweit von Oranienburg gelegen) überlassen. Es handelt sich hierbei übrigens um den wahrscheinlich einzigen bekannten Beleg aus einem Konzentrationslager, der die Abgabe von Lagergeld bzw. Prämienscheinen an Privatpersonen dokumentiert. Auch dieser Vorgang war wohl nur in der Zeit der „frühen Lager“ möglich, bedenkt man allein die Geheimhaltung, der selbst die Prämienverordnung der SS unterlag. Moderne Fälschung mit bildgleicher Vorder- und Rückseite und Druck in Schwarz. Ausgehend von der niedrigen Auflage und der heutigen Seltenheit des Oranienburger Lagergelds sind leider auch moderne Fälschungen bekannt geworden. Wegen seiner besonderen Gestaltung und der hieraus resultierenden „Beliebtheit“ bei Sammlern wurde der 50-Pfennig-Schein zum bevorzugten Objekt für Fälscher. Die Gutscheine von 1933 Alle Scheine mit Wasserzeichen Hausmann-Wellen, mit Unterschriften des Standardenführers, des Lagerkommandanten und des Kassenführers sowie ohne Datum. Der 5-Pfennig-Schein zeigt auf der Rückseite eine Baracke und den Lagerzaun. Das Format beträgt ca. 95 x 70 mm. Der Druck ist Grün oder Dunkelgrün. Der 10-Pfennig-Schein ist ebenfalls ca. 95 x 70 mm groß und zeigt auf der Rückseite das Gebäude der ehemaligen Brauerei und eine Banderole mit Wappen (links Oranienburg, rechts Swastika). Druck erfolgte in Blau oder Dunkelblau. Der 50-Pfennig-Schein ist ca. 140 x 95 mm groß. Die Rückseite zeigt links und rechts SA-Posten, mittig Reichsadler und Stacheldraht. Druck in Braun oder Dunkelbraun. Für den 50-Pfennig-Schein werden bei Feller/Feller zwei Varianten angegeben: a) mit „Konzentrationslagers“ und b) mit „Konzentrationslayers“. Die zweite „Variante“ resultiert aus einem Plattenfehler und war nicht beabsichtigt. Durch braune Farbe am oberen Ende des „g“ (siehe den abgebildeten Schein) wurde der Buchstabe unterbrochen und es entsteht der Eindruck, als handle es sich um ein „y“. Der 1-Mark-Schein ist ebenfalls 140 x 95 mm groß. Er zeigt auf der Rückseite einen Häftling mit Spaten bei der Arbeit. Der Druck erfolgte in Schwarzbraun oder Rotbraun. Hans-Ludwig Grabowski Literaturempfehlung Das Lagergeld sämtlicher Konzentrationslager und Gettos sowie die historischen Zusammenhänge, die zu dessen Ausgabe führten, finden Sie in meinem nachfolgenden Buch: Hans-Ludwig Grabowski Das Geld des Terrors Geld und Geldersatz in deutschen Konzentrationslagern und Gettos 1933 bis 1945. Mit Dokumenten aus der Sammlung Wolfgang Haney, Berlin. Verlag: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-040-9 Auflage: 1. Auflage 2008 Abbildungen: durchgehend farbige Abbildungen Hardcover: 456 Seiten Format: 17 x 24 cm Preis: 19,90 Euro Mehr lesen … Anmerkungen Bernward Dörner, Oranienburg, in: Wolfgang Benz/Barbara Distel (Hrsg.), Der Ort des Terrors, Band 2: Frühe Lager, Dachau, Emslandlager, S. 177 – 178, sowie: Erich Vormberg, Lagergeldscheine des Konzentrationslagers Oranienburg 1933/1934, in: Der Geldscheinsammler, Ausgabe 7/1993, S. 5. Ausgehend von den anfangs fehlenden „Rechtsgrundlagen“ zur Errichtung von Konzentrationslagern, werden die willkürlich und oftmals planlos durch die SA eingerichteten frühen Konzentrationslager auch als „wilde Lager“ ­bezeichnet. Bernward Dörner, Oranienburg, in: Wolfgang Benz/Barbara Distel (Hrsg.), Der Ort des Terrors, Band 2: Frühe Lager, Dachau, Emslandlager, S. 178. Erich Vormberg, Lagergeldscheine des Konzentrationslagers Oranienburg 1933/1934, in: Der Geldscheinsammler, Ausgabe 7/1993, S. 5 – 6. Bernward Dörner, Oranienburg, in: Wolfgang Benz/Barbara Distel (Hrsg.), Der Ort des Terrors, Band 2: Frühe Lager, Dachau, Emslandlager, S. 179, sowie: Erich Vormberg, Lagergeldscheine des Konzentrationslagers Oranienburg 1933/1934, in: Der Geldscheinsammler, Ausgabe 7/1993, S. 6. Siehe Anmerkung 3). Siehe Anmerkung 3). Siehe Anmerkung 3). Siehe Anmerkung 3). Siehe Anmerkung 3). Siehe Anmerkung 3). Erich Vormberg, Lagergeldscheine des Konzentrationslagers Oranienburg 1933/1934, in: Der Geldscheinsammler, Ausgabe 7/1993, S. 5 – 9., sowie: Wilhelm Marquardt, Das Lagergeld des Konzentrationslagers Oranienburg, in: Kulturbund der DDR, Gesellschaft für Heimatgeschichte, Bezirksfachausschuß Numismatik Leipzig (Hrsg.), Numismatisches Jahrbuch – Arbeitskreis Notgeld 1982, sowie: Wilhelm Marquardt, Weitere Erkenntnisse zum Bericht „Lagergeld im Konzentrationslager Oranienburg“, in: Kulturbund der DDR, Gesellschaft für Heimatgeschichte, Zentraler Fachausschuß Numismatik (Hrsg.), Numismatische Hefte 28/1985, sowie: Albert Pick/Carl Siemsen, Das Lagergeld der Konzentrationslager und D.P.-Lager 1933 – 1947, S. 18 – 19. Kurt Lehrke, Deutsche Wertpapierwasserzeichen, Abbildungen, Tafel 2. Ray Feller/Steve Feller, Silent Witnesses: Civilian Camp Money of World War II, S. 24.

  • Grün-weiß-rote Fahne über Montabaur

    Anmerkungen zu einer Papiergeldausgabe der Separatisten Am 21. Oktober 1923 stürmten Bewaffnete das Rathaus in Aachen. Ihr Anführer, der Industrielle Leo Decker, rief mit Rückendeckung der belgischen Besatzer die Rheinische Republik aus. Dies löste in Aachen Tumulte aus und es kam zu Straßenkämpfen. Auch in Duisburg, Jülich, Mönchengladbach, Bonn, Wiesbaden, Mainz und anderen Städten ergriffen die Sonderbündler (Separatisten) die Initiative. Separatisten der sog. "Rheinischen Republik" am 22. November 1923 vor dem Koblenzer Schloss, mittig mit französischem Barett "Ministerpräsident" Matthes. Abb. Library of Congress (ID ggbain.15993). Dorten, der führende Vertreter der Bewegung, besetzte mit Gleichgesinnten am 23. Oktober das Koblenzer Schloss. Eine Regierung wurde gebildet und Joseph Friedrich Matthes [* 10. Februar 1886 in Würzburg; † 9. Oktober 1943 im Konzentrationslager Dachau] zum „Ministerpräsident“ bestimmt. Der französische Hochkommissar und Präsident der Rheinlandkommission, Paul Tirard [* 2. Juni 1879 in Nogent-le-Rotrou; † 23. Dezember 1945], erkannte die Herrschaft der Separatisten am 26. Oktober als legitime Regierung des Rheinlands an, obwohl sich ihre Macht im Wesentlichen auf die französischen Bajonette stützte. Flagge der separatistischen "Rheinischen Republik". In der Nacht vom 27. auf den 28. Oktober erreichte ein mit Sonderbündlern besetztes Auto Montabaur. „Ein Trupp Montabaurer, der wegen zu erwartender Ereignisse auf der Straße weilte, nahm sich ihrer warm an. Mit der Drohung: ‚Ihr werdet bald von uns hören,‘ fuhren sie nach der kleinen Auseinandersetzung nach Koblenz ab.“[1] Am gleichen Tag, einem Sonntag, verhängte die französische Besatzungsbehörde eine Verkehrssperre von 20 Uhr bis zum nächsten Morgen 6 Uhr für den Bereich der Stadt [Montabaur]. Kurz nach 5 Uhr fuhr ein Lastwagen aus Koblenz am „Großen Markt“ vor. Unter dem Schutz französischer Soldaten besetzten die Ankömmlinge das Rathaus und hissten als Zeichen ihrer Machtergreifung sofort die grün-weiß-rote Flagge. Gegen 6 Uhr stürmten etwa 30 Separatisten auch das Schloss, den Sitz des Landratsamtes. Bürger, die diese Aktion verhindern wollten, wurden durch Warnschüsse einer französischen Patrouille vertrieben. Folglich wies Landrat Mock seine Beamten und Angestellte sowie den Kreisausschuss an, in Eschelbach ein provisorisches Landratsamt einzurichten. In der Zwischenzeit machte der Stadtkommandant der Separatisten bekannt, dass er den Landrat und seine Mitarbeiter verhaften und ausweisen lassen würde, wenn sie nicht bis 4 Uhr nachmittags ihren Dienstbetrieb wieder in Montabaur aufnehmen. Dieses Ansinnen wurde von den Betroffenen einmütig zurückgewiesen. Abb. Wikipedia (gemeinfrei). „Inzwischen war bei der Kreisbevölkerung die erfolgte Besetzung Montabaurs durch die Separatisten bekannt geworden. Tausende von Einwohnern des Kreises hatten sich rings um die Stadt herum angesammelt, mit der Absicht, die Separatisten gewaltsam wieder zu vertreiben.“ [2] Im Auftrag der Kreisverwaltung, der Gewerkschaften und der Behörden wurde daher eine Abordnung beim französischen Kreisdelegierten vorstellig. Dieser erklärte jedoch, dass die „rheinische Regierung“ von der Rheinlandkommission anerkannt sei; „er habe Weisung, die Herrschaft der Separatisten mit Waffengewalt zu schützen und werde gegen jeden Angriff unsererseits auf die Separatisten rücksichtslos seine Truppen mit der Waffe vorgehen lassen.“ Daraufhin sprach sich der Landrat dagegen aus, „Tausende gegen die französischen Maschinengewehre anrennen zu lassen,“ sodass sich die versammelten Kreisbewohner wieder in ihre Heimatort begaben. Obwohl die Franzosen Wachen zum Schutz der Sonderbündler abstellten, kam es am Mittwoch, den 31. Oktober um 17 Uhr zu einem „meuchelmörderischen Anschlag“ auf den separatistischen Stadtkommandanten Josef Bauslig. Der separatistische Landrat Lurz, machte daraufhin bekannt, dass er in Zukunft derartige Vorkommnisse in rücksichtsloser Strenge ahnden werde. Für jeden seiner Leute, welche Opfer eines derartigen Anschlags würden, ließe er drei der angesehensten Bürger auslosen und standrechtlich erschießen, im Übrigen befänden sich noch fünf Gefangene in seiner Hand, die mit ihrem Leben für die Sicherheit bürgen würden. Ferner verhängte er gegenüber der Stadt Montabaur eine Geldstrafe in Höhe von 1.000 Francs.[3] Die Separatisten übten „eine Willkürherrschaft schlimmster Art in der Stadt Montabaur“ aus, so der Landrat in seinem Bericht. „Requisitionen und Beschlagnahmungen von Privateigentum waren an der Tagesordnung, massenweise erfolgten Verhaftungen von Bürgern, die jedoch der Kreisdelegierte wieder rückgängig machte. Fast in jeder Nacht wurden Einbrüche in Geschäftshäusern verübt, und beträchtliche Mengen Waren aller Art von den Separatisten gestohlen.“ Da dem Landrat Eschelbach nicht mehr sicher genug erschien, und mittlerweile auf seinen Kopf eine Belohnung von einigen Hundert Billionen Mark ausgesetzt war, verlegte er am Mittwoch den Sitz des Landratsamtes nach Dernbach. Am Samstag, den 3. November, trafen Mock und der französische Kreisdelegierte zu einem Gedankenaustausch zusammen, bei dem es um die Frage ging, „wie er sich verhalten würde, wenn die Separatisten außerhalb Montabaurs im Betreffungsfalle von uns unschädlich gemacht würden.“ Der Kreisdelegierte erklärte, dass es ihn nichts angehe, was außerhalb Montabaur geschehe, solange keine französischen Truppen beteiligt seien. Am Abend des gleichen Tages versammelte sich eine große Anzahl teils bewaffneter junger Männer aus Montabaur und den näher gelegenen Orten vor dem Stadtwald auf der Straße nach Koblenz. Hier wollte man den Separatisten auflauern, denn nach Gerüchten wollten die Sonderbündler wieder abrücken. Tatsächlich erschien gegen 22 Uhr ein Lastwagen, der mit acht bis zehn Personen besetzt war. Es kam zu einem Schusswechsel zwischen der Bürgerwehr und den Separatisten, bei dem ein Arbeiter aus Niederelbert durch Schrotkugeln schwer verletzt wurde. Den Separatisten gelang es, mit dem Fahrzeug Richtung Bad Ems zu entkommen. Am nächsten Tag hieß es, dass die Separatisten zwei Tote sowie einen Verletzten zu beklagen hätten. Einige Stunden später stoppten die jungen Burschen an gleicher Stelle mittels eines über die Straße gespannten Drahtseils einen Personenwagen, in dem der separatistische „Landrat“ Lurz in Richtung Koblenz unterwegs war. „Nachdem er windelweich geprügelt war, wurde er dem Landjäger Grunewald in Untershausen in Schutzhaft übergeben. Die anderen Insassen des Wagens waren im Schutz der Dunkelheit entkommen.“ Als Antwort auf diese Tat verhängte der französische Kreisdelegierte am nächsten Tag den verschärften Belagerungszustand über den Bereich der Stadt Montabaur von abends 19 bis morgens 7 Uhr, der so bis zum 16. November andauerte. Ferner verlangte er die sofortige Auslieferung von Lurz, andernfalls würde er zehn angesehene Bürger der Stadt als Geiseln verhaften. Notgedrungen lieferte der Landjäger am Sonntagabend gegen 19 Uhr den arretierten „Landrat“ aus. Am Dienstag, den 6. November, wurde Lurz von den Franzosen aus der Stadt gebracht. An seine Stelle trat ein sog. Kreiskommissar, der angebliche Rektor a. D. Kosiol. Nach Angaben des Kreisdelegierten war dieser am Vortag vom separatistischen Stadtkommandanten in Bad Ems eingesetzt worden. Bereits am Samstagvormittag machte jedoch sein Nachfolger, ein vom Separatistenführer Matthes ernannter Bezirkskommissar, dem französischen Kreisdelegierten seine Aufwartung. Diese im Bericht nicht namentlich genannte Person wurde nach seinem Antrittsbesuch jedoch in der Stadt nicht mehr gesehen. Obwohl Kosiol nur wenige Tage in Montabaur residierte, hinterließ er Spuren: ein Notgeld, vor dessen Annahme Landrat Mock die Kreisbevölkerung durch Plakate warnte. Aufgrund des vorliegenden handschriftlich nummerierten Exemplars mit der Nummer 130 ist anzunehmen, dass die Auflagenhöhe sehr gering war. Der vorangestellte, gedruckte Buchstabe A lässt vermuten, dass weitere Nominale geplant waren. Pikanterweise emittierte der Kreisausschuss während der Separatistenzeit ebenfalls Kassenscheine. Sie datieren vom 10. Oktober 1923 und lauten über 100, 200, 300 und 500 Milliarden Mark sowie 1, 5 und 10 Billionen Mark. Für insgesamt 561.204,4 Billionen Mark wurde Notgeld ausgegeben, das sicherlich ebenso wenig gedeckt war, wie das Geld der Separatisten. Am 28. November 1923 stellte der Kreis die Ausgabe von Notgeld ein.[4] Die Scheine des Kreisausschusses sind wie die Separatistenausgabe nur einseitig bedruckt und das Papier ist ohne Wasserzeichen. Während die Notgeldscheine des Kreisausschusses wahrscheinlich in der Buchdruckerei W. Flöck in Montabaur gedruckt wurden, ist die Druckerei des Separatistenscheins unbekannt. Kassenschein des Unterwesterwaldkreises (Separatistenausgabe), 6. November 1923, 500 Milliarden Mark, Vorderseite. Rückseite unbedruckt. Kassenschein des Unterwesterwaldkreises, 10. Oktober 1923, 1 Billion Mark, Vorderseite, ausgegeben ab 10. November 1923. Rückseite unbedruckt. Bereits am Montag, den 5. November 1923, zog der Landrat weiter und das Landratsamt nahm Sitz in Grenzhausen, wo der „Geschäftsbetrieb der staatlichen Abteilungen und des Kreisausschusses ordnungsgemäss und unbehelligt weiter[geführt wurden], während das Kreiswohlfahrtsamt und die Verteilungsstelle in Montabaur geblieben waren, da die von den Separatisten verschont geblieben waren.“ Am Nachmittag des 12. Novembers bat der französische Kreisdelegierte den Landrat zu einer Unterredung. Er verlangte von Mock sowie sämtlichen Beamten und Angestellten die sofortige Dienstaufnahme in Montabaur, „andernfalls er uns für vogelfrei erklären und die Wohnungen der Beamten beschlagnahmen lassen werde.“ Der Landrat wies darauf hin, „dass es für einen preußischen Staats- und Kommunalbeamten ausgeschlossen sei, die Separatisten anzuerkennen und unter ihrer Herrschaft zu arbeiten.“ Der Kreisdelegierte erklärte daraufhin, dass er nicht verlange, dass die Arbeit in dem bisherigen Dienstgebäude aufgenommen werde, er verlange lediglich, dass der Sitz der Verwaltung in Montabaur und damit wieder eine geregelte Verwaltung gewährleistet sei. Im Bericht des Landrates heißt es: „Nachdem er mir das Zugeständnis gemacht hatte, dass Verhaftungen, Requisitionen, Haussuchungen durch die Separatisten in Zukunft nur noch mit seiner Genehmigung erfolgen dürften, und für mich und meine Beamten und Angestellten die persönliche Sicherheit zugesichert hatte, erklärte ich mich bereit, den Dienstbetrieb des Landratsamtes in einem anderen Gebäude in Montabaur wieder aufzunehmen unter der Bedingung, dass die separatistischen Führer mir in keiner Weise etwas zu sagen hätten und dass auf keinen Fall eine Anerkennung der Separatisten nach irgend einer Richtung von uns verlangt würde.“ Bereits am folgenden Nachmittag nahm nach Zustimmung des Kreisausschusses das Landratsamt seine Arbeit in einem Gebäude am Rande der Stadt wieder auf. Damit schien wieder Ruhe in Montabaur eingekehrt zu sein, wenngleich die Sonderbündler noch in der Stadt waren. Wegen der Bestimmungen des Versailler "Vertrags" hatte die Reichsregierung keine Truppen ins entmilitarisierte Rheinland entsenden können. Den Putschisten schlug jedoch nicht nur in Montabaur der entschlossene Widerstand der Bevölkerungsmehrheit entgegen, sodass die belgische und französische Besatzungsmacht schon bald das Interesse an der Rheinischen Republik verlor. Aachen war bereits Anfang November wieder in reichsdeutscher Hand. Eine nationale Bürgerwehr schlug am 16. November in der Schlacht in Aegidienberg im Siebengebirge die Separatisten vernichtend.[5] Daraufhin brach der Separatistenstaat zusammen. Die Ereignisse spalteten die separatistische Koblenzer Führung und Matthes trat am 27. November von seinen „Ämtern“ zurück und begab sich nach Frankreich. In der Nacht vom 26. zum 27. November verließen die Sonderbündler im Schutz der Dunkelheit Montabaur.[6] „Die grün-weiß-rote Fahne wurde unter dem endlosen Jubel der Bevölkerung vom Rathaus und Schloss heruntergeholt und verbrannt. Die Separatistenherrschaft in Montabaur hatte ihr Ende gefunden.“[7] Uwe Bronnert Anmerkungen [1] Zitiert nach Walter Kalb, Montabaur im Weltkrieg 1914 bis 1918 und in der Besatzungszeit, Montabaur 1930, S. 46 f. Die Zitate werden in der heute gültigen Rechtschreibung wiedergegeben. [2] Die Ereignisse der nächsten Tage und Wochen schilderte der Landrat in einem Bericht an den Regierungspräsidenten in Frankfurt anschaulich. Betr.: Besetzung Montabaurs durch die Separatisten, ihre Bekämpfung und die augenblickliche Lage im Unterwesterwaldkreis vom 13. November 1923. H. HStA Wiesbaden, Abt. 405 Nr. 5289, Bl. 156 f. Alle nicht besonders gekennzeichneten Zitate stammen aus diesem Dokument. [3] Vgl. Walter Kalb, S. 48. [4] Vgl. H. HStA Wiesbaden, Abt. 405 Nr. 6101, Bl. 125 – 127. [5] Hierbei kamen 2 Einwohner und 14 Separatisten ums Leben. [6] In der Pfalz hielten sich die Separatisten noch bis Februar 1924. [7] Walter Kalb, S. 49.

  • Laos – Papiergeldgeschichte und Katalog, Teil 1: Freies Laos und Königreich

    Hans-Ludwig Grabowski WORLD PAPER MONEY Papiergeldgeschichte und Katalog Laos, Teil 1 Geschichte Laos war Teil der französischen Kolonie Indochina und stand nach dem deutschen Sieg über Frankreich im Zweiten Weltkrieg ab 1941 unter japanischer Besatzung. Nach dem Abzug der Japaner erklärte es am 12. Oktober 1945 seine Unabhängigkeit, wurde aber von französischen Truppen besetzt. Die Bewegung Lao Issara (Freie Lao) kämpfte für die Unabhängigkeit von Frankreich. Am 19. Juli 1949 folgte mit dem Französisch-Laotischen Vertrag die Autonomie innerhalb der Französischen Union und mit der Indochina-Konferenz und der Aufgabe aller französischen Ansprüche auf Indochina am 21. Juli 1954 die Unabhängigkeit als Königreich. Während des Vietnam-Kriegs herrschte Bürgerkrieg in Laos und nach dem Sieg der Nordvietnamesen kam es 1975 zur Revolution und Machtübernahme durch die kommunistische Pathet-Lao-Bewegung, die am 2. Dezember 1975 die Demokratische Volksrepublik Laos gründete. Seither regiert die Laotische Revolutionäre Volkspartei. Ein blutige kommunistische Diktatur wie im Nachbarland Kambodscha blieb den Laoten aber erspart. Freies Laos 1945 Lao Issara Government Nach dem Abzug der Japaner übernahm am 12. Oktober 1945 die Bewegung Lao Issara die Regierung, musste dann aber bereits 1946 der französischen Besatzung weichen. Das Lao Issara Government gab in dieser Zeit primitive Geldscheine aus, die in der Bevölkerung nach dem Finanzminister Katay Don Sasorith „Katay-Bananenblätter-Scheine” genannt wurden. LAO-1 / WPM-A1 / B101: 1 Hào = 10 Att, ohne Datum (1945), Wert: R LAO-2 / WPM-A2 / B102: 2 Hào = 20 Att, ohne Datum (1945), Wert: R LAO-3 / WPM-A3 / B103: 5 Hào = 50 Att, ohne Datum (1945), Wert: *** LAO-4 / WPM-A4 / B104: 10 Kip, ohne Datum (1945). a) Serie und KN westlich, Us. Khammao Vilay, Wert: R b) Serie laotisch und KN westlich, Us. Katay Don Sasorith, Wert: R Königreich 1954–1975 Banque Nationale du Laos Nach der Unabhängigkeit wurde die Banque Nationale du Laos gegründet, deren Noten ab 1957 die bis dahin umlaufenden Piastre-Scheine Indochinas ersetzten. Die 1-, 5- und 10-Kip-Noten der ersten Ausgabe 1957 wurden bereits 1962 ungültig, die höchsten Nominale über 100 und 500 Kip, auf denen das Porträt von König Sisavang Vong (1885 bis 1959) zu sehen ist, dann 1974. Die letzten Ausgaben des Königreichs kamen 1974/1975 in Umlauf. Ausgabe 1957 LAO-5 / WPM-1 / B201: 1 Kip, ohne Datum (1957, gültig bis 1962). a) mit farbigen Punkten, Druck: SBNC (USA), Wert: *** b) zweite Auflage, ohne farbige Punkte und Drfa. (Shanghai Banknote Printing), Wert: ** LAO-6 / WPM-2 / B202: 5 Kip, ohne Datum (1957, gültig bis 1962). a) mit farbigen Punkten, Druck: SBNC (USA), Wert: *** b) zweite Auflage, ohne farbige Punkte und Drfa. (Shanghai Banknote Printing), Wert: ** LAO-7 / WPM-3 / B203: 10 Kip, ohne Datum (1957, gültig bis 1962). a) mit farbigen Punkten, Druck: SBNC (USA), Wert: *** b) zweite Auflage, ohne farbige Punkte und Drfa. (Shanghai Banknote Printing), Wert: ** LAO-8 / WPM-4 / B204: 20 Kip, ohne Datum (1957, gültig bis 1962), Wert: **** LAO-9 / WPM-5 / B205: 50 Kip, ohne Datum (1957, gültig bis 1962). a) mit farbigen Punkten, Druck: SBNC (USA), Wert: R b) zweite Auflage, ohne farbige Punkte und Drfa. (Shanghai Banknote Printing), Wert: ** LAO-10 / WPM-6 / B206: 50 Kip, ohne Datum (1957, gültig bis 1974), Wert: ** LAO-11 / WPM-7 / B207: 500 Kip, ohne Datum (1957, gültig bis 1974), Wert: R Gedenkbanknote: 2.500 Jahre Buddhismus Ausgabe 1962/63 Unter der Regierung von Prinz Souvanna Phouma folgten 1962/63 Banknoten, die in der Bevölkerung nach dem Distrikt Khangkhai, in dem die Hauptstadt lag, „Khangkhai-Kip” genannt wurden. Alle Werte ab 20 Kip (LAO-15–23) zeigen das Porträt des neuen Königs Savang Vatthana (1907–1978), der von 1959 bis 1975 letzter Herrscher des Königreichs Laos war. LAO-12 / WPM-8 / B208: 1 Kip, ohne Datum (1962, gültig bis 15.6.1976), Wert: * LAO-13 / WPM-9 / B209: 5 Kip, ohne Datum (1962, gültig bis 15.6.1976). a) Us. Le Gouverneur: Phouy Phanya, Wert: R b) Us. Le Gouverneur: Phagna Oudong Souvannavong, Wert: * LAO-14 / WPM-10 / B210: 10 Kip, ohne Datum (1962, gültig bis 15.6.1976). a) Us. Le Gouverneur: Phouy Phanya, Wert: R b) Us. Le Gouverneur: Phagna Oudong Souvannavong, Wert: * LAO-15 / WPM-11 / B211: 20 Kip, ohne Datum (1963, gültig bis 15.6.1976), Wert: * zwei Us.-Varianten ohne Einfluss auf die Bewertung LAO-16 / WPM-12 / B212: 50 Kip, ohne Datum (1963, gültig bis 15.6.1976), Wert: * zwei Us.-Varianten ohne Einfluss auf die Bewertung LAO-17 / WPM-13 / B213: 200 Kip, ohne Datum (1963, gültig bis 15.6.1976), Wert: * zwei Us.-Varianten ohne Einfluss auf die Bewertung LAO-18 / WPM-14 / B214: 1.000 Kip, ohne Datum (1963, gültig bis 15.6.1976), Wert: ** zwei Us.-Varianten ohne Einfluss auf die Bewertung Ausgabe 1974/75 In der Endzeit des Bürgerkriegs kam die letzte Banknotenserie des Königreichs Laos in Umlauf, bevor die Volksrepublik ausgerufen wurde. Die letzten Noten mit dem Porträt von König Savang Vatthana wurden bereits 1976 ungültig. LAO-19 / WPM-15 / B215: 10 Kip, ohne Datum (1975, nicht ausgegeben), Wert: ** LAO-20 / WPM-16 / B216: 100 Kip, ohne Datum (1974, gültig bis 15.6.1976), Wert: * LAO-21 / WPM-17 / B217: 500 Kip, ohne Datum (1974, gültig bis 15.6.1976), Wert: * LAO-22 / WPM-18 / B218: 1.000 Kip, ohne Datum (1975, nicht ausgegeben), Wert: ** LAO-23 / WPM-19 / B219: 5.000 Kip, ohne Datum (1975, gültig bis 15.6.1976), Wert: * Fortsetzung folgt! Hans-Ludwig Grabowski​​

  • Bangladesch: Zwei neue Gedenknoten

    Noch vor dem Jahreswechsel legte die Bangladesh Bank zwei Gedenknoten mit dem Nominalwert 50 Taka nach: Die erste Note, am 19. Dezember 2022 ausgegeben, feierte das 50-jährige Jubiläum der Verfassung sowie des Obersten Gerichtshofs in Bangladesch, während die zweite, deren Verkauf am 29. Dezember 2022 startete, die am Vortag eröffnete erste U-Bahn-Linie des Landes in der Hauptstadt Dhaka thematisiert. Beide Papier-Gedenknoten mit dem Format 130 x 60 mm nennen den Ausgabeanlass auf Bengali und auf Englisch. Die 50-Taka-Gedenknote zum 50-jährigen Bestehen der Verfassung und des Obersten Gerichtshofs zeigt auf der Vorderseite den "Vater der Nation" Mujibur Rahmen vor dem Hintergrund des Jatiya Sangsad Bhaban in Dhaka, dem Gebäude des Nationalparlaments. Auf der Rückseite ist der Oberste Gerichtshof in der Hauptstadt dargestellt. Die U-Bahn-Gedenknote zeigt das Konterfei der Premierministerin Hasina Wajed sowie Darstellungen der neu eingeführten U-Bahn-Linie in Dhaka, deren Bau sechs Jahre dauerte und weitgehend mit Entwicklungsgeldern finanziert wurde. Die Stadt gilt als eine der am stärksten von Verkehrsüberlastungen betroffenen Städte der Welt. Beide Gedenknoten wurden jeweils in einem Umschlag zum Nominalwert bzw. in Folder und Umschlag um 100 Taka an den offiziellen Verkaufsstellen angeboten. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

  • Guyana: 5000-Dollars-Note mit verbesserten Sicherheitsmerkmalen eingeführt

    Am 20. Dezember 2022 gab die Bank of Guyana zur Erhöhung der Fälschungssicherheit neue Noten zu 5000 Dollars mit einer identischen Gestaltung wie die Vorgängerscheine in Umlauf. Die von Oberthur Fiduciaire gedruckten Noten zeigen auf der Vorderseite wie gewohnt das Wappen der Zentralbank und eine Umrisskarte Guyanas sowie auf der Rückseite eine Flusslandschaft. Die Erneuerung der 156 x 65 mm großen Papierbanknoten liegt zum einen im Fenster-Sicherheitsfaden mit Gold-Grün-Farbverlauf und Bewegungseffekt und zum anderen im Jaguarkopf als Kinegramm mit demselben Farbwechsel wie der Sicherheitsfaden. Die alten 5000er behalten vorerst ihre Gültigkeit. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

  • Jordanien: Neue 1-Dinar-Note eingeführt, weitere Nominale angekündigt

    Die Zentralbank von Jordanien gab am 26. Dezember 2022 neue 1-Dinar-Noten mit dem Format 133 x 74 mm in Umlauf. Die Papiernote zeigt auf der Vorderseite Hussein b. Ali vor dem Hintergrund eines Blumenfelds; auf der Rückseite sieht man einen Karmingimpel. Ebenso wurde die Gestaltung weiterer Nominale von 5, 10, 20 und 50 Dinars mit der Jahresangabe "2022" bekanntgegeben, die im Laufe des Jahres 2023 ausgegeben werden sollen. Die 5-Dinars-Note thematisiert die archäologische Ausgrabungsstätte von Petra und König Abdallah b. al-Husain (1921–1951), während der Zehner auf der Vorderseite das Wüstenschloss Qusair ‘Amra aus dem 8. Jahrhundert und König Talal (1951–1952) zeigt, der eine liberale Verfassung in Jordanien einführte, sowie auf der Rücksite das Römische Theater aus der Regierungszeit des Antoninus Pius in Amman, der heutigen Hauptstadt. Auf dem 20-Dinars-Schein sind König Hussein I. (1952–1999) sowie eine Moschee und antike Münzen dargestellt Auf dem Fünfziger sind König Abdullah II. (seit 1991) und der für Muslime, Juden und Christen als heiliger Ort geltende und umstrittene Tempelberg in Jerusalem zu sehen. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

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