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- Lexikon: Druckproben
Bei der Herstellung von Geldscheinen wurden und werden vielfach zur Kontrolle der ordnungsgemäßen Funktion der Druckmaschinen, der richtigen Farbtöne und aus anderen technischen Gründen Druckproben angefertigt, die oft von den später gedruckten Originalen abweichen. Druckproben von Banknoten und Staatspapiergeld kommen selten vor, da sie meist vernichtet wurden. Deutsches Reich, Deutsche Reichsbank: einseitige Druckprobe der Vorderseite zu 100 Mark vom 21. April 1910 mit Überdruck "Musterabdruck – Wertlos" und Perforation "DRUCKPROBE", Vorder- und Rückseite. Von Notgeldscheinen (vor allem vom deutschen und österreichischen Notgeld) kommen Druckproben häufiger vor, die oft von der Makulatur nicht zu unterscheiden sind. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski
- Aus privaten Sammlungen: Darlehnskassenschein für das Gebiet "Ober Ost" von 1916
Objekttyp: Kassenschein (Besatzungsausgabe) Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Historischer Kontext: Das vom Generalstab des Oberbefehlshabers Ost mit Kurland (historischer Teil Lettlands), einigen damals litauischen und heute polnischen Distrikten sowie den westlichen Distrikten Weißrusslands verwaltete deutsche Besatzungsgebiet an der Ostfront im Ersten Weltkrieg wurde auch „Ober Ost“ (Land Ober Ost oder Ob. Ost) genannt. Es war mit einer Fläche von rund 108.800 qkm etwa so groß wie die ehemalige DDR. Die Versorgung dieses Gebiets mit Zahlungsmitteln erfolgte durch die Ostbank für Handel und Gewerbe. Sie gab ab 1916 durch ihre Darlehnskasse Ost im deutschen Posen Darlehnskassenscheine in Rubel-Währung aus, ab 1918 dann durch die Darlehnskasse Ost im litauischen Kowno (Kauen/Kaunas) auch solche in Mark-Währung. Der Umrechnungskurs Rubel zu Mark stand konstant im Verhältnis 2:1. Nach Gründung der baltischen Republiken im Jahre 1918 schufen sich Estland und Lettland 1919 eigene Währungen, während Litauen die Scheine der Darlehnskasse Ost am 26. Februar 1919 zu gesetzlichen Zahlungsmitteln erklärte und noch bis zur Einführung der Litas- Währung am 9. August 1922 im Umlauf behielt. Land/Region/Ort: Russland, Ober Ost, deutsch besetztes Gebiet im Ersten Weltkrieg Emittent: Ostbank für Handel und Gewerbe, Darlehnskasse Ost, Posen Nominal: 100 Rubel Datum: 17. April 1916 Vorderseite: Links weibliches Kopfbildnis mit Lorbeerkranz, rechts Kopfbildnis eines bärtigen Mannes mit Helm, Mitte Wertzahl im Früchtekranz, links und rechts unten Ornamente mit Früchten. Rückseite: Links Merkur- und rechts Frauenkopf in Ornamenten. Wasserzeichen: Kreuzblumenmuster Unterschriften: Michalowsky, Hamburger, Kauffmann Format: 170 mm x 110 mm Druck: Giesecke & Devrient, Leipzig Material: Papier Nummerierung: 1020744 Authentizität: Original Zitate: • EWK-39b (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) • 437b (Pick/Rixen: Papiergel-Spezialkatalog Deutschland) • 463b (Rosenberg/Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) • R126 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. I – Specialized Issues) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Leserpost: Zwei Besonderheiten!
Heute möchte ich Ihnen zwei "Besonderheiten" senden, zu denen ich auf Ihren Kommentar gespannt bin. 1. Erfurt 10 Pfennig von B. Heinze: hier wurde der Wert händisch von 1 auf 10 Pfennig geändert. Sieht für mich authentisch aus, obwohl natürlich jeder diese Änderung hätte vornehmen können. 2. Netzschkau 5 Pfennig: hier ist die "6" der Kontrollnummer 60000 auffällig, da fetter und größer. Besten Dank vorab für Ihre Einschätzung der Scheine und herzliche Grüße Th. Neldner Antwort der Redaktion Bei beiden Ausgaben handelt es sich um sog. Kleingeldscheine (Verkehrsausgaben). 1. Erfurt B. Heinze (nach zeitgenössischem Einwohnerbuch wahrscheinlich die Postschaffnerswitwe Berta Heinze) führte privat die Post-Kantine der Reichspost in Erfurt. Die damalige Posthalterei befand sich am Anger 9, auch heute noch ein beeindruckendes Gebäude. Hergestellt wurden Scheine auf farbigem Karton zu 1, 5 und 10 Pfennig ohne Datum, wobei die 1-Pfennig-Scheine bislang nicht belegt sind und ausschließlich in der handschriftlich abgeänderten Version zu 10 Pfennig vorkamen. Ich gehe davon aus, dass es sich bei Ihrem Schein um ein authentisches Stück handelt, das aufgrund der Klebereste auf der Rückseite aus einem alten Album stammt. 2. Netzschkau Der vorliegende 5-Pfennig-Schein gehört zur letzten Kleingeldausgabe der Stadtgemeinde Netzschkau in Sachsen ohne Datierung (wohl 1921). Normal sind natürlich alle fünf Ziffern der Kontrollnummer gleich groß. Sollte sich hier also jemand die Mühe gemacht haben die erste Ziffer (Null) eines Musterscheins unter dem Überdruck einer größeren Ziffer verschwinden zu lassen, um den Schein "gültig" zu machen? Hätten die 5 Pfennig Nennwert 1921 wirklich so einen Aufwand gelohnt? Oder handelt es sich um einen Fehler beim Nummerieren, der durch den Überdruck der größeren Ziffer "6" behoben werden sollte? Leider liegt mir der Schein nicht vor, so dass eine Begutachtung, was genau mit ihm geschehen sein könnte, schwierig ist. Bitte schauen sie sich die erste Stelle der Kontrollnummer genau an. Mir scheint, als ob die erste Stelle manipuliert wurde. Hans-Ludwig Grabowski
- Polnische Geldscheine – Begrenztes Sammelgebiet: nicht ausgegebene Scheine
Um es vorweg zu nehmen: In Polen wurde Papiergeld schon immer sehr gern gesammelt, die meisten Münzensammler betrachteten Kollektionen ohne Papiergeld als ein Torso. Es gibt dazu eine ganze Reihe von „reinen Papiergeldsammlern“, die wenig Interesse an den vielen Silber- und Goldmünzen ab etwa 1966 haben. Eigentlich kaum zu glauben ist, dass die seit 2006 ausgegebenen Gedenkbanknoten der polnischen Nationalbank (Narodowy Bank Polski, NBP) heute bedeutend höhere Auflagen aufweisen als vergleichbare 10-Zloty-Münzen. Im letzten Jahr wurden 80.000 Scheine auf Lech Kaczynski ausgegeben. Bei den 10-Zloty-Münzen hingegen gab die NBP immer „bis zu…“ 10.000 Stück an. Wie weit dieses Prägelimit tatsächlich ausgeschöpft wurde, ist nicht bekannt. Verschiedene Musterscheine Es gab schon viele Musterbanknoten, die später in den Handel kamen. Sie wurden meist mit SPECIMEN oder Aufdruck: Ohne Wert – Muster (WZÓR) versehen. Relativ viel davon kam seit ca. 1918 in Sammlerhand. Die NBP selbst wiederum versorgte andere Banken im In- und Ausland mit Musternoten. Einige wurden aber auch an Sammler verkauft. Es gibt allerdings immer wieder Neuentdeckungen, so die vorgestellte 20-Zloty-Note vom 2. Januar 1965. Hier ist kein Aufdruck MUSTER oder Ähnliches vorhanden, aber eine Seriennummer 1204395 mit Buchstaben KH. Abgebildet ist ein nach Links blickender Mann. Die Rückseite zeigt das Wappen von Poznan (Posen) und Häuser des Posener Marktes (rynek). Polen, 20 Zloty 1965 „Banknote - Poznan“ Interessant ist, dass die Bezeichnungen „Prezes“ und „Hauptkassierer“ aufgedruckt sind, aber deren Namenszüge fehlen. Das lässt die Deutung zu, dass es sich hier um eine Musterbanknote handelt. Allerdings sind bei solchen eher mehrere Nullen oder 123456789 oder andere Zahlenfolgen üblich. Es wurde bekannt, dass der uns als Katalogautor bekannte Ceslaw Kaminski, der selbst bei der NBP arbeitete, sich für die Abgabe von einigen Serien an Musterscheinen für polnische Numismatiker einsetzte und diese nicht der Vernichtung zugeführt wurden. Um 1965 hatte Polen noch immer die alten Geldscheine von 10 bzw. 20 Zloty bis 100 und 500 Zloty von 1948, die im Rahmen der Währungsreform Ende 1950 in den Umlauf kamen. Sie hatten deutliche Ähnlichkeit zu den Vorkriegsausgaben vieler Länder und Polens. Man arbeitete damals intensiv an der Ausgabe von neuen Scheinen ohne den klassischen Rand und wollte auch modernere Bildgestaltungen wagen. Stolz war man, dann 1965 endlich einen 1000-Zloty-Schein mit Datum 29. Oktober 1965 präsentieren zu können, bei dem der inThorn geborene Astronom Nikolaus Kopernikus im Mittelpunk stand. Dieser Geldschein sah „westlich“ aus und hatte bezogen auf polnische Verhältnisse einen recht hohen Wert. Der Kurs zur "Ostmark" lag bei etwa 5:1. , also hatte er den Gegenwert von 200 Mark der DDR. Eine junge Fachverkäuferin verdiente damals gerade einmal 1000 Zloty im Monat und viele Polen sahen in dieser neuen Nominalstufe schon das Zeichen einer schleichenden und realen Inflation. Offene Fragen Was den hier vorgestellten Schein zu 20 Zloty angeht, so wird dieser in der 18. Herbstauktion des Gabinet Numizmatyczny, D. Marciniak ab 8.10.2022 in Warschau verkauft. Dem Inhaber der Firma sind andere Nominalstufen aus dieser Zeit bekannt, teilweise mehrere in unterschiedlichen Farben bei einzelnen Wertstufen. Laut Auktionshaus soll es nur maximal 20 Stück geben. Es wird wohl nicht mehr zu klären sein, ob einige dieser Scheine schon in größeren Mengen gedruckt, nicht ausgegeben und später vernichtet wurden. Bekanntlich hatten viele Emissionsbanken in der Welt Reservescheine, die sicherheitshalber auf Vorrat gehalten wurden. Wolfgang J. Mehlhausen
- Spanische Geldscheine 1931–1939, Teil 2.2 – Santander
Die offiziellen Geldausgaben der republikanischen Nordprovinzen: Santander Die Emissionen der Banco de España – Santander Die Provinz Kantabrien mit der Hauptstadt Santander blieb nach dem Putsch ebenso wie der nördliche Teil der Provinzen Palencia und Burgos unter republikanischer Kontrolle, während Kastilien die Rebellen unterstützte. Da Francos Truppen zunächst die eingeschlossene Garnison in Oviedo befreiten, geriet Santander einschließlich der südlichen Zone der kantabrischen Bergkette nicht sofort unter militärischen Druck der aufständischen Verbände. In Santander bildete sich ein Volksfront-Komitee, das mit Mitgliedern der CNT erweitert,1) die politische Kontrolle vom Juli bis zur Errichtung des Interprovinzialrates von Santander, Palencia und Burgos ausübte. Der Rat bestand vom 8. Februar 1937 bis zu seiner Auflösung im August nach der Besetzung der Region durch die Franco-Truppen unter Dávila. Er umfasste Kantabrien sowie die freien Gebiete von Palencia und Burgos. Da sich auch in Kantabrien ein Mangel an Münzen und Banknoten bemerkbar machte, bat die Filiale der Banco de España in Santander am 30. September 1936 die Zentrale in Madrid um Erlaubnis, Notgeld ausgegeben zu dürfen. Die Genehmigung wurde am 17. Oktober erteilt. Am 31. des Monats verfügte die Generaldirektion der Finanzen an, Ersatzgeld im Gesamtwert von 20.340.000 Peseten auszugeben. Wie in Bilbao, sollten Banken und Sparkassen die Emission übernehmen. Die ausgegebenen Beträge wurden einem speziellen Konto der Banco de España belastet und mit 4 % verzinst. Daneben schuldete die Notenbankzentrale auch ein Drittel der Emissionskosten, während mit zwei Drittel der Kosten die Zweigstelle in Santander belastet wurde. Mit Datum vom 1. November 1936 wurden Banknoten zu 5, 10, 25, 50 und 100 Peseten ausgegeben. Sie sollten eigentlich nach einem Monat durch die Zweigstelle der Banco de España wieder eingelöst werden. Aufgrund des Kriegsverlaufs verlängerte am 1. Dezember 1937 die Generalleitung von Santander, Palencia und Burgos aber die Umlauffrist. Abb. 1.1: Banco de España – Santander (Banco de Bilbao), 1. November 1936, 5 Pesetas, Vorderseite. Abb. 1.2: Banco de España – Santander, 1. November 1936, 5 Pesetas, Rückseite. Abb. 2.1: Banco de España – Santander (Banco Mercantil), 1. November 1936, 10 Pesetas, Vorderseite. Abb. 2.2: Banco de España – Santander, 1. November 1936, 10 Pesetas, Rückseite. Abb. 3: Banco de España – Santander (Banco de Española de Crédito,), 1. November 1936, 50 Pesetas, Vorderseite. Abb. 4.1: Banco de España – Santander (Banco Hispanola Americano), 1. November 1936, 50 Pesetas, Vorderseite. Abb. 4.2: Banco de España – Santander, 1. November 1936, 50 Pesetas, Rückseite. Abb. 5.1: Banco de España – Santander (Banco de Santander), 1. November 1936, 100 Pesetas, Vorderseite. Abb. 5.2: Banco de España – Santander, 1. November 1936, 100 Pesetas, Rückseite. Auch diese Geldscheine wurden mit doppeltem Talon gedruckt. Der linke war durch Perforation abzutrennen, während der rechte mit der Schere geschnitten wurde. Die Vorderseiten aller Nominale sind gleich gestaltet. Groß überschrieben mit „EL BANCO DE ESPAÑA“, darunter kleiner „SANTANDER“, in den vier Ecken jeweils die Wertzahl. In der linken unteren Ecke schräg die zweizeilige Bestätigung der Notenbank „TIENE FONDOS / BANCO DE ESPAÑA“ und gedruckte Unterschrift. Während die Schrift schwarz ist, wählte man für Wertzahl und Unterdruck ein graugrünes Endlosband in Microschrift mit „BANCO DE ESPAÑA“. Die sechsstellige rote Kennziffer befindet sich mittig am unteren Scheinrand. Das Format der Scheine nimmt mit steigendem Wert zu. Auf den Rückseiten werden die Wappen Spaniens und der Provinzen in unterschiedlicher Anordnung in dunkelbraunem Farbton dargestellt. Der Wahlspruch „IGUALDAD FRATERNIDAD Y JUSTICIA“ (Gleichheit, Verbrüderung und Gerechtigkeit) steht jeweils am unteren Rand. Der Schein zu 50 Pesetas weicht dahingehend ab, dass neben einem Frauenkopf auch die Stadt-Silhouette und das Gebäude der Filiale der Banco de España in Santander wiedergegeben wird. Zur Gültigkeit der Noten waren noch der Stempel der ausgebenden Bank und die handschriftliche Unterschrift auf der rechten Scheinseite unter dem Stempel notwendig. Hierbei benutzten die Banken Stempel mit unterschiedlichen Texten: Banco de Bilbao: „Banco de Bilbao-Santander Por Poder“, Banco Español de Crédito: „Banco Español de Crédito Sucursal de Santander“, Banco Hispano-Americano: „Banco Hispano-Americano Por Poder“, Banco Mercantil: „Banco Mercantil Por Poder“, Caja de Ahorros y Monte de Piedad: „Por el Monte de Piedad“, Banco de Santander: Sie tragen einen runden Trockenstempel oder ein ovales Siegel mit „Banco de Santander P.P.“, „Banco de Santander Subdirector“, „Banco de Santander consejero Delegado“ oder „Banco de Santander Director Gerente“. Daneben wurden die Scheine mit einem weiteren Tinten- bzw. Trocken-Stempel versehen. Allerdings ist dabei nur ein Teil des Abdrucks auf der linken Scheinseite sichtbar. Der Rest dürfte sich auf dem abgetrennten Talon befinden. Die Note zu 5 Peseten hat die Maße 90 x 54 mm, zu 10 Pesetas 99 x 59 mm, zu 25 Pesetas 117 x 70 mm, zu 50 Pesetas 130 x 77 mm und zu 100 Pesetas 138 x 81 mm. Die Banken waren nicht gleichmäßig an der Ausgabe beteiligt. Es entfielen auf:2) Banco Mercantil 7.670.500 Pesetas Banco de Santander 5.811.000 Pesetas Banco Hispano-Americano 2.465.000 Pesetas Caja de Ahorros y Monte de Piedad 1.634.400 Pesetas Banco de Bilbao 1.558.500 Pesetas Banco Español de Crédito 1.189.500 Pesetas Gesamt: 20.340.000 Pesetas Das Papiergeld wird im Handel meist in schlechter Erhaltung angeboten, da es für den Umlauf wenig geeignet war. Selbst für Noten in mäßiger Erhaltung werden hohe Preise verlangt. Unzirkulierte Exemplare sind Raritäten. In der Sammlung der Banco de España befindet sich auch ein Probedruck der Vorder- und Rückseite einer Note, die ebenfalls mit 1. November 1936 datiert ist. Auf der Vorderseite wird das Brustbild des zweiten und letzten Präsidenten der Spanischen Republik, Manuel Azaña y Díaz (1880 – 1940), abgebildet. Im unteren Bereich in der Mitte das spanische Wappen mit der Mauerkrone. Am Rand klein „Demetrio Díaz Recorder“. Hierbei dürfte es sich um den Betreiber der Druckerei „Viuda de Francisco Fons“ in Santander handeln. Auf der Rückseite das Wappen von Santander und die große Überschrift BANCO DE ESPAÑA.3) Am 14. August 1937 griffen die Franquisten Santander von Süden und Südwesten an. Zwölf Tage später marschierten sie in die Stadt ein. Natürlich wurden die Banknoten von den Eroberern nicht anerkannt. Die Regierung floh nach Barcelona. Auch ihr erlaubte die Generalitat de Catalunya Zahlungen mit Santander-Noten vorzunehmen. Diese Scheine wurden mit einem violetten, 39 mm großer Stempel mit der Umschrift „DELEGACÓN DE INDUSTRIA Y COMERCIO DE SANTANDER EN BARCELONA“ und dem republikanischen spanischen Wappen versehen. Abb. 6: Stempel: „DELEGACÓN DE INDUSTRIA Y COMERCIO DE SANTANDER EN BARCELONA“. Auch in Kantabrien wurden 1937 zwei Kupfer-Nickel-Münzen ausgegeben. Die Münze zu 50 Céntimos in einer Auflage von 80.000 Stück und 100.000 beim Nominal zu einer Peseta. Als Emittent wird der Interprovinzialrat „Consejo de Santander, Palencia und Burgos“ genannt. Ansonsten ist darüber wenig bekannt. Uwe Bronnert Anmerkungen Die Confederación Nacional del Trabajo (CNT) ist eine Konföderation anarchosyndikalistischer Gewerkschaften in Spanien. Banco de España (Hrsg.), Los Billetes del Banco de España 1782-1979, Madrid 1979, S. 298. Ebenda, S. 299, Abbildung S. 303.
- Die Entwürfe der ersten Euro-Banknoten, Teil 25
Bereits im November 1994 hatte der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI) die Stückelung auf sieben Banknoten-Nominale von 5 bis 500 Euro festgelegt. Im Juni 1995 wurden dann zwei Themen für die Gestaltung der Euro-Banknoten vorgegeben, zum Einen "Zeitalter und Stile in Europa" und zum anderen ein abstraktes, modernes Design. Im Februar 1996 begann der Gestaltungswettbewerb, an dem 29 Grafiker und Grafikerteams teilnahmen, die von 14 nationalen Zentralbanken der EU nominiert wurden. Im September 1996 beurteilte eine Jury aus international renommierten unabhängigen Experten für Marketing, Grafik und Kunstgeschichte die eingereichten Entwürfe und wählte je fünf für beide Themenbereiche aus. Im Oktober 1996 erfolgte eine Umfrage unter insgesamt 2000 Personen aus allen EU-Ländern außer Dänemark und am 3. Dezember 1996 wählte der Rat des EWI schließlich den Vorschlag aus Österreich Nr. T 382 als Gewinner des Gestaltungswettbewerbs. Wie aber hätten die ersten Euro-Banknoten auch aussehen können? Wir setzen hiermit unsere Reihe zu den Entwürfen der ersten Euro-Banknoten fort. Thema Zeitalter und Stile in Europa, Vorschlag T 637 Ernst und Lorli Jünger Ernst Jünger (geb. 1935 in Hanau) studierte in Offenbach und München. 1972 bi 1998 lehrte er Kommunikationsdesign an der Universität München. Lorli Jünger (geb. 1938 in Weimar) studierte ebenfalls in Offenbach und München. Beide arbeiteten gemeinsam an internationalen Ausstellungen, entwarfen u. a. Poster und Briefmarken. Sie beteiligten sich auch an Gestaltungswettbewerben der Deutschen Bundesbank. 5 Euro, Vorderseite: antike Marmorskulptur, Bodenmosaik und Säulensockel; Rückseite: Säulenkapitell und Teil eines klassischen Amphitheaters. 10 Euro, Vorderseite: Steinskulptur, Fabelwesen und Steinboden; Rückseite: romanisches Kapitell und romanische Arkaden. 20 Euro, Vorderseite: gotische Holzschnitzerei und Deckenverzierung sowie Globus; Rückseite: gotisches Maßwerk. 50 Euro, Vorderseite: Porträt und Wandrelief aus der Zeit der Renaissance; Rückseite: Arkade mit Säule und Halle mit Torbogen. 100 Euro, Vorderseite: barockes Frauenporträt, barocke Stilelemente und Putto; Rückseite: barockes Säulenkapitell und Treppenflucht. 200 Euro, Vorderseite: Frauenporträt, Kunstschmiedeobjekte und Schmuck aus dem 19. Jahrhundert; Rückseite: Industriegebäude und hölzerne Säule. 500 Euro, Vorderseite: modernes Männerporträt und Wanddekoration; Rückseite: Fassaden moderner Architektur. Fortsetzung folgt … Hans-Ludwig Grabowski Abb. Europäische Zentralbank (EZB)
- Aserbaidschan: Neue 10-Manat-Noten
Nach der Einführung der neuen 1-, 5-, 20- und 50-Manat-Banknoten mit aktualisierten Sicherheitsmerkmalen brachte die Zentralbank der Republik Aserbaidschan nun auch die Stückelung zu 10 Manat in Umlauf. Die Papierbanknote misst 134 x 70 mm und zeigt das Jahr „2021“ auf der Vorderseite. Die Motive sind dieselben wie auf den Vorgängerscheinen: Auf dem Avers sind die Altstadt von Baku, der Palast der Schirwanschahs und der Jungfrauenturm dargestellt; auf dem Revers sind eine Landkarte von Aserbaidschan sowie traditionelle Teppichmuster zu sehen. Die Sicherheitsmerkmale wurden auf aktuellen Stand gebracht: Die neue 10-Manat-Note wurde ausgestattet mit einem Spark-Live-Element in Form eines Schiffes und einem Fenster-Sicherheitsstreifen mit Farbwechsel von Grün zu Blau, einem RollingStar-LEAD-Hologrammstreifen, einem Wasserzeichen mit dem Staatswappen und der Wertzahl 10 sowie ertastbaren Linien an beiden seitlichen Rändern der Vorderseite für Menschen mit Sehbehinderung. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)
- Bangladesch: Neue Gedenknote
Am 26. Juni 2022 gab die Bangladesh Bank eine neue Gedenknote in Umlauf. Betitelt mit „Padma Bridge – The symbol of national pride“, feiert die 100-Taka-Gedenknote die Eröffnung dieser Brücke, die nach Verzögerungen am 25. Juni dieses Jahres stattfinden konnte. Bei der Padma-Brücke über der gleichnamigen Fortsetzung des Ganges handelt es sich um die größte Brücke in Bangladesch und die längste in Südasien. Die Stahlfachwerkbrücke vereint eine Eisenbahnstrecke auf dem Unterdeck sowie ein Oberdeck mit einer vierspurigen Straße. Die eigentliche Brücke weist eine Spannweite von 150 m auf, jedoch erstreckt sich die Gesamtlänge auf über 6 km. Die Bauarbeiten, deren Abschluss eigentlich bereits für November 2018 geplant war, kamen erst am 20. Juni 2022 zum Ende – neben Korruptionsvorwürfen und Planänderungen hatte auch die COVID-19-Pandemie eine maßgebliche Rolle gespielt. So konnte beispielsweise ein Teil der chinesischen Bauarbeiter nach den Feierlichkeiten zum chinesischen Neujahr im Januar 2020 aufgrund der Quarantänebestimmungen nicht mehr aus ihrer Heimat einreisen. Die Gedenknote zeigt auf der Vorderseite vor dem Hintergrund der frisch eröffneten Padma-Brücke die Porträts von Scheich Mujibur Rahman, Gründungsvater Bangladeschs, und von seiner Tochter Scheich Hasina Wajed, die 2009 ihre zweite Amtsperiode als Premierministerin antrat. Zum Baubeginn wurde die Benennung der Brücke nach der Mutter der Premierministerin von der regierenden Partei vorgeschlagen; nach der Bangabandhu-Brücke wäre dies die zweite nach den Eltern der Premierministerin benannte Brücke geworden. Nach Durchkreuzung dieser Pläne durch die Opposition einigte man sich 2018 auf die Benennung der Brücke nach dem Flussnamen. Auf der Rückseite ist nochmal die Brücke zu sehen. Insgesamt 10 Mio. Exemplare wurden gedruckt und für 150 Taka pro Schein bzw. für 200 Taka im Folder zum Verkauf angeboten. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)
- Große 2-tägige Internationale Jubiläumsbörse anlässlich 70 Jahre Wuppertaler Münzfreunde e. V.
Die Deutsche Numismatische Gesellschaft e. V. (DNG) und die Wuppertaler Münzfreunde e. V. laden zum 19. Deutschen und 66. Norddeutschen Münzsammlertreffen vom 27. bis zum 28. August 2022 in Wuppertal ein. Das Tagungsthema lautet "Münzwesen des Rheinlandes". Gleichzeitig wird die 70-Jahrfeier der Wuppertaler Münzfreunde e. V. sowie der 15. Rheinische Münztag durchgeführt. Aufgrund des 70-jährigen Vereinsbestehens wird zugleich eine große zweitägige internationale Jubiläumsbörse im großen Saal der historischen Stadthalle Wuppertal abgehalten, bei der Münzen und Banknoten im Vordergrund stehen werden. Nach aktueller Planung werden über 100 Aussteller auf über 2.000 m² präsent sein. Historische Stadthalle Offenbach-Saal Das mittlerweile fertiggestellte Tagungsprogramm ist folgendes: Samstag, 27. August 2022 10:00 Uhr Eröffnung des 19. Deutschen Münzsammlertreffens, des 66. Norddeutschen Münzsammlertreffens und des 15. Rheinischen Münztages Begrüßung (Dieter Klempert, Vorsitzender der Wuppertaler Münzfreunde) Grußworte (Christian Koch, Vorsitzender der Rheinischen Münzfreunde) Eröffnung (Dr. Barbara Simon, Präsidentin der DNG) 10:30 Uhr Verleihung des Eligiuspreises der DNG 2022 an Dr. Ralf Fischer zu Cramburg Laudatio: Dr. Gerd Dethlefs Vortrag des Preisträgers: „Rheinische Münzschätze – verkauft, verschenkt, enteignet“ 12:15–14:00 Uhr (Mittagspause) Mittagessen auf Wunsch nach Voranmeldung (siehe Anmeldekarte) im Hotel Vienna House Easy Wuppertal, Auf dem Johannisberg 1, 42103 Wuppertal, direkt neben der Stadthalle 14:15 Uhr Vorträge zum Tagungsthema Dr. Bernd Sprenger: „Die Münzen von Berg und Jülich-Berg von den Anfängen bis ins 19. Jahrhundert“ Henner Meding: „Münzvereine des alten Köln, Jülich, Kleve“ (15:45–16:15 Uhr: Kaffeepause) Günther Unshelm: „Münzwaagen von 1600 bis 1850 des Bergisch-Märkischen Kreises und Köln“ Anschließend (ca. 17 Uhr) Führung durch die Postkarten-, Medaillen- und Münzwaagen-Ausstellung in der Stadthalle 18:30 Uhr (Abendessen) Möglichkeit des Abendessens im Hotel Flemings Express Hotel Wuppertal, Döppersberg 50, 42103 Wuppertal, direkt neben dem Bahnhof (Selbstzahler) Sonntag, 28. August 2022 10:00 Uhr Vorträge zum Tagungsthema Dr. Peter Ilisch: „Der Münzfund Remscheid aus der 2. Hälfte 11. Jahrhundert“ Rahel Otte: „Wie das Geld ins Rheinland kam – Römische Fundmünzen aus dem rheinischen Lössgebiet“ Armin Müller: „Geld aus Hürth vor hundert Jahren. Warum ein Bierbrauer, ein Brikettfabrikant und die chemische Industrie eigene Geldzeichen verausgabten“ 12:15 Uhr Schlusswort von Frau Dr. Barbara Simon 12:30–14:00 Uhr (Mittagspause) Mittagessen auf Wunsch nach Voranmeldung im Hotel Vienna House Easy Wuppertal, Auf dem Johannisberg 1, 42103 Wuppertal, direkt neben der Stadthalle 14:00 Uhr Hauptversammlung der DNG. Die Einladung zur Hauptversammlung mit Tagesordnung erfolgt durch die DNG separat an die Vereinsvorsitzenden. Weitere Informationen und Möglichkeiten zur Anmeldung finden sie auf der Internetseite der Wuppertaler Münzfreunde e. V.: http://www.wuppertaler-muenzfreunde.de/ Als Ansprechpartner fungiert Rainer Thiel. Er ist über folgende Kontaktdaten erreichbar: Festnetz: 0202 / 443 224, Handy: 0160 / 9090 1852, E-Mail-Adr.: thiel.wuppertal@web.de
- Aus privaten Sammlungen: Erfurter Blockadeschein über zwei Thaler von 1813
Objekttyp: Belagerungsgeld (als "Cassenbillet" bezeichnet) Sammlung: Hans-Ulrich Beerenwinkel Historischer Kontext: Nach dem Sieg Napoleons über die Preußen in der Schlacht von Jena und Auerstedt besetzten französische Truppen am 16. Oktober 1806 die Stadt und Garnison Erfurt. Der Überlieferung nach soll der berühmte Erfurter Dom den Franzosen als Pferdestall gedient haben. 1807 erklärte Napoleon Erfurt und Umland zusammen mit der Grafschaft Blankenhain zum Fürstentum Erfurt, das nicht zum Rheinbund gehörte, sondern ihm als kaiserliche Domäne direkt unterstellt war. Die Verwaltung erfolgte durch ein Zivil- und ein Militärsenat, welche dem kaiserlichen französischen Gouverneur, General Alexandre d’Alton, unterstanden. 1808 inszenierte Napoleon in der "französischen Exklave" den "Erfurter Fürstenkongress". Unmittelbar nach der Völkerschlacht bei Leipzig zog der Hauptteil der französischen Armee auf der quer durch Thüringen verlaufenden Heerstraße Richtung Westen um den Rhein zu erreichen. Am Morgen des 23. Oktober traf Napoleon in Erfurt ein, wo er in den folgenden 48 Stunden Zeuge des Durchmarsches seiner geschlagenen Armee wurde und es zu Plünderungen und teilweisem Kontrollverlust durch die Offiziere kam. Am Morgen des 25. Oktobers verließ der Kaiser die Stadt. Ab den Abendstunden des gleichen Tags wurde die verbliebene 5000 Mann starke französische Besatzung von preussischen, österreichischen und russischen Truppen eingeschlossen. Am 1. November 1813 befahlen die Franzosen die Herstellung von Papiergeld, um dem Geldmangel in der belagerten Stadt zu begegnen. Nach Abschluss eines Waffenstillstands mussten die Franzosen am 6. Januar 1814 Erfurt bis auf die Festungen Petersberg und Cyriaksburg räumen und die Preußen marschierten ein. Die „Blokade-Scheine“ waren also nur kurze Zeit in Umlauf. Die beiden noch besetzen Festungen räumten die Franzosen erst am 16. April 1814. Land/Region/Ort: Deutschland, Fürstentum Erfurt, Erfurt Emittent: Kaiserlich-Französisches Militair-Gouvernement Nominal: 2 Thaler Datum: 1. November 1813 Vorderseite: Mitte oben Wappen im Zierrahmen. Rückseite: Druck einseitig. Format: ca. 202 mm x 110 mm Material: Papier Druck: Johann Immanuel Uckermann, Erfurt (ohne Vermerk) Nummerierung: 1007 Auflage: 5000 Stück Authentizität: Original Zitate: • GK-717 (Grabowski/Kranz: Das Papiergeld der altdeutschen Staaten) • A560 (Pick/Rixen: Papiergel-Spezialkatalog Deutschland) • S1467a (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. I – Specialized Issues) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Leserpost: Ein Pappschein für die Forschung!
Sehr geehrter Herr Grabowski, anbei eine Farbkopie für die Forschung: Der Schein ist aus Pappe! Anmerkungen: Einseitig bedruckt. Fühlt sich samtig an. Mit dem Finger über die Schrift, wie bei einem alten Stück mit Blindenschrift. War damit in einem Auktionshaus in Berlin, das macht aber nur in Briefmarken und hat sich den Schein genau so angesehen. Ich habe den Schein aus einer Flohmarktkiste. Könnte es ein Probedruck sein? Dicker als Zahlungsmittel im Handel. Oder war es vielleicht ein Vorzeigeschein in einer Bank? So sieht der Schein aus, der bald rauskommt (für die Kunden). Oder ist es ein Fantasieschein der Neuzeit, auf superalt gemacht und um Sammler hinters Licht zu führen? M. Beckert, Fürstenwalde Antwort der Redaktion Ihren Leserbrief mit der Farbkopie zum Druck einer Reichsbanknote über 20.000 Mark vom 20. Februar 1923 auf Karton/Pappe habe ich erhalten. Leider kann ich nicht sagen, ob es sich um einen authentischen zeitgenössischen Andruck der damals für die Reichsbank arbeitenden Druckerei (SP = Spamer'sche Buchdruckerei in Leipzig) handelt oder nicht, da ich hierzu das Original prüfen müsste. Für einen Andruck wäre allerdings die vollständige Nummerierung ungewöhnlich. Anhand der Farbkopie kann ich lediglich davon ausgehen, dass es sich wohl um keine moderne Manipulation handeln sollte. Vielleicht finden Sie die Gelegenheit, mir das Stück auf der World Money Fair nächsten Monat (15./16. Juli 2022) in Berlin persönlich zu zeigen. Nur so kann man weitere Erkenntnisse gewinnen. Hans-Ludwig Grabowski
- Lexikon: Druckfirmen
Bei der Herstellung von Geldscheinen spielte zu allen Zeiten die Vorsorge für einen Fälschungsschutz durch Sicherungstechniken eine wichtige Rolle. Da die auch Fälschern zugängliche Drucktechnik vor allem im 19. Jahrhundert große Fortschritte machte, wurden die Druckereien gezwungen, durch besondere Verfahren und die Verwendung von Finessen und Schwierigkeiten den Entwicklungen der Drucktechnik ihrer Zeit immer einige Schritte voraus zu sein, um den Fälschern die Arbeit zu erschweren. So entstanden hochqualifizierte Spezialfirmen für den Druck von Geldscheinen und Wertpapieren. Viele Länder verfügen über eigene staatliche Geldscheindruckereien. Meist stellten und stellen diese Staatsdruckereien nur die Scheine des eigenen Landes her (oft auch nur einen Teil davon, so in der Bundesrepublik Deutschland). Es gibt jedoch auch solche Druckereien, die für andere Länder Geldscheine produzieren. Bekannte Staatsdruckereien, die Geldscheine herstellen, sind: Reichsdruckerei (heutige Bundesdruckerei) Bureau of Engraving and Printing Druckerei der Banque de France Wiener Staatsdruckerei Daneben gab es früher und gibt es auch heute viele weitere bedeutende staatliche Druckereien mit einer Banknotenabteilung, so z. B. in Argentinien (Casa de Moneda de la Nacion), Belgien (Imprimerie Banque Nationale de Belgique), Brasilien (Casa da Moeda do Brasil), Chile (Casa de Moneda de Chile), Volksrepublik China, Dänemark, Griechenland (Idryma Trapezes Ellados), Indien, Italien (Officia della Banca d'Italia; Istituto Poligrafico dello Stato; Officina Carte-Valori), Japan, Norwegen, Polen (Polska Wytwórnia Papierów Wartościowych), Russland (Goznak), Schweden (Tumba Bruk), Spanien (Fabrica Nacional de Moneda y Timbre), Tschechische Republik (Státni Tiskárna Cenin), Ungarn u. a. In immer mehr industriell voll entwickelten Ländern entstanden solche Staatsdruckereien. Brasilien: BRA-248a, Banknote des Banco Central do Brasil über 10 Reais ohne Datum (2000), Gedenkbanknote 500 Jahre Entdeckung Brasiliens, Druck: Casa da Moeda do Brasil, Vorder- und Rückseite. Deutsches Reich: GER-73, Reichsbanknote der Deutschen Reichsbank über 500 Mark vom 27. März 1922, Druck: Reichsdruckerei in Berlin, Vorder- und Rückseite. Frankreich: FRA-154e, Banknote der Banque de France über 100 Francs von 1990, Druck: Druckerei der Banque de France, Vorder- und Rückseite. Russland: Werbeschein der staatlichen russischen Wertpapierdruckerei Goznak ohne Datum, Druck: Goznak, Vorder- und Rückseite. Tschechoslowakei: CSK-97, Banknote der Tschechoslowakischen Staatsbank über 100 Korun von 1989, Druck: Státni Tiskárna Cenin, Vorder- und Rückseite. Die vielen Privatfirmen anzuführen, die im Laufe der Papiergeldgeschichte in den einzelnen Ländern mit dem Druck von Geldscheinen beschäftigt waren, ist wegen der hohen Zahl unmöglich. Hier sollen nur einige der bedeutendsten erwähnt werden, vor allem solche Firmen, die auch bis in die Gegenwart für den Wertpapierdruck von Bedeutung sind: Deutsches Reich, Königreich Bayern: BAY-3c, Banknote der Bayerischen Notenbank über 100 Mark vom 1. Januar 1900, Druck: Giesecke & Devrient, Leipzig, Vorder- und Rückseite. Deutsches Reich, Freistaat Thüringen: Gra/Me 320.2a5, Serienschein der Stadt Eisenach über 50 Pfennig von 1921, Rückseite mit Luther als Junker Jörg bei der Bibelübersetzung auf der Wartburg, Druck: J. A. Schwarz, Lindenberg im Allgäu, Vorder- und Rückseite. Deutschland Dondorf & Naumann, Frankfurt (auch als Einzelfirmen Dondorf bzw. Naumann) Giesecke & Devrient, Leipzig (später München und zusätzlich Leipzig) Verschiedene Druckereien, die sich vor allem im Druck von Notgeld auszeichneten: M. Du Mont-Schauberg, Köln Edler & Krische, Hannover Flemming-Wiskott, Glogau J. P. Himmer, Augsburg König & Ebhard, Hannover Gebr. Parcus, München Schleicher & Schüll, Düren (später Einbeck) J. Adolf Schwarz, Lindenberg im Allgäu Frankreich Chaix, Paris (druckte Madagaskar 10 und 20 Francs, Typ 1926; Französisch Äquatorialafrika 1917; Indochina, Kleingeldscheine 1919) Island: Banknote der Landsbank Islands über 10 Krónur nach Gesetz vom 15. April 1928 (ausgegeben 1946), Druck: Bradbury, Wilkinson & Co. Ltd., New Malden, Vorder- und Rückseite. Schweiz: CHE-49h, Banknote der Schweizerischen Nationalbank über 100 Franken vom 23. Dezember 1965, Druck: De La Rue, London, Vorder- und Rückseite. Großbritannien Bradbury, Wilkinson & Co. Ltd., London (später New Malden, Surrey) Thomas De La Rue & Co. Ltd., London (bis heute der weltweit bedeutendsten Banknotendruckerein, die für viele Länder Geldscheine druckt) Waterlow & Sons Ltd., London, Watford und Dunstable Barcley & Frey Ltd., London (z. B. China, Imperial Bank of China, Hongkong & Shanghai Banking Corporation, Imperial Chinese Railways, alle 1898 bis 1905) Perkins & Bacon, London (Wohl die älteste englische Banknotendruckerei. Perkins kam 1818 nach London und hatte verschiedene Teilhaber. Er stellte eine der ersten Guillochiermaschinen für den Banknotendruck auf; Beispiele von bekannten Noten: brasilianische Noten aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und viele Noten englischer Privatbanken) Harrison and Sons, London (1750 gegründet, war ein weltweit führender Hersteller von Briefmarken und Banknoten) Italien Coen & Co. Bancnote, Milano (später Calcografia & Carte Valori), druckte einige spanische Banknoten von 1937 bis 1940. Officina Carte-Valori Richter & Co., Napoli (druckte ab 1908 die Noten des Banco di Napoli). Niederländisch Indien: NLI-72c, Banknote der Javasche Bank über 50 Gulden vom 12. August 1929, Druck: Joh. Enschede en Zonen, Haarlem, Vorder- und Rückseite. Niederlande Johann Enschede en Zonen, Haarlem De Bussy, Amsterdam (druckte viele der niederländischen Münzbillets, auch für die niederländischen Kolonien). Schweiz: CHE-75a, Banknote der Schweizerischen Nationalbank über 10 Franken ohne Datum (2016), Druck: Orell Füssli, Zürich, Vorder- und Rückseite. Schweiz Orell Füssli, Graphische Betriebe AG, Zürich Republik China: CHN-84, Banknote der Bank of China über 5 Yuan von 1940, Druck: American Bank Note Company, Vorder- und Rückseite. USA American Bank Note Company, New York Security Banknote Company E. A. Wright Bank Note Co., Philadelphia Hamilton Bank Note Co. (druckte Anfang des 20. Jahrhunderts Noten für verschiedene südamerikanische Staaten, so für Kolumbien und für Nikaragua). The Homer Lee Bank Note Co., New York (druckte Ende des 19. Jahrhunderts Noten für Honduras, Kolumbien und Nikaragua). Ferner folgende Druckereien, die alle von Fall zu Fall der US-amerikanischen Staatsdruckerei, dem Bureau of Engraving and Printing, bei ihrer Arbeit geholfen haben: Forbes Lithograph Manufacturing Company, Boston Tudor Press, Boston Stecher-Traung Lithograph Corporation, San Franciso State of California Bureau of Printing, Sacramento Von den zahlreichen privaten Banknotendruckereien der Vergangenheit sind heute nur noch wenige übrig geblieben, die allerdings für die meisten kleineren Länder und auch noch für einige bekannte und größere Staaten Geldscheine herstellen. Es sind dies vor allem folgende bedeutende Spezialdruckereien: American Bank Note Company, USA Security Banknote Company, USA Thomas De La Rue & Co., Großbritannien Johann Enschede en Zoonen, Niederlande Orell Füssli, Schweiz Giesecke & Devrient, Deutschland Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski












