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- Lexikon: Babylonier
Als "Babylonier" wurde russisches Papiergeld (Verrechnungsscheine über 100, 250, 500, 1000, 5000 und 10.000 Rubel) mit der Jahresangabe 1919 bezeichnet, das aber erst 1921 ausgegeben wurde und auch in der 1922 von den Bolschewiki gegründeten Sowjetunion umlief. RUS-104a: Russland, Staatlicher Schatzschein über 1000 Rubel mit Datum von 1919 (1921), sog. "Babylonier", Vorder- und Rückseite. RUS-105a: Russland, Staatlicher Schatzschein über 5000 Rubel mit Datum von 1919 (1921), sog. "Babylonier", Vorder- und Rückseite. RUS-106a: Russland, Staatlicher Schatzschein über 10.000 Rubel mit Datum von 1919 (1921), sog. "Babylonier", Vorder- und Rückseite. Die Bezeichnung geht auf das sprichwörtliche babylonische Sprachgewirr zurück, das sich auf den Aufdruck der kommunistischen Parole "Proletarier aller Länder vereinigt euch" in insgesamt sieben Sprachen (neben Russisch auch Arabisch, Chinesisch, Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch) bezieht. Albert Pick/Hans-Ludwig Grabowski Abb. Hans Worbes, www.worbes-verlag.de #Lexikon #Europa #Russland #Rubel #Pick #Grabowski
- POLYMER 2021 – Der neue Katalog
Stane Straus / Donald Ludwig / Tigerson Kee H. B.: POLYMER 2021 377 Seiten, durchgängig farbig bebildert, Format 21 cm x 29,7 cm, Harteinband, Ljubljana 2021. Preis: 42,– Euro. ISBN: 978-961-93659-2-2 Seit seinem ersten Erscheinen erfreut sich – auch Dank des Katalogs und der Attraktivität der Ausgaben – das moderne Sammelgebiet der Polymer-Banknoten stetig wachsender Beliebtheit und der Katalog der Autoren wurde zum unangefochtenen Standardwerk. Alles fing 1980 mit einer Tyvek®-Banknote für Haiti an. Australien gab die ersten Polymer-Banknoten mit durchsichtigen Fenstern auf Guardian™-Substrat 1988 aus. 2013 kamen die weltweit ersten Banknoten auf Safeguard®-Substrat für Fidschi in Umlauf. In mehr als mittlerweile vier Jahrzehnten haben zahlreiche Staaten Hunderte von Banknoten aus Polymer-Kunststoff emittiert. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von Test- und Werbenoten verschiedener Hersteller aus Polymer. Der neue englischsprachige Polymer-Katalog 2021 führt die Polymer-Banknoten aller Länder mit Abbildungen der Vorder- und Rückseiten, ausführlichen Beschreibungen sowie allen bekannten Varianten mit Bewertungen in Euro auf. Allein der Katalogteil der regulären Ausgaben umfasst über 200 Seiten. Es folgt ein Katalogteil der numismatischen Produkte im Zusammenhang mit Polymer-Banknoten, also in aller Regel spezielle Schmuckblätter oder auch Bogenteile (über 60 Seiten). Den Abschluss des Katalogs bilden Länder- und Herstellerspezifische Test- und Werbenoten aus verschiedenen Polymer-Kunstoffen (über 50 Seiten). In der Einleitung erfährt man mehr über Polymer-Kunststoffe, es wird aber auch auf verschiedene Fachbegriffe, wie Austauschnoten (Ersatzserien), Musterscheine und Druckproben eingegangen. Wer sich für die modernen farbenprächtigen Banknoten aus Polymer-Kunststoff interessiert, dem sei dieser Katalog ans Herz gelegt, aber auch für die Fachbibliothek aller Weltbanknotensammler ist er eine Bereicherung. Ein großes Lob an die Autoren für ihre gelungene Arbeit sowie die hochwertige Verarbeitung in Druck und Bindung. Bezogen werden kann der Katalog über www.polymernotes.org. Hans-Ludwig Grabowski
- Die Aachen-Show soll wie geplant Ende September stattfinden!
Die Planungen für die neue Papiergeldbörse "Aachen-Show" vom 25. – 26. September 2021 gehen trotz Corona weiter. Wie der Veranstalter, Marinus Lass, mitteilte, glaubt er nicht daran, dass noch irgendein Politiker vor der Bundestagswahl einen neuen Lockdown oder irgendeine andere Verschärfung verkünden wird. "Auch wenn wir wegen der schwierigen Lage, die einige Händler nach der Rückkehr in Quarantäne zwingt, einige Absagen erhalten haben, ist das Interesse weiterhin sehr gross." Aktuell haben über 90 Händler aus dem In- und Ausland Stände gebucht. Den aktuellen Stand können Sie in der nachfolgenden Tabelle einsehen. Infos über den Veranstaltungsort finden Sie hier: https://www.facebook.com/DAS-LIEBIG-113930896921792 Weitere Informationen zur Aachen-Show: https://aachen-show.de/ Vielen Dank an den Veranstalter für diesen Zwischenstand. In Zeiten von Corona ist – gerade im Zusammenhang mit Veranstaltungen – die Verunsicherung doch groß. Wir halten unsere Leser auf dem Laufenden und informieren auch kurzfristig über aktuelle Entwicklungen. Beigefügter Massnahmenkatalog wurde am 1. September 2021 an das Gesundheitsamt Aachen zur Genehmigung übermittelt und wird auf der Webseite des Veranstalters veröffentlicht: Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 (Coronaschutzverordnung – CoronaSchVO) In der Fassung vom 28. August, gültig bis 17. September 2021 Folgender Maßnahmen gelten während der Banknotenbörse in Aachen vom 24. bis 26. September 2021 Auf dem gesamten Gelände einschließlich der Parkplätze gilt eine Maskentragepflicht. Als Masken gelten nur medizinische Masken. Eine ausreichende Anzahl FFP2 Masken wird den Teilnehmern und Besuchern kostenlos zur Verfügung gestellt Eingang und Ausgang erfolgt durch separate Türen Es erfolgt eine Erfassung aller Teilnehmer und Besucher via manueller Datenerfassung oder Luca App. Jeder Besucher hat ein Impfnachweis vorzuweisen. Als Impfnachweis werden nur die in der EU zugelassen Impfstoffe anerkannt (Moderna, Janssen, BioNTech-Pfizer, Astra-Zeneca) Ungeimpfte, nicht vollständig Geimpfte oder mit einem nicht in der EU zugelassenen Impfstoff Geimpfte haben den Nachweis eines negativen Tests vorzulegen, PCR oder Antigen Test, der nicht älter als 48 Std ist. Den Teilnehmern und Besuchern wird eine Liste der Testzentren in der näheren Umgebung zur Verfügung gestellt. Desinfektionsmittelspender sind im gesamten Gebäude an mehreren Stellen aufgestellt. Es gilt ein Mindestabstand von 1,5 Meter einzuhalten Die Laufflächen werden durch Pfeile als nur in eine Richtung begehbar gekennzeichnet Der Veranstalter behält sich das Recht vor, den Einlass zu verweigern, sollte der Mindestabstand wegen hoher Besucherzahlen nicht einzuhalten sein. Dieser Maßnahmenkatalog kann sich gegebenenfalls nach dem 17. September ändern. Das Maßnahmenpaket beinhaltet natürlich auch den 24. September, der ja ein reiner Händlertag ist! Hans-Ludwig Grabowski / Marinus Lass
- The Banknote Book
Aus aktuellem Anlass und wegen einiger Leseranfragen möchten wir über den Verkauf und die weitere Nutzung des Banknote Book berichten. The Banknote Book (BNB), der inzwischen umfangreichste Katalog für Weltbanknoten (zumindest für die bereits veröffentlichten Länder), hat den nicht mehr erscheinenden Standard Catalog of World Paper Money (SCWPM) als neuen Standard-Weltkatalog abgelöst. "Pick-Nummern" werden damit nicht mehr vergeben, werden aber immer noch von vielen benutzt und sind in dem BNB als Konkordanzen neben den BNB-Nummern angegeben. Noch nicht alle Länder sind fertig katalogisiert und veröffentlicht, aber fast 300 Kapitel sind bereits fertig, die über 71.000 Geldscheine und Varianten beinhalten. Der Autor, Owen Linzmayer, hat sein BNB im Mai 2021 an CDN Publishing verkauft, bleibt aber als Redakteur weiter am Steuer. Bereits existierende Abonnements bleiben bestehen, und so kommt man an den Katalog bei Greysheet: https://www.greysheet.com/ Oben rechts auf "Sign In" klicken. Auf der nächsten Seite loggt man sich ein. Die Email-Adresse und das Passwort wurden von "Content Shelf" (der alten Plattform von Owen Linzmayer) übernommen, d.h. man kann die gleiche Email-Adresse und dasselbe Passwort wie in der Vergangenheit benutzen. Achtung! Wenn Sie bei ContentShelf ein schwaches Passwort hatten, kann es sein, dass Sie sich damit nicht bei greysheet einloggen können. In dem Fall erscheint eine Fehlermeldung (Login Error). Sie können sich über Anklicken der letzten (blauen) Zeile einen Link schicken lassen, um ein neues stärkerers Passwort zu vergeben! Nach dem Einloggen wählen Sie auf der nächsten Seite oben unter "Publications" "The Banknote Book". Dann sehen Sie: YOU ARE AN ACTIVE SUBSCRIBER TO THIS PUBLICATION Click here for direct access to your subscription. Klicken Sie auf die Wörter "Click here". Auf der nächsten Seite sehen Sie dann alle BNB-Chapters (Kapitel) (z.Z. 298 Länder). Die Bundesrepublik Deutschland findet man unter "F": "Federal Republic of Germany". Bei "G" findet man das deutsche Reich ("Germany") und die DDR ("German Democratic Republic"). Wenn Sie auf ein bestimmtes Land bzw. ein bestimmtes Kapitel klicken, dann öffnet sich das Kapitel. Sie können sich dann alle Auflistungen von allen Geldscheinen in dem ausgewählten Kapitel online ansehen, das Kapitel drucken und nach Anfrage auch herunterladen, wie es bei ContentShelf der Fall war. Bei Fragen kann man auf der Greysheet-Seite online chatten oder eine Email schreiben an: support@greysheet.com The BNB und die Greysheet-Website sind beide in englischer Sprache. Donald Ludwig / Hans-Ludwig Grabowski
- Varianten: August 2021 (Teil 1)
Guatemala 10 Quetzales Wie GTM-123A (Linzmayer B606h), aber mit Datum "31 DE ENERO DE 2018".. Jordanien 1 Dinar Wie JOR-34 (Linzmayer B229h), aber mit Unterschriften "Mohammed al-Ississ/Ziad Fariz" und Jahresangabe "2021". 10 Dinars Wie JOR-36 (B232e), aber mit Unterschriften "Mohammed al-Ississ/Ziad Fariz" und Jahresangabe "2020". Kuba 50 Pesos Wie CUB-123 (Linzmayer B910l), aber mit Unterschrift "Marta Sabina Wilson González" und Jahresangabe "2020". 100 Pesos Wie CUB-129 (Linzmayer B912j), aber mit Unterschrift "Marta Sabina Wilson González" und Jahresangabe "2020". Mexiko 500 Pesos Wie MEX-126 (Linzmayer B708n), aber mit Datumsangabe "24. AGO. 2017". 1000 Pesos Wie Linzmayer B718a (fehlt im SCWPM), aber mit Datumsangabe "6. ENE. 2021". Nigeria 100 Naira (Gedenknote) Wie NGA-41 (Linzmayer B238b), aber mit Unterschriften "Godwin Emefiele/Ahmed Bello Umar" und Jahresangabe "2021". 200 Naira Wie NGA-29 (Linzmayer B227z), aber mit Unterschriften "Godwin Emefiele/Ahmed Bello Umar" und Jahresangabe "2021". 500 Naira Wie NGA-30 (Linzmayer B228w), aber mit Unterschriften "Godwin Emefiele/Ahmed Bello Umar" und Jahresangabe "2021". Tadschikistan 50 Somoni Wie Linzmayer B219a (fehlt im SCWPM), aber mit Unterschriften "Emmomali Rachmonow/Choliqzoda Hokim Hikmatullo" und Jahresangabe "2021". Westafrikanische Staaten – Burkina Faso 500 Francs Wie BFA-319C (Linzmayer B120Ch), aber mit Unterschriften "Sani Yaya/Tiémoko Meyliet Koné" und Jahresangabe "2021". 1000 Francs Wie BFA-315C (Linzmayer B121Ct), aber mit Unterschriften "Sani Yaya/Tiémoko Meyliet Koné" und Jahresangabe "2021". 5000 Francs Wie BFA-317C (Linzmayer B123Ct), aber mit Unterschriften "Sani Yaya/Tiémoko Meyliet Koné" und Jahresangabe "2021". 10.000 Francs Wie BFA-318C (Linzmayer B124Ct), aber mit Unterschriften "Sani Yaya/Tiémoko Meyliet Koné" und Jahresangabe "2021". Westafrikanische Staaten – Senegal 500 Francs Wie SEN-719K (Linzmayer B120Kh), aber mit Unterschriften "Sani Yaya/Tiémoko Meyliet Koné" und Jahresangabe "2021". 1000 Francs Wie SEN-715K (Linzmayer B121Kt), aber mit Unterschriften "Sani Yaya/Tiémoko Meyliet Koné" und Jahresangabe "2021". 2000 Francs Wie SEN-716K (Linzmayer B122Kt), aber mit Unterschriften "Sani Yaya/Tiémoko Meyliet Koné" und Jahresangabe "2021". 5000 Francs Wie SEN-717K (Linzmayer B123Kt), aber mit Unterschriften "Sani Yaya/Tiémoko Meyliet Koné" und Jahresangabe "2021". 10.000 Francs Wie SEN-718K (Linzmayer B124Kt), aber mit Unterschriften "Sani Yaya/Tiémoko Meyliet Koné" und Jahresangabe "2021". Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)
- Varianten: September 2021
Chile 20.000 Pesos Wie CHL-165 (Linzmayer B300j), aber mit Jahresangabe "2020". Dschibuti 2000 Francs Wie DJI-43 (Linzmayer B202a), aber mit Unterschrift "Ahmed Osman Ali". 5000 Francs Wie DJI-44 (Linzmayer B203b), aber mit Unterschrift "Ahmed Osman Ali". 10.000 Francs Wie DJI-45 (Linzmayer B204a), aber mit Unterschrift "Ahmed Osman Ali". Guatemala 50 Quetzales wie GTM-125b (Linzmayer B609b), aber mit Unterschriften "Oscar Roberto Monterroso Sazo/Sergio Francisco Recinos" und Datum "31 DE ENERO DE 2018". 100 Quetzales Wie GTM-126 (Linzmayer B601i), aber mit Datum "26 DE FEBRERO DE 2020" und Druckerei "OBERTHUR fiduciare". Honduras 1 Lempira Wie HND-96 (Linzmayer B344c), aber mit Unterschriften "Wilfredo Cerrato Rodríguez/Aracely O'Hara Guillén/Rocio Tabora" und Datum "20 DE JUNIO DE 2019". 2 Lempiras Wie HND-97 (Linzmayer B345c), aber mit Unterschriften "Wilfredo Cerrato Rodríguez/Aracely O'Hara Guillén/Rocio Tabora", Datum "20 DE JUNIO DE 2019" und Druckerei "OBERTHUR fiduciaire". 5 Lempiras Wie HND-98 (Linzmayer B346c), aber mit Unterschriften "Wilfredo Cerrato Rodríguez/Aracely O'Hara Guillén/Rocio Tabora" und Datum "20 DE JUNIO DE 2019". 10 Lempiras Wie HND-99 (Linzmayer B347b), aber mit Unterschriften "Wilfredo Cerrato Rodríguez/Aracely O'Hara Guillén/Rocio Tabora", Datum "20 DE JUNIO DE 2019" und Druckerei "GOZNAK". 20 Lempiras Wie HND-100 (Linzmayer B348c), aber mit Unterschriften "Wilfredo Cerrato Rodríguez/Aracely O'Hara Guillén/Rocio Tabora" und Datum "20 DE JUNIO DE 2019". 50 Lempiras Wie HND-101 (Linzmayer B350a), aber mit Unterschriften "Wilfredo Cerrato Rodríguez/Aracely O'Hara Guillén/Rocio Tabora", Datum "20 DE JUNIO DE 2019" und Druckerei "OBERTHUR fiduciaire". 100 Lempiras Wie HND-102 (Linzmayer B352a), aber mit Unterschriften "Wilfredo Cerrato Rodríguez/Aracely O'Hara Guillén/Rocio Tabora", Datum "20 DE JUNIO DE 2019" und Druckerei "PWPW S.A.". 500 Lempiras Wie HND-103 (Linzmayer B354a), aber mit Unterschriften "Wilfredo Cerrato Rodríguez/Aracely O'Hara Guillén/Rocio Tabora" und Datum "20 DE JUNIO DE 2019". Demokratische Republik Kongo 50 Francs Wie COD-97 (Linzmayer B319c), aber mit Datum "30.06.2020". 500 Francs Wie COD-96 (Linzmayer B317e), aber mit Datum "30.06.2020". Thailand 1000 Baht Wie THA-139 (Linzmayer B197b), aber mit Unterschriften "Arkhom Termpittayapaisith/Sethaput Suthiwartnarueput". Zentralafrikanische Staaten – Äquatorialguinea 500 Francs Wie CAS-506F (Linzmayer B106Fd), aber mit Unterschriften "Abbas Mahamat Tolli/Louis Aleka-Rybert". Zentralafrikanische Staaten – Gabun 500 Francs Wie CAS-406A (Linzmayer B106Ad), aber mit Unterschriften "Abbas Mahamat Tolli/Louis Aleka-Rybert". Zentralafrikanische Staaten – Republik Kongo 500 Francs Wie CAS-106T (Linzmayer B106Td), aber mit Unterschriften "Abbas Mahamat Tolli/Louis Aleka-Rybert". Zentralafrikanische Staaten – Zentralafrikanische Republik 500 Francs Wie CAS-306M (Linzmayer B106Md), aber mit Unterschriften "Abbas Mahamat Tolli/Louis Aleka-Rybert". Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer
- Ist das Bargeld noch zu retten?
Einem alten und überaus weisen Spruch nach, ist Geld geprägte Freiheit. Der Spruch ist wahrscheinlich schon so alt, dass das Papiergeld zur Zeit seiner Entstehung noch keine Rolle gespielt hat. Es bliebe heute also zu ergänzen, dass Geld nicht nur geprägte, sondern auch gedruckte Freiheit bedeutet. Freiheit deshalb, weil es seinem Besitzer freisteht, es zu nutzen als das, was Geld schon immer war und weshalb es überhaupt entstand, als universelles Tauschmittel. Einer der ganz wenigen Bereiche, die noch nicht unter vollständiger Kontrolle von Behörden einer digitalisierten Administration stehen. Freiheit deshalb, weil damit bezahlt werden kann, was nicht im Computer der Banken und Finanzaufsichten erscheint. Das ist digital denkenden Politikern – digital kennt übrigens nur zwei Zustände: 0 und 1 (Schwarz und Weiss) – ein Dorn im Auge. Immer wieder wird deshalb der Ruf nach dem Ende des Bargelds laut, das die Menschen einfach so "unkontrolliert" ausgeben können. Jede Form einer digitalen Währung eröffnet dagegen ihren Befürwortern ungeahnte Möglichkeiten einer totalen Überwachung, von denen selbst führende Geheimdienste bislang nur träumen konnten. Als Begründung wird immer wieder gerne angeführt, dass mit der Bargeldabschaffung kriminelle Geschäfte und Geldwäsche bekämpft werden solle. Ein schwaches Argument, das nicht über den Verlust eben dieser Freiheit im Umgang mit Bargeld hinwegtäuschen kann. Mit der gleichen Logik, mit der man das Bargeld abschaffen will, um kriminelle Handlungen zu unterbinden, müsste man schließlich auch alle Autos, alle Werkzeuge, vor allem alle Waffen und vieles mehr verbieten, weil dieses oder jenes natürlich ebenfalls für Verbrechen genutzt werden könnte. Der Fünfhunderter wurde bereits geopfert, jetzt bereitet sich Europa auf den digitalen Euro vor und es kommen immer weitere Einschränkungen auf den Normalbürger zu. Ab 8. August 2021 verlangt die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), die noch im Wirecard-Skandal und bei den CumEx-Geschäften kläglich gescheitert war (hier ging es schließlich auch nur um viele Milliarden), bei Bareinzahlungen von mehr als 10.000 Euro die Vorlage eines aussagekräftigen Belegs als Herkunftsnachweis für den einzuzahlenden Betrag. Das bedeutet nichts anderes, als dass von vornherein die Rechtmäßigkeit des Besitzes einer größeren Geldsumme durch alle Banken in Deutschland in Frage zu stellen ist und der Besitzer die Herkunft des Geldes nachzuweisen hat. Genau hier hört die Freiheit auf, die Geld bislang bedeutete. Als "geeignete Belege" können nach Auskunft der BaFin insbesondere gelten: ein aktueller Kontoauszug eines eigenen Kontos bei einer anderen Bank, aus dem die Barauszahlung hervorgeht, Barauszahlungsquittungen einer anderen Bank, ein Sparbuch, aus dem die Barauszahlung hervorgeht, Verkaufs- und Rechnungsbelege (z.B. Autoverkauf, Goldverkauf), Quittungen bezüglich getätigter Sortengeschäfte, letztwillige von einem Nachlassgericht eröffnete Verfügungen, Schenkungsverträge oder Schenkungsanzeigen. Bareinzahlungen über 10.000 Euro sind also ab 8. August 2021 nur noch bei Vorlage eines entsprechenden Nachweises möglich. Bei Einzahlungen an Geldautomaten von mehr als 10.000 Euro, muss der aussagekräftige Herkunftsnachweis innerhalb von zehn Arbeitstagen mit Namen, Datum der Einzahlung und Nummer des Einzahlungskontos bei der Bank nachgereicht werden. Der nächste Schritt, diese "Bargeldgrenze" weiter zu senken oder den Zeitraum für Einzahlungen ab einer bestimmten Summe einzuschränken, ist dabei nur eine mögliche logische Konsequenz. Immerhin könnte man die Summe ganz einfach auf mehrere Einzahlungen verteilen. Kriminelle wird das alles nicht weiter stören, denn die wickeln den Großteil ihrer "Geschäfte" längst mit dem digitalen "Bitcoin" ab! Für alle anderen rechtschaffenen Bürger dieses Landes bedeutet es hingegen einen drastischen Einschnitt in die persönliche Freiheit. Wer hätte je gedacht, dass man im Kapitalismus nachweisen muss, woher man sein Geld hat? Das hat sich selbst die sozialistische Führungsriege in der DDR nicht getraut! Die Regelung mit der Obergrenze von 10.000 Euro soll aber nicht nur in Deutschland, sondern in allen EU-Ländern kommen. In Österreich kann man deshalb bereits seit Anfang Juni auf Magistraten, Gemeindeämtern und im Internet per Bürgerkarte ein Volksbegehren unterstützen, um das Bargeld in die Verfassung aufzunehmen. Damit würde das Recht auf Barzahlung ohne Obergrenzen als Grundrecht verankert. Auch so kann Demokratie funktionieren, wenn die Politik sich noch für die Meinung des Volkes interessiert. Man wird den Verdacht nicht los, dass das einseitige Reiten des digitalen Pferdes auch noch andere Gründe, als den Fortschritt der Menschheit hat. Unsere Welt hat in Wahrheit weitaus größere Probleme zu lösen als eine Digitalisierung um jeden Preis, die in sich natürlich auch wieder enorme Gefahren birgt. Denken wir nur an die dramatischen Folgen des Klimawandels. War es nicht schon immer so, dass spätestens seit dem Zeitalter der Industrialisierung jeder vermeintliche Fortschritt auf lange Sicht den Menschen immer auch zum Nachteil gereichte? Ist das Bargeld erst abgeschafft, reicht es den Strom abzuschalten! Darüber sollte man in einer ruhigen Stunde mal ganz analog nachdenken! Hans-Ludwig Grabowski Leser-Kommentar Gut gebrüllt Löwe! Gratuliere. Vor allem haben Sie vollkommen recht, wenn Sie sagen, dass die Internetverbrecher schon lange ihre dunklen Wege eingeschlagen haben und über andere Kanäle ihr mieses Tun abwickeln. Betroffen von den Massnahmen der kurzdenkenden Politiker sind die anständigen Bürger, und die sind sicher ein verschwindender Prozentsatz im Umfeld der Geldwäscherei. Und der letzte Abschnitt mit dem Drehen des Stromschalters sollte man den Leuten vor Augen halten. Es ist für einen talentierten Hacker-Verband vermutlich ein Leichtes, in den Stromverbund einen Block zu setzen. Ich bin gespannt, ob die Schweiz bei diesem Thema auch ausschert und als Insel der glückseligen Bargeldbesitzer weiterhin den Neid der modernen Länder auf sich ziehen wird. R.K.
- Alliierte Besatzungsausgaben in Österreich 1945
Bereits 1943 hatten die Alliierten beschlossen, dass Österreich nach dem Krieg wieder vom Deutschen Reich abgetrennt werden sollte. Nach dem Einmarsch sowjetischer Truppen und der Besetzung Wiens wurde der ehemalige sozialdemokratische Kanzler Renner von den Sowjets mit der Bildung einer provisorischen Regierung beauftragt. Am 27. April 1945 erklärte er die „Unabhängigkeit Österreichs“. Die sog. „Zweite Republik“ musste auf alle ab 1938 angeschlossenen Gebiete verzichten und wurde in Besatzungszonen aufgeteilt, die Hauptstadt Wien in alliierte Sektoren. Schon am 11. April 1945 war ein „Alliierter Rat“ gebildet worden, der in letzter Instanz über alle Gesetzentwürfe entschied. Während sich Österreich dank Marshallplan rasch wirtschaftlich stabilisierte, scheiterte der Versuch zur politischen Klärung der „Südtirol-Frage“ am Einspruch der Alliierten, und Österreich blieb noch Jahre Spielball der Weltpolitik im „Kalten Krieg“ der ehemaligen Verbündeten. Das Besatzungsstatut blieb zehn Jahre in Kraft und wurde erst durch den Staatsvertrag vom 15. Mai 1955 beendet. Noten der Alliierten Militärbehörde für Österreich 1944 In den USA hatte man bereits seit 1942 an der Vorbereitung von Besatzungsgeld für verschiedene Länder gearbeitet, darunter für Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien. Die Scheine der Alliierten Militärbehörde für Österreich in Schilling-Währung tragen die Jahreszahl 1944, kamen aber erst ab Mai 1945 in Umlauf und mussten als gültige Zahlungsmittel anerkannt werden. Die sog. „Militär-Schilling“ kursierten bis zur Außerkurssetzung Ende 1945 neben den deutschen Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen. AUT-102b: Alliierte Militärbehörde in Österreich, 50 Groschen 1944, Vorder- und Rückseite, Abb. Sammlung Grabowski. AUT-103b: Alliierte Militärbehörde in Österreich, 1 Schilling 1944, Vorder- und Rückseite, Abb. Sammlung Grabowski. AUT-104b: Alliierte Militärbehörde in Österreich, 2 Schilling 1944, Vorder- und Rückseite, Abb. Sammlung Grabowski. AUT-105: Alliierte Militärbehörde in Österreich, 5 Schilling 1944, Vorder- und Rückseite, Abb. Sammlung Grabowski. AUT-106: Alliierte Militärbehörde in Österreich, 10 Schilling 1944, Vorder- und Rückseite, Abb. Sammlung Grabowski. AUT-107: Alliierte Militärbehörde in Österreich, 20 Schilling 1944, Vorder- und Rückseite, Abb. Sammlung Grabowski. AUT-108:a Alliierte Militärbehörde in Österreich, 25 Schilling 1944, Vorder- und Rückseite, Abb. KPM. AUT-109: Alliierte Militärbehörde in Österreich, 50 Schilling 1944, Vorder- und Rückseite, Abb. Sammlung Grabowski. AUT-110: Alliierte Militärbehörde in Österreich, 100 Schilling 1944, Vorder- und Rückseite, Abb. Sammlung Grabowski. AUT-111: Alliierte Militärbehörde in Österreich, 1000 Schilling 1944, Vorder- und Rückseite, Abb. KPM. Bedingt durch die Herstellung der Scheine in unterschiedlichen Druckereien und auf unterschiedlichem Wasserzeichenpapier werden bei den kleinen Nominalen zu 50 Groschen sowie 1 und 2 Schilling folgende Varianten unterschieden: Wasserzeichen "MILITARY AUTHORITY" (kaum sichtbar und ohne Wellenlinien) , Druck bei Forbes Lithograph Corp. in den USA Wasserzeichen Wellenlinien, Druck in England Die Werte zu 5, 10, 20, 50, 100 und 1000 Schilling wurde alle auf Papier mit Wasserzeichen Wellenlinien in England gedruckt. Nur der ungewöhnliche und kaum in die Nominalkette passende Wert zu 25 Schilling wurde von der Firma Forbes in den USA auf dem Papier mit Wasserzeichen "MILITARY AUTHORITY" hergestellt. Er ist auch vergleichsweise selten. Von den 10-, 25- und 100-Schilling-Scheinen existieren auch sog. Austauschnoten (Ersatzserien). Bei den englischen Drucken zu 10 und 100 Schilling erkennt man diese an einer Serienbezeichnung mit Bruchstrich, bei den US-amerikanischen zu 25 Schilling an einem X hinter der Kontrollnummer. Von den Scheinen der Alliierten Militärbehörde gab es auch verschiedene Musterheftchen. Notausgaben für die Sowjetische Besatzungszone Österreichs 1945 Da die Hortung von Münzen in der Bevölkerung aus spekulativen Gründen Ende 1945 zu einem spürbaren Kleingeldmangel führte, ordnete die provisorische Regierung die Ausgabe von Kleingeldscheinen in Reichsmark-Währung im Gesamtbetrag von 14 Millionen Reichsmark an. Ausgegeben wurde aber lediglich der 1-RM-Schein, da sich die Situation rasch entspannte. Ein geplanter 2-RM-Schein wurde deshalb nur noch als Probe gedruckt. AUT-112: Republik Österreich, Sowjetische Besatzungszone, 50 Reichspfennig ohne Datum (gültig bis 20. Dezember 1945), nicht ausgegeben, Vorder- und Rückseite, Abb. Wolfgang Kiederer. AUT-113: Republik Österreich, Sowjetische Besatzungszone, 1 Reichsmark ohne Datum (gültig bis 20. Dezember 1945), Vorder- und Rückseite, Abb. Sammlung Grabowski. AUT-NL: Republik Österreich, Sowjetische Besatzungszone, 2 Reichsmark ohne Datum (gültig bis 20. Dezember 1945), Probedruck, nicht ausgegeben, Vorder- und Rückseite, Abb. Johann Kodnar. Fälschlich wird im Standard Catalog of World Paper Money (SCWPM), wie auch in THE BANKNOTE BOOK angegeben, dass die Scheine am 20. Dezember 1945 in Umlauf kamen. Entsprechend dem Gültigkeitsvermerk auf der Rückseite waren sie aber bis zu diesem Termin gültige Zahlungsmittel, konnten darüber hinaus aber noch vom 23. bis 31. Dezember 1945 zur Einzahlung auf Konten oder Sparbüchern verwendet werden. Das bestätigt auch eine Meldung der "Wiener Zeitung" vom 9. Dezember 1945. Hans-Ludwig Grabowski
- Notgeld aus Worpswede, dem Lieblingsort der Künstler
Die Zufallsbekanntschaft mit der jungen Kaufmannstochter Mimi Stolte aus Worpswede führt zuerst den Düsseldorfer Kunststudenten Fritz Mackensen 1884 in das 18 Kilometer nordöstlich von Bremen gelegene Dorf Worpswede. Fasziniert von der Weite des Himmels und der Landschaft des Teufelsmoors sowie seinen Bewohnern kehrte er 1886 zurück. Begleitet von seinem Studienfreund Otto Modersohn und dem Münchener Kollegen Hans am Ende folgte 1889 ein weiter Besuch. Auch die Freunde erlagen dem Charme der unberührten Natur und des bäuerlichen Lebens. So blieben die Drei auch über den Spätsommer hinaus in Worpswede. Das war die Geburtsstunde der Worpsweder Künstlerkolonie. Abb.1: Sonderpostwertzeichen der Deutschen Bundespost „100 Jahre Künstlerdorf Worpswede“. Die Briefmarke wurde von Sibylle und Fritz Haase, Bremen, entworfen. Sie zeigt das Gemälde „Der Sommerabend“ von Heinrich Vogeler aus dem Jahr 1905. Schon bald (1892) schlossen sich die Maler Fritz Overbeck und Heinrich Vogeler der Gruppe an. Die Fünf legten den Grundstein für den überregionalen Ruf des Künstlerdorfes. Die gemeinsame Arbeit vor einer noch als ursprünglich empfundenen Natur führte die Maler zu einer nationalen Beachtung ihrer künstlerischen Arbeiten. 1895 stellten sie ihre Werke im Münchener Glaspalast aus und wurden zu einem Begriff in der deutschen Kunstszene. Mit ihrer lyrischen Landschaftsauffassung trafen sie den Nerv des städtischen Kunstpublikums. Weitere Künstler kamen nach Worpswede: Unter ihnen der Dichter Rainer Maria Rilke, der hier die Bildhauerin Clara Westhoff kennenlernte, die er später heiratete; auch Heinrich Vogeler und Martha Schröder heiraten, ebenso Otto Modersohn und Paula Becker. Für kurze Zeit entstand eine „Künstlerfamilie“, die jedoch an den unterschiedlichen politischen und künstlerischen Einstellungen zerbrach. Nach dem Tod seiner Frau Paula (20. November 1907) verließ Modersohn Worpswede. Der Erste Weltkrieg bedeutete eine Zäsur. Hans am Ende starb an den Folgen einer schweren Kriegsverletzung am 9. Juli 1918 in Stettin, Heinrich Vogeler brach radikal mit seiner Kunst und wandte sich dem Kommunismus zu. 1931 siedelte er endgültig in die Sowjetunion um und starb 1942 unter tragischen Umständen im sowjetischen Exil. Weitere Künstlergenerationen ließen sich in Worpswede nieder. Unter ihnen Walter Bertelsmann, Sophie Bötjer, Udo Peters, Albert Schiestl, Karl Krummacher und Benni Huys sowie die Schriftsteller Waldemar Augustiny und Manfred Hausmann. Zu ihnen gehört auch Walter Müller (1901 – 1975). Nach seiner Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Bremen zog er 1919 nach Worpswede. 1922 heiratete er die Gobelin-Weberin Bettina Vogeler, Tochter von Heinrich und Martha Vogeler. Walter Müller schickte sich an, ein vielseitiger Künstler zu werden. Er arbeitete als Architekt, vor allem in Bremen, war aber auch als Maler und Grafiker tätig. Von ihm stammen zahlreiche Buch-Illustrationen und auch Entwürfen für die Bildweberei im Haus im Schluh, die von Martha Vogeler gegründet worden war. Weniger bekannt ist, dass Walter Müller auch zwei Notgeldscheine der Gemeinde Worpswede schuf. Seine Entwürfe heben sich wohltuend aus der Masse der Serienscheine ab. In ihnen wird der Drang des Künstlers nach Veränderung und Individualität spürbar. Seine Darstellungen sind auf einfache Formen und markante Elemente reduziert und wirken holzschnittartig, die Farbgestaltung plakativ. Er greift bei seinen Entwürfen Elemente des Expressionismus auf.[1] Abb. 2.1: Worpswede, Gemeinde, o. D., 25 Pfennig, Vorderseite Abb. 2.2: Worpswede, Gemeinde, o. D., 25 Pfennig, Rückseite Abb. 3.1: Worpswede, Gemeinde, o. D., 50 Pfennig, Vorderseite Abb. 3.2: Worpswede, Gemeinde, o. D., 50 Pfennig, Rückseite Die undatierten Scheine zu 25 und 50 Pfennig druckte die „Künstlerpresse Worpswede“, wie am unteren Rand der Rückseite zu lesen ist. Auf der Vorderseite hat sich der Künstler verewigt. Beide Scheine tragen zudem einen kleinen Trockenstempel der Gemeinde. Während des Zweiten Weltkriegs bot Worpswede Zuflucht für verfolgte oder heimatlos gewordene Künstler, wie z. B. für den Surrealisten Richard Oelze. Noch heute gibt es eine lebendige Künstlerkolonie mit Ateliers, Galerien und Werkstätten in Worpswede. Stipendiaten aus der ganzen Welt arbeiten hier. Außerdem bieten viele Künstler Kurse und Seminare in verschiedenen Kunsttechniken und Kunsthandwerken an. Was ist das Erfolgsgeheimnis von Worpswede? Auf der Internet-Seite der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen finden sich zu der Ausstellung „Ein Stück vom Himmel? Künstlerkolonie Worpswede“ (2007) die folgenden Sätze: „Sicherlich nährt sich die Attraktivität der Worpsweder Künstlerkolonie, die bis heute anhält, auch aus dem tief verwurzelten Bedürfnis der Menschen nach unberührter Landschaft. Diese Sehnsucht nach Landschaft kann die Worpsweder Künstlergruppe auch bis in die Gegenwart befriedigen, denn den dortigen Malern und Zeichnern war es vortrefflich gelungen, ihre eigene Sehnsucht nach Natur in einprägsame Bildmotive zu überführen. Die Ausstellungsmacherin, Isabell Schenk-Weininger, fasst dies wie folgt zusammen: ‚Die vorgefundene, eigentlich eher unspektakuläre Landschaft und ihre Bevölkerung wurden zu als typisch erachteten Motiven verdichtet: die Birkenreihen, Moorkanäle, Torfboote und reetgedeckten Katen, der weite Himmel und die flache Ebene mit ihrem langgestreckten Horizont, die sich in die Landschaft einfügenden arbeitenden Bauern und spielenden Kinder. Diese Motive funktionieren bis heute als Sehnsuchtsmetaphern.‘“[2] Uwe Bronnert Anmerkungen [1] „‚Expressionismus‘ leitet sich aus den lateinischen Wörtern ‚ex‘ und ‚premere‘ ab, die zusammengesetzt ‚ausdrücken‘ bedeuten. Im weiteren Sinne bezeichnen sie auch, dass etwas von innen nach außen getragen wird. Der Expressionismus gilt als Epoche des Ausdrucks, beziehungsweise der Ausdruckskunst, da sich die Gefühlswelt der Künstler ungehalten in Kunst und Literatur niederträgt. Hierbei steht die individuelle, innere Wahrnehmung der Dinge im Vordergrund und nicht wie üblich die Abbildung dessen, was das Auge wahrnimmt.“ https://www.schreiben.net/artikel/expressionismus-4403/#die-kuenstlergruppe-bruecke-kg-bruecke (24.08.2021) [2] Worpswede – Ein deutscher Künstlerhimmel auf Erden. (24.08.2021)
- Fälscher & Falschgeld: Teil 42
Fälschungen ohne Vorbild, Teil 1 Der Titel dieses Kapitels scheint ein Paradoxon zu sein. Und dennoch hat er seine Richtigkeit. Denn in der Zeit der großen deutschen Inflation, die mit dem totalen Zusammenbruch der Mark im Jahre 1923 ihr fulminantes Ende fand und über die Stabilisierung der deutschen Währung mittels der neuen Rentenmark schließlich zur Reichsmark führte, waren nicht nur Fälschungen der regulär ausgegebenen Banknoten ein Thema. Es kursierten auch Fantasienoten, die es so original nie gegeben hatte. Die Problematik bestand seinerzeit darin, dass in der Endphase der Hochinflation im Abstand von wenigen Tagen neue Scheine mit noch höheren Werten emittiert werden mussten, da die Nennwerte mit den galoppierenden Preisen nicht mehr Schritt halten konnten. Lohnzahlungen erfolgten damals oft mittels Wäschekörben voller Geldscheine, mit denen die Empfänger sofort in die nächsten Geschäfte rannten, um sie in Waren umzusetzen. Die, wie die Tageszeitungen, nur noch im Rollendruck und ohne Rückseite von einer Vielzahl privater Druckereien hergestellten Reichsbanknoten wiesen durch den bestehenden Zeitdruck und die ungeheure Menge der benötigten Stückzahlen kaum noch Sicherheitsmerkmale auf. Diese waren auch entbehrlich, denn unter Umständen gab es für einen solchen Schein bereits zwei Tage später noch nicht einmal mehr eine Semmel zu kaufen. Die für das Publikum bald unüberschaubare Vielzahl der in Umlauf befindlichen Notentypen sowohl der Reichsbank und der Länderbanken als auch der privaten Emittenten (Reichsbahn, Reichspost, Städte, Behörden, u.v.m.) brachten findige Leute auf die Idee, nicht existente „Banknoten“ und Gutscheine höherer und höchster Werte in eigenen Entwürfen nachzudrucken. Das Strafgesetzbuch sprach ja nur von Fälschungen von Geld, also von gültigen Banknoten. Druckte man also Fantasienoten, die es eigentlich gar nicht gab, war zwar der Straftatbestand des Betrugs, nicht aber der der viel härter sanktionierten Geldfälschung vollendet, so die Vorstellungen dieser Fälscher. Zeitgenössische Fantasienote zu 100 Mrd. Mark vom 25.7.1923. Wie die Gerichte damals darüber urteilten, ist nicht überliefert, wenn denn die Urheber dieser Fantasieprodukte überhaupt geschnappt wurden. Man hatte damals andere Sorgen…. Aufgefallen sind diese Falsifikate, denn um solche handelt es sich rechtlich zweifelsfrei, im Zahlungsverkehr jener Tage kaum. Die Bevölkerung hatte – wie erwähnt – über das genaue Aussehen kursgültiger Scheine völlig den Überblick verloren und trachtete nur danach, erhaltenes Geld so schnell als möglich wieder loszuwerden. So tauchen noch heute Milliarden- und Billionenscheine aus Großvaters Koffer im Dachboden auf, die der Enkel im Banknotenkatalog nicht finden kann und hinter denen er daher freudestrahlend die große Entdeckung, nämlich einen bislang unbekannten Notentyp, vermutet, der den nächsten Urlaub oder das neue Auto würde finanzieren helfen. Doch mitnichten. Sind diese Scheine zwar historisch durchaus interessant und können zudem eine Sammlung von Inflationsgeld abrunden, so haben sie doch in aller Regel keinen größeren Wert. Sie tragen oftmals nur zur Verwirrung bei, bis ihr eigentlicher Ursprung geklärt ist. Bis dahin haben aber möglicherweise schon einige Stücke zu horrenden Preisen über Internetplattformen ihren Besitzer gewechselt. Aber nicht nur Reichsbanknoten waren seinerzeit von diesen „Fälschungen“ betroffen, sondern auch Noten anderer emissionsberechtigter Banken. Auch niemals originär ausgegebene „Notgeldscheine“ von Städten, Gemeinden, Firmen oder sonstiger Institutionen waren im Verkehr und tauchen ebenfalls noch heute in vielen Sammlungen auf. Letztgenannte Nachahmungen sind besonders gefährlich, da die Gesamtheit der ausgegebenen Notgeldscheine bis heute nicht bis ins Letzte erforscht ist und durchaus auch noch bislang nicht bekannte (echte) Ausgaben auftauchen können, die selbst der geniale Arnold Keller in seinem berühmten Katalog seinerzeit nicht erfasst hat. Fortsetzung folgt … Karlheinz Walz: Fälscher & Falschgeld, 280 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-86646-084-3. Das Buch können Sie für nur 9,90 EUR in unserem Online-Shop kaufen!
- Leserpost: 100-Reichsmark-Fälschung
Passend zur aktuellen Serie über Papiergeld-Fälschungen möchte ich Ihnen ein Kuriosum zusenden, welches ich vor vielen Jahren bei einem bekannten Händler in München gekauft habe. Die Note war eigentlich in einer Schachtel mit Massenware und als ich diese bezahlt hatte, habe ich den Händler auf das Besondere des Scheines hingewiesen. Er gab unumwunden zu, dies nicht gesehen zu haben und beglückwünschte mich zu dem Schnäppchen. Fälschung zu 100 Reichsmark vom 24. Juni 1935, Vorder- und Rückseite. Anbei eine auf den ersten Blick unauffällige 100-Reichsmark-Note aus dem Jahr 1935 in stark gebrauchter Erhaltung. Diese Note war demnach wohl auch im Umlauf. Auch sehr wahrscheinlich wurde sie aus eingezogenen gebrauchten Noten, welche vernichtet worden waren, zusammengebastelt. Die Note ist mit zwei "Wertlos-Stempeln" unbrauchbar für den Umlauf gemacht worden. Auf den ersten Blick, nein auf den zweiten Blick, fällt aber auf, dass sie zwei verschiedene Kontrollnummern trägt: D 7935129 im Schaurand und C 6391497 rechts unten. Dies wäre ja ein aussergewöhnlicher Fehldruck. Detailansichten im Gegenlicht. Der Blick gegen das Licht löst aber das Rätsel. Der Schein wurde aus Teilen von mind. zwei Noten zusammengestellt und dies in einer solchen Perfektion, dass die „Handarbeit“, liegt der Schein vor einem, nicht auffällt. Jens Dobokay Antwort der Redaktion Tatsächlich handelt es sich um einen ganz besonderen Schein, der aus Teilen zwei verschiedener Banknoten gebildet wurde. Sicher wollte der "Hersteller" damit nicht Sammlern einen seltenen Fehldruck vorgaukeln. Wir müssen uns also fragen, warum man zwei fast exakt gleich große Teile verschiedener 100-RM-Scheine zusammenfügte. Eine Manipulation macht eigentlich kaum Sinn, denn so kann man keine sog. "Systemnote" erzeugen, um "Gewinn" zu erzielen. Sinn macht es aber, wenn man bedenkt, dass der Besitzer vielleicht zwei Hälften unterschiedlicher Noten besessen hatte, die er jede für sich nicht mehr einlösen konnte, weil sie nicht mehr als 50% der Originalscheine ausmachten. Das wäre immerhin eine Voraussetzung für deren Einlösung bei der Reichsbank gewesen. Fügt er sie aber geschickt zusammen, kann er sie wieder in den Umlauf bringen ohne, dass es den meisten Menschen auffallen würde. Wahrscheinlich hatte er dabei auch kaum ein schlechtes Gewissen, denn immerhin handelte es sich um zwei Hälften von Originalscheinen. Irgendwann wurde der Schein dann aber doch angehalten, nachdem er lange zirkuliert ist und schon stark verschlissen war. Da jede Hälfte für sich nicht einlösbar gewesen wäre, war es dann natürlich auch die fast perfekt zusammengefügte Manipulation nicht. Beide Teile des "Machwerks" wurden deshalb mit den Stempeln "Wertlos" versehen. Leider ist der handschriftliche Vermerk im linken Schaurand der Vorderseite nur schwer zu lesen, er muss aber auch nichts mit der Entwertung zu tun haben. Eine Zusammensetzung aus mehr als zwei Teilen schließe ich anhand der Abbildungen aus (ich sehe eigentlich nur den Riss durch die Mitte des Scheins), obwohl diese natürlich mehr Sinn machen würde, will man aus kleineren Teilen von Banknoten wieder eine ganze basteln, während man die größeren Teile (über 50%) einfach bei der Bank einlöst. Es gäbe natürlich auch noch eine andere Erklärung. Die zwei Teile, aus denen man die Manipulation bastelte, waren bereits gebraucht und eingelöst worden. Beide entsprachen über 50% vom Originalschein. Es wäre nicht das erste Mal, dass Scheine einer vorgesehenen Vernichtung durch Diebstahl entgangen sind. Geschickt zusammengesetzt, wobei mehr als 50% durchaus hilfreich waren, hätte man nun versuchen können, sie wieder in Umlauf zu bringen. Sie erneut bei der Bank einzutauschen hätte natürlich nicht funktioniert, weil die Kontrollnummern bereits registriert worden waren. Bleibt nur die Frage nach den Wertlos-Stempeln. Waren die vor der Vernichtung bereits vorhanden, macht das natürlich auch keinen Sinn. Sie müssen also erst aufgebracht worden sein, nachdem die Manipulation im Zahlungsverkehr aufgefallen und angehalten worden war. Hans-Ludwig Grabowski
- Lexicon: Clericus, Ludwig
Ludwig August Clericus (* 28. März 1827 in Danzig; † 1. März 1892 in Magdeburg) war ein deutscher Sphragistiker, Genealoge, Illustrator, Heraldiker, Numismatiker und Redakteur. Abb. Clericus 1851 als Student und Senior des Corps Masovia an der Kunstakademie in Königsberg i.Pr. Clericus war ein bedeutender Papiergeldsammler des 19. Jahrhunderts. Als ständiger Berichterstatter für Theater und Kunst bei großen Satire- und Tageszeitschriften wie "Kladderadatsch" und "Leipziger Illustrirte" sowie in der Redaktion des "Deutschen Herold" tätig, schrieb er auch viele Artikel in "Der Sammler" (herausgegeben von Dr. Hans Brendicke) über Papiergeld, so z.B. "Die Stiefkinder der Numismatik" (XII, Nr. 1 in 1890) und "Die Druckfirmen der Wertpapiere" (XIII, Nr. 9 und 10 im Jahr 1891). In seiner Sammlung befanden sich die ältesten Scheine Europas, wie Schweden 1666 (Stockholms Banco) Norwegen 1695 (thor Møhlen) sowie viele Scheine der sog. altdeutschen Staaten, insgesamt 2000 Stück. Seine Sammlung, deren Wert er selbst in seinem Testament auf damals 4000 bis 5000 Mark geschätzt hatte (heute wäre sie ein Vielfaches in Euro wert), wurde nach seinem Tod 1892 an die Reichsdruckerei verkauft. Albert Pick/Hans-Ludwig Grabowski












