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- Varianten: Juli 2021
Bangladesch 10 Taka Wie BGD-54h (Linzmayer B349k), aber mit Jahresangabe "2021" und aus Baumwollpapier. Bhutan 10 Ngultrum Wie BTN-29 (Linzmayer B218b), aber mit Unterschrift "Dasho Penjore" und Jahresangabe "2019". 100 Ngultrum Wie BTN-32 (B221c), aber mit Unterschrift "Dasho Penjore" und Jahresangabe "2020". Demokratische Republik Kongo 1000 Francs Wie COD-101b (Linzmayer B323b), aber mit Datumsangabe "30.06.2020". 5000 Francs Wie COD-102b (Linzmayer B324b), aber mit Datumsangabe "30.06.2020". Gibraltar 10 Pounds Sterling Wie GIB-36 (Linzmayer B131a), aber mit Unterschrift "Albert Mena" und Datumsangabe "1st AUGUST 2016". Indien 20 Rupees Wie Linzmayer B299b (fehlt im SCWPM), aber mit Jahresangabe "2021". 500 Rupees Wie IND-114 (Linzmayer B303e), aber mit Jahresangabe "2021". Macau: Banco da China 500 Patacas Wie MAC-117 (Linzmayer B217a), aber mit Datumsangabe "1 DE JULHO DE 2013". 1000 Patacas Wie MAC-113 (Linzmayer B218a), aber mit Datumsangabe "1 DE JULHO DE 2013". 1000 Patacas Wie MAC-113 (Linzmayer B218b), aber mit Datumsangabe "6 DE NOVEMBRO DE 2017". Macau: Banco Nacional Ultramarino 1000 Patacas Wie MAC-84c (B073c), aber mit Unterschriften "DG4/A77" und Datumsangabe "6 DE NOVEMBRO DE 2017". Philippinen 1000 Piso Wie Linzmayer B1089f (fehlt im SCWPM), aber mit Jahresangabe "2021". 5000 Piso (Gedenknote) Wie Linzmayer B1095a (fehlt im SCWPM), aber mit Jahresangabe "2021 A". Vietnam 500.000 Dong Wie VNM-124 (Linzmayer B348p), aber mit Jahresangabe "(20)21". Westafrikanische Staaten – Benin 500 Francs Wie BEN-219B (Linzmayer B120Bi), aber mit Unterschriften "Sani Yaya/Tiémoko Meyliet Koné" und Datumsangabe "2021". 2000 Francs Wie BEN-216 (Linzmayer B122Bt), aber mit Unterschriften "Sani Yaya/Tiémoko Meyliet Koné" und Datumsangabe "2021". Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)
- Fälscher & Falschgeld: Die Papiergeldfälschung, Teil 21
Fortsetzungsreihe, Teil 37 Die Herstellungstechniken falscher Banknoten, Teil 9 Farbkopien und Ink-Jet-Fälschungen Während in früheren Zeiten handkolorierte Schwarz/Weiß-Fotokopien oder –Fotografien vorherrschten, sogenannte reprographische Fälschungen, wurden den Fälschern ab den späten 1980er Jahren mit der beginnenden Verbreitung von Farbfotokopiergeräten völlig neue Möglichkeiten eröffnet. Seitdem sind Farbkopiefälschungen ein Thema. Zum Teil wurden die Farbkopien mit Offsetdruck kombiniert, also quasi „veredelt“. So kam 1997 die Fälschung einer 100-DM-Note aus Polen. Die Bildteile des Untergrundes waren kopiert, der Hauptdruck sowie die Imitation des Wasserzeichens waren im Offsetdruckverfahren hergestellt worden. Beim Kopieren genügen das Aussuchen eines halbwegs dem Original entsprechenden Papiers sowie das maximal ein bis zwei Stunden dauernde Einjustieren des Kopiergerätes, um passable Falsifikate zu schaffen. Die Passgenauigkeit von Vorder- und Rückseite sowie eventueller Sicherheitsmerkmale wie des Durchsichtsregisters wird durch den Einsatz eines entsprechenden Passepartouts erreicht. Hauptsächlich sehr viele der sogenannten Eindrucksfälschungen wurden und werden so hergestellt, Falsifikate also, die bei flüchtigem Hinsehen keinen Argwohn erwecken und problemlos abzusetzen sind. Beispiel für die Verfälschung einer 5-Dollar-Note (Federal-Reserve-Bank von Philadelphia, Serie 1914) in eine 100-Dollar-Note. Oben: in eine 100-Dollar-Note verfälschte 5-Dollar-Note. Mitte: originale 5-Dollar-Note mit dem Porträt von Abraham Lincoln. Unten: originale 100-Dollar-Note mit dem Porträt von Benjamin Franklin. Wenngleich die Farbkopiergeräte der neueren Generation mit Sicherungen gegen das Kopieren von Wertdrucken ausgestattet sind, sind immer noch genügend ältere Geräte auf dem Markt. Außerdem stellt für einen Profi die Überlistung der genannten Sicherungen kein allzu großes Problem dar. Als Sicherungen gegen das Farbkopieren von Geldscheinen verwendet man heute neben Mikroschrift und speziellen, durch Kopierer mit ihren vier Grundfarben Rot, Blau, Gelb und Schwarz nur schwer nachzustellenden Farben beispielsweise mit hohem Magenta-Anteil, auch engliegende Linienmuster. Beim Kopierversuch ergeben diese ein Störmuster, ein sogenanntes Moiré. Als weiteren Kopierschutz kamen bei den ab 1990 ausgegebenen neuen Bundesbanknoten das sogenannte Latent Image (verstecktes Bild), das aus im Winkel von 90° gegeneinander versetzt gedruckten Strichzeichnungen bestand und das Kinegram® zum Einsatz. Diese silbrige Spezialfolie sowie der an einigen Stellen an der Oberfläche liegende, aluminiumbedampfte und mit dem Notenwert beschriftete Sicherheitsfaden konnten durch einen Farbkopierer nicht reproduziert werden, sie erscheinen lediglich Schwarz. Von der Funktionsweise eines Kopierers her unterscheidet man bei der Bilderfassung die digitale und die analoge Arbeitsweise, wobei heutige Geräte ausschließlich digital arbeiten. Die Vorlage wird hier von einem mit Farbfiltern ausgestatteten Scanner abgetastet und in digitale Signale umgesetzt. Die Farben und Bildmotive des zu kopierenden Originals werden in einem Rechner gespeichert, die entstandenen Daten werden dann an die Wiedergabeeinheit, also den Drucker, übermittelt. Bei der analogen Erfassung werden die von der Vorlage reflektierten Lichtstrahlen über Spiegel und Linsen, mechanische Vorrichtungen also, auf den Fotoleiter (Bildtrommel usw.) gelenkt und verursachen dort eine Änderung des Ladungszustandes. Bei der Wiedergabe gibt es unterschiedliche Systeme, im Wesentlichen sind dies das elektrofotografische Verfahren, der elektrostatische Laserdruck, der Ink-Jet-Druck und der Thermo-Transferdruck. Es sind die gleichen Verfahren, die auch bei PC-Druckern verwendet werden, so dass meist nicht erkennbar ist, ob die Fälschung nun aus einem Farbkopierer oder aus einem PC-Drucker stammt. Daher unterschied die Deutsche Bundesbank damals bei der Vergabe der Fälschungsklassen auch nicht nach Farbkopie- oder PC-Fälschung, sondern sie wurden beide unter „FK“ registriert. Die Wiedergabe bei der analogen Elektrofotografie erfolgte in der Weise, dass die Trommel, die die durch das optische System übertragenen Bilder trägt, durch Elektrostatik (Änderung des Ladungszustandes, s.o.) Farbpigmente aufnimmt und an das zu bedruckende Papier abgibt. Das elektrostatische Verfahren beruht auf der veränderbaren elektrischen Leitfähigkeit bestimmter Elemente, häufig verwendete man bei modernen Kopiergeräten Selen. Eine lichtempfindliche Trommel wird mittels eines Laserstrahls mit dem aus unterschiedlich elektrisch geladenen Flächen bestehenden Bild belichtet. Durch den ebenfalls elektrisch geladenen Toner wird das Bild auf der Trommel sichtbar und kann nun auf das Papier übertragen werden. Die Farbigkeit entsteht durch die Überlagerung der Farben Rot, Blau, Gelb und Schwarz. Das so entstandene Bild wird durch Druck und Hitze fixiert. Der Laserstrahl überträgt das Originalbild in Streifen auf die Trommel, Fälschungen sind dann an den nur in eine bestimmte Richtung laufenden Linien erkennbar, wenngleich die Farbkopierer der neuesten Generation einen extrem dünnen Laserstrahl und feinsten Toner verwenden, so dass selbst unter dem Fadenzähler die Linien kaum noch zu sehen sind. Diese Maschinen liefern qualitativ sehr hochwertige Erzeugnisse, die aber meist unnatürlich stark glänzen. Beim insbesondere auch bei PC-Druckern verbreiteten Ink-Jet-Verfahren werden durch einen mit einer Vielzahl von Düsen ausgestatteten Druckkopf feinste Farbtröpfchen auf das Papier gesprüht. Der Querschnitt einer dieser Düsen entspricht in etwa dem eines menschlichen Haares. Der Farbeindruck entsteht hier ebenfalls durch die Überlagerung der Farben Rot, Blau und Gelb, wobei die Farbmenge die Frequenz und die Größe der Tropfen exakt gesteuert werden. Ink-Jet-Kopien sind an den charakteristischen Strukturen der auf dem Papier stehenden Pünktchen sowie an den matten Farben erkennbar. Diese sehr einfach mittels Scanner und Farbdrucker am heimischen PC hergestellten Falsifikate waren bis gegen Ende der 1990er Jahre ein großes Problem. Viele Jugendliche erlagen dem Reiz der einfach zu bewerkstelligenden Aufbesserung des Taschengeldes, ohne dabei recht zu wissen, dass sie hier nicht nur ein Kavaliersdelikt oder eine einfache Ordnungswidrigkeit begingen, sondern eine handfeste, mit zunächst mindestens zwei Jahren Freiheitsstrafe zu ahndende Straftat! Viele 10- und 20-DM-Fälschungen kamen seinerzeit vor, die meist ohne Imitation des Sicherheitsfadens oder des Wasserzeichens hergestellt und an jeder Ladenkasse kritiklos angenommen worden waren. Fälscher aus der bandenmäßig organisierten Kriminalität stellten diese Desktop-Fälschungen sehr viel professioneller her. Sie scannten den Originalschein ein und bearbeiteten ihn dann am Bildschirm solange (Stichwort: PhotoShop), bis sie mit der Qualität zufrieden waren. PC, Flachbettscanner und Farbdrucker sind heute Standardausrüstung nicht nur in vielen Haushalten. Die Qualität, die die von Jahr zu Jahr preiswerteren und technisch ausgefeilteren Geräte liefern, lässt kaum noch Wünsche offen. Selbst ein nur halbwegs versierter PC-Nutzer kann so mittels entsprechender Programme in kürzester Zeit brauchbare Fälschungen herstellen. Diese Fälschungsmethode war vor etwa 10, 15 Jahren drauf und dran, den Farbkopien endgültig den Rang abzulaufen, zumindest im Bereich der Einzel- und Gelegenheitstäter. Vielfach waren es, siehe oben, experimentierfreudige Jugendliche, die es ganz einfach gereizt hatte, mit ihrer PC-Ausrüstung bis an die Grenze des technisch Machbaren zu gehen. Dass sie dabei auch an die Grenze der Legalität gingen und oft darüber hinaus, war auch einer Gruppe Jugendlicher aus dem oberbayerischen Dachau nicht bewusst. Sie hatten 1998 zwei Monate lang mit am PC selbstgebastelten 20-Mark-Scheinen eingekauft, ohne aufzufallen. Ein 14-jähriger Schüler hatte mittels Scanner und Farbdrucker 50 Stück davon hergestellt, alle in relativ bescheidener Qualität, ohne Wasserzeichen-Imitation und ohne Sicherheitsfaden. Erst ein Tankwart wurde misstrauisch, verweigerte die Annahme, als einer der Jugendlichen sein Mofa volltanken wollte und verständigte stattdessen die Polizei. Schon seinerzeit bat man die Industrie, auch bei Farbdruckern ein beim Ausdruck automatisch integriertes Merkmal zu realisieren, anhand dessen der Typ des Druckers zweifelsfrei erkannt und bis zum jeweiligen Käufer zurückverfolgt werden konnte. Für die Wiedergabeverfahren der auf dem Markt befindlichen PC-Farbdrucker gilt das bei den Farbkopiefälschungen Gesagte. Im Gegensatz zu den Ink-Jet-Fälschungen glänzen in Thermo-Transfertechnik hergestellte Fälschungen, wie auch die Toner-Fälschungen, stark und weisen ein meist fühlbares Relief auf. Erhitzte Elektroden schmelzen einen gefärbten, wachsähnlichen Stoff, der sich auf einer Trägerfolie befindet und drücken ihn direkt auf das Papier. Solche Falsifikate kann man manchmal an ihrem ganz eigenartigen Geruch erkennen. In einem ähnlichen Verfahren wurde übrigens das Kinegram® auf die mit den Untergrundmustern bedruckten Bogen der ehemaligen DM-Noten aufgebracht, wie auch heute die Folienstreifen bzw. –elemente der Euro-Noten in einem ganz ähnlichen Heißprägeverfahren aufgebracht werden. Fortsetzung folgt … Karlheinz Walz: Fälscher & Falschgeld, 280 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-86646-084-3. Das Buch können Sie für nur 9,90 EUR in unserem Online-Shop kaufen!
- K 13 513 – Die Abenteuer eines Zehnmarkscheines
Wie kann man halbwegs sicher sein, dass die Werbebotschaft vom Umworbenen auch bemerkt wird? Indem man sie im Gewand eines Geldscheins verpackt. Dies dachten sich die Betreiber der „Deutschen und Kammer-Lichtspiele“, als sie für den Film K 13 513 – Die Abenteuer eines Zehnmarkscheines warben. Als Vorlage für die Vorderseite des Werbescheins diente ein Rentenbankschein zu 10 Rentenmark mit Ausgabedatum vom 3. Juli 1925. Anders als das Original ist der Werbeschein einfarbig schwarz gedruckt. Um einen eventuellen Missbrauch zu verhindern, ist zusätzlich ein roter Balken schräg in der Mitte sowie auf dem rechten Schaurand ein roter Kreis mit den Buchstaben FOX angebracht. Wie man der Rückseite entnehmen kann, wurde der Film vom 21. bis 24. Januar 1927 im genannten Kino aufgeführt. Die Drucke waren rechts oben mit einer fünfstelligen Nummer versehen. Der Kinobesucher, der einen Schein mit den Endnummern 100, 200, 300 usw. bei der Kasse vorlegte, erhielt zum gelösten Platz eine Freikarte. Abb. 1: Werbeschein zu „K 13 513 – Die Abenteuer eines Zehnmarkscheines“, Vorder- und Rückseite. 150 x 87 mm, gedruckt auf dünnem, weißem Papier. Abb. 2: DEU-208. Deutsche Rentenbank, 3. Juli 1925, 10 Rentenmark, Vorder- und Rückseite. 145 x 78 mm, gedruckt auf rechts grün eingefärbtem Papier mit Wilcox-Fasereinlagen und Wasserzeichen Eichenlaubstreifen. Im Berliner Spätsommer 1926 drehte der Regisseur Berthold Viertel (geb. 28. Juni 1885 in Wien; gest. 24. September 1953 ebenda) den einstündigen Stummfilm K 13513. Die Abenteuer eines Zehnmarkscheins, der von der Deutschen Vereins-Film AG (Defa) und Fox Europa Film Produktion (Berlin) herausgebracht wurde und am 28. Oktober 1926 in einem Filmtheater am Kurfürstendamm in Berlin Premiere hatte. Das Drehbuch zum Film schrieb der Deutsch-Ungar Béla Balázs (geb. als Herbert Bauer am 4. August 1884 in Szeged, Österreich-Ungarn; gest. 17. Mai 1949 in Budapest). Hierzu wurde er durch Leo Tolstois Erzählung Die falsche Note inspiriert. Die Filmkritiker lobten den Spielfilm überschwänglich. So schrieb die Rheinische Zeitung am 16. Oktober 1926 (zit. nach Film-Kurier, Nr. 253, 28.10.1926): „Der Gedanke ist herrlich, ist filmisch. Berthold Viertels Regie schafft ihn zum Erlebnis. Ein kleines Mädel bekommt K 13513 als erstverdientes Geld, der Freund zeichnet ihn mit einem Kreuz. Nun rankt sich ihr Schicksal und das vieler um diesen kleinen flattrigen Schein, bis er wieder zu ihnen zurückkommt in dem Moment, da sie sich für immer finden. Sie wissen nicht, daß Mord und Blut, Wollust und Geschäft, Müll und Leihhaus an ihm hängen. In einer fliegenden Stunde nehmen wir Teil an diesem fliegenden Schein, sehen ihn gehen und reisen von Hand zu Hand, sehen in den Erlebnissen des Zehnmarkscheins das Schicksal der Großstadt oben und unten. Ein Sohn mordet um 10 Mark, die verzweifelte Mutter dreht den Gashahn auf, die Tochter wird um des Bruders Schuld aus der Arbeitsstelle entlassen, sie findet einen älteren ‚Beschützer‘, der sein Verlangen nach ihr hinter Mildtätigkeit verbirgt; das ist der Schlußakkord. Berthold Viertel schafft eine Welt des Alltags um uns, ihre Echtheit ist verblüffend, tut weh und ist ein notwendiges Spiegelbild. ‚Seht, so seid ihr‘ sagt der Film vom Zehnmarkschein! Wer hört darauf? Klarste Bildeinheit zwischen Aufnahme und Darstellung, am stärksten der Russe Sokoloff vom Tairofftheater, der um 10 Mark zum Mörder wird. Die sogenannten Fortbildungsschulen, Gymnasiasten und halbwüchsige Mädels müßten auf Anordnung ihrer Autoritäten diesen Film sehen. Lebendige Anschauung unserer Zeit ist die beste Lehre für bessere Zukunft. Berthold Viertel sei Dank für diesen Film lichtloser Gegenwart.“[1] Berthold Viertel drehte mit diesem Streifen einen der ersten „Querschnitt-Filme“[2] auf dem Übergang vom Nachkriegs-Expressionismus zur Neuen Sachlichkeit. Er „zeigt großstädtische Lebens-Skizzen als Montage: In der Hauptrolle eine Banknote auf ihrem – Biographien ruinierenden – Weg durch die Milieus“[3]. Derzeit ist keine Filmkopie mehr nachweisbar. Der Film gilt als verschollen. Eines der wenigen Überbleibsel, die an ihn erinnern, ist dieser unscheinbare Werbeschein. Uwe Bronnert [1] (13.07.2021). [2] „Der Begriff Querschnittfilm (später meist: Querschnittsfilm) entstand in den 1920er Jahren in Deutschland, um dokumentarische Filme zu beschreiben, die das tägliche Leben darstellten. Explizit spricht Béla Balázs seinen Film 'Die Abenteuer eines Zehnmarkscheins' (1926) als 'Querschnittsfilm' an; sein erklärtes Ziel ist es, einen Film ohne Helden zu machen, der stattdessen 'einen Querschnitt, eine breitere Front des Lebens' zeigen sollte. […] Doch schon bald wurde der Begriff eingesetzt, um jegliche Art von Montagefilm zu bezeichnen, der aus Ausschnitten anderer Filme zusammenmontiert wurde.“ (Filmkurier, Nr. 36, 1929). (13.07.2021). [3] (13.07.2021).
- Leserpost: "Notgeld oder nicht?" – Ergänzung
Hallo Herr Grabowski, zur aktuellen Leserpost "6 Rpf. bezahlt" – es handelt sich um Behelfspostkarten der britischen Zone. Es gibt aufgrund des Behelfscharakters (teils nur lokale Verwendungen) verschiedene Ausprägungen, teils auch mit englischem Zusatz "Postage Prepaid". Die Stücke sind im MICHEL-Ganzsachenkatalog aufgeführt, ab Nr. P670. Das gezeigte Stück dürfte ein Fragment der P671 oder P672 sein, vor allem erste ist noch häufig zu finden, da sie weit verbreitet war – als Beispiel bei Ebay: https://www.ebay.de/itm/114872272136. Beste Grüße R. Staudt
- Wie Che einmal Fidel ärgerte
Oft arbeiteten in der Geschichte drei Männer zusammen, um neue Machtverhältnisse in einem Land zu schaffen. In Kuba waren dies Fidel Castro, gen. El Maximo Lider, Ernesto Guevara, gen. Che, und Emilio Cienfuegos gewesen. Schon bald nach der siegreichen Revolution verschwand Cienfuego auf mysteriöse Weise, angeblich bei einem Flugzeugabsturz. Guevara arbeitete einige Jahre in der kubanischen Staatsführung mit, um dann allerdings wieder zum Partisanenkampf in Afrika und Südamerika zurückzukehren. Übrig an der Spitze blieb Fidel Castro (1927–2016). Das änderte jedoch nichts daran, dass auch Emilio Cienfuego (1932–1959) zumindest durch einen Geldschein nachgeborenen Banknotensammlern auf der ganzen Welt präsent bleibt. Einer übertrifft aber beide im Bekanntheitsgrad, dies ist unzweifelhaft Ernesto „Che“ Guevara (1928–1967). Abb. 1: CUB-113, Kubanische Nationalbank 1995, Vorderseite der farbigen Banknote über 3 Pesos mit dem bekannten aufgearbeiteten Porträt Che Guevaras von Alberto Korda 1960. Der Arzt und gebürtige Argentinier – daher sein Kampfname „Che“ – wurde nach dem Sieg der Revolutionäre 1959 auf Kuba Präsident der Nationalbank, da er an der falschen Stelle die Hand gehoben hatte, als die Ämter vom „Maximo Lider“ verteilt wurden. Als solchem oblag Ernesto Rafael Guevara de la Serna, so sein vollständiger Name, danach auch die Pflicht zur Unterschrift auf den neuen kubanischen Banknoten, die anfangs noch sehr traditionell daherkamen, zumindest was die Vorderseiten betraf. Che verstand nicht viel von Ökonomie, aber die anderen Revolutionäre noch weniger. Er war fleißig, aber verachtete Geld und unterschrieb nur flüchtig mit seinem Spitznamen. Fidel und Che waren beide Söhne aus großbürgerlichen Familien und diese Missachtung der kubanischen Währung missfiel dem Führer der kubanischen Revolution. Abb. 2: Vergrößerung der Unterschrift von Ernesto „Che“ Guevara auf der 20-Pesos-Note der Kubanischen Staatsbank 1961. Abb. 3: CUB-97, Der kubanische Revolutionsführer Cienfuegos mit seinem typischen Hut auf einer kubanischen 20-Pesos-Note von 1961, Vorderseite. Abb. 4: ders. Rückseite, Darstellung der Anlandung der ersten Guerilleros am 2. Dezember 1956 an der Küste Kubas mit der Yacht Granma. Die unterschiedliche Auffassung über die wirtschaftliche Weiterentwicklung der Karibikinsel führte bei Che, der seit 1961 auch Industrieminister war, zu einer größeren Unzufriedenheit mit der Politik Fidels. Er blieb loyal, verschwand jedoch 1965 lieber in den Urwäldern Afrikas und Südamerikas und kehrte zum bewaffneten Kampf zurück. In den Bergen Boliviens stellte ihn und seine letzten Getreuen ein Jagdkommando der Regierungstruppen und sein Tod machte ihn zum Märtyrer und seinen Namen quasi unsterblich. Die Rückseite der 3-Pesos-Note hält sein Andenken propagandistisch aufrecht. Ein Minister, freiwillig bei der Zuckerrohrernte helfend, dem Gold der Insel, wie auch auf dem Schriftband links unten auf Spanisch zu lesen ist – die schwierige wirtschaftliche Lage ist immer noch Thema. Im Gegensatz zur Ausgabe von 1994 ist der Schein nur noch monochrom und auf einfachem Papier gedruckt, aber mit Wasserzeichen und einer Art Sicherheitsstreifen; er ist beliebt bei Kuba-Touristen aller Herren Länder als Mitbringsel, neben Zigarren und Rum. Falls Sie aber einen solchen kubanischen Geldschein hier online kaufen und bezahlen wollen, berücksichtigen Sie die US-amerikanischen Embargo-Bestimmungen und die am 22. März dieses Jahres im Online-Magazin veröffentlichten Erfahrungen im Beitrag von Herrn Grabowski (Leserpost: „Meine Erfahrungen Ebay & PayPal“). Abb. 4: CUB-127. Che beim freiwilligen Zuckerrohr-Ernteeinsatz, Rückseite, 2004, ähnlich CUB-113. Wechselkurs aktuell 1 CUP = 0,035 EUR. Christian Merker
- ARAN-Notgeld
Was ist denn das? Etwa ein Geldschein, der seinen Wert gleich in drei verschiedenen Währungen angibt: Mark, Fr. (Französische Franc) und cent (US-Dollar)? Genau genommen sind es drei Scheine: einer zu ½ Mark (0,60 Fr. – 12 ½ cent), ein zweiter zu 1 Mark (1,20 Fr. – 25 cent) und ein dritter zu 2 Mark (2,40 Fr. – 50 cent). Mich macht stutzig, dass die Wertrelationen nicht stimmen. Die Scheine sind mit 1. April 1921 datiert, und da mussten für einen US-Dollar bereits 62,60 Mark gezahlt werden, also war eine Mark gerade einmal 1,6 Cents wert. Und was bedeutet ARAN-Notgeld? Wurden die Scheine von einem neuen Staat ausgegeben? Aber nein, Ausgabeort ist Wiesbaden. Wer ist Dr. Freytag, der den Titel „3. Souveraine Arana“ trägt? Nach dem Text der Scheine dienten sie „zur Förderung und Gründung eines Weltverbandes der Universitäten, Hochschulverbände, der Kunst-, Religions u. ethischen Verbände“. Handelt es sich also um Spendenscheine? Dagegen spricht, dass sie erst am 1. April 1922 wertlos werden sollten. Auf jeden Fall geben sie sich international. Auf der Rückseite wird der vorderseitige deutsche Text in englischer und französischer Sprache wiederholt, eingerahmt von den Flaggen Frankreichs, des Saargebietes, der USA, Deutschlands, Belgiens, Luxemburgs, Englands (allerdings nicht korrekt) und der Fahne Aranas. Abb. 1: Dr. Freytag, ARAN-Notgeld, 1. April 1921, ½ Mark, Vorder- und Rückseite. Abb. 2: Dr. Freytag, ARAN-Notgeld, 1. April 1921, 1 Mark, Vorder- und Rückseite. Abb. 3: Dr. Freytag, ARAN-Notgeld, 1. April 1921, 2 Mark, Vorder- und Rückseite. Die drei Nominale haben die einheitliche Größe von 108 x 73 mm. Ihr Druck erfolgte auf Papier mit dem Wasserzeichen Hakenmäander, das nur schwer zu erkennen ist. Weder ist der Name der Druckerei bekannt, noch wer den Entwurf anfertigte. Auf der Rückseite findet sich nur das Kürzel „LO.“. Weder konnte ich mit ARAN-Notgeld noch mit 3. Souveraine Arana oder Dr. Freytag etwas anfangen. Also schnell gegoogelt. Es fanden sich auch diverse Eintragungen, aber mit diesen „Geldscheinen“ hatten sie alle garantiert nichts zu tun. Zwar führen auch die einschlägigen Notgeldkataloge die Scheine auf, beantworten jedoch nicht meine Fragen.[1] Einzig der alte Keller-Katalog enthält den kleinen Hinweis: „Phantasieausgabe des geisteskranken Dr. Freytag“. Der Hintergrund der Scheine blieb also weiterhin rätselhaft, bis mir vor einiger Zeit zufällig ein Buch in die Hände fiel, das Licht in die Angelegenheit bringt.[2] Im Februar 1929 nahmen Prozessbeobachter mit Kopfschütteln ein Urteil des Schöffen-gerichts in Jena zur Kenntnis. Der Angeklagte, Oberster Bischof und Erzsuperintendent, Seine Hohe Ehrwürdigkeit Heinz Ferdinand I., besser bekannt unter dem bürgerlichen Namen (Prof. Dr.) Sauermann, wurde zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt. Ein weiter Angeklagter, Generaldirektor Dr. Becker aus Halle, kam mit einer Geldstrafe in Höhe von 100 Reichsmark recht glimpflich davon, und zwei weitere Mitbeschuldigte wurden sogar freigesprochen. Mit „Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Dr. med. vet. et phil. Frederick Freytag, Präsident der Aran Universität in South Dakota, Professor an der Lincoln Western University in den USA, Patron der Universität des Maharadscha von Vizianagram in Indien, Universitätsdozent in Bern, ehemaliger K. K. Primärarzt, Mitglied zahlreicher Akademien und internationaler Institute, Commissioner of Utah, Großmeister aller aranischen Orden und Dritter Souveräner Arana“ stand ein „vielseitiger Gelehrter von Rang“ vor Gericht. Aufgrund seiner krankhaften, überspannten Fantasie – er hatte sich auch den Titel Prinz zugelegt und behauptete, aus dem Geschlecht der Grafen von Foix, einer Seitenlinie der Bourbonen, zu stammen – verfügten die Richter seine Einweisung in eine psychiatrische Anstalt. Bereits 1917 war der Tierarzt Freytag, damals jedoch noch als „Friedrich“, von einem Magdeburger Gericht wegen Geistesschwäche entmündigt worden. Doch scheint ihn dies nicht weiter behindert zu haben, seine zündende Geschäftsidee umzusetzen. Warum sollte man nicht akademische Grade und Adelstitel gegen gutes Geld an eitle Zeitgenossen verkaufen? Also mussten eine eigene Universität und ein eigener Staat her. Als erstes schalteten Prinz Freytag und sein Partner Titularrat R. Birnbaum, Baron und Doktor des Aran an der Universal-University in Siegmar bei Chemnitz ab 1919 in zahlreichen deutschen Zeitungen Anzeigen, in denen sie Wissenschaftler und geistig Tätige zur Gründung von Weltverbänden für Universitäten, Akademien, Kunsthochschulen und Religionsgemeinschaften suchten. Ihnen winkten Adelstitel, Würden eines Doktors und Orden. Freytag und Birnbaum „gründeten“ ferner kurzerhand die Aran University in South Dakota, von der man vor Ort allerdings keine Ahnung hatte. Als ihr Präsident vergab Seine Hohe Exzellenz Doktorhüte. Verlangt wurde dafür, neben einer Prüfungsgebühr in Höhe von 100 US-Dollars, der Nachweis des Abiturs und eines Universitätsstudiums sowie das Einreichen einer Dissertation, wobei Prinz Freytag bei Letzterem keine großen Ansprüche stellte: „Der Dritte Arana konnte, weil er ein Souverän war, alle Bedingungen ändern und mildern oder sogar auf sie verzichten, aber keine Toleranz kannte er bei der Prüfungsgebühr: 100 Dollars, keinen Cent weniger und erst recht kein Äquivalent in Milliarden Papiermark.“ Im offiziellen Organ des Souveränen Aran, der Aran-Zeitung, die unter dem „Lordprotektorat Seiner Kaiserlichen Hoheit Prinz Hossein Khan von Persien“ stand, wurde erläutert, dass der Aran in erster Linie ein souveräner Staat mit Territorialbesitz sei – wo, wurde nicht gesagt – und weitgehende Verbindungen und Beziehungen nach allen Ländern der Erde unterhalte. Wie jeder souveräne Staat könne er Titel verleihen. Wie in einem Versandhauskatalog wurden für jeden Geldbeutel entsprechende Angebote gemacht, die vom einfachen „Titularrat“ über den „Kollegienrat“ bis hin zum „Wirklichen Geheimen Rat“ reichten. Wer es adelig mochte, wurde ebenfalls fündig. Die unterste Stufe war natürlich die Billigste: Als „Armalist“ durfte man ein Wappen mit einer maximal dreizackigen Krone auf seinen Briefbogen drucken. „Für ein erkleckliches Sümmchen mehr wurde aus einem Herrn Schulze schon ein Herr de Schulze oder ein Herr von Schulze mit vierzackiger Krone.“ Ließ man noch mehr springen, war auch der Chevalier oder Seigneur, Baron, Vicomte und Graf möglich. Bei entsprechender Zahlung konnte man auch in den aranischen Hochadel aufsteigen und Pfalzgraf, Marquis, Herzog oder Prinz werden. Neben dem Titel erhielt man das „Recht“, entsprechende, unterschiedlich abgestufte Uniformen zu tragen. 1923 traf Freytag den einstigen ungelernten Landwirtschaftsgehilfen Heinrich Sauermann, den er noch aus seiner Zeit als Tierarzt kannte. Sauermann war gerade aus einer zweijährigen Haft entlassen worden und strebte danach, mit wenig Aufwand viel Geld zu verdienen. Er schien wegen seines pastoralen Gehabes wie geschaffen für Freytags neues Projekt. Beide stifteten eine neue Religionsgemeinschaft und sammelten fleißig Spenden für ihre „Missionstätigkeit“. 1924 stieß Rechtsanwalt Ludwig Zoeller, Staatspräsident a.D. der kurzlebigen Birkenfelder Republik, zum Duo. Ein Jahrzehnt lief alles gut und die Gaunerbande um Seine Hohe Exzellenz Prinz Freytag machte glänzende Geschäfte – bis ein unzufriedener „Kunde“ Strafantrag stellte und das Gericht in Jena tätig wurde. Sauermann, dem Onarchen der Weltkirchenbewegung, konnte lediglich angelastet werden, dass er Gelder der „Deutschen Reisemission“ an den Aran-Staat weitergeleitet bzw. sich persönlich bereichert habe. Dass er zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde, war wohl eher seinen drei Vorstrafen geschuldet. Mit Friedrich Freytag machte es sich das Gericht leicht und verfügte eine Einweisung in eine psychiatrische Anstalt. „Die geschäftstüchtige Organisation, die er aufgebaut hatte und leitete, und die stets neuen, profitträchtigen Ideen zeugten wohl eher von raffinierter Intelligenz als von Geistesschwäche, und seine überreiche Phantasie rückte ihn höchstens in die Schar der stark akzentuierten Persönlichkeiten, nicht aber in die Gruppe der Irren. Mit seinen klangvollen Titeln lag er, wie Beispiele belegen, nicht allzuviel über dem Niveau anderer Hochstapler jener Jahre,“ so Christian Heermann in seinem Buch. Uwe Bronnert [1] Arnold Keller, Das deutsche Notgeld, Katalog der Kleingeldscheine 1916 – 1922, IV. Teil: Serienscheine, neu bearbeitet v. Albert Pick u. Carl Siemsen, München 1975, S. 229, Nr. 1339. Kai Lindman, Katalog der Serienscheine, Spendenquittungen und Bausteine 1918 – 1922, Sassenburg 1989, S. 308, Nr. 1388. Hans L. Grabowski/Manfred Mehl, Deutsches Notgeld, Band2: Deutsche Serienscheine 1918 – 1922 (L – Z), 3. Überarb. u. erw. Aufl., Regenstauf 2009, S. 927, Nr. 1425. [2] Christian Heermann, Geheimwaffe Fliegende Untertasse, Gauner – Gaukler – Gangster, Ein Kriminalreport über Geschäfte und Verbrechen mit der Dummheit, 2. Aufl., Berlin (Ost) 1983, S. 57 ff.
- Fälscher & Falschgeld: Die Papiergeldfälschung, Teil 20
Fortsetzungsreihe, Teil 36 Die Herstellungstechniken falscher Banknoten, Teil 8 Fotografie Womit wir bei den Fotografien wären, die hauptsächlich nur bis in die 1950er Jahre vorkamen. Das dicke Fotopapier, mit dem der Fälscher sofort aufgefallen wäre, wurde gespalten oder abgeschmirgelt, um dünneres Papier zu erhalten. Es ergaben sich aber meist nur schlechte Reproduktionen. Ein typischer Fall von Fotografiefälschung aus der Zeit nach dem Krieg und der Währungsreform ereignete sich Anfang 1951 bei Stuttgart. In dem Städtchen K. nahe der Metropole sowie in Stuttgart selbst tauchten zu diesem Zeitpunkt gefälschte 5-DM-Scheine der ein Jahr zuvor neu ausgegebenen Serie BdL II mit dem Bild der Entführung der „Europa“ auf dem Stier auf. Aus dem von der Bank deutscher Länder erstellten Gutachten ging hervor, dass es sich bei den Falsifikaten um einen neuen Fälschungstyp handelte, der auf fotografischem Weg hergestellt und mit gewöhnlichen Wasserfarben koloriert worden war. Die Notennummern hatte der Täter mit einem Gummistempel aufgebracht, den jedes Bürofachgeschäft verkaufte. Mittlerweile waren über 20 Stück dieser Fälschung angehalten worden, die meisten davon in K., vier in Stuttgart und weitere drei in entfernteren Orten, die im regulären Zahlungsverkehr unerkannt dorthin gekommen waren, also sogenannte verschleppte Exemplare. Die Ermittler der Landespolizei (später: Landeskriminalamt) gingen daher davon aus, dass in oder in der Nähe von K. der Hersteller zu suchen war, vermutlich ein Berufs- oder ein versierter Hobbyfotograf. Die Überprüfung ergab jedoch, dass keine einschlägig Vorbestraften dort ihren Wohnsitz hatten. Die Geschäftsleute wurden nun mittels Handzettel vor den falschen Fünfern gewarnt, und der Inhaberin eines Lebensmittelgeschäftes gelang es daraufhin, eine Falschnote zu erkennen. Der Verausgeber, der Käufer einer Tafel Schokolade, hatte jedoch bereits das Geschäft verlassen und war außer Sichtweite. Die Geschäftsfrau konnte der Polizei aber eine recht gute Personenbeschreibung liefern. Demnach handelte es sich um einen älteren Mann mit weißem Spitzbart, was dazu führte, dass sich in der Folgezeit manch älterer Herr mit Spitzbart eine Personenkontrolle gefallen lassen musste. Aufgrund einer weiteren Verausgabung eines falschen Fünfers gelang es schließlich nach einigen Wochen, den Gesuchten in einem Dorf in der Nähe von K. aufzuspüren und festzunehmen. Es handelte sich um einen 70-jährigen Flüchtling aus Schlesien, der sich bislang nichts hatte zu Schulden kommen lassen. Die pure Not hatte ihn getrieben. Er lebte, wie so viele heimatvertriebene Menschen in diesen Tagen, in äußerst bescheidenen Verhältnissen. Zur Tatzeit bezog er eine monatliche Invalidenrente von 71 DM sowie 29 DM Soforthilfe. Das von ihm als Berufsfotograf immer noch betriebene kleine Fotogeschäft, das vor der Währungsreform leidlich gut gegangen war, warf im Monat gerade einmal 3 DM Gewinn ab – zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel. Der Beschuldigte hauste zusammen mit seiner Frau in einer armseligen Dachkammer und konnte sich nach eigener Aussage von dem ihm zur Verfügung stehenden Einkommen meist noch nicht einmal eine Tafel Schokolade leisten, die er doch so gerne essen würde. In der genannten Dachkammer hatte er sich eine primitive Werkstatt eingerichtet, wobei er eigentlich erst durch einen entsprechenden Zeitungsartikel auf die Idee gekommen war Falschgeld herzustellen, um seine finanzielle Situation etwas zu verbessern. Die Fluoreszenzeigenschaften der ehemaligen 100-DM-Note der Ausgabe BBk III im Vergleich echt/falsch. Das Papier des echten Scheins (ganz oben) bleibt dunkelviolett („UV-dunkel“), während dasjenige der Fälschung durch die im Papier enthaltenen Aufheller hellblau leuchtet. Das durch Aufdruck vorgetäuschte „Wasserzeichen“ ist deutlich zu erkennen. Die qualitativ deutlich bessere Druckfälschung der Klasse DF 34 (ganz unten) weist sowohl eine Reaktion des Papiers als auch eine Fluoreszenz auf, die nahezu der echten Banknote entspricht. Die Herstellung an sich war recht primitiv: Er verwendete eine alte 13 x 18 Kamera, die es ihm ermöglichte, die Negative in natürlicher Größe des Banknotendruckbildes zu fertigen. Für die Notenrückseite benutzte er Pigmentpapier, das er selbst herstellte. Die Verwendung von Pigmentpapier, schon zur damaligen Zeit nicht mehr gebräuchlich, hatte auch die Bank deutscher Länder bei ihren Untersuchungen der falschen Scheine erkannt. Daraus folgte eine Anfrage der Kriminalpolizei bei der Firma Hanfstängl in München, die das Monopol für Pigmentpapier besaß, ob in letzter Zeit ein Käufer aufgefallen wäre, was aber mit dem Hinweis verneint wurde, dass Pigmentpapier kaum noch verlangt würde, da dieses Kopierverfahren nur noch alten Fachfotografen geläufig sei und auch von diesen nur noch selten angewendet werden würde. Der Fälscher mischte also einen Teil Plakatschwarz, einen Teil Gelatine und zwei Teile Wasser. Diese Mischung brachte er, leicht angewärmt, auf gewöhnliches Papier auf, das er in nassem Zustand auf eine Glasplatte aufgezogen hatte. Nach dem gleichmäßigen Verteilen und Trocknen der Masse behandelte er diese Schicht mit einer 4%igen Kalium-Bichromat-Lösung, um sie lichtempfindlich zu machen. Eine Handzeichnung der 100-DM-Banknote, Ausgabe II der Bank deutscher Länder. Neben der teils unterschiedlichen Farbgebung fällt der veränderte Gesichtsausdruck des Muffel-Porträts auf. Auf das so hergestellte Pigmentpapier kopierte der Fälscher nun die Rückseite des 5-DM-Scheines auf, legte es nach dem Belichten in Wasser und dann auf den vorher ebenfalls eingeweichten Abzug der Notenvorderseite. Beide Teile wurden dann aus dem Wasser genommen und auf einer flachen Unterlage vorsichtig aufeinandergepresst. Nachdem die beiden Teile etwas angetrocknet waren, wurden sie so lange in lauwarmes Wasser gelegt, bis sich das Pigmentpapier löste. Schließlich wurde der Abzug in klarem Wasser gewässert, bis die Zeichnung sauber erschien und anschließend getrocknet. Das Wasserzeichen hatte er als Negativ unter Durchbelichtung eines echten 5-DM-Scheins auf dünnem Brom-Silberpapier hergestellt. Dieses Negativ kopierte er auf ebenfalls selbst gefertigtes weißes Pigmentpapier und übertrug es im gleichen Verfahren wie oben geschildert auf die Fälschung. Dies ergab zwar keine besonders deutliche Nachahmung des Wasserzeichens, aber es reichte aus, um wenigstens ansatzweise ein solches vorzutäuschen. Nach diesen Arbeitsgängen kolorierte er seine Werke mit ganz normalen Anilinfarben und stempelte anschließend die Notennummern auf. Da jedoch die Stempelfarbe nicht genügend deckte, zog er die Buchstaben und Zahlen mit roter Tusche nach. Den bei echten Noten dieser in England hergestellten Serie vorhandenen metallähnlichen Sicherheitsfaden stellte der Fotograf durch einen feinen Strich mit einer Ziehfeder nach, wozu er Deckweiß verwendete. Der Absatz dieser eigentlich recht primitiven Fälschungen klappte nach Aussage des Täters meist reibungslos. Lediglich beim Einkauf in einem Kolonialwarengeschäft eines kleineren Dorfes sei die Ladeninhaberin misstrauisch geworden und habe gesagt, „der Schein sehe so komisch aus, den nehme sie nicht“. Daraufhin habe er seinen Einkauf mit echtem Geld bezahlt. Der Richter berücksichtigte die Situation und die wirtschaftliche Notlage des Mannes und verhängte die für ein Münzverbrechen relativ niedrige Strafe von nur fünf Monaten Gefängnis. Fortsetzung folgt … Karlheinz Walz: Fälscher & Falschgeld, 280 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-86646-084-3. Das Buch können Sie für nur 9,90 EUR in unserem Online-Shop kaufen!
- Vondel I + II
Der Niederländer Robert Deodat Emile Oxenaar (1929 – 2017) schuf in seiner Zeit als führender Grafikdesigner und Hochschullehrer für Produktdesign viele Entwürfe für die Post (PTT) und die Zentralbank der Niederlande (DNB). Sein erster Entwurf 1964 für einen Guldengeldschein führte zu einem solch erfolgreichen Ergebnis (s. Abb. 1), dass alle ganz begeistert waren, außer ihm selber. Das Angebot, neue Scheine in den höheren Stückelungen zu entwerfen, nahm er zwar an, aber nur unter der Maßgabe einer stärkeren Einbindung in den Herstellungsprozess bei der Druckerei Joh. Enschedé und Söhne/Haarlem. Er wollte weg von den traditionellen Porträtscheinen, hin zu mehr Farbe und Lebendigkeit in der Darstellung. Demzufolge kamen die neuen Scheine aus der ersten historischen Serie berühmter einheimischer Persönlichkeiten (erflaters I) mit ihren starken Farben auf weißem Papier und den kräftigen Linienführungen den Niederländern selber und den Geldwechslern im Ausland 1968 zuerst eher wie Spielgeld vor. (s. Abb. 2) Abb. 1a/b: De Nederlandsche Bank, 5 Gulden vom 26.4.1966, Vorder- und Rückseite, Vondel I. Durch die Einführung von Geldzählmaschinen in niederländischen Banken ab 1970 waren die sog. Vondel I-Fünfer nämlich nun auch zur Neugestaltung vorgesehen und „Ootje“ Oxenaar konnte sich endlich bei diesem Schein in der Gestaltung durchsetzen, behielt aber verblüffend viel vom Vorgängermodell bei. Der Kopf von Joost van den Vondel (1587–1679) war zwar zur anderen Seite gedreht und statt des Kupferstichs von Theodor Matham ca. 1641 nach einer Zeichnung von Joachim von Sandrart (1606–1688) hat er wohl den Stich eines J. v. d. Vondel in späteren Jahren verwendet, aber die grundsätzliche Darstellung und Farbgebung blieb ziemlich gleich. Ähnlich die Rückseite. Hier erlaubte er sich sogar den Scherz, die Gedichtzeile aus einem von Vondels Werken „Twee vaten heeft Jupijn“ auf dem späteren Schein Vondel II zu vervollständigen mit „Hij schenckt nu zuur nu zoet“. Mit einer Lupe erkennbar im oberen Rand der Schauburg links der Mitte. Beide Scheine verfügen über das gleiche Wasserzeichen, ein Tintenfass mit eingetunkter Schreibfeder. Abb. 2a/b: De Nederlandsche Bank, 5 Gulden vom 28.3.1973, Vorder- und Rückseite, Vondel II. Oxenaar war bekannt für seine Scherze, etwas im Druckbild des Geldscheins zu verstecken, offiziell um die Fälschungssicherheit zu erhöhen. So war er auch sehr aufgeregt und wissbegierig zu erfahren, wann erste Fälschungen seiner Scheine auftauchten und welche eingebauten persönlichen Kleinigkeiten die Fälscher übersehen hätten. Auf der Rückseite beider Scheine befinden sich links unten auf dem Rand die Anfangsbuchstaben seiner drei offiziellen Vornamen: RDE, sein Familienname, gefolgt von der Bezeichnung für den Erschaffer dieser Banknote „INV“ (lat. inventit - er hat's gemacht). Abb. 3: Ausschnitt Vondel II, Rückseite Neben der Persönlichkeit des Künstlers findet sich dessen Name auf dem Schein, auch etwas, was sich auf Banknoten der Deutschen Bundesbank nicht findet. Die Umlaufzeit der kleinen Note war zu kurz, so dass die steigenden Kosten bei der Herstellung zu einer „stillen Einziehung“ der Note führte, als 1988 – 2001 ein Fünfguldenstück mit dem Bild der Königin Beatrix (1980 – 2013) in einer bronzierten Nickelversion verausgabt wurde. Eingezogene Scheine wurden nicht mehr ersetzt, können aber noch bis 2025 zum Umtausch in Euro eingereicht werden. Christian Merker Abb. 1 –3: Sammlung Jürgen Schilde, Münze: Christian Merker
- Honduras: 200-Lempiras-Noten kommen im September
Die Banco Central de Honduras gab bekannt, im September neue Banknoten über 200 Lempiras in Umlauf zu bringen: Thema dieser Scheine sind das 200-jährige Jubiläum der Unabhängigkeit des Landes, die Bildung und der Umweltschutz. Trotz dieses Jubiläums stellt dieser Schein keine Gedenknote für Sammler dar, sondern wird als Umlaufnote und zweitgrößtes Nominal der aktuellen Banknotenfamilie ausgegeben. Die drei Motivgruppen werden gestalterisch durch das erste Regierungsgebäude der Provinz Honduras – heute das Archäologische Museum von Comayagua –, in dem am 28. September 1821 die Unabhängigkeit erklärt wurde, durch Schulkinder und ein offenes Buch sowie durch zwei Hellrote Aras, Nationalvögel von Honduras, im Flug über das Biosphärenreservat und UNESCO-Weltnaturerbe Río Plátano dargestellt. Ausgestattet sind die neuen Noten mit Sicherheitsmerkmalen wie beispielsweise einem Sicherheitsfaden mit 3D-Effekt, fluoreszierenden Teilen, OVI-Effekten sowie haptischen Erkennungselementen für Menschen mit Sehbehinderung. Der Druck erfolgte durch Giesecke & Devrient. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)
- Georgien: 5- und 20-Lari-Noten aktualisiert
Am 1. Juli 2021 gab die Nationalbank Georgiens eine erneuerte Version der 5- und 20-Lari-Noten in Umlauf. Gestaltung sowie Sicherheitsmerkmale bleiben dieselben, jedoch wurde das Farbschema des Hintergrunds leicht modifiziert, um diese beiden Nominale einfacher voneinander unterscheiden zu können. Die neuen Scheine tragen die Jahresangabe "2021". Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)
- Leserpost: Taktile Elemente für Menschen mit Sehbehinderung auf albanischen Noten
Sehr geehrte Damen und Herren, gerade lese ich den Artikel von Kana Totsuka über die neuen Banknoten der Skipetaren, da fällt mir beim Stichwort 200 Leke ein, dass sie schon im Oktober 2019 einen interessanten Bericht über albanische Neuerscheinungen veröffentlicht hatte und bei mir ein 200ter von 2001 im Album steckt (s. Anlagen). Bei einem Tagesausflug mit der Fähre Pfingsten 2009 von Korfu aus nach Sarandra und Burtrint hatte ich den Geldwechsler extra um ein sauberes Exemplar gebeten. Damals natürlich ohne Durchsichtfenster. Vieles von diesem Schein wurde, wie von Totsuka richtig festgestellt, 2017 wieder verwendet. Allerdings nicht die beiden Blindentastpunkte! Deshalb meine Frage, ob man davon generell wieder abgekommen ist – oder gibt es andere Hilfsmerkmale für sehschwache Menschen bei albanischem neuen Geld? C. Merker Antwort der Redaktion Auch die neuen albanischen Noten weisen taktile Elemente auf, die Menschen mit Sehbehinderung eine unproblematische Identifizierung des Nominals gewährleisten sollen. Diesmal sind es jedoch im Gegensatz zur alten Serie keine Punkte, Dreiecke oder Quadrate: Bei den neuen Scheinen handelt es sich um Schräglinien am linken und rechten Rand, deren Anzahl und Anordnung je nach Nominal variieren – wie wir sie beispielsweise auch von den Euro-Banknoten kennen. Kana Totsuka
- Fälscher & Falschgeld: Die Papiergeldfälschung, Teil 19
Fortsetzungsreihe, Teil 35 Die Herstellungstechniken falscher Banknoten, Teil 7 Stichtiefdruck Der beim Druck echter Banknoten angewandte Stichtiefdruck liefert die hochwertigsten, gegen Fälschung am besten geschützten Druckerzeugnisse. Er ist sehr aufwendig, weshalb er beim Fälschen von Banknoten nur in seltenen Fällen angewendet worden ist, dann aber auch sehr gefährliche Nachahmungen produziert hat. Die Technik dieses Druckverfahrens wurde weiter oben bereits beschrieben, sie ist für den Fälscher am schwersten. Die Schwierigkeiten für ihn beginnen bereits beim Fotografieren des Tiefdruckbildes, da die erhaben auf dem als Muster dienenden echten Banknotenbild liegenden Linien Schatten werfen, die ungewollt mitfotografiert werden. Dennoch haben sich in der Vergangenheit einige Fälscher am Tiefdruckverfahren versucht. Wir werden in einem späteren Kapitel den Fälscher Karl Peglow kennenlernen, der mittels selbst gebauter Apparaturen in der Lage war, den Stichtiefdruck echter DM-Banknoten perfekt zu imitieren, sodass selbst die Falschgeldfachleute der seinerzeitigen Bank deutscher Länder zunächst vor einem Rätsel standen. Heute sind die ebenfalls schon ausführlich erwähnten Superdollars ebenfalls im originalen Stichtiefdruck hergestellt. Im Ausland wird diese Druckart meist Intaglio genannt, wobei früher oft auch auf gefeuchtetes Papier gedruckt wurde. Dieses sogenannte Wet-Intaglio wurde bis etwa 1957 bei den amerikanischen Dollarnoten angewendet. Es ergab nach dem Trocknen durch unterschiedlich starkes Zusammenziehen des Papiers oft messbare Größendifferenzen des Druckbildes, die Noten wirkten nicht wie heute völlig druckfrisch, sondern sahen immer leicht „zerknittert“ aus. Ein Beamter des BKA mit einem Druckbogen falscher Hundert-Dollar-Noten des (Kunst-)Fälschers Hans-Jürgen K. Fortsetzung folgt … Karlheinz Walz: Fälscher & Falschgeld, 280 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-86646-084-3. Das Buch können Sie für nur 9,90 EUR in unserem Online-Shop kaufen!












