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  • Aktion "Geldscheine im Geschichtsunterricht"

    Kaum war der Aufruf auch in der Ausgabe 05/2021 der Zeitschrift "Münzen & Sammeln" erschienen, schickte uns Herr Müller eine umfangreiche Sendung von Reichsbanknoten, Reichs- und Darlehnskassenscheinen der Kaiserzeit und "Weimarer Republik", von Notgeldscheinen der Inflation, Reichsbanknoten des "Dritten Reichs" sowie einem Fünfziger der Alliierten Militärbehörde und Münzen. Herzlichen Dank! Über den Hauptmenü-Punkt "AKTION" berichten wir Sie über alle Sachspenden zu Unterstützung des Einsatzes von historischen Geldscheinen für den Geschichtsunterricht an Schulen und damit auch für die Nachwuchsförderung. https://www.geldscheine-online.com/aktion Hans-Ludwig Grabowski

  • Geldscheine im Geschichtsunterricht: Zum Stand der Aktion

    Liebe Freunde des gedruckten Zahlungsmittels, ich möchte mich heute persönlich bei Ihnen melden, um ein paar Gedanken zu teilen. Vor etwa einem Monat kam mir die Idee, dass Geldscheine im Geschichtsunterricht eine wirklich gute Möglichkeit wären, die Vergangenheit „begreifbar“ zu machen. Ich schrieb eine Mail an Herrn Grabowski mit der Bitte, mir doch eine Bezugsquelle für günstige Banknoten zu nennen. Keine 30 Minuten später hatte ich eine Antwort in meinem Postfach, mit der ich nicht rechnete. In einem persönlichen Telefonat entstand schnell die Idee, eine Aktion „Geldscheine im Geschichtsunterricht“ auch in andere Schulen zu tragen. Ich war sofort begeistert und begann, Kontakte zu knüpfen. Mittlerweile konnte ich drei weitere Kollegen für die tolle Sache gewinnen, sodass die Aktion bisher in drei hessischen und einer bayerischen Schule anlaufen konnte. Möglich ist dies alles nur dank Ihrer Unterstützung! Deshalb möchte ich an dieser Stelle unbedingt meinen Dank ausdrücken! Ich danke den Spendern von Banknoten, die es durch ihren Einsatz erst ermöglicht haben, den Unterricht auf diese besondere Art und Weise anschaulich zu machen. Außerdem danke ich dem Verlag Battenberg Gietl, der durch die Bereitstellung von Literatur und der Seite „Geldscheine-online“ die Grundlage für eine solche Idee und deren Umsetzung geschaffen hat. Ein ganz besonderer Dank geht an Herrn Grabowski, der sofort mit Feuereifer für die Sache einstand und mit persönlichen Spenden, fachlichem Rat und technischer Unterstützung der Grundpfeiler der Aktion ist! Es sind mittlerweile weitere Ideen entstanden, über deren Entwicklung Sie hier auf dem Laufenden gehalten werden. Sie dürfen gespannt sein. Einen ersten Einsatz haben die Banknoten schon erfahren. Ich habe dazu ein Foto angefügt. Leider im Zuge der Pandemie noch vor leeren Rängen und nur digital, aber trotzdem mit Begeisterung der Schüler zuhause. Ich habe Ihnen versprochen, dass wir bald in Präsenz auch die Originale genau unter die Lupe nehmen werden. Die (bisher) vier Schulen werden Sie, liebe Leser mit weiteren Bildern und Berichten an der Entwicklung teilhaben lassen. Beste Grüße aus Südhessen Timo Kiel Anmerkung der Redaktion Zwischenzeitlich sind weitere Spenden eingegangen, wofür wir uns herzlich bedanken. Den Aufruf zur Aktion "Geldscheine im Geschichtsunterricht" mit Danksagung an jeden einzelnen Spender finden Sie unter dem Hauptmenüpunkt "AKTION".

  • Von Aphrodite bis Zeus – Götter der Antike auf Banknoten

    Mythologie spielte eine große Rolle im Alltagsleben der Menschen in der Antike. Die Welt der Götter war in allen Lebensbereichen präsent. Dabei waren sie den Menschen sehr ähnlich: sie liebten, stritten, betrogen und töteten. Die vielen Geschichten rund um die antiken Götter erklärten den Ursprung der Welt und der Menschheit sowie viele Naturphänomene. Zugleich erzählten sie von Menschen in Extremsituationen. Zum allgemeinen Bildungskanon gehörte die Kenntnis der Götter mit ihren Attributen, die nicht nur ihre Eigenschaften symbolisierten, sondern auch als Erkennungsmerkmale dienten. Das kollektive Wissen um die Götter wurde auf Gegenständen des Alltags weitergegeben, so z.B. auf Abbildungen der Vasenmalerei, Kleinkunst-Skulpturen und nicht zuletzt Münzen. Im öffentlichen Raum waren die Tempel und Kultstätten der sichtbarste Ausdruck der Präsenz der Götterwelt im Leben der Menschen. Seit Einführung des Papiergelds gegen Ende des 18. Jahrhunderts setzte sich diese antike Tradition fort. Mit der Entstehung eines Bildprogramms auf Banknoten wurde die Darstellung antiker Götter und Mythen ein fester Bestandteil der Ikonographie. Die Figuren der griechischen und römischen Mythologie wurden als Symbol und Sinnbild für die Wirtschaft verwendet. Da die klassische Bildung im 18. und 19. Jahrhundert die Kenntnis der antiken Mythologie umfasste, waren die Götter und ihre Attribute den Menschen präsent. Für die Gestaltung der Banknoten konnten die Notenbanken auf Vorlagen zurückgreifen. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts waren Druckwerke entstanden, die alle Stilformen der Antike abbildeten. Diese wurden von den Künstlern gerne mit modernen Elementen kombiniert. So finden sich viele der ursprünglich den Göttern zugehörigen Attribute bei Personifikationen von Städten. Zunächst dienten die Darstellungen antiker Götter auf Banknoten also vor allem als Allegorien. Die Vorlagen basierten auf fiktiven Entwürfen, gefertigt von Graveuren und Stechern. Dies änderte sich gegen Mitte des 20. Jahrhunderts. Die Götter repräsentierten nun das kulturelle Erbe einer Nation. So fanden jetzt auch berühmte Kunstwerke der Antike als Motive auf Banknoten Verwendung. Im Folgenden wird anhand von Beispielen die Darstellung der antiken Götter auf Banknoten erläutert. Abb. 1: Zypern, Central Bank of Cyprus, 20 Pfund, 1.4.2004, Vorder- und Rückseite. Aphrodite, die griechische Göttin der Schönheit und Liebe, ist auf einer 20-Pfund-Note der Republik Zypern von 2004 (Abb. 1) abgebildet. Hier wurde der Torso der „Aphrodite von Soloi“ aus dem 1. Jahrhundert v.u.Z. als Vorlage ausgewählt. Zypern war in der Antike eines der Hauptzentren der Verehrung der Aphrodite. Der Sage nach ist sie nach ihrer Geburt aus dem Meeresschaum dort an Land gegangen. Im Hintergrund auf der Rückseite ist wahrscheinlich eben diese Bucht im Süden Zyperns dargestellt. Zudem ist das Schiff von Kyrenia zu sehen. Dabei handelt es sich um ein antikes Handelsschiff, das vermutlich 300 v.u.Z. gesunken ist. Das Wrack wurde 1965 im Norden Zyperns entdeckt und ist heute im Schiffswrack-Museum in Kyrenia ausgestellt. Auf der Banknote werden also Kulturdenkmäler aus der seit 1974 in die Republik Zypern im Süden und die Türkische Republik Nordzypern geteilten Insel gezeigt. Athene, bzw. ihr römisches Pendant Minerva, gehört zu den am häufigsten abgebildeten Gottheiten auf Banknoten. Sie ist die Göttin der Weisheit, der Klugheit und der Künste, sowie des Krieges und des Handwerks. Außerdem ist sie die Stadtgottheit Athens. Schon bei ihrer Geburt erschien sie vollbewaffnet mit Helm, Schild und Lanze. Weitere Attribute sind die Eule als Symbol für Weisheit und der Ölbaum, ein Geschenk an die Bürger Athens. Auf Banknoten wurde Athene vor allem als Symbol für Weisheit und Vertrauen eingesetzt. Abb. 2: Paraguay, República del Paraguay, 50 Centavos, 28.1.1916, Vorderseite. Am Beispiel Athene zeigt sich, dass verschiedene Druckereien, so z.B. die American Banknote Company, Klischees für mehrere Auftraggeber verwendeten. So verwundert es zunächst, Athene auf einem Geldschein von Paraguay aus dem Jahr 1916 (Abb. 2) zu sehen. Eine mögliche Erklärung liefert ein Blick auf die Entstehung der Banknote. Die American Banknote Company hatte für eine griechische Note des Jahres 1905 das gleiche Motiv verwendet. Abb. 3: Hongkong, The Hongkong & Shanghai Banking Corporation, 1 Dollar, 1.6.1935, Vorderseite. Ein weiteres Beispiel für ein wanderndes Klischee ist eine Banknote aus Hong Kong von 1935 (Abb. 3). Nach der ausgebenden Bank, der Hongkong & Shanghai Banking Corporation (HSBC), soll es sich um Britannia, die Personifikation Großbritanniens, handeln. Britannia wurde schon in der Antike auf Münzen abgebildet und weist ähnliche Merkmale wie Athene auf. So trägt auch sie den korinthischen Helm, allerdings nicht, wie auf der Banknote zu sehen, mit Sphinx und Pegasus. Abb. 4: Griechenland, Bank of Greece, 5 Drachmen, 10.11.1897, Rückseite. Vermutlich wurde hier ein vorhandenes Klischee falsch zugeordnet. Denn dieses Bildnis der Athene findet sich auch auf einer griechischen Banknote (Abb. 4). Beide Noten wurden von der englischen Druckerei Bradbury, Wilkinson & Co hergestellt. Griechenland definiert sich wie kaum ein anderes Land bis heute über seine antike Vergangenheit. Dementsprechend wurde die Ikonographie der Banknoten von Beginn an stark durch Motive der Antike geprägt. Einen großen Stellenwert nahmen hierbei die griechischen Götter ein. Abb. 5: Griechenland, National Bank of Greece, 500 Drachmen, 1.10.1932, Vorderseite. Das erste Beispiel von 1932 (Abb. 5) zeigt Athene, basierend auf der Skulptur „Athene von Varvakeion“. Abb. 6: Griechenland, Bank of Greece, 5.000 Drachmen, 19.7.1943, Vorderseite. Eine spätere Banknote aus dem Jahr 1943 (Abb. 6) nimmt die Skulptur „Athena Velletri“ zur Vorlage. Abb. 7: Griechenland, Bank of Greece, 100 Drachmen, 8.12.1978, Vorderseite. Schließlich verbindet sich Antike mit Moderne: die Banknote von 1978 (Abb. 7) zeigt die Göttin der Weisheit nach der Statue „Athene von Piräus“ zusammen mit der Universität von Athen. Die Druckprobe eines geplanten 500-Mark-Scheins von 1876 zeigt Minerva. Die römische Schutzgöttin des Handwerks und Gewerbes wurde im Laufe der Zeit Athene gleichgesetzt. Abb. 8: Hessen, Kurhessische Leih- und Commerzbank, 10 Taler, 1.5.1855, Vorderseite. Eine der am häufigsten dargestellten Figuren ist der griechische Gott Hermes bzw. sein römisches Pendant Merkur. Der Gott des Handels und der Reisenden, aber auch der Diebe und Betrüger zählte schon in der Antike zu den beliebtesten Göttern. So setzten sich die Herrscher der Antike gerne mit ihm gleich, wie z.B. Alexander der Große. Hermes verkündete die Botschaften der Götter und begleitete die Verstorbenen in die Unterwelt. Zu seinen Attributen zählen der Petasos, eine geflügelte Kappe, geflügelte Schuhe sowie der Hermesstab, lateinisch Caduceus. Der Hermesstab wird von zwei Schlangen umwunden und an seinem oberen Ende befinden sich zwei Flügel. Er symbolisiert vor allem den Handel, ähnlich wie der Geldbeutel, den Merkur oft in seinen Händen hält. Besonders die Notenbanken der altdeutschen Staaten verwendeten häufig Hermes als Ausdruck ihrer Tätigkeit. So ist er auf der 10-Taler-Note der Kurhessischen Leih- und Commerzbank von 1855 (Abb. 8) als Knabe links zu sehen, erkennbar an den Attributen geflügelter Helm und Hermesstab. Ihm gegenüber ist eine Personifikation der Industrie abgebildet. Die Kurhessische Leih- und Commerzbank, 1721 gegründet, etablierte sich als verläßliches Kredit- und Handelsinstitut und genoß ein hohes Ansehen in der Bevölkerung. Allerdings verstrickte sich die Bank seit Mitte der 1820er Jahre in Spekulationsgeschäfte, die zu hohen Verlusten führten. Zur Deckung ihres Geldbedarfs gab sie seit 1850 eigene Banknoten aus. Erst als die Bank 1859 ihre Noten nicht mehr einlösen konnte, wurden die Ausmaße der zwielichtigen Geschäfte öffentlich bekannt. Abb. 9: Danzig, Danziger Privat-Actien-Bank, 10 Taler, 1.7.1857, Rückseite. Das nächste Beispiel verdeutlicht die Verbindung antiker Figuren mit zeitgenössischen Elementen. Auf der Rückseite der 10-Taler-Note der Danziger Privat-Actien-Bank von 1857 (Abb. 9) verbirgt sich hinter der Personifikation der Stadt Danzig (Bildmitte) etwas verschüchtert ein Hermes-Knabe. Neben der Stadtgöttin befinden sich die Personifikationen der Weichsel (links) und der Ostsee (rechts). Am unteren Bildrand sind weitere Symbole des Handels und der Wirtschaft zu sehen: Hermesstab, Münzen und ein Anker. Mit dieser Darstellung betonte die Bank ihre Bedeutung für die Wirtschaft und den Handel der Stadt Danzig. Abb. 10: Lübeck, Commerz-Bank in Lübeck, 20 Taler, 1.7.1865, Vorderseite. Als Ausdruck des Selbstverständnisses und der Tätigkeitsfelder der ausgebenden Banken findet Hermes auf zahlreichen weiteren Banknoten Verwendung. So erscheint Hermes zusammen mit einer Personifikation der Schifffahrt auf den Noten der Commerz-Bank in Lübeck (Abb. 10). Auf der linken Seite ist Hermes, erkennbar an der geflügelten Kappe und dem Hermes­stab, auf der rechten Seite ein junger Mann mit Ruderblatt und Anker abgebildet. Mit diesen Motiven verweist die Commerz-Bank auf ihre Hauptgeschäftsfelder: die Vergabe von Krediten und Versicherungen für Handel und Schifffahrt. Abb. 11: Bayern, Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank, 10 Gulden, 1.7.1865, Vorderseite. Auch die Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank bediente sich des Hermes zum Ausdruck ihrer Tätigkeit. Der 10-Gulden-Schein von 1865 (Abb. 11) zeigt Hermes als Knaben, der am Rockzipfel einer Frau, der Personifikation der Bank, hängt. Gegenüber ist eine Personifikation der Landwirtschaft zu sehen. Damit betont die Bank ihren Gründungszweck: die Förderung der Landwirtschaft durch Vergabe von Krediten und Hypotheken. Abb. 12: Sachsen, Sächsische Bank zu Dresden, 10 Taler, 15.1.1866, Vorderseite. Ein recht verschmitzter Hermes mit Geldbündel in der Hand ist auf der 10-Taler-Note der Sächsischen Bank von 1866 (Abb. 12) zu sehen. Auf der linken Seite ist eine Personifikation der Bank abgebildet. Dieses Motiv wurde auf den folgenden Ausgaben der Sächsischen Bank im Kaiserreich fortgeführt, die zusammen mit drei anderen Notenbanken noch bis 1935 neben der Reichsbank Noten ausgeben durfte. Abb. 13: Deutsches Reich, Reichsbank, 50 Reichsmark, 30.3.1933, Rückseite. Auf den Noten der Reichsbank selbst wurde in der Regel auf antike Figuren verzichtet. Ausnahmen bilden z.B. ein 1000-Mark-Schein von 1876, der auf der Rückseite einen Hermes-Knaben mit Füllhorn zeigt sowie ein 50-Reichsmark-Schein von 1933 (Abb. 13) mit Brustbild des Hermes auf der Rückseite. Abb. 14: Argentinien, El Banco de la Provincia de Buenos Ayres, 10 Centesimos Fuertes, 1.1.1869, Vorderseite. Darstellungen von Hermes finden sich nicht nur auf den Banknoten altdeutscher Staaten. So ist er auf einer argentinischen Banknote von 1869 (Abb. 14) zu sehen. Ob Hermes und seine Eigenschaften der Bevölkerung bekannt waren, kann an dieser Stelle nicht beantwortet werden. Eine mögliche Erklärung für die Auswahl des Motivs liegt bei der herstellenden Druckerei, der American Banknote Company. In den Vereinigten Staaten erfolgte seit dem 18. Jahrhundert eine vielseitige Rezeption der Antike. Diese schlug sich vor allem in Politik und Architektur nieder, aber auch auf Banknoten erscheinen vereinzelt antike Figuren. Das selbe Motiv findet sich auf einer griechischen Banknote von 1889, ebenfalls gedruckt von der American Banknote Company. So fand Hermes als wanderndes Klischee Verwendung auf Banknoten dieser Druckerei. Abb. 15: Bolivien, El Banco de la Nacion Boliviana, 1 Boliviano, 11.5.1911, Vorderseite. Bolivien bietet ein besonderes Beispiel für die Verbindung der Antike mit der Moderne. Auf der Banknote aus dem Jahr 1911 (Abb. 15) sitzt ein nackter Hermes auf einem Elektro-Motorblock. Erkennbar ist Hermes an seinen Attributen, der geflügelten Kappe, den geflügelten Schuhen sowie dem Hermesstab. Die Bedeutung dieser allegorischen Darstellung lässt sich aus der Geschichte Boliviens ableiten. Seit der Unabhängigkeit im Jahr 1825 befand sich der junge Staat in einer permanenten politischen Krisen-Situation. Erst seit den 1880er Jahren begann eine Phase der politischen Stabilität und des wirtschaftlichen Aufschwungs. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begann der Zinnabbau, in den folgenden Jahrzehnten wurde der Rohstoff zum wichtigsten Exportgut Boliviens. In diesem Zusammenhang erklärt sich die Wahl des Motivs: Hermes als Schutzgott des Handels sichert den erfolgreichen Export des Zinns. Der Elektromotor kann dabei als Symbol für den Aufbruch in die Industrialisierung gedeutet werden. Die Wasserfälle im Hintergrund verweisen auf die enorme Bedeutung der Wasserversorgung für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Abb. 16: China, The Mercantile Bank of India Limited, 1 Dollar, 1.7.1924, Rückseite. Auch im asiatischen Raum finden sich vereinzelt Geldscheine, die Hermes zeigen. So ist er auf der Rückseite einer 1-Dollar-Note von 1924 (Abb. 16) zu sehen. Diese Note wurde von der Mercantile Bank of India in Shanghai ausgegeben. Als Auslandsbank hatte die Mercantile Bank of India das Recht, Banknoten in bestimmten Gebieten auszugeben. Die Ausgabe der Noten diente vor allem der Finanzierung des Handels zwischen Asien, Europa und Amerika. Somit erklärt sich die Wahl des Motivs mit Hermes als Schutzgott des Handels. Abb. 17: Curaçao, 1 Gulden, 1942, Vorderseite. Das letzte Beispiel für den Gott Hermes führt nach Curaçao, ins Jahr 1942 (Abb. 17). Hermes wird als athletischer junger Mann dargestellt, der ausgestattet mit geflügelter Kappe, Flügelschuhen und Hermesstab vor einem Frachthafen posiert. Die Wahl dieses Motivs erklärt sich mit der Geschichte der ehemals niederländischen Kolonie Curaçao. Während des Zweiten Weltkriegs befanden sich auf Aruba und Curaçao die weltweit größten Erdölraffinerien. Um die Versorgung der Alliierten zu stören, griffen italienische und deutsche U-Boote im Frühjahr 1942 Aruba und Curaçao an. Bei dem Angriff wurden sechs Öltanker zerstört. Zum Schutz vor weiteren Angriffen entsandte die US-Regierung Militär auf die Karibikinseln. Eben zu dieser Zeit wurde der beschriebene Geldschein von der niederländischen Regierung ausgegeben, gedruckt von der American Banknote Company. Somit könnte Hermes hier als Personifikation der Vereinigten Staaten gedeutet werden, die als starker Partner die Erdölversorgung sichern. Abb. 18: Griechenland, Bank of Greece, 1000 Drachmen, 1.11.1970, Vorderseite. Zahlreiche weitere Vertreter des Olymps finden sich auf griechischen Banknoten. Der oberste Herrscher der griechischen Götterwelt, Zeus, ist auf einer 1000-Drachmen-Note von 1970 (Abb. 18) abgebildet. Daneben in der Bildmitte ist das Theater von Epidauros in Griechenland zu sehen. Die Darstellung basiert auf der Statue „Poseidon oder Zeus vom Kap Artemision“. Ob es sich bei der griechischen Bronzestatue aus dem 5. Jahrhundert v.u.Z. wirklich um Zeus handelt, ist nicht mit Sicherheit zu sagen. Da das Wurfgerät fehlt, kann die Figur entweder Zeus (Blitz) oder Poseidon (Dreizack) darstellen. Der Göttervater Zeus ist neben dem Blitz an seinen Attributen Zepter und Adler erkennbar. Abb. 19: Syrien, Central Bank of Syria, 500 Syrische Pfund, 1992, Vorderseite. Neben der klassischen griechisch-römischen Götterwelt zeigen Banknoten auch Figuren der altsyrischen Mythologie. Auf einer syrischen 500-Pfund-Note von 1992 (Abb. 19) ist in der Mitte die Göttin Anat abgebildet. An ihrer Brust trinken zwei Jünglinge. Rechts ist die Büste eines Prinzen zu sehen. Die Darstellung der Göttin beruht auf einem Elfenbeinpaneel, das zu einem im Königspalast von Ugarit gefundenen Bett gehört. Es stammt aus dem 13. Jahrhundert v.u.Z. Anat ist die Göttin der Fruchtbarkeit, der Liebe, des Krieges und Herrin der wilden Tiere. Mit der Liebe schafft sie neues Leben, durch den Krieg vernichtet sie es wieder. Damit werden in ihrer Göttergestalt Leben, Liebe und Tod vereint. Sie gehört zu den wichtigsten Göttergestalten der altsyrischen Mythologie. Ihre Attribute sind Hörner, Flügel und Sonnenscheibe, ähnlich der ägyptischen Gottheit Hathor. Abb. 20: Syrien, Central Bank of Syria, 50 Syrische Pfund, 1991, Vorderseite. Das letzte Beispiel (Abb. 20) zeigt eine weitere gelungene Verbindung von Antike mit Moderne. Neben dem Staudamm ist eine wassersprudelnde Gottheit aus Mari abgebildet. Die Skulptur der Gottheit stammt aus dem 18. Jahrhundert v.u.Z. Mari war ein mesopotamischer Stadtstaat und bedeutendes kulturelles Zentrum Vorderasiens. Die über 1 ½ Meter große Skulptur verfügt im Innern über eine Bohrung, durch die Wasser geleitet werden kann. Das Wasser sprudelt dann aus dem Gefäß hervor, welches die Göttin in der Hand trägt. Mit dieser Banknote wird die Bedeutung des Wassers für die Entwicklung einer Gesellschaft in Vergangenheit und Gegenwart betont. Götter der Antike auf Banknoten – dies ist und bleibt ein spannendes Thema. Es beleuchtet nicht nur die Welt der antiken Mythologie, sondern wirft einen spannenden Blick auf den Zeitgeist im 19. und 20. Jahrhundert. Zugleich führt es den Betrachter zu den Wurzeln einer Nation. Geschichte und Kultur eines Landes werden auf den Banknoten wieder lebendig. Spannend bleibt die Frage, wie in Zukunft das Erbe der Antike auf Banknoten präsentiert werden wird. Katharina Depner Abbildungsnachweis: Abb. 1–20: HVB Stiftung Geldscheinsammlung München Abb. 1, 5, 10, 18: Fotos: Nicolai Kästner, Staatliche Münzsammlung München

  • Zeugnisse der Geschichte: Überdruckprovisorium zu 500 Milliarden auf 5000 Mark vom 15. März 1923

    Land / Epoche: Deutsches Reich / "Weimarer Republik" Emittent: Deutsche Reichsbank Katalogisierung: Gra. DEU-146b / SCWPM GER-124 Nennwert / Währung: 500 Milliarden Mark Datierung / Gültigkeit: 15. März 1923 / Oktober 1923 bis 5. Juli 1925 Nicht ausgegebene Reichsbanknote zu 5000 Mark vom 15. März 1923, hergestellt in der Reichsdruckerei in Berlin, Vorder- und Rückseite. Ikonografie: Überdruckprovisorium auf einer nicht ausgegebenen Reichsbanknote zu 5000 Mark vom 15. März 1923. Vorderseite: Männliches Porträt nach dem Gemälde "Mann mit Kind" von Barthel Beham aus dem Jahr 1527. Zwei schwarze Reichsbanksiegel. Im Schaufeld links Ornament mit "RBD" für Reichsbankdirektorium und Wertangabe. Rückseite: Guilloche mit Wertzahl und Straftext im Oval, darüber und darunter "Reichsbanknote / Fünftausend Mark". Wertzahlen in den vier Ecken des Unterdruckmusters. Herstellung: Druck: Firmenzeichen G = Carl Flemming & C. T. Wiskott AG, Glogau (Schlesien) Papier: Links blau eingefärbt, mit Wilcox-Fasereinlagen Format: 145 mm x 90 mm Wasserzeichen: Wertzahl "5000" im senkrechten Spiralband Historischer Kontext: Bereits am Ende des Ersten Weltkriegs hatte die Mark die Hälfte ihrer Kaufkraft verloren gehabt. Mit dem Versailler Friedensvertrag hatten die Alliierten Deutschland und seinen Verbündeten die Alleinschuld am Ausbruch des Weltkriegs zugewiesen, was ihnen als Grundlage für immense Reparationsforderungen diente. Zwar wurde 1919 noch keine konkrete Summe genannt, doch bis zum 30. April 1921 war ein erster Abschlag in Höhe von 20 Milliarden Goldmark in bar und in Waren zu zahlen. Am 29. Januar 1921 legte schließlich der Oberste Rat der Alliierten im „Pariser Beschluss“ die Gesamthöhe der Wiedergutmachung auf 226 Milliarden Goldmark, zahlbar in 42 Jahresraten fest. Darüber hinaus hatte Deutschland noch 12% des Wertes seiner sämtlichen Ausfuhren an die Alliierten zu leisten. Die letzten Raten zahlte die Bundesrepublik Deutschland übrigens im Oktober 2010. Der Regierung der jungen "Weimarer Republik" blieb aufgrund dramatischen Devisenmangels nichts anderes übrig als der Versuch, die Reparationsforderungen durch Verhandlungen abzuschwächen, was sich direkt auf den Devisenkurs auswirkte. Bereits im Juni 1922 hatte Reichskanzler Wirth die Geldzahlungen an die Reparations-kommission mit dem Hinweis auf den Kursverlust der Mark und den inflationären Anstieg der Inlandspreise ausgesetzt. Auch die neue Regierung Cuno blieb bei diesem Kurs und konnte Sachreparationen aufgrund der enormen Belastungen für die deutsche Wirtschaft nur verzögert oder in geringeren Mengen leisten. Die Alliierten des Ersten Weltkriegs, allen voran Frankreich, wollten jedoch keinesfalls auf die geforderten Reparationsleistungen verzichten, zumal damit auch die französischen Kriegsschulden bei den Vereinigten Staaten von Amerika bezahlt werden sollten. Als am 11. Januar 1923 der französische Ministerpräsident seine Drohung wahr machte und eine französisch-belgische Armee in das Ruhrgebiet einmarschierte, um „produktive Pfänder“ zu nehmen, brach Panikstimmung aus und die deutsche Währung stürzte ab. Der Dollar-Kurs, der am 2. Januar 1923 noch bei 7260 Mark stand, erreichte noch am Tag der Besetzung den Wert von 10.450 Mark und kletterte bis zum 31. Januar auf 49.000 Mark. Weil die Herstellung und Ausgabe regulärer Reichsbanknoten eine lange Vorlaufzeit in Anspruch nahm, wären die mit Datum vom 15. März 1923 von der Reichsdruckerei hergestellten Noten zu 5000 Mark schon am Tag ihrer Ausgabe praktisch wertlos gewesen. Die Reichsbank verzichtete deshalb auf ihre Ausgabe und lagerte die Bestände ein. Überdruckprovisorium vom Oktober 1923 zu 500 Milliarden Mark, im Auftrag der Reichsbank hergestellter Firmendruck mit Überdruck des neuen Nennwertes, Vorder- und Rückseite. Mitte April 1923 gelang es der Reichsbank zwar durch den Einsatz des Goldes, das für die Reparationsleistungen vorgesehen war, den Dollar-Kurs stabil bei 21.000 bis 22.000 Mark zu halten, als der Dollar-Kurs am 14. Juni 1923 aber die 100.000-Mark-Marke überschritten hatte, gab die Reichsbank nach einem letzten Akt der Verzweiflung schließlich Ende Juni 1923 jeden Widerstand auf. Am 30. Juli 1923 wurde der US-Dollar schon mit 1,1 Millionen Mark gehandelt. Nur eine Woche später stand der Wechselkurs am 7. August bei 3,3 Millionen Mark. Die Reichsbank war trotz der Ausgabe immer höherer Werte von Reichsbanknoten nicht mehr in der Lage, mit der Inflation Schritt zu halten. Am 9. Oktober 1923 lag der Dollar-Kurs schon bei 1,12 Milliarden Mark und die deutsche Währung befand sich im freien Fall. Jetzt ließ die Reichsbank die nicht ausgegebenen 5000-Mark-Scheine provisorisch mit einem neuen Nennwert zu 500 Milliarden Mark überdrucken. Außerdem beauftragte sie die private Druckerei Flemming & Wiskott im schlesischen Glogau mit dem Nachdruck von 5000-Mark-Scheinen mittels angelieferter Original-Druckplatten und mit dem anschließenden Überdruck zu 500 Milliarden Mark, um die Auflage erhöhen zu können. Nur fünf Wochen später kostete der US-Dollar am 14. November 1923 aber schon 1,26 Billionen Mark! Da die Reichsbank bei dem rasanten Wertverfall der Papiermark nicht mehr in der Lage war, den Bedarf an Zahlungsmitteln zu decken, obwohl in der Hochinflation 1923 insgesamt 133 Druckereien und 30 Papierfabriken in ihrem Auftrag arbeiteten, die zusammen über 10,1 Milliarden Reichsbanknoten im Gesamtwert von 3877 Trillionen Mark herstellten – das entsprach einer Ladung von 1700 Eisenbahnwaggons, gab es in dieser Zeit auch eine wahre Flut von amtlichem und privatem Notgeld. Ende 1923 versuchte man, die Inflation durch sog. wertbeständiges Notgeld zu bremsen, und mit Einführung der Rentenmark, die auf einem Kurs von 1 Dollar / Rentenmark / Goldmark = 4,2 Billionen Mark basierte, kam schließlich das Ende der Inflation. Interpretation: Die von Frankreich an Deutschland zu leistenden Kriegsreparationen nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 beliefen sich auf 5 Milliarden Goldmark. Dieses Geld trug nach der Reichsgründung von 1871 nicht unwesentlich zum Aufschwung der deutschen Wirtschaft bei. Die unvergleichlich höheren Forderungen der Alliierten nach dem Ersten Weltkrieg, die auf Verhandlungen basierten, bei denen Deutschland kein Mitspracherecht hatte, und auf einem Vertrag, der nur unter Androhung von Strafmaßnahmen wie der vollständigen Besetzung Deutschlands und der Einbehaltung aller deutschen Kriegsgefangenen und unter Protest der deutschen Seite zum Abschluss kam und deshalb auch von den meisten Deutschen als Diktat und Schmach empfunden wurde, beliefen sich am Ende auf 226 Milliarden Goldmark zuzüglich enormer Warenlieferungen und territoriale Verluste. Als Deutschland mit der Lieferung von Kohlen in Verzug kam, besetzten französische und belgische Truppen schließlich das Rheinland und das Ruhrgebiet. Unter der Last der Reparationen brach die deutsche Währung zusammen und der ungerechte "Frieden" von Versailles ebnete mit all seinen Folgen den Weg für radikale Strömungen von Links und Rechts und damit auch für die sog. "Machtergreifung" der Nationalsozialisten. In den Wahlkämpfen der "Weimarer Republik" hatten diese sogar das wertlos gewordene Papiergeld der deutschen Inflation genutzt, um es mit Propaganda-Aufdrucken und antisemitischen Parolen zu versehen, mit denen Juden als Gewinner von Krieg und Inflation diffamiert wurden. Ideen für den Unterricht: An dieser Stelle wollen wir einige Anregungen und Ideen für die Thematik im Unterricht anbieten. Diese können gern erprobt werden. Das Thema Inflation ist eingebettet in die Themenkomplex „Gefahren für die Weimarer Republik“. In den vorhergehenden Stunden sollte das Ende des Ersten Weltkriegs und der Versailler Vertrag abgeschlossen worden sein und der Begriff „Reparationen“ bekannt sein. Um den Schülern die Geschichte „begreifbar“ zu machen, bietet sich der Einsatz von originalen Banknoten der Inflation an. Mäßig erhaltene Stücke bekommt man schon für Cent-Beträge bei Antiquitäten- oder Münzhändlern sowie auf Flohmärkten. Im Mittelpunkt der Stunde sollte stehen, ein Gefühl für die Menschen der damaligen Zeit zu entwickeln. Welche Sorgen und Probleme waren an der Tagesordnung? Wie stand es um die Versorgung der Menschen? Welche Folgen hatte die Inflation für das Lebensgefühl und die politische Orientierung der Deutschen zu dieser Zeit? Die Stunde zur Inflation bietet eine gute Möglichkeit, die spätere Politikverdrossenheit der Bevölkerung und die Hinwendung zu Kunst, Kultur und Musik zu verdeutlichen, die als die „Goldenen Zwanziger“ zu einem eigenen Epochenbegriff wurde. Man könnte die Stunde mit der unkommentierten Präsentation der originalen und überdruckten Banknote zu 5000 Mark beginnen. Lassen Sie die Schüler Vermutungen äußern. In Geschichtsbüchern und im Internet findet sich eine Vielzahl von Fotos aus dem Jahr 1923, die Personen mit großen Mengen Geld zeigen. Nutzen Sie hier die Nähe der jungen Menschen zum Medium „Comic“. Die Schüler können die Abbildungen mit Sprechblasen ausstatten und so einen Perspektiv-Wechsel erleben. Ähnliche Ergebnisse lassen sich in einem kurzen szenischen Spiel erreichen. Vorstellbar ist hier ein Gespräch zweier Bürger, die in einer Warteschlange versuchen, ihren Tageslohn in Sachwerte umzusetzen. Fasziniert sind Schüler immer wieder, wenn sie echte Inflationsnoten anfassen dürfen. Lassen Sie diese Geldscheine auf die Schüler wirken und diese Fragen äußern. Ihnen wird auffallen, dass das Papier häufig recht dünn und oft nur einseitig bedruckt ist. Lassen Sie Ihre Schüler spekulieren. Sie werden sicher selbst darauf kommen, dass bei dem rasanten Wertverfall oft nicht genug Zeit bestand, aufwendig beidseitig zu drucken. Ab einem bestimmten Zeitpunkt der Inflation überstieg auch der Wert der benutzten Farbe den eigentlichen Nennwert der Banknote. Sofern das möglich ist, bietet sich zur Inflation ein fächerübergreifender Exkurs zur Mathematik an. Lassen Sie ihre Schüler mit den hohen Zahlen jonglieren. Wie viele Nullen hat der Tagesverdienst eines einfachen Arbeiters? Wieviel Geld blieb nach der Währungsreform von einem lebenslang geführten Sparkonto übrig? Weiterführend kann eine selbstständige Internet-Recherche der Schüler eingebaut werden. Es gibt eine Vielzahl von Zeitzeugen-Berichten und Tagebuchaufzeichnungen aus dem Jahr 1923, die sehr schön die Stimmung der Zeit verdeutlichen. Ein Plakat mit Zeitstrahl des Jahres, kombiniert mit Fotos und Preistabellen der Zeit könnte hier als ein mögliches Ergebnis entstehen. In diesen Stunden wird ein wichtiger Grundstein für das Verständnis des Scheiterns der ersten deutschen Demokratie 1933 gelegt. Arbeitsmaterial Hier finden Sie mehr Arbeitsmaterialien zum Thema (Abbildungen, Arbeitsblatt, PDF) Hans-Ludwig Grabowski / Timo Kiel Anmerkung der Redaktion: Die sehr erfolgreich gestartete Aktion "Geldscheine im Geschichtsunterricht" gab Veranlassung für den Start einer neuen Serie von Fachbeiträgen zu Geldscheinen als "Zeugnissen der Geschichte" inkl. Ideen zu deren möglicher Verwendung in Schulen. Im Laufe der Zeit soll damit eine ganze Sammlung von Beispielen aus verschiedenen Epochen, zu verschiedenen historischen Ereignissen und zu den verschiedenen Arten von Geldscheinen – von Banknoten und Staatspapiergeld über Kolonial- und Besatzungsausgaben, bis hin zu Not- und Lagergeld – entstehen, mit deren Hilfe Geschichte "begreifbar" gemacht werden kann. Eine Reihe, die aber nicht nur für Lehrer und Schüler von Interesse sein dürfte, sondern auch für alle Sammler, die mehr über Geldscheine in ihren historischen Zusammenhängen erfahren wollen. Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Format: 17 x 24 cm 928 Seiten, komplett farbig bebildert Hardcover, 22. Auflage 2020/21 ISBN: 978-3-86646-183-3 Preis: 39,90 EUR

  • Sein oder Nichtsein – Anmerkungen zum Theater- und Filmgeld

    Sein oder Nichtsein – soll ich diesen Schein bei einer Zahlung verwenden? Diese Frage stellte sich wohl der ein oder andere Besitzer des Filmgelds. Seit Oktober 2019 häuften sich bei der Polizei in Nordrhein-Westfalen die Fälle, bei denen Personen ihre Einkäufe mit „Movie Money“ bezahlten. In erster Linie verwendeten sie hierbei falsche 5-, 10- und 20-Euro-Scheine, die auf den ersten Blick den Originalen zum Verwechseln ähnlich sehen, allerdings verfügen sie nicht über die üblichen Sicherheitsmerkmale und tragen ferner den Aufdruck „Prop copy“ oder „Movie Money“ unter der Europaflagge. Die Scheine verheimlichen gar nicht, dass sie nur als Film-Requisite gedacht waren, denn am Rand befindet sich in englischer Sprache der Aufdruck: „This is not legal. It's to be used for motion props". Die Scheine, die straffrei im Internet erworben werden können, nutzten skrupellose Zeitgenossen, um vorwiegend an Tankstellen und in Geschäften geringwertige Gegenstände zu bezahlen, um so möglichst viel echtes Wechselgeld zu erhalten. Abb. 1.1: Movie Money in Form einer 50-Euro-Banknote, Vorderseite. Abb. 1.2: Movie Money in Form einer 50-Euro-Banknote, Rückseite. Nicht nur in Nordrhein-Westfalen tauchte diese „Geld“ auf, sondern in ganz Deutschland häuften sich die Fälle, in denen das Filmgeld bei Zahlungen benutzt wurde. Die Bundesbank definiert diese Scheine wie folgt: "Bei veränderten Banknotenabbildungen (VBNA, Anm. d. Verf.) handelt es sich um Reproduktionen echter Banknoten mit zusätzlichen, mehr oder weniger auffälligen textlichen oder bildlichen Veränderungen. Sie sind vom Hersteller offenkundig nicht zur Täuschung im Zahlungsverkehr bestimmt. Sie weisen keinerlei Imitation von Sicherheitsmerkmalen auf und fühlen sich haptisch[1] anders an als echte Euro-Banknoten. Mit einer Prüfung nach dem Prinzip ‚Fühlen-Sehen-Kippen‘ sind diese Noten von echten Banknoten einfach zu unterscheiden." Schon seit vielen Jahre gibt es verschiedene Arten dieser Noten, z.B. Souvenirnoten mit kyrillischer Beschriftung, Hochzeitsgeld mit türkischer Beschriftung oder sog. Totengeld mit chinesischen Schriftzeichen. Das bewusste Sich-Verschaffen derartiger Noten mit anschließender Einbringung in den Zahlungsverkehr ist eine Straftat und verwirklicht den Verbrechens-Tatbestand der Geldfälschung (§ 146 StGB).“[2] Die sächsische Kriminalpolizei veröffentlichte die folgende Statistik zum Falschgeldumlauf 2019 und den VBNA:[3] Auch schon früher wurden VNBA unberechtigt in Verkehr gebracht. So zahlten Anfang Dezember 2007 drei junge Männer in einer Innsbrucker Bar ihre Zeche mit nachempfundenen Euro. Die Kellnerin merkte wegen der schummrigen Lichtverhältnisse den Betrug erst bei der täglichen Abrechnung. Da fiel ihr die Aufschrift „Tiroler Landestheater“ auf dem unteren Bereich der vermeintlichen Banknote auf. Die Männer waren an jene falschen Hunderter gelangt, die auf der Bühne des Tiroler Landestheaters in der Richard-Strauss-Oper „Ariadne auf Nexos“ als Requisiten zum Einsatz kamen. „50.000 Stück von diesen Spielgeldscheinen haben das Landestheater bei einer Tiroler Druckerei drucken lassen. Wie viele davon den Weg in die reale Welt gefunden haben, weiß niemand. ‚Es kann durchaus sein, dass viele weggekommen sind‘, gibt der kaufmännische Direktor des Landestheaters, Harald Mayr, zu. Er kann sich nicht erinnern, in seinen 38 Dienstjahren jemals etwas Ähnliches erlebt zu haben.“[4] In Theater- und Filmszenen wird in der Regel kein echtes, umlauffähiges Geld verwendet, sondern eigens für die Theater- oder Filmgeldproduktion hergestellte „Geldscheine“. Damit dieses Theater- oder Filmgeld nicht missbräuchlich außerhalb der Produktion verwendet werden kann, verändert man das Aussehen der nachempfundenen Banknoten bzw. gestaltet vollkommen neue Fantasiescheine. Da die Scheine nur selten Angaben zu den Emittenten oder der Produktion enthalten, ist ihre Zuordnung schwierig oder oft nicht möglich. Es ist daher einer der Glücksfälle, dass trotz fehlender Hinweise auf dem folgenden Schein, eine Zuordnung möglich ist. 1981 kam Rainer Werner Fassbinders Film „Lili Marleen“ in die Kinos. Der Film spielt zur Zeit des "Dritten Reichs" und handelt von der Liebe zwischen der deutschen Sängerin Willie Bunterberg, gespielt von Hanna Schygulla, und dem Schweizer Komponisten Robert Mendelsson, gespielt von Giancarlo Giannini. Das Drehbuch entstand unter Verwendung des Romans „Der Himmel hat viele Farben“ von Lale Andersen. Mendelsson, als Vorlage diente Rolf Liebermann, ist Jude und aktives Mitglied einer Untergrundgruppe, die deutschen Juden und Verfolgten des Nazi-Regimes die Flucht in die Schweiz ermöglicht. Als Robert die Sängerin in die Aktionen der Untergrundgruppe einbeziehen will, stellt sich Roberts wohlhabende und einflussreiche Familie quer, weil man befürchtete, dass Willie eine Nationalsozialistin sei. Als Willie Robert eines Tages bei einer Aktion hilft, muss sie in Deutschland bleiben, da die Schweiz auf Betreiben von Roberts Vater ihr die Einreise verweigert. Inzwischen wurde der NS-Kulturbeauftragte Henkel, gespielt von Karl-Heinz von Hassel, auf die Sängerin aufmerksam. Mit ihrem sentimentalen Lied von Abschied, Sehnsucht und Todesfurcht wurde sie berühmt. An allen Fronten in Europa und Nordafrika hörten Freund und Feind das Lied von „Lili Marleen“. Seit dem 18. August 1941 lief es regelmäßig im „Soldatensender Belgrad“ zum Abschluss des Programms „Wir grüßen unsere Hörer“.[5] Weder Robert noch Willie können einander vergessen. Als Robert Willie in Deutschland besucht, wird er festgenommen. Daraufhin sucht sie Kontakt zu einer Untergrundgruppe in Berlin und übergibt heimlich gemachte Fotos aus Konzentrationslagern. Es gelingt mithilfe dieser Bilder, Roberts Freilassung zu erreichen. Der Film hat kein Happy End. Nach Ende des Krieges kommt es zu keinem Wiedersehen der beiden Liebenden.[6] Für den Film stellte die Typographische Werkstätte München Karl Vogl GmbH & Co. KG 100- und 1000-RM-Banknoten her. Die 100-Reichsmark-Note vom 24. Juni 1935 trägt die Kontrollnummer "F 5194812" und die 1000-Reichsmark-Note vom 11. Oktober 1924 die KN "A 1517651". Abb. 2.1: Filmgeld für den Spielfilm "Lili Marleen" (1981), 100 Reichsmark vom 24. Juni 1935, Vorderseiten. Abb. 2.2: Filmgeld für den Spielfilm "Lili Marleen" (1981), 100 Reichsmark vom 24. Juni 1935, Rückseiten. Abb. 2.3: Umschlag für die Aufbewahrung des Filmgeldes mit Herstellerangabe. Abb. 2.4: Probeabzug der 100-Mark-Banknote sowie der 1000-Mark-Banknote (Teilansicht). Auf der Berlinale 2007 wurde der österreichisch-deutsche Spielfilm „Die Fälscher“ uraufgeführt, der im Februar 2008 den Oscar in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ gewann. Der Film ist eine Koproduktion der Wiener Aichholzer Film mit der deutschen Magnolia Filmproduktion und Studio Babelsberg Motion Pictures. Der vom Regisseur und Drehbuchautor Stefan Ruzowitzky inszenierte Film basiert auf Erinnerungen Adolf Burgers [* 12. August 1917 in Großlomnitz, Österreich-Ungarn, heute Slowakei; † 6. Dezember 2016 in Prag] und erzählt von der "Aktion Bernhard", der größten Geldfälschung aller Zeiten während des Zweiten Weltkriegs durch die Nationalsozialisten.[7] Im Konzentrationslager Sachsenhausen bei Berlin wurden in Block 19 Falschmünzer, Drucker, Papierspezialisten, Bankiers usw. aus verschieden Konzentrationslagern zusammengezogen. Sturmbannführer Bernhard Krüger befahl ihnen, Pfund-Noten der Bank of England zu fälschen. Die Falsifikate fielen so gut aus, dass selbst Experten der englischen Notenbank sie für echt hielten. Der Auftrag zur Fälschung von US-Noten dagegen kam nicht recht voran. Wegen des Vormarsches der Alliierten wurde die Fälscherwerkstatt zuerst nach Mauthausen und dann in das KL Ebensee – ein Außenlager von Mauthausen – verlegt. Dort wurde Burger am 6. Mai 1945 durch Soldaten der 3. US-Armee befreit.[8] Für diese Filmproduktion wurden besondere Filmgeldscheine der falschen Pfundnoten hergestellt. Abb. 3: Für die Filmproduktion hergestellter 5-Pfund-Schein der Bank of England vom 6. Juni 1930, Druck einseitig, Sammlung Grabowski. DEFA Die folgenden „Banknoten“ werden der DEFA in Babelsberg zugeschrieben. Ihre Herstellung soll noch zur Zeit der sowjetischen Militärverwaltung vor Gründung der DDR bzw. in die Anfangsphase der DDR fallen. Der Druck des 50-Millionen-Mark-Scheins vom 1. September 1923 ist leicht verschwommen. Der bildgleiche Druck der Vorder- und Rückseite erfolgte auf festem, sämischem Papier, während die Originalbanknote nur einseitig bedruckt ist. Zusätzlich befindet sich auf einer Seite in der linken unteren Ecke der kleine grüne Vermerk „I/10/14“ Abb. 4: Filmgeld der DEFA, 50-Millionen-Mark-Reichsbanknote vom 1. September 1923, Seite mit Druckvermerk. Ergänzung der Redaktion Abb. 5: Filmgeld der DEFA, 5-Millionen-Mark-Reichsbanknote vom 20. August 1923, Seite mit Druckvermerk, Sammlung Grabowski. Ausgehend vom rechten Druckvermerk (links: I/16/14, rechts: F 1860/53), der auch auf dem 50-Millionen-Mark-Schein zu finden ist, kann man von einer Druckgenehmigung für das Filmstudio (F) aus dem Jahr 1953 ausgehen. Bühnengelder der Staatstheater Beim 20-Mark-Schein vom 4. November 1915 ist hervorzuheben, dass er auf Wasserzeichenpapier gedruckt wurde. Die bildgleiche Vorder- und Rückseite zeigt die Vorderseite der Reichsbanknote in grüner statt in blauer Farbe. Der Druck auf dem glatten Papier wirkt leicht verschwommen. Die Identifizierung ist nich ganz leicht, aber bei sehr genauer Betrachtung kann man unter der Wertangabe in Worten einen Schriftzug entdecken, der für eine verschwommene Wahrnehmung sorgt. Im Unterdruck kann man "Bühnengelder der Staatstheater" lesen. Abb. 6: Theatergeld, 20-Mark-Reichsbanknote vom 4. November 1915, Vorder- und Rückseite bildgleich, unter der Wertangabe mit "Bühnengelder der Staatstheater". Die 2.000.000-Mark-Note vom 23. Juli 1923 stammt ebenfalls aus dieser "Werkstatt". Auch hier sind – anders als bei dem Original – beide Seiten bildgleich und der Druck erfolgte auf Wasserzeichenpapier. Abb. 7: Theatergeld, 2 Millionen Mark vom 23. Juni 1923, Vorder- und Rückseite bildgleich, unter der Wertangabe mit "Bühnengelder der Staatstheater", Sammlung Grabowski. Es ist erstaunlich, dass solche Scheine immer noch von Sammlern, Händlern und selbst von renommierten Auktionshäusern als Druckproben oder Ähnliches angeboten werden. Der schwarze Druck der folgenden 100-Mark-Banknote vom 1. November 1920 erfolgte auf grünem, dünnem Papier. Auf die Rückseite hat jemand handschriftlich in Druckbuchstaben „BÜHNENGELD“ geschrieben. Leider reichen diese Angaben nicht aus, den Schein zeitlich und örtlich zuzuordnen, anders als im folgenden Fall. Abb. 8.1: Bühnengeld in Form der 100-Mark-Reichsbanknote vom 1. November 1920, Vorderseite. Abb. 8.2: Bühnengeld in Form der 100-Mark-Reichsbanknote vom 1. November 1920, Rückseite. Das Landestheater Dessau ließ für eine Produktion in den 1960er Jahren besonderes Theatergeld drucken. Dessaus Theaterleben blickt auf eine lange Tradition zurück. Bereits 1794 gab es ein festes Schauspiel-Ensemble. Der Scheine ist auf beiden Seiten bildgleich und lautet über 100 Mark. Es werden zwei Jahreszahlen angegeben: 1963 in der Kopfzeile und 1964 klein neben dem rechten unteren, angedeuteten Siegel. Abb. 9: Landestheater Dessau, 1963/64, 100 Mark, Vorder- und Rückseite bildgleich. In der DDR hat es eine Anzahl weiter Theatergeldscheine gegeben. Als das Nordhäuser Theater 1969 als Beitrag zum 20-jährigen Bestehen der DDR die Oper „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ von Brecht und Weil aufführen wollte, ließ man eine Kiste voller Dollarscheine drucken. Die Scheine wurden statt in hellgrün in dunkelblau auf etwas kräftigerem Papier ausgeführt. Ein Hinweis, dass es sich um Theatergeld handelte, wurde unterlassen. So wurden mit ihnen einige Tage nach der Aufführung Waren in einem Intershop bezahlt. Erst als die Tageseinnahme bei der zuständigen Bank eingezahlt wurde, fiel der Betrug auf. Das Ereignis verursachte einige behördliche Maßnahmen, so wurden für die Theater der DDR ab 1973 zwei fast identische Theatergeldscheine vom Vordruckverlag (VV) Spremberg gedruckt, entweder in Grün mit linkem Schaurand oder in Braun ohne Schaurand. Anhand der Druckvermerke lassen sich insgesamt 13 Auflagen unterscheiden.[9] Abb. 10: Theatergeld für Bühnen der DDR, Vorder- und Rückseite bildgleich, laut Druckvermerk von 1982. Viele der Theatergeld-Ausgaben blieben von den Sammlern unbeachtet. Zu ihnen gehört auch ein Schein des Staatstheaters Stuttgart, das eine leicht verfremdete 500-Intis-Note der Banco Central de Reserva del Peru vom 26. Juni 1987 herstellen ließ. Der Theaterschein hat einige Abweichungen zum Original, so lautet der Aufdruck z. B. „BANCO CENTRAL DE RESERVA P DEL ERU“ und am unteren Rand wird klein „SPIELGELD STAATSTHEATER STUTTGART“ angegeben. Abb. 11.1: Staatstheater Stuttgart, 500 Intis-Note der Banco Central de Reserva del Peru vom 26. Juni 1987, Vorderseite. Abb. 11.2: Staatstheater Stuttgart, 500 Intis-Note der Banco Central de Reserva del Peru vom 26. Juni 1987, Rückseite. Auch die Wiener Volksoper ließ für eine Produktion 100-Dollars-Noten der Federal Reserve Bank, Serie 1990, als Theatergeld herstellen, bei der der englische Text seitenverkehrt gedruckt wurde. Abb. 12.1: Volksoper Wien, 100-Dollar-Federal Reserve Note, Serie 1990, Vorderseite. Abb. 12.2: Volksoper Wien, 100-Dollar-Federal Reserve Note, Serie 1990, Rückseite. Zum Abschluss wird noch ein 100-Francs-Schein vorgestellt, bei der eine Banknote der Banque de France Pate stand. Dass es sich hierbei um Filmgeld handelt, wird aus dem im Unterdruck des Datumsfeldes – 1-11-1978 – deutlich: „FOR MOTION PICTURE / USE ONLY“. Abb. 13: Motion Picture, 1.11.1978, 100 Francs-Note der Banque de France, Vorder- und Rückseite bildgleich. In den letzten Jahren wurden bei Ebay eine Vielzahl von mehr oder weniger gelungenen Nachdrucken von Geldscheinen angeboten und auch oft verkauft. Diese nicht weiter gekennzeichneten Scheine werden meist als Copy, Spielgeld, Pokergeld usw. angeboten. Ob sich hierunter auch Theater- oder Filmgeld befand/befindet ist leider nicht feststellbar. Abb.14: Abbildungen diverser nicht gekennzeichneter „Spielgeldscheine“. Uwe Bronnert Anmerkungen [1] Anm. d. Verf.: Fühlbarer Unterschied. [2] Bundeskriminalamt (Hrsg.), Falschgeldkriminalität, Bundeslagebild 2019, Wiesbaden (Stand: Juli 2020), S. 14. [3] (26.04.2021) [4] (26.04.2021) [5] Vgl. https://www.deutschlandfunk.de/wie-lili-marleen-zum-kriegslied-wurde.871.de.html?dram:article_id=127429 (29.04.2021) [6] Vgl. < https://de.wikipedia.org/wiki/Lili_Marleen_(Film)> (29.04.2021) [7] Zu diesem Thema sind eine Vielzahl von Büchern veröffentlicht worden. Wer Informationen aus erster Hand wünscht, sollte Adolf Burger, Des Teufels Werkstatt, Im Fälscherkommando des KZ Sachsenhausen, Berlin (Ost) 1983 oder Unternehmen Bernhard, Die Geldfälscherwerkstatt im KZ Sachsenhausen, Berlin 1992 lesen. [8] Vgl. (30.04.2021) [9] Vgl. Kai Lindman, Theatergeld in der DDR, in: Papiergeld von Sammlern für Sammler, Nr. 30 vom April 2020, S. 6 f.

  • Leserpost: Nachwuchsförderung

    Hallo Herr Grabowski, auf den Leserbrief des Geschichtslehrers Timo Kiel in "Münzen & Sammeln" für Mai 2021 kann ich ihm ei paar sehr stark gebrauchte Geldscheine für seinen Unterricht anbieten (Erhaltung V). Da ich "seine" Idee in meinem Beruf als Lehrer (inzwischen im Ruhestand) schon in den 1990er Jahren erfolgreich umgesetzt habe, kann ich ihm einige Scheine über sie zukommen lassen. Die Schülerinnen und Schüler brachten mir damals weitere alte Scheine z.B. von den Großeltern für meinen Unterricht mit. Bitte geben Sie das alte Geld an Herrn Kiel weiter. Vielen Dank! G. Friedrich Antwort der Redaktion: Herzlichen Dank für Ihre Sendung vom 28.4.21 zur Unterstützung der Aktion "Geldscheine im Geschichtsunterricht" und damit auch zur Nachwuchsförderung. In unserem Online-Magazin "www.geldscheine-online.com" berichten wir regelmäßig über den aktuellen Stand der Aktion und unter: https://www.geldscheine-online.com/aktion gibt es auch eine Übersicht zu allen Spendern mit Danksagung. ​ Wir wünschen Ihnen alles Gute und verbleiben mit freundlichen Grüßen Hans-Ludwig Grabowski

  • Leserpost: Kassenschein-Identifizierung

    Sehr geehrter Herr Grabowski, anliegend sende ich Ihnen die Kopie eines Kassenscheins in Erhaltung kassenfrisch über 5 Mark vom 10. Oktober 1919, dessen eine Seite in Deutsch, die andere in Kyrillisch gestaltet ist. In Ihrem Standardwerk "Die deutschen Banknoten ab 1871" konnte ich hierüber unter "Deutsche Militär- und Besatzungsausgaben" nichts finden. Können Sie mir freundlicherweise nähere Angaben über eine "Freiwillige Westarmee" in Mitau (Lettland?), Gültigkeitsdauer, Verwendungszweck und evtl. Wertangabe machen? Vielen Dank, G. Heuer Antwort der Redaktion Die Scheine der Freiwilligen Westarmee sind keine offiziellen deutschen Ausgaben, obwohl diese Armee zum überwiegenden Teil aus Deutschen bestand und auch seitens der deutschen Regierung im Kampf gegen die Bolschewisten unterstützt wurde. Sie finden die Scheine in der aktuellen Ausgabe meines Katalogs "Die deutschen Banknoten ab 1871" unter Militärgeld der "Weimarer Republik". Hier gibt es auch eine umfangreiche Einleitung zum historischen Kontext. Mehr zum Thema lesen können Sie auch in unserem Online-Magazin für Geldscheinsammler unter https://www.geldscheine-online.com/post/f%C3%BCrst-awalow-bermondt-und-die-kassenscheine-der-freiwilligen-westarmee Hans-Ludwig Grabowski

  • Erfahrungen zur bewussten Einbeziehung der Numismatik in den Bildungs- und Erziehungsprozess

    Vorwort Passend zu unserer Aktion für die Nachwuchsförderung "Geldscheine im Geschichtsunterricht" schickte uns Herr Gaitzsch eine Auswahl von Geldscheinen und seine Geschichte zu einer von ihm geleiteten Aktion mit gleichem Ziel an einer Berufsschule in Leipzig in der damaligen DDR. Nach meiner Ausbildung als Bankkaufmann bei der Deutschen Notenbank in Leipzig und Studium der Wirtschaftspädagogik an der Humboldt-Universität zu Berlin war ich 35 Jahre lang als Berufsschullehrer an der KBS I Leipzig (davon 1980 bis 1992 als Schulleiter) tätig. An dieser Berufsschule erhielten etwa 1400 Lehrlinge in den Grundberufen Finanz- und Wirtschaftskaufmann ihre berufstheoretische Ausbildung. Zu DDR-Zeiten wurde auch die außerunterrichtliche Tätigkeit in Form von Zirkeln zur sportlichen und kulturellen Betätigung als sinnvolle Freizeitgestaltung gefördert. So gründete ich 1975 an der Schule einen Geldzeichen-Zirkel, der schnell Zuspruch unter den Schülern fand. Jeden Mittwoch fanden nach der Schule von 15 bis maximal 17 Uhr Zusammenkünfte in zwei Teilnehmergruppen (14-tägig wechselnd) statt. Neben Unterweisungen zu numismatischen Themen, wurden einmal Anregungen zum Anlegen einer eigenen Geldscheinsammlung vermittelt und andererseits gemeinsam thematische Geldzeichen-Exponate gestaltet. Mit diesen nahmen wir dann an numismatischen Ausstellungen des Kulturbunds teil. Hier erhielten wir für die Objekte "Die Welt im Spiegel der Banknoten – Die Bedeutung der Währungsnamen", "Leipziger Notgeld von 1920 bis 1923" und "Inflation von 1914/23 – Die Entwicklung der Preise und Tarife" (dargestellt anhand von Geldscheinen mit steigenden Nominalen) Gold-, Silber- und Bronzemedaillen. Zirkelarbeit um 1980. Wir unternahmen vom Schulamt finanzierte Exkursionen in das Berliner und Dresdener Münzkabinett sowie in die Numismatik-Abteilung des Nationalmuseums in Prag. Dort holten wir uns Anregungen für den Aufbau und die Ausgestaltung eines eigenen "Unterrichtskabinetts Finanzen" im Raum 306 unserer Schule. Hier wurden Geldzeichen und andere Wertpapiere aus über 100 Ländern in neun vom Kulturbund gestifteten Vitrinen, sieben Anschauungstafeln und vier Konsolen gezeigt. Es war das einzige Fachkabinett dieser Art an einer Schule in der DDR und wurde von den Lehrern unserer und anderer Bildungseinrichtungen mit ihren Klassen für den Ökonomie-Unterricht genutzt. Als ständige Ausstellung hatten wir jährlich zahlreiche Besucher aus Nah und Fern. Wir bekamen sogar Besuch von einem Bereichsleiter Geldzeichen der Staatsbank der DDR, einer Delegation von Pädagogen aus der damaligen Tschechoslowakei und dem Staatssekretär für Berufsbildung der Sowjetunion, der sich zu einem Informationsbesuch zum Bildungswesen der DDR in Leipzig aufhielt. Eine Schulgruppe aus einem Leipziger Gymnasium (damals als EOS bezeichnet), Führung um 1980 im Finanzkabinett. Höhepunkt unserer Zirkelarbeit war aber die Teilnahme an der MMM 1979 (Messe der Meister von Morgen, vergleichbar mit "Jugend forscht" in der heutigen Zeit). Für unser Exponat "Finanzkabinett mit einem Unterrichtsmittelkomplex zum Thema Geld" wurde der Geldzeichen-Zirkel der KBS I Leipzig mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Auf der letzten offenen Jugendmünzausstellung der DDR im Oktober 1989 in Mühlhausen/Thür. erhielt der Zirkel für sein Exponat "1000-Mark-Banknote vom 15.09.1922 und ihre Varianten" noch einmal eine Goldmedaille. Mitglieder des Geldzeichen-Zirkels um 1980. Seit 1970 war ich Mitglied des Kulturbunds, Fachgruppe Numismatik Leipzig West (heute Mitglied im DGW e.V.), wurde Leiter einer Jugendgruppe, bestehend aus 16 Teilnehmern meines Geldzeichen-Zirkels, die nach Abschluss ihrer Ausbildung ihr neues Hobby weiter pflegten. Ende der 1980er Jahre hatte ich meine Erfahrungen in einer Berufspädagogischen Lesung (Neuerer-Bewegung der Pädagogen) zum Thema "Die bewusste Einbeziehung der Numismatik in den ökonomischen Unterricht der kaufmännischen Berufsausbildung und der außerunterrichtlichen Zirkeltätigkeit" gehalten, die vom Staatssekretär für Berufsbildung ausgezeichnet wurde. Nach der Wiedervereinigung verloren die meisten Jugendlichen das Interesse an solcher Zirkelarbeit und unabhängig davon wurde auch deren finanzielle Unterstützung vom Schulamt eingestellt. Dies ist auch ein Grund, das heute numismatische Vereine in ganz Deutschland überaltert und kaum noch Jugendliche unter dem Nachwuchs zu finden sind. So bleibt mir die Freude, dass zwei meiner Bücher ("Das Geld der Leipziger – Vom Mittelalter bis zur Gegenwart" und "Der Harz im Spiegel des Notgeldes von 1917 bis 1923") in zwei Schulbibliotheken zu finden sind und das erstere sogar von einem Lehrer in das Fach "Wirtschaftslehre" einbezogen wurde. Im Herbst 2021 wird mein neues Buch "Goethe und das Geld" ebenfalls beim Eudora-Verlag Leipzig erscheinen und es bleibt die Hoffnung, dass sich Jugendliche wieder etwas mehr dem lehrreichen Hobby Numismatik zuwenden. Zur Zeit arbeite ich an einer "Methodischen Empfehlung zur bewussten Einbeziehung von Geldzeichen in den Unterricht" (Arbeitstitel). Hier sollen neben der Bedeutung der Numismatik für den Bildungs- und Erziehungsprozess (Theoretischer Teil) auch konkrete Hinweise, wie die Einbeziehung von Geldscheinen als Anschauungsmaterial bei der Einführung und/oder Stoffvermittlung in fast allen Unterrichtsfächern (differenziert nach Klassenstufen) erfolgen. Hans-Volkmar Gaitzsch

  • Eine von PMG bewertete Federal Reserve Note über 10.000 Dollars erzielte neuen Rekordwert

    Eine extrem seltene, von Paper Money Guaranty® (PMG®) zertifizierte, Banknote erzielte bei einer von Heritage Auctions präsentierten Auktion einen Rekordpreis von 456.000 USD. Drei weitere PMG-zertifizierte Banknoten erzielten bei der Central States Currency Signature Auction, die vom 21. bis 23. April 2021 stattfand, ebenfalls Preise über 100.000 USD. Die Federal Reserve Note (Kansas City) über 10.000 US-Dollars aus dem Jahr 1928 mit der PMG-Einstufung 30 Very Fine (Los 22175) verdoppelte beinahe ihre Schätzung von 250.000 USD vor der Auktion. Laut Heritage sind nur zehn dieser Banknoten der Serie 1928 bekannt, von denen sich zwei in Museen befinden. Dieses außergewöhnlich seltene Stück ist auch die erste dieser Banknoten, die aus dem Distrikt Kansas City bekannt wurde. Der Preis von 456.000 USD stellte einen neuen Rekord für eine US-Währung im Kleinformat dar. Eine neue Messlatte war erst drei Monate zuvor durch die "Del Monte"-Fehlernote gesetzt worden. Diese 20-Dollars-Note der Federal Reserve (St. Louis) aus dem Jahr 1996, bewertet mit PMG 64 Choice Uncirculated EPQ mit einem Obstructed Printing Error, erzielte bei einem anderen Heritage-Verkauf 396.000 USD. Ihr Spitzname leitet sich von einem Bananenaufkleber ab, der sich zwischen den Druckvorgängen auf der Vorderseite der Banknote befand. "Heritage Auctions freut sich immer, Trophäen wie diese 10.000-Dollars-Note und die 'Del Monte'-Note anbieten zu können", sagte Dustin Johnston, Direktor für US-Währung bei Heritage Auctions. "Ich bin mir sicher, dass die PMG-Zertifizierung die erfolgreichen Bieter beruhigt hat, als sie um den Erwerb dieser rekordverdächtigen Scheine sowie anderer in unseren jüngsten Auktionen konkurrierten." Eine weitere von PMG zertifizierte Banknote mit hohem Nennwert war das zweithöchste Los der Auktion. Diese Note, eine $ 5.000 Federal Reserve Note (St. Louis) aus dem Jahr 1934 mit der Bewertung PMG 64 Choice Uncirculated (Los 22173), erzielte 168.000 USD. Dies ist eines der am höchsten bewerteten Exemplare unter den knapp über 100 kleinformatigen Federal Reserve Noten mit Denomination von $ 5000 im PMG Population Report. "PMG ist begeistert, so viele der größten Papiergeld-Raritäten der Welt zertifiziert zu haben", sagte Chad Hawk, PMG Grading Finalizer. "Angesichts des gestiegenen Interesses an Numismatik in letzter Zeit habe ich keinen Zweifel daran, dass wir in naher Zukunft weitere PMG-zertifizierte Banknoten sehen werden, die Rekorde aufstellen." Weitere PMG-zertifizierte Highlights in der Auktion waren: eine $5.000 Federal Reserve Note von 1934 (Dallas) mit PMG 58 Choice About Uncirculated (Los 22174), die 144.000 USD erzielte eine 10-Cent-Fraktionswährung der dritten Ausgabe, bewertet mit PMG 40 Extremely Fine (Los 22019), die 108.000 USD erzielte eine Gruppe von vier 1899 $1 Silberzertifikaten: zwei mit PMG 66 Gem Uncirculated EPQ, eines mit PMG 65 Gem Uncirculated EPQ und eines mit PMG 58 Choice About Uncirculated EPQ (Los 22057) - mit fortlaufenden Seriennummern, einschließlich einer soliden 9 und einer "100 Million" - die 66.000 USD erzielten ein 1880 $100 Silberzertifikat mit PMG 30 Very Fine (Los 22080), das USD 55.200 erzielte ein 1880 $50 Silberzertifikat mit PMG 20 Very Fine (Lot 22076), das USD 45.000 erzielte eine Gruppe von zwei 1934/1934A $1.000 Federal Reserve Notes (Kansas City) mit PMG 66 Gem Uncirculated EPQ und PMG 65 Gem Uncirculated EPQ (Los 22172) - zugeschrieben als Reverse Changeover Pair - die USD 43.200 erzielten ein 1.000-Dollar-Goldzertifikat von 1928 mit PMG 55 About Uncirculated (Los 22182), das 38.400 USD einbrachte ein 1776 Continental Currency $20 mit PMG 55 About Uncirculated und Herkunftsbezeichnung Eric P. Newman (Los 22001), der 33.600 USD erzielte Die erzielten Preise beinhalten das Aufgeld des Käufers. Über die Paper Money Guaranty® (PMG®) PMG wurde 2005 gegründet und ist mit mehr als 6 Millionen zertifizierten Banknoten der weltweit größte und vertrauenswürdigste unabhängige Papiergeld-Grading-Service. PMG hat die höchsten Standards der Branche für Genauigkeit, Konsistenz und Integrität etabliert. Jede von der PMG zertifizierte Banknote wird durch die umfassende PMG-Garantie für Echtheit und Erhaltung abgesichert, was das Vertrauen der Käufer stärkt. Dies führt zu höheren erzielten Preisen und größerer Liquidität für PMG-zertifizierte Banknoten. Um mehr zu erfahren, besuchen Sie www.PMGnotes.de. © 2021 Paper Money Guaranty. Alle Rechte vorbehalten. PMG, NGC, NCS, CGC, CCS, CSG, ASG, CAG und CCG sind eingetragene Marken oder nicht eingetragene Marken der Numismatic Guaranty Corporation of America und/oder ihrer verbundenen Unternehmen in den Vereinigten Staaten und/oder anderen Ländern. Alle anderen Namen und Marken, auf die in dieser Mitteilung Bezug genommen wird, sind die Handelsnamen, Marken oder Dienstleistungsmarken ihrer jeweiligen Eigentümer.

  • Rückzug der schweizerischen Banknoten der 6. bis 8. Serie

    Die Schweizerische Nationalbank SNB zieht die Banknoten der 6. bis 8. Serie aus dem Verkehr. Ab Mai 2021 müssen diese Geldscheine an den Kassen von Geschäften und von Restaurants etc. nicht mehr angenommen werden. Die Gültigkeit der Noten bleibt jedoch vollkommen bestehen und man kann das Geld auch in Zukunft bei bestimmten Banken eintauschen. Schweizerische Nationalbank: 10 Franken der 6. Serie ohne Datum (19)86, Vorder- und Rückseite, Sammlung Grabowski Nun haben gerade deutsche Bürger oft noch viel Schweizer Geld aufbewahrt, sei es als Restgeld der vergangenen Ferien, das man ja aktuell – bedingt durch die Pandemie – nicht ausgeben kann, oder man hat im Vertrauen auf die Stärke des Frankens ein bisschen gespart und diese Noten im Tresor als Reserve. Dann sollte man unbedingt den Link zum Merkblatt der SNB öffnen und den Text studieren: https://www.snb.ch/de/mmr/reference/instr_recalled_notes/source/instr_recalled_notes.de.pdf Immer wieder erleben auch schweizerische Aussteller an Münzenmessen in EU-Ländern, dass Leute ihre alten Noten in aktuelles Schweizergeld oder in Euro Banknoten umtauschen möchten. Das wird nun in Zukunft sicher nicht mehr möglich sein! Ruedi Kunzmann

  • Leserpost: Geldscheine im Geschichtsunterricht

    Werter Herr Grabowski, mit Interesse habe ich in der Mai-Ausgabe M&S (Münzen & Sammeln) den Beitrag von Herrn Kiel über die Verwendung von Geldscheinen im Geschichtsunterricht gelesen. Ich denke auch, dass es keine bessere Art geben kann, Nachwuchs für die Numismatik zu gewinnen. Ich gehöre schon über 50 Jahre dem Münzverein Chemnitz (früher Kulturbund der DDR) an und weiß aus Erfahrung, wie schwer es ist besonders junge Menschen für unser Hobby zu begeistern. Desweiteren freue ich mich, dass der Battenberg Gietl Verlag sich aktiv daran beteiligt. Vielen Dank für Ihre Aktivitäten. Anbei sende ich Ihnen über 200 deutsche Geldscheine vom Kaiserreich bis zur DDR. Diesen Scheinen sieht man an, dass sie im Umlauf waren und von Hand zu Hand gegangen sind. Sie erzählen ein Stück deutsche Geschichte. Dazu noch 15 Inflationsmünzen. Ich hoffe, dass ich damit dazu beigetragen habe, den Unterricht in Zukunft noch interessanter zu gestalten. Mit den besten Sammlergrüßen G. Gränitz Antwort der Redaktion Sehr geehrter Herr Gränitz, vielen herzlichen Dank für Ihren freundlichen Brief und Ihre Zusendung für die Aktion "Nachwuchsförderung". Ich freue mich außerordentlich, dass die Resonanz bei Sammlern so groß ist und wir dazu beitragen können, dass der Einsatz von monetären Zeugnissen der Geschichte zwischenzeitlich damit nun schon an vier Schulen in Hessen und Bayern ermöglicht wurde. Ich stehe ständig im Kontakt mit Herrn Kiel und wir entwickeln derzeit neue Ideen, wie wir den Geschichtsunterricht durch den Einsatz von Geldscheinen verbessern können. Dazu werden wir in Kürze mit dem ersten Teil einer Fortsetzungsreihe starten, mit der Beispiele zu verschiedenen Epochen und geschichtlichen Ereignissen sowie aus verschiedenen Bereichen des Geldwesens – von Banknoten über Staatspapiergeld, Notgeld, Militärgeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, Lagergeld und vielem mehr – im historischen Kontext vorgestellt und mit möglichen Interpretationen und methodischen Empfehlungen für die Einbindung in den Geschichtsunterricht aufbereitet werden. Diese Reihe soll in unserem Online-Magazin (Blog) für Geldscheinsammler im Internet www.geldscheine-online.com veröffentlicht wurden und würde damit auch Lehrern aus vielen anderen Schulen zur Verfügung stehen. Ich freue mich auf eine enge Zusammenarbeit mit Herrn Kiel. Auf der genannten Seite bedanken wir uns außerdem auch mit einer namentlichen Nennung bei allen Unterstützern. Ich bedanke mich nochmals für Ihre Hilfe und wünschen Ihnen alles Gute und vor allem Gesundheit. Hans-Ludwig Grabowski

  • Fälscher & Falschgeld: Die Papiergeldfälschung, Teil 11

    Fortsetzungsreihe, Teil 27 Druckverfahren und Sicherheitsmerkmale der Euro-Noten, Teil 4 Das Prinzip der Ätzung eines Stahloriginals anstelle eines Stichs von Hand. Als die klassischen Sicherungsmittel gegen Fälschung und gleichzeitig die auch noch aus heutiger Sicht wirkungsvollsten sind, neben dem Stichtiefdruck, das Wasserzeichen und der Sicherheitsfaden zu nennen. Letzterer ist ein aluminiumbedampfter Polyesterfaden und komplett in das Papier eingebettet, tritt also nicht mehr als silbern glänzender Fensterfaden, wie seinerzeit bei den DM-Noten, partiell an die Oberfläche. Er enthält durch Aussparungen der Oberflächenbeschichtung Notenwert und Währungsbezeichnung in Mikro- und Minischrift (0,4 bzw. 0,8 mm), abwechselnd seitenrichtig und seitenverkehrt. Die Räume zwischen der Beschriftung enthalten einen bestimmten Code. Diese Prüfmerkmale wurden auf Wunsch der Bank of England integriert, im Vorgriff auf einen etwaigen künftigen Beitritt des Vereinigten Königreichs zur Eurozone. Das Hauptmotiv der Vorderseite erscheint in hell/dunkel abgestuften Grautönen als Wasserzeichen, das weiche, fließende Verläufe der Abstufungen von Hell nach Dunkel aufweist. Darunter befindet sich das sogenannte Draht- oder Wertwasserzeichen. Ein echtes Wasserzeichen wird durch Papierverdickungen und –verdünnungen gebildet. Es weist daher stets das Phänomen der Helligkeitsumkehr auf: In der Durchsicht gegen Licht helle Stellen werden bei Auflegen des Scheins auf eine Unterlage dunkel, dunkle Stellen erscheinen hell. Bei dem genannten Wertwasserzeichen ist dies besonders gut zu erkennen. Doch Vorsicht: Auch mittels fetthaltiger Substanzen imitierte Wasserzeichen können in abgeschwächter Form dieses Phänomen aufweisen! Das rechts der beiden beschriebenen Wasserzeichen im bedruckten Teil der Note befindliche Balkenwasserzeichen dient nicht der optischen Echtheitserkennung. Die hellen und dunklen vertikalen Balken in je Nennwert unterschiedlicher Ausprägung enthalten in codierter Form den Wert der Banknote, der maschinell erkannt werden kann. Dieser Bar-Code wird von der Belgischen Notenbank genutzt. Das Rundsieb der Papiermaschine trägt mehrere Gewebelagen aus Phosphor-Bronze. Das spätere Wasserzeichenbild ist in dieses Gewebe eingeprägt. Hierdurch sind Erhöhungen und Vertiefungen entstanden, die das geschöpfte Papier an den erhöhten Stellen dünner und an den vertieften dicker werden lassen. So entstehen im Papier die gewünschten Halbton-Wasserzeichen. Der Fälscher imitiert das Wasserzeichen meist in Form eines blassen Aufdrucks im Weißfeld auf Vorder- oder Rückseite, oder er behandelt das Papier mit einer fettigen Substanz (siehe oben), um so Transparenz und Opazität der Papierstellen im Wasserzeichenbereich vorzutäuschen. Solcherart nachgeahmte Wasserzeichen sind aber meist gut von den echten zu unterscheiden, zumal sie in der Zeichnung oft vom Original abweichen. Auch der Faden wird häufig durch einen Aufdruck auf der Rückseite der Falschnote nachgestellt. Er ist in der Durchsicht dann kaum zu erkennen, aus dem Papier freilegen wie sein echtes Pendant lässt er sich natürlich ebenfalls nicht. Mittels eines Merkblattes informierten EZB und Bundesbank über die Sicherheitsmerkmale der Euro-Noten. Die Minischrift an verschiedenen Stellen im Notenbild von Vorder- und Rückseite weist eine Größe von 0,8 mm auf. Die Größe der Mikroschrift variiert je nach Druckverfahren. Beim Stichtiefdruck sind es 0,3 mm, bei den Schriften des indirekten Hochdrucks 0,24 mm. Bislang waren Scanner nicht in der Lage, die Mikroschriftzeichen originalgetreu wiederzugeben, als Resultat waren immer nur ausgefranste Fragmente oder Linien, aber nie klare Buchstaben oder Zahlen zu erkennen. Dies hat sich geändert. Die neueste Scannertechnologie ist sowohl in der Lage, Mikroschrift exakt zu kopieren, als auch die leichte Einfärbung des Notenpapiers. Als Kopierschutz fungieren die auf Vorder- und Rückseite innerhalb des Schutzuntergrundes aufgedruckten kleinen farbigen Kreise, der sogenannte Omron-Code. Er war auch bereits im Druckbild der letzten DM-Notenserie enthalten. Viele Kopierer und Farbdrucker der neueren Generation haben einen speziellen Schlüssel hinterlegt, der anhand des auf der Banknote enthaltenen Codes erkennt, dass es sich um einen Wertdruck handelt. Der Druck wird hierdurch verweigert oder das Gerät produziert nur eine geschwärzte Kopie. Das im oberen Teil des Weißfeldes der Note befindliche Durchsichtsregister, das sich aus vorder- und rückseitig aufgedruckten Fragmenten der Wertzahl komplett und durch den verwendeten Super-Simultandruck in exakter Deckungsgleichheit zusammensetzt, wenn man den Schein gegen das Licht hält, ist ebenfalls kein zuverlässiges Echtheitskriterium mehr. Fast alle Falsifikate guter Qualität weisen diese Deckungsgleichheit auf. Zur alleinigen Prüfung einer verdächtigen Banknote ist dieses Mittel daher nicht mehr geeignet. Im Umkehrschluss ist allerdings ein Schein dann mit nahezu hundertprozentiger Sicherheit falsch, wenn diese Registerfragmente nicht übereinstimmen. Fortsetzung folgt … Karlheinz Walz: Fälscher & Falschgeld, 280 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-86646-084-3. Das Buch können Sie für nur 9,90 EUR in unserem Online-Shop kaufen!

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