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  • Aus der HVB Stiftung: 10 Thaler der Bank of Ethiopia von 1933

    Bank of Abyssinia Seit 1915 gab die Bank of Abyssinia, welche von Kairos aus verwaltet wurde, Banknoten in Äthiopien aus. Im Jahr 1932 wurde der Name in Bank of Ethiopia geändert. Sie emittierte Banknoten zu 2, 5, 10, 50, 100 und 500 Thalers. Nach der Besetzung durch Italien wurden diese Noten ungültig und durch italienische Kolonialscheine ersetzt. Vorderseite: Links historisches Wappen Äthiopiens: Ein gekrönter Löwe (der Löwe von Juda); in der Mitte ein Leopard. Rückseite: Ornamentik. Katalogisiert ist diese Banknoten im Standard-Katalog "World Paper Money" -General Issues unter ETH-8. Hergestellt wurde sie bei Bradbury Wilkinson and Company in London. Zur der HVB Stiftung Geldscheinsammlung bei bavarikon. Katharina Depner, HVB Stiftung Geldscheinsammlung, www.geldscheinsammlung.de

  • Aus der HVB Stiftung: 1 dänischer Rigsdaler von 1713

    Dänemark, 1 Rigsdaler, Ausgegeben nach dem Gesetz vom 8.4.1713 Das erste Papiergeld Dänemarks entstand während des Nordischen Krieges (1700–1721). Der dänische König Friedrich IV. ließ Reichstaler-Scheine herstellen, die 1713 zu gesetzlichen Zahlungsmitteln erklärt wurden. Vorderseite: In der Mitte oben Trockenstempel mit Wappen des Königreiches Dänemark, Text und Hand-Unterschriften Rückseite: Unbedruckt. Zur Sammlung "Seltene Geldscheine aus aller Welt" der HVB Stiftung Geldscheinsammlung bei bavarikon. Katharina Depner, HVB Stiftung Geldscheinsammlung, www.geldscheinsammlung.de

  • Aus der HVB Stiftung: 50 RM "Junge Venezianerin" der Bayerischen Notenbank von 1924

    Die Bayerische Notenbank Die Bayerische Notenbank, 1875 gegründet, zählt zu den wenigen Notenbanken im Kaiserreich, die neben der Reichsbank Geldscheine ausgaben: Badische Bank, Sächsische Bank und Württembergische Notenbank. Nach dem Ende der Inflation wurde am 30. August 1924 die Reichsmark als neue Währung eingeführt. Die Bayerische Notenbank gab daraufhin Banknoten zu 50 und 100 Reichsmark aus. Hier zu sehen ist ein Entwurf für eine 50-Reichsmark-Note, der nie zur Ausführung kam. Alle Noten wurden von Giesecke & Devrient hergestellt. Sie zeigen am rechten bzw. linken Rand in das Papier eingestreute und bedruckte kleine Seidenpapierstreifen als Sicherheitsmerkmal. Die Noten waren die letzten bayerischen Banknoten. Zum 1. Januar 1935 endete das Notenausgaberecht der Bayerischen Notenbank, wie auch der Badischen Bank, Sächsischen Bank und Württembergischen Notenbank. Die Reichsbank hatte nun endgültig das Privileg auf die Ausgabe von Banknoten. Vorderseite: Rechts Ausschnitt aus dem Gemälde "Junge Venezianerin" von Albrecht Dürer. Rückseite: Im Untergrund bayerisches Staatswappen (1923–1950), geviertes Schild, oben links Schild mit Rauten (Bayern), oben links goldener Löwe auf schwarzem Feld (stv. für Regierungsbezirk Oberpfalz), unten links drei übereinander liegende schwarze Löwen (stv. für Regierungsbezirk Schwaben), unten rechts "Fränkischer Rechen" drei weiße Spitzen (stv. für Regierungsbezirke Oberfranken, Mittelfranken, Unterfranken). Zur der HVB Stiftung Geldscheinsammlung bei bavarikon. Katharina Depner, HVB Stiftung Geldscheinsammlung, www.geldscheinsammlung.de

  • Aus der HVB Stiftung: 25 norwegische Rixdaler von 1695

    Norwegen, Jørgen Thor Møhlen: 25 Rixdaler, 10.7.1695 Das erste Papiergeld in Norwegen wurde 1695 von Jørgen Thor Møhlen aus Bergen ausgegeben. Der Kaufmann und Reeder investierte große Summen in den überseeischen Handel. So pachtete er die zu Dänemark gehörende westindische Insel St. Thomas. Für den Ausgleich seiner Verluste in diesen Geschäften erhielt er von König Christian V. 1695 die Erlaubnis, Papiergeld in Höhe von 100.000 Reichstalern ausgeben zu dürfen. Als Legitimationsbeweis enthalten die Scheine das Siegel des Königs. Die rechte Seite mit Unterschriften und Kontrollnummer (bei dem hier gezeigten Schein nicht erhalten) wurde bei der Ausgabe abgerissen, um den Schein bei der Einlösung auf Echtheit prüfen zu können. Jørgen Thor Møhlen hatte keinen Erfolg mit seinem Papiergeld. Die Bevölkerung hatte kein Vertrauen zu den Scheinen und löste sie schnell wieder ein. Da Jørgen Thor Møhlen die Summen dafür nicht aufbringen konnte, verlor er sein gesamtes Vermögen und starb 1708 in Armut. Vorderseite: Da Seine Königl. Majestät am 22. Juni dieses Jahres 1695 seine allergnädigste Verordnung erlassen hat betreffs gewisser Papierscheine, welche statt baren Geldes im nördlichen Teil in Seiner Königl. Majestät Reich Norwegen gelten sollen, so ist dieser Schein laut Inhalt der genannten Verordnung als gültig erklärt worden für einen Wert von 25 Reichstaler/Kronen. Rückseite: Kontrollnummer und Wertangabe Zur Sammlung "Seltene Geldscheine aus aller Welt" der HVB Stiftung Geldscheinsammlung bei bavarikon. Katharina Depner, HVB Stiftung Geldscheinsammlung, www.geldscheinsammlung.de

  • Aus der HVB Stiftung: 50 Shillings vom 1.10.1773 der Britischen Kolonie Pennsylvania

    Pennsylvania, Kolonialverwaltung: Kreditschein über 50 Shillings von 1773, Druck: Hall & Sellers, Philadelphia Die Kolonialverwaltung von Pennsylvania hat 1723 erstmals Papiergeld ausgegeben. Auch andere nordamerikanische Kolonien gaben schon früh Papiergeld aus, da nicht genug Münzgeld vorhanden und eine eigene Münzprägung nicht erlaubt war. Die Abhängigkeit vom britischen Mutterland zeigt auch der Kreditschein selbst: Die Währungsbezeichnung ist der Shilling und die Regierungsjahre des englischen Königs Georg III. werden angegeben. Die Kreditscheine wurden von Hall & Sellers in Philadelphia gedruckt. David Hall (1714–1772) war zunächst ein Geschäftspartner von Benjamin Franklin (1706–1790) in dessen Druck- und Verlagshaus. 1766 übernahm David Hall das Geschäft und führte es mit William Seller als Partner fort. Hall & Sellers druckten Papiergeld und offizielle Dokumente für die Kolonialverwaltung von Pennsylvania. Vorderseite: Aufschrift "Gemäß einem Gesetz der Landtagsversammlung von Pennsylvania, erlassen im 13ten Jahr der Regierung seiner Majestät, Georg des Dritten. Gegeben am 1. Oktober 1773"; links in der Mitte Wappen der Familie Penn mit dem Wahlspruch "MERCY – JUSTICE" (Barmherzigkeit – Gerechtigkeit). Rückseite: Oben Strafsatz, darunter Landschaftsdarstellung. Zur Sammlung "Seltene Geldscheine aus aller Welt" der HVB Stiftung Geldscheinsammlung bei bavarikon. Katharina Depner, HVB Stiftung Geldscheinsammlung, www.geldscheinsammlung.de

  • Aus der HVB Stiftung: 1000 Käsch der Ming-Dynastie 1368–1644

    China, Ming-Dynastie: Staatspapiergeld über 1000 Käsch aus dem 14. Jahrhundert, Kaiser Ming Taizu (1368–1398) In China kannte man seit dem 7. Jahrhundert das sogenannte "Fliegende Geld", eine Vorform des Papiergelds. Für ihr eingezahltes Geld erhielten die Kaufleute Depositenscheine, die sie an bestimmten Orten einlösen konnten. Zwischen dem 10. und 14. Jahrhundert erfolgten weitere Papiergeld-Ausgaben. Das älteste erhaltene Papiergeld stammt aus der Zeit der Ming-Dynastie im 14. Jahrhundert. Während des Boxer-Aufstands (1899–1901) fanden Soldaten ein Päckchen solcher Scheine im Sockel einer umgestürzten Buddha-Statue. Vom 14. bis 17. Jahrhundert emittierte die Ming-Dynastie Staatspapiergeld, das im ganzen Reich zirkulierte. Herstellung, Ausgabe, Umlauf, Einzug und Vernichtung der Geldscheine war gesetzlich geregelt und wurde durch eine Behörde durchgeführt. Allerdings endeten die Ausgaben oft in Inflationen, da zu viel Papiergeld ausgegeben wurde. Im 17. Jahrhundert wurde das Papiergeld abgeschafft und erst 200 Jahre später wieder eingeführt. Damit auch Analphabeten den Wert der Scheine ermitteln konnten, hatte man die Nennwerte bildlich durch Käsch-Münzen dargestellt. Zudem enthielt das Staatspapiergeld eine Strafandrohung für Fälscher. Die Geldscheine bestanden aus Papier aus der Rinde des Maulbeerbaums. Beschreibung Vorderseite: Aufschrift oben: Allgemein gültiges Staatspapiergeld der Großen Ming-Dynastie. Im ganzen Reich für den Umlauf gültig. 1 Kuan; unten: "Auf Vorschlag des Reichsschatzamtes wird die Herstellung und der Druck von Papiergeld der Großen Ming-Dynastie befohlen, das in gleicher Weise wie das Kupfergeld für den Umlauf gültig ist. Wer falsches Geld herstellt oder gefälschtes in Umlauf bringt, wird enthauptet. Wer einen Fälscher anzeigt oder den Behörden überliefert, erhält 250 Taels Silber als Belohnung und außerdem das gesamte Vermögen des Verbrechers. Epoche des Ungeheuren Krieges"; im oberen Feld Bezeichnung und Wertangabe, darunter Abbildung von 10 Schnüren mit je 10 Münzen à 10 Käsch = 1000 Käsch als bildliche Darstellung des Nennwerts für Analphabeten, darunter Text mit Androhung von Strafen für Fälscher und Feld für Datierung (wurde handschriftlich eingesetzt); in der Mitte rote Stempel ( Siegel des Amtes für Staatspapiergeld der Ming-Dynastie) Rückseite: Stempel (Siegel) Zur Sammlung "Seltene Geldscheine aus aller Welt" der HVB Stiftung Geldscheinsammlung bei bavarikon. Katharina Depner, HVB Stiftung Geldscheinsammlung, www.geldscheinsammlung.de

  • HVB Stiftung: Seltene Geldscheine aus aller Welt

    Neue Sammlung „Seltene Geldscheine aus aller Welt: Frühe Papiergeldexperimente 14.– 18. Jahrhundert“ bei bavarikon Die HVB Stiftung Geldscheinsammlung hat eine neue Sammlung in bavarikon veröffentlicht: Seltene Geldscheine aus aller Welt. Die Sammlung dokumentiert die Anfänge und die Weiterentwicklung des Papiergelds. Dabei handelt es sich zum Teil um sehr seltene Stücke, die nur noch in wenigen Exemplaren vorhanden sind. Als erstes werden frühe Papiergeldexperimente des 14. – 18. Jahrhunderts präsentiert, später wird die Sammlung noch um zwei weitere Teilsammlungen ergänzt. Die bereits seit 2017 bestehende Sammlung Papiergeld Bayerns ist nun abgeschlossen und zeigt 1.800 Geldscheine. Bavarikon ist das Portal zu Kunst, Kultur und Landeskunde des Freistaats Bayern. Es präsentiert Kunst- und Kulturschätze aus bayerischen Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen. bavarikon ist eine Initiative des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst mit dem Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat. Den laufenden technischen, redaktionellen und organisatorischen Betrieb von bavarikon trägt die Bayerische Staatsbibliothek. HVB Stiftung Geldscheinsammlung, Katharina Depner, www.geldscheinsammlung.de

  • Fälscher & Falschgeld: Die Papiergeldfälschung, Teil 6

    Fortsetzungsreihe, Teil 22 Die Fälschungsklassen Die Fälschungsklasse wurde seit der Währungsreform von der Bank deutscher Länder und später von der Deutschen Bundesbank in der Reihenfolge der Entdeckung von Banknotenfälschungen vergeben. Diese Klassifizierung hatte man von der ehemaligen Reichsbank übernommen. Bei diesem bis gegen Ende der 1980er Jahre verwendeten System wurde bei jedem Nennwert einer bestimmten Ausgabe mit A1 bis A10, dann B1 bis B10, C1 bis C10, usw. begonnen. Diese Klassifizierung kennzeichnete nur jeweils eine neue Fälschung bzw. einen neuen Fälschungstyp, sagte aber nichts über die Qualität oder das Herstellungsverfahren der einzelnen Fälschung aus. Varianten eines bestimmten Fälschungstyps wurden mit Großbuchstaben gekennzeichnet. So gibt es von der oben erwähnten Fälschung D7 die weiteren Varianten D7A und D7B. Bei solchen Unternummern handelte es sich in der Regel um Varianten in unterschiedlicher Qualität hinsichtlich des Druckausfalls, oft aber auch um verbesserte, mit korrigierten Druckunterlagen hergestellte Falsifikate. Daher waren und sind Zentralbanken und Behörden mit der Veröffentlichung von Details, an denen man eine Fälschung erkennt, sehr vorsichtig. Denn die Fälscher quittieren diese Information sehr oft dankend mit der Überarbeitung und Verbesserung ihrer Druckunterlagen. Mit dem Auftauchen der ersten der sogenannten Desk-Top-Fälschungen, die mittels PC und Farbdrucker bzw. mit dem Farbkopierer hergestellt worden waren, war die Bundesbank gezwungen, ein neues Klassifizierungssystem einzuführen. Sie verwendete nun eine Logik, die nach der Herstellungsart unterschied: „DF“ bezeichnete nun Druckfälschungen, „FK“ stand für Farb-Fotokopien. Dahinter folgte die Zahl der fortlaufenden Nummerierung des jeweiligen Anfalls eines Fälschungstyps je Nennwert. Die Klassen wurden dabei, wie bisher, immer in Verbindung mit dem Nennwert der Fälschung angegeben, z.B. 100 DM – Klasse DF 5. Auch in diesem neuen System waren weder der Hersteller noch die Qualität einer Fälschung verschlüsselt. In der Bundesrepublik angehaltene Fälschungen ausländischer Banknoten wurden dagegen nur mit einer Zahl bezeichnet (Beispiel: Fälschung einer 100-Dollar-Note, Klasse 230). Fortsetzung folgt … Karlheinz Walz: Fälscher & Falschgeld, 280 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-86646-084-3. Das Buch können Sie für nur 9,90 EUR in unserem Online-Shop kaufen!

  • Die ungeliebte Klement-Gottwald-Banknote

    Am 1. Oktober 1985 begann die Tschechoslowakische Staatsbank, Banknoten der Ausgabe III zu emittieren. Auch bei dieser Serie hielt man am bestehenden Sprachenkonzept fest, den Text der Banknoten abwechselnd nur auf Tschechisch (20, 100 und 1000 Kronen) oder Slowakisch (10, 50 und 500 Kronen) anzugeben. Die Scheine geben weder den Sitz noch eine Unterschrift des Ausgabeinstituts wieder, einzig eine Jahreszahl. Letztmalig findet sich auf den Scheinen ein Hinweis, dass die Noten durch Gold und andere Vermögenswerte gedeckt sind. Zunächst gelangte der neue 1000-Kronen-Schein mit dem Brustbild des Komponisten Bedřich Smetana in Umlauf. Es folgte am 1. Juli 1986 die 10-Kronen-Note mit dem slowakischen Dichter Pavol Országh Hviezdoslav; die Note zu 50 Kronen gelangte ab 1. Oktober 1987 in Umlauf und zeigt den Schriftsteller und Politiker Ľudovít Štúr, gefolgt am 1. Oktober 1988 von der Note zu 20 Kronen, die den Philosophen, Theologen und Pädagogen Jan Amos Komenský – bei uns besser bekannt unter dem Namen Johann Amos Comenius – abbildet. Der Wert zu 100 Kronen mit dem Konterfei von Klement Gottwald kam am 1. Oktober 1989 hinzu. Diese Note erregte sofort das Missfallen großer Bevölkerungskreise, sodass es vorkam, dass Bürger ihre Annahme verweigerten und bei Zahlungen die alten, noch gültigen Banknoten von 1961 verlangten oder eine andere Stückelung forderten. Am 25. Oktober demonstrierten sogar etwa 200 Bürger auf dem Prager Wenzelsplatz und forderten ihre Außerkurssetzung. Beim Finanzministerium, der Staatsbank und anderen staatlichen Behörden gingen Hunderte von Briefe ein, in denen der Einzug der Banknote gefordert wurde. Was erregte die Tschechen und Slowaken so sehr, dass sie die Banknote mit dem Brustbild Gottwalds mit politischen Parolen versahen oder das Porträt verunstalteten? Dabei ging das Publikum sogar das Risiko ein, dass für derart beschädigte Banknoten kein Ersatz geleistet wurde. Abb. 1.: Státní Banky Československé, 1989, 100 Korun. Format: 147 x 67 mm. Wer war Klement Gottwald, der so gehasst wurde? Er wurde am 23. November 1896 in Dědic, im damaligen österreichisch-ungarischen Mähren, als unehelicher Sohn der Landwirtschafts-arbeiterin Marie Gottwaldová geboren. Nach dem Besuch der Volksschule erlernte er in Wien den Beruf des Tischlers. Schon früh schloss er sich sozialdemokratischen Jugendverbänden an. Während des Ersten Weltkriegs diente er in der k.u.k. Armee, aus der er desertierte, um dann zwei Jahre in der neugegründeten tschechoslowakischen Armee zu dienen. Im Mai 1921 gehörte er zu den Mitbegründern der Kommunistischen Partei, deren Vorsitzender er von 1929 – 1948 war. In den 1920er Jahren war er dafür verantwortlich, dass sich die Partei streng auf Moskau ausrichtete. Seit 1928 war Gottwald Mitglied des Exekutivkomitees der Kommunistischen Internationale, kurz Komintern. Nach dem Münchner Abkommen ging er 1938 ins Exil nach Moskau, von wo er nach dem Krieg nach Prag zurückkehrte und stellvertretender Ministerpräsident wurde. In den folgenden Jahren bereitete die tschechoslowakische KP die Machtübernahme vor. Als es Anfang 1948 zu einer Regierungskrise kam, nutzte Gottwald diese, um die nichtkommunistischen Regierungs-mitglieder auszuschalten und eine neue Verfassung zu oktroyieren, sodass er am 14. Juni 1948 das Amt des tschechoslowakischen Staatspräsidenten übernehmen konnte. Unter Gottwalds Staats- und Parteiführung wurde ein rigoroser Repressionsapparat ins Leben gerufen. Zwischen 1948 und 1954 wurden vor dem sog. Státní soud (Staatsgericht) in politischen Schauprozessen 232 Personen zum Tode verurteilt, von denen 178 hingerichtet wurden, sowie weitere 100.000 Personen zu mehrjährigen Haftstrafen. Zehntausende wurden zum Zwangsdienst in den Lagern für militärische Zwangsarbeit verpflichtet. Gottwald starb am 14. März 1953 in Prag wenige Tage nach seiner Rückkehr aus Moskau, wo er an der Begräbnisfeier für Stalin teilgenommen hatte. Nach dem Vorbild Lenins wurde er einbalsamiert und in einem Glassarg beim Nationaldenkmal am Veitsberg ausgestellt. Aufgrund der veränderten politischen Verhältnisse wurde er 1962 eingeäschert und auf dem Olšany-Friedhof in Prag beigesetzt.[1] Die Proteste gegen diese Banknote kamen zu diesem Zeitpunkt nicht von ungefähr. Erinnern wir uns: Mit dem Amtsantritt des sowjetischen Generalsekretärs Michail Gorbatschow endete eine Phase politischer Stagnation. Unter den Schlagworten Glasnost und Perestroika wollte er Politik und Gesellschaft reformieren und die drückende Wirtschaftskrise überwinden. Die veränderte politische Lage wirkte sich auch auf die Verhältnisse in den Staaten des sog. Ostblocks aus. Als erstes Land gab in Ungarn die Sozialistische Arbeiterpartei ihren Herrschaftsanspruch auf. Im Sommer setzte eine Massenflucht von DDR-Bürgern über die geöffnete ungarisch-österreichische Grenze ein. Nach der ersten halbwegs freien Parlamentswahl am 4. Juni 1989 im Warschauer Pakt regierte in Polen eine nichtkommunistische Regierung mit Tadeusz Mazowiecki an der Spitze. In Bulgarien wurde am 12. November der seit 1954 amtierende KP-Chef Todor Schiwkow gestürzt. Nur wenige Tage nach dem 40. Jahrestag der Gründung der DDR fiel am 9. November 1989 die Berliner Mauer. Auch in der Tschechoslowakei erscholl der Ruf nach Demokratie. Vom 10. bis 14. November 1989 gingen die Menschen in Teplice (Teplitz) auf die Straße, am 16. November demonstrierten Studenten in Bratislava (Preßburg). Am Tag darauf zogen 15.000 Studenten durch Prag. Die genehmigte Demonstration blieb zunächst unbehelligt, aber am Abend schlugen die Sicherheitskräfte zu und verletzten etwa 600 Demonstranten. Daraufhin riefen die Studenten zum unbegrenzten Streik auf, dem sich Schauspieler der Prager Bühnen anschlossen. Die Nachricht vom Tod des Studenten Martin Šmíd mobilisierte weite Teile der Bevölkerung und ab dem 20. November griff die Protestbewegung sukzessive auf das ganze Land über. Am 29. November wurde die Bestimmung über die führende Rolle der Kommunistischen Partei in der tschechoslowakischen Verfassung aufgehoben und ab 5. Dezember die Grenzanlagen an der Grenze zu Österreich und der Bundesrepublik abgetragen. Am 10. Dezember ernannte Präsident Husák zum ersten Mal seit 1948 eine mehrheitlich nichtkommunistische Regierung. Aber zurück zur Gottwald-Banknote: Obwohl die Ausgabe wegen ihrer Merkmale für eine Optimierung der maschinellen Verarbeitung wichtig war, wurde ihr Druck bereits am 4. Dezember 1989 eingestellt und am 31. Dezember 1990 wurde sie sogar ungültig. Als Ersatz druckte die Staatsdruckerei in Prag eine zweite Auflage der Note von 1961, die ab 1. März 1990 ausgegeben wurden. Hierbei handelt es sich um Noten der Serien X 25 – 96, G 01 – 96 und M 01 – 24. Obwohl die 500-Kronen-Note entworfen wurde, verzichtete die Staatsbank auf ihre Fertigstellung. Abb. 2.: Státní Banky Československé, 1961, 2. Auflage, 100 Korun. Format: 165 x 80 mm. Bleibt noch anzumerken, dass die Rückseiten-Darstellung der Gottwald-Banknote 2001 auf einem Gedenkblatt zum 35. Jahrestag des Vereins der Banknotensammler, Niederlassung Prag, nochmals verwendet wurde. Sie zeigt den Hradschin (Prager Burgberg) und die Kleinseitner Brückentürme von der Karlsbrücke. Gedruckt wurde das Blatt auf Wasserzeichenpapier von der Staatsdruckerei in Prag. Abb. 3: Gedenkblatt zum 35. Jahrestag der Gründung des Banknotensammler-Vereins, 2001. Uwe Bronnert Abb. Uwe Bronnert (Gedenkblatt), Hans-Ludwig Grabowski (Banknoten) Literatur: Pavel Hejzlar, Papírová platidla na území Čech, Moravy a Slovenska 1900 – 2019, Prag 2019. Vladimír Tomšík et al., 100 Years of the Koruna, monetary policy – instutions – money, Pilsen 2018. Anmerkungen [1] Angaben nach Wikipedia: "Klement Gottwald". Anmerkung der Redaktion Aus Anlass der Feierlichkeiten rund um das 100. Jubiläum der Tschechischen Krone wurde 2019 eine komplette Entwurfs-Serie zu letzten Ausgabe der Staatsbank nachgedruckt. Siehe hierzu den Beitrag von Manfred Dietl: https://www.geldscheine-online.com/post/nachdruck-der-entw%C3%BCrfe-zur-letzten-banknoteserie-der-tschechoslowakei Darunter befindet sich auch der Nachdruck des Entwurfs der Gottwald-Banknote zu 100 Kronen, siehe Abb.

  • Personen auf Geldscheinen: Hector Berlioz

    Geldscheine dienen nicht nur dem Zahlungsverkehr, sondern auch zur Repräsentation eines Staates. So präsentieren Banknoten häufig die kulturellen Höhepunkte einer Nation, indem herausragende Künstler dargestellt werden – wie auch Hector Berlioz in Frankreich. Hector Berlioz (11.12.1803 – 8.3.1869) war ein französischer Komponist der Romantik; zu seinen bekanntesten Werken zählen u.a. die Symphonie fantastique (1830), Les Troyens (1856 – 1858) und La damnation de Faust (1846). Zahlreiche persönliche Details aus seinem Leben sind in seiner Autobiographie Mémoires dokumentiert. Über einen Umweg durch ein Medizinstudium begann Berlioz 1827 offiziell sein Studium am Conservatoire de Paris. 1830 errang er nach mehreren Versuchen den Prix de Rome und gewann damit neben einem fünfjährigen Stipendium auch einen zweijährigen Aufenthalt in Rom, den er 1831 antrat. In Rom blieb er jedoch nur 15 Monate, von denen er wiederum einen guten Teil in anderen italienischen Städten verbrachte – seine Unzufriedenheit in Rom brachte er u.a. in seinen Mémoires zum Ausdruck. Wieder in Paris, bestritt Berlioz seinen Lebensunterhalt auch als Musikkritiker und Bibliothekar am Pariser Conservatoire, während seine kompositorischen Talente insbesondere in Paris lange ungewürdigt blieben. Zahlreiche Konzertreisen führten ihn ab 1842 ins Ausland, v.a. nach Deutschland. Heute gilt Berlioz als einer der Hauptvertreter der französischen Romantik, auch wenn er sich selbst in einer klassischen Tradition sah. In den Jahren 1972 bis 1978 gab die Banque de France Noten zu 10 Francs mit dem Porträt Berlioz' aus; in dieser Serie, die überwiegend bekannte französische Künstler thematisiert, findet sich auch der 20-Francs-Schein mit dem Komponisten Claude Debussy. Auf der Vorderseite des 10-Francs-Scheins ist Berlioz als Dirigent im Pariser Invalidendom abgebildet: Wohl ist dies als Hommage an sein Requiem, die Grande Messe des Morts, zu verstehen, das dort als Auftragswerk der französischen Regierung im Jahr 1837 für den in Algerien gefallenen General Charles-Marie Denys de Damrémontur uraufgeführt wurde – jedoch unter der Leitung von François-Antoine Habeneck. Die Rückseite zeigt den Komponisten vor der Villa Medici, wo er von 1831 bis 1832 während seines Romaufenthalts mit anderen Preisträgern des Prix de Rome wohnte. Die Darstellungen des Berlioz auf Vorder- und Rückseite sind einem Porträt von Émile Signol aus dem Jahr 1832 nachempfunden, das sich heute in der Villa Medici befindet. Französische Republik, Banque de France: Banknote zu 10 Francs vom 5.1.1976 Vorderseite: Berlioz als Dirigent im Invalidendom. Rückseite: Berlioz vor der Villa Medici. Wasserzeichen: Berlioz' Kopf nach rechts. Entwurf: Lucien Fantanarosa Gravur: Jaques Jubert (Av.) und Henri Renaud (Rv.) Druckerei: Banque de France Format: 140 x 76 mm Umlauf: bis 15.9.1986 Katalogreferenzen: FRA-150c (Standard Catalog of World Paper Money – Vol. III: Modern Issues) Kana Totsuka Abb. Hans-Ludwig Grabowski

  • Fälscher & Falschgeld: Die Papiergeldfälschung, Teil 5

    Fortsetzungsreihe, Teil 21 Gegen Ende der 1990er Jahre ging der Anfall von Fälschungen der gängigen Wertstufen insgesamt gesehen wieder zurück. Speziell das 1997 bzw. 1998 bei den Banknoten zu 50, 100 und 200 DM eingeführte Kinegram® erwies sich als Hemmschwelle bei den Geldfälschern, sodass diese nun vermehrt auf die Wertstufen ohne diese Sicherungen auswichen. Die steigende Anzahl der sichergestellten 10- und 20-DM-Fälschungen bewies dies, wobei hier fast ausschließlich Farbfotokopien und Scanner-Fälschungen, aber nur sehr wenige Druckfälschungen aufgetaucht waren. Das Kinegram® (im damaligen Fachjargon wurde es „Beugungsoptische Spezialfolie“ genannt und war eine Entwicklung der Schweizer Firma Landis & Gyr Communications AG), das je nach Betrachtungswinkel verschiedene Motive in den Spektralfarben zeigte, sowie weitere verbesserte Sicherungen wurden bei den am häufigsten gefälschten Werten eingeführt, weil die im Zahlungsverkehr angehaltenen Falsifikate dieser Stückelungen zum einen ein Besorgnis erregendes Ausmaß angenommen hatten, zum anderen qualitativ immer besser geworden waren. So wurde unter anderem auch die Ausgestaltung des Latent Image im Hinblick auf die einfachere Erkennbarkeit verbessert, ein Perlglanzdruck (der sogenannte Iriodinstreifen) sowie schwerer kopierbare Farbtönungen integriert. Gleichfalls wurde der fühlbare Stichtiefdruck des Blindenerkennungszeichens sowie der Schriftzüge „DEUTSCHE BUNDESBANK“ und „...DEUTSCHE MARK“ entscheidend verbessert und war nun noch deutlicher fühlbar. Hierzu musste der Stichtiefdruck der Vorderseite der Banknoten verstärkt werden. Dies hatte zur Folge, dass die Herstellung der Rückseite nur noch im indirekten Hochdruck erfolgen konnte, da deren bisherige Stichtiefdruck-Elemente den Druck der Vorderseite massiv gestört hätten. Als durchaus gewünschter Nebeneffekt war durch die einfachere Druckart der Rückseite eine Kostenersparnis eingetreten, die die Ausgaben für die verbesserten Sicherungselemente zum Teil wieder auffing. Ein Merkblatt der Deutschen Bundesbank von 1983 über die Erkennung falscher DM-Banknoten und –Münzen. Allerdings war es den Fälschern schon damals gelungen, verschiedene Sicherheitsmerkmale täuschend ähnlich zu reproduzieren, so dass sie einer oberflächlichen Prüfung auf jeden Fall standhielten! Schauen wir uns einige Beispiele in Bezug auf die DM-Banknoten, die längst Geschichte sind, an. Die Imitation des Sicherheitsfadens erfolgte in einigen Fällen in der Weise, dass eine transparente Folie auf die Rückseite des Falschstücks aufgeklebt wurde, die handschriftlich mit der Wertbezeichnung versehen oder bei der diese aufkopiert worden war. Der Faden war zwar in der Durchsicht erheblich schlechter zu erkennen als der echte, was aber trotzdem in den meisten Fällen bei der Annahme der Banknoten kein Grund zur Beanstandung gewesen war. Schon 1994 waren Fälschungen aufgetaucht, die aus zwei dünnen Blättern bestanden und bei denen das Wasserzeichen in hellgrauer Farbe auf der Innenseite eines Blattes aufgedruckt worden war. Der silberfarbenbeschichtete Kunststoffstreifen war fototechnisch, das heißt in Negativschrift mit der Wertbezeichnung 100 DM versehen und in das Einzelblatt der Vorderseite regelrecht eingefädelt worden. Hierzu hatte man das Papier mit Einschnitten versehen. Der Faden war damit so wie beim Original partiell in „Fenstern“ und im Durchlicht als Ganzes zu sehen, was eine äußerst täuschende Nachahmung darstellte. Durch den hohen Aufwand, den die Fälscher hier betrieben hatten, konnte man davon ausgehen, dass dies keine Fälschung aus dem Bereich der Organisierten Kriminalität gewesen war, sondern das Werk eines Einzelgängers oder einer kleineren Bande, die keine allzu großen „Auflagen“ herstellte. 1995 kamen 200 DM Offsetdruckfälschungen auf den Markt, bei denen der verstärkte Stichtiefdruck der Schriftzüge „DEUTSCHE BUNDESBANK“ und „ZWEIHUNDERT DEUTSCHE MARK“ sowie des Blindenerkennungszeichens dergestalt nachgestellt worden war, dass die Fälscher diese Sicherung mittels einer Blindprägung zu imitieren versucht hatten. Während bei Druckfälschungen die Passgenauigkeit des Durchsichtsregisters schon zu diesem Zeitpunkt erreicht worden war (was noch wenige Jahre zuvor als unübersteigbare Schwelle für den Fälscher gegolten hatte), waren Farbkopien oder mittels Ink-Jet-Druckern hergestellte Falsifikate selten mit dieser Sicherung in originalgetreuer Ausführung versehen. Und auch die Nachahmung der Fluoreszenz war für Falschgeldhersteller ab etwa dem Jahr 2000 kein Problem mehr. Wie heute bei den Euro-Noten wurden die Notennummern, die bunten Fasern im Papier und selbst die Fluoreszenz der Teile des Druckbildes in nahezu originalgetreuem Farbton und in einer der echten Banknote vergleichbaren Platzierung reproduziert. Fortsetzung folgt … Karlheinz Walz: Fälscher & Falschgeld, 280 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-86646-084-3. Das Buch können Sie für nur 9,90 EUR in unserem Online-Shop kaufen!

  • Fälscher & Falschgeld: Die Papiergeldfälschung, Teil 4

    Fortsetzungsreihe, Teil 20 Ab 1976 war dann ein dauerhaft deutlicher Anstieg der anfallenden Fälschungen zu verzeichnen. Sehr dazu beigetragen hatten hier die als Fälschungsklassen C2, C5 und D7 in die Kriminalgeschichte eingegangenen, legendären italienischen Nachahmungen der 100-DM-Note. Die D7-Fälschung wurde ab 1983 verbreitet, Interpol hatte sie mit dem Indikativ 11A215 klassifiziert. Mittlerweile trat auch ein Wandel in Bezug auf die Hersteller falscher Banknoten ein. Die deutschen Ermittlungsbehörden verzeichneten nun einen erheblichen Rückgang der Einzeltäter, die Herstellung und der Vertrieb von falschem Geld war mehr und mehr zur Domäne der Banden aus dem Bereich der Organisierten Kriminalität, hauptsächlich aus dem Ausland, geworden. Die überwiegende Mehrzahl der auftauchenden falschen DM-Banknoten, vorwiegend Hunderter, kam nun – wie oben bereits erwähnt – aus Italien. Dort wurde 1977 in Bologna die Werkstätte ausgehoben, in der die ebenfalls genannten C2- und C5-Hunderter hergestellt worden waren. Falschgeld im Gesamtwert von sage und schreibe 28 Millionen DM wurde dabei beschlagnahmt, jedoch nur die Druckunterlagen der C 5-Fälschung sichergestellt. Die Offsetplatten für die „Vorgängerserie“ C2 hatte man bereits vernichtet. Die Bosse dieser Bande saßen in Genua und Mailand, die Verteilung übernahmen insbesondere Gastarbeiter, die in die Bundesrepublik und andere europäische Länder einreisten. Experten schätzten, dass von diesen beiden Fälschungsklassen für jeweils 100 Millionen DM Nachahmungen hergestellt worden waren, von denen nur ca. 34 Millionen DM sichergestellt werden konnten. Von der nur mäßig gut gelungenen, in insgesamt drei Varianten existierenden D7-Fälschung wurden noch bis Mitte der 1990er Jahre im In- und Ausland innerhalb und außerhalb des Zahlungsverkehrs Fälschungen im Wert von 14,8 Millionen DM beschlagnahmt. Bereits im Oktober 1987 war die Druckerei dieser Fälschungsklasse in Mailand ausgehoben worden. Das Merkblatt der Deutschen Bundesbank beschreibt die ab 1976 aufgetauchte italienische Fälschung der 100-DM-Note mit der Klasse C5. Als gegen Ende der 1980er Jahre die ersten leistungsfähigen und einfach zu bedienenden Farbkopiergeräte auf den Markt kamen (damals berühmt: der Canon Laser Copier CLC 200), verschärfte sich die Situation nochmals. Nicht nur die organisierten Banden konnten sich nunmehr eines recht einfachen Herstellungs-verfahrens bedienen, auch mancher Hobbybastler sah sich nun in die Lage versetzt, ohne große Mühe „Do-it-yourself-Noten“ von täuschungsfähiger Qualität zu produzieren, da er keinerlei technische Vorkenntnisse besitzen musste. Viele bis dahin unbescholtene Bürger wurden plötzlich zu Tätern, sei es aus einer finanziellen Notlage heraus, sei es aus Neugier oder weil sie dem Reiz der technischen Machbarkeit erlegen waren. Die in den Copyshops meist unbeaufsichtigt zu bedienenden Geräte verlockten nachgerade dazu, Banknoten zu kopieren. 1988 wurden erstmals Farbkopiefälschungen angehalten, insgesamt 1823 Stück. Bereits 1989 war der Anfall dann sprunghaft auf 11.804 Stück angestiegen! Erst mit der Zeit wurden die Hersteller der Farbkopierer, die Druckereibesitzer und Copyshop-Inhaber dafür sensibilisiert, die Benutzung der Geräte einer gewissen Kontrolle zu unterziehen. Dass ab etwa 1995 die Kopierfälschungen von DM-Noten zugunsten von Druckfälschungen wieder erheblich zurückgegangen waren, lag an zwei Dingen: erstens an den mit speziellen Schutzmerkmalen gegen das Kopieren ausgestatteten damaligen neuen Bundesbanknoten der Serie BBk III bzw. IIIA, die sich zwischenzeitlich im Zahlungsverkehr durchgesetzt hatten. Zweitens waren nun die Kopiergeräte der neueren Generation mit speziellen Schutzvorrichtungen ausgestattet worden, die beim Kopieren von Wertdrucken griffen. Die seinerzeitigen neuen DM-Scheine als auch unsere heutigen Euro-Noten und viele Fremdwährungen weisen als Kopierschutz den sogenannten Omron-Code auf. Hinter diesen auf Vorder- und Rückseite der Geldscheine in scheinbar willkürlicher Anordnung aufgedruckten kleinen Kreisen verbirgt sich ein Code, die den Kopiervorgang der damit programmierten Geräte stoppt bzw. diese eine geschwärzte Kopie ausgeben lässt. Wohl ist auch diese Sicherung durch Experten zu überlisten, doch der „Mann von der Straße“ konnte und kann damit auf die Schnelle keine Blüten mehr produzieren. Während die Zahl der angehaltenen Fälschungen in den 1980er Jahren zwar zunahm, jedoch in Bezug auf die Gesamtmenge des umlaufenden Bargeldes noch nicht als besorgniserregend einzustufen war, schnellte sie ab etwa 1991/92 nochmals gewaltig in die Höhe. Grund dafür war hauptsächlich der Fall des „Eisernen Vorhangs“, denn nun drängten auch die osteuropäischen Banden auf den Falschgeld-Markt, vornehmlich aus Polen und einigen damaligen GUS-Staaten. Auch in Ungarn und Bosnien saßen zu dieser Zeit Fälschergruppen, die 100-DM-Falsifikate in großen Mengen und recht guter Qualität produzierten. Unrecht hatten allerdings die überaus kritischen Stimmen, die die Bundesbank ob ihrer Aussage hinsichtlich der unfälschbaren Sicherheitsmerkmale der ab 1990 ausgegebenen neuen Notenreihe BBk III ebenso scharf wie unsachlich angegriffen hatten. Natürlich konnten diese neuen Banknoten immer noch gefälscht werden und wurden es auch, waren nun jedoch viel, viel leichter als Nachahmungen zu erkennen. Da es – wie heute noch – auch schon damals vielen Fälschern nur darauf ankam, sogenannte Eindrucksfälschungen unter die Leute zu bringen, Scheine also, die bei flüchtigem Hinsehen den Eindruck echten Geldes erwecken und damit keine nähere Prüfung provozieren, war und ist ein gewisses Mindestmaß bei der Annahme von Banknoten immer erforderlich. In der Bevölkerung aber war nach Ausgabe der neuen DM-Scheine fälschlich der Eindruck entstanden, die neuen Noten würden, da zu schwierig, überhaupt nicht mehr gefälscht werden (können) und man brauche deshalb auch keine besondere Aufmerksamkeit mehr bei ihrer Annahme walten zu lassen. Einer der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Falschgeldfahnder, Eduard Liedgens vom Bayerischen Landeskriminalamt (er befindet sich zwischenzeitlich im wohlverdienten Ruhestand), hat dies seinerzeit sehr treffend formuliert: „Die Leute nehmen arglos fast alles entgegen, was irgendwie nach Geldschein aussieht – von der Schwarz/Weiß-Kopie bis zur High-Tech-Blüte.“ Das vermehrte Auftauchen von Falschgeld just zum Zeitpunkt der Ausgabe der neuen DM-Serie und danach war aber keinesfalls in Zusammenhang zu bringen, diejenigen, die diese Meinung bis heute vehement verteidigen, lagen und liegen damit gewaltig daneben. Fortsetzung folgt … Karlheinz Walz: Fälscher & Falschgeld, 280 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-86646-084-3. Das Buch können Sie für nur 9,90 EUR in unserem Online-Shop kaufen!

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