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  • Griqualand – Geldzeichen für ein indigenes Volk

    Von einigen Ländereien in Übersee, in denen man eigene Geldscheine und Münzen ausgeben wollte bzw. ausgab, hat man kaum gehört. Wer kennt schon Nieuw Griqualand bzw. Griqualand East? Seit 1837 war Adam Kok III. Häuptling des Griqua-Volks. Er lebte von 1811 bis 1875 und hatte auch niederländischen Wurzeln. Abb. 1: Adam Kok III. (1811-1875), Foto um1865: P. Morozow, © Western Cape Archive, restauriert mit KI. In seinem Buch beschreibt der schottische Missionar William Dower den Geldschein-Druck in der nach Kok benannten Stadt. Der limitierten Ausgabe von „The Early Annals of Kokstad and East Griqualand“ wurden Geldscheine zu 1 Pond zwischen den Seiten 16 und 17 beigelegt, von denen bis heute kaum ein Dutzend die Zeiten überstanden. Abb. 2: Buchumschlag des 1902 erschienenen Buches, das 1978 von der Killie Campbell Library in Durban/Natal, Südafrika nachgedruckt wurde; auch von den 1-Pond-Scheinen existieren Reprints. Demnach beschloss der Volksraad in Kokstad in der früheren südafrikanischen Kap-Kolonie den Druck einer Serie von staatlichen Anleihescheinen. Gedruckt wurden jedoch nur die verzinslichen Scheine im Wert von 1 Pond Sterling – in der Druckerei von Saul Solomon & Co. in Kapstadt und in einer Auflage von 10.000 Stück. Sie wurden aber nie ausgegeben. Die niederländischen Kolonisten unter der Führung von Donald Strachan, Magistrat von Umzimkulu in der heutigen Provinz Natal, verhinderten die Ausgabe der Pond-Scheine. Ein Großteil der Druckauflage wurde verbrannt. Zwei Originalscheine sind im Besitz des Balson Holdings Family Trust. Abb. 3: 1 Pond Sterling, 1. Januar 1868, Vs., in einer Auktion vom Oktober 2016 wurde ein restauriertes Exemplar für 4.000 brit. Pfund angeboten. Der Text des niederländischen Aufdrucks bedeutet sinngemäß, dass die Regierung von Neu-Griqualand entsprechend der Entscheidung des Hohen Volksrats vom 5. November 1867 Regierungspapiere bis zu einem Betrag von 10.000 Pfund Sterling ausgeben wird. Als Sicherheiten galten das immobile Staatseigentum. Die Scheine sollten eine feste Laufzeit von zehn Jahren besitzen und nach diesem Zeitraum sollten jährlich ein Betrag bis zu 5.000 Pfund ausgezahlt werden. Die eingelieferten Ein-Pond-Noten sollten anschließend vernichtet werden. Der Mount Currie war der 6 Kilometer entfernte Hausberg von Kokstad. Etwa 1.000 Kilometer von diesem Ort lag das ursprüngliche Siedlungsgebiet der Griquas, das heutige West Griqualand. Dort hatten 1812 zwei Missionare der London Missionary Society eine erste Station gegründet und nannten sie Klaarwater; ein Jahr später wurde der Ort in Griqua Town umbenannt, der heute Grikwastad heißt. In der Stadt lebten die Griquas mit ihren beiden Anführer Andries Waterboer und Adam Kok II., die das Gebiet verwalteten. Fehlende Zahlungsmittel für den Handel veranlassten die Griquas, bei der Missions-Gesellschaft die Prägung von Münzen zu beantragen. Am 7. August 1813 wurde in einer Beratung der LMS die Herstellung von Münzen besprochen. Ein Komitee aus den Kolonisten Campbell, Muston, Steven und Bateman wurde beauftragt, die Münzprägungen voranzutreiben. Tatsächlich kamen bald Münzen ohne Datum in Umlauf: ¼ Penny und ½ Penny in Kupfer sowie 5 und 10 Pence in Silber in einem Gesamtwert von vorerst 100 £St. Die von Thomas Halliday entworfenen Token wurden vom Volk der Griqua im Klaarwater-Distrikt verwendet, waren aber nur kurze Zeit in Umlauf, bevor sie zurückgezogen und eingeschmolzen bzw. an einen Händler verkauft wurden. Abb. 4: ½ Penny/10 Pence o. D. (1816–1817), Rückseiten; die Vorderseiten zeigen eine fliegende Taube mit einem Olivenzweig im Schnabel, wie sie auch auf Rückseiten späterer Probeprägungen von 1890 zu sehen ist. Die Münzen sollten für Lohnzahlungen an die Griquas dienen und so den Kauf kleinerer landwirtschaftlicher Gegenstände ermöglichen. Im August 1820 waren die Griqua-Münzen noch in Verkehr – im Juni 1821 der Großteil jedoch noch im Besitz der Missions-Gesellschaft. Die Briten annektierten Griqualand, daraufhin marschierte Koks Enkel Adam II. mit seinem Volk nach Südosten zur Missionsstation Philippolis. Griqua-Münzen mit der Taube – dem Symbol der London Missionary Society – lassen sich auch für die 1890er Jahre belegen. Es handelt sich jedoch um unterschiedliche Prägungen deutscher Herstellung. Die Berliner Anstalt Otto Nolte fertigte zwei unterschiedliche Bronze-Münzen zu 1 Penny: 100 Exemplare mit dem Datum 1890 und nur 50 ohne Jahreszahl und mit geänderter Rückseite. Stempelschneider war der Nürnberger Wolfgang Lauer. Dabei handelt sich bei den Stücken lediglich um Werbemarken der Prägeanstalt Nolte. Abb. 5: 1 Penny 1890, Vs./Rs., Wendeprägung, in Größe der britischen Originale. Schließlich sind noch die privaten Ausgaben von Donald Strachan zu nennen: Handelsmarken zu 3 und 6 Pence sowie zu 1 und 2 Shillings in vier verschiedenen Auflagen. Diese Token wurden in Europa geprägt, wurden nach Kokstad geliefert und kursierten von 1874 bis 1915; sie wurden auch von Großbanken akzeptiert, da die Firma Strachan & Co. ein hervorragendes Ansehen genoss. Diese Wertmarken waren das Ergebnis des Versprechens Donald Strachans an Adam Kok III. – Strachan hatte nach Alternativen gesucht, die Isolation der Griquas von Bankgeschäften und der Nichtzulassung der Ein-Pond-Scheine zu umgehen. Michael H. Schöne Quellen: https://en.wikipedia.org https://www.dailymaverick.co.za https://www.tokencoins.com/griqua/dower weiterführend: „The Griquas of South Africa and their Money“, Scott Balson, 2004

  • Aus privaten Sammlungen: Notgeld des Zollausschlussgebietes vom August 1923

    Als ich vor einigen Tagen in einem Album meiner Papiergeld-Sammlung blätterte, blieb mein Blick an einem Schein über 500.000 Mark der Gemeinde Jestetten vom August 1923 hängen, der mit „Notgeld des Zollausschussgebietes“ überschrieben ist. 500.000 Mark klingt nach viel, entsprach damals aber gerade einmal einem Viertel-US-Dollar, denn in Deutschland herrschte die Hyperinflation. Das Zollausschussgebiet (ZAG) Jestetten von dem hier die Rede ist, betrifft jenen deutschen Gebietszipfel, der zwischen Neuhausen und Rafz liegt und fast total von der Schweiz umgeben ist. Der Jestetter Zipfel besteht aus den Gemeinden Dettighofen, Jestetten und Lottstetten und mehreren Weilern. Das Gebiet ist mit Deutschland nur über einen engen Durchgang verbunden, der zwischen Rafz und dem schaffhausischen Klettgau im Schnitt nur rund 800 Meter breit ist. Entstanden ist dieses Gebilde dadurch, dass die verschuldeten Grafen von Sulz Mitte des 17. Jahrhunderts die Landgrafschaft Klettgau verkauften, und zwar den weiter nördlich gelegenen Oberen Klettgau an Schaffhausen und das südlich gelegene Rafzerfeld an Zürich. Aber ein kleines Stück Land dazwischen behielt sie, um Geld aus dem Schiffs- und Straßenverkehr zu verdienen. 1806 wurde die verbliebene Landgrafschaft badisch. Als 1835 Baden dem Deutschen Zollverein beitrat, entstanden für die Bewohner des Jestetter Zipfels dadurch erhebliche wirtschaftliche Probleme. Plötzlich war das Gebiet durch eine Zollgrenze zur Schweiz hin fast vollständig eingeschlossen. Da Baden bis dahin in außenwirtschaftlicher Hinsicht den Freihandel praktizierte, konnten die Jestetter Händler ihre Waren zollfrei in die Schweiz verkaufen. Das änderte sich jetzt. ZAG um 1900. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:KarteSchaffhausen1900.png (14. Mai 2024). Durch die Abgeschiedenheit litt die wirtschaftliche Entwicklung des Gebietes. Daher erklärte die badische Regierung durch Dekret vom 30. Juli 1840 den Zipfel zum Zollausschlussgebiet (ZAG) Jestetten, das bedeutete, dass die Bewohner nun Waren zollfrei beziehen und exportieren konnten. Staatsrechtlich blieb das ZAG badisches Staatsgebiet. Darüber hinaus hatte diese Regelung den Vorteil, dass sich Badens Zollgrenze in dieser Region von 55 km auf 6 km reduzierte. Die Wirtschaft im ZAG blühte auf, besonders als eine Schweizer Bahnstrecke durch den Zipfel entstand. Auch nach der Reichsgründung blieb es beim ZAG. Während des Ersten Weltkriegs entwickelte sich das Gebiet zu einer wichtigen Achse für den Schmuggel zwischen der Schweiz und Deutschland. Nach dem Waffenstillstand vom 11. November 1918 war die Zukunft des ZAGs ungewiss. In Baden und im Reich löste eine provisorische Volksregierung die Monarchie ab – und niemand wusste, was die Zukunft bringen würde. Viele Bewohner des Jestetter Zipfels fürchteten, ihre Zollfreiheit zu verlieren. War da nicht ein Anschluss an die Schweiz vorteilhafter? In Lottstetten sprach sich eine Bürgerversammlung am 24. und in Jestetten am 25. November 1918 einstimmig für den Anschluss an die Schweiz aus. Natürlich lehnte dies die provisorische badische Regierung ab. Bis 1935 blieb es beim Zustand des ZAG. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Südbaden durch französische Truppen besetzt. Da dem Kommandanten der 1. Armee, Jean de Lattre de Tassigny, der Bereich des Jestetter Zipfels zu unübersichtlich war, mussten die Bewohner am 15. Mai 1945 das Gebiet verlassen. Die Bevölkerung fand den Sommer 1945 vorübergehend Unterkunft in verschiedenen Schwarzwalddörfern. Bis zum Herbst 1945 kehrten die Einwohner der vier Ortschaften Jestetten, Altenburg, Lottstetten und Nack wieder in ihrer Heimat zurück. An das Zollausschussgebiet Jestetten erinnern heute Notgeldscheine der Gemeinde Jestetten über 100.000, 500.000 und 1.000.000 Mark aus dem August 1923. Keller führt in seinem Katalog einige Varianten auf. Sie betreffen z. B. die Nullen in der Wertzahl, die entweder oval oder rund sind sowie Unterschiede in der Farbe der Kontrollziffern in Rot oder Schwarz. Objekttyp: Notgeldschein Sammlung: Uwe Bronnert Authentizität: Original Land/Region/Ort: Deutschland/Baden/Jestetten Emittent: Gemeinde Jestetten Nominal: 500.000 Mark Datierung: August 1923 Vorderseite: Text und Siegel der Gemeinde Rückseite: Karte des Zollausschussgebietes Unterschriften: zwei handschriftliche Unterschriften Material: weißes Papier ohne Wasserzeichen Druck: J. Fr. Greiner, Tiengen Format: 163 mm x 97 mm Nummerierung: No 1448 * (rot) Zitate: 2516 (Arnold Keller: Deutsches Notgeld, Band 7 – Das Notgeld der deutschen Inflation 1923,  Aachen – Lindenberg, Reprint – unveränderter Nachdruck der Originalausgabe Berlin-Wittenau 1958, Regenstauf 2004, S. 506.) 109.5 (Günter Rupertus: Das Papiergeld von Baden, Ludwigshafen 1988, S. 82) Uwe Bronnert Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com. Literaturempfehlung: Grabowski/Mehlhausen: Handbuch Geldscheinsammeln Ein Leitfaden für Geldscheinsammler und solche, die es werden wollen – Tipps, Tricks und Infos vom Fachmann Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-249-6 Auflage: Aktualisierte 2. Auflage 2024 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbige Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 224 Preis: 19,90 Euro Zur Leseprobe Zum Verlags-Shop

  • Rainer Geike: Geld und Preise in der DDR, Teil II

    Rainer Geike: Geld und Preise in der DDR, Teil II Eine Zusammenstellung zum Geld, zu Einkommen, Ausgaben und Preisen in der DDR 134 Seiten, durchgehend farbig bebildert. Format: 190 mm x 270 mm, Broschur, BoD, Norderstedt 2023. Preis Buch: 30,00 Euro. ISBN Buch: 978-3-757-81343-7. Preis E-Book: 9,99 Euro. ISBN E-Book: 978-3-757-84288-8. Versierten Geldscheinsammlern ist der Autor natürlich nicht unbekannt. Auch hier im Geldschein-Blog sind schon einige Beiträge von ihm erschienen, siehe hier: https://www.geldscheine-online.com/blog/tags/rainer-geike Wer sich neben den Zeugnissen der Geldgeschichte in Form von Münzen und Geldscheinen auch für Hintergründe und andere geld- und zeitgeschichtliche Belege interessiert, dem sei das bereits 2023 erschienene Buch und der zuvor veröffentlichte erste Teil zum Geld und den Preisen in der ehemaligen DDR wärmstens empfohlen. Wohl nirgends findet sich eine solche Dichte an Informationen und geldgeschichtlich relevanten Belegen der unterschiedlichsten Art zu diesem Thema. Bestellungen können direkt über Books on Demand erfolgen (siehe Links ganz unten). Hans-Ludwig Grabowski Beschreibung: 2014 war ein erstes Buch zu diesem Thema fertig geworden, seit 2020 ist es im Handel: "Geld und Preise in der DDR - Was bekamen wir für unser Geld?". Kein anderes Buch widmet sich so intensiv dem Thema Preise und der ganzen Breite der Ausgaben. Die Resonanz im Bekanntenkreis war sehr gut, alle steuerten Dokumente und Erinnerungsstücke bei. Also ging die Beschäftigung mit dem Thema weiter. Es wurde um neue Aspekte erweitert, um "Stipendium" und "Rente" als Einstieg in das Gebiet der Einkommen, ergänzt um Lohnstreifen, Lohnsteuern und SV-Beitrag (Sozialversicherungs-Beitrag). Außerdem wurde das Thema zeitlich nach "vorn" erweitert, um die Abschnitte zur Währungsreform 1948, zum Geldumtausch 1957, zu Wohnungsbau-Obligationen ab Ende der 1950er Jahre. Mit der ebenfalls behandelten Abschaffung der Lebensmittelkarten 1958 war auch eine umfassende Preisreform verbunden, viele der bis zum Ende der DDR gültigen Preise wurden damals festgelegt. Ein ebenfalls umfangreicher und sehr interessanter Abschnitt beschäftigt sich mit dem Hauskauf, dem dazu gehörigen Kredit und den notwendigen Handwerkerleistungen. Die zusammengestellten Handwerkerrechnungen machen den ungeheuren bürokratischen Aufwand deutlich, der mit dem Festhalten an konstanten Preisen für die Bevölkerung trotz steigender Material- und Personalkosten verbunden war. Der "rote Faden" wird im zweiten Teil durch das Thema "Preise" gebildet. Ein Ausweis der über lange Zeit konstant gehaltenen Preise sind die vielen heute noch vorhandenen Sachzeugen aus Kunststoff oder Metall mit "eingeprägtem" Preis. Mit vielen Dingen sind zusätzliche Erinnerungen verknüpft. Das betrifft beispielsweise Werbung/Propaganda auf Rechnungen oder das Ausfuhrverbot für hochwertige Konsumgüter. Oder einfach auch die Veränderung von Gepflogenheiten - kommt der Gasmann jeden Monat und kassiert den fälligen Beitrag oder werden Monatspauschalen vom Konto abgebucht? Hier geht es zum Buch bei Books on Demand: https://buchshop.bod.de/geld-und-preise-in-der-ddr-teil-ii-rainer-geike-9783757813437 Hier geht es zum Teil I: Geld und Preise in der DDR - Was bekamen wir für unser Geld? https://buchshop.bod.de/geld-und-preise-in-der-ddr-was-bekamen-wir-fuer-unser-geldo-rainer-geike-9783750452022 Hier geht es zu allen Publikationen von Prof. Dr. Geike bei BoD: https://buchshop.bod.de/catalogsearch/result/index/?q=Rainer%20Geike&bod_pers_id=13189840

  • Simbabwe: ZiG-Entwicklungen

    Gemäß dem "Statutory Instrument 60 of 2024" führte die Reserve Bank of Zimbabwe am 5. April 2024 eine neue Familie von Münzen und Banknoten ein, die auf Simbabwe-Gold (auf den Banknoten als ZiG bezeichnet) lauten und einen Nennwert von 1 bis 200 ZiG haben. Diese neue Währung ersetzt die bisherigen Dollar-Banknoten. Die RBZ behauptet, dass Simbabwe-Gold eine "strukturierte Währung" ist, die an einer zusammengesetzten Mischung von Fremdwährungen und Edelmetallen (hauptsächlich Gold) gekoppelt und vollständig durch diese gedeckt ist. Über diese neue Serie wurde zuerst HIER berichtet. Gemäß dem "Statutory Instrument 75 of 2024" wurden die 1-, 2- und 5-ZiG-Stückelungen jedoch Berichten zufolge am 26. April 2024 als Münzen und nicht als Banknoten eingeführt. Es ist daher unwahrscheinlich, dass diese Banknoten jemals wie ursprünglich geplant eingeführt werden. Die höchstwahrscheinlich nicht ausgegebene 1-ZiG-Banknote. Die höchstwahrscheinlich nicht ausgegebene 2-ZiG-Banknote. Die höchstwahrscheinlich nicht ausgegebene 5-ZiG-Banknote. Die 10- und 20-ZiG-Banknoten wurden bereits in Umlauf gebracht, die höheren Stückelungen (50, 100, 200) sollten bald folgen. Abbildungen aller dieser Nennwerte folgen: Um Spekulationen über die Stabilität dieser neuen Währung zu bekämpfen, wird Simbabwe Unternehmen, die überhöhte Wechselkurse verwenden, mit Geldstrafen belegen. Die Regierung kämpft darum, den Wert der neu eingeführten ZiG zu erhalten. Jedes Unternehmen, das einen höheren Wechselkurs als den offiziellen Kurs von 13,5 ZiG pro 1 USD verwendet, muss mit einer Geldstrafe von 200.000 ZiG (14.815 USD) rechnen, heißt es in einer Mitteilung der Regierung. Donald Ludwig

  • Lexikon: Keller, Dr. Arnold

    Dr. Arnold Keller (1897–1972) gilt als einer der bekanntesten und bedeutendsten Papiergeldsammler und Forscher, dessen Kataloge über das deutsche Notgeld die Grundlage zum Sammeln dieser Scheine wurden und auch heute noch von Bedeutung sind. Keller studierte Orientalistik und Numismatik in München, Leipzig und wieder München und promovierte mit einer Dissertation über den Kurrheinisch-Hessischen Münzvertrag von 1572. 1914 begann er mit dem Sammeln von Papiergeld, wurde in der Blütezeit des Notgeldsammelns nach dem Ersten Weltkrieg Münz- und Papiergeldhändler in Berlin und gab die Zeitschrift "Das Notgeld" heraus. Als das Interesse am Sammeln von Geldscheinen nachließ, verdiente er sich mit einer Geflügel- und später einer Pelztierzucht seinen Lebensunterhalt, doch baute er seine eigene Sammlung weiter aus. Der Deutschen Reichsbank half er beim Ordnen und Verwalten von deren Papiergeldsammlung. Während Keller seine eigene Sammlung im Krieg aufs Land gerettet hatte, ging die Sammlung der Reichsbank bei einem alliierten Bombenangriff unter. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann er, seine bereits früher erschienenen Notgeldkataloge neu zu bearbeiten und auch Kataloge über neue Papiergeldthemen zu schreiben. Seine Sammlung verkaufte er 1958 an die Deutsche Bundesbank. Ein Augenleiden und später sein allgemein schlechter Gesundheitszustand konnten ihn nicht davon abhalten, weiter für die Erforschung des Papiergelds zu arbeiten. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Literaturempfehlung: Dr. Arnold Keller – Ein Sammlerleben https://www.geldscheine-online.com/post/dr-arnold-keller-ein-sammlerleben

  • Neue Weltbanknoten-Varianten: Mai 2024, Teil 2

    Bosnien und Herzegowina, Chile, Domikanische Republik, Indonesien, Iran, Malawi, Mexiko, Uruguay BNB = The Banknote Book (von Owen W. Linzmayer) SCWPM = Standard Catalog of World Paper Money (eingestellt) Bosnien und Herzegowina 10 Konvertible Mark von 2024 BNB B224d: wie BNB B224c (SCWPM 80), aber mit neuem Jahr. 10 Konvertible Mark von 2024 BNB B225d: wie BNB B225c (SCWPM 81), aber mit neuem Jahr. 20 Konvertible Mark von 2024 BNB B226c: wie BNB B226b (SCWPM 82), aber mit neuem Jahr. 20 Konvertible Mark von 2024 BNB B227c: wie BNB B227b (SCWPM 83), aber mit neuem Jahr. 50 Konvertible Mark von 2024 BNB B228d: wie BNB B228c (SCWPM 84), aber mit neuem Jahr. 50 Konvertible Mark von 2024 BNB B229d: wie BNB B229c (SCWPM 85), aber mit neuem Jahr. 100 Konvertible Mark von 2024 BNB B230d: wie BNB B230c (SCWPM 86), aber mit neuem Jahr. 100 Konvertible Mark von 2024 BNB B231d: wie BNB B231c (SCWPM 87), aber mit neuem Jahr. Chile 5000 Pesos, neue Auflage BNB B298i: wie BNB B298h (SCWPM 163), aber mit neuen Unterschriften (Marcel/de Ramón). Domikanische Republik 2000 Pesos Dominicanos von 2022 BNB B732d: wie BNB B732c (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Indonesien 10.000 Rupiah von 2024 BNB B620c: wie BNB B620b (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. 20.000 Rupiah von 2024 BNB B621c: wie BNB B621b (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuem Jahr. Iran 500.000 Rials (Scheck), neue Auflage BNB B296d: wie BNB B296c (SCWPM nicht gelistet), aber mit neuer Unterschrift (Farzin). Malawi 500 Kwacha vom 01.01.2020 BNB B161c: wie BNB B161b (SCWPM 66), aber mit neuer Unterschrift (Kabambe) und neuem Datum (1st JANUARY 2020). Mexiko 200 Pesos, neue Gedenkausgabe BNB B722a: wie BNB B720 (SCWPM nicht gelistet), aber mit "30 Aniversario de la Autonomía 1994-2024" Überdruck unter dem Banknamen und Datum (6. DIC 2023). Uruguay 500 Pesos Uruguayos von 2020 BNB B556c: wie BNB B556b (SCWPM 97), aber mit neuen Unterschriften (Arrieta/Graña) und neuem Jahr. Serie G. Donald Ludwig (polymernotes.org) (Abb. Owen W. Linzmayer, The Banknote Book)

  • Lexikon: Deutsche Bundesbank

    Die Deutsche Bundesbank war die Zentralnotenbank der Bundesrepublik Deutschland. Sie ist Nachfolgerin der vor der Währungsreform am 1. März 1948 gegründeten Bank deutscher Länder und wurde am 26. Juli 1957 gegründet. Bis zur Einführung des Euro-Bargelds hatte sie das alleinige Recht zur Ausgabe von Banknoten und war Trägerin der Währungspolitik des Staates. Zu ihrem Zuständigkeitsbereich gehörte auch Westberlin und seit der Währungsunion vom 1. Juli 1990 auch die ehemalige DDR mit Ostberlin. Zentrale der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main (Foto: Deutsche Bundesbank). Deutsche Bundesbank: Muster zu 100 DM vom 1. Januar 1960, Vorder- und Rückseite. Die Deutsche Bundesbank übernahm die Noten der Bank deutscher Länder, die zunächst weiter zirkulierten, bis zwischen 1961 und 1965 Noten einer ersten eigenen Serie (Gemäldeserie) mit Erstdatierung vom 2. Januar 1960 ausgegeben wurden. Die in den folgenden Jahren ausgegebenen Noten unterschieden sich nur wenig von der ersten Serie. Neben Datum, den Unterschriften und dem Strafsatz (die auf den Scheinen von 1960 angedrohte Zuchthausstrafe wurde durch eine Strafrechtsreform abgeschafft) wurde auch das Papier geändert, das später als verbesserten Fälschungsschutz fluoreszierende Teilchen enthielt. Deutsche Bundesbank: 10 DM vom 1. September 1999, Vorder- und Rückseite. Mit der Wiedervereinigung wurde im Oktober 1990 mit der Ausgabe einer neuen Banknotenserie (Persönlichkeitsserie) begonnen. Der letzte ausgegebene Wert der Deutschen Bundesbank war ein 10-DM-Schein mit Datum vom 1. September 1999. Deutsche Bundesbank: 100 DM der Ersatzserie BBk II für Westdeutschland vom 1. Juli 1960, Vorder- und Rückseite. Bereits 1960 erfolgte im Auftrag der Deutschen Bundesbank der Druck von Banknoten der Ersatzserie BBk II in Nennwerten von 10 bis 100 DM für Westdeutschland. Die Scheine waren während des „Kalten Kriegs“ für den Notfall eingelagert, in dem eine Währungsreform den Ersatz der umlaufenden Bundesbanknoten erforderlich machen könnte. Die Serie für Westdeutschland wurde nach Entwürfen von Max Bittrof für die Ausschreibung zur ersten Serie der Bundesbank BBk I aus dem Jahre 1958 gefertigt. Deutsche Bundesbank: 100 DM der Ersatzserie BBk II für Westberlin vom 1. Juli 1963, Vorder- und Rückseite. Für Westberlin wurde 1963 eine gesonderte Ersatzserie mit Nominalen von 5 bis 100 DM gedruckt, für die man ebenfalls Entwürfe der Ausschreibung von 1958 nutzte – die vom Grafiker der Bundesdruckerei, Rudolf Gerhardt. Hergestellt wurden alle Scheine in der Bundesdruckerei. Diese Ersatzserie war vor allem für den Fall einer erneuten Blockade Westberlins angelegt worden. Nachdem die Sammlung der Deutschen Reichsbank bei Bombenangriffen auf Berlin verbrannt war, kam die Bundesbank durch den Kauf der Sammlung von Dr. Arnold Keller in den Besitz einer der größten und bedeutendsten Papiergeldsammlungen der Welt. Das moderne Geldmuseum der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main zeigt in seiner Ausstellung die Entwicklung des Geldes von den Anfängen bis zur Gegenwart. Gezeigt werden auch viele interessante und seltene Geldscheine. Zum Geldmuseum der Deutschen Bundesbank Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-183-3 Auflage: 22. Auflage 2020 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: 928 Preis: 39,90 Euro Zum Buch ...

  • Kanadas neuer 20-Dollars-Schein, ein Update

    Zum ersten Jahrestag der Krönung von König Charles III. gab die Bank of Canada (BoC) am 6. Mai 2024 ein Update zur neuen 20-Dollars-Banknote bekannt: Die neue Banknote wird weiterhin auf ein Polymersubstrat gedruckt werden. Die Banknote wird überwiegend in grüner Farbe gestaltet werden (wie die gegenwärtige). Die Banknote wird vertikal ausgerichtet sein, wie die gegenwärtige 10-Dollars-Banknote, die HIER im Blog vorgestellt wurde. Auf der Vorderseite wird König Charles III. abgebildet werden. Auf der Rückseite wird das Canadian National Vimy Memorial (eine Gedenkstätte in Frankreich, die den gefallenen kanadischen Soldaten des Ersten Weltkriegs gewidmet ist) weiterhin das Hauptmotiv bleiben. Die Banknote wird neue und verbesserte Sicherheitsmerkmale haben. Genauere Angaben macht die BoC dazu zur Zeit nicht. Die BoC erwartet, dass die neue Banknote Anfang 2027 in den Umlauf kommen wird. Der gegenwärtige 20-Dollars-Schein in Kanada. Dass es noch drei Jahre bis zur Ausgabe dauern wird, liegt wohl offensichtlich daran, dass hier eine völlig neue Banknote gestaltet und eingeführt werden soll - im Gegensatz z. B. zur Bank of England, wo "nur" das Porträt auf den Banknoten ausgetauscht werden musste. Das neue kanadische Design muss neben den praktischen Anforderungen an eine neue Banknote, die getestet und erfüllt werden müssen, auch von verschiedenen Gremien innerhalb der kanadischen Regierung und der BoC genehmigt werden. Das dauert. Wir können aber hoffen, dass der König so lange durchhält bis die Banknote wirklich in den Umlauf kommt, und sein Porträt nicht durch das von König William ersetzt werden muss. Des Weiteren gab die BoC bekannt, dass die Entwicklung der neuen 5-Dollars-Banknote vorläufig eingestellt wurde. Die Ressourcen werden für den neuen 20er benötigt. Das Arbeitspferd unter den Nennwerten in Kanada. Hier nun noch einige Informationen zur kanadischen 20-Dollars-Banknote: Die gegenwärtige Polymerbanknote kam am 07. November 2012 in den Umlauf. Die 20-Dollars-Banknote ist seit Jahrzehnten, wie in den USA, das ''Arbeitspferd'' unter den fünf Nennwerten im Umlauf. Zum 01. Januar 2023 waren 1.010.893.350 Stück im Umlauf. Das ist der vierthöchste Wert. Den Höchstwert gab es 2021 mit 1.054.722.750 Stück. Seit dem gibt es einen leichten jährlichen Rückgang. Hier erkennt man, unter anderem, dass auch in Kanada immer mehr bargeldlos gezahlt wird. 31% aller kanadischen Geldscheine im Umlauf (also inklusive der Nennwerte, die nicht mehr im aktiven Umlauf sind, vor allem also der 1-Dollar- und 2-Dollars-Banknoten, dazu in geringen Maße die 25-, 500- und 1000-Dollars-Scheine) sind 20er. Unter den fünf ''Umlaufnennwerten'' (5, 10, 20, 50 und 100 Dollars) sind es sogar 37%. Wertmäßig wurde die 20-Dollars-Banknote jedoch schon zum 01. Januar 1991 vom 100-Dollars-Schein überholt, und zum 01. Januar 2022 vom 50-Dollars-Schein. Ralf Faust Abb. Donald Ludwig (polymernotes.org)

  • Kreis Lübben: Goldmarknotgeld von 1923

    Ab dem 23. Oktober 1923 gestattete die Reichsregierung den Gemeinden die Ausgabe von wertbeständigem Notgeld, wenn es auf Teile der Reichsgoldanleihe vom 14. August 1923 lautete und durch diese gedeckt war. Das Notgeld musste auf einen Nennwert von 4,20 Mark Gold oder weniger lauten. Die Scheine mussten neben der Bezeichnung „Notgeldschein“ den Vermerk „Ausgegeben mit Genehmigung des Reichsministers der Finanzen“ tragen. Die Reichsgoldanleihe wurde daraufhin in erheblichem Umfang von Kommunen erworben, bei der Reichsbank hinterlegt und zur Deckung eigener wertbeständiger Notgeldausgaben verwendet, so auch vom Kreis Lübben im Spreewald. Kreis Lübben, Notgeldschein über 2,10 Mark Gold = ½ Dollar, ausgegeben in Lübben am 20. November 1923. Der brandenburgische Kreis Lübben (auch Lübbenscher Kreis) gab am 20. November 1923 fünf Nennwerte Goldmarknotgeld aus, und zwar zu 0,42, 2,10, 4,20, 8,40 und 21 Mark Gold mit Valutaklausel (d.h. entsprechende Nennwerte: 1/10, ½, 1, 2 und 5 Dollars). Die wertbeständigen Notgeldscheine waren nach den Bestimmungen der Reichsregierung gedeckt und galten im Kreis Lübben als gesetzliches Zahlungsmittel. Drei Monate nach Ausgabe, also am 20. Februar 1924, sollten die Notgeldscheine in andere wertbeständige Zahlungsmittel umgetauscht werden. Kreis Lübben, Notgeldschein über 8,40 Mark Gold = 2 Dollar, ausgegeben in Lübben am 20. November 1923. Kreis Lübben, Notgeldschein über 21 Mark Gold = 5 Dollar, ausgegeben in Lübben am 20. November 1923. Kreis Lübben, alle fünf Notgeldscheine, ausgegeben in Lübben am 20. November 1923. Hans-Georg Glasemann Bildquelle: Privat/ Literaturhinweis: Wilhelmy, Rudolf; Geschichte des deutschen wertbeständigen Notgeldes von 1923/1924, Dissertation, Berlin, 1962. Literaturempfehlung: Manfred Müller: Deutsches Notgeld, Band 12: Das wertbeständige Notgeld der deutschen Inflation 1923/1924 Titel: Gietl Verlag ISBN: 978-3-86646-519-0 Auflage: 1. Auflage 2011 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: zahlreiche Schwarz-Weiß-Abbildungen Cover-Typ: Broschur Seitenanzahl: 608 Preis: 39,90 Euro

  • Gedenkschein von 2017 aus Bosnien-Herzegowina zu 20 Godina

    Die Zentralbank von Bosnien und Herzegowina hat mit dem Datum 2017 eine Gedenk-„Banknote“ drucken lassen. Diese ist inspiriert vom Design der (noch nicht erschienenen) 20 KM–Note von 2017, sie hat auch das gleiche Format und in etwa dieselbe Grundfarbe. Einige wesentliche Gestaltungselemente sind jedoch ausgetauscht. Es handelt sich nicht wirklich um eine Banknote, denn nirgends auf dem Schein ist eine Wertangabe (20 Konvertibilnih Maraka/Konvertible Mark) zu sehen. Der Text auf der Vorderseite lautet (in lateinischer und kyrillischer Schrift): Centralna Banka Bosne i Hercegovine Twenty Years of the Central Bank of Bosnia and Herzegovina 20 Godina / Гoдина (Bosnisch für “20 Jahre“) Dvadeset Godina Centralne Banke (Vorderseite rechter Rand und Rückseite linker Rand, übersetzt: 20 Jahre Zentralbank) Im linken Schaurand der Vorderseite ist die Unterschrift des derzeitigen Gouverneurs Senad Softić zu sehen, darüber eine Friedenstaube in „Zaubertinte“. Anstelle der Kontrollnummer liest man CB020. Überhalb der Taube wurde das Durchsichts-Element vom Umlauf-Zwanziger übernommen.  Ein Wasserzeichen ist nicht vorhanden. Auf der Rückseite ist der Eingangsbereich der Bank abgebildet. Gedruckt wurde der Gedenkschein bei OBERTHUR in Frankreich. Text und Abb. Manfred Dietl #Nachrichten #Weltbanknoten #Gedenkbanknoten #Europa #Bosnien #Godina #Dietl

  • Neu entdeckte Lohnschecks aus Niederbreisig am Rhein

    Es gibt immer wieder Neuentdeckungen an Notgeld, die einen selbst überraschen. Ich suchte eigentlich etwas anderes aber bei meiner Suche und Recherche wurde ich auf Lohnschecks aus Niederbreisig aufmerksam. Diese Lohnschecks sind in keinem der bekannten Kataloge ediert. Die Lohnschecks sind datiert in Niederbreisig, den 30.10.1923 und auf zwei unterschiedliche Gemeindekassen ausgestellt: Gemeindekasse Niederbreisig Gemeindekasse Brohl in Niederbreisig Was hat es damit auf sich? Die ehemaligen Ortsgemeinden Niederbreisig und Brohl gehörten zum Amt Niederbreisig. Jede Gemeinde hatte einen Gemeindevorsteher (Ortsbürgermeister). Diese sind auf den jeweiligen Scheinen namentlich als Unterzeichner genannt. Für Niederbreisig (Ernst) Schwickerath und für Brohl (Christian Alexander) Nonn. Beide Gemeinden verfügten über keine eigene Verwaltung und anfallende Geldgeschäfte erfolgten über die Amtskasse des Amtes Niederbreisig. Für das Amt Niederbreisig ist rechts auf den Scheinen der stellvertretende Bürgermeister und Verwaltungsleiter Dinget genannt. Es konnten folgende Ausgaben festgestellt werden: Gemeindekasse Niederbreisig 10 Milliarden Mark, Serie A ohne Überstempelung – kein Exemplar 1 Billion Mark, Überstempelung auf 10 Milliarden Mark – 1 Exemplar (KN 493) Gemeindekasse Brohl in Niederbreisig 2 Milliarden Mark, Serie E – 3 Exemplare (KN 90, 198, 683) 10 Milliarden Mark, Serie A ohne Überstempelung – kein Exemplar 1 Billion Mark, Überstempelung auf 10 Milliarden Mark – 1 Exemplar (KN 2267) Alle Kontrollnummern (5,0 mm) sind gestempelt. Die Serienbuchstaben A und E lassen vermuten, dass es wohl noch weitere Wertstufen gab. Daher kann eigentlich mit dem Bekanntwerden weiterer Lohnschecks gerechnet werden. Alle Lohnschecks sind mit einem grünen Stempel „Steuer- u. Gemeindekasse / Niederbreisig“ versehen. Die mittels Stempelaufdruck auf 1 Billion Mark aufgewerteten Stücke verfügen über einen zweiten violetten Stempel „Bürgermeisterei Niederbreisig“ oder „Gemeinde Brohl“. Die Lohnschecks sind ohne Wasserzeichen und haben das einheitliche Format von ca. 155 mm x 105 mm. Gedruckt wurden sie von der Buchdruckerei Heinrich Simons in Sinzig. Zur Druckfirma konnten keine weiteren Informationen gewonnen werden. Zum Zeitpunkt der Ausgabe dieser Lohnschecks am 30. Oktober 1923, also fast am Ende der Hochinflation, waren die kleinen Milliarden-Scheine nur noch Wechselgeld und stellten keinen besonderen Wert mehr dar. Schon der Preis für ein Graubrot betrug bereits fast 10 Milliarden Mark. Das für beide Gemeinden jeweils ein eigenes Notgeld herausgegeben wurde, kann vielleicht nur so erklärt werden, dass der Verwaltungsleiter Dinget die entsprechenden Kassenbücher für beide Ortsgemeinden sauber getrennt haben wollte, um nachzuhalten, welche Geldmenge in den jeweiligen Ortsgemeinden herausgegeben wurde und (viel wichtiger) wie viel davon wieder eingelöst worden ist. Der Autor kann sich vorstellen, dass hier Notgeld in unterschiedlicher Gesamthöhe ausgegeben wurde z. B. für Brohl mehr als für Niederbreisig. Das kann mit der damaligen Bedarfsanmeldung an Geldern der Einwohner- und Arbeiteranzahl in Zusammenhang stehen. Beide Ortsgemeinden waren 1923 der preußischen Rheinprovinz (Rheinland) zugehörig. Heute ist Niederbreisig ein Ortsteil der Stadt Bad Breisig. Bad Breisig ist Verbandsgemeinde im Landkreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz. Im Jahr 1970 wurden im Zuge der kommunalen Gebietsreform in Rheinland-Pfalz die Gemeinden Brohl und Niederlützingen zusammengefasst und aus ihnen die neue Gemeinde Brohl-Lützing gebildet. Brohl-Lützing gehört der Verbandsgemeinde Bad Breisig an. Thomas van Eck

  • Georgien: Design neuer Gedenkbanknote für 2025 wurde bekannt gegeben

    Am 23. Mai 2024 gab die georgische Nationalbank den Gewinner ihres Wettbewerbs für das Design ihrer ersten Gedenkbanknote bekannt. Der Siegerentwurf für die 50-Lari-Banknote stammt von Koenig & Bauer Banknote Solutions, einem renommierten, 1952 gegründeten Schweizer Unternehmen. Im Mittelpunkt des Entwurfs stehen die reiche Geschichte und das kulturelle Erbe Georgiens, verwoben mit der Zukunftsvision eines modernen, "europäischen" und wirtschaftlich unabhängigen Landes (Georgien, wie auch Armenien und die anderen Staaten des Kaukasus gehören zu Asien). Die Banknote hat ein vertikales anstelle des traditionellen horizontalen Formats, das üblicherweise verwendet wird. Dies symbolisiert den Fortschritt Georgiens auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft. Leuchtende Farben stehen metaphorisch für die reiche kulturelle Vielfalt des Landes. Die Vorderseite symbolisiert die Modernität Georgiens und hebt die aktuellen Errungenschaften des Landes hervor. Die Rückseite stellt die reiche Geschichte und das kulturelle Erbe des Landes dar. Diese erste 50-Lari-Gedenkbanknote der georgischen Nationalbank, deren Ausgabe für 2025 geplant ist, erinnert an das 30-jährige Jubiläum der Einführung der georgischen Währung (Lari). Die Einführung des Lari war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur politischen und wirtschaftlichen Unabhängigkeit Georgiens und festigte den Übergang des Landes zur Marktwirtschaft. Zur Feier des 30-jährigen Bestehens der Landeswährung hatte die georgische Nationalbank einen internationalen Design-Wettbewerb ausgeschrieben, der HIER angekündigt wurde. Elf Unternehmen und Einzelpersonen nahmen an dem Wettbewerb teil. Donald Ludwig (polymernotes.org)

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