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- Leserpost: Nicht katalogisierter Zeller Gutschein
Anbei Abbildungen eines Zeller Notgeldscheins, der nicht im "Keller" ist, aber evtl. schon bekannt? T. Neldner Antwort der Redaktion Unter Zell-Harmersbach führte Dr. Arnold Keller in seinem Katalog "Das Notgeld der deutschen Inflation 1923" (Original-Ausgabe von 1958) mit Nr. 5766 die Gutscheine der Vereinigten Zeller keramischen Fabriken Georg Schmider auf. Danach gab es handschriftlich erstellte und dann lithographisch vervielfältigte Gutscheine auf drei verschiedene Banken Süddeutsche Diskonto-Gesellschaft AG Offenbach, Zahlstelle Gengenbach Gewerbebank Zell am Harmersbach Städtische Sparkasse Zell am Harmersbach im Nennwert zu 100.000 Mark mit dem Datum vom 30. August 1923 auf den Rückseiten gedruckter Preislisten der Firma. Günter Rupertus führt in seinem Katalog "Das Papiergeld von Baden 1849–1948" aus dem Jahr 1988 dann schon folgende Gutscheine unter Nr. 365 auf: 500.000 Mark vom 22.08.1923 1 Million Mark vom 22.08.1923 100.000 Mark vom 30.08.1923 Bei Ihrem 2-Millionen-Mark-Gutschein vom 30. August 1923 dürfte es sich also um eine Neuentdeckung handeln. Ob der Schein in Kreisen badischer Regionalsammler bereits bekannt ist, kann ich nicht beurteilen. Fest steht aber, dass alle Ausgaben dieses Emittenten heute sehr selten und gesucht sind. Hans-Ludwig Grabowski
- Ukraine: Notenbankchef ist zurückgetreten
Wie die Tagesschau aktuell meldete, steht die ukrainische Wirtschaft wegen des russischen Angriffskriegs vor einem beispiellosen Einbruch. Die Weltbank sagt voraus, dass sich die Wirtschaftskraft des Landes in diesem Jahr fast halbieren wird. Das sorgt auch für Turbulenzen auf dem Währungsmarkt. Zwar sei noch keine Panik ausgebrochen, weil ein massiver Kapitalabfluss laut Zentralbank gestoppt worden sei, doch die Teuerung war zuletzt auf 23,8 % gestiegen. Zur Eindämmung der Inflation beträgt der Leitzins in der Ukraine derzeit 25 % und die Landeswährung hat gegenüber dem US-Dollar etwa die Hälfte am Wert verloren. Nationalbank der Ukraine: Gedenkbanknoten zum 30. Jahrestag der Unabhängigkeit über 200 Griwna von 2021, Vorderseite. Überraschend hat nun der 49-jährige ukrainische Notenbankchef Kyrylo Schewtschenko seinen Rücktritt aus "gesundheitlichen Gründen" eingereicht. Laut Medienberichten hat sich der Konflikt zwischen Finanzministerium und der Zentralbank immer mehr verschärft. Schewtschenko hatte sich für Einsparungen ausgesprochen. Die weitere Finanzierung sollte wegen der Gefahr einer Hyperinflation nicht länger über die Notenpresse erfolgen. Für das Jahr 2023 muss die Ukraine gut die Hälfte des Haushalts mit ausländischen Krediten bestreiten. Inzwischen wurde gegen den zurückgetretenen Notenbankchef ein Verfahren wegen Unterschlagung eingeleitet. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, sollen in seiner Zeit als Leiter der staatlichen Ukrhasbank von 2014 bis 2019 umgerechnet rund 5,2 Millionen Euro gestohlen worden sein. Schewtschenko drohen nun bis zu zwölf Jahren Haft. Hans-Ludwig Grabowski
- Militärmark-Katalog ist IBNS Book of the Year 2021
Michael H. Schöne ist Geldscheinsammlern als akribisch forschender Autor mit breitem Fachwissen bekannt, der schon eine ganze Reihe wichtiger Publikationen vorgelegt hat. Jetzt wurde sein Katalog Die Militärmark-Scheine der Alliierten von 1944 bis 1948 in Deutschland mit dem Literary Achievement Award der International Bank Note Society (IBNS) als 2021 Book of the Year ausgezeichnet. Das Buch haben wir hier vorgestellt! Hier geht es zu den Fachbeiträgen von Michael H. Schöne in unserem Blog! Die Redaktion von geldscheine-online.com gratuliert ganz herzlich für diese mehr als verdiente Ehrung, wünscht Gesundheit und auch weiterhin viel Freude an der Notaphilie. Hans-Ludwig Grabowski
- Wir verlosen Eintrittskarten zur Aachen-Show
Lesen Sie hier unseren Bericht zur Aachen-Show vom März 2022! Wir verlosen 10 Tageskarten für die 3. Internationale Banknoten-Messe (Aachen-Show) vom 14. bis 16. Oktober 2022. Wenn Sie gewinnen möchten, senden Sie uns eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com mit dem Betreff "Aachen-Show" und der Angabe für welchen Tag Sie eine Karte gewinnen möchten. Bitte geben Sie auch Ihre Kontaktdaten an. Sollten Sie gewinnen, werden diese an der Kasse hinterlegt und Sie erhalten gegen Vorlage Ihrer Gewinnbenachrichtigung Ihre kostenlose Eintrittskarte. Einsendeschluss ist der 12. Oktober 2022! Später eingehende E-Mails nehmen nicht an der Verlosung teil. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt! Verlagsmitarbeiter, deren Angehörige und Gewinnspielservices dürfen nicht an der Verlosung teilnehmen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Unsere Datenschutzbestimmungen finden Sie hier. Wir wünschen viel Glück!
- Das "Stiefelsohlengeld" aus Pößneck und seine Nachprägungen
Die Gewerbe der thüringischen Stadt Pößneck waren schon seit Jahrhunderten durch Tuchmacher und Lohgerber geprägt. Um 1860 begann der Aufstieg Pößnecks als Industriestadt mit bedeutender Textil- und Lederindustrie. Hier wurde 1891 auch der Deutsche Textilarbeiterverband (später Gewerkschaft Textil-Bekleidung) gegründet. Nachdem die Stadt 1922 Notgeldscheine zu 100 und 500 Mark aus dickem Pergamentpapier ausgegeben hatte, nutzte man mit Beginn der Hochinflation auch Leder und sogar Schuhsohlen für die Herstellung von städtischem Notgeld. Gutschein der Stadt Pößneck über 100 Mark vom 13. September 1922 aus dickem Pergament, Gültigkeit durch Stempel verlängert bis 5. Februar 1923, Druck einseitig. Notgeld der Stadt Pößneck über 5 Millionen Mark vom 11. August 1923 aus Schafsleder, Vorderseite mit Ansicht der alten Gerberstadt und Rückseite mit Schabebaum. Die Gestaltung übernahm der Pößnecker Grafiker Kühlborn, den Druck der Inflationsausgaben die Firma C. G. Vogel in Pößneck. Das Stiefelsohlengeld Das sog. "Stiefelsohlengeld" war wertbeständiges Notgeld der Stadt Pößneck, das auf dicke Lederformen für Absätze geprägt wurde. Eine zeitgenössische Zeitungs-Meldung dazu lautet: Das Pößnecker "Stiefelsohlengeld" Eine der originellsten Notgeldschöpfungen dürfte das von der Stadt Pößneck i. Th. im September 1923 herausgebrachte Stiefelsohlengeld sein. Diese drei Tauschwertscheine, 1 Sohle zu 1,50 Goldmark, 1 Absatzstück 50 Goldpfennig u. 1 Absatzstück 25 Goldpfennig, aus unverwüstlichem Pößnecker Sohlenleder, sind die Vorläufer der wertbeständigen Währung gewesen. In den letzten Tagen der Inflation waren diese Stiefelsohlen ein gern genommenes Zahlungsmittel, welches bei Teillohnzahlungen in größeren und kleineren Betrieben Verwendung fand. Nach unseren Ermittlungen ist eine Gesamtauflage von 997 Sohlen zu 1,50 Goldmark, 997 Absatzstücke zu 50 und 997 Absatzstücke zu 25 Goldpfennig hergestellt worden. Der größte Teil dieser Scheine dürfte bei Eintritt stabiler Währungsverhältnisse seiner natürlichen Bestimmung zugeführt worden sein. Pößnecker Stiefelsohlengeld, Originale zu 25 Goldpfennig (Damenabsatz) und 50 Goldpfennig (Herrenabsatz) mit Datum vom 27. September 1923. Pößnecker Stiefelsohlengeld, Original zu 1,50 Goldmark (Stiefelsohle) mit Datum vom 27. September 1923. Die Originale wurden auf dickem Schuhsohlenleder (dunkelbraune Rindslederstücke) geprägt. Vom höchsten Wert zu 1,50 Goldmark gibt es sowohl rechteckigen Stücke (wie abgebildet), als auch bereits als Sohle in Form geschnittene Stücke. Die Auflagezahlen wurden lange Zeit, soch auch noch bei den Nachprägungen des Kulturbunds der DDR, mit knapp 1000 Stück je Nennwert angegeben. Zwischenzeitlich scheint aber sicher, dass je Wert 1.200 Stück Originale hergestellt wurden. Nachprägungen des Kulturbunds der DDR Aus Anlass des 20-jährigen Bestehens der Fachgruppe Numismatik Pößneck im Kulturbund der DDR ließ der Verein Ende der 1980er Jahre das "Sohlengeld" der Stadt mit dem Zusatz "Numismatik Pößneck" nachprägen. Für die Sohle wurde hierzu der Originaldruckstock verwendet. Die "Absätze" wurden nachempfunden. Während die Originale auf dunkelbraunem Sohlenleder geprägt waren, wurden alle Ausgaben des Kulturbunds auf hellem Leder geprägt. Die Nachprägungen wurden durch die Firma Schleizer Alben realisiert. Jeden Wert gibt es in drei verschiedenen Ausführungen: als Blindprägung, Prägung in Silber und als Prägung in Gold. Die 1,50-Goldmark-Prägungen erfolgten im November 1988. Die beiden kleineren Werte wurden dann im November 1989 geprägt. Pößnecker Stiefelsohlengeld, Nachprägung der Fachgruppe Numismatik des Kulturbunds der DDR zu 25 Goldpfennig auf hellem Leder vom November 1989 als Bildprägung. Folgende Stückzahlen wurden nachgeprägt: 25 Goldpfennig vom 27.9.1923 (Nachprägung im November 1989) Blindprägung: 580 Stück Silberprägung: 200 Stück Goldprägung: 150 Stück Pößnecker Stiefelsohlengeld, Nachprägung der Fachgruppe Numismatik des Kulturbunds der DDR zu 50 Goldpfennig auf hellem Leder vom November 1989 als Bildprägung (links) und Goldprägung (rechts). 50 Goldpfennig vom 27.9.1923 (Nachprägung im November 1989) Blindprägung: 645 Stück Silberprägung: 200 Stück Goldprägung: 150 Stück Pößnecker Stiefelsohlengeld, Nachprägung der Fachgruppe Numismatik des Kulturbunds der DDR zu 1,50 Goldmark auf hellem Leder vom November 1988 als Bildprägung, Vorder- und Rückseite mit Angaben des Kulturbunds. 1,50 Goldmark vom 27.9.1923 (Nachprägung im November 1988) Blindprägung: 645 Stück Silberprägung: 200 Stück Goldprägung: 150 Stück Pößnecker Stiefelsohlengeld, Nachprägung der Fachgruppe Numismatik des Kulturbunds der DDR zu 1,50 Goldmark auf hellem Leder vom November 1988 als Goldprägung, Vorderseite. Damit der auf dunklen Originalsohlen nur schlecht lesbare Text auf den großen "Stiefelsohlen" auch zur Geltung kommt, möchte ich hier noch eine Nachprägung auf hellem Leder groß abbilden. Und wer die alte Frakturschrift nicht mehr lesen kann, dem sei das nette Gedicht auch in einer Transkription geboten: Der Geldschein ist nur Scheingeld, Das nicht mehr seinen Wert hält; Doch Pößnecks Leder ihr achten sollt Wie altes Geld von echtem Gold. Vorm Kriege eine Mark ich galt, Drob schätze hoch mich jung und alt, Mir wuchs danach ein Nullenschweif. Fürs Irrenhaus die Welt ist reif. Die deutsche Mark kam auf den Hund, Doch deutscher Arm ist noch gesund! Was der an Werten täglich schafft, Der Börsenschwindel an sich rafft. Kauf'st Du ne Serie Sohlengeld, Der Wuchrer nichts von Dir erhält! Geschützt bist Du ein ganzes Jahr Vor Schnupfen und vor Reißen gar, Denn diese Sohlen zäh und dicht, Die dulden kalte Füße nicht. Verwiesen wird außerdem auf "Neptunio" (D.R.P. = Deutsches Reichspatent) – Das beste Sohlenleder der Welt und zwei Pößnecker Lederfabriken. Die Unterscheidung zwischen Originalen und Nachprägungen dürfte Sammlern also keine Schwierigkeiten bereiten, bedenkt man die unterschiedlichen Lederarten. Hans-Ludwig Grabowski Literaturempfehlung: Sämtliche Ausgaben des Pößnecker Ledergelds findet man in meinem Katalog zum Notgeld der besonderen Art. Hans-Ludwig Grabowski Deutsches Notgeld, Band 9: Notgeld der besonderen Art Geldscheine aus Stoff, Leder und sonstigen ungewöhnlichen Materialien Mehr lesen … Leseprobe
- Liberia: Neue 500- und 1000-Dollars-Scheine von 2022
Voraussichtlich Ende 2022 sollen neue 500- und 1000-Dollars-Noten der Central Bank of Liberia mit der Jahresangabe 2022 eingeführt werden. Als Signaturen werden die von Tweah/Tarlue verwendet. Wahrscheinlich starten die neuen Noten jeweils mit der Serie AA. Der Fünfhundert zeigt auf der Vorderseite zentral sieben Frauen (Gestalterinnen der liberianischen Flagge) im Kreis bei der Arbeit an der Nationalflagge des Landes. Auf der Rückseite ist ein erwachsenes Nilpferd mit einem Kalb zu sehen. Zu den Sicherheitsmerkmalen gehört ein grün-blau gefensterter Sicherheitsfaden mit entmetallisierten Sternen, Nennwert und der Bankabkürzung CBL. Das Format beträgt 143 mm x 66 mm. Der neue Tausender zeigt auf der Vorderseite mittig Stammesmasken der 16 indigenen ethnischen Völker Liberias. In Liberia können nur Personen afrikanischer Abstammung die Staatsbürgerschaft erlangen. Als Staatssprache wird allerdings Englisch benutzt, obwohl das Land im 19. Jahrhundert nicht kolonisiert wurde, weil sich keine der hier gesprochenen westafrikanischen Staaten durchsetzen konnte. Deshalb ist auch die Beschriftung der Banknoten in Englisch gehalten. Die Rückseite zeigt das Kapitol in der Hauptstadt Monrovia. Format und Sicherheitsmerkmale sind wie beim Fünfhunderter ausgeführt. Hans-Ludwig Grabowski Abb. Owen W. Linzmayer, www.banknotebook.com
- The Portoguese African Paper Money of the Banco Nacional Ultramarino
Laurence Pope / Parcídio Campos e Matos / Andrew Pattison: The Portuguese African Paper Money of the Banco Nacional Ultramarino 514Seiten, Format 16,8 cm x 24,3 cm, Festeinband, London 2021 ISBN: 978-1-912667-60-4 Preis (gebunden): 45,00 Pfund Preis (PDF): 27,00 Pfund Zur Papiergeldbörse in Valkenburg im Frühjahr 2022 konnte man schon mal am Stand von SPINK in einem Ansichtsexemplar blättern, jetzt kann man das beeindruckende Werk über die Noten der Banco Nacional Ultramarino in Afrika als Buch oder als PDF kaufen. Der sorgfältig recherchierte und vollständig illustrierte Katalog beschreibt das gesamte Papiergeld der Banco Nacional Ultramarino, das in den fünf portugiesisch-afrikanischen Kolonien Angola, Kap Verde, Mosambik, Portugiesisch-Guinea und Saõ Tomé und Príncipe zwischen 1865 und 1975 verwendet wurde. Aufgeführt sind also sämtliche Ausgaben der Bank für die afrikanischen Kolonien Portugals. Die Bank gab darüber hinaus auch noch Geldscheine für weitere portugiesische Besitzungen aus, z. B. für Macao. Nach einer kurzen Einleitung, u. a. zur portugiesischen Kolonialgeschichte, beginnt der eigentliche Katalogteil mit Angola. Alle Ausgaben sind sehr ausführlich beschrieben und farbig abgebildet. Das Buch ist sehr reich bebildert und enthält Abbildungen einzigartiger und äußerst seltener Banknoten aus Museen und bedeutenden Privatsammlungen. Zu den einzelnen Kapiteln (Kolonien) sowie zu Emissionen gibt es Einführungen. Sehr aufwendig sind Varianten aufgenommen wurden, z. B. mit Kontrollnummernkreisen und sogar Auftragsdaten. Bewertungen erfolgten in bis zu drei Erhaltungsgraden in US-Dollars. Das Buch ist komplett in Englisch verfasst. Es schließt eine Lücke in der Fachliteratur zu einem beeindruckenden Sammelgebiet. Man kann es allen Afrika- und Kolonial-Sammlern nur empfehlen. Interessenten können das Werk in zwei Versionen (Druck oder PDF) direkt über https://spinkbooks.com/ erwerben. Hans-Ludwig Grabowski
- Notgeld des Hohenzollerischen Landes-Kommunal-Verbandes 1918 und 1923
Stammwappen der Hohenzollern (Abb. Wikipedia). Die Farben Schwarz und Weiß wurden später auch zu den preußischen Farben, die ergänzt um die Farbe Rot für alle anderen deutschen Gebiete die Nationalfarben des 1871 gegründeten zweiten Deutschen Reichs bildeten. Um 1214 wurde das schwäbische Geschlecht der Zollern in eine fränkische (später brandenburgisch-preußische) und schwäbische Linie geteilt. Ab Mitte des 16. Jahrhunderts nannte sich die schwäbische Linie Hohenzollern. Diese teilte sich 1575 abermals in die Linien Hohenzollern-Hechingen und Hohenzollern-Sigmaringen. 1623 wurden deren Herrscher in den Reichsfürstenstand erhoben. Beide Fürstentümer traten 1849 ihre Souveränität an Preußen ab und bildeten von 1873 bis 1945 als einheitlicher Kommunalverband mit provinzialständischer Vertretung den preußischen Verwaltungsbezirk Hohenzollern (auch Hohenzollernsche Lande bzw. Regierungsbezirk Sigmaringen: 1910 mit 1.442 qkm und 71.011 Einwohnern). Burg Hohenzollern bei Hechingen (Foto: A. Kniesel, 2006). Bedeutend wurde Hohenzollern als Stammland der gleichnamigen preußischen Herrscherdynastie, die von 1871 bis 1918 den deutschen Kaiser stellte. Karte des Deutschen Reichs nach dem Ersten Weltkrieg mit den preußischen Gebieten in Blau , unten links Hohenzollern umgeben von Württemberg und Baden (Abb. Wikipedia). Karte von Hohenzollern (Grau) um 1930, Abb. Wikipedia. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Hohenzollern zunächst gemeinsam mit dem südwestlichen Württemberg Teil der französischen Besatzungszone und des 1946/47 aus diesem Gebiet gebildeten Landes Württemberg-Hohenzollern. Mit der Bildung des sog. „Südweststaates“ 1952 ging das ehemalige Hohenzollern in dem neuen Land Baden-Württemberg auf. Notgeld für Hohenzollern Wie in vielen anderen Regionen Deutschlands, kam es im Rahmen der Novemberrevolution mit dem Sturz der Monarchie und der Ausrufung der Republik am 9. November 1918 sowie dem Waffenstillstand von Compiègne am 11. November 1918 zu großer Verunsicherung und zur Ausgabe von Notgeld, das oft auch noch Kriegsnotgeld oder Kriegsersatzgeld genannt wurde. Die Mark hatte seit Kriegsbeginn 1914 bereits die Hälfte seiner Kaufkraft eingebüßt. Für die Hohenzollernschen Lande, die in ganz besonderem Maße mit den damaligen Ereignissen verbunden waren, übernahm der Hohenzollerische Landes-Kommunal-Verband auf der Grundlage eines Beschlusses des Hohenzollernschen Landesausschusses vom 4. November 1918 die Notgeldemmission. Erste Ausgabe mit Datum vom 18. November 1918 – Großnotgeld (Gültig bis 1. März 1919) HOZ-1: Kriegsersatzgeld zu 10 Mark vom 18. November 1918 mit Lochentwertung, Vorder- und Rückseite. Kriegsersatzgeld zu 20 Mark vom 18. November 1918 mit Lochentwertung, Vorderseite. Kriegsersatzgeld zu 50 Mark vom 18. November 1918 mit Lochentwertung, Vorder- und Rückseite. Die Großnotgeldscheine der ersten Ausgabe mit Prägestempel kommen heute praktisch nur mit Lochentwertung vor und sind selbst in dieser Erhaltung selten. Scheine ohne Präge- oder Trockenstempel im Weißfeld sind Muster. Inflationsausgabe vom Oktober/November 1923 Die im Spätsommer 1923 rasant voranschreitende Hochinflation sorgte dafür, dass der Hohenzollerische Landeskommunal-Verband ab Oktober 1923 erneut Notgeldscheine ausgeben musste, nun in Beträgen über Millionen und Milliarden Mark. Das war relativ untypisch, da viele Emittenten bereits in der sog. Vorinflation mit der Ausgabe von Notgeldscheinen in Tausender-Beträgen begonnen hatten. Alle Scheine sind nun nur noch einseitig bedruckt und zeigen als Motiv die Burg Hohenzollern in verschiedenen Ansichten. Sie tragen die Signatur des neuen Landesausschuss-Vorsitzenden Vogel. HOZ-1: Notgeld des Hohenzollerischen Landeskommunalverbandes über 50 Millionen Mark vom Oktober 1923, Vorderseite links oben Burg Hohenzollern auf Berg mit Weinlaub und Wertzahl, darunter das Stammwappen der Hohenzollern. HOZ-5: Notgeld des Hohenzollerischen Landeskommunalverbandes über 100 Millionen Mark vom Oktober 1923, Vorderseite Mitte oben Burg Hohenzollern auf Berg, darunter Wertangabe und das Stammwappen der Hohenzollern mit Eichenlaub. HOZ-6: Notgeld des Hohenzollerischen Landeskommunalverbandes über 500 Millionen Mark vom Oktober 1923, Vorderseite links oben Burg Hohenzollern im Winter und darunter geharnischter Ritter mit Speer und Schild sowie Wappenschild der Hohenzollern zu seinen Füßen neben verschneitem Baum. HOZ-7: Notgeld des Hohenzollerischen Landeskommunalverbandes über 1 Milliarde Mark vom Oktober 1923, Vorderseite links mit Burg Hohenzollern neben Bäumen, Postillion mit Posthorn, Fahne und Wappenschild der Hohenzollern. HOZ-8b: Notgeld des Hohenzollerischen Landeskommunalverbandes über 10 Milliarden Mark vom Oktober 1923, Vorderseite links mit Burg Hohenzollern im Kreis des Buchstabens "Z" der Wertangabe, Mitte im Unterdruck Wappenschild der Hohenzollern. HOZ-9a: Notgeld des Hohenzollerischen Landeskommunalverbandes über 20 Milliarden Mark vom Oktober 1923, Vorderseite links oben mit Burg Hohenzollern im Oval mit Blattwerk und Wappenschild der Hohenzollern unterhalb der Wertangabe. HOZ-10b: Notgeld des Hohenzollerischen Landeskommunalverbandes über 100 Milliarden Mark vom November 1923, Vorderseite Mitte oben mit Burg Hohenzollern und unterhalb der Wertangabe mit Wappenschild der Hohenzollern. Für den Druck der Inflationsausgabe wurde Papier mit verschiedenen Wasserzeichen, meist Dreieckrad, aber auch Tropfen, verwendet. Es kommen auch Proben auf normalem oder Kunstdruck-Papier ohne Wasserzeichen vor. Hans-Ludwig Grabowski Literaturempfehlung: Die Notausgaben aus Hohenzollern findet man, wie auch die Notausgaben aller anderen deutschen Länder und Gebiete, im folgenden Katalog. Hans-Ludwig Grabowski Deutsches Notgeld, Band 10: Das Papiergeld der deutschen Länder 1871 – 1948 Die Banknoten und Notgeldscheine der deutschen Länder, Provinzen und Bezirke Mehr lesen … Leseprobe
- Aus privaten Sammlungen: 10 Thaler der Niedersächsischen Bank vom 12. Sept. 1856
Objekttyp: Banknote Sammlung: Sammlung Hensengerth Historischer Kontext: Der Fürst zu Schaumburg-Lippe regierte einen Kleinst-Staat, der Mitte des 19. Jahrhunderts nur etwa 32.000 Einwohner besaß. Auf dem Höhepunkt des Bankengründungsbooms 1856 erteilte er einem Konsortium auswärtiger Banken aus Berlin, Frankfurt/Main, Hamburg, Hannover und Paderborn die Konzession zur Errichtung einer Notenbank in seinem beschaulichen Residenzort Bückeburg. Die Frankfurter Börsenzeitung „Aktionär“ bezeichnete sie am 15. November 1857 als „Winkelbank“, deren Gründung „ein wahres Attentat auf den gesunden Menschenverstand“ sei1). Ganz so schlimm war es nicht. Die Bank blieb aber wirtschaftlich unbedeutend, auch wenn sie 1860 eine Filiale in der ungleich bedeutenderen Handels- und Hansestadt Bremen eröffnete. Ungewöhnlich war, dass sich das Notenrecht der Niedersächsischen Bank nicht auf die heimische Thaler-Währung beschränkte, sondern auch Emissionen in verschiedenen anderen Währungen zugelassen waren, unter anderem in süddeutschen, in österreichischen und in holländischen Gulden sowie in Thaler Gold. Allerdings hat die Bank von dieser Erlaubnis keinen Gebrauch gemacht. Ausgegeben wurden nur Noten zu 10 Thaler im silbernen 14- bzw. 30-Thalerfuß und 1874 noch ein Hundertmarkschein. Obwohl die Bank ein unbegrenztes Notenausgaberecht besaß, blieb der Notenumlauf bis Ende der 1860er Jahre weit unter eine Million Thalern. Erst im Wirtschaftsboom nach der Reichsgründung 1871 stieg er kräftig an, 1872 wurden drei Millionen Thaler überschritten. 1876 verzichtete die Niedersächsische Bank auf ihr Notenrecht. 1899 ging sie in der 1872 gegründeten Dresdner Bank auf. Land/Region/Ort: Deutscher Bund, Fürstentum Schaumburg-Lippe, Bückeburg Emittent: Niedersächsische Bank Nominal: 10 Thaler Datum: 12. September 1856 Vorderseite: Links und rechts je eine geflügelte weibliche Allegorie (links mit Attributen des Bauwesens, der Industrie und des Handels und rechts mit Symbolen des Handwerks und der Landwirtschaft). Mitte oben geflügelte männliche Allegorie in Rüstung. Rückseite: Ornamentrahmen mit vier Wappenschildern in den Ecken und in der Mitte Wappen mit Greif und Wappenschildern mit Symbolen des Handels sowie der Industrie und des Handwerks. Format: 142 mm x 93 mm Material: Papier Nummerierung: Ser. XLVIII. (bisher nicht katalogisiert), Fol. 41, Kontrollnummer handschriftlich auf der Rückseite 740861 und Signatur Authentizität: Original Zitate: GK-517 (Grabowski/Kranz: Das Papiergeld der altdeutschen Staaten) A 469 (Pick/Rixen: Papiergeld-Spezialkatalog Deutschland) GER-S736 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. I – Specialized Issues) Dr. Bernd Sprenger Anmerkungen: Zitiert nach Heinz Fengler, Geschichte der deutschen Notenbanken vor Einführung der Mark-Währung, Regenstauf 1992, S. 114 Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus einer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com. Literaturhinweis: Hans-Ludwig Grabowski | Manfred Kranz Das Papiergeld der altdeutschen Staaten Geldscheine der Staaten auf dem Gebiet des 1871 gegründeten Deutschen Reichs von den Anfängen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Mehr lesen … Leseprobe
- Lexikon: Enskilda-Banken
Enskilda-Banken (enskilda = privat) waren schwedische Privatbanken, die laut Gesetz von 1824 neben der Schwedischen Reichsbank (Sveriges Riksbank) das Notenrecht besaßen. 1893 gab es noch 31 dieser Banken, deren Notenrecht laut Bankgesetz von 1897 bis 1904 erlosch. Note der Stockholms Enskilda Bank, SWE-S513 über 100 Kronen von 1876. Im Standard Catalog of World Paper Money, Vol. I – Specialized Issues werden folgende schwedischen Privatbanken mit ihren Notenausgaben aufgeführt: Bohus Läns Enskilda Bank (1869–1879) Borås Enskilda Bank (1866–1894) Christianstads Enskilda Bank (1865–1894) Enskilda Banken i Christinehamn (1866) Christinehamns Enskilda Bank (1876–1884) Enskilda Banken i Wenersborg (1865–1879) Enskilda Industribanken i Norrköping (1865) Gefleborgs Läns Enskilda Bank (1865–1866) Gefleborgs Enskilda Bank (1875) Gotlands Enskilda Bank (1869–1879) Götheborgs Privat Bank (1848–1852) Götheborgs bzw. Göteborgs Enskilda Bank (1858–1882) Hallands Enskilda Bank (1857–1894) Helsinglands Enskilda Bank (1874–1879) Hernösands Enskilda Bank (1870–1892) Kalmar Enskilda Bank (1867–1897) Malmö Enskilda Bank (1865) Mälare-Provinsernas Enskilda Bank (1847–1894) Norrbottens Enskilda Bank (1893) Norrköpings Enskilda Bank (1857–1887) Oscarhamns Enskilda Bank (1877) Privat Banken i Örebro (1837–1847) Enskilda Banken Örebro (1847) Örebro Enskilda Bank (1857–1896) Skaraborgs Läns Enskilda Bank (1865–1888) Skånska Priwat-Banken (1831–1830er Jahre) Skånska Privat-Banken (1841–1847) Skånes Enskilda Bank (1857–1876) Smålands Privat Bank (1837–1848) Smålands Enskilda Bank (1857–1894) Stockholms Enskilda Bank (1856–1876) Stora Kopparbergs Läns och Bergslags Enskilda Bank (1836–1852) Kopparbergs Enskilda Bank (1858–1894) Sundsvalls Enskilda Bank (1865–1902) Södermanlands Enskilda Bank (1867–1898) Uplands Enskilda Bank (1865–1874) Wadstena Enskilda Bank (1857–1877) Wermlands Provincial-Bank (1833–1855) Wermlands Enskilda Bank (1857–1891) Westerbottens Enskilda Bank (1866–1883) Öst-Göta Bank (1837–1847) Östgöta Enskilda Bank (1847–1857) Östergotlands Enskilda Bank (1857–1894) Muster/Druckprobe der Götheborgs Enskilda Bank zu 100 Riksdaler von 1858. Note der Smålands Privat Bank zu 3 Riksdaler vom 30. September 1842. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abb. Geldscheine: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski.
- Die Entwürfe der ersten Euro-Banknoten, Teil 38
Bereits im November 1994 hatte der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI) die Stückelung auf sieben Banknoten-Nominale von 5 bis 500 Euro festgelegt. Im Juni 1995 wurden dann zwei Themen für die Gestaltung der Euro-Banknoten vorgegeben, zum einen "Zeitalter und Stile in Europa" und zum anderen ein abstraktes, modernes Design. Im Februar 1996 begann der Gestaltungswettbewerb, an dem 29 Grafiker und Grafikerteams teilnahmen, die von 14 nationalen Zentralbanken der EU nominiert wurden. Im September 1996 beurteilte eine Jury aus international renommierten unabhängigen Experten für Marketing, Grafik und Kunstgeschichte die eingereichten Entwürfe und wählte je fünf für beide Themenbereiche aus. Im Oktober 1996 erfolgte eine Umfrage unter insgesamt 2000 Personen aus allen EU-Ländern außer Dänemark und am 3. Dezember 1996 wählte der Rat des EWI schließlich den Vorschlag aus Österreich Nr. T 382 als Gewinner des Gestaltungswettbewerbs. Wie aber hätten die ersten Euro-Banknoten auch aussehen können? Wir setzen hiermit unsere Reihe zu den Entwürfen der ersten Euro-Banknoten fort. Abstrakt und Modern, Vorschlag M 953 Robert Deodaat Emile (Ootje) Oxenaar Geboren 1929 in Den Haag, Niederlande. Studierte visuelle Kunst an der Königlichen Kunstakademie in Den Haag. Arbeitete als Grafikdesigner am Niederländischen Pavillon für die Weltausstellung 1958 in Brüssel. Er entwarf Briefmarken, Pässe, Wappen und verschiedene niederländische Gulden-Scheine. Ab 1987 Gast-Professor an der Rhode Island School of Design. Er lehrte an zahlreichen Universitäten in Europa, den USA und Japan. Seine Arbeiten wurden in vielen Ausstellungen gezeigt und er erhielt zahlreichen internationale Preis. Er starb 2017 in den USA. 5 Euro, Vorder- und Rückseite. 10 Euro, Vorder- und Rückseite. 20 Euro, Vorder- und Rückseite. 50 Euro, Vorder- und Rückseite. 100 Euro, Vorder- und Rückseite. 200 Euro, Vorder- und Rückseite. 500 Euro, Vorder- und Rückseite. Fortsetzung folgt … Hans-Ludwig Grabowski Abb. Europäische Zentralbank (EZB)
- MIF Maastricht – Alte Freunde und ein neuer Ort
Bericht eines Sammlers Es ist Herbst – die übliche Zeit für die Papiergeldbörse in Valkenburg, die erstmalig im Veranstaltungscenter MECC in Maastricht-Randwyck stattfand. Leider wurde genau an diesem Wochenende der Zugverkehr rund um Maastricht wegen Bauarbeiten eingestellt, so dass sich die An- und Abreise am Samstag für mich (ich bin begeisterter Bahnfahrer) einigermaßen kompliziert gestaltete. Das MECC ist in einem Büropark am Stadtrand von Maastricht gelegen, der an Ablenkung wenig zu bieten hat. Wer abends mit Freunden essen gehen will, kann ins wenige Kilometer entfernte Valkenburg fahren; auch der Marktplatz im Stadtzentrum von Maastricht bietet viele Restaurants und Cafés. Ich selbst übernachtete in Aachen, vor dor t aus dauert die Fahrt nach Maastricht-Randwyck mit dem Zug üblicherweise gut eine Stunde. Umso besser jedoch fand ich – und fanden auch alle Händler und Sammler, mit denen ich sprach – die Veranstaltungsräume selbst: Groß, modern, mit viel Tageslicht. Hatte die Halle in Valkenburg sicherlich einen gewissen Charme, so ist das MECC doch ein großer Sprung nach vorne hinsichtlich Qualität und Ausstattung der Messe. Zu dem, was Dimitri Waltmans und seine Familie organisiert haben, da kann man nur Glückwunsch sagen. Pünktlich am Samstag um 10 Uhr war die Messe für Besucher geöffnet. Der Eintritt war wie bereits im Frühjahr für Sammler frei. Durch die neuen Räumlichkeiten musste ich mich erst zurechtfinden, denn jeder Händler hatte einen neuen Standplatz. Schnell fand ich aber viele bekannte Händler wieder. Die Börse war mit über 200 Händlern, darunter vielen bekannten Namen, international sehr gut besetzt, und stand in meinen Augen der früheren Veranstaltung in Valkenburg im September in nichts nach. Die Händler, mit denen ich sprach, zeigten sich vom Händlertag am Freitag sehr zufrieden. Hier fanden die großen Umsätze statt. Der Sammlerbesuch am Samstag war zunächst verhalten, nahm in den Vormittagsstunden aber ständig zu, so dass sich die beiden Veranstaltungsräume zur Mittagszeit gut füllten. Gekauft und nachgefragt wurde viel – so waren etwa Banknoten aus Ungarn und anderen Ländern Ost-/Mitteleuropas sehr gesucht. Überhaupt haben die Preise für Banknoten aus diesen Ländern in guten Erhaltungen erheblich angezogen. Spitzenreiter ist für mich die Tschechoslowakei, wo inzwischen für auch mittlere Ware Spitzenpreise verlangt und anscheinend auch gezahlt werden. Wer sich umschaute, konnte Neuerscheinungen (Peru, Indonesien) oft deutlich billiger erwerben als im Internet. Der günstige Wechselkurs des US-Dollars zum Euro verleitete wohl auch viele Händler aus den USA und Kanada zu großzügigen Einkäufen. Viele Händler teilten mit, dass sie am Samstag mit Sammlern gerade im mittelpreisigen Segment gute Umsätze machen würden. Das leuchtet ein – während Top-Stücke sicherlich mehr und mehr ihren Weg über Auktionshäuser finden, suchen viele Sammler auf der Börse nach Einzelstücken, um ihre eigene Sammlung zu erweitern, und freuen sich über Fundstücke. Hier lohnt oft nicht das mühsame Durchsuchen von Webseiten, die Versandkosten und die bei internationalen Verkäufen oft anfallende Umsatzsteuer. Außerdem ist es wichtig, dass die Banknoten vor Ort geprüft und ihre Erhaltung bewertet werden können. So konnte auch ich meine Sammlung wieder um einige bereits länger gesuchten Stücke zu teilweise sehr fairen Preisen im Rahmen meines Budgets erweitern. Freundliche Gespräche gab es umsonst dazu. Hierin liegt auch die große Chance für Börsen, neue Sammler für das Hobby zu begeistern. Mein Eindruck – die MIF hat sich etabliert und setzt den neuen Standard für Papiergeldbörsen in Europa und weltweit. Wer ernsthaft sammelt und einen Besuch einrichten kann, sollte unbedingt hinfahren. Das MECC in Maastricht ist per Zug gut erreichbar (wenn nicht gebaut wird …), die nächstgelegen Flughäfen sind Amsterdam, Brüssel, Köln oder Düsseldorf. Die nächste MIF findet vom 28. bis 30.4.2023 wieder im MECC in Maastricht-Randwyck statt, wobei der 28.4. (Freitag) wieder als Händlertag eingerichtet ist. Dr. Sven Gerhard












