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  • Lexikon: Emmissionsbank in Polen

    In den von den deutschen Truppen während des Zweiten Weltkriegs besetzten polnischen Gebieten (mit Ausnahme der an das Deutsche Reich angeschlossenen Gebiete Westpreußens, Posens sowie Ost-Oberschlesien) galten zunächst Reichskreditkassenscheine als Zahlungsmittel. Nach Bildung des sog. Generalgouvernements erhielt dieses Gebiet eigenes Papiergeld. Alte 100-Zloty-Noten der Bank Polski mit Daten von 1932 und 1934 wurden provisorisch überdruckt, aber schon bald wegen zahlreicher Fälschungen des Überdrucks wieder aus dem Verkehr gezogen. ZWK-25c: Behelfsausgabe mit Übderdruck "Generalgouvernement für die besetzten polnischen Gebiete" auf 100 Zlotych der Bank Polski von 1934. Die 1940 gegründete Emissionsbank in Polen (Bank Emisyjny w Polsce) mit Sitz in Krakau übernahm alle im Gebiet des Generalgouvernements befindlichen Reichskreditkassen und gab noch im gleichen Jahr eigene 1-, 2-, 5-, 10-, 20-, 50-, 100- und 500-Zloty-Noten in polnischer Sprache aus. Auch von diesen Scheinen tauchten bald Fälschungen auf, und man sah sich bereits 1941 veranlasst, einige Werte in leicht veränderter Ausführung auszugeben. In der Bevölkerung wurden die Scheine der Emissionsbank wegen dem Banksitz auch "Krakauer Zloty" genannt. ZWK-30: Note der Emissionsbank in Polen über 20 Zlotych vom 1. März 1940. Vorderseite links Frau mit zwei Kindern, rechts Porträt der Freiheitskämpferin Emilie Plater. Rückseite mit der Burg Wawel in Warschau und allegorischen Figuren, links für das Bauwesen und rechts für die Wissenschaft. ZWK-37: Note der Emissionsbank in Polen über 50 Zlotych vom 1. August 1941. Vorderseite links stehende Frau und rechts Porträt der Freiheitskämpferin Emilie Plater. Rückseite mit der Tuchhalle von Krakau. Von der zweiten Ausgabe mit Datum 1941 gibt es Werte zu 1, 2, 5, 20, 50 und 100 Zloty. Darüber hinaus existieren zeitgenössische Entwürfe in polnischer oder ukrainischer Sprache (für den Distrikt Galizien) sowie ein Probedruck des polnischen Entwurfs zu 1000 Zloty aus dem Jahr 1943 (ebenfalls mit Datum von 1941), die wegen der Inflation im Generalgouvernement ausgegeben werden sollten, wozu es aber nicht mehr kam. 2004 entstanden moderne Nachdrucke des polnischen Entwurfs. ZWK-39a: Moderner einfarbiger Nachdruck des polnischen Probedrucks über 1000 Zloty von 1941 (1943), Vorderseite rechts Kopf eines Krakauer Bürgers mit Hut, Rückseite Burg Wawel in Krakau. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

  • Die Entwürfe der ersten Euro-Banknoten, Teil 36

    Bereits im November 1994 hatte der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI) die Stückelung auf sieben Banknoten-Nominale von 5 bis 500 Euro festgelegt. Im Juni 1995 wurden dann zwei Themen für die Gestaltung der Euro-Banknoten vorgegeben, zum einen "Zeitalter und Stile in Europa" und zum anderen ein abstraktes, modernes Design. Im Februar 1996 begann der Gestaltungswettbewerb, an dem 29 Grafiker und Grafikerteams teilnahmen, die von 14 nationalen Zentralbanken der EU nominiert wurden. Im September 1996 beurteilte eine Jury aus international renommierten unabhängigen Experten für Marketing, Grafik und Kunstgeschichte die eingereichten Entwürfe und wählte je fünf für beide Themenbereiche aus. Im Oktober 1996 erfolgte eine Umfrage unter insgesamt 2000 Personen aus allen EU-Ländern außer Dänemark und am 3. Dezember 1996 wählte der Rat des EWI schließlich den Vorschlag aus Österreich Nr. T 382 als Gewinner des Gestaltungswettbewerbs. Wie aber hätten die ersten Euro-Banknoten auch aussehen können? Wir setzen hiermit unsere Reihe zu den Entwürfen der ersten Euro-Banknoten fort. Zeitalter und Stile in Europa, Vorschlag T 382 Robert Kalina Geboren 1955 in Wien, Österreich. 1974 bis 1975 Meisterklasse an der Hochschule für Grafische Kunst in Wien. Seit 1976 Banknotendesigner bei der Oesterreichischen Nationalbank und der Oesterreichischen Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH. Er entwarf alle österreichischen Schilling-Noten, die ab 1982 in Umlauf kamen sowie 2002 den höchsten Nennwert für Bosnien-Herzegowina. Seine Entwürfe zu Zeitaltern und Stile für den Euro wurden schließlich angenommen und umgesetzt. 5 Euro, Vorderseite: Tor als klassisches Stilelement der griechisch-römischen Antike; Rückseite: römisches Aquädukt und Europa-Karte. 10 Euro, Vorderseite: romanischer Torbogen des frühen Mittelalters; Rückseite: romanische Steinbrücke und Europa-Karte. 20 Euro, Vorderseite: gotische Spitzbogenfenster; Rückseite: gotische Brücke und Europa-Karte. 50 Euro, Vorderseite: Renaissance-Fenster; Rückseite: Renaissance-Brücke und Europa-Karte. 100 Euro, Vorderseite: barocker Torbogen; Rückseite: barocke Brücke und Europa-Karte. 200 Euro, Fenster in Glas- und Eisenarchitektur der Moderne; Rückseite: Stahlbrücke Anfang des 20. Jahrhunderts und Europa-Karte. 500 Euro, Vorderseite: Architekturstil des ausgehenden 20. Jahrhunderts; Rückseite: moderne Hängebrücke und Europa-Karte. Fortsetzung folgt … Hans-Ludwig Grabowski Abb. Europäische Zentralbank (EZB)

  • Vorschau zum Kapitel Banknoten in der Oktober-Auktion von SINCONA AG in Zürich

    Im Rahmen von Auktion 80 des Zürcher Auktionshauses SINCONA wird, wie jedes Mal im Oktober, auch eine größere Anzahl Banknotenlose versteigert. Das genaue Datum ist der Mittwoch, 26. Oktober, nachmittags ab 14:30 Uhr. 600 Nummern umfasst das Kapitel Banknoten der Welt mit diversen Raritäten aber auch mit vielen Großlosen zu günstigen Schätzpreisen. Nicht im Katalog abgebildete Banknoten können übrigens auf der Homepage von SINCONA durchgesehen werden. Hier findet sich ein alphabetischer Überblick mit der Aufzählung spezieller Nummern, die bei den Liebhabern dieser Geldform großes Interesse wecken wird. Bei Belarus wartet eine Serie von sechs Spezimen von 1 bis 100 Rubel aus dem Jahr 1993. Die Noten wurden nie in Umlauf gesetzt. Pro Nominal sind kaum mehr als 10 Exemplare bekannt. Lot 4019: Belarus Nationalbank. 1 Rubel 1993 bis 100 Rubel 1993. Sechs verschiedene Nominale als Spezimen, alle gegradet durch PMG 65-67. Taxe CHF 1000,– Bei Brasilien findet sich eine Serie von vier Banknotenentwürfen, gedruckt bei Orell Füssli in Zürich. Lot 4025: Brasilien. Vier Banknotenentwürfe zu 100 Reis o. J. Pick –. Einseitige Drucke, teilweise auf Karton geklebt und mit handschriftlichen Notizen versehen. Vorzüglich – fast druckfrisch. Taxe CHF 500,– China fehlt auch diesen Oktober nicht. 161 Lose, beinahe die gesamte Banknotengeschichte des riesigen Landes umfassend, werden angeboten. Lot 4079: China. Bank of Territorial Development. 50 Dollars o. J. Reminder ohne Ortsangabe. Sehr selten. Vorzüglich. Taxe CHF 800,– Bei Deutschland weisen wir auf 20 Nummern mit Banknotenbündeln hin, deren Banderolen die Scheine seit 100 Jahren zusammenhalten, und Danzig, mit seiner besonderen Geldgeschichte, ist mit fünf Nummern aus der Inflationszeit vertreten. Lot 4193: Danzig. 50.000 Mark 1923, 20. März. Brauner Druck. Selten. Gutes Vorzüglich. Taxe CHF 250,– Beim Kapitel Frankreich sind vor allem die französischen Territorien vertreten, im Besonderen Neu-Kaledonien / Nouméa mit zwölf Nummern. Es ist spannend, wie man sich, so weit entfernt vom Mutterland, mit Geldscheinen versorgt hat. Lot 4257: Neu-Kaledonien, Succursale de Nouméa. 5 Francs 1874, 31. Oktober. Selten. Fast schön. Taxe CHF 500,– Italien wartet mit 54 Losnummern auf. Gerade die Banknotengeschichte zeigt all die politischen Wirren auf, in die das Land südlich der Alpen verwickelt war. Das einzig Stete war wohl, dass die Währung immer die Lira war. Hier ein doch besonderer Geldschein aus der Zeit nach dem Ende der Monarchie und des Zweiten Weltkriegs. Lot 4309: Italien. Repubblica Italiana. Titolo provisorio. 5000 Lire 1947, 18. November. Selten in Erhaltung gutes Vorzüglich. Taxe CHF 400,– Sowohl das Mutterland Portugal als auch seine Kolonien machen diesen Oktober bei SINCONA einen bedeutenden Anteil aus. Bei Portugal fällt eine umfangreiche Serie der alten Geldscheine aus dem Ende des 18. bis zum ersten Viertel des 19. Jahrhunderts auf. Jahrzehntelang sind diese Scheine umgelaufen und ihr Zustand ist oft schlecht. Umso geschichtsträchtiger sind diese Noten mit all ihren Varianten und rückseitigen Stempeln. Lot 4396: Königreich Portugal. Reichsschatzkammer. 20.000 Reis 1799. Letzte Datumsziffer handschriftlich. Königliches Wappen, links und rechts eingefasst von vier Vignetten. Ohne Überdruck. Sehr selten in dieser Erhaltung. Fast Vorzüglich. Taxe CHF 250,– Von den Azoren als damalige Kolonie Portugals zeigen wir eine große Rarität. Und, weiter hinten im Katalog, ist São Tomé e Príncipe mit 17 Nummern sehr gut vertreten. Lot. 4015: Azoren, portugiesische Administration. Banco de Portugal. 2500 Reis 1909, 30. Juni. Ohne diagonalen Aufdruck. Sehr selten. Pick 8a. Fast Unzirkuliert. Taxe CHF 2.500,– Von der Tschechoslowakei werden gleich drei Nummern mit Druckplatten angeboten, welche allerdings nur als Projekte bekannt geblieben sind. Eine der Druckplatten aus der Gründerzeit der jungen Republik, entworfen vom Künstler Jaroslav Benda, wurde bereits im Newsletter 33/2022 von Geldscheine-Online.com am 25. August 2022 beschrieben. Zum Fachartikel: https://www.geldscheine-online.com/post/eine-unbekannte-banknotendruckplatte-aus-der-tschechoslowakei Drei weitere Druckplatten, davon zwei Exemplare signiert von Alfons Mucha, ergänzen dieses Angebot. Ebenfalls aus diesen Jahren werden in zwei Nummern Gründeraktien der Tschechoslowakischen Nationalbank von 1926 angeboten – Geschichte pur für dieses Land. Lot 4540: Tschechoslowakei. Gründeraktie 1926, 1. April der neu gegründeten Tschechoslowakischen Nationalbank über 1000 US-Dollars in Gold. Selten. Wasserflecken. Gutes Sehr schön. Taxe CHF 200,– Schauen wir schlussendlich auf die Geldscheine der Schweiz. SINCONA pflegt das Kapitel seiner Heimat besonders. Die Banknoten der verschiedenen Kantone sind verständlicherweise sowieso selten; die Schweizerische Nationalbank wurde bekanntlich erst 1907 gegründet. Von St. Gallen sind ausnahmsweise sieben Lose anzutreffen, die aus der frühen Zeit stammen. Lot 4442: Schweiz. St. Gallen. St. Gallische Kantonalbank. 100 Franken 1896, 1. März. Sehr selten und gutes Sehr schön. Taxe CHF 3500,– Die sechste Emission der Banknoten der Schweizerischen Nationalbank, ausgegeben 1977 bis 1993, wurde vom Grafiker-Ehepaar E. und U. Hiestand entworfen. Die Endprodukte sind zwar nicht mehr in Umlauf, jedoch weiterhin gültig. SINCONA hat 2015 in Auktion 25 erstmals einen Banknotenentwurf zur 1000-Franken-Note dieser Emission versteigert. Im Oktober sind drei weitere Nominale, die als Entwürfe des Ehepaars Hiestand bekannt wurden, im Katalog. Es sind Noten zu 10, 100 und, man staune, zu 5000 Franken, wobei das Projekt 5000 Franken nie das Endstadium als Umlaufbanknote erreicht hat. Drei historische Dokumente, die man nur einmal im Leben antreffen kann! Lot 4456: Schweiz. Schweizerische Nationalbank. 100 Franken o. J. Zwei einseitig gedruckte Entwürfe von E. und U. Hiestand. Weit fortgeschrittene Druckphase. Von größter Seltenheit. Rückseite mit aufgesetztem Abschnitt. Druckfrisch. Taxe CHF 2000,– Lot 4457: Schweiz. Schweizerische Nationalbank. 5000 Franken o. J. Zwei einseitig gedruckte Entwürfe von E. und U. Hiestand. Weit fortgeschrittene Druckphase. Von größter Seltenheit. Note später nicht realisiert. Sehr schön-vorzüglich. Taxe CHF 3500,– SINCONA lädt die Kundschaft gerne wieder nach Zürich ein. Kontakt können Sie telefonisch aufnehmen, per E-Mail oder online an den Auktionstagen vom 24. bis 27. Oktober. Die Homepage www.sincona.com informiert Sie jederzeit. Ruedi Kunzmann SINCONA AG

  • Acht Mitglieder des NGC-Teams zählen zu den einflussreichsten Persönlichkeiten in der Numismatik

    SARASOTA, Fla. (12. September 2022) – Numismatic Guaranty Company (NGC®) freut sich, bekannt zu geben, dass heute acht ihrer Experten in der neuesten Liste der weltweit einflussreichsten Persönlichkeiten der Numismatik vertreten sind. 1987 gegründet, feiert NGC in diesem Jahr eine Reihe von Meilensteinen, darunter ihr 35-jähriges Bestehen und 55 Mio. zertifizierte Münzen. Mark Salzberg, Vorsitzender NGC Mark Salzberg, Vorsitzender der NGC, ist einer der weltweit angesehensten und versiertesten Numismatiker. Seine zentrale Rolle bei der Standardisierung und Förderung der modernen und hochpräzisen Münzbewertungsskala wird allgemein gewürdigt und anerkannt. Seit Jahrzehnten maßgeblicher Unterstützer der Branche, wurde er 2006 von der American Numismatic Association als Numismatiker des Jahres ausgezeichnet. Steven R. Eichenbaum, Chief Executive Officer CCG Steven R. Eichenbaum hat sich für die Erweiterung der Sammlermärkte eingesetzt. Er spielte in den vergangenen zwei Jahrzehnten eine entscheidende Rolle bei praktisch allen wichtigen Initiativen der CCG. Unter seiner Leitung hat CCG auf dem Erfolg von NGC aufgebaut und weitere Schwestergesellschaften gegründet; PMG® für die Zertifizierung von Papiergeld, CGC® für die Zertifizierung von Comics, Sammelkarten und anderen Sammlerobjekten, CSG® für die Zertifizierung von Sportkarten, ASG® für die Zertifizierung von Briefmarken und CAG® für die Provenienzerhaltung von Sammlungen, Memorabilien und Erbstücken. Max Spiegel, Präsident CCG Max Spiegel wurde 2020 von der Position des Senior Vice President of Sales and Marketing zum Präsidenten der CCG befördert. Seit seinem Eintritt in CCG im Jahr 2010 hat Max Spiegel unter anderem das Dienstleistungsangebot der CCG-Unternehmen optimiert, innovative Marketingprogramme für die Kunden entwickelt und die Kapillarität des Unternehmens durch neueste Technologien, die Erweiterung der Mitgliederzahl und eine stärkere Präsenz bei Veranstaltungen auf der ganzen Welt ausgebaut. Rick Montgomery, Präsident und Grading Finalizer NGC Rick Montgomery wird von vielen Fachleuten als der größte Echtheitsprüfer der Münzbranche angesehen. Rick Montgomery war seit 1980 als professioneller Grader tätig, bevor er 2002 zu NGC kam. In seiner glanzvollen Karriere hat Rick Montgomery viele der weltweit größten Raritäten bewertet. Als Mitverfasser des NGC-Grading-Leitfadens für moderne US-Münzen hat er auch zahlreiche Artikel für die American Numismatic Association geschrieben. David J. Camire, Präsident NCS und Finalizer NGC David J. Camire gilt als Experte für moderne Prägetechnik und -produktion und ist auf Prägefehler sowie chinesische Münzen spezialisiert. Als Mitverfasser der 100 Greatest U.S. Error Coins hat er zu numismatischen Publikationen beigetragen und arbeitet ehrenamtlich bei der Smithsonian Institution, um die National Numismatic Collection zu erhalten. Scott Schechter, Chef-Numismatiker und Finalizer NGC Scott Schechter kam im Jahr 2005 zu NGC, wo er heute als Chief Numismatist und Finalizer tätig ist. Bei NGC konzentriert er sich in erster Linie auf die Zertifizierung von Weltmünzen und arbeitet mit vielen Händlern und Auktionshäusern außerhalb der Vereinigten Staaten zusammen. Scott Schechter widmet einen Großteil seiner Zeit der Authentifizierung, Zuordnung und Einstufung von Nicht-US-Vintage-Münzen. Er ist Mitverfasser von 100 Greatest US Modern Coins, das 2010 veröffentlicht wurde. David W. Lange, Research Director NGC Als Autor von zehn Büchern über die Numismatik der Vereinigten Staaten wurde David W. Lange 2009 von der American Numismatic Association mit dem Lifetime Achievement Award und 2017 als Numismatiker des Jahres ausgezeichnet. Die Numismatic Literary Guild ehrte ihn 2018 mit ihrem renommierten Clemy Award. Zu den Karrierehöhepunkten gehört unter anderem die Einführung der VarietyPlus-Dienstleistungen von NGC. David Vagi, Ancients Direktor NGC David Vagi beschäftigt sich seit 1985 mit antiken griechischen und römischen Münzen. Sein Werk Coinage and History of the Roman Empire wurde von der Professional Numismatists Guild, der Numismatic Literary Guild und der International Association of Professional Numismatists als Buch des Jahres ausgezeichnet. Vagi hat für verschiedene numismatische Publikationen geschrieben, darunter The Numismatist, Coin World und Numismatic News. Anlässlich ihres 60-jährigen Bestehens veröffentlichte Coin World im Jahr 2021 einen Artikel, der fast 100 Menschen vorstellt, die ihr Leben der Förderung der Numismatik gewidmet haben. Dies fand in der Welt der Numismatik so viel Anklang, dass Coin World in diesem Jahr eine aktualisierte Liste herausgab. Sie möchten Teil des führenden Numismatiker-Teams von NGC sein? Erfahren Sie mehr über unsere Karrierechancen und bewerben Sie sich unter CollectiblesGroup.com/careers. NGC bietet die wettbewerbsfähigsten Gehälter und Vorteile der Branche. Über Numismatic Guaranty Company (NGC®) NGC ist ein führender Drittanbieter von Bewertungsdiensten für Münzen, Token und Medaillen mit mehr als 55 Millionen zertifizierten Münzen. NGC wurde 1987 als präziser, konsistenter und unparteiischer Authentizitäts- und Bewertungsdienst gegründet. Jede von NGC zertifizierte Münze wird durch die umfassende Echtheits- und Erhaltungsgarantie von NGC untermauert, die den Käufern mehr Vertrauen gibt. NGC-zertifizierte Münzen erzielen dadurch höhere Preise und führen zu besserer Verkäuflichkeit. Für weitere Informationen besuchen Sie bitte NGCcoin.com. © 2022 Numismatic Guaranty Company. Alle Rechte vorbehalten. NGC, NCS, PMG, CGC, CCS, CSG, ASG, CAG und CCG sind eingetragene oder nicht eingetragene Marken der Numismatic Guaranty Company und/oder ihrer verbundenen Unternehmen in den USA und/oder anderen Ländern. Alle weiteren Namen und Marken, auf die in dieser Pressemitteilung verwiesen wird, sind die Handelsnamen, Marken oder Dienstleistungsmarken ihrer jeweiligen Eigentümer.

  • Papiergeld in den altdeutschen Staaten

    Wenn heute in Sammlerkreisen vom Papiergeld der altdeutschen Staaten gesprochen wird, so meint man in aller Regel die Geldscheine der Staaten auf dem Gebiet des Norddeutschen Bunds, welche sich 1871 zum Deutschen Reich zusammenschlossen. Das ist jedoch historisch nicht korrekt, denn bis zum Einmarsch französischer Truppen unter Napoleon I. im Jahre 1806 hatte das Heilige Römische Reich deutscher Nation bestanden, das bis nach Italien reichte. Nach dem Sieg über Napoleon und dem Wiener Kongress von 1815 wurde die Landkarte Europas neu gezeichnet und der Deutsche Bund gegründet, zu dessen Teilstaaten u.a. auch Österreich, Böhmen und Mähren sowie das heutige Slowenien und Luxemburg zählten. Erst der sich verschärfende Konflikt zwischen den Österreichern und Preußen führte nach dem Deutschen Krieg von 1866 zur Abspaltung Österreichs und zur Gründung des Norddeutschen Bunds. Nach dem Sieg Deutschlands im Kriege gegen Frankreich von 1870/71 kam es dann bekanntlich zur Gründung des Deutschen Reichs (kleindeutsche Lösung) unter Führung Preußens und zur Krönung des preußischen Königs Wilhelm I. zum deutschen Kaiser. Die ersten regulären deutschen Geldscheine waren die ab 1705 durch den pfälzischen Kurfürsten ausgegebenen Bancozettel. In der Folge kam es auch in anderen altdeutschen Staaten zu den verschiedensten Papiergeld-Ausgaben. So wurden die sog. Wiener Stadt-Banco-Zettel schon ab 1759 ausgegeben und die „Cassen-Billets“ des Kurfürstentums Sachsen ab 1772 waren die ersten deutschen Geldscheine, die wirklich auch als Zahlungsmittel zirkulierten. Am Anfang des 19. Jahrhunderts wurden auch immer mehr Privatbanken mit dem Recht zur Ausgabe von eigenen Noten privilegiert. Ausgehend von der deutschen Kleinstaaterei und den verschiedenen Privatnotenbanken kursierten auf dem Gebiet des Deutschen Bundes bald eine Vielzahl von verschiedenen Papiergeldausgaben, auf die man in diesem Rahmen nicht umfassend eingehen kann. Am Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren Banknoten überall in Europa noch recht einfach gestaltet. Sicherheitsmerkmale, wie wir sie heute kennen, waren damals noch nicht entwickelt. Oftmals wurde Geld sogar noch auf einfachem Büttenpapier ohne Wasserzeichen gedruckt und lediglich mit einer handschriftlichen Kontrollnummer und mit Handunterschriften versehen, wie im Falle der bereits vorgestellten kursächsischen Kassen-Billets. Das erleichterte natürlich den schon damals fleißigen Geldfälschern das Spiel und so wurden die Anforderungen an die grafische Gestaltung und die Verbesserung der Fälschungssicherheit immer höher. Preußen spielte als größtes deutsches Land papiergeldgeschichtlich bis zur Errichtung einer deutschen Zentralnotenbank die wichtigste Rolle. Selbst die nach der Reichsgründung von 1871 neu geschaffene Deutsche Reichsbank ging aus der ehemaligen Preußischen Bank hervor. Die Papiergeldgeschichte Preußens begann mit der Gründung der Königlichen Giro- und Lehnbank zu Berlin im Jahre 1765 auf Anordnung von Friedrich II., dem Großen. Gegen Hinterlegung von Bargeld (Gold- und Silbermünzen) wurden vom Staat zertifizierte Quittungen gedruckt, die der Erleichterung des umständlichen Verkehrs mit den schweren Münzen dienen sollten. Zumindest dieses Motiv war nicht neu, wussten wir doch schon von den alten Chinesen tausend Jahre früher ähnliches zu berichten. Tatsächlich wollte man in Preußen aber mittels der ausgegebenen „Banco-Zettel“ die Edelmatalle in den königlichen Kassen horten. Immerhin wusste man nie genau, wann der nächste Krieg kommen würde und der „Alte Fritz“ hatte ja schon so manche Schlacht geschlagen. Die sehr einfach gestalteten ersten preußischen Noten aus dem Jahre 1766 über verschiedene Werte in „Pfund Banco“ waren beim Volk nicht sehr beliebt und so ging man schon ab 1798 mit Bankkassenscheinen (übertragbare Quittungen auf deponiertes Silbergeld) auf die vertraute Währungsangabe in „Thaler“ über. Seit 1806 waren dann zusätzlich sog. Tresorscheine in Umlauf und später kamen dann auch noch Kassen-Anweisungen der Hauptverwaltung der Staatsschulden, Darlehns-Kassenscheine und ab 1846 Noten der Preußischen Haupt-Bank hinzu. Daneben existierten auch noch Geldscheinausgaben von Privatbanken in verschiedenen Regionen Preußens. Von einem einheitlichen Papiergeld war man also noch weit entfernt und bedenkt man, dass ähnliche Verhältnisse auch in den anderen deutschen Regionen vorherrschten, so können wir uns ein wenig in die kaum noch zu überschauende Vielfalt verschiedener deutscher Münz- und Geldscheinausgaben in noch dazu unterschiedlichen Währungen hineindenken, die vor der Reichsgründung von 1871 vorherrschte, die Menschen verwirrte und die Entwicklung von Handel und Wirtschaft in Deutschland hemmte. An dieser Stelle können natürlich nicht alle sog. altdeutschen Geldschein-Ausgaben aufgeführt und behandelt werden, das bleibt einem Spezialkatalog für Sammler vorbehalten. Es soll jedoch noch einmal auf dieses Thema zurückgekommen werden, wenn wir später über die verschiedenen Sammelgebiete deutschen und ausländischen Papiergelds sprechen werden. Einige interessante Besonderheiten unter den altdeutschen Geldscheinen sollen hier aber dennoch vorgestellt werden. Es handelt sich dabei um sog. „Blockadescheine“, die während Belagerungen als Notgeld ausgegeben wurden sowie um das Privatgeld eines Unternehmers aus Anhalt, den sog. „Lutze-Thalern“. „Blockadescheine“ Unmittelbar nach seinem Sieg über die Preußen in der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt 1806 hatte Napoleon in der nahen Festungsstadt Erfurt Truppen stationiert, die nach der Völkerschlacht von 1813 durch die Preußen eingeschlossen wurden. Als das Geld in der Stadt knapp wurde, druckte man auf Befehl des „Kaiserlichen Französischen Militär-Gouvernements“ Geldscheine, die als sog. „Blockadescheine“ in die deutsche Papiergeldgeschichte eingegangen sind. Insgesamt wurden 15.200 Scheine in verschiedenen Wertstufen angefertigt, die jedoch bei der Bevölkerung nicht sehr beliebt waren. Sie waren nur kurze Zeit in Umlauf, denn bereits Anfang ­Januar 1814 wurde die Stadt durch die Preußen eingenommen und nur die Festung Petersberg war noch in französischer Hand. Belagerungsausgaben während französischer Besatzung gab es aber auch von Mainz im Jahre 1793 auf den Rückseiten von französischen Assignaten wie auch in Form von eigens hergestellten Scheinen sowie von der Stadt und Festung Kolberg in Pommern von 1807. Die „Lutze-Thaler“ Private Geldscheinausgaben sind in Zeiten der Inflation nichts besonderes, aber ein „Privatgeld“ unter „normalen“ Währungsverhältnissen ist heute undenkbar. Man stelle sich nur vor, jeder könne seine eigenen Münzen und Geldscheine herstellen lassen und dafür dann mit seinem Häuschen, Grundstück, Auto, der Briefmarkensammlung oder einer noch zu erwartenden Erbschaft bürgen. Es würde bald das blanke Chaos ausbrechen. Doch im 19. Jahrhundert, als das Geldwesen noch lange nicht zentralisiert war wie heute, war auch solches möglich. Der ehemalige Postsekretär Arthur Lutze aus Köthen in Anhalt war als Heilpraktiker tätig und promovierte später zum Dr. med. an der Universität Jena. Seine Heilmethoden waren so erfolgreich, dass er bald die Eröffnung eines Sanatoriums plante. Um seine Pläne in die Tat umsetzen zu können, ließ er sich private Papiergeldausgaben in mehreren Auflagen genehmigen. Das Geld setzte er dann für den Bau des Sanatoriums ein und konnte nach dessen Fertigstellung alle vorgelegten Scheine zu den aufgedruckten Verfallsdaten gegen „richtiges“ Geld einlösen. Das Privatgeld des Dr. Arthur Lutze war also nichts als ein Zahlungsversprechen, das zu einem bestimmten Zeitpunkt eingelöst wurde. In der Zwischenzeit diente es als Geld und ging von Hand zu Hand. Soviel Unterschied zum staatlichen Papiergeld bestand denn also doch nicht, außer dass hier ein Privatmann und dort der Staat für die Einlösung haftete. Lutze selbst erinnerte sich zum Bau des Sanatoriums und seinen Geldscheinausgaben: „Man hatte Anfangs der Sache wohl nur eine geringe Bedeutung beigelegt, indem man glaubte, diese Anweisungen würden unbeachtet bleiben; doch fanden sie solches Interesse, dass sie von Reisenden in die fernsten Gegenden mitgenommen wurden … Als ich später die Einlösung derselben bekanntmachte, bekam ich meine Thaler aus Preußen, Sachsen, Baiern und Oester­reich zurückgesandt.“ Dass private Geldscheinausgaben also auch erfolgreich sein können, bewies Dr. Lutze eindrucksvoll, und noch heute sind die „Lutze-Thaler“ gern gesehen in den Alben der Geldscheinsammler. Hans-Ludwig Grabowski Abb. Battenberg Gietl Verlag, Bildarchiv

  • Preise für Banknoten aus Armenien, Großbritannien und Polen

    Auf der "High Security Printing EMEA"-Konferenz, die vom 9. bis 11. März in Lissabon stattfand, wurden wieder drei Preise für Banknoten aus europäischen sowie GUS-Staaten verliehen. In der Kategorie Best New Series konnte Armenien überzeugen: Die ab 2018 schrittweise eingeführte Banknotenfamilie (https://www.geldscheine-online.com/post/armenien-neu-dram-noten-sind-in-umlauf; https://www.geldscheine-online.com/post/armenien-neue-1000-2000-und-5000-dram-noten) umfasst Stückelungen zu 500, 1000, 2000, 5.000, 10.000, 20.000 sowie 50.000 Dram. Gedruckt ist sie auf einer Zusammensetzung aus Polymer-Substrat und Papier, wodurch die Vorzüge beider Materialien zum Tragen kommen. Zur Best New Banknote wurde die 20-Pounds-Note der Bank of England gekürt. Diese Polymernote (https://www.geldscheine-online.com/post/england-die-neue-20-pfund-polymer-banknote) weist zwei Sicherheitsfenster auf und unterstützt außerdem Menschen mit Sehbehinderung durch ertastbare Elemente. Als Best New Commemorative Banknote wurde die 19-Zlotych-Gedenknote zum 100-jährigen Bestehen der polnischen Sicherheitsdruckerei ausgezeichnet. Das außergewöhnliche Nominal verweist auf das Gründungsjahr der Druckerei 1919 (https://www.geldscheine-online.com/post/100-jahre-polnische-wertpapierdruckerei-pwpw). Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com) #Nachrichten #Weltbanknoten #Gedenkbanknoten #Europa #Asien #Totsuka

  • Assignaten der französischen Revolution: Dezimalsystem und Inflation

    Im Eurogebiet hat man sich seit 2002 an nur eine Währung im Portemonnaie gewöhnt, auch wenn man ins benachbarte Ausland fährt und an eine gemächliche Inflation von ca. 2 Prozent. Früher gab es in jedem Land andere Geldscheine und eine oft höhere Inflation, wenn man nicht gerade in stabilen Währungsgebieten wohnte. Abb. 1, Assignat über Fünf Pfund. Maße 6 cm x 9,5 cm. Im revolutionären Frankreich gab es ab 1789 als Papierwährung das Pfund / Livre, hervorgegangen aus dem lateinischen Begriff libra pondo. Auf der Schatzanweisung über fünf Pfund (s. Abb. 1) ließen sich die hauptsächlichen Änderungen und Errungenschaften in Frankreich seit dem Sturm auf die Bastille in Paris am 14. Juli 1789 ablesen, falls man des Lesens mächtig war, was allerdings damals auf die wenigsten Menschen zutraf. Beginnen wir rechts oben in der Ecke mit den Losungen der Revolution im Zierrand: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit oder den Tod. (Liberté, Egalité, Fraternité ou la mort). Rechts unten eine Aufforderung zur Denunziation von Fälschern dieser Assignaten: Die Nation belohnt denjenigen, der Geldfälscher meldet. (La nation récompense le dénonciateur). Den mittleren Teil müssen wir erst oben dann unten lesen: Hergestellt am 10. Tag im Nebelmonat [das heißt vom 22. Oktober bis zum 20. November] des zweiten Jahres der Republik Frankreich. (Créé le 10. Brumaire de l´an deuxième de la République Française), das heißt der 31. Oktober 1793. Dann links unten der Strafsatz, die Androhung der Todesstrafe für Geldfälscher. (La loi punit de mort le contrefacteur). Zum Abschluss oder Beginn links oben die Beschwörung der Einheit und Unteilbarkeit der Republik. (Unité, Indivisibilité de la République). In jeder Ecke befindet sich zudem die Wertangabe in Ziffernform und das gestrichene "L" als Währungsangabe, ähnlich wie wir es noch heute vom britischen Pfund (£) kennen. Das französische Pfund zerfiel übrigens in 20 Sols, die spätere und wohl bekanntere Bezeichnung lautet Sous, der wiederum hatte 12 Deniers. Das britische Pfund zerfiel noch bis 1971 in 20 Schillinge, der Schilling in 12 Pence, bevor es auch auf das Dezimalsystem umgestellt wurde. Assignat über 50 Sous nach dem Gesetz vom 4.1.1792, im vierten Jahr der Freiheit [l´an quatriéme de la liberté] mit zwei Papierstempeln. Maße 7 cm x 8,4 cm. Die Todesformel im Motto der französischen Revolution wurde später weggelassen, da sie nicht nur märtyrerhaft gemeint war, sondern durchaus auch aktiv, was dann im Terror der Guillotine endete und der Gleichmacherei durch das Fallbeil. Es tauchten massenhaft Fälschungen auf, trotz der Wasserzeichen und Prägestempel mit bekannten allegorischen Figuren. Viele kamen aus den Kreisen der adeligen Emigranten in England. Das trug auch zur inflationären Ausbreitung dieser Geldscheine bei. Zu den Neuerungen der Revolution kamen auch eine neue Jahreszählung und neue Monatsnamen, von denen heute meist nur noch der oben genannte Brumaire und bei Feinschmeckern der Hitzemonat Thermidor bekannt ist. Zwar gab es weiterhin zwölf Monate, aber die Woche wurde in das Dezimalsystem einbezogen und von sieben auf zehn Tage erweitert. Der Monat hatte ab dem 5. Oktober 1793 nur noch drei Wochen (décades) und somit nur noch drei Wochenenden. Diese arbeitnehmerunfreundliche Kalenderreform wurde von Napoléon, dem Beender und Vollender der Revolution im Jahre 1805 wieder zurückgenommen. Mit der Ausrufung der Republik am 22. September 1792 endet die Monarchie. Ludwig XVI. überlebte sie nur um knapp vier Monate, bevor er das Schafott besteigen musste. Abb. 3, 125 Pfund Assignat vom 18.09.1793 mit zwei Jakobinermützen in den Ecken des Zierrandes. Maße 9,3 cm x 16 cm Durch die Einführung von Assignaten kam es zu einem wirtschaftlichen Aufschwung in der jungen Republik, der zuerst auf der Beschlagnahmung des klerikalen Grundbesitzes beruhte. Die auf zukünftige Einnahmen der enteigneten Grundstücke von Klöstern, geflüchteten Adeligen etc. verausgabten Staatsanleihen (vgl. Abb. 3 Hypothéqué sur les Domaines Nationaux), ursprünglich noch mit Zinscoupons, erfreuten sich so großer Beliebtheit, dass sie in Umlauf gebracht, als allgemeine Zahlungsmittel verwendet wurden, auch in immer kleineren Stückelungen. Zudem war am 11. April 1793 ein Verbot von Edelmetallgeld erlassen worden. Das konnte die Inflation aber auch nicht bremsen. Mehr zum Thema Assignaten und Inflation im Lexikonartikel hier bei Geldscheine-Online von Albert Pick vom 30. Oktober 2019. Abb. 4, Kleiner Assignat über 10 Sous nach dem Gesetz vom 23.05.1793 im zweiten Jahr der Republik, mit zwei Papierstempeln, links der vom Luis d´ Or oder Ecu bekannte geflügelte Genius mit der Umschrift Règne de la Loi (Rechtsstaatlichkeit) entworfen durch Augustin Dupré, seit 1791 Graveur General des Monnaies, Maße 7,5 cm x 9 cm. Seit dem 15. August 1795 gab es den Franc zu 100 Centimes als einziges Zahlungsmittel in Frankreich bis zur Einführung des Euro. Der 15. August ist heute übrigens in ganz Frankreich Feiertag (Mariä Himmelfahrt, Assomption) und gleichzeitig der Geburtstag von Napoléon Bonaparte (15.08.1769 auf Korsika – 05.08.1821 auf St. Helena). Der Beschlagnahmung und Versteigerung der Klöster verdanken wir die Champagner-Kellereien in Reims und Umgebung. Abb. 5, Assignat über 100 Francs vom 7. Januar 1795. Aufwändig gestalteter Zierrand mit einem Papierstempel und Wasserzeichen mit drei Motiven. Maße 9,7 cm x 14 cm. Wie in Deutschland das Inflationsgeld der Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts überlebte auch in Frankreich viel Assignatengeld und bis heute verblüffend viele ungeschnittene Bögen. Das dünne, nur einseitig bedruckte Papier, eignet sich gerahmt sehr gut als dekorativer Wandschmuck. Chrisitian Merker

  • Fälscher & Falschgeld: Teil 51

    Geschichten, die Geschichte machten, Teil 8: Die „Andreas“-Angelegenheit und das „Unternehmen Bernhard“ Alfred Naujocks, der Mann, der den Krieg begann. Falsche Pfunde für die Nazis Im Jahre 1940 hob die Prager Kriminalpolizei die Fälscherwerkstatt eines gewissen Vojtech Hrdina aus, in der dieser englische 1-Pfund-Noten hergestellt hatte. Ebenfalls in Prag wurde kurz darauf ein Richard Hallasch verhaftet, er hatte sich auf 5-Pfund-Noten spezialisiert. Obwohl die Erzeugnisse beider Herren dilettantisch gemacht und von schlechter Qualität waren, gab es für sie – wie für die meisten anderen ihrer Fälscherkollegen – keine Probleme, die Fälschungen abzusetzen. Wollte ein Bürger des Reichsprotektorates Böhmen und Mähren dieses verlassen, musste er seine Ausreise quasi erkaufen, das heißt, in US-Dollar oder in Pfund Sterling bezahlen. Gleichfalls war bei illegaler Ausreise harte Währung gefragt, nur gegen solche waren die Fluchthelfer bereit, zu arbeiten. Und schließlich benötigten die Flüchtlinge in ihrem Zielland ebenfalls harte Valuta. Offiziell beziehen konnte man die werthaltigen Währungen nicht mehr; die Deutschen hatten nach ihrem Einmarsch die Ablieferung aller Fremdwährungen befohlen und den Besitz von Devisen verboten. Lediglich auf dem Schwarzmarkt waren solche Noten noch zu bekommen, zu horrenden Kursen, versteht sich. Die Kurse von Dollar und Englischem Pfund stiegen täglich. Oder aber man bezog ausländische Währungen aus Kellerunternehmen wie denen der Herren Hrdina und Hallasch, freilich mit dem Risiko, dass die Falsifikate schlecht gemacht waren und im Ausland erkannt werden würden. Ein Fernschreiben ging nun vom Reichssicherheitshauptamt (RSHA) nach Prag, in dem SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich anordnete, dass der Abschlussbericht über die beiden genannten Falschgeldfälle alle Details bis hin zur letzten Kleinigkeit zu enthalten habe. Die beiden in der Kriminalabteilung der Polizeidirektion Prag 1 tätigen Beamten, Kriminalsekretär Willy Abendschön und sein Kollege Kriminalkommissar Oskar Fleischer, wunderten sich zwar über diese Anweisung aus Berlin, waren dies doch eher läppische Fälle von absolut untergeordneter Bedeutung. Doch sie vernahmen die beiden verhafteten Tschechen nochmals ausführlich und erstellten einen neuen Abschlussbericht, in dem nun, wie von Berlin gewünscht, detailgenau die Herstellungstechniken der beiden Fälscher beschrieben waren. Dieser zeitraubende Auftrag war den beiden Kriminalisten also völlig rätselhaft, war doch das Delikt Geldfälschung grundsätzlich eher von geringem Interesse. Zumal gerade zu dieser Zeit die gesamte Dienststelle mit einer anderen wichtigen Sache befasst war, nämlich der fieberhaften Suche nach einem Doppelagenten aus den eigenen Reihen, dessen Funkverkehr seit Monaten abgehört wurde. Aber mit dem RSHA und seinem Chef Heydrich legte man sich besser nicht an, sondern führte seine Befehle einfach aus, ohne groß nach Sinn und Zweck zu fragen. Als nach drei Tagen der Bericht schließlich im Entwurf fertig war, tippte ihn die Sekretärin Helga Tobias ab. Ein Kriminalrat Schulze wurde vom Leiter der Gestapoleitstelle Prag, SS-Standartenführer Dr. Otto Geschke, zu einer Dienstreise nach Berlin beordert, um den Umschlag mit dem Bericht Reinhard Heydrich persönlich zu überbringen. Ein gewisser Alfred Naujocks wurde von Heydrich über den Inhalt des Vernehmungsberichts sofort und in allen Einzelheiten informiert. Um den Schein zu wahren, sorgte man in Berlin dafür, dass in „Internationale Kriminalpolizei“, dem Organ von Interpol (die Interpol-Zentrale war 1938 von Wien nach Berlin verlegt worden) sowie in der internationalen Publikation über aufgetauchtes Falschgeld mit dem Titel „Erkennungszeichen“ Nummern und Erkennungsmerkmale der Prager Fälschungen veröffentlicht und alle angeschlossenen Staaten über das Vorkommen dieser Fälschungen gewarnt wurden. Auf der einen Seite mimten die Herren also die korrekten Polizeibeamten, denn auch das Deutsche Reich war dem Internationalen Abkommen zur Bekämpfung der Falschmünzerei vom 20. April 1929 beigetreten. Gleichzeitig aber informierten sie sich genauestens über alle Fälscherdetails und Herstellungstechniken, die die beiden Verhafteten angewendet hatten. Vielleicht konnte man ja noch die eine oder andere Finesse hinzulernen. Denn was man in Prag nicht wissen konnte: auch in Berlin war man derzeit fleißig dabei, sich dringend benötigte Devisen auf ganz ungewöhnliche Weise zu beschaffen. Drehen wir also die Zeit um rund 70 Jahre zurück und blicken hinter die Kulissen eines der größten Staatsgeheimnisse des Dritten Reiches, der gigantischsten und abenteuerlichsten Falschgeldaffäre, die es jemals gegeben hat und die genau genommen aus zwei Affären besteht: die ursprüngliche „Andreas“-Angelegenheit und das „Unternehmen Bernhard“. Das erstgenannte Unternehmen wird heute in der Literatur häufig schlichtweg vergessen. Findet es denn einmal ansatzweise Erwähnung, werden Tatbestände hieraus sehr häufig mit denen des Nachfolgeunternehmens „Bernhard“ verwechselt. Bis heute ranken sich legendenhaft Un- und Halbwahrheiten um diese gigantischen Fälschergeschichten, wobei sich Details von „Andreas“ und „Bernhard“ sowie Dichtung und Wahrheit im Laufe der Zeit zu einem undurchsichtigen Geflecht vermischt haben. Diese Darstellung versucht daher, die wesentlichen, zumeist auf gesicherten Erkenntnissen sowie auf Aussagen von Zeitzeugen und Beteiligten dieser Operationen beruhenden Fakten zusammenzuführen. Vielfältige und großteils aufwendige Recherchen waren dazu erforderlich. Karlheinz Walz Fortsetzung folgt … Karlheinz Walz: Fälscher & Falschgeld, 280 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-86646-084-3. Das Buch können Sie für nur 9,90 EUR in unserem Online-Shop kaufen!

  • Fälscher & Falschgeld: Teil 57

    Geschichten, die Geschichte machten, Teil 11: Exkurs In Großbritannien waren bis Ende der 1940er Jahre Banknoten im Allgemeinen und die großen Wertstufen ab 10 Pfund im Besonderen weit weniger gebräuchlich als in anderen Ländern. Dies wird auch insofern verständlich, wenn man sich vor Augen hält, dass der offizielle Kurs von 1 Pfund = rd. 20 Reichsmark bereits bei einer 5-Pfund-Note einen Wert von umgerechnet 100 Mark repräsentierte, zum damaligen Zeitpunkt für den Normalbürger eine Menge Geld! Zudem wurde im Vereinigten Königreich vielfach mit Schecks gearbeitet, eine Zahlungsweise, die sich zum Beispiel in der Bundesrepublik erst in den späten 1950er und frühen 1960er Jahren so richtig entwickelte. Neben den Münzen von 1 Farthing (¼ Penny) bis zur Halfcrown (2 Shilling, 6 Pence) bildeten die Banknoten zu 10 Shilling und 1 Pfund den Hauptanteil des Geldumlaufs des täglichen Barzahlungsverkehrs, dazu kam eine gewisse Menge an 5-Pfund-Noten. Diese Banknoten ab 5 Pounds aufwärts bis zur 1000-Pfund-Note wurden, sobald sie zur Bank of England zurückflossen, von dieser nicht wieder ausgegeben. Sie wurden mit einem „Bezahlt“-Vermerk gestempelt, anhand ihrer Seriennummer in den Büchern der Bank als eingelöst gekennzeichnet und vernichtet. Dies war ein Relikt der ehemaligen Einlösepflicht der Banknoten in Gold, des heute noch auf den Banknoten der Bank of England aufgedruckten Zahlungsversprechens „I promise to pay...“, welches aber heute nur noch verdeutlichen soll, dass die Bank jederzeit die von ihr ausgegebenen Noten einlöst, egal wie alt sie sind und egal wie ihr Zustand ist. Die Vernichtung der Banknoten nach ihrer Einlösung bedeutete, dass genau diese Scheine mit ihren spezifischen Ausgabedaten und Seriennummern nicht mehr nachgedruckt wurden! Ersatzbedarf druckte die Bank of England dann mit einem aktuellen Datum zum Zeitpunkt des Beschlusses des Drucks und mit neuen Seriennummern. Das bedeutete, dass ein unautorisierter Nachdruck, und sei er noch so originalgetreu, möglicherweise recht schnell auffliegen würde, nämlich dann, wenn der Bank of England falsche Scheine zur Einlösung präsentiert wurden, deren Originale zwischenzeitlich ebenfalls bereits zu ihr zurückgeflossen, damit eingelöst und als vernichtet registriert worden waren. Dieser Problematik war man sich in Berlin durchaus bewusst und genau so wurden ja dann auch die perfekt gefälschten Scheine in London erkannt. Die englischen Noten großer Wertstufen wurden damals also so behandelt wie das, was sie ursprünglich ja auch einmal waren: Ein Depositenschein über eine gewisse, hinterlegte Menge Edelmetall, der bei Einlösung seine Funktion erfüllt hatte und ungültig gemacht werden konnte. So gab die Bank of England stets nur neue Noten wieder in Umlauf. Man unterschied damals in England nach „Banknotes“, die eingelöst und vernichtet wurden, und nach „Bills“, also Scheine, die längere Zeit zirkulierten und auch bei Zurückfließen zur Bank of England von dieser wieder ausgegeben wurden. Hierzu gehörten die beiden kleinen Wertstufen. Ihren Namen „White Notes“ erhielten die Stückelungen ab 5 Pfund aufgrund ihres Aussehens: Lediglich die Vorderseite wies ein Druckbild auf, welches aus dem Notentext mit Wertbezeichnung und Unterschrift des Chief Cashiers bestand, und das durch ein verziertes Medaillon mit dem Bild der sitzenden Britannia ergänzt wurde. Das gesamte Vorderseitendruckbild war in einfarbig schwarzem Buchdruck gehalten, die Rückseite war komplett unbedruckt und diente den Eigentümern bei Weitergabe einer Note oftmals zum Vermerk des eigenen Namens, also ein Indossament, wie wir es heute von Scheck und Wechsel kennen. Dem Schutz vor Fälschung diente ein vollflächig über die gesamte Banknote gehendes, kompliziertes Wasserzeichen, welches aus eng liegenden, parallel verlaufenden Wellenlinien bestand, an drei Stellen durch die Wertbezeichnung in Zahlen und Buchstaben sowie am oberen und unteren Rand durch den Schriftzug „Bank of England“ unterbrochen war. Drei Besonderheiten enthielt dieses Wasserzeichen: Ein ovales Feld, das später mit dem Britannia-Bild überdruckt wurde, war ebenfalls ausgespart. Im unteren Teil in der Mitte des Wasserzeichenbildes befand sich ein ca. 35 x 8 mm großes Rechteck, welches eine Buchstaben/Zahlen-Kombination enthielt, die Produktionswoche und –jahr des Papiers angab. Des Weiteren war neben dem eigentlichen Wasserzeichenbild ein großer Buchstabe ebenfalls in Form eines Wasserzeichens enthalten. Dieser Buchstabe befand sind im handgeschöpften Papierbogen (Nutzen) immer zwischen zwei Wasserzeichenbildern, einmal oben, einmal unten. Durch das Zertrennen der Bogen wurde dieser Buchstabe oftmals geteilt, sodass er dann auf dem einen Schein zum Beispiel rechts unten nur als Fragment, auf dem gegenüberliegenden Schein dann links unten fast ganz zu sehen war oder umgekehrt. Dieser Buchstabe war immer mit dem aus der oben genannten Buchstaben/Zahlen-Kombination identisch. Es handelte sich hierbei um ein Siebzeichen, das heißt, neben der Produktionswoche des jeweiligen Jahres konnte immer auch festgestellt werden, von welchem Sieb und damit von welchem Schöpfer der betreffende Papierbogen (Nutzen) stammte. Beispiel: F1134 im Rechteck und der große Buchstabe F seitlich des Wasserzeichens bedeuteten, dass das Papier von dem mit „F“ gekennzeichneten Schöpfsieb in der 11. Produktionswoche des Jahres 1934 hergestellt worden war. Die neuen Banknoten wiesen zur Unterscheidung zu den bisherigen Ausgaben geänderte Farben auf. Der Stichtiefdruck war durch Buchdruck ersetzt worden. Die Nachahmung der beiden kleinsten englischen Notenwerte, der „Bills“, aber war schwerer als ursprünglich angenommen, da sie zum einen auf einem Papier gedruckt waren, das sich hinsichtlich Flächengewicht (ca. 80 g/m²) und Beschaffenheit kaum von den Banknotenpapieren ausländischer Währungen unterschied. Neben einem durchgängigen, über den ganzen Schein verlaufenden Flächenwasserzeichen mit parallel verlaufenden Wellenlinien (ähnlich dem Wasserzeichen der großen Wertstufen) enthielten die Scheine zusätzlich als Wasserzeichen ein Kopfbildnis der behelmten Britannia. Zum anderen waren diese Banknoten im hochwertigen Stichtiefdruck hergestellt, der – wenn überhaupt – nur mit großer Mühe zu imitieren war. Neuerliche Probleme kamen im April 1940 auf die Fälscher zu: Soeben hatte die Bank of England die sogenannten Kriegsausgaben der Nominale zu 10 Shilling und 1 Pfund in Umlauf gegeben, die sich in der Farbgebung von den bisherigen Emissionen unterschieden. Zwar hatten die Engländer diese Scheine nun im einfachen und zeitsparenden Buchdruck angefertigt, aber das Papier wies jetzt als Fälschungsschutz einen neuentwickelten, metallischen Sicherheitsfaden auf, der kaum nachzuahmen war. Die Engländer hatten Angst vor Fälschungen aus Deutschland, denn sie waren bereits im Februar 1940 davor gewarnt worden, dass sich die deutsche Regierung mit dem Plan befasste, Pfundnoten perfekt zu fälschen. Fernand Romano, ein England wohlgesinnter italienischer Jude und verlobt mit einer Engländerin, hatte die Meldung in Wien in Erfahrung gebracht und der britischen Botschaft in Paris mitgeteilt. Angeblich hatte ihm eine Redakteurin des Blattes Neue Wiener Zeitung, Viktoria Kunst-Gunther, eine Gegnerin der Nationalsozialsten, jedoch zur Tarnung Mitglied der NSDAP, die Mitteilung zugespielt in der Hoffnung, diese so über Romanos Kontakte den Engländern zur Kenntnis bringen zu können. Aus welcher Quelle diese angebliche Frau Kunst-Gunther die hochbrisante Information bezogen hatte, bleibt einmal mehr unbekannt. Die Richtigkeit dieser Geschichte voraussetzend, lässt sich jedoch vermuten, dass sich wohl im Amt VI des RSHA eine undichte Stelle befunden haben könnte. Die Nachricht wurde von der britischen Botschaft in Paris an das Schatzamt in London gemeldet, welches sie an die Bank of England weiterreichte und dort für helle Aufregung sorgte. Denn kurz zuvor waren einige neue und gefährlich gute Fälschungstypen der 1-Pfund-Note angehalten worden, die in dieser Qualität auf hervorragende Meister ihres Fachs schließen ließen und bereits zu diesem Zeitpunkt in der Londoner Threadneedle-Street den ungeheuerlichen Verdacht keimen ließen, dass bei diesen Falsifikaten eine staatliche Stelle die Hände mit im Spiel haben könnte. Eilends wurde daher die farblich veränderte Ausgabe der beiden gängigsten Wertstufen zu 10 Shilling und 1 Pfund vorbereitet. Zwar wiesen diese jetzt, wie erwähnt, nur noch Offsetdruck auf, dafür aber mit dem neuen metallischen Sicherheitsfaden einen ganz ausgezeichneten Fälschungsschutz. Allerdings hatte man zu keiner Zeit geplant, auch die „White notes“ von 5 Pfund an aufwärts mittels dieses Fadens sicherungstechnisch aufzurüsten. War man doch felsenfest davon überzeugt, dass diese Banknoten aufgrund ihres handgeschöpften Spezialpapiers mit seinem hochkomplizierten Wasserzeichen, den mehreren Dutzend geheimen, zum Teil auch im Druckbild versteckten Sicherheitsmerkmalen sowie des bestimmten Regeln folgenden und nur Eingeweihten geläufigen Nummernsystems so gut wie unfälschbar seien. Eine fatale Fehleinschätzung, wie sich herausstellen sollte. Innerhalb des Unternehmens „Andreas“ waren mit großer Wahrscheinlichkeit nur 5- und 10-Pfund-Noten gefälscht worden. Naujocks stellte die im Frühjahr 1940 vollendeten ersten Druckversuche der kleinen Nennwerte sofort wieder ein, zumal der Nutzen im Verhältnis zum Aufwand der Herstellung viel zu gering gewesen wäre. Die wenigen angefertigten Falsifikate der 10 Shilling- bzw. 1-Pfund-Note waren sowohl hinsichtlich des Papiers als auch des Druckausfalls nur von mittelmäßiger Qualität und nicht zu verwenden, sie wurden vernichtet. Mit ein Grund für diesen Fehlschlag war sicherlich der dienstverpflichtete zivile Drucker August Petrick, ein Druckermeister, der in der Brunnenstraße 99 in Berlin-Friedrichshain (in der Nähe der Jannowitz-Brücke, die über die Spree führte) eine kleine Druckerei betrieb. Petrick war zwar ein erprobter, hochdekorierter Altnazi, in seinem Fach als Drucker aber ein absoluter Stümper. Derrick Byatt schreibt, dass es nach den Unterlagen der Bank von England ein Meistergraveur namens Gerhard Kreische gewesen sei, der angeblich die Platten für den Druck der Fälschungen der beiden kleinen Wertstufen angefertigt hatte. Es gab in Berlin zu dieser Zeit tatsächlich einen Künstler dieses Namens, und zwar einen Graphiker. Ob er mit dem erwähnten angeblichen Graveur identisch ist, war nicht nachzuprüfen. Auch die einschlägige Literatur nennt vielfach diesen Namen, der aber im weiteren Verlauf der Falschgeldaktion nie mehr auftaucht. Dies hat auch seinen guten Grund, denn ein Gerhard Kreische war mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an der Fälscheraktion nie beteiligt gewesen. Die Platten wurden unter strengster Geheimhaltung in den Werkstätten der Reichsdruckerei angefertigt! Auch die Druckfarben waren unter der Hand von dort bezogen worden. Anscheinend wusste auch die Leitung der Reichsbank hierüber Bescheid. Die leitenden Herren hatten sich zwar mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, an einer solchen Aktion mitzumachen, waren aber schließlich dem Druck von Reinhard Heydrich nicht gewachsen gewesen, zumal die deutsche Notenbank zu diesem Zeitpunkt bereits ihre Unabhängigkeit verloren hatte und unter ihrem Präsidenten Walther Funk, in Personalunion Wirtschaftsminister, voll und ganz in den Dienst der nationalsozialistischen Ziele gestellt worden war. Letzterer wusste ganz sicher Bescheid. So stimmte man letztlich zähneknirschend zu. Nun aber ging es mit Hochdruck an die Realisierung der großen Noten ab 5 Pfund. Grundsätzlich hatte man zwar zunächst geplant, alle Wertstufen bis zum 100-Pfund-Schein zu fälschen. Dann aber entschloss man sich, nur die Werte zu 5 und 10 Pfund nachzuahmen. Man ging ja zu diesem Zeitpunkt nach wie vor davon aus, dass der Hauptzweck der Fälschungen darin bestehen sollte, in der Mehrzahl durch deutsche Flugzeuge über England abgeworfen zu werden. Da sich unter den englischen Normalbürgern von den „White Notes“ aber fast ausschließlich nur der 5- und der 10-Pfund-Schein in Verwendung befanden, hätten wertgrößere Stückelungen bei der Verausgabung Verdacht erregt. Damit wäre die Aktion, auch im Hinblick auf die sprichwörtliche Disziplin der englischen Bevölkerung, mit großer Wahrscheinlichkeit ins Leere gelaufen. Allerdings ist heute nicht mehr nachzuprüfen, ob nicht doch einige Exemplare größerer Wertstufen gedruckt worden sind, und sei es nur testhalber. Dass das Projekt unter der Einstufung als „Geheime Reichssache“ lief, der damals höchsten Geheimhaltungsstufe (vergleichbar mit der heutigen höchsten Verschlusssachenstufe „Streng geheim – Amtlich geheimgehalten“), machte die Sache für Naujocks und seine Leute nicht einfacher. Denn sie durften niemanden um Hilfe bitten oder einweihen, es sei denn, sie kamen anders absolut nicht weiter. Sie waren auf sich alleine gestellt und mussten damit beinahe alles selbst organisieren und managen. Die Fälschung englischer Banknoten hatte eine ganz andere Dimension, als die Nachahmung eines Führerscheins oder eines amtlichen Schreibens, wie man sie bisher produziert hatte. Aber Heinrich Himmler und Reinhard Heydrich waren nicht kleinlich. Für das Projekt „Falsche Pfunde für den Endsieg“ stellten sie zwei Millionen Reichsmark bereit, für damalige Verhältnisse eine gewaltig große Summe. Karlheinz Walz Fortsetzung folgt … Karlheinz Walz: Fälscher & Falschgeld, 280 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-86646-084-3. Das Buch können Sie für nur 9,90 EUR in unserem Online-Shop kaufen!

  • Lexikon: Deutsche Golddiskontbank

    Unter den zahlreichen Projekten zur Stabilisierung der durch die Inflation erschütterten Währung wurde das Rentenbankprojekt des Wirtschaftspolitikers Helfferich ausgewählt und im November 1923 die Deutsche Rentenbank gegründet. Man wollte mithilfe dieser Bank und der von ihr ausgegebenen Rentenmarkscheine die (Papier)mark wieder auf der Höhe der Goldmark halten (1 US-Dollar = 4,20 Rentenmark = 4,2 Billionen Papiermark). Zur Förderung dieses Planes wurde auf Initiative des Reichsbankpräsidenten Schacht die Deutsche Golddiskontbank gegründet. Ihr Grundkapital betrug 10 Millionen Pfund Sterling, wovon die Deutsche Reichsbank die Hälfte übernahm. Die Mittel, um die Einzahlung leisten zu können, waren der Deutschen Reichsbank von der Bank of England zur Verfügung gestellt worden. Die restlichen 50 % verteilten sich auf andere deutsche Banken. DEU-197, Deutsche Golddiskontbank: 5 Pfund Sterling vom 20. April 1924, Vorder- und Rückseite. DEU-198, Deutsche Golddiskontbank: 10 Pfund Sterling vom 20. April 1924, Vorder- und Rückseite. Da man nicht wusste, ob den Rentenmarkscheinen das nötige Vertrauen entgegengebracht würde, erhielt die Deutsche Golddiskontbank das Recht zur Ausgabe von Noten. Die hergestellten 5- und 10-Pfund-Noten brauchten jedoch nicht ausgegeben zu werden, da die Rentenmarkscheine überall als vollwertige Zahlungsmittel angenommen wurden. Fast alle Scheine wurden vernichtet (je drei Exemplare bekannt: Sammlung der Deutschen Bundesbank, Sammlung der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank, jetz G+D Stiftung Geldscheinsammlung sowie ehemalige Sammlung Helmut Engel, Stuttgart). Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-183-3 Auflage: 22. Auflage 2020 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: 928 Preis: 39,90 Euro Zum Buch ...

  • Eine falsche englische 1-Pfund-Note der Ausgabe 1940

    Auf der Aachen-Show im März dieses Jahres fand ich in der Grabbelkiste eines französischen Händlers mehrere englische 1-Pfund-Noten der Ausgabe 1940 (Pick Nr. 367 / Duggleby Nr. B249), die sich bei genauer Betrachtung als durchaus gut gemachte Fälschungen herausstellten. Bank of England: 1 Pfund, Fälschung, Vorderseite. Im Frühjahre 1940 ersetzte die Bank von England die seit 1928 umlaufende, im Stichtiefdruck hergestellte grüne 1-Pfund-Note durch eine lithografierte Ausgabe mit der Hauptfarbe Blau sowie pinkem Unterdruck. Papier und Wasserzeichen blieben gegenüber der Ausgabe ab 1928 unverändert. Den durch den vereinfachten Druck verminderten Fälschungsschutz versuchte man durch einen im Papier eingelassenen metallischen Sicherheitsfaden zu kompensieren, der hier bei britischen Banknoten erstmals zum Einsatz kam. Die blauen 1-Pfund-Noten liefen bis 1948 um und wurden dann wieder durch die grüne Vorkriegsausgabe – nun ebenfalls mit Sicherheitsfaden – ersetzt. Bank of England: 1 Pfund, Original, Vorderseite. Dieser fehlt bei den Fälschungen, die ansonsten durchaus aufwendig gemacht sind: Sie weisen ein nahezu identisches Format auf wie die Originalnoten (151 x 84 gegenüber 152 x 85 mm beim Original), sind fortlaufend nummeriert (die mir vorliegenden Scheine tragen aus der Serie C62E die Kennnummern 021415, 021419 und 021469 im Stil der Original-Kennnummern, wobei die einzelnen Ziffern nicht in Reihe stehen) und lassen im Druckbild keine signifikanten Abweichungen gegenüber dem Original erkennen, auch wenn der Druck insgesamt deutlich vergröbert ist, was insbesondere gut bei der sitzenden Britannia auf der Vorderseite sowie der Abbildung des Bankgebäudes auf der Rückseite erkennbar ist. Auch die Farbgebung kommt dem Original nahe (die Blautöne schwanken auch bei den Originalscheinen zwischen Mittel- und Dunkelblau), wobei das Blau der Hauptfarbe blasser ausfällt. Das allerdings kann auch durch den Alterungsprozess verursacht sein, ebenso wie die Vergilbung des brüchigen Papiers, was auf einen hohen Holzfaseranteil hindeutet. Das Papier der Originalnoten besteht aus Baumwoll- und Leinenfasern. Interessant ist, dass der (oder die Fälscher) auch versucht haben, das Wasserzeichen (umlaufende Wellen und Kopf der Britannia im Durchsichtsfenster) zu imitieren. Die Wellen scheinen manuell in das Papier eingebracht worden zu sein (es ist an diesen Stellen merklich dünner und bricht aus, auch ist der Druck auf der Rückseite an diesen Stellen nicht ausgeführt); der Kopf der Britannia ist schwach, aber in hellen und dunklen Schattierungen sichtbar. Bank of England: 1 Pfund, Fälschung, Wasserzeichen. Der Fundzusammenhang (französischer Händler, Fund inmitten stark gebrauchter französischer Banknoten der Jahre 1939–1944) kann darauf hindeuten, dass diese Scheine aus Frankreich stammen könnten. Wäre das möglich? Unlogisch erscheint es mir nicht, insbesondere für die Zeit kurz nach Ende des Zweiten Weltkrieg. Denn der Französische Franc unterlag nach der Währungsreform 1945 einer gleitenden Abwertung, so dass der Wunsch nach wertbeständiger Absicherung von Ersparnissen groß gewesen sein mag und es daher in der französischen Bevölkerung Bedarf nach „harten Währungen“ gegeben haben kann. Als relativ wertstabile Währung neben dem US-Dollar spielte auch das Britische Pfund noch bis in 1950er Jahre international eine wichtige Rolle. Zugleich war sicherlich die Kenntnis über das Aussehen der englischen Banknoten und deren Sicherheitsmerkmale in der französischen Bevölkerung kaum verbreitet. Ein Ansatzpunkt könnte auch sein, dass sich englische Truppen 1944/45 in Frankreich befunden haben, die als Abnehmer hätten in Frage kommen können. Einen Zusammenhang mit den Fälschungen britischer Pfundnoten im Konzentrationslager Sachsenhausen würde ich dagegen ausschließen wollen, da dort nur Wertstufen ab 5 Pfund („White notes“) hergestellt wurden. Anmerkungen und Hinweise auch zu weiteren Exemplaren zu diesen Fälschungen sind willkommen. Sven Gerhard

  • Toplitzsee ... und kein Ende

    Über die Fälschung englischer Pfund-Banknoten, die die SS im Konzentrationslager Sachsenhausen bis 1945 von Häftlingen drucken ließ, weiß man schon sehr viel an Einzelheiten. Es gibt eine Menge an guter Literatur und auch Spielfilme darüber. Wissen wir alles? Anscheinend nicht! Fast 9 Mio. falsche Scheine wurden nachweisbar gedruckt – in den Wertstufen 5, 10, 20 und 50 Pounds. Aber wie dachten die Nazis über Fälschungen von 1- oder auch 100-Pfund-Banknoten? Von falschen 100-Pfund-Noten hat man bisher wirklich nichts Näheres erfahren. Was man aber weiß: 2009 wurden falsche 1-Pfund-Noten erwähnt, Vorhaben zur Fälschung von 100-Pfund-Noten genannt und 2012 falsche Druckplatten der Hunderter in einem Video gezeigt! „Auf die 100-Pfund-Wertstufe wurde verzichtet, da sie nur unter erhöhtem Risiko illegal hätte verbreitet werden können. Im »Unternehmen Andreas« war an Fälschungen von zunächst Ein-Pfund-Noten gearbeitet worden. Erste Banknoten mit einem Nennwert von einem Pfund wurden im Sommer 1940 fertig gestellt.“1) Auch Karlheinz Walz berichtete über die geplanten Pfund-Noten „Grundsätzlich hatte man zwar zunächst geplant, alle Wertstufe bis zum 100-Pfund-Schein zu fälschen. Dann aber entschloss man sich, nur die Werte zu 5 und 10 Pfund nachzuahmen ...“2) Die falschen 20- und 50-Pfund-Banknoten fertigte man später ebenfalls. Abb. 1: Druckplatte/Galvano für falsche 100-Pfund-Noten, Vs. – die Aussparungen waren für das Einfügen der „Britannia“ und das Datum vorgesehen; das Bild wurde gespiegelt, damit es lesbar ist. Abb. 2: echte 100-Pfund-Note, einseitig gedruckt – mit der Unterschrift von Chief Cashier der Bank of England Sir Kenneth Oswald Peppiatt (1934–1949). Abb. 3: Klischees unterschiedlicher Datumsleisten für falsche Pfund-Noten – das Bild wurde ebenfalls gespiegelt. Also hatten die Nazis die Fälschung von 100-Pfund-Noten nicht nur erwogen, sondern vorangetrieben und mit der Herstellung der Druckplatten auch druckreif gemacht. Sie wurden aus dem Toplitzsee geborgen. Ein Dokument der Briten sagt aus, daß bei den späteren Falschgeld-Vernichtungsaktionen keine 100-Pfund-Noten verbrannt wurden: „It is interesting to note that the list refers to a cypher of a £100 note although to our knowledge no forgeries of this denomination were printed; although we searched, we found none among those which we destroyed.“3) Aber schon im Herbst 1944 wurde den Briten der Umfang der Nazi-Fälscherei bekannt: US-amerikanische Soldaten der 102. Aufklärungskompanie stellten am 19. Oktober 1944 einen deutschen Zivilisten bei Wirtzfeld/Belgien. Mit falschem Pass versuchte der berüchtigte Obersturmbannführer Alfred Naujocks überzulaufen; man erkannte ihn dennoch und der SD-Mann wurde den Briten übergeben. In den Verhören beim britischen Geheimdienst MI5 wurde er im südlichen London gelegenen Camp 020 wochenlang befragt – er hatte über die Falschgeld-Herstellung von Anfang an alles ausgeplappert ... um seine eigene Haut zu retten. Auch den Amerikanern waren die Fälschungen schon 1945 bekannt; der Geheimdienst CIC kam zu Kriegsende in den Besitz von Fälschungen im Wert von 21 Mio. Pfund – in 23 Kisten. Die Tauchgänge der Amerikaner und Briten im Jahr 1946 brachten aber keine Erfolge. Der „Schatz vom Toplitzsee“, Falschgeld, Druckplatten, Dokumente usw. usf., wurde angeblich in der Nacht zum 29. April 1945 versenkt. Die Geschichte ist bekannt; auch das Auffinden erster Funde im Jahre 1959. Hatten die Nazis auch 1-Pfund-Banknoten gefälscht? Im Toplitzsee hat man bisher davon nichts gefunden. Aber falsche Pfund-Noten sind bekannt – beschrieben von Dr. Sven Gerhard.4) Abb. 4: Bergung erster Falschgeldmengen aus dem Toplitzsee im Juli 1957 unter Aufsicht der österreichischen Gendarmerie. Erst über 10 Jahre später wurden abermals falsche Pfund-Noten und danach nochmals Falschgeldbündel sowie 44 dazugehörige Druckplatten sowie insg. 30 größere und kleinere Nummerierwerke geborgen; außerdem unterschiedliche Probeplatten (!) aus Messing und Zink. Aber was der Öffentlichkeit bis heute überhaupt nicht bekannt war, sind andere gefundene Druckplatten – für die Fälschung von französischen Francs. Originalvorlagen waren die in den USA gedruckten Francs-Scheine, die bei der Landung der Alliierten an der Küste der Normandie ab 6. Juni bis zum 15. Juni 1944 ausgegeben wurden. Abb. 5: 50 Francs 1944, Vs., sog. „Supplemental French Francs“. Abb. 6: einheitliche Rückseite der 1944er Scheine zu 50, 100, 500, 1000 und 5000 Francs. Die Franzosen waren über die Ausgabe dieses „Besatzungsgelds“ überrascht und überhaupt nicht einverstanden. Der Legende nach soll General Charles de Gaulle nach seinem Eintreffen am 27. Juni 1944 in Frankreich mit der Faust auf den Tisch geschlagen und das Alliiertengeld mit der Trikolore auf den Rückseiten der Scheine als „Falschgeld“ bezeichnet haben; er verbot den Umlauf dieser Scheine. Beim Treffen de Gaulles mit US-Präsident Franklin Roosevelt am 6. Juli 1944 erpresste man die Franzosen. Roosevelt gab de Gaulle (damals Vorsitzender der provisorischen französischen Regierung) unmissverständlich zu verstehen: falls das französische Volk das Invasionsgeld nicht akzeptiere, würde er General Dwight Eisenhower ermächtigen, statt dessen die US-„Yellow-Seal-Dollars“ und britische „BMA“-Noten in Umlauf zu bringen; de Gaulle wäre dann für mögliche negative Auswirkungen verantwortlich. Danach lenkte General de Gaulle ein, forderte aber den Druck neuer Scheine mit der Auftragserteilung durch die Franzosen. Seine erhoffte Anerkennung als oberster französischer Staatschef durch die Alliierten erfüllte sich nicht. Die Deutschen hatten tatsächlich gemeint, auch diese Scheine fälschen zu müssen – knapp ein Jahr vor Kriegsende! Der Hochmut und die völlige Fehleinschätzung der Nazi-Führung, damit den Kriegsausgang noch irgendwie beeinflussen zu können, ist durch das Auffinden von Druckplatten belegt. Abb. 7: falsche Druckplatten für 50 und 100 Francs 1944, Vs., Bild gespiegelt. Abb. 8: falsche Druckplatte für die Rückseiten, Bild gespiegelt. Abb. 9: falsche Druckplatte für 500 Francs 1944, Vs., stark korrodiert und kaum erkennbar, Bild gespiegelt. Abb. 10: echter 500-Francs-Schein 1944, Vs., mit Aufdruck ÉMIS EN FRANCE (bei den Nachfolgescheinen verändert). Diese Geldscheinserie wurde dennoch gefälscht – von französischen Kriminellen. In einem SHAEF-Dokument kann man nachlesen, dass in der nordöstlich von Paris gelegenen Stadt Pantin die französische Polizei am 6. Januar 1945 zehn Personen verhaftete, die vorwiegend 500-Francs-Scheine gefälscht hatten. Abb. 11: falscher 500-Francs-Schein 1944, Vorderseite. Im 10 Kilometer entfernten Aulnay-sous-Bois fanden die Fahnder über 56.000 falsche 500er. Der Banque des Francs lagen zu diesem Zeitpunkt schon 5200 falsche 500er, 500 falsche 1000er und außerdem 10 falsche 5000er vor. Außerdem beschlagnahmte man 30 Zinkplatten und 7 Nummerierapparate. Original-Scheine waren verhältnismäßig leicht zu fälschen; sie wurden ab 1943 unter Zeitnot in der Privatdruckerei Forbes LMCo. unter dem Decknamen „Tom Cat“ in Boston im Offsetdruck hergestellt. Bei den US-amerikanischen Militär-Finanzoffizieren in Frankreich wurden zuvor schon über 400 Fälschungen, meist 500-Francs-Scheine, von Soldaten abgegeben. Michael H. Schöne Anmerkungen: 1) Florian Osuch: „»Blüten« aus dem KZ«, Hamburg 2009 2) Karlheinz Walz: „Fälscher & Falschgeld“, Regenstauf 2012 3) aus einer Aktennotiz der Bank von England vom 1. Dezember 1959 über die Verbrennung falscher Pfund-Noten, die im Toplitzsee gefunden und vom österreichischen Innenministerium an London übergeben wurden 4) Sven Gerhard: „Eine falsche englische 1-Pfund-Note der Ausgabe 1940“, in Banknoten-online vom 26. April 2022; auf Nachfrage wurde eine Nazi-Fälschung von 1-Pfund-Noten ausgeschlossen Weitere Quellen: www.easydive24.de (Toplitzsee) www.discovery-nationalarchives.gov.uk www.lawrencemalkin.com www.youtube.com vom 8. Juni 2012 = www.dive-adventures.at („Der Schatz vom Toplitzsee/Aktion Bernhard“)

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