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Emporium Hamburg: Vorbericht Auktionen 100 & 101

Emporium Hamburgs diesjährige Herbstauktion kann mit einem runden Jubiläum aufwarten. Es handelt sich um die nunmehr bereits 100. Münzauktion, welche vom 15. bis 17. November 2022 im Stoertebeker Haus stattfindet. Seit mehr als 50 Jahren im Münzgeschäft aktiv, wurde bereits 1983 die erste Münzauktion des Hauses veranstaltet. Über die vielen Jahre konnten immer mehr Münzbegeisterte aus aller Welt spannende Auktionen verfolgen und kleine bis große Münzen und Medaillen ersteigern. Zu den zweimal jährlich stattfindenden Münzauktionen im Frühjahr und Herbst erfolgen nun auch regelmäßig Auktionen im Bereich der Banknoten, diesmal als Auktion Nr. 101 für Banknoten und Notgeld am Ende dieser Auktionswoche am 18. November 2022.


Aufgrund der aktuell nicht abschätzbaren Situation finden beide Auktionen leider weiterhin ohne Saalpublikum statt. Es besteht allerdings wie immer die Möglichkeit die Auktion live über das Internet zu verfolgen und über die Bieterplattform Auction Mobility mit Teilnehmern aus aller Welt zu bieten. Weitere Informationen finden sich auf der Internetseite www.emporium-numismatics.com. Hier finden Sie alle relevanten Informationen rund um das Thema „Live-Bidding“. Gebote werden außerdem nach wie vor schriftlich wie auch telefonisch entgegengenommen. Auch eine Vorbesichtigung der Auktionsware vor Ort ist möglich.

Nach Terminabsprache und unter Beachtung der aktuellen Hygienevorschriften ist dies bis zum 11. November möglich.

Telefonisch erreichen sie die numismatische Abteilung unter +49 40 25799-140.


Die 100. Auktion – Münzen & Medaillen wartet mit einem umfangreichen und interessanten Angebot von über 3.000 Losen aus der Antike bis in die Gegenwart auf. Sie beginnt mit Prägungen der Kelten und Griechen, reicht zu den Münzen der Römer, Republik und Kaiserzeit, und beinhaltet annähernd 150 Goldmünzen der byzantinischen Ära. Vielfältig geht es weiter mit Münzen aus dem Bereich Ausland. Es finden sich spannende Stücke für den Sammler britischer, chinesischer, italienischer wie auch US-amerikanischer Prägungen. Weitere ansprechende Münzen Habsburgs, Altdeutschlands wie auch des Kaiserreichs und der Moderne runden das Bild ab. Den Sammler erwarten dabei zahlreiche höchst interessante Gepräge von größter Seltenheiten wie auch bester Erhaltungen.


Das Titelstück der Auktion - ein Prachtexemplar von 2 Doppie 1626 aus Gold, welches selten in einer derart hochwertigen Erhaltung zu finden ist – kommt diesmal aus Italien (Los 1124, Taxe € 10.000,-). Es wurde unter Odoardo I. Farnese, Herzog von Parma und Piacenza (1622–1646), geprägt. Dessen politische Verwicklungen führten u.a. dazu, dass die Stadt Piacenza stark unter einem Krieg mit Spanien litt. Da der Herzog zudem hohe Schulden beim Kirchenstaat hatte und sogar exkommuniziert wurde, überrascht es nicht, dass er bereits mit 34 Jahren verstarb.


Los Nr. 1

Kelten

Vindelici, Südliches Germanien

AV Stater (2.-1.Jh.v.Chr.), sog. Regenbogenschüsselchen.

GOLD, sehr selten, ss-vz

Schätzpreis: € 3.800,-

Los Nr. 64

Griechenland / Makedonien

Alexander III. der Große, 336-323 v.Chr.

AV Stater, Amphipolis.

GOLD, vz

Schätzpreis: € 3.800,-


Die Auktion startet mit höchst interessanten Stücken der Kelten (Los 1–16), die den Reigen der „Griechischen Münzen“ einläuten (Los 1–262). Gleich die erste Münze, ein Regenbogenschüsselchen wohl aus dem südgermanischen Raum, ist dabei mit seinem

4- statt 3-Schleifenmotiv äußerst selten im Handel anzutreffen (Los 1, Taxe 3.800,-).

Im Bereich der griechischen Münzen erwartet uns ein AV Stater Alexanders des Großen mit dem Athenakopf auf der Vorderseite und einer Nike-Revers (Los 64, Taxe 3.800,-).

Die sassanidischen Prägungen unter Sapur I., 241–272, warten ebenfalls aus Gold auf, und zwar als AV Dinar mit der berühmten Darstellung eines Feueraltars auf der Rückseite (Los 235–238).


Los Nr. 299

Römisches Reich

Claudius, 41-54

AV Aureus (50-51), Rom.

GOLD, selten, ss

Schätzpreis: € 4.000,-

Los Nr. 305

Römisches Reich

Nero, 54-68

AV Aureus (54), Rom.

GOLD, selten, kl. Feilstelle a.Rd., ss

Schätzpreis: € 5.800,-

Los Nr. 452

Römisches Reich

Commodus, 177-192

AE Medaillon (186-187) Rom.

Prachtex., schöne Patina, sehr selten, prägefr.

Schätzpreis: € 38.000,-


Auf die griechischen folgen die zahlreichen „Römischen Münzen“(Los 266–659). Hier findet sich etwa ein seltener Aureus (Los 299, Taxe 4.000,-) unter Claudius, 41–54, mit einer Abbildung der jüngeren Agrippina. Ebenfalls ein seltener Aureus für Claudius, allerdings als Divus Prägung unter Nero, wartet einige wenige Losnummern später auf seinen Zuschlag (Los 305, Taxe 5.800,-). Ein sehr hochwertiges und äußerstes seltenes Medaillon des Commodus, 177-192, zeigt auf dem Avers einen Januskopf, dem Revers Tellus mit Allegorien der Jahreszeiten (Los 452, Taxe 38.000,-). Unter den „Byzantinischen Münzen“ (Los 660–803) findet sich eine Sammlung von annähernd 150 Goldmünzen, überwiegend Solidi mit unterschiedlichsten Offizinen.


Los Nr. 1124

Italien / Piacenza

Odoardo Franese, 1622-1646

2 Doppie =Quadrupla 1626 LX, Piacenza.

GOLD, Prachtex., sehr selten i.d. Erhaltung, vz-st

Schätzpreis: € 10.000,-

Los Nr. 1193

Russland

Katharina I., 1725-1727

Doppelrubel 1726, Roter Münzhof Moskau.

GOLD, von großer Seltenheit, Kr., ss-vz

Schätzpreis: € 20.000,-


Im Bereich der „Ausländischen Münzen und Medaillen“ (Los 809–1522) von Argentinien bis zu den Vereinigten Staaten von Amerika erwarten die Bieter weitere interessante Einzelstücke und Sammlungen. Hervorzuheben ist das eingangs genannte Titelstück aus Italien, Piacenza,

(Los 1124, Taxe 10.000,-). Im Bereich der Vatikanmedaillen finden sich einige interessante Stücke (1364–1409) mit facettenreichen Abbildungen aus dem Kirchenkontext. Aus Russland schließlich stammt der Doppelrubel 1726 aus Gold von Katharina I., 1725–1727, ebenfalls mit religiösen Bezügen (Los 1193, Taxe 20.000,-). Den Auslandsbereich schließt eine größere Sammlung US-amerikanischer Münzen ab, die meisten davon mit PCGS Grading im Slab (Los 1410–1518).


Los Nr. 1610

Karolinger

Karl der Große, 768-814

Denar (800-814), unbest. Münzst.

Von alllergrößter Seltenheit, ss-vz

Schätzpreis: € 75.000,-


Das nächste Highlight aus der Zeit der „Karolinger“ ist ein Denar Karls des Großen, der von 768 bis 814 über das Fränkische Reich herrschte und häufig als Pater Europae – Vater Europas – bezeichnet wird. Es handelt sich hierbei um einen sogenannten IMP-AVG (=Imperator Augustus) Denar, welche äußerst selten und nur in wenigen Einzelexemplaren bekannt sind. Hier bietet sich die außergewöhnliche Gelegenheit, eine solche Rarität zu ersteigern (Los 1610, Taxe 75.000,-).


Los Nr. 1678

Bayern

Maximilian I., 1598-1651

5 Dukaten 1640.

GOLD, Prachtex., attrakt. Prägegl., min.Rdf., Rs.kl.Druckstelle, vz-st

Schätzpreis: € 28.500,-

Los Nr. 1698

Brandenburg-Preussen

Friedrich I., 1701-1713

Dukat 1712 CS, Berlin.

GOLD, Prachtex., sehr selten, vz-st

Schätzpreis: € 12.500,-

Los Nr. 1835

Hamburg, Stadt

½ Goldportugaleser 1888 von J.v.Langa.

GOLD, Prachtex., min.Rdf., f.st

Schätzpreis: € 3.500,-


Das Sammelgebiet „Altdeutsche Münzen“ (Los 1667–2025) erweitert die Fülle an hochwertigen Stücken unter anderem mit einem 5 Dukaten 1640 aus Bayern unter Maximilian I., 1598–1651 (Los 1678, Taxe 28.500,-). Geprägt wurde diese elegante Münze auf die Neubefestigung Münchens im Nachklang des 30jährigen Krieges ob der Besetzung durch Schweden. Aus Preußen stammt der Dukat 1712 von Friedrich I., 1701-1713 (Los 1698, Taxe 12.500,-). Unter ihm wurde das Herzogtum zum Königreich Preußen erhoben. Gekrönt wurde er 1701 noch in der Hauptstadt Königsberg - erst 1710 setzte er Berlin als Hauptstadt des Königreichs ein. Eine weitere spannende Münze stammt aus der Hansestadt Hamburg.

Der ½ Goldportugaleser 1888 (Los 1835, Taxe 3.500,-) auf die Erweiterung des Stadthauses 1814, weist auf die bewegte Geschichte des Gebäudes hin. Damals wurde es als Sitz der Polizeibehörde genutzt. Zur Zeit des Nationalsozialismus war es der Sitz der Hamburger Gestapo. Heute steht es inzwischen unter Denkmalschutz.


Los Nr. 2235

Westfalen

Hieronymus Napoleon, 1807-1813

40 Franken 1913 C, Mzz.Adlerkopf. Neuprägung Paris 1867.

GOLD, Rarität, Prachtex., min.just., vz/vz-st

Schätzpreis: € 6.000,-

Los Nr. 2607

Hamburg, Stadt

20 Mark 1881 J. Auflg. 500 Stk.

Äußerst seltener Jahrgang, f.vz

Schätzpreis: € 13.500,-

Los Nr. 2948

Kolonien

Deutsch-Ostafrika

15 Rupien 1916 T.

GOLD, f.st

Schätzpreis: € 6.800,-



Im sogenannten „AKS Bereich“ (Los 2026–2243), benannt nach dem Großen Deutschen Münzkatalog, der Münzen zwischen 1800 bis zur Reichsgründung 1871, ist ein 40 Franken

1813 aus Westfalen für Hieronymus Napoleon hervorzuheben. Es handelt sich dabei um eine Neuprägung aus Paris 1867, welche in der Auflage von nur 80 Stücken von den Originalstempeln erfolgte – eine sehenswerte Rarität des 19. Jahrhunderts (Los 2235, Taxe 6.000,-). Es folgt der umfangreiche Jaegerbereich („Die deutschen Münzen seit 1871“).

Hier sticht unter den zahlreichen Goldmünzen das 20 Mark 1881 Stück aus Hamburg besonders hervor (Los 2607, Taxe 13.500,-), da dieser Jahrgang äußerst selten ist. Aus den deutschen Kolonien kommen schließlich zwei sogenannte Tabora-Sovereigns (Los 2948 Taxe 6.800,- und Los 2949, Taxe 5.000,-). Diese zwei 15 Rupien von 1916 wurden während des Ersten Weltkriegs mit Gold aus der Sekenke-Goldmine in Ostafrika geprägt. Es sind die einzigen bekannten deutschen Notmünzen aus Gold.


Los 4038

Los Nr. 4038

China

Bank of Territorial Development

1 Dollar 01.12.1914, Kiangsu. I-II

Schätzpreis: € 1.000,-


Los Nr. 4149

Deutsches Reich

Reichsbanknoten und -kassenscheine 1874-1914

50 Mark 10.01.1882. II-

Schätzpreis: € 10.000,-

Los Nr. 4347

Deutsche Auslandsbanken

Deutsch-Asiatische Bank, 1907-1918

Kiautschou. 1 Dollar 01.03.1907, Tsingtau. IV

Schätzpreis: € 5.000,-


Die 101. Auktion – Banknoten & Notgeld startet am Freitag, den 18 November 2022. Aufgerufen werden über 450 Lose aus zahlreichen Sammelgebieten. Der Sammler chinesischer Banknoten darf gespannt sein auf 1 Dollar 01.12.1914 aus Kiangsu der Bank of Territorial Development (Los 4038, Taxe 1.000,-) sowie auf einen 25-Yuan-Schein 1919 des Hulunpeierh Official Currency Bureau (Los 4049, Taxe 1.100,-), beide in hervorragender Erhaltung. Das Titelstück der Banknotenauktion kommt diesmal aus dem Deutschen Reich.

Es handelt sich um einen Reichskassenschein zu 50 Mark vom 10.01.1882 der Serie E mit

7-stelliger KN in Rot (Los 4149, Taxe 10.000,-). Bis 1906 gab es keine Reichsbanknoten die in Höhe dieses Nominals ausgegeben wurden. Herausragend sind des Weiteren der 1–Dollar-Schein vom 01.03.1907 der Deutsch-Asiatischen Bank aus Tsingtau (Los 4347, Taxe 5.000,-) sowie 5 Dollars vom 01.03.1907 (Los 4348, Taxe 8.000,-).



Emporium Hamburg, Abteilung Numismatik, Süderstraße 288, 20537 Hamburg.

Telefon: +49 40 25799-140, Fax: +49 40 25799-100,

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