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  • Lexikon: Dinar

    Dinar ist bzw. war eine Währungseinheit in Algerien, dem Irak, dem ehemaligen Jugoslawien, in Libyen, Tunesien und anderen Ländern. Algerien, Banque Centrale d'Algerie, ALG-135a: 200 Dinars vom 23. März 1983, Vorder- und Rückseite (Sammlung Grabowski). Irak, Central Bank of Iraq, IRQ-72b: 25 Dinars von 1982 (AH 1402), Vorder- und Rückseite (Sammlung Grabowski). Jugoslawien, Nationalbank des Königreichs Jugoslawien, YUG-29: 1000 Dinars vom 1. Dezember 1931, Vorder- und Rückseite (Sammlung Grabowski). Libyen, Central Bank of Libya, LBY-81: 10 Dinars ohne Datum (2015), Vorder- und Rückseite (Sammlung Grabowski). Serbien, Narodna Banka Srbija, SRB-58a: 200 Dinara von 2011, Vorder- und Rückseite (Sammlung Grabowski). Tunesien, Banque Centrale de Tunisie, TUN-96: 10 Dinars vom 20. März 2013, Vorder- und Rückseite (Sammlung Grabowski). Die Bezeichnung Dinar ist abgeleitet von der römischen Silbermünze Denar (lat. Deni = je 10). In Serbien 1873 als Währungseinheit eingeführt (1 Dinar = 100 Para), später von Jugoslawien und nach dessen Zerfall erneut von Serbien, aber auch von den ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken Bosnien und Herzegowina sowie Mazedonien übernommen. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

  • Gedrehtes Porträt: 10 Gulden 1943 – Staalmeester

    Das niederländische Wort „Tientje“ bezeichnete verniedlichend den Guldenschein im Nominalwert 10 und jetzt natürlich den Zehn-Euro-Schein. Anm. 1) Pick 59, Mevius 43-1. Maße 143 mm x 68 mm, gedruckt bei Joh. Enschedé en Zonen JEZ. Vorder- und Rückseite Der Zehner war und ist ein sehr gebräuchlicher Schein und so war er es auch von 1940–1945 zur Zeit der deutschen Besetzung der Niederlande. An der Spitze der deutschen Verwaltung in Den Haag stand der sogenannte Reichskommissar Artur Seyß-Inquart (1892–1946), ein Wiener Jurist, NSDAP-Parteimitglied und kurzzeitig österreichischer Bundeskanzler beim Anschluss der Alpenrepublik 1938. Die Zivilverwaltung in den Niederlanden erfolgte durch Reichsdeutsche in Führungspositionen, niederländische Kollaborateure, zumeist aus der Bewegung niederländischer Nationalsozialisten NSB[1] des Anton Adriaan Mussert (1894–1946) und durch das im Amt verbliebene niederländische Personal der Behörden. Die Geldversorgung der einheimischen Bevölkerung einerseits und die Plünderung der niederländischen Staatskassen zur Finanzierung der deutschen Kriegswirtschaft andererseits oblag dem niederländischen Finanzfachmann Meinoud Marinus Rost van Tonningen (1894–1945), der sich schon für den Genfer Völkerbund in der Zeit der Weltwirtschaftskrise 1931–1936 in Österreich aufgehalten hatte, um mit internationaler Hilfe nach dem Konkurs der Wiener Creditanstalt die österreichischen Finanzen zu sanieren. Vor Ort hatte er das nationalsozialistische Gedankengut, führende NS-Politiker und die Idee eines Pangermanismus kennengelernt. Zurück in den Niederlanden schloss er sich dem NSB an, lag aber mit einer Idee des Anschlusses an Deutschland nicht auf der Linie Musserts, der für einen unabhängigen niederländischen Faschismus eintrat. Seyß-Inquart löste den seit 1931 amtierenden Präsidenten der Niederländischen Zentralbank DNB[2] Leonardus Trip[3] ab und betraute Meinoud Rost van Tonningen 1941 mit diesem Amt, das er als dreizehnte Führungsperson seit 1814 übernahm. Um die Bargeldversorgung mit kleineren Scheinen für das „germanische Brudervolk“ zu sichern, ließ dieser 1943 einen neuen Zehn-Gulden-Schein drucken mit dem gespiegelten Bildnis des Volckert Jansz (1605–1681). Um dessen markantes Porträt allerdings auf den Druckstock für die Kriegsnote zu bringen, musste der Banknotendesigner Wubbo de Jonge (1897–1953) es nicht nur spiegeln[4], sondern zuerst noch aus einem Gruppenbild ausschneiden. Denn es befand sich in einem bekannten Spätwerk Rembrandts van Rijn, den Staalmeesters[5] von 1662, das die fünf gut behüteten Qualitätsprüfer der Amsterdamer Tuchmachergilde und ihren barhäuptigen Hausverwalter zeigt. Obwohl der Schein bis 1945 eine Auflage von 56 Millionen erreichte und noch bis heute für Sammler gut verfügbar und in allen Erhaltungsstufen bezahlbar ist, hatte er kriegsbedingt nur eine relative kurze Laufzeit, da bald nach Kriegsende für die Niederlande[6] am 26. September 1945 alles Papiergeld für ungültig erklärt und alle Konten eingefroren wurden. Damit sollte der vermehrte Geldumlauf unter der deutschen Besatzung und der Schwarzgeldbesitz bekämpft werden, was letztlich am 22. September 1949 in eine Währungsreform mündete. Rembrandt: Staalmeesters, Volckert Jansz zweiter von links. 1945 ungültig gestempelter Schein. Christian Merker Anmerkungen [1] Nationaal-Socialistische Beweging (1931 – 1945) [2] De Nederlandsche Bank NV, gegründet 1814 auf Anweisung König Willem I. (1772–1843), genannt der Kaufmannskönig, zur Wiederbelebung der niederländischen Wirtschaft nach den napoleonischen Kriegen und der französischen Besatzungszeit, mit dem Recht, Banknoten zu drucken. [3] L. Trip (1876–1947) übernahm nach Kriegsende dieses Amt nochmals für ein knappes Jahr. [4] Ausschnitt sw Digitale Bibliothek, Bildarchiv Marburg ca. 1920. [5] Das 271 cm x 191,5cm große Auftragsbild mit dem irreführenden deutschen Titel „Die Vorsteher der Tuchmacherzunft“ befindet sich seit 1885 im Rijksmuseum. Volckert Jansz ist die zweite Person von links. [6] „Bevrijdingsdag“ 5. Mai 1945, Kapitulation im Westen.

  • Leserpost: Geldscheine mit der Kontrollnummer 1, Teil 7

    Der bekannte Sammler und Fachautor Josef Gerber schickte uns eine Abbildung von einem 200-DM-Schein der Bundesbank von 1996 aus seiner Sammlung mit der Kontrollnummer 1. Deutsche Bundesbank, BRD-55a: 200 Deutsche Mark vom 2. Januar 1996 (Serie BBk III) mit Kontrollnummer 0000001, Vorderseite. Wer ebenfalls über Geldscheine mit der Kontrollnummer 1 verfügt und diese gern hier vorstellen möchte, schickt uns einfach Scans per E-Mail an info@geldscheine-online.com. Wir freuen uns auf Ihren Beitrag. Hans-Ludwig Grabowski

  • Parchimowicz: Neue 17. Auflage des Katalogs zum Papiergeld Polens inkl. 0-Euro-Scheine

    Janusz Parchimowicz: Katalog banknotów polskich i z Polska zwiazanych + polskie banknoty 0 Euro 2022 385 Seiten, jeder Schein vor- und rückseitig abgebildet, Format 12 x 18,5 cm, Festeinband, 17. völlig überarbeitete und ergänzte Auflage, Stettin 2022, Preis 29,90 Euro ISBN- Nr. 978-83-87355-00-5 Ende März 2022 erschien die 17. Auflage des Katalogs polnischer Banknoten, der in der Regel alle zwei Jahre überarbeitet und ergänzt wird. Polnische Sammler erwarteten diesen mit Spannung, weil Fachleute einschätzen, dass die Marktpreise für Papiergeld noch stärker angezogen sind als die für Münzen. Bei Banknoten in guter Erhaltung werden heute schon Preise erzielt, die bei 100% und weit mehr über denen liegen, die man um 2020 zahlte. Auf dem Einband des Buches ist die 20-Zloty-Note auf die Schlacht von Warschau 1920 zu sehen, die am 11. August 2020 in Auflage von 60.000 Stück erschien. Meist sind die Gedenkbanknoten in wenigen Tagen ausverkauft. Zur gleichen Zeit gab es 10-Zloty-Silbermünzen mit Auflage von nur 10.000 Exemplaren, von denen einige noch immer bei den Nationalbankfilialen erhältlich sind. Das zeigt deutlich, welch hohen Stellenwert das Papiergeld in der polnischen Numismatik hat. Was die 17. Auflage angeht, so ist das Buch augenscheinlich deutlich dicker, ist nun von 335 auf 385 Seiten angewachsen und umfasst jetzt 14 Kapitel, früher waren es nur 12. Katalogisiert sind alle staatlichen Geldscheine von der Kosciuszko-Zeit bis heute. Enthalten sind die deutschen Ausgaben in beiden Weltkriegen sowie die Scheine von Danzig. Zu jedem Schein gibt es sehr gute Farbfotografien und alle notwendigen Angaben. Was Preise anbelangt, so gibt es diese nur für real vorhandene Erhaltungen, nicht in allen Stufen von I bis V bei jedem Schein. Bei den Ausgaben des 18. Und 19. Jahrhunderts wird nur in den beiden Stufen II und IV (leicht gebraucht, stärker gebraucht) bewertet. Oft finden wir c.a., was „Liebhaberpreis“ bedeutet. Bei den Scheinen des 19. Jahrhunderts gibt es meist nur diese Angabe und keine Preise, denn diese Noten sind extrem selten und werden fast nur auf Auktionen gehandelt. Mit Preissteigerungen hingegen geht es bereits ab Seite 45 los, wo die Darlehnskassenscheine Ost aus Posen zu finden sind. Selbst bei den Erhaltungen in III sind hier viele Notierungen verdoppelt gegenüber der 16. Auflage. Selbst den Danziger 10-Millionen-Marek-Schein von 1923 hat man in mäßiger Erhaltung von 800 auf 1.800 bzw. 1.300 hochgesetzt. „Traumpreise“ gibt es bei guten Erhaltungen der Zloty-Scheine der Zwischenkriegszeit, ebenso wie bei Danzig. Verdoppelung der Preise bei den frühen Papiergeldscheinen der VR Polen sind die Regel, aber selbst 300% sind nicht außergewöhnlich, so bei dem „roten 100er“ von 1948, der lange umlief und als Nr. 188 in sieben Varianten notiert wird. Auch bei den umlaufenden heutigen Noten und früheren Ausgaben sind die Preise tüchtig angehoben worden. Es gibt auch neue Varianten von Scheinen, so beispielsweise bei den Scheinen 500.000 Zloty und 1.000.000 Zloty 1990, wo neue Serien extra bewertet werden. Übrigens gab es auch hier drastische Preissteigerungen. Ganz neu sind die Kapitell X und XL, diese nennen sich „Banknoty 0 euro souvenir und „Banknoty pamiatkowe memo euro“. Auf diese Scheine wurde auf dem Titelblatt des Buches verwiesen. Das Kapitel X beginnt mit einer Überraschung. In einer Plastikhülle eingelegt ist eine „echte“ Note zu 0 Euro 2022 mit Motiven zu finden. Von ihr wurden 5000 Stück gedruckt, von denen nun viele in die Bücher gelangt sind. Immerhin erstreckt sich das Kapitel über 45 Seiten und zeigt neben Varianten auch Preise, über die man nur staunen kann. „Nur“ 30 Zloty (ca. 6,35 €) ist die untere Grenze für diese „0-wertigen“ Euroscheine, die nur lizensierte Firmen herstellen dürfen. Sie verstehen es, auch verschiedene Sicherheitsmerkmale und Wasserzeichen perfekt einzubringen. Konservativen Sammlern gegenüber verteidigen die recht große Zahl von „0-Sammlern“ ihre Produkte mit dem Bemerken, dass die Masse der modernen Briefmarken niemals zum Frankieren gedruckt, gekauft und durch verschiedene Umstände de facto wertlos wurden. Das Kapitel XI zeigt einige Noten einer slowakischen Firma mit „0“ als Nominalwert. Die Testbanknoten der Papiergelddruckerei Warschau sind in Kapitel XIII aufgeführt und haben keine oder ungewöhn­liche Wertangaben. Der neue Parchimowicz-Papiergeldkatalog kann wegen der bekannten Genauigkeit bei Beschreibungen und realen Preisbewertungen und der guten Ausstattung nur empfohlen werden. Auch im Internet-Zeitalter ist es bei der Fülle von Papiergeldausgaben Polens oft schneller, Angaben im Buch denn im „Netz“ zu suchen und zu finden. Falls es Probleme im Buch- und Fachhandel gibt, kann gern bei der Beschaffung des Buchs helfen: BMV Mehlhausen, 13125 Berlin, Florastraße 24 A. E-Mail-Adresse: mehlhausen@snafu.de zum Preis von 29,90 € plus 4,50 € Versand­spesen. Wolfgang J. Mehlhausen

  • Venezuela: Neue 20-Bolívares-Noten nach dem Währungsschnitt

    Am 1. Oktober 2021 führte Venezuela wieder einen Währungsschnitt durch: Die Bolívares Soberanos wurden vom neuen Bolívar Digital im Verhältnis 1:1.000.000 abgelöst; es wurden also sechs Nullen gestrichen. Ähnliches hatte Venezuela in jüngerer Vergangenheit bereits mehrmals erlebt: Am 1. Januar 2008 und am 20. August 2018 gab es einen Währungsschnitt von jeweils 1:1000 und 1:100.000. Von dieser Währungsreform zeugen neue Banknoten, die am 1. Oktober 2021 in Bolívar-Digital-Beträgen in Umlauf gesetzt wurden, wie dieser Schein zu 20 Bolívares, der – wie alle anderen Nominale der neuen Banknotenfamilie – Simón Bolívar auf der Vorderseite und die Schlacht von Carabobo auf der Rückseite zeigt (Bilder von neuen Noten zu 5 und 10 Bolívares wurden bereits hier veröffentlicht). Auch bei diesem Nominal lautet das Datum auf der Papiernote "29 DE ABRIL DE 2021". 20 Bolívares entsprechen 0,00000092 Euro, also 0,000092 Cent (Stand 12.4.2022). Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknote.com)

  • Die Entwürfe der ersten Euro-Banknoten, Teil 14

    Bereits im November 1994 hatte der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI) die Stückelung auf sieben Banknoten-Nominale von 5 bis 500 Euro festgelegt. Im Juni 1995 wurden dann zwei Themen für die Gestaltung der Euro-Banknoten vorgegeben, zum Einen "Zeitalter und Stile in Europa" und zum anderen ein abstraktes, modernes Design. Im Februar 1996 begann der Gestaltungswettbewerb, an dem 29 Grafiker und Grafikerteams teilnahmen, die von 14 nationalen Zentralbanken der EU nominiert wurden. Im September 1996 beurteilte eine Jury aus international renommierten unabhängigen Experten für Marketing, Grafik und Kunstgeschichte die eingereichten Entwürfe und wählte je fünf für beide Themenbereiche aus. Im Oktober 1996 erfolgte eine Umfrage unter insgesamt 2000 Personen aus allen EU-Ländern außer Dänemark und am 3. Dezember 1996 wählte der Rat des EWI schließlich den Vorschlag aus Österreich Nr. T 382 als Gewinner des Gestaltungswettbewerbs. Wie aber hätten die ersten Euro-Banknoten auch aussehen können? Wir setzen hiermit unsere Reihe zu den Entwürfen der ersten Euro-Banknoten fort. Abstrakt/Modern, Vorschlag M 785 Stuart Rost Rost studierte 1982 bis 1984 Kunst und Design. Von 1984 bis 1989 erhielt er eine Ausbildung zum Banknotendesigner bei der Firma De La Rue. Seit 1988 gestaltete er zahlreiche Benknotenserien und Sicherheits-Dokumente für Kunden aus aller Welt. 5 Euro, Vorderseite: Thema Nation, Volk, Länder, Städte; Rückseite: Kristalline Formen. 10 Euro, Vorderseite: Geschichte, Baumringe, Fossilien; Rückseite: Sprache und Schrift. 20 Euro, Vorderseite: Bau, Baumaterialien, Mineralien; Rückseite: Stoffe und Gewebe. 50 Euro, Vorderseite: Computer und Elektronik; Rückseite: Maschinen und Komponenten. 100 Euro, Vorderseite: Licht, Farben, Tinte; Rückseite: Klang, Musik, Töne. 200 Euro, Vorderseite: Menschlicher Körper, Organe, Zellen; Rückseite: Moleküle, Elektronen und Atome. 500 Euro, Vorderseite: Zeit, Mondphasen, Jahre, Stunden, Minuten und Sekunden; Rückseite: Planeten des Sonnensystems. Fortsetzung folgt … Hans-Ludwig Grabowski Abb. Europäische Zentralbank (EZB)

  • Lexikon: Diamanten-Wechsel-Note

    Sog. Diamanten-Wechsel-Noten gelten als erstes Papiergeld Brasiliens. Sie wurden ab 1770 von der Casa da Administração Geral dos Diamantes (Verwaltungskasse der Diamanten) in Tejuco als Quittungen ausgestellt, die umlauffähig und in Gold einlösbar waren. Brasilien, Casa da Administração Geral dos Diamantes, Arraial do Tijuco: Talon einer Wechselnote über Diamanten im Wert von 18 Oitavas und 4 3/4 Vinténs Gold, ausgegeben in Tejuco am 6. August 1777 (Sammlung Josef Gerber) Siehe auch unseren Beitrag von Kana Totsuka über den abgebildeten Schein in der Rubrik "Aus privaten Sammlung" Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

  • Neue Auflage des Spezialkatalogs zu den Banknoten des Kaiserreichs

    Thomas Grebe / Gerd Holzbach Spezialkatalog der Deutschen Banknoten Kaiserreich 1874 bis 1918 mit allen Varianten und Auflagezahlen 124 Seiten, durchgängig farbig und schwarzweiß bebildert, Format 21 cm x 29,7 cm, Broschur, Goldbach 2022 Preis: 24,90 Euro ISBN: 978-3-94995-800-7 Bereits in zweiter Auflage ist der zweisprachig in Deutsch und Englisch verfasste Spezialkatalog der Autoren zu den Reichsbanknoten sowie Reichs- und Darlehnskassenscheinen des Kaiserreichs erschienen. Ziel war es, durch eine bisher in diesem Umfang wohl nie da gewesenen Sichtung von Scheinen in Sammlungen sowie im Fachhandel und bei Auktionen, neue Erkenntnisse über die aus der Vergabe von Serien- und Unterdruckbuchstaben mit den dazugehörigen Nummernkreisen resultierenden Auflagen und Varianten und deren heutige Seltenheit zu gewinnen. Entscheidend ist hierbei, was man als Variante bezeichnet. Natürlich können sich Standardkataloge immer nur auf die wesentlichen Unterschiede in der Ausführung von Geldscheinen beschränken und nicht jede vorkommende Unterdruck-Serienbuchstaben-Kombination als gesonderte Variante einzeln auflisten und bewerten. Das würde auch den Rahmen sprengen und ist am Ende in aller Regel nur an Spezialsammler adressiert, während die große Mehrheit der Sammler mit einem Schein je Sorte, doch aber zumeist mit einem Schein je Ausführung, zufrieden ist. Es gibt immerhin noch so viel mehr Scheine mit faszinierender Geschichte und Gestaltung zu entdecken und zu sammeln. Neue Erkenntnisse kann man aber mitunter tatsächlich nur durch eine massenhafte Auswertung gewinnen. Die Autoren haben die Fleißarbeit nicht gescheut. So wurden bereits für die erste Auflage über 100.000 Scheine in großen privaten Sammlungen, umfangreiche Dubletten-Bestände und Auktionsware unter die Lupe genommen und es konnten anhand dem Nachweis von jeweils niedrigsten und höchsten Kontrollnummern bisher bekannte Nummernkreise erweitert und klarere Angaben zu Auflagen von Serien gemacht werden. Das löste bei vielen Sammlern ebenfalls den Forscherdrang aus und es folgten zahlreiche Meldungen von Kontrollnummern, mit denen die Nummernkreise zusätzlich erweitert werden konnten. Mit der zweiten Auflage wurde die Nummerierung im Katalog angepasst, u.a. weil nun – wie in meinem Katalog "Die deutschen Banknoten ab 1871" schon seit der 21. Auflage 2018 – nicht nur die Hunderter und Tausender mit roten und grünen Siegeln und Kontrollnummern, sondern auch die mit roten und blauen Siegeln ausgeführten Darlehnskassenscheine von 1914 eigene Hauptnummern haben. Streng genommen gehören aber die Scheine mit grünen und blauen Siegeln nicht in einen Katalog zu den Ausgaben des Kaiserreichs, weil sie erst in der Zeit der "Weimarer Republik" ausgegeben wurden, auch wenn sie noch die alte Datierung tragen. Man kann das aber natürlich machen, weil der Laie immer zuerst auf den Nennwert und das Datum schauen wird, um einen Schein zu bestimmen. Zu jeder eigenen Katalognummer gibt es Konkordanzen zu Rosenberg (bereits seit der 11. Auflage von mir bearbeitet), Pick/Rixen (Papiergeld-Spezialkatlog Deutschland) und zu Pick (Standard Katalog World Paper Money). Man hat es leider bewusst oder unbewusst versäumt, auch eine Konkordanz zur aktuellen Nummerierung im Grabowski-Katalog aufzunehmen, obwohl es alle drei zuvor genannten Katalogwerke bereits nicht mehr gibt. Nach jetzigem Stand wird es auch zukünftig keine World-Paper-Money-Kataloge mehr geben, was natürlich bedauerlich ist und dem Geldscheinsammeln weltweit schadet. Der Spezialkatalog führt alle Scheine einzeln mit einer zweisprachigen Einleitung und Abbildungen der Vorder- und Rückseiten auf. Zu jedem Schein gibt es eine oder mehrere Tabellen, in denen dann z. B. die Serienbezeichnungen, Nummernkreise und weitere Angaben sowie Bewertungen in bis zu vier Erhaltungsgraden aufgelistet werden. Am Schluss werden auch noch die als vorübergehende Notausgaben genutzten Zinskupons der Kriegsanleihen behandelt und im Anhang findet man chronologisch geordnet Auszüge aus den Bekanntmachungen zu den verschiedenen Ausgaben. Bei wem nun ebenfalls der Forschergeist geweckt ist und wer mithelfen möchte, die Autoren zu unterstützen und damit zu weiteren Erkenntnissen beizutragen, der kann das empfehlenswerte Buch über die Firma RBCurrency bestellen: RBCurrency Germany Rossberg/Banspach GbR Aschaffenburger Straße 138 D-63773 Goldbach Tel. 06021/3288560 E-Mail: info@rbnumisbooks.com Wenn Sie helfen möchten, durch eigene Meldungen zur weiteren Erforschung des Papiergelds im Kaiserreich beizutragen, dann schicken Sie Ihre Meldung bitte mit Bildnachweis direkt an: variantenmeldung@t-online.de. Hans-Ludwig Grabowski

  • Leserpost: Bitte um Fachauskunft

    Guten Tag, in Bezug auf Ihren Artikel in der Zeitschrift MÜNZEN & SAMMELN von Januar 2022 auf Seite 123, einem Beitrag über alte Wohltätigkeitsausgaben – hier der Banco di Napoli, habe ich nach einer Anfrage bei der Geldscheinsammlung der Hypo-Bank über Frau Katharina Depner den Weg zu Ihrer Adresse und Herrn Grabowski erfahren. Ich besitze drei Geldscheine aus der Zeit der Repubblica Romana (franz. Besetzung), zu denen ich gerne mehr erfahren hätte. Ich hoffe hiermit auf Ihre freundliche Unterstützung, nachdem ich über die Fachliteratur nicht mehr erfahren konnte. Alle drei Geldscheine haben ein großes Wasserzeichen in Großbuchstaben REP ROMA und den Stempel der Republica Romana auf der Vorderseite. Meine Fachfragen: Welche Währung hat der offenbar von der Republik ausgegebene Schein (Assegnat) und welche Bank hat diesen herausgegeben? Ich habe die Währung Paoli in der Literatur nicht gefunden. Bei den beiden anderen Scheinen könnte es sich um weitere Ausgaben der Kirchenbank "S. MONTE DELLA PIET A `DI ROMA" handeln (ohne Aufdruck Assegnat) , deren große Scudischeine 1798 ggf. nicht mehr gültig waren. Mich interessiert, ob dies zutrifft, welche Währung die Scheine haben und ob diese mit Ende der Republik ungültig wurden (ich kann leider nicht Italienisch). Mit freundlichen Grüßen J. Joseph Antwort der Redaktion Bei allen drei Scheinen handelt es sich um Ausgaben der sog. "Prima Repubblica Romana" (Erste Römische Republik) aus dem Jahr 1798. Diese wurde nach der Besetzung italienischer Regionen durch napoleonische Truppen aus den mittelitalienischen Gebieten des Kirchenstaats gebildet (Ausrufung am 15. Februar 1798). Die Gründung italienischer Republiken des Kirchenstaats unter französichem Einfluss war der Versuch, die französische Revolution, die mit der Enteignung von Kirchenbesitz einherging, nach Italien zu "exportieren". Der Assignat aus dem Jahr 7 (Anno 7; Zeitrechnung seit der Gründung der ersten französischen Republik) lautet über 50 (Sette) Paoli. 1 Paoli entsprach 10 Bajocchi. Es handelt sich damit um die Katalognummer ITA-S537 (SCWPM). Die zwei anderen Scheine tragen die Bezeichnung "Monte die Pietá", zu Deutsch: Gnadenberg. Es handelt sich also um sog. Wohltätigkeitsausgaben, die ebenfalls aus dem Jahr 1798 stammen und diese Datierung auch so nennen. Die Wertangabe erfolgt bei beiden Scheinen in Worten (Cinquanta = 50; Sessanta = 60) B.hi = Bajocchi. Es handelt sich also um die Katalognummern ITA-S528a/529. Alle drei Scheine stammen also aus der "Ersten Römischen Republik" und nicht von der Kirchenbank. Das Ende der Republik kam schnell, sie wurde bereits im September 1799 aufgelöst. Als Literatur empfehle ich den Standard Catalog of World Paper Money (SCWPM), Vol. I – Specialized Issues oder einschlägige italienische Katalogwerke zum Papiergeld des Landes. Hans-Ludwig Grabowski

  • Lexikon: Devisen

    Die Bezeichnung Devisen kommt aus dem Lateinischen und steht ursprünglich für Wechsel in ausländischer Währung, später für alle ausländischen Zahlungsmittel (Sorten). Bank of England, ENG-368b: 10 Shillings ohne Datum (1949–1955), Vorder- und Rückseite. Banque de France, FRA-128d: 100 Francs vom 2. Januar 1953, Vorder- und Rückseite. Bank of Japan, JAP-89a: 100 Yen ohne Datum (1946), Vorder- und Rückseite. Federal Reserve Banks, USA-461: 2 Dollars von 1976, Vorder- und Rückseite. Der §28 des deutschen Bankgesetzes vom 30. August 1924 bezeichnet als Devisen: Banknoten, Wechsel mit einer Laufzeit von höchstens 14 Tagen, Schecks und täglich fällige Forderungen, die bei einer als zahlungsfähig bekannten Bank an einem ausländischen zentralen Finanzplatz in ausländischer Währung zahlbar sind. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung)

  • Emporium Hamburg: Vorbericht zur Auktion 99

    Am Freitag (06. Mai 2022) beschließt die 99. Auktion – Banknoten & Notgeld die Auktionswoche der Frühjahrsauktionen, mit 473 Losen aus zahlreichen Sammelgebieten. Es werden erneut zahlreiche seltene und gesuchte Scheine angeboten, wie auch interessante Serien und preiswerte Lots. Für Sammler ausländischer Banknoten beginnt die Auktion direkt mit einer hochwertigen Sammlung „Chinesischer Banknoten“ (Los 4007-4041), hierunter einige Scheine von Provinzial- und Auslandsbanken. Unbedingt zu erwähnen sind an dieser Stelle die 5 Dollars=5 Piastres Shanghai (1921), Specimen der Banque Belge Pour L`Etranger, Societe Anoyme (Los 4018, Taxe: € 1.400) Aus den „Vereinigten Staaten von Amerika“ (Los 4098-4106) kommt mit 5 Dollars ND (1958), Military Payment Certificates eine hervorragend erhaltene Rarität unter den Hammer (Los 4105, Taxe € 8.000). Für spannende Bieterduelle wird sicherlich auch die 100-Pesetas-Banknote (1884) aus Spanien sorgen. (Los 4089, Taxe: € 2.100). Los 4018 China-Auslandsbanknoten Banque Belge PourL´Etranger, Societe Anonyme Shanghai. 5 Dollars = 5 Piastres (1921), Specimen. PMG 58 Schätzpreis: € 1.400 Los 4089 Banco de Espana 100 Pesetas (1884), Madrid. Repaired, PMG 20 Schätzpreis: € 2.100 Los 4105 Vereinigte Staaten von Amerika Military Payment Certificates 5 Dollars ND(1958), Series 541. sehr selten, I Schätzpreis: € 8.000 Unter den „Deutschen Banknoten“ (Los 4119-4279) stellt das Titelstück der Auktion 50 Deutsche Mark o. D., Ros. 248 der Bank Deutscher Länder ein Highlight dar, dass Sie sich nicht entgehen lassen sollten (Los 4176, Taxe € 6.000). Aber auch die 5 Mark (1882) Serie T der Reichsbanknoten und Reichskassenscheine in derTop-Erhaltung I werden gewiss viele Sammlerherzen erfreuen (Los 4119, Taxe: € 1.750). In der Rubrik „Nebengebiete“ (Los 4224- 4237) befindet sich eine absolute Banknotenrarität: Die wunderbare Saarmarknote 100 Mark 1947 (Los 4237, Taxe: € 6.000). Los-Nr. 4176 Bundesrepublik Deutschland ab 1948 Noten der Bank Deutscher Länder, 1948-1949 50 Deutsche Mark o.D. (08.1948-30.10.1949), Serie D/A. I Schätzpreis: € 6.000 Los-Nr. 4237 Nebengebiete Saarland (1920-1948) Saarmarknoten. 100 Mark 1947. III Schätzpreis: € 6.000 Auch den Sammlern von „Notgeld“ (Los 4280-4457) wird Einiges geboten. Exemplarisch sei hier der Satz Wohlau/Schlesien, Paul Tunger. 2 Pfennig – 1 Mark, bestehend aus sechs Scheinen in den überdurchschnittlichen Erhaltungen I-/II+ genannt (Los 4399, Taxe € 1.000). Den Prämienschein 1 Reichsmark ND aus dem Konzentrationslager Ravensbrück sollten Sie sich als Sammler von Lagergeld unbedingt notieren (Los 4287, Taxe: € 350). Eine besonders Highlight in der Rubrik „Notgeld“ sind die Bielefelder Leinen-Scheine („Bielefelder-Stoffgeld“). Absolut beeindruckend sind die 5 Millionen Mark (1923) in einer hervorragenden Erhaltung (Los 4302, Taxe: € 300). Wer auf der Suche nach einer exquisiten Sammlung mit Bielefelder Stoffgeldscheinen ist, der sollte sich unbedingt das Lot mit mehr als 50 Bielefelder Stoffgeldscheinen vormerken (Los 4314, Taxe: € 500). Wir möchten Ihnen empfehlen, dieses Lot vorher bei uns im Haus zu besichtigen! Last but not least, werden höchstwahrscheinlich auch die 100, 500 und 1000 Mark o. D. (1923) aus dem Niederlausitzer Kohlewerk in der Top Erhaltung I- für spannende Bietergefechte im Internet und am Telefon sorgen. Los 4287 Konzentrationslager Ravensbrück 1 Reichsmark ND, Prämienschein IV Schätzpreis: € 350 Los 4302 Notgeld der Besonderen Art Bielefeld 5 Millionen Mark (1923), Leinen, II Schätzpreis: € 300 Los 4314 Notgeld der Besonderen Art Bielefeld Lot mit mehr als 50 Bielefelder Stoffgeldscheinen: 100 Goldmark (4x), 50 Goldmark (2x), 10 Goldmark (8 Stücke) u.a. Schätzpreis: € 500 Los-Nr. 4399 Schlesien Wohlau Paul Tunger. 2, 10, 25, 50, 75 Pfennig, 1 Mark o.D., I-/II+ Schätzpreis: € 1000 Freuen Sie sich schon jetzt mit uns auf einen spannenden Auktionstag! Wir, das Team der numismatischen Abteilung von Emporium Hamburg, freuen uns auf eine rege Teilnahme an unseren Auktionen und stehen Ihnen für detaillierte Auskünfte hinsichtlich Katalog-Bestellung, telefonischem Bieten, Online-Live-Bidding jederzeit gerne zur Verfügung! Der Katalog ist bereits an unsere Kunden verschickt und die Auktion ist online einsehbar! Siesind noch kein Kunde bei uns? Dann fordern Sie jetzt Ihre Katalog-Exemplare an unter: Emporium Hamburg, Abteilung Numismatik, Süderstraße 288, 20537 Hamburg. Telefon: +49 40 25799-137, Fax: +49 40 25799-100, E-Mail: numis@emporium-hamburg.com Homepage: www.emporium-numismatics.com

  • Die Entwürfe der ersten Euro-Banknoten, Teil 13

    Bereits im November 1994 hatte der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI) die Stückelung auf sieben Banknoten-Nominale von 5 bis 500 Euro festgelegt. Im Juni 1995 wurden dann zwei Themen für die Gestaltung der Euro-Banknoten vorgegeben, zum Einen "Zeitalter und Stile in Europa" und zum anderen ein abstraktes, modernes Design. Im Februar 1996 begann der Gestaltungswettbewerb, an dem 29 Grafiker und Grafikerteams teilnahmen, die von 14 nationalen Zentralbanken der EU nominiert wurden. Im September 1996 beurteilte eine Jury aus international renommierten unabhängigen Experten für Marketing, Grafik und Kunstgeschichte die eingereichten Entwürfe und wählte je fünf für beide Themenbereiche aus. Im Oktober 1996 erfolgte eine Umfrage unter insgesamt 2000 Personen aus allen EU-Ländern außer Dänemark und am 3. Dezember 1996 wählte der Rat des EWI schließlich den Vorschlag aus Österreich Nr. T 382 als Gewinner des Gestaltungswettbewerbs. Wie aber hätten die ersten Euro-Banknoten auch aussehen können? Wir setzen hiermit unsere Reihe zu den Entwürfen der ersten Euro-Banknoten fort. Zeitalter und Stile in Europa, Vorschlag T 685 John Stevenson Arbeitete seit seiner Jugend als Designer von Banknoten und Sicherheitsdokumenten bei der Druckerei Thomas De La Rue in London. 5 Euro, Vorder- und Rückseite: Klassisches Frauenporträt und klassische Säulen. 10 Euro, Vorder- und Rückseite: Männerporträt im Stil der Romanik und romanische Säulen und Torbogen. 20 Euro, Vorder- und Rückseite: Frauenporträt im Stil der Gotik und gotisches Fenster. 50 Euro, Vorder- und Rückseite: Männerporträt im Stil der Renaissance sowie Muschelnische. 100 Euro, Vorder- und Rückseite: Männerporträt im Stil des Barock/Rokoko sowie barockes Bogentor. 200 Euro, Vorder- und Rückseite: Weibliches Porträt im Stil des frühen 20. Jahrhunderts sowie Dachkonstruktion aus Eisen und Glas. 500 Euro, Vorder- und Rückseite: Kinderporträt für die Zukunft Europas sowie moderne Wendeltreppe. Fortsetzung folgt … Hans-Ludwig Grabowski Abb. Europäische Zentralbank (EZB)

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