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- Lexikon: Bank für Süddeutschland
Bereits 1846 hatte der Bankier Moritz von Haber einen Antrag auf Errichtung einer Notenbank, der Bank für Süddeutschland, gestellt. Für seinen Plan hatte er Kölner und Frankfurter Bankiers interessieren können. G/K-149: Bank für Süddeutschland, Bankschein zu 50 Gulden vom 1.12.1856, Vorder- und Rückseite, Abb. Hans-Ulrich Beerenwinkel Die Regierung des Großherzogtums Hessen-Darmstadt war nicht abgeneigt, doch die Ereignisse des Revolutionsjahrs 1848 verzögerten das Vorhaben. Erst 1853 konnten die Verhandlungen wieder aufgenommen werden. Jetzt stellte von Haber aber auch noch einen Antrag zur Gründung einer zweiten Bank, der Bank für Handel und Industrie. Da für diese Bank keine Notenausgaben vorgesehen waren, erhielt er ohne Schwierigkeiten eine Genehmigung. Wegen der Konzession zur Ausgabe von Noten durch die Bank für Süddeutschland verhandelte die Regierung aber in geschickter Weise weiter. Als Vorbedingung forderte sie die Gründung einer Gesellschaft, die den Bau der Eisenbahn von Aschaffenburg über Darmstadt bis an den Rhein garantieren sollte. Als die Gründung der Hessischen Ludwigseisenbahn-Baugesellschaft zugesichert war, genehmigte man schließlich 1855 auch die Bank für Süddeutschland mit sitz in Darmstadt. Sie erhielt das Recht, Noten in Thaler, Franken und Gulden süddeutscher und österreichischer Währung auszugeben. Es kamen jedoch vorerst nur Gulden-Scheine süddeutscher Währung und Thaler in Umlauf. 1856: 10, 25, 50 und 100 Gulden sowie 10, 25, 50 und 100 Thaler 1857: 10 Thaler 1870: 10 und 25 Gulden Die Bank hatte es nicht leicht, ihre Noten unterzubringen. In den Nachbarstaaten hatte man sich durch Verbote gegen diese Noten abgesichert, und im eigenen Land musste man erst das Misstrauen gegenüber der Bank abbauen. Das gelang erst 1862. Nach Einführung der Mark-Währung für das gesamte Deutsche Reich gab die Bank 1874 noch einen 100-Mark-Schein aus und verzichtete dann 1902 auf ihr Notenrecht. Alle Noten der deutschen Länder- und Privatbanknoten finden Sie in dem neuen Katalog "Das Papiergeld der altdeutschen Staaten" von Grabowski/Kranz. Albert Pick/Hans-Ludwig Grabowski #Lexikon #Europa #Deutschland #Hessen #Thaler #Gulden #Mark #Pick #Grabowski
- Polen: Teuerstes Toilettenpapier der Welt?
Das lange schon über die Grenzen Polens hinaus bekannte Auktionshaus „Gabinet Numizmatyczny“ Damian Marciniak in Warschau führte die 16. Winter-Auktion vom 4.-10. Februar 2022 in Warschau durch und hatte neben einem hervorragenden Sortiment an Münzen auch viele Banknoten im Angebot. Diese wurden am 10. Februar 2022 aufgerufen. Hier gab es neben seltenen Geldscheinen auch einige sehr bemerkenswerte private Produkte aus der Solidarnosc-Zeit. Im Sommer 1981 waren bereits viele Spott-Scheine mit Werbung für die erste freie Gewerkschaft SOLIDARNOSC im "Umlauf", aber auch „bissige“ Zettel, die häufig echten Banknoten ähnelten, wurden heimlich von Hand zu Hand gereicht. Sie alle zu katalogisieren wurde mehrfach versucht, entsprechende Kataloge waren übrigens bei dieser 16. Versteigerung auch im Angebot. Fantasiereich waren die Schöpfer dieser Propaganda- und Protestnoten, was Gestaltung, also Inschriften, Symbole und Personen anging, die dort gezeigt wurden. Polen, Propagandanote vom 13.12.1981 auf Toilettenpapier, Vorder- und Rückseite. Ein ganz besonderes Stück soll vorgestellt werden, dies ist die Nr.7121. Dieser einseitig bedruckte Schein weist das Datum 13. Dezember 1981 auf, an jenem Sonntag wurde der „Kriegszustand“ gegen das eigene Volk ausgerufen. Auf einem Stück Toilettenpapier (!) 155 mm x 100 mm groß ist der damalige Regierungssprecher „Genosse Urban“ zu sehen, links dazu die Spitze des Kulturpalasts in Warschau, den die Sowjetführung den Polen nach dem Zweiten Weltkrieg als „Geschenk“ baute und der sehr an die Stalin-Zeit erinnert. Viele Westdeutsche und junge Leute in anderen Ländern werden vielleicht nicht ahnen, warum gerade Toilettenpapier für den „Schein“ benutzt wurde. Dies hat einen ganz besonderen Grund, denn schon seit vielen Jahren vor 1981 war dieses Gebrauchspapier, das man im Westen immer für Kleingeld kaufen konnte, in Polen schwer oder nicht zu kriegen. Die Menschen mussten sich mit Zeitungspapier begnügen (was auch für die DDR um 1960 herum zutraf). Manchmal sah man in Warschau Leute, die mit 20 Rollen auf einer Strippe aufgezogen durch die Stadt zogen. Sie wurden laufend angesprochen, wo sie diese (Parteijargon) „defizitäre Ware“ denn erworben oder erstanden hatten. Dieser Schein wurde mit 500 Zloty (ca. 111 €) aufgerufen, der Zuschlag erfolgte erst bei 2200 Zloty, was 440% Zuwachs entsprach (ohne Aufgeld). Dies waren rund 489.- €. Interessenten sollten sich im Internet (www.aukcje.gndm.pl ) die anderen Propagandanoten oder die ganze Auktion mal ansehen. Wolfgang J. Mehlhausen
- Guatemala: 200-Quetzales-Noten aktualisiert
Am 13. Dezember 2021 brachte die Banco de Guatemala eine aktualisierte Version von 200-Quetzales-Noten in Umlauf, die sich in der Gestaltung nur geringfügig von den 2010 eingeführten Vorgängerscheinen unterscheidet: Wieder werden die Porträts von Sebastián Hurtado, Mariano Valverde und German Alcántara auf der Vorderseite gezeigt. Sebastián Hurtado (1827–1913) erfand die chromatische Marimba – eine solche Marimba doble ist auch auf der Rückseite abgebildet. Mit diesem Instrument war auch Mariano Valverde (1884–1956) tief verbunden; der Marimbist komponierte nach dem Erdbeben in seiner Heimatstadt Quetzaltenango im Jahr 1902 den Walzer "Noche de luna entre ruinas", auf den auch das Reversbild anspielt. Auch die dritte Person auf der Vorderseite, German Alcántara (1863–1910), einer der wichtigsten guatemaltekischen Komponisten, schuf zahlreiche Werke für das Nationalinstrument Guatemalas. Die Partitur seines Walzers "La flor del café" wird auf der Rückseite präsentiert. Mit der Erneuerung der Scheine erhält das Höchstnominal einige neue Sicherheitsmerkmale: einen Sicherheitsfaden mit drei Fenstern auf der Vorderseite mit der Wertzahl "200" und einer halben Note mit einem Farbwechsel je nach Blickwinkel von Gold auf Grün; Farbverlauf der Notenzeile mit Violinschlüssel auf der Vorderseite von Gold auf Grün; Wertzahl 200 in arabischer und in Maya-Zahlschrift im Reliefdruck auf der Vorderseite; je sechs ertastbare Schräglinien am oberen und unteren Rand der Vorderseite für Menschen mit Sehbehinderung. Daneben besitzt der neue Zweihunderter auch altbewährte Sicherheitsmerkmale wie Mikroschrift, fluoreszierende Elemente oder Wasserzeichen mit den Porträts von Hurtado, Valverde und Alcántara und der Wertzahl in arabischer und in Maya-Zahlschrift. Die 156 mm x 67 mm große Note aus Papier weist die Datumsangabe "27 DE MAYO DE 2020" auf; die Unterschriften sind von Oscar Roberto Monterroso Sazo und Sergio Francisco Recinos. Die Vorgängernoten werden bis auf Weiteres gemeinsam mit den aktualisierten, von Giesecke+Devrient gedruckten Scheinen im Umlauf bleiben. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)
- Aus privaten Sammlungen: 500 Lire der Sparkasse der Provinz Laibach von 1944
Objekttyp: Kassenschein (Geldanweisung) Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Historischer Kontext: Das vormals österreichische Unterkrain im heutigen Slowenien war während des Zweiten Weltkriegs zuerst von italienischen und nach deren Kapitulation von deutschen Truppen besetzt. Auf der Grundlage von Entscheidungen des Chefs der Provinzialverwaltung in Laibach (Ljubljana) vom 14.9.1944 bzw. 26.11.1944 erhielt die Sparkasse der Provinz Laibach die Ermächtigung zur Ausgabe von Geldanweisungen, welche auf Lire lauteten und zweisprachig (Deutsch und Slowenisch) abgefasst waren. Die Deckung erfolgte nicht, wie auf den Scheinen vom September 1944 angegeben, durch ein Sperrguthaben bei der Banca d’Italia, auch wenn dies nie offiziell dementiert wurde. Aus dem Schriftverkehr der Banca d’Italia mit dem Finanzminister der Sozialrepublik Italien geht hervor, dass sich diese beschwerte, mit der Deckungsbehauptung wolle man der slowenischen Bevölkerung lediglich eine Vertrauenswürdigkeit in die ausgegebenen Scheine vorgaukeln ohne dass ein Bezug zur Banca d’Italia bestünde. Bei den Ausgaben vom November 1944 wurde deshalb auf diesen Deckungshinweis verzichtet. Die Bilder sind auf beiden Seiten gleich, jedoch von der einen zur anderen Seite spiegelverkehrt. Siehe auch: https://www.geldscheine-online.com/post/die-geldanweisungen-der-sparkasse-der-provinz-laibach-1944 Land/Region/Ort: Königreich Jugoslawien, Deutsche Besetzung, Provinz Laibach Emittent: Sparkasse der Provinz Laibach, Laibach (Ljubljana) Nominal: 500 Lire Datierung: 14. September 1944 Umlauf: September 1944 bis 1945 Vorderseite: Links Brustbildnis eines Mannes in Tracht nach rechts, Mitte Zierrahmen mit Früchten und Weinlaub um slowenischen Text über Wertzahl, rechts bekrönter Wappenadler des Herzogtums Krain. Rückseite: Links bekrönter Wappenadler des Herzogtums Krain, Mitte Zierrahmen mit Früchten und Weinlaub um deutschen Text über Wertzahl, rechts Brustbildnis eines Mannes in Tracht nach links. Wasserzeichen: Linien Format: 145 x 90 mm Material: Papier Nummerierung: Ser. A. 001617 Authentizität: Original Zitate: ZWK-72 (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) 614 (Rosenberg/Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871) YUG-R23 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. I – Specialized Issues) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Die Entwürfe der ersten Euro-Banknoten, Teil 7
Bereits im November 1994 hatte der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI) die Stückelung auf sieben Banknoten-Nominale von 5 bis 500 Euro festgelegt. Im Juni 1995 wurden dann zwei Themen für die Gestaltung der Euro-Banknoten vorgegeben, zum Einen "Zeitalter und Stile in Europa" und zum anderen ein abstraktes, modernes Design. Im Februar 1996 begann der Gestaltungswettbewerb, an dem 29 Grafiker und Grafikerteams teilnahmen, die von 14 nationalen Zentralbanken der EU nominiert wurden. Im September 1996 beurteilte eine Jury aus international renommierten unabhängigen Experten für Marketing, Grafik und Kunstgeschichte die eingereichten Entwürfe und wählte je fünf für beide Themenbereiche aus. Im Oktober 1996 erfolgte eine Umfrage unter insgesamt 2000 Personen aus allen EU-Ländern außer Dänemark und am 3. Dezember 1996 wählte der Rat des EWI schließlich den Vorschlag aus Österreich Nr. T 382 als Gewinner des Gestaltungswettbewerbs. Wie aber hätten die ersten Euro-Banknoten auch aussehen können? Wir setzen hiermit unsere Reihe zu den Entwürfen der ersten Euro-Banknoten fort. Zeitalter und Stile in Europa, Vorschlag T 754 Daniel Bruun Espo, Finnland, geb. 1963 Daniel studierte Architektur an der Technischen Universität Helsinki und ist Mitglied der Finnischen Architektenvereinigung. Er hat zahlreiche Preise bei internationalen Architekturwettbewerben gewonnen und gründete 1992 ein Architekturbüro. Johanna Bruun Helsinki, Finnland, geb. 1965 Johanna lebt und arbeitet in Helsinki und Paris. Sie hat als Modedesignerin für Designstudios und Industrieunternehmen in Frankreich und Finnland gearbeitet. Sie entwirft und produziert ihre eigenen Konfektionskollektionen und arbeitet als Grafikdesignerin. 1996 eröffnete sie ein eigenes Grafikstudio. 5 Euro, Vorderseite: Ephebus von Antikythera und rekonstruierter Tempel der Athene. 5 Euro, Rückseite: Schnitt durch den Propylon der Athene, Plan des Tempels von Heraion III. 10 Euro, Vorderseite: Frühlingsstatue und Krypta von Notre Dame, Den Haag. 10 Euro, Rückseite: Kirche St. Peter und Paul in Saint-Séverin en Condroz. 20 Euro, Vorderseite: Statue eines Mannes im Straßburger Münster, Innenansicht der Kathedrale von York. 20 Euro, Rückseite: Schnitt durch die Kathedrale von Amiens, Plan der Kathedrale von Amiens. 50 Euro, Vorderseite: Porträt einer unbekannten Dame, Detail aus "Ankunft der Gesandten" von Vittore Carpaccio (um 1520). 50 Euro, Rückseite: Detail aus "Ankunft der Gesandten" und Palazzo Farnese in Rom von Antonio da Sangallo dem Jüngeren. 100 Euro, Vorderseite: Porträt eines unbekannten Mannes, perspektivische Ansicht mit Säulengang. 100 Euro, Rückseite: Schloss Pfünz von Mauritio Pedetti, 1790. 200 Euro, Vorderseite: Fotografie einer Frau, Innenraum einer Bank in Wien von Otto Wagner, 1905. 200 Euro, Rückseite: Schnitt und Dachbauplan eines Stahlgebäudes. 500 Euro, Vorderseite: Deutscher Pavillon von Mies van der Rohe auf der Weltausstellung in Barcelona 1929. 500 Euro, Rückseite: Neckermann-Gebäude in Frankfurt am Main, E. Eiermann, 1958-61. Fortsetzung folgt … Hans-Ludwig Grabowski Abb. Europäische Zentralbank (EZB)
- Chinesische Schrift auf japanischem Geldschein?
Vorgestellt wird der Schein zu 10 Yen der Bank von Japan, ausgegeben 1946. Er ist nicht datiert, die Maße betragen 139 mm x 75 mm (SCWPM: JAP-87). Mit Ausnahme der wiederholten „10“ – zweimal auf der Vorderseite und einmal auf der Rückseite, dem internationalen Währungssymbol mit Wertzahl „¥ 10“ und der Landesangabe „NIPPON“ in lateinischer Schrift ist der Schein ausschließlich mit chinesischen Schriftzeichen beschriftet. D.h., es gibt auf diesem Geldschein keine japanischen Schriftzeichen. Japan: 10 Yen der Bank von Japan ohne Datum (1946), Vorder- und Rückseite, Sammlung Grabowski. Auf der Vorderseite ist links das Gebäude des Unterhauses (Parlament) abgebildet, im gerahmten Abschnitt rechts finden sich ein Vogel im Unterdruck und eine Chrysanthemen-Blüte als Nationalsymbol. Die Rückseite ist sehr sparsam gestaltet. Zur schon genannten Beschriftung „NIPPON“ kommen die Wiederholung der Bankbezeichnung in chinesischer Schrift und ein paar Ornamente. Was aber geben die chinesischen Schriftzeichen an? Auf Vorder- und Rückseite gibt es je zweimal das Zeichen „拾“, dass für die Zahl „Zehn“ steht. Auf der Vorderseite rechts mittig steht die ausgeschriebene Wertangabe: „拾 (Zehn) 圓 (Yuan)“ - von rechts gelesen, wie das für Chinesisch in der Vergangenheit üblich war. Die Textzeile darüber definiert den Schein als Banknote der Bank von Japan, von rechts nach links geschrieben: „日本 (Japan) 银行 (Bank) 券 (Schein)“. Unter der Wertangabe wird der Name der Bank wiederholt: „日本 (Japan) 银行 (Bank)“. Dank an Yang Xia für die Übertragung der Zeichen. Detail mit Wertangabe und Bankbezeichnung Die roten Zeichen auf den beiden Siegeln sollten Chinesisch in einer alten Schriftart sein, aber sie sind auch von chinesischen Muttersprachlern heutzutage nur sehr schwer zu lesen. Chinesisch oder Japanisch? Die Bezeichnung für den Landesnamen in Japanisch lautet nach Wikipedia 日本 NIP PON für Japan – so wie wir es auf dem Geldschein wiederfinden. Das On-line-Wörterbuch Deutsch-Chinesisch liefert für „Japan“ ebenfalls 日本 – in der Transliteration RIBĔN. Die Übersetzung der chinesischen Schriftzeichen ins Deutsche ergibt immer das gleiche Resultat, unabhängig, ob ein Chinese oder ein Japaner übersetzt. Die Transliteration jedoch ergibt erwartungsgemäß unterschiedliche Ergebnisse. Die japanische Übertragung erfolgt nach SCWPM (Bd. II, 12. Ausgabe, S. 780). Die Japaner könnten mit ihrer Silbenschrift problemlos ihre Sprache zu Papier bringen, aber sie verwenden nach wie vor fast 2000 chinesische Wortzeichen, insbesondere für die zahlreichen chinesischen Lehnwörter. [1] Chinesisch war und ist stilbildend. Der Name „Yuan“ im Chinesischen ist eher eine Bezeichnung für eine allgemeine Geldeinheit. Im Ursprung heißt „Yuan“ einfach nur „runder Gegenstand“, im übertragenen Sinn also „Münze“. Der „Yuan“ lässt sich demzufolge problemlos auf die verschiedenen Währungen anwenden. So erscheint er auf den mehrsprachigen Geldscheinen als Pendant zum „Dollar“ (Republik China, Hongkong), zu den „Customs Gold Units“ (Republik China), zum „Piaster“ (Französisch-Indochina) oder zum „Pataca“ (Macao). Japan und Korea haben den Begriff übernommen, im Verlauf der Zeit wurden daraus durch sprachliche Anpassung Yen und Won. Die Abbildungen zeigen drei weitere Schriftzeichen neben dem Zeichen vom hier vorgestellten 10-Yen-Schein. Schriftzeichen für „Yuan“ und seine Ableitungen auf verschiedenen Geldscheinen: China, Territorial-. Industrie-Bank, 5 Dollars 1915. Macau, 1 Pataca 1945. Japan, 10 Yen 1946. Nordkorea, 1 Won 1947. Rainer Geike Anmerkungen [1] Bilder – Schriften – Alphabete, Veröffentlichung der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1985, S. 71-72.
- Leserpost: Unbekannter chinesischer Schein
Ich habe diesen Zollbeleg / Scheck / Wechsel / Quittung (?) auf einem Flohmarkt entdeckt. Nur was habe ich da gefunden? Das Papier ist sehr dünn und an den Rändern perforiert. Vielleicht ein Hinweis auf eine Art Abreißblock. Vorderseite: Der unvollständige violette Stempel in der Mitte deutet auf den Ursprung aus Hong Kong hin, oben befinden sich zwei grüne Steuermarken (?) zu je 2 Cents, wohl auch hier ein Hinweis auf die Britische Verwaltung. Rückseite: Hier befinden sich zwei grüne „Stampduty“-Marken zu je 5 Cents, auch hier der Hinweis auf Hong Kong. Weiter befindet sich hier ein Stempel, der mit dem Schriftzeichen für „China“ beginnt. Die Marken sind wohl Handschriftlich bestätigt. Können Sie mir hier bitte weiterhelfen ? Schon jetzt vielen Dank für Ihre Bemühungen und Unterstützung. Mit freundlichen Grüßen G. Etschmann Antwort der Redaktion Sehr geehrter Herr Etschmann, Herr Grabowski hat mich gebeten, Ihnen etwas zu dem Scan zu sagen, den Sie ihm geschickt haben. Dies ist keine Banknote, sondern eine Form von Überweisungsschein. Ausgestellt von einer Firma (möglicherweise eine Art Bankinstitut) namens Chen Hong Li Zhan. Datiert Dez. 1927. Das genannte Institut fand sich in Shantou, früher hier im Westen Swatow genannt, in der Provinz Guangdong, nahe der Grenze zur Provinz Fujian. Der Überweisungsbetrag war 200 Yuan. Die Marken oben sind Steuermarken, damals mussten viele fiskalischen Papiere (Wechsel, Überweisungen etc.) mit Steuermarken versehen werden. Links unten sehen Sie einen roten quadratischen Beglaubigungsstempel von der verantwortlichen Person. An der rechten und linken Seite fanden sich Kontrollabschnitte, die wurden bei Ausfertigung des Scheines abgeschnitten. Aus Sicherheitsgründen gab es hier eine Vertikalzeile mit geschriebenen Zeichen, hier hat man die Buchstaben durchschnitten. Ich hoffe, diese Auskunft genügt Ihnen. Herzlichen Gruß, Erwin Beyer
- Zweite Banknotenbörse in Aachen
Nach der durchaus erfolgreichen 1. Banknotenbörse in Aachen im September letzten Jahres wird vom 18. bis 20. März 2022 die 2. Börse durchgeführt. Bisher haben mehr als 100 Händler aus über 42 Ländern Tische gebucht. Bei einer so großen Vielzahl an Händlern finden auch Sie bestimmt den noch fehlenden Schein für Ihre Sammlung. Die Börse richtet sich in erster Linie an die Banknotenhändler und Sammler. Andere numismatische Artikel, Zubehör und Münzen sind aber ebenfalls gerne gesehen. Sollten Sie Ihre Sammlung oder Einzelstücke verkaufen wollen, so werden Sie hier sicherlich einen interessierten Händler finden. Kostenlose Parkplätze stehen in ausreichender Anzahl ebenerdig zur Verfügung, der Zugang ist behindertengerecht. Es gibt eine interessante Auswahl an kulinarischen Angeboten in einer angenehmen Atmosphäre. Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Corona-Schutzverordnung uns verpflichtet, den 3G-Status zu überprüfen (geimpft, genesen, getestet). Weitere aktuelle Informationen erhalten Sie auf unserer Internetseite www.aachen-show.de. Hier finden Sie auch Pläne, Anfahrtsbeschreibungen und die Liste der teilnehmenden Händler. Veranstaltung: Datum: 18. bis 20. März 2022 Ort: Das Liebig, Liebigstr. 19, 52070 Aachen Zeiten: Freitag: 8:00 bis 18:00 Uhr (nur Händlertag) Samstag: 10:00 bis 18:00 Uhr (Händler ab 8:00 Uhr) Sonntag: 10:00 bis 16:00 Uhr (Händler ab 8:00 Uhr) Eintrittpreis: Tagesticket: 10,- € Wir freuen uns, Sie auf der Börse in Aachen begrüßen zu dürfen. Marinus Lass & Team
- Warnung! Selbst gebasteltes Militärgeld der DDR
Die Warnung in der aktuellen 22. Auflage des Katalogs über deutsche Banknoten von Hans-Ludwig Grabowski zu Militärgeld der DDR S. 714 f ist wirklich sehr ernst zu nehmen! Auf einer eBay-Seite wird zurzeit Militärgeld der DDR angeboten. Ich musste jedoch zu meiner Überraschung feststellen, dass es sich um Geld zum selber basteln handelt. Man kauft eine bankfrische 5-DM-Note von 1955 (DDR-11, Ro/Gra. 349a, SCWPM GDR-17), möglichst von der richtigen Serie HZ für 100 Euro bei Ebay und dann noch einen Repro-Stempel "Militärgeld" für 30 bis 40 Euro, sogar mit Stempelkissen. Schon kann man sich selber einen "Militärgeldschein" stempeln, wie er tatsächlich zu Testzwecken bei Manövern der NVA in Umlauf gebracht wurde. Dieses private Angebot scheint ja noch durchschaubar, aber wehe, wenn die handgestempelten Exemplare weiterverkauft werden, z. B. durch unwissende Erben. Schaut man sich dann auf den Seiten bei MA-Shops um, werden einem mit Militärgeld gestempelte kassenfrische Fünfer von 1955 bzw. 1980 für knapp 100 Euro angeboten. Kassenfrische Fünfer mit den Serienbuchstaben HZ bekommt man sogar schon für 20 bis 25 Euro. Also muss man als Sammler ganz schön aufpassen! Christian Merker
- Leserpost: Papiergeld der altdeutschen Staaten
Ihr Katalog "Das Papiergeld der altdeutschen Staaten" ist großartig. Die Corona-Einschränkungen haben mich dazu gebracht, mich wieder meiner Papiergeldsammlung aus früheren Jahren zuzuwenden. Da kam Ihr Katalog gerade zur richtigen Zeit. Meine Geldscheine hatte ich größtenteils bei Herrn Niko Galke in München gekauft. Ich erlaube mir, zu zwei Ihrer Positionen Anregungen zu geben: Nr. 64: Hier liegt mir ein Nachdruck aus dem Jahre 1984 vor. Ihre Formatangabe kann nicht stimmen. Der Nachdruck hat das Format 163 x 122 mm. Die Farbe des Nachdrucks weicht erheblich von der Farbe Ihrer Abbildung ab. wurde der Nachdruck in der falschen Farbe gedruckt? Der Nachdruck hat die eigenwillige Seriennummer XLVIII. Nr. 71: Hier liegt mir die Seriennummer XXIV vor. Kopien füge ich bei. Mit freundlichen Grüßen Dr. W. Reiß Antwort der Redaktion Vielen Dank für Ihre Anmerkungen und die Farbkopien zum Katalog. Sie haben völlig Recht, bei der Formatangabe zum 100-Gulden-Schein der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank aus dem Jahr 1850 ist mir ganz offensichtlich ein Fehler unterlaufen. Statt 170 x 35 mm muss das Format richtig 170 x 135 mm heißen. Es fehlt also eine Ziffer in der Formatangabe. Die Druckfarben selbst weichen nicht sehr ab, wohl aber die Farbe des Papiers, das bei dem Schein von 1850 im Laufe der Zeit deutlich bräunlich geworden ist, während der viel jüngere Nachdruck von 1984 auf weißem Papier erfolgte. Im Katalog wurden die Serien vermerkt, die den Autoren bekannt waren. Vielen Dank für die Ergänzung zum 5-Gulden-Schein der Königlich Bayerischen Staats-Schuldentilgungs-Commission von 1866. Ich habe mir die Serie XXIV vorgemerkt. Hans-Ludwig Grabowski Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski / Manfred Kranz: Das Papiergeld der altdeutschen Staaten Geldscheine der Staaten auf dem Gebiet des 1871 gegründeten Deutschen Reichs von den Anfängen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-188-8 Auflage: 1. Auflage 2020 Format: 17 x 24 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: 344 Preis: 69,00 Euro Zum Buch!
- Australischer Lehrer lässt 5-Dollars-Note schrumpfen
Auf der Videoplattform TikTok, die vor allem von jungen Menschen genutzt wird, können kurze Videoclips mit einer Länge von maximal 60 Sekunden hochgeladen werden. Dieses Format nutzte der australische Sekundarschullehrer Joel Kandiah (@thehistoryofmoney), um mit dem Thema Münzen und Banknoten die junge Generation zu erreichen. Am 12. Februar teilte Kandiah ein Video, das mittlerweile über 106.000 mal aufgerufen wurde. Darin warnt er vor "extremer Hitze", die Banknoten aus Polymer-Kunststoff – in diesem Fall eine australische 5-Dollars-Note – auf fast die Hälfte der ursprünglichen Größe schrumpfen lässt. Kandiah beteuerte, die Note nicht vorsätzlich beschädigt zu haben: Er habe beim Bügeln eines Hemds vergessen, dass der Schein noch in der Brusttasche steckte. Detailabbildung aus dem Video von Joel Kandiah auf TikTok. Auch wenn man meinen mag, schon der Hausverstand würde einem sagen, dass Polymernoten unter extremer Hitzeeinwirkung eingehen können, sind diese Scheine generell strapazierfähig und beständig gegen alltägliche Schadensquellen. Noten mit derartigen Schäden werden von der Reserve Bank of Australia in der Regel umgetauscht. Kana Totsuka
- Aus privaten Sammlungen: 100 Mark der Bayerischen Notenbank von 1875
Objekttyp: Banknote Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Historischer Kontext: Bereits im März 1875 wurde laut Staatsvertrag der Verzicht der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank auf ihr bis dahin ausgeübtes Notenrecht geregelt. Die Bayerische Notenbank wurde am 6. August 1875 in München gegründet und nahm am 3. November 1875 ihren Geschäftsbetrieb auf. Dieses Datum findet sich auch auf der ersten von ihr ausgegebenen Banknote, dem hier vorgestellten 100-Mark-Schein. Für Bayern gab ab November 1875 nur noch die Bayerische Notenbank Banknoten in Mark-Währung aus, wovon besonders während der Inflation Gebrauch gemacht wurde. Am 1. Juli 1925 verloren alle vor dem 11. Oktober 1924 ausgegebenen Noten ihre Eigenschaft als Zahlungsmittel, konnten aber noch bis 31. Juli 1925 eingelöst werden. Die Bank behielt ihr Notenrecht noch bis 1935, die Reichsmark-Ausgaben von 1924/1925 spielten aber im Umlauf keine große Rolle mehr. Land/Region/Ort: Deutsches Reich, Königreich Bayern, München Emittent: Bayerische Notenbank Nominal: 100 Mark Datierung: 3. November 1875 Umlauf: 5. November 1875 bis 1. Juli 1925 Vorderseite: Links und rechts je zwei allegorische Figuren (Sitzende Frau mit Kind als Personifizierung der Bank) mit Symbolen der Industrie (Zahnrad), des Handwerks (Hammer und Amboss), des Handels (Merkurhelm, Waage und Geldsäcke), der Seefahrt (Anker), der Landwirtschaft (Pflug, Sense, Harke, Sichel, Obstkorb, Getreibegarbe und Weinreben) sowie des Überflusses (Füllhorn). Legende Vs.: BAYERISCHE BANKNOTE / No KN Zahlbar mit No KN / HUNDERT MARK / München, den 3. November 1875 / Bayerische Notenbank / Unterschriften Rückseite: Wertangabe in Ornamenten. Legende Rs.: BAYERISCHE NOTENBANK / LIT. A. No KN / 100 HUNDERT MARK 100 / Straftext / DEUTSCHE REICHSWÄHRUNG / Eingetr. Fol. Nr. Handunterschrift des ausgebenden Kassenbeamten Entwurf: Klimsch, Eugen Herstellung: Druck, Giesecke & Devrient, Leipzig Wasserzeichen: Die Buchstaben "B B N" im Halbbogen Format: 159 x 102 mm Material: Papier Nummerierung: Lit. A. No. 2045020 Authentizität: Original Zitate: BAY-2c (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871; Deutsches Notgeld, Band 10: Das Papiergeld der deutschen Länder 1871–1948) GK-73c (Grabowski/Kranz: Das Papiergeld der altdeutschen Staaten) 717 (Pick/Rixen: Papiergeld-Spezialkatalog Deutschland) GER-S921 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. I – Specialized Issues) I.2a (Pick: Das Papiergeld Bayerns) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.












