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  • Happy Birthday Euro – Auf die nächsten 20 Jahre

    München, 11. Januar 2022 – Der Euro feiert seinen 20. Geburtstag – und Giesecke+Devrient (G+D) feiert mit. Denn G+D war von Anfang an mit dabei: ein Rückblick auf die Erfolgsstory und ein Ausblick auf die wichtigsten Herausforderungen, für die wir den Euro gemeinsam fit machen müssen. Herzlichen Glückwunsch Euro! 20 Jahre sind ein stolzes Alter für ein Gemeinschaftsprojekt, das im Vorfeld vielfach skeptisch gesehen wurde. Doch Du hast dich bewährt. Sei es in der Finanzkrise 2008, als Du die europäischen Volkswirtschaften vor dem Kollaps bewahrt hast, während des Brexit oder aktuell in der Pandemie. Deine Bedeutung geht jedoch weit über die eines Kriseninstruments hinaus. Politiker wie Politologen betonen die strategische Rolle der Eurozone als Stabilitätsanker in einer sich gerade neu formierenden globalen Ordnung. Anders gesagt: Du bist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Europa in dem sich abzeichnenden neuen, vielstimmigen Konzert eine starke, autonome Rolle spielt. Deshalb verdienst Du jede Unterstützung. G+D hat Deine Erfolgsgeschichte von Anfang an begleitet. Für die Erstauflage waren wir ein wichtiger Druckpartner, der unter anderem die Hälfte der deutschen Euro-Menge produziert hat, und unsere Tochtergesellschaft Louisenthal ein wesentlicher Papierlieferant. Ein zentrales Merkmal bei der Gestaltung der Banknoten war der Schutz vor Fälschungen. Dafür hat das Eurosystem eine Vielzahl von Vorkehrungen getroffen: durch ein Spezialpapier mit einer Kombination von Baumwoll- und fluoreszierenden Fasern, der typischen Hologrammfolie und Merkmalen wie dem Wasserzeichen des Architekturmotivs oder dem Zahlenwert des Scheins im oberen linken Eck, die beide nur auftauchen, wenn man Dich gegen das Licht hält. Unsere enge Beziehung zieht sich durch die gesamten letzten beiden Jahrzehnte, und auch nach Deinem 20. Geburtstag gibt es gemeinsam noch viel zu tun. Nach wie vor bist Du der Währungsdeckel auf einem Topf, in dem die Staaten der Eurozone vereint sind, gleichwohl nicht alle nach demselben Rezept kochen. Mit teilweise sehr unterschiedlichen wirtschaftlichen Potenzialen, sozialen Differenzierungen und rechtlichen Rahmenbedingungen – Stichwort Steuer- und Wettbewerbsrecht. Mehr Synchronisierung und Harmonisierung dieser Zutaten würden Dir ausgesprochen guttun. Denn da wartet ja noch eine höchst dringliche, ganz praktische Herausforderung auf Dich. Du musst den Schritt in die digitale Welt für alle machen. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Wir brauchen dich auch weiterhin als physisches Bargeld und ab 2024 bekommen wir Dich sogar in einer moderneren Optik, an der gerade gefeilt wird. Doch analog allein wird nicht ausreichen. Du wirst so schnell wie irgend möglich als Komplementärformat in Form einer digitalen Zentralbankwährung mit Bargeld-Charakter benötigt: als allgemein akzeptiertes, standardisiertes digitales Zahlungsinstrument und starker Treiber der Digitalökonomie. Mit Dir wollen wir künftige Herausforderungen der digitalen Welt meistern und auch beim Bezahlen die europäische Souveränität stärken. Auch bei diesem elementar wichtigen Schritt in die digitale Zukunft können und wollen wir das nötige Rüstzeug beisteuern. 20 Jahre sind ja eigentlich auch kein Alter. Jetzt geht‘s erst richtig los. Bildmaterial: EZB zum Jubiläum: „20 Jahre Euro-Banknoten und -Münzen“ Bundesbank: „Rund ums Bargeld“ Diese Presseinformation kann unter www.pr-com.de/companies/gieseckedevrient abgerufen werden. ​ Über Giesecke+Devrient Giesecke+Devrient (G+D) ist ein weltweit tätiger Konzern für Sicherheitstechnologie mit Hauptsitz in München. Als Partner von Organisationen mit höchsten Ansprüchen schafft G+D mit seinen Lösungen Vertrauen und sichert essentielle Werte. Die innovative Technologie des Unternehmens schützt physisches und digitales Bezahlen, die Konnektivität von Menschen und Maschinen, die Identität von Personen und Objekten sowie digitale Infrastrukturen und vertrauliche Daten. G+D wurde 1852 gegründet. Im Geschäftsjahr 2020 erwirtschaftete das Unternehmen mit rund 11.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Umsatz von 2,31 Milliarden Euro. G+D ist mit 74 Tochtergesellschaften und Gemeinschaftsunternehmen in 32 Ländern vertreten. Weitere Informationen: www.gi-de.com.

  • Die Entwürfe der ersten Euro-Banknoten, Teil 1

    Vor 20 Jahren wurde 2002 das Euro-Bargeld eingeführt und wie wir bereits Anfang Dezember letzten Jahres hier berichteten, will die Europäische Zentralbank (EZB) nun die Ausgabe einer völlig neu gestalteten Euro-Banknotenserie vorbereiten, über die 2024 entschieden werden soll. Das hängt nicht nur mit der möglichen Einführung verbesserter Sicherheitsmerkmale zusammen, sondern vor allem mit dem Wunsch der EZB, dass sich die Bürger besser mit ihren Euro-Zahlungsmitteln identifizieren können. Deshalb soll auch die Bevölkerung mit in den Entwurfsprozess eingebunden werden und Vorschläge machen können. Aus diesem aktuellen Anlass möchten wir an dieser Stelle die Fortsetzung unserer Falschgeld-Reihe unterbrechen und einen Überblick über sämtliche Entwürfe für die ersten Euro-Banknoten geben, aus denen ja bekanntlich die des Österreichers Robert Kalina ausgewählt worden waren. Die anderen damaligen Entwürfe dürften aber die meisten Leser kaum je zu sehen bekommen haben. Bereits im November 1994 hatte der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI) die Stückelung auf sieben Banknoten-Nominale von 5 bis 500 Euro festgelegt. Im Juni 1995 wurden dann zwei Themen für die Gestaltung der Euro-Banknoten vorgegeben, zum Einen "Zeitalter und Stile in Europa" und zum anderen ein abstraktes, modernes Design. Im Februar 1996 begann der Gestaltungswettbewerb, an dem 29 Grafiker und Grafikerteams teilnahmen, die von 14 nationalen Zentralbanken der EU nominiert wurden. Im September 1996 beurteilte eine Jury aus international renommierten unabhängigen Experten für Marketing, Grafik und Kunstgeschichte die eingereichten Entwürfe und wählte je fünf für beide Themenbereiche aus. Im Oktober 1996 erfolgte eine Umfrage unter insgesamt 2000 Personen aus allen EU-Ländern außer Dänemark und am 3. Dezember 1996 wählte der Rat des EWI schließlich den Vorschlag aus Österreich Nr. T 382 als Gewinner des Gestaltungswettbewerbs. Wie aber hätten die ersten Euro-Banknoten auch aussehen können? Wir beginnen mit dem ersten Beitrag zum Thema "Zeitalter und Stile in Europa": Zeitalter und Stile in Europa, Vorschlag T 358 Guglielmo Savini Cotignola, Italien, 1939–2001 Absolvent der Akademie der Schönen Künste von Rom. Preisträger eines Wettbewerbs der Banca d'Italia 1970 für eine Ausbildung in Stichelgravur. Eintritt in die Druckabteilung der Banca d'Italia im Jahr 1971. Zusammenarbeit mit dem Designer Robert Kalina (Oesterreichische Nationalbank) an einer Serie von österreichischen Banknoten. Entwarf italienische Banknoten, Wertpapiere und Gedenkmünzen von 1974 bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1997. 5 Euro, Vorderseite: Kopf eines Athleten der Schule von Lisippo. 5 Euro, Rückseite: gemeinsame architektonische Merkmale römischer Tempel und Aquädukte. 10 Euro, Vorderseite: Kopf eines Mannes einer Skulptur der Kathedrale von Astorga und gemeinsame architektonische Merkmale der Romanik. 10 Euro, Rückseite: Gemeinsame architektonische Merkmale der Romanik mit einer stilisierten romanischen Kirche im Hintergrund. 20 Euro, Vorderseite: Kopf der Madonna Annunciata von Domenico di Nicolò, im Hintergrund das stilisierte Castello Visconteo (Pavia). 20 Euro, Rückseite: gemeinsame architektonische Merkmale der Gotik. 50 Euro, Vorderseite: Porträt einer unbekannten Frau eines unbekannten Künstlers, sowie gemeinsame architektonische Merkmale der Renaissance. 50 Euro, Rückseite: Interpretation einer Skizze für ein Stadttor von Giulio Romano. 100 Euro, Vorderseite: Porträt eines jungen Mannes von Simon Vouet. Gemeinsame architektonische und dekorative Merkmale des Barocks. 100 Euro, Rückseite: stilisiertes Barocktor, im Hintergrund die Fassade eines Barockpalastes. 200 Euro, Vorderseite: Skizze nach einem Foto einer jungen Frau von Hugo Erfurth. Kew Gardens Palm House in London und ein stilisiertes Gebäude aus der Eisen- und Glaszeit. 200 Euro, Rückseite: gemeinsame architektonische Merkmale der der Eisen- und Glaszeit. Stilisierte Zeichnung des Hauses des Architekten John Sloane in London im Hintergrund. 500 Euro, Vorderseite: Kopf eines Kindes und stilisierte Darstellung moderner Gebäude. 500 Euro, Rückseite: gemeinsame architektonische Merkmale der Neuzeit. Fortsetzung folgt … Hans-Ludwig Grabowski Abb. Europäische Zentralbank (EZB)

  • Die World Money Fair in Berlin ist abgesagt!

    Sehr geehrte Damen und Herren, keiner von uns hat geglaubt, dass wir ein zweites Mal vor der Entscheidung stehen, die World Money Fair nicht wie geplant durchzuführen. Aber unsere Kunden haben in den letzten Tagen den Weg vorgegeben. Vielerlei Gründe sind uns für die zahlreichen Absagen von Ständen, Boxen und Händlertischen genannt worden. Die Folge ist aber in allen Fällen die selbe: ohne Aussteller keine Messe. Es gibt einfach zu viele Stornierungen, um die Veranstaltung sinnvoll stattfinden lassen zu können. Mit großem Bedauern werden wir deshalb die World Money Fair 2022 nicht wie geplant Ende Januar in Berlin durchführen. Ein neues Datum steht heute noch nicht fest. Stattdessen werden wir im Februar wieder die World Money Fair #DigitalFair durchführen. Sie hat uns beim ersten Mal sehr positiv überrascht. Die Sammler haben die digitale Messe wirklich angenommen. Und weil es ein völlig neues Medium ist, haben wir auch viele neue – vor allem internationale – Besucher bekommen, die sonst in Berlin nicht dabei gewesen wären. Wie geht es jetzt weiter? Sie (Geschäftskunden) erhalten in den nächsten Tagen von uns eine offizielle Stornierung Ihrer Buchung. Falls Sie im Hotel Estrel Zimmer gebucht haben, werden diese automatisch vom Estrel storniert. Und nächste Woche senden wir Ihnen die konkreten Angebote zur World Money Fair #DigitalFair. Es wäre mir eine große Freude gewesen, Sie alle in Berlin wieder zu treffen. Leider müssen wir uns noch etwas gedulden. Aber die Zeit wird kommen. Ich wünsche Ihnen eine schöne Weihnachtszeit und ein gutes Neues Jahr! Herzliche Grüße Ihre Barbara Balz World Money Fair Berlin GmbH www.worldmoneyfair.de info@worldmoneyfair.de

  • Leserpost: 50-Pfennig-Schein der DDR

    Ja, vielleicht bin ich hier mit meiner Frage fehl am Platz, aber ich versuche es trotzdem. Letztens hatten wir im Familienkreis mit einem Münzensammler über altes DDR-Geld gesprochen. Dabei erinnerte ich mich, dass ich als Kind (bin Jahrgang 1952) an der Kinokasse manchmal mit einem 50-Pfennig-Schein bezahlt hatte. Irgendwann gab es den nicht mehr. Aber warum gab es damals diesen Schein? Wann wurde dieser Schein aus dem Verkehr gezogen? Ich hatte schon viel "geforscht", konnte aber keine Antwort finden. Lag es vielleicht am fehlenden Metall in der DDR für die Münzprägung? Ich würde mich freuen, wenn ich von den Münzexperten eine Antwort bekommen könnte. A. Bahl Antwort der Redaktion: Sie hatten Ihre Anfrage zwar an muenzen-online.com gerichtet, sie wurde aber an mich als Geldscheinexperte weitergeleitet. Vorab: Es gibt für (fast) alles Literatur und das Internet kann nicht alle offenen Fragen beantworten. Alle wichtigen Informationen zum deutschen Papiergeld seit der Reichsgründung 1871 findet man in meinem Standardwerk Die deutschen Banknoten ab 1871. Nachstehend die Abbildungen von Vorder- und Rückseite eines 50-Pfennig-Scheins von 1948 aus meiner Sammlung (sowjetischer Druck). Sowjetische Besatzungszone Deutschlands, Deutsche Notenbank: 50 Deutsche Pfennig von 1948 (sowjetischer Druck), Vorder- und Rückseite. Der 50-Pfennig-Schein gehört zur ersten Serie der Deutschen Notenbank, die die provisorischen sog. Kuponscheine der Währungsreform von 1948 ablöste. Zu dieser Zeit war die DDR noch nicht gegründet. In Umlauf kamen sie am 25. Juli 1948 und gültig blieben sie bis 30. November 1965. Man unterscheidet verschiedene sowjetische Drucke: 1 Serienbuchstabe vor einer 6-stelligen Kontrollnummer (wie abgebildet), Druck in der UdSSR bei Goznak (sehr selten) 2 Serienbuchstaben vor einer 6-stelligen Kontrollnummer, Druck in der UdSSR wie zuvor, doch Serienbuchstaben mit X, sog. Austauschnote (sehr selten) Ab 1951 wurden dann die Werte der Serie 1948 über 50 Pfennig bis 50 DM in der DDR (Wertpapierdruckerei Leipzig, ehemals und heute wieder Giesecke & Devrient) nachgedruckt. Sie liefen dann von 1951 bis zum 30. November 1965 um. Auch hier unterscheidet man wieder verschiedene Ausführungen: 1 Serienbuchstabe vor einer 7-stelligen Kontrollnummer, DDR-Druck (sehr selten) 2 Serienbuchstaben vor einer 7-stelligen Kontrollnummer, DDR-Druck (häufig) Selbst der häufigste der 50-Pfennig-Scheine kostet heute in druckfrischer Erhaltung 15 Euro, der seltenste 350 Euro. Noch viel mehr Informationen zum Papiergeld Deutschlands vom Kaiserreich bis zum Euro, inkl. deutsche Kolonien, Nebengebiete und Besatzungsausgaben in beiden Weltkriegen finden Sie in meinem bereits erwähnten Buch. Zum Thema Kleingeldmangel: Nach dem Krieg herrschte im besetzten Deutschland Kleingeldmangel, was zu zahlreichen Notgeldausgaben führte, die von Michael H. Schöne in seinem Katalog "Das Papiergeld im besetzten Deutschland 1945 bis 1949" aufgeführt sind. Besonders in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) wurde viel Notgeld emittiert. Das lag auch an fehlendem Münzgeld aus Metall. Nicht nur die Bank deutscher Länder hatte deshalb zur Währungsreform am 20. Juni 1948 in den westlichen Besatzungszonen und Westberlin in ihrer ersten Serie einen Schein über eine halbe Deutsche Mark ausgegeben, sondern die Deutsche Notbank folgte nach einer Übergangsphase vom 24. Juni bis 26. Juli 1948, in der mit Spezialkupons beklebte alte Reichs- und Rentenmark-Scheine galten, ab 25. Juli 1948 mit ihrer ersten Notenserie für die SBZ , die mit dem niedrigsten Wert über 50 Pfennig begann. Der höchste Wert der Serie 1948 betrug 1000 DM. Ich hoffe, ich konnte Ihnen damit helfen. Hans-Ludwig Grabowski Literaturempfehlung: Hans-Ludwig Grabowski Die deutschen Banknoten ab 1871 Das Papiergeld der deutschen Notenbanken, Staatspapiergeld, Kolonial- und Besatzungsausgaben, deutsche Nebengebiete und geldscheinähnliche Wertpapiere und Gutscheine Titel: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-183-3 Auflage: 22. Auflage 2020 Format: 14,8 x 21 cm Abbildungen: durchgehend farbig Cover-Typ: Hardcover Seitenanzahl: 928 Preis: 39,90 Euro Mehr lesen …

  • Aserbaidschan: Neue 20-Manat-Note kommt im Februar 2022

    Die Zentralbank der Republik Aserbaidschan gab am 8. Dezember bekannt, die neue 20-Manat-Banknote am 10. Februar 2022 in Umlauf zu geben. Bisher erschienen bereits aktualisierte Noten über 1, 5 und 50 Manat. Auch der Zwanziger mit dem Thema "Karabach" wird mit verbesserten Sicherheitsmerkmalen ausgestattet: Dazu zählen ein 3D-Hologramm, ein Spark-Live-Element, ein Wasserzeichen mit dem Wappen der Republik Aserbaidschan und dem Nominal, ertastbare Streifen an beiden seitlichen Rändern der Vorderseite für Menschen mit Sehbehinderung, ein Sicherheitsstreifen, irisierende Druckeffekte und Mikrotexte. Der Kaukasus-Ragwurz auf der Vorderseite gilt als Siegessymbol und deutet auch auf den Sieg Aserbaidschans im Krieg im Jahr 2020 um die überwiegend armenisch besiedelte Region Bergkarabach hin, deren Kultur auf dieser Banknote durch Helm und Schwert präsentiert wird. Nach der Einführung der neuen 20-Manat-Noten sollen die derzeit im Umlauf befindlichen Scheine desselben Nominals vorerst parallel in Verwendung bleiben. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

  • Ergebnisse der 141. Teutoburger Münzauktion

    Am Montag, 6.12.2021, wurde die 140. Auktion gestartet und am 10.12.21 fand dann die 141. Auktion (Banknoten) der Teutoburger Münzauktion GmbH statt. Einige Highlights der 141. Auktion: Los 4733: Finnland, 100 Markkaa 1898. No 0070255 mit 2 Originalunterschriften. IV, min. Einriss und etw. fleckig, äußerst selten Diese Var. mit Handunterschrift wurde nach unserem Wissen seit Jahren nicht mehr im Handel angeboten. Zuschlag: 4.800 Euro. Los 4816: Mecklenburg-Strelitz, 5 Thaler 1.6.1869. Mecklenburgischer Rentei-Cassen-Schein. I, selten, Zuschlag: 1.450 Euro. Los 4905: Deutsche Auslandsbanken, 100 Dollar 1.7.1914. Filiale Peking. Nicht ausgegebener Schein in exklusiver Erhaltung. I-, Prachtexemplar, von größter Seltenheit, besonders in dieser Erhaltung. Zuschlag. 25.000 Euro. Los 4926: (ohne Ortsangabe), Employment Board for Jewish Displaced Persons, 100 Unit o.D. (1947) II-, von größter Seltenheit, zuschlag: 2.300 Euro. Los 4927: (ohne Ortsangabe), Feldpost-Nr. 32 117 A-D, 50 Öre o.D. (1942). Ohne Wz. II, selten, Zuschlag: 1.650 Euro. Los 4928: (ohne Ortsangabe), Feldpost-Nr. 32 117 A-D, 10 Öre o.D. (1942). Ohne Wz. II-, kl. Nadelstich u. leicht stockfleckig, selten, Zuschlag: 1.500 Euro. Los 4929: (ohne Ortsangabe), Feldpost-Nr. 32 117 A-D, 5 Öre o.D. (1942). Ohne Wz. III, selten, Zuschlag: 1.400 Euro. Los 5067: Hamburg (Hamburg), Hamburgische Landesbank Girozentrale. 50 Reichsmark 30.4.1945. Rote KN 000000. Das einzige bekannte Exemplar mit gedruckter KN und das 2. bekannte Ex. überhaupt. (Bei Grabowski wurde das Ex. aus dem LSK retuschiert , ohne Flecke, abgebildet). I-II, leichte Wasserflecke, von größter Seltenheit (Unikat) Am 20. April 1945 wurde die Ausgabe dieses Aushilfsgeldes auf Grund der Verordnung des Reichsstatthalters beschlossen und die Firma Paul Hartung in Hamburg mit dem Druck der Scheine beauftragt. Zum Druck der Umlaufscheine kam es jedoch nicht mehr. Am 3. Mai 1945 wurde Hamburg britisch besetzt, der Druck am 5. Mai wurde abgesagt. Anbei Kopien von Briefwechseln der Firma Hartung aus den Jahren 1945 und 1953. Demnach wurden alle Druckplatten vernichtet, von den wenigen Andrucken befand sich 1953 ein Archivexemplar in der Firma Hartung, ggf. ein weiteres in der Hamburgischen Landesbank oder Landeszentralbank. Zuschlag: 4.500 Euro.

  • Aus privaten Sammlungen: Stadtgemeinde Danzig, 10.000 Mark vom 26.6.1923

    Objekttyp: Notgeldschein Sammlung: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski Historischer Kontext: Danzig war bis 1919 Hauptstadt der preußischen Provinz Westpreußen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Stadt mit ihrem Umland vom Deutschen Reich getrennt und ab 10.01.1920 zur Freien Stadt mit eigenem Parlament und Senat unter dem Schutz des Völkerbunds erklärt. Die Bildung der Freien Stadt stellte einen Kompromiss zwischen den polnischen und von Frankreich unterstützten Absichten zur Einverleibung der Stadt und des Hafens nach Polen einerseits und dem von Großbritannien befürworteten Selbstbestimmungsrecht der zu über 95% deutschen Bevölkerung andererseits dar. Danzig wurde damit zum Streitobjekt zwischen Deutschland und Polen. Die Beschießung der von Polen besetzten Danziger Westerplatte durch das deutsche Schulschiff „Schleswig-Holstein“ am 1. September 1939 steht für den Beginn des Zweiten Weltkriegs. Mit der fortschreitenden Inflation der deutschen Reichswährung musste auch der Senat der Freien Stadt Danzig (Verwaltung der Stadtgemeinde) eigenes Notgeld ausgeben. Hierbei handelte es sich lediglich um Notgeld für die Stadtgemeinde Danzig und nicht für das gesamte Gebiet der Freien Stadt Danzig mit dem Danziger Umland, wo es eigenes Notgeld gab. Land/Region/Ort: Freie Stadt Danzig, Danzig, Stadt Emittent: Senat, Verwaltung der Stadtgemeinde Danzig Nominal: 10.000 Mark Deutscher Reichswährung Datierung: 26.06.1923 Umlauf: 30.06.1923 – 31.12.1923 Vorderseite: Links: Bildnis eines Danziger Kaufmanns (Gemälde von Hans Holbein d.J.), Mitte: Danziger Kogge auf dem Meer vor der Stadt im Unterdruck, Rechts unten: rotes Siegel des Senats mit Stadtwappen Rückseite: Links: "Englisches Haus", Rechts: Katharinenkirche, Mitte: Stadtwappen mit zwei Löwen als Schildhalter in einem Siegel mit Währungsangabe Unterschriften: Dr. Heinrich Sahm (1877 – 1939) / Dr. Ernst Volkmann (1881 – 1959) Wasserzeichen: Nr. 160, Verschlungene Quadrate Format: 150 x 88 mm Material: Papier Herstellung: Druck, deutsche Privatdruckerei Nummerierung: 051428 Authentizität: Original Zitate: DAN-18 (SCWPM), B206 (Linzmayer: The Bank Note Book), DAN-23 (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871), 799 (Rosenberg/Grabowski), G8 (Milczak) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.

  • MIF: Paper Money Fair – Valkenburg im April 2022

    ÜBER DIE MIF 2022 Mit Ausstellern aus der ganzen Welt und einer Fläche von 2000 m² wird die MIF 2022 eine der größten Veranstaltungen für Händler, Investoren und Sammler von Papiergeld, Wertpapieren und Münzen sein. Die MIF Paper Money Fair 2022 wird von MIF EVENTS in Zusammenarbeit mit der Halle Polfermolen in Valkenburg (Niederlande) organisiert, die der Veranstaltungsort für die Messe sein wird. Die Veranstaltung ist als Paper Money Fair angekündigt. Das bedeutet, dass in erster Linie Papiergeld angeboten wird, aber es ist auch erlaubt, andere numismatische Produkte anzubieten. Während der MIF Paper Money Fair 2022 wird es eine Saalauktion geben, die von Stacks & Bowers aus den Vereinigten Staaten als Hauptsponsor durchgeführt wird. Die Auktion findet in der Halle Polfermolen in Valkenburg auf der Ausstelleretage im Raum P statt. Die MIF Paper Money Fair 2022 findet am Samstag, den 23. April, und Sonntag, den 24. April, in Valkenburg statt. Freitag, der 22. April ist ein reiner Ausstellertag. ÖFFNUNGSZEITEN Samstag, 23. April 2022, 10.00 - 18.00 Uhr Sonntag, 24. April 2022, 10.00 - 17.00 Uhr Freier Eintritt für Besucher an diesen Tagen! (23./24. April 2022) STANDORT De Polfermolen Plenkertstraat 50 6301 GM Valkenburg aan de Geul Niederlande. KONTAKT Telefon: +32 (0)496 86 73 28 E-Mail: info@mif-events.com

  • Lagergeld aus russischen Kriegsgefangenenlagern des Ersten Weltkriegs

    In einem Nachbericht zur 139. Teutoburger Auktion vom 17. September 2021 berichteten wir u.a. über vier Lagergeldscheine aus dem russischen Kriegsgefangenenlager Spasskoje zu 1, 5, 10 und 15 Kopeken ohne Datum (1917), die hier für 200 Euro ausgerufen und mit sensationellen 7.500 Euro zugeschlagen wurden. Dass Scheine aus russischen Kriegsgefangenenlagern des Ersten Weltkriegs wirklich selten sind, ist schon länger bekannt. Wir möchten dies zum Anlass nehmen, um einen wahren Schatz aus unserem Archiv zu bergen und Ihnen hier im Blog zu präsentieren. 1930 verfasste Oberst Aug. v. Müller-Wandau unter Verwendung von Abbildungen aus dem Sammelwerk "In Feindeshand" der damaligen Verlagsanstalt Amon Franz Göth aus Wien Beiträge in den "Mitteilungen der Numismatischen Gesellschaft Wien" (Bd. XVI, Nr. 46, 47 und 48 vom Oktober bis Dezember 1930), in denen er über das Lagergeld in russischen Kriegsgefangenenlagern des Ersten Weltkriegs berichtete. Ein Reprint erschien 2000 in unserer Zeitschrift "Der Geldscheinsamler". Lesen Sie hier den kompletten Original-Artikel, den wir nun zusätzlich umfangreich bebildert haben. Kriegsgefangenen-Lagergeld im Rahmen russischer und sibirischer Papiergeld-Emissionen 1915 – 1919 Mit dem Worte „Kriegsgefangenen-Lagergeld“ werden uns jene „Lagergeldscheine“ in Erinnerung gerufen, die man in den Kriegsjahren – etwa vom Sommer 1916 angefangen – in den diversen Verschleißstellen des k. u. k. Kriegsfürsorgeamtes in Wien und in den Landeshauptstädten erstehen konnte. Mit Bewilligung des Kriegsministeriums und ausschließlich zum Verkehr innerhalb des Lagers ausgegeben, sollten diese Lagergeldscheine gemäß ihrer ursprünglichen Bestimmung Fluchtversuche der mit dem Lagergeld Beteilten erschweren und das Tesaurieren von kurrentem Geld verhindern. Späterhin dienten sie lediglich nur dazu, um die Ersparnisse der Kriegsgefangenen nicht in kurrentem Gelde, sondern eben in gleichlautenden Lagerscheinen in „Lager-Depositenkassen“ zu hinterlegen, für welches es eigene Depositenverwaltungen gab. Als diese Scheine zu Sammelobjekten vorrückten, erlangte das rührige k. u. k. Kriegsfürsorgeamt das Verkaufsmonopol derselben und erschloss sich damit eine neue günstige Einnahmequelle für seine humanitären Zwecke. Beim Umsturze, November 1918, soll es dort noch für fast 1 Million Kronen Lagerscheine gegeben haben; sie wurden als Makulatur verkauft. Wesentlich anders zeigte sich uns ein Kriegsgefangenenlagergeld, das wohl niemals in Geschäftsauslagen ausgestellt war, um von Sammlern erstanden zu werden, und das dennoch nicht verdient, der Vergessenheit zu verfallen: Entstanden um 1917/18 in mehreren Kriegsgefangenen­lagern Sibiriens und Turkestans, wurden diese schlichten Geldscheine nicht von der militärischen Lagerbehörde, sondern – und das gibt ihnen ihr ganz besonderes Gepräge – von österreichisch-ungarischen und reichsdeutschen Kriegsgefangenen selbst geschaffen und in Verkehr gesetzt. Erster Weltkrieg, Kriegsgefangene in zerschlissener Kleidung (Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski) Die im Winter 1914/15 und 1915 in den zumeist überfüllten Kriegsgefangenen­lagern und auf Arbeitsstätten in Sibirien und Turkestan ausgebrochenen Epidemien forderten ungeheure Opfer unter den Kriegsgefangenen. Durch das Eingreifen der Mittelmächte und der skandinavischen Staaten im Jahre 1915 gelang es im Wege verschiedener Rot-Kreuz-Organisationen und neutraler Delegationen, Hilfsaktionen durchzuführen, die sich – nebst einer Änderung der sanitären Zustände – bis Ende 1916 in einer allgemeinen Besserung der oft trostlosen Lage der Kriegsgefangenen und der Organisation innerhalb der ­Lager auswirkten. Unter Beibehaltung des militärischen Kommandos und der Bewachung durch russische Organe fungiert nun der rang­älteste österreichische, ungarische oder reichsdeutsche Offizier innerhalb des Lagers als Lagerkommandant. Ein sogenanntes Wohlfahrtskommitee, gebildet aus gewählten Vertretern der Offiziere und Mannschaften jeder Nationalitätengruppe (Beschlüsse der Stockholmer Konferenz von 1916) übernimmt die Vertretung der Wünsche und Klagen der Gefangenen und tritt in unmittelbare Verbindung mit den Delegationen, aus deren Händen die von den Mittelmächten und den neutralen Staaten gewidmeten Gelder übernommen werden. – Derart finanziell gestützt entstehen Werkstätten und diverse Betriebe, aber auch Büchereien, Orches­ter, Theater und dergleichen, unter Leitung von Ausschüssen stehend, die ihrerseits in einer Zentrale vertreten sind, der die Vermittlung von Verkäufen und Einkäufen, und eventuell die oberste finan­zielle Gebarung obliegt. In dieser Verfassung erreicht im Frühjahr 1917 unsere Kriegsgefangenen in Sibirien und Turkestan ziemlich überraschend die Nachricht von der russischen Revolution und der Abdankung des Zaren Nikolaus II. Russland, Zarenreich, RUS-9c: Staatlicher Kreditschein zu 3 Rubel von 1905 (1914), Vorder- und Rückseite, (Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski). Als sichtbares Zeichen der geänderten Regierungsform gelangt bald ein neues Papiergeld in die Hände der Kriegsgefangenen: Die von der provisorischen Regierung (Kerensky) emittierten Geldscheine. Bis dahin standen im ganzen Zarenreiche die Reichskreditbillete zu 1, 3, 5, 10, 25, 100 und 500 Rubel im Verkehr, gemeinhin „Zaren-Rubelnoten“ genannt. Russland, Zarenreich, RUS-16/21: Briefmarkengeld zu 1 und 10 Kopeken ohne Datum (1915), Vorder- und Rückseiten, (Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski). Russland, Zarenreich, RUS-31c: Kleingeldschein zu 50 Kopeken ohne Datum (1915), Vorder- und Rückseite, (Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski). Das Verschwinden des Metallgeldes, auch der Scheidemünze – die ersten Kriegsfolge – nötigt die russische Regierung, mit 11. Oktober 1915 den Umlauf eines Ersatzgeldes zuzulassen: die aus stärkerem Papier hergestellten Postmarken der sogenannten Romanow-Serie, in Werten zu 1, 2, 3, 10, 15 und 20 Kopeken, bald darauf zur Ausgabe von Münzscheinen zu 1, 2, 3, 5 und 50 Kopeken. Russland, Provisorische Regierung, RUS-37a: Staatlicher Kreditschein zu 1000 Rubel (Duma-Rubel) von 1917, Vorder- und Rückseite, (Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski). Russland, Provisorische Regierung, RUS-35a: Staatlicher Kreditschein zu 5 Rubel mit Serie und Nummer von 1909 (1917), Vorder- und Rückseite, (Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski). Russland, Provisorische Regierung, RUS-38: Staatlicher Schatzschein zu 20 Rubel ohne Datum (1917), Vorder- und Rückseite, (Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski). Die provisorische Regierung (Kerensky) verordnet mit 9. Mai 1917 vorerst die Ausgabe eines Reichskreditbillets zu 1000 Rubel, sogenannte Dumarubel, ferner mit 22. desselben Monats die serienweise Nummerierung der 5-Rubel-Note. Schließlich erscheint mit 14. September ein neuer Typus von Scheinen, die angedeuteten, sogenannten Kerensky-Noten, und zwar, nebst einem Reichskreditbillet zu 250 Rubel, noch „Schatzscheine“ zu 20 und 40 Rubel, zu deren Druck die Klischees für Konsularmarken verwendet werden und die in ganzen Bogen, ungeschnitten, zur Ausgabe und ungeheuren Verbreitung gelangen. Ostfront, April 1917: Verbrüderung von russischen, österreichisch-ungarischen und deutschen Soldaten zu den Osterfeiertagen (15./16.4.1917) zwischen den Stellungen in Galizien. In der Mitte ein russischer Soldat mit weißer Fahne. (Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski). Ostfront, Ende November 1917: Als Erinnerung an die Friedensverhandlungen zwischen Deutschen und Russen von einem deutschen Offizier aufgenommenes Foto der russischen Delegation. (Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski). Wenige Wochen nach der Ausgabe der obgenannten Schatzscheine geht die Regierungsmacht in die Hände der Bolschewiki über. Die nunmehrige Sowjetregierung geht bekanntlich sehr bald mit den Mittelmächten einen Waffenstillstand ein, dem Friedens-verhandlungen in Brest-Litowsk folgen und die am 3. März 1918 zur Unterzeichnung des Friedensschlussprotokolls führen. Nun ist der Weg auch für Übereinkommen betreffend Austausch beziehungsweise Heimbeförderung der beiderseitigen Kriegsgefangenen frei, und es beginnen die von Deutschland und Österreich-Ungarn entsendeten sogenannten Evakuierungskommissionen ihre Tätigkeit in Russland, aus welchem Reiche in der Tat bis zum Herbst 1918 rund 450.000 österreichisch-ungarische Kriegs- und Zivilgefangene in ihre Heimat gelangen. Bevor noch die für Sibirien und Turkestan bestimmten Evakuierungskommissionen ihre Tätigkeit aufnehmen können, werden diese Reiche durch den Aufstand der Tschechen von Russland abgeschnitten. Um diese Zeit befinden sich noch rund 500.000 Kriegsgefangene in Sibirien und Turkestan. Durch den Brest-Litowsker-Frieden sich der Möglichkeit beraubt sehend, auf russischer Seite gegen die Mittelmächte zu kämpfen, trachten die Tschechen vom Frühjahr 1918 an ostwärts über Sibirien nach Wladiwostok und per mare nach Europa zu gelangen. In der Ausnützung der wichtigen transsibirischen Eisenbahnlinie kommt es zu Reibungen zwischen den Tschechen und Sowjets und bald zur gewaltsamen Besitzergreifung von durch Internationalisten verteidigten Bahnhöfen und von an der Bahnlinie gelegenen Örtlichkeiten durch die tschechischen Formationen. Vielfach mitgerissen durch das aufständische Verhalten der Tschechen, wenden sich nun die Bürgerlichen mit diesen – Weiße genannt – gegen Sowjets und Internationalisten – die Roten –, bilden verschiedene antisowjetische Regierungen, die schließlich – seit November 1918 – in der allrussischen Regierung des Admirals Koltschak aufgehen. – Japanische Truppen landen im April, andere Kontingente der Ententemächte (Franzosen, Engländer, Italiener, Amerikaner) im Juli 1918 in Wladiwostok und gelangen in sibirische Städte. Russland, Sibirien, Provisorische Regierung, RUS-S818: Kreditschein zu 10 Rubel von 1918, Vorder- und Rückseite, (Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski). Russland, Sibirien, Provisorische Regierung, RUS-S828: 50 Kopeken ohne Datum (1919), Vorder- und Rückseite, (Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski). Russland, Sibirien, Sibirische Regierung, RUS-S859b: Schatzschein zu 25 Rubel vom 1.6.1919, Vorder- und Rückseite, (Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski). Russland, Sibirien, Sibirisches Revolutions-Komitee, RUS-S901: Losanleihe zu 4,50 Rubel ohne Datum (1920), Vorder- und Rückseite, (Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski). Die sibirische Regierung ermangelt nicht, auch ihr besonderes Papiergeld zu emittieren. – Die allrussisch-sibirische Regierung gibt vorerst (1918) Kreditbillete zu 1, 5 und 10 Rubel (gedruckt in Omsk), dann zierliche Münzscheine zu 50 Kopeken (in orangegelber Farbe, gedruckt von der American Banknote Company), schließlich Kreditbillete zu 3 und 300 Rubel aus. Die unter Leitung Koltschaks stehende Regierung emittiert (1918/19) „Schatzscheine“ in Abschnitten zu 25, 50, 100, 250, 500 und 1000, sowie 5000 Rubel und bringt schließlich die drei ersten Serien der unter der provisorischen Regierung (Kerensky) projektierten, damals nicht zur Ausgabe gelangten, 41⁄2% Losanleihe zu 200 Rubel von 1917 samt Coupons (gedruckt von der American Banknote Company) als Papiergeld in Verkehr. Teils schon nach der Ausgabe des Kerensky-Geldes, teils erst zur Zeit der Koltschak-Emissionen macht sich in vielen Kriegsgefangenenlagern Mangel an Kleingeld, richtiger an niederen Rubelwerten fühlbar. – Die Inflation des Kerensky-Geldes bewirkt örtlich oder vorübergehend ein Zurückhalten des sogenannten Zarengeldes; das schlechtere Geld verdrängt das bessere. Vorwiegend die kriegsgefangenen Offiziere und Gleichgestellten, denen der Monatsgehalt (50 Rubel, Stabsoffiziere 100 Rubel) in Noten in großen Abschnitten ausgefolgt wird (Kerenskysche Schatzscheine zu 20 und 40 Rubel ungeschnitten, in Bogen, oder Koltschaksche zu 25, 50 und mehr Rubel) haben Schwierigkeiten, um in der Offiziersmesse, in Kaffeehäusern, Verkaufsläden (Lafka) und dergleichen Zahlungen und Einkäufe in niederen Rubelnoten zu bewirken; aber auch die Wohlfahrtskommitees (Wohlfahrtsorganisationen) respektive die Zentrale benötigen solche für die von ihnen geleiteten Betriebe. – In einzelnen Lagern angewendete Notbehelfe (Ausgabe von Bons und dergleichen) beheben nicht befriedigend die Widerwärtigkeit des Kleingeldmangels. Ganz unabhängig voneinander, ohne Kenntnis geplanter oder schon bestehender, abhelfenden Einrichtungen in anderen Lagern, somit zeitlich verschieden, wird – nach eingehenden Betrachtungen – in vielen Kriegsgefangenenlagern die Einführung eines eigenen Lagergeldes beschlossen, zu dessen Ausgabe sich die Kasse des Wohlfahrtskommitees am geeignetsten erweist, da sie von auswärts zufließende Unterstützungsgelder für Lagerbetriebe empfängt und zweckdienlich verwaltet. Unter kommissioneller Überwachung wird ein Teil des Geldbestandes der Lagerkasse (mitunter sogar versiegelt) hinterlegt und der gleiche Betrag etwa bei der nächsten Gageauszahlung in Lagergeldscheinen ausgegeben. In der Folge vollzieht sich die Ausgabe derselben unter genauester Buchhaltung und Kontrolle, wobei auf die volle Deckung der Scheine besonders geachtet wird. Mit der Begebung verpflichten sich die Aussteller, in entsprechender Menge präsentierte Lagergeldscheine jederzeit in Noten größerer Abschnitte oder (wenn für Einkäufe auswärts notwendig) auch in sogenannte Zarenrubel einzulösen. Die Lagergeldscheine selbst werden zumeist von kriegsgefangenen Offizieren oder Offiziersaspiranten hergestellt. Aus Ersparungsrücksichten meist in kleinen Ausmaßen gehalten, in Abschnitten zu 1⁄2, 1, 3, 5 und 10 Rubel, selten zu 25 Rubel (in einzelnen Lagern auch Kopekenscheine), sind sie als schwarze oder farbige Holzschnitte oder sogenannte Linoleumschnitte, nach Zeichnungen oft sehr kunstfertiger Männer oder auf hektographischem (lithographischem, autographischem) Wege hergestellt, vervielfältigt mittels einfacher, meist selbst konstruierter Handpresse und auch selbst erzeugten Farbstoffen. – Nebst Wertangabe, Benennung des emittierenden Lagers und der Bezeichnung „Lagergeld“ (dies zumeist auch in ungarischer Sprache) tragen die Scheine mindestens zwei handschriftliche Fertigungen (mitunter in Faksimile), ferner – dies immer handschriftlich – Serienbezeichnung und Nummer. – In späterer Zeit, als bereits in den meisten Lagern sogenannte „Industrien“ bestehen, finden wir auch Papiergeld, das aus regelrechten, vielbeschäftigten Druckereien hervorgegangen ist. Teils gegen die Absicht der Emissionsstelle, teils vorsätzlich gelangen solche Lagerscheine bei Einkäufen und dergleichen in die nächste Stadt oder Örtlichkeit als Zahlungsmittel; sie werden dort angenommen, da den Inkassanten die präsentierten Lagerscheine auf Verlangen stets gegen kurrentes Papiergeld eingelöst wird; man hat Vertrauen zu diesen Scheinen. – Solcherart verkehrt das von unseren Mitbürgern im Feindesland emittierte Lagergeld – mit Stolz und Genugtuung heben dies alle mir zugekommenen Berichte hervor – geraume Zeit bei der Bevölkerung im Umkreis des Lagers und wird angeblich sogar an Bahn- und Schiffahrtsstationen genommen. Zusammenfassend scheint diese Art Lagergeld mit frei übertragbaren Anweisungen vergleichbar, also Anweisung auf x-Rubel, zahlbar gegen Sicht bei Lagerkassa; als solche macht sie selbstredend Schwankungen des Rubelkurses mit, wobei zu bemerken ist, dass, nach der Infla­tion des Kerensky-Geldes, unter der sibirischen Regierung vorübergehend eine Deflation eintritt. Es scheint fast selbstverständlich, dass sich die Emission des Lagergeldes nicht in allen Lagern in der vollkommen gleichen, in der oben skizzierten Art abwickelte. Örtliche Verschiedenheiten, Standesverhältnisse, Unterschiede in den Lagerorganisationen, wohl auch Zwiespältigkeiten der Nationalitätengruppen und manch anderes wirken hier modifizierend. Hervorzuheben wäre unbedingt, dass die vorhin skizzierten Lagergeldemissionen gewissermaßen ihre Vorläufer in den sogenannten Lafka-Scheinen (auch Kantinen-Gelder) genannt haben, die fast in allen Mannschaftslagern, überdies auch in Offizierslagern, im Verkehr stehen. – Die Lafka (das ist ein Kaufladen für alle Art Lebensmittel und Gebrauchsartikel) – anfangs unter russischer Verwaltung stehend, später in jene gewählter kriegsgefangener Vertrauensmänner übergehend – ist bereits durch das Verschwinden des Hartgeldes in Kleingeldmangel verwickelt, also schon 1915, und behebt diesen durch Ausgabe von „Bons“ (Zahlmarken), die von der Lafka-Verwaltung, sobald die Summe der präsentierten „Bons“ einen festgesetzten Wert in Kopeken (oder Rubel) erreicht, wieder in kurrentes Papiergeld eingelöst werden. – Auch in Lagerbaracken, die Kaffeehäuser oder andere gemeinnützige Betriebe unterhalten, bedienen sich die Verwaltungen dieser „Bons“. So leiten diese ersten „Geldzeichen in Papier“ unschwer zu den Lagergeldemissionen in den Offizierslagern hinüber, als diese ihrerseits später durch Kleingeldmangel in ihren Menagegruppen usw. ins Gedränge kommen. Im Jahre 1919 tritt eine wesentliche Verschlechterung der Verhältnisse in den dortigen Kriegsgefangenenlagern ein. Diese sowie viele andere wirtschaftliche Nöte veranlassen die meisten Offizierslager, sich durch eigene Arbeit Geld und Lebensunterhalt zu schaffen, was zur Gründung von sogenannten „Industrien“ führt. Mit den „Industrien“ entstehen in mehreren Lagern Banken, die teilweise die Funktionen des Wohlfahrtskommitees übernehmen, namentlich dort, wo sie auf gemeinnütziger Grundlage errichtet sind; mit dem Bankbetriebe wird vielfach auf den bargeldlosen Verkehr übergegangen. Im übrigen setzt die fortwährende Geldentwertung die Bedeutung des Lagergeldes herab, da seine niederen Nominale geringe oder fast keine Kaufkraft mehr besitzen. Im Herbst 1919 vollzieht sich mit der über den Winter auf 1920 andauernden Vor­rückung der Sowjetarmeen gegen Osten – die demoralisierte „weiße Armee“ vor sich hertreibend – der Sturz der Regierung Koltschak und schließlich die Besitzergreifung Sibiriens durch die Sowjets, mit Ausnahme Ost-Sibiriens, das – es sind dort Ententetruppen angesammelt – vorläufig noch „weiß“ bleibt. In den dortigen Lagern befinden sich noch rund 15.000 Kriegsgefangene. Russland, RUS-82: Staatlicher Geldschein zu 2 Rubel ohne Datum (1919), Vorder- und Rückseite, (Abb. Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski). Mit den Sowjets dringt auch das von deren Regierung emittierte Papiergeld ins Land. Mit der Etablierung ihrer Herrschaft in Sibirien erklären die Bolschewiken das von der sibirischen Regierung emittierte Papiergeld für ungültig und lösen gleichzeitig die Kriegsgefangenenlager auf. – Damit ist die Kriegsgefangenenindustrie vernichtet und auch das Kriegsgefangenenlagergeld – wo es noch besteht – hat sein Ende gefunden. Nachstehend folgt eine Anführung jener Kriegsgefangenenlager, in welchen nachweisbar ein eigenes Lagergeld emittiert wurde, nebst einer – des Raummangels wegen – nur kurz gehaltenen Beschreibung dieser „Geldzeichen in Papier“. Die Anführung der Lager – größtenteils bei Städten an der sogenannten transsibirischen Eisenbahn gelegen – reiht sich von Westen nach Osten zu. – Beschreibung und sonstige Angaben stützen sich teils auf die mir vorliegenden Lagerscheine selbst, teils auf schriftliche Berichte, die mir auf Verlangen von in den Lagerverwaltungen tätig gewesenen, österreichischen (auch einzeln ungarischen) ehemaligen Kriegsgefangenen – meistens Nicht-Berufsoffizieren – zugekommen sind und denen an dieser Stelle nochmals der wärmste und kameradschaftliche Dank hierfür ausgedrückt sei. Trotz jahrelanger Bemühungen, bei sicherlich viel Eifer und Liebe zur Sache, kann vorderhand keine lückenlose Übersicht vorgelegt werden. Von den Lagerscheinen selbst sind nur ganz wenige Exemplare, quasi als „Andenken“ über den Tausende von Kilometern langen Land- oder Seeweg in die Heimat unserer Kriegsgefangenen gelangt; waren es doch gut fundierte, korrekt verwaltete Geldscheine, die zeitgerecht einberufen, eingelöst und vernichtet wurden. Mögen sie hier gebührende Beachtung und fachgemäße Erhaltung finden! Lagergeldschein des Kriegsgefangenelagers in Petropawlowsk vom Frühjahr 1919. Petropawlowsk: Frühjahr 1919 – von den Offizieren der Baracke Nr. 11 Lagergeld ausgegeben, in Abschnitten zu 1⁄2, 1, 3 und 5 Rubel. Deckung anfangs 30.000, später 70.000 Rubel. Holzschnitte vom Ingenieur und akademischen Bildhauer Richard Rudrich (Wien), nach Zeichnungen von Emil Langer (Brünn). Klischee aus Buchenholz (Butterfaßboden), Druck mit selbsthergestellter Hebelpresse. Druckfarbe selbst angeriebene Ölfarben mit Seife emulsiert. Signaturen: Dr. Lind, Keil, Krulich und Langer. – Einberufung und Einlösung der Scheine September 1919 bei Abtransport nach Nikolsk-Ussurysk. 5 Rubel 1919, Kriegsgefangenenlager Barnaul. Barnaul: Lagergruppe (rund 1000 Offiziere). April (?) 1918, auf der Heimreise mit gefälschten russischen Dokumenten und von gekauftem russischen Personal geführter Eisenbahnzug gelangt nur bis Samara; zur Umkehr gezwungen (Tschechenaufstand) und wird in Nowo-Nikolajewsk, später Barnaul interniert – gibt dort Ende 1919 Lagergeld aus in Abschnitten zu 1, 3, 5 und 10 Rubel. – Holzschnitte nach Zeichnung des Fähnrichs Heinrich Soukup. – Signaturen: Hauptmann Lechner und Fröhlich (reichsdeutscher Hauptmann und Stellvertreter Lechners). Ende des Lagergeldes mit Einzug der Sowjets: November 1919. 50 Kopeken-Schein 1919 aus dem Kriegsgefangenenlager Atschinsk. Atschinsk: Sommer 1919 emittiert dortige „Verkehrsbank“ Lagergeld. Nominale: 50 Kopeken, 3 und 5 Rubel (im Betrag zu je 5, 20 und 30.000 Rubel), aus parafiniertem Papier. – Holzschnitte von Rübsam, nach Zeichnungen von Architekt Jeney. – Rückseite: Aufdruck (auch in ungarischer und russischer Sprache): „Verkehrs-Bank.“ – Lagergeld eingezogen, eingelöst und vernichtet: Jänner 1920. Kriegsgefangenenlager Kansk, 2 Rubel- Schein der I. Emission vom Sommer 1919. Kansk: Im reichsdeutschen Offizierslager Sommer 1919 I. Emission eines Lagergeldes. Nominale: 10, 15 und 50 Kopeken; 1, 2, 4 und 10 Rubel (2 und besonders 4 Rubel = ungewöhnliche Nominale). – Holzschnitte nach Zeichnungen vom akademischen Maler Gerlach (Berlin). Druck mit selbsthergestellter Druckerschwärze. Signaturen: J. Heimann, von Pusch, Scherling. II. Emission: Nominale: 1, 3, 5, 10 und 25 Rubel, lithographisch (autographisch) hergestellt. Zeichnung von Konrad. Signaturen: Tugendhart und Schröder. Gesamtwert der Emissionen 300.000 Rubel (nicht sicher). Einziehung und Einlösung der Scheine 1920 bei allgemeinen Übergang auf Scheck- und Clearingverkehr, der im österreichischen Offizierslager schon seit 1919 besteht. (Dort Scheckkasse eingerichtet und geleitet von Karl Klein, derzeit österreichische Postsparkassa Wien.) Zairkutny Gorodek bei Irkutsk: 1919 emittiert Offizierslager Lagerscheine zu 1⁄2, 1 und 3 Rubel, hergestellt in der Druckerei von Irkutsk. – Keine Signatur. – Rückseite, nebst Nummer Stampiglienaufdruck: Irkntsk (n = Druckfehler). Nähere Angaben bisher nicht erlangbar gewesen. Lager Baratenaja bei Irkutsk: 3 Rubel-Schein der Wohlfahrts-Organisation vom Herbst 1919. Batarenaja bei Irkutsk: Die „Wohlfahrtsorganisation“ des Lagers gibt Herbst 1919 Lagergeld in Abschnitten zu 50 Kopeken, 1 und 3 Rubel aus; mehrere (3?) verschieden ausgeführte Emissionen, von denen die letzte den Text: „Rubel zahlt hierfür die Wohlfahrts-Organisation“ auch in ungarischer Sprache anführt. Auf lithographischem Wege hergestellt, nach Zeichnungen des akademischen Malers Professor Grube (Wien). Signaturen: Reicht (für Deutschland), Arlt (für Österreich) und Hadfy (für Ungarn). Im Lager auch eine sehr gut organisierte „Zentralbank“ (Leiter: W. v. Arlt und Silbermann). Kriegsgefangenenlager Beresovka, 3 Kopeken, handschriftlich ausgefertigt auf Postkartenpapier vom Winter 1915 auf 1916. Beresovka: Winter 1915/16 wird im Nordlager (vollständige Absperrung der einzelnen Baracken innerhalb des Konzentrationslagers) von Dr. Erich Gross (Wien), ein privates Notgeld (Gutscheine) im Gesamtwert von 30 Rubel ausgegeben; zunächst nur für Insassen der Baracke. Nominale: 1, 3, 10 und 50 Kopeken; aus Postkartenpapier geschnitten, handschriftlich ausgefertigt. Signatur: Dr. Groß, bei 50 Kopeken überdies Vymetal, Hauptmann. Später auch von der russischen Lafka genommen, wird Sommer 1916 offizielles Lager-Notgeld für alle Baracken, bei wiederholter Erhöhung des Gesamtwertes. II. Emission: Nominale nur 10 und 50 Kopeken. Signaturen: Hostinsky-Czeppan. Einberufung, Einlösung und Vernichtung der Scheine 1918 bei Übergang zu Scheckverkehr. Lagergeldschein über 1 Rubel vom Sommer 1918 aus dem Lager Troitzkosawsk. Troitzkosawsk: Sommer 1918 gibt „Zentral-Kassa“ (das ist Geldverwaltung und Buchhaltung aller Menagegruppen und Wohlfahrtsinstitute) „Bons“ zu 1⁄2, 1, 3, 5 und 10 Rubel aus (einseitig bedruckt) und emittiert später (wegen Umständlichkeiten bei deren Einwechslung) Lagergeld. Nominale: 1⁄2, 1, 3, 5 und 10 Rubel. Doppelseitig: Vorderseite: Doppeladler, „Lagergeld“; Rückseite: ungarischer Wappen, „Tabor Pénz“. – Holzschnitte von H. Spitzer, nach Zeichnung von Leutnant Gouda, Signaturen des Lagerkommandanten, Oberstleutnant (Alezeredes) Napoleon (in Faksimile) und handschriftlich Sofer (deutsche Seite) und Limbek (ungarische Seite). Einlösung des Lagergeldes gegen Zaren-Rubel bei Auflösung des Lagers. Pjestschanka: Im Mannschaftslager gibt der „amerikanische Hauptausschuß“ mit Datum 11. Dezember 1917 ein Lagergeld aus. Nominale: 1⁄2, 1, 3 und 5 Rubel. Hektographisch hergestellt. Signaturen: Hupak, Reinhard, Berkovics. – Über Lagergeldemission im Offizierslager bisher nichts erlangbar. Dauria: Die später nach Kansk gelangte Lagergruppe soll hier Lagergeld emittiert haben. Lagergeldschein über 15 Kopeken aus dem Offizierslager Strjetensk von 1916. Strjetensk: Offizierslager (Deutsche und Ungarn) emittiert 1916 Lagergeldserien zu 1, 3, 5, 10, 15, 20 und 50 Kopeken in kleinen Ausmaßen, aus durchscheinendem Papier, hektographisch hergestellt. Zeichnung von Architekt Jeney. (Auf der Rückseite Stempelaufdruck der russischen Lagerkanzlei.) – Infolge rascher Abnützung der Scheine wird später auf Herstellung im sogenannten Blaupausverfahren übergegangen. – Gänzliche Einlösung der Scheine bei Abtransport nach Atschinsk: 1918 (?). Chabarowsk: In einem mir zur Verfügung gestellten Tagebuchauszug wird unter „Chab. 16. Dezember 1917“ vermerkt: „In unserem Lager wird eine Notenbank gegründet. (Rubel 5, 3, 1 und Kopeken 50).“ Lagerscheine oder nähere Angaben bisher nicht erlangbar gewesen. Rubel-Schein des II. Bezirkes des Lagers Krasnaja-Rjetschka aus dem Jahre 1919. Lagerscheine von Krasnaja-Rjetschka aus der Zeit der japanischen Übernahme Ende 1919 über 5 Rin bzw. 1 Sen (Yen). Krasnaja-Rjetschka: 1. I. Bezirk des Lagers; Lagerkommando als Zentralstelle der Verwaltung aller Ins­titutionen emittiert Lagergeld mit Datum „20. I. 1918“ in Abschnitten zu 50 Kopeken, 1, 3, 5 und 10 Rubel (einseitig bedruckt), gleichzeitig als „Notgeld“ (ungarisch „Szükség Pénz“) und als „Lagergeld“ (ungarisch „Tabor Pénz“) bezeichnet. Umsatz angeblich 150.000 Rubel. Holzschnitte von Heinrich Soukup. Signaturen: Lechner, Hauptmann; Glatzl, Hauptmann; Katz, Leutnant, und Benell. Auf der Rückseite Rundstampiglien-Aufdruck: „k. u. k. 4. Feld-Jäger-Bataillons-Commando“ (Schutz gegen Nachahmung). Einberufung, Einlösung und Vernichtung der Lagerscheine bei Abtransport Frühjahr 1918 nach Nowo Nikolajewsk und Barnaul (siehe dort). 2. II. Bezirk (Artilleriekaserne) emittiert 1919 Lagerscheine zu 50 Kopeken, 1, 3 und 5 Rubel. Linoleumschnitte in violetter Farbe. (Ansicht des Lagers.) Signaturen: Cornél Hacker, Dr. Hartmann Skrein, Dr. Prosony (?). 3. Lagergruppe aus Chabarowsk September (?) 1919 hierher verschoben, emittiert „Wirtschaftszentrale“ Lagergeld. Nominale: 50 Kopeken, 1, 5, 10 und 25 Rubel. Holzschnitte nach Zeichnungen von Stefan Czokoly. Signaturen: Posewitz, Glatz, Hinic, Marschalko, Esztergomy, Wagner. – Druck von Joh. Heininger (Wien). – Nach Übernahme des Lagers durch Japaner (vorübergehend auch Amerikaner), Ende 1919, auf japanische Währung übergehend: II. Emission. Nominale: 1, 3 und 5 Rin, 1, 3, 5, 10, 20 und 50 Sen (10 Rin = 1 Sen [Yen]). Deckung Rubel- (später Yen-) Noten. Waren. – Einberufung und Einlösung des Lagergeldes April 1920 bei Verschiebung nach Perwaja Rjetschka. Lagergeldschein über 10 Rubel vom Januar 1919 aus dem Kriegsgefangenenlager Nikolsk Ussurisk. Nikolsk Ussurisk: 1. Jänner 1919 emittiert „Lagerfürsorge-Kommitee“ Lagergeld. Nominale: 20 und 50 Kopeken, 1, 3, 5 und 10 Rubel. – Lino­leumschnitte in der gleichen Zeichnung und Ausführung (doppelseitig) wie Lagerscheine in Troitz Kosawsk (siehe dort). – Signaturen (in Faksimile): Neumann, Oberst; handschriftlich: Knape und Wiesner. – Einberufen, eingelöst und vernichtet Ende 1919. 2. 1918 wird vom „Lagerkommando“ ein Lafka- (Kaffeehaus-) Geld ausgegeben. Nominale: 1, 5, 10, 15 und 50 Kopeken, 1, 3, 5 und 10 Rubel. – Linoleumschnitte; Kopekenwerte: aus Pappe, nur die Wertziffer und eine Signatur. Rubelwerte: farbig, mit Signatur (in Faksimile) Burian, Rittmeister, und in russischer Sprache: ne prinimat, Kontr.-Marke auf der Vorderseite; Signaturen: Wenczel, Kocsi, Schmidt, Moser (je zwei) auf der Rückseite. Turkestan, Skobelow: November 1918 wird zur Behebung des Kleingeldmangels im Offizierslager auf Anregung des Oberleutnant Willfort (Wien) und Leutnant Penizek (Wien) ein Lagergeld emittiert. Bezeichnet (in Druck) als „Anweisung auf 1“ (3, 5 usw.) ohne Währungsangabe (handschriftlich) „Utalvány 1 re“, das heißt Anweisung auf x-Rubel in Turkestaner Geld, zahlbar gegen Rückstellung des Scheines. – Nominale: 1⁄2, 1, 3, 5 und 10 Rubel. – I. Ausgabe (4. XI. 1918) im Gesamtwerte von 15.300, II. Ausgabe 1919 von 16.000 Rubel. Signaturen: Hackenberg, Hauptmann; Poka, Leutnant; Kahlhofer, Leutnant; dann der Kontrollore: Ingenieur Willfort, Hauer und Penizek (je eine Signatur oder Paraphe). Einberufung (bei vollständiger Entwertung des Turkestaner Geldes), Einlösung und Vernichtung des Lagergeldes: Frühjahr 1920. Aug. von Müller-Wandau / Einleitung: Hans-Ludwig Grabowski "Der Geldscheinsammler", Heft 5/2000 Abbildungsnachweis: Lagerscheine der Lager Barnaul, Krasnaja-Rjetschka, Nikolsk Ussurisk, Petropawlowsk, Troitzkosawsk, Beresowska, Strjensk, Atschinks und Batarenaja bei Irkutsk aus dem ehemaligen Bestand der Papiergeldsammlung von Oberst von Müller-Wandau. Lagerschein des Kriegsgefangenenlagers Kansk aus dem historischen Bestand des damaligen österreichischen Heeresmuseums Wien. Die Abbildung der Lagerscheine erfolgte nicht maßstabgerecht zueinander! Alle anderen Scheine und Fotos: Archiv für Geld- und Zeitgeschichte, Sammlung Grabowski.

  • Gibraltar: Neue 5-Pfund-Note

    Am 1. Dezember 2021 gab das Government of Gibraltar neue Noten zu 5 Pfund (Pounds) in Umlauf. Gedruckt von De La Rue, weisen diese Scheine mit 125 x 65 mm ein kleineres Format auf, das den Maßen der aktuellen 5-Pfund-Noten der Bank of England entspricht. Auf der Vorderseite ist das Porträt von Königin Elisabeth II. abgebildet. Die Rückseite zeigt die 2016 eröffnete Wondsor Suspension Bridge im Gibraltar-Naturreservat, die eine Spannweite von 71 m aufweist und 50 m über einer Schlucht hängt. Zu den erneuerten Sicherheitsmerkmalen gehören ein holographischer Sicherheitsfaden mit Durchsichtsfenster mit der Wertzahl "5", die Wertangabe "£5" als Electrotype und Cornerstone-Wasserzeichen. Diese Scheine weisen die Serienangabe B/AA auf; die derzeit im Umlauf befindlichen Noten mit Serie A/AA sollen ab Februar 2022 ihre Gültigkeit verlieren. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)

  • Die EZB will neue Euro-Banknoten gestalten

    Wie der Spiegel berichtete, sollen die Euro-Banknoten künftig anders aussehen. Hierzu will die Europäische Zentralbank (EZB) in den kommenden Jahren Ideen sammeln und die Bürger mit einbinden. Trotz der europäischen Einigung identifizieren sich vergleichsweise wenig Bürger mit der Europäischen Union. Im Gegenteil nehmen nationale Tendenzen wieder zu und die Union steht immer wieder vor Zerreißproben. Die EZB hat offensichtlich erkannt, dass die Gestaltung der Euro-Banknoten, auf denen als Kompromiss zu real existierenden Bauwerken verschiedener Nationen, mit denen sich u. U. kleinere EU-Länder nicht repräsentiert gefühlt hätten, nicht real existierende Brücken verschiedener Epochen mit dem Ergebnis dargestellt sind, dass sich nun überhaupt kein Europäer mit diesen Motiven repräsentiert fühlt! Was mögen den Geburtshelfern des Euro da alles für Gedanken durch den Kopf geschwirrt sein? Größter Bevölkerungsanteil = größtes Nominal: Deutschland, Deutschland, über alles? Nur nicht! Deutschland, den Fünfer und Frankreich den Fünfhunderter? Die Franzosen hätte es gefreut! Und was ist mit den übrigen Nominalen? Wer hätte eine Reihenfolge vom wichtigsten zum quasi unbedeutenderen Bauwerk einer europäischen Nation vorgenommen und was wäre mit den kleinen Ländern geworden? Ein gemeinsames Nominal mit ganz vielen Bauwerken für den Rest? Man sieht: wenn man sich einmal versucht, in die Materie zu vertiefen, ist es gar nicht so einfach, es allen recht zu machen. Nun werden also neue Ideen gesucht, und es wird Zeit, dass die Europäer ihr langweiliges "Brückengeld" gegen identitätsstiftende und identitätsbewahrende Motive auf ihrem Geld eintauschen. Die EZB will 20 Jahre nach Einführung des Euro die Bürger in die Ideenbildung einbinden. Zuerst sollen Ideen gesammelt werden. Dann soll ein Expertenrat, dem natürlich auch Expertinnen angehören, Ideen auswerten und eine Auswahl vorschlagen. Die EZB wird dann die Öffentlichkeit um ihre Meinung zu den Vorschlägen bitten. Es folgt ein Gestaltungswettbewerb, nach dessen Ende der EZB-Rat über die Herstellung der neuen Scheine und deren Ausgabetermin entscheiden soll. 2024 soll eine Entscheidung fallen. Na dann: Viel Glück! Man darf gespannt sein, was der nächste Kompromiss zu bieten hat. Hier geht es direkt zur offiziellen Information der EZB! Haben Sie Vorschläge? Diskutieren Sie mit! Schicken Sie uns Ihre Meinung an: info@geldscheine-online.com Hans-Ludwig Grabowski Abb. Donald Ludwig

  • Lexikon: Depression Script

    Sog. Depression Scripts sind Notgeldscheine, die vor allem während der Wirtschaftskrisen von 1893, 1907 und während der Weltwirtschaftskrise 1931 bis 1934 in den USA umliefen. Es gab sehr unterschiedliche Scheine, die von kommunalen Behörden, Banken, Handelskammern, Firmen und von privater Seite ausgegeben wurden, die verzinslich oder unverzinslich waren, darunter auch zahlreiche Ausgaben von Schwundgeld, Scheine aus Holz (Wooden Nickels), Leder, Fischhaut und Muscheln. Fostoria Industrial Corporation, Fostoria/Ohio: Depression Script über 1 Dollar ohne Datum, einzulösen nicht vor dem 1. Januar 1936, Schwundgeld mit Klebemarken, Vorder- und Rückseite. Washington County/Oregon: Depression Script über 50 Cents vom 15. April 1933, Vorder- und Rückseite. Ihren Höhepunkt erreichte die Ausgabe dieser Scheine im März 1933, als US-Präsident Franklin D. Roosevelt gezwungen war, für vier Tage die Banken zu schließen. Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski (Überarbeitung und Bebilderung) Abb. Hartmut Fraunhoffer, www.banknoten.de

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