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- Lexikon: Compound Interest Treasury Notes
Compound Interest Treasury Notes waren verzinsliche US-amerikanische Schatzscheine. Ebenso wie viele andere Geldscheinausgaben sollten diese Scheine dem Staat helfen, die hohen Kriegskosten während des Bürgerkriegs zu tragen. Sie waren Emissionen des Finanzministeriums der Vereinigten Staaten, die mit Gesetzen vom 3.3.1863 und 30.6.1864 durch den Kongress genehmigt worden waren und sowohl den Charakter von Papiergeld als auch den von Schulden hatten. Die Ausgabe erfolgte in Nennwerten zu 10, 20, 50, 100, 500 und 1000 Dollars durch das Schatzamt. Hierzu wurden sog. Interest Bearing Notes, die nach Gesetz vom 17.3.1861 ausgegeben worden waren mit einem Überdruck versehen. Compound Interest Treasury Note zu 20 Dollars vom 15. August 1864, Vorder- und Rückseite (Abb. Wikipedia.org). Sie waren zwar zum Nennwert gesetzliche Zahlungsmittel, konnten aber nach drei Jahren mit sechs Prozent Zinsen pro Jahr, die halbjährlich aufgezinst wurden, eingelöst werden. In Ermangelung leistungsfähiger Investmentbanken ermöglichte es der hybride Charakter dieser Scheine der Regierung, Schulden direkt zu verteilen, indem sie die Scheine als gesetzliches Zahlungsmittel an die Gläubiger auszahlte und sich dann darauf verließ, dass zinssuchende Parteien sie schließlich aus dem Verkehr zogen, um sie bei Fälligkeit mit Zinsen einzulösen. Theoretisch trugen die Scheine damit also nicht wie die "Greenbacks" zur Geldinflation bei. Compound Interest Treasury Note, Druckprobe zu 500 Dollars, Vorder- und Rückseite (Abb. Wikipedia.org). Heute sind diese Scheine äußerst seltene Raritäten, da sie wohl zum größten Teil wegen der Zinsen eingelöst wurden. Es existiert auch eine als SPECIMEN bezeichnete Druckprobe über 500 Dollars nach Gesetz vom 30.6.1864 ohne Überdruck mit Stempeln des Bureau of Engraving and Printing vom 27.1.1891 (siehe Abb.). Albert Pick / Hans-Ludwig Grabowski
- Bisher unbekannter Notgeldschein: Chemnitz 10 Reichsmark vom 7. Juni 1945
Nach Erscheinen des Notgeld-Katalogs „Zwischen den Fronten“ von 2014 wurden – wie immer vermutet – weitere Notgeldausgaben bekannt. Auch von Varianten zu bekannten Ausgaben wurde berichtet. Nach der Entdeckung im Jahr 2015 zu der Notgeldausgabe über 5 Reichsmark aus Radeburg vom 30. April 1945 folgte im September 2019 die Mitteilung vom Fund eines 20-Reichsmark-Scheins aus Crailsheim vom 5. Mai 1945. Abb. 1: 5 Reichsmark vom 30. April 1945, bisher Unikat, ausgegeben von der Spar- und Girokasse Radeburg in Sachsen. Abb. 2: 20 Reichsmark vom 5. Mai 1945, bisher Unikat, ausgegeben vom Kreisverband Crailsheim in Württemberg. Und nun Chemnitz in Sachsen: nach über 75 Jahren, im August 2021 wurden Andrucke zu einem 10-RM-Schein bekannt. Die bei eBay angebotenen und getrennt gedruckten Vorder- und Rückseiten sind zweifelsfrei authentisch. Abb. 3: 10 Reichsmark vom 7. Juni 1945, Vorderseite, einseitig schwarz auf grünem Unterdruck auf Halbkarton gedruckt, bisher Unikat, vom Oberbürgermeister von Chemnitz. Abb. 4: 10 Reichsmark vom 7. Juni 1945, Rückseite, einseitig schwarz auf grünem Unterdruck auf Halbkarton gedruckt, bisher Unikat, vom Oberbürgermeister von Chemnitz. Die Scheine sind 123 x 62 mm (Vorderseite) bzw. 118 x 61 mm (Rückseite) groß, die Blätter haben kein Wasserzeichen und auch keine Kontrollnummer. Auf der Vorderseite kann man jedoch den vorgesehenen Ausgeber lesen: Stadt Chemnitz. Die zur Ausgabe vorgesehenen 10-Reichsmark-Gutscheine sollten außer im Stadtgebiet von Chemnitz auch im damaligen Landkreis Chemnitz umlauffähig sein. Der LK Chemnitz wurde kurzzeitig umstrukturiert und Grüna mit dem Kommandobefehl Nr. 5/1945 vom 2. Juni 1945 der US-Militärbehörde dem neuen selbstständigen Landkreis Limbach zugeschlagen. Interessant ist u. a. die Serienbezeichnung „REIHE B 1“. Kann das bedeuten, dass es eine Reihe A 1 oder eine Reihe B 2 gegeben hat oder geben sollte – vielleicht auch für eine oder mehrere Wertstufen, 5 RM, 20 RM usw.? Auf der Vorderseite findet sich die stilisierte Darstellung des Chemnitzer Rolands im grünen Unterdruck. Die Figur stammt vom Dresdner Bildhauer Alexander Höfer und befindet sich als fast fünf Meter hohes Standbild am erst 1911 eingeweihten Neuen Chemnitzer Rathaus. Mit der Faksimile-Unterschrift des damaligen Oberbürgermeisters Dr. Fritz Gleibe wurde der Geltungsbereich der Notgeld-Gutscheine für die Stadt sowie den Landkreis Chemnitz verfügt. Die Stadtoberen von Chemnitz hatte sich bei Kriegsende entschlossen, ihre Stadt kampflos den US-Amerikanern zu übergeben, aber die alliierten Vereinbarungen sahen eine Demarkationslinie westlich von Chemnitz vor. Schon ab dem 16. April 1945 waren US-Truppen in Grüna einmarschiert. Der Ort gehört heute zur Stadt Chemnitz, war aber 1945 noch eigenständig. Nach vielen Verhandlungen zwischen amerikanischen und sowjetischen Offizieren blieben die US-Amerikaner vorerst in Grüna und Chemnitz blieb kurzzeitig besatzungsfrei. Die drittgrößte sächsische Stadt wurde erst am Tag der deutschen Kapitulation der Roten Armee übergeben. Vom 8. bis zum 15. Mai 1945 amtierte der zwielichtige Wehrmachtsoffizier Ernst Ringe als Oberbürgermeister der Stadt und wurde danach von den sowjetischen Besatzern verhaftet; ihm folgte bis Mitte Juli 1945 der bisherige Stadtkämmerer Fritz Gleibe. Während seiner Dienstzeit als OB wurde die Ausgabe von Gutscheinen geplant und bis zum Druck von Musterscheinen vorangetrieben. Gleibe blieb bis Februar 1946 Leiter der Chemnitzer Finanzverwaltung und ging im August 1951 nach Niedersachsen. Abb. 5: 20 Reichsmark 26. April 1945, Vorderseite, ausgegeben von der Sächsische Staatsbank Dresden. Ein Bargeldmangel im April/Mai 1945 herrschte auch in Sachsen. In einigen Gebiet, vor allem in West- und Süd-Sachsen sind einige Notgeldausgaben bekannt, die das Fehlen an Banknoten mindern sollten. So ließ man in den letzten Kriegstagen Banknoten der Sächsischen Staatsbank in Niedersedlitz drucken. Von den fertiggestellten Scheinen zu 20 Reichsmark wurden noch am 11. Mai 1945 von Direktor Strauch Scheine in Höhe von 9,24 Mio. RM (in 462 Paketen zu 1.000 Stück) an die Reichsbankstelle Chemnitz ausgeliefert. Es ist eigentlich kein Wunder, dass die Chemnitzer Notgelder nicht mehr fertiggedruckt oder gar ausgegeben wurden. Alle Drucksachen mussten von den sowjetischen Stadtkommandanten genehmigt werden und solch eine Genehmigung zum Druck von Geldscheinen wurde höchstwahrscheinlich nicht erteilt. Ähnliches kennt man vom 1945er Notgeld aus Cunewalde. Es sollten fünf Wertstufen mit dem Datum 30. Mai 1945 gedruckt werden. Am 11. Juni 1945 lag dort eine Druckerlaubnis durch den sowjetischen Kreiskommandanten noch nicht vor – ähnlich wird es möglicherweise auch in Chemnitz gewesen sein. Auch eine Druckerei konnte bisher noch nicht ausgemacht werden. Weitere Recherchen sind notwendig ... und irgendwann wird wieder weiteres, heute noch unbekanntes, 1945er Notgeld bekannt werden. Ergänzung: Wie am 13. September 2021 bekannt wurde, sind vom Chemnitzer Notgeld 1945 noch der Schein über 5 RM Serie A 1 und ein Fünfziger D 1 bei eBay aufgetaucht. Es sollte demnache auch einen Zwanziger mit Serie C 1 geben. Michael H. Schöne
- Aus privaten Sammlungen: Sowjetische Besatzungsausgabe für die Mandschurei von 1945
Einladung: In dieser neuen Rubrik stellen wir Geldscheine aus privaten Sammlungen vor. Das können Glanzstücke sein, auf die ein Sammler besonders stolz ist, oder aber Scheine, mit denen man eine ganz besondere Geschichte verbindet. Es können Seltenheiten sein oder aber Scheine, deren Gestaltung besonders gelungen oder außergewöhnlich ist. Es können aber auch bislang unbekannte Ausgaben und Varianten sein, die hier vorgestellt werden. Wer gerne ein oder mehrere besondere Stücke aus seiner Sammlung vorstellen möchte, ist herzlich eingeladen, sich an dieser Rubrik und unserem Blog zu beteiligen. Schicken Sie uns einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com mit den Abbildungen und einer kurzen oder auch längeren Geschichte dazu. Es kann sich um Banknoten aus aller Welt handeln, um Notgeld, Lagergeld und alle Art von geld- oder geldähnlichen Belegen. Den Anfang macht ein Schein aus meiner eigenen Sammlung. Wir freuen uns auf Post und rege Mitwirkung. Aus der Sammlung Hans-Ludwig Grabowski: Sowjetische Besatzungsausgabe für Mandschukuo von 1945 Wer den allseits bekannten Film "Der letzte Kaiser" gesehen hat, wird sich daran erinnern, dass der bei der chinesischen Revolution 1912 abgesetzte Kaiser Puyi noch einmal einen Kaiserthron bestieg, und zwar über 20 Jahre später den des japanischen Marionettenstaats Mandschukuo (Mandschureich). Vertreter der Mandschurei hatten 1932 unter japanischem Druck die Unabhängigkeit von China erklärt. 1932 wurde Puyi zuerst Präsident und 1934 schließlich Kaiser Mandschukuos von Japans Gnaden. Das Land wurde insgesamt nur von 23 der damals 80 Staaten anerkannt, darunter Deutschland, und gehörte mit Japan zu den Achsenmächten im Zweiten Weltkrieg. Immer wieder kam es zu Grenzkonflikten mit der Sowjetunion, weil die Japaner versuchten sowjetische, aber auch sowjetisch kontrollierte Gebiete (Mongolei) zu annektieren. 1939 beendete schließlich ein Neutralitätspakt zwischen Japan und der Sowjetunion diese Konflikte. Deswegen kam es bis Mitte 1945 zu keinen Kampfhandlungen in Mandschukuo. Auf der Konferenz von Jalta hatte sich Stalin aber unter Druck der USA dazu verpflichtet, 90 Tage nach Kriegsende in Europa, einen Krieg in Fernost zu beginnen. Auf den Tag genau begann das Unternehmen "Auguststurm" und sowjetische Truppen marschierten unter Bruch des Neutralitätspaktes am 8. August 1945 in Mandschukuo ein und besetzten das Land. Das Hauptquartier der "Roten Armee" gab Besatzungs-Geldscheine über 1, 5, 10 und 100 Yuan in Umlauf. 1946 wurde die Mandschurei zurück an China übergeben. Mandschukuo, Rote Armee, Hauptquartier: Besatzungsausgabe über 100 Yuan ohne Datum (1945) Vorderseite: Ornamente, Wertzahlen und Ausgabebezeichnung (Su Lien Hung Chun Szu Ling Pu). Rückseite: Ornamente, Guillochen und Wertzahlen. Format: 169 mm x 94 mm Katalogreferenz: CHI-M34 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. I – Specialized Issues) Hans-Ludwig Grabowski
- Aus privaten Sammlungen: Die letzte Banknote der Volksrepublik Bulgarien von 1989
Einladung: In dieser neuen Rubrik stellen wir Geldscheine aus privaten Sammlungen vor. Das können Glanzstücke sein, auf die ein Sammler besonders stolz ist, oder aber Scheine, mit denen man eine ganz besondere Geschichte verbindet. Es können Seltenheiten sein oder aber Scheine, deren Gestaltung besonders gelungen oder außergewöhnlich ist. Es können aber auch bislang unbekannte Ausgaben und Varianten sein, die hier vorgestellt werden. Wer gerne ein oder mehrere besondere Stücke aus seiner Sammlung vorstellen möchte, ist herzlich eingeladen, sich an dieser Rubrik und unserem Blog zu beteiligen. Schicken Sie uns einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com mit den Abbildungen und einer kurzen oder auch längeren Geschichte dazu. Es kann sich um Banknoten aus aller Welt handeln, um Notgeld, Lagergeld und alle Art von geld- oder geldähnlichen Belegen. Wir freuen uns auf Post und rege Mitwirkung. Aus der Sammlung Karl-Heinz Futterknecht: Die letzte Banknote der Volksrepublik Bulgarien von 1989 Die letzte Banknote der Volksrepublik Bulgarien datiert auf das "Wendejahr" 1989, in dem in weiten Teilen Mittel- und Osteuropas Revolutionen für das Ende des "real existierenden Sozialismus" sorgten. Die Utopie war gescheitert und 1990 wurde aus der Volksrepublik Bulgarien einfach nur eine Republik, die keinen Wert mehr auf das alte sozialistische Staatssymbol legte. Der 100-Leva-Schein von 1989 kam jedenfalls nicht mehr in Umlauf und ist heute durchaus selten. Angeblich sollen es nur 500 bis 600 Stück in die Alben von Sammlern geschafft haben. Herr Futterknecht kaufte seinen Schein 2003 von Mel Steinberg für damals 150 US-Dollars. Heute werden auch schon mal 1.000 US-Dollars dafür verlangt. Sammeln macht eben nicht nur Spaß, sondern kann sich auch lohnen! Volksrepublik Bulgarien, Bulgarische Nationalbank: 100 Leva von 1989 (nicht ausgegeben) Vorderseite: Das Hauptmotiv bildet der "Reiter von Madara", ein monumentales Felsrelief im Norden Bulgariens mit Ornamenten. Rückseite: Staatswappen der Volksrepublik Bulgarien in Blumenornamenten. Format: 138 mm x 72 mm Katalogreferenz: BUL-99 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. III – Modern Issues) Hans-Ludwig Grabowski
- Aus privaten Sammlungen: Einseitige albanische Druckproben zu 20 Franka Ari von 1926
Einladung: In dieser Rubrik stellen wir Geldscheine aus privaten Sammlungen vor. Das können Glanzstücke sein, auf die ein Sammler besonders stolz ist, oder aber Scheine, mit denen man eine ganz besondere Geschichte verbindet. Es können Seltenheiten sein oder aber Scheine, deren Gestaltung besonders gelungen oder außergewöhnlich ist. Es können aber auch bislang unbekannte Ausgaben und Varianten sein, die hier vorgestellt werden. Wer gerne ein oder mehrere besondere Stücke aus seiner Sammlung vorstellen möchte, ist herzlich eingeladen, sich an dieser Rubrik und unserem Blog zu beteiligen. Schicken Sie uns einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com mit den Abbildungen und einer kurzen oder auch längeren Geschichte dazu. Es kann sich um Banknoten aus aller Welt handeln, um Notgeld, Lagergeld und alle Art von geld- oder geldähnlichen Belegen. Wir freuen uns auf Post und rege Mitwirkung. Aus der Sammlung Karl-Heinz Futterknecht: Einseitige Druckproben zu 20 Franka Ari (Gold-Franken) ohne Datum (1926) Zu den 20-Franka Ari-Scheinen der Goldwährung der Albanischen Nationalbank aus der Zeit des Königreichs gab es einseitige Probedrucke der Vorder- und Rückseite in von der tatsächlichen Ausgabe abweichenden Farben. Die abgebildeten Farbproben zeigen Spuren von Büroklammern und stammen wahrscheinlich aus einer Bank- oder Druckerei-Akte. Auf der Vorderseite fehlen links unten und rechts oben die Serienbezeichnung und die Kontrollnummern in den Ornamenten. Außerdem wurden die Proben auf Papier ohne Wasserzeichen gedruckt, während die dann ausgegebenen Noten den albanischen Nationalhelden Fürst Skanderbeg als Wasserzeichen zeigen. Königreich Albanien, Banka Kombëtare e Shqipnis (Albanische Nationalbank): Einseitige Proben zu 20 Franka Ari ohne Datum (1926) Vorderseite: Porträt eines Knaben in Volkstracht, albanischer Doppeladler, Ornamente, Ausführung zweisprachig Albanisch und Italienisch. Rückseite: Landschaft bei Shkodra (auch Skutari oder Shkodër) mit Brücke über den Fluss Drin, rechts stilisierter Doppeladler mit Wertzahl, Ornamente. Wasserzeichen: ohne Format: 152 mm x 86 mm Unterschriften: Mario Alberti / Amedeo Gambino Katalogreferenz: ALB-3 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues), Probedrucke sind nicht katalogisiert Zum Vergleich ist nachstehend eine normale Umlaufnote über 20 Franka Ari dieser Ausgabe (ALB-3a) abgebildet. Hans-Ludwig Grabowski
- Aus privaten Sammlungen: Großherzoglich sächsische Kassenanweisung zu 1 Thaler von 1870
Einladung: In dieser Rubrik stellen wir Geldscheine aus privaten Sammlungen vor. Das können Glanzstücke sein, auf die ein Sammler besonders stolz ist, oder aber Scheine, mit denen man eine ganz besondere Geschichte verbindet. Es können Seltenheiten sein oder aber Scheine, deren Gestaltung besonders gelungen oder außergewöhnlich ist. Es können aber auch bislang unbekannte Ausgaben und Varianten sein, die hier vorgestellt werden. Wer gerne ein oder mehrere besondere Stücke aus seiner Sammlung vorstellen möchte, ist herzlich eingeladen, sich an dieser Rubrik und unserem Blog zu beteiligen. Schicken Sie uns einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com mit den Abbildungen und einer kurzen oder auch längeren Geschichte dazu. Es kann sich um Banknoten aus aller Welt handeln, um Notgeld, Lagergeld und alle Art von geld- oder geldähnlichen Belegen. Wir freuen uns auf Post und rege Mitwirkung. Aus der Sammlung Gerhard Reichert: Großherzoglich sächsische Kassenanweisung über 1 Thaler vom 22. Juni 1870 Im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach (ab 1903 Großherzogtum Sachsen) wurde von 1847 bis 1870 Staatspapiergeld in Form von Kassen-Anweisungen ausgegeben. Daneben gab die Weimarische Bank von 1854 bis 1874 eigene Banknoten aus, die in dem thüringischen Großherzogtum zirkulierten, das von Vertretern der Albertinischen Linie des Hauses Sachsen regiert wurde. Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach: Kassenanweisung zu 1 Thaler vom 22. Juni 1870 Vorderseite: Mitte oben bekröntes Wappen, links und rechts kindliche Allegorien für den Handel (Hermes) und die Landwirtschaft. Rückseite: Knabe mit Wappenschild und Falken neben Eiche und Löwe. Wasserzeichen: Links und rechts oben helle Ornamente mit dunklen Wertzahlen "1". Format: 119 mm x 78 mm Druck: Giesecke & Devrient, Leipzig Katalogreferenz: P/R-A460 (Pick/Rixen: Papiergeld-Spezialkatalog Deutschland) GER-S720 (World Paper Money, Vol. I – Specialized Issues) Hans-Ludwig Grabowski
- Aus privaten Sammlungen: Probedruck zu 10 DM der Ersatzserie BBk II von 1960
1960 erfolgte im Auftrag der Deutschen Bundesbank der Druck von Banknoten der Ersatzserie BBk II in Nennwerten von 10 bis 100 DM für Westdeutschland. Die Scheine waren während des "Kalten Kriegs" für den Notfall eingelagert, in dem eine Währungsreform den Ersatz der umlaufenden Bundesbanknoten erforderlich machen konnte. Die Ersatzserie für Westdeutschland wurde nach den Entwürfen von Max Bittrof für die Ausschreibung zur ersten Serie der Bundesbank BBk I aus dem Jahr 1958 gefertigt. Einseitige Probedrucke auf gelbem Papier vom 10-DM-Schein wurden damals aus der Druckerei gestohlen. Für Westberlin wurde 1963 eine gesonderte Ersatzserie gedruckt. Aus der Sammlung Egon Brummer: Bundesrepublik Deutschland, Deutsche Bundesbank: Einseitiger Probedruck zu 10 DM der Ersatzserie BBk II für Westdeutschland vom 1. Juli 1960 Vorderseite: Rechts Junger Mann nach einem Gemälde von A. Dürer oder A. Neupauer, ohne Unterdruck und Kontrollnummer Rückseite: einseitig Wasserzeichen: ohne Format: 130 mm x 65 mm Druck: Giesecke & Devrient, München Katalogreferenz: BRD-57P (Die deutschen Banknoten ab 1871, Hans-Ludwig Grabowski) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Aus privaten Sammlungen: 50 Krooni der Eesti Pank von 1929
Im Ergebnis des Ersten Weltkriegs wurden die baltischen Republiken Estland, Lettland und Litauen erstmalig unabhängig. In Estland kursierten ab 1919 eine Vielzahl verschiedener wertpapierähnlicher Gutscheine, aber auch staatliche Kassenscheine der Republik in Mark-Währung. Die Eesti Pank wurde durch die Provisorische Regierung der Republik Estland am 24. Februar 1919 – genau ein Jahr nach Ausrufung der Unabhängigkeit – gegründet. Mit Dekret vom 30. April 1919 erhielt die Bank das Recht zur Notenausgabe. Ihre ersten Banknoten tragen jedoch nicht den Banknamen. Sie wurden mit "Eesti Pangatäht" (Estnische Banknote) benannt und auf den Rückseiten findet man den Text "Eesti Panggal on Eesti Vabariigis pangatähdete väljaandmiseks ainuôigus" (Die Eesti Pank hat das ausschließliche Recht, Banknoten in der Republik Estland auszugeben). Am 1. Januar 1928 erfolgte eine Währungsumstellung von der Estnischen Mark (Marka) auf die Estnische Krone (Kroon). Erst ab 1928 erscheint damit auch der Bankname – wie allgemein üblich – auf ihren Banknoten. Aus der Sammlung Jürgen Schilde: Republik Estland, Eesti Pank: 50 Krooni von 1929 Vorderseite: Boote am Strand vor der Kalkstein-Steilküste von Rannamõisa (Strandhof) mit Blick auf die östlich davon gelegene estnische Hauptstadt Tallin (Reval). Rückseite: Estnisches Wappen mit drei Löwen und Wertzahl in Ornamenten. Wasserzeichen: Eesti Pank Format: 158 mm x 100 mm Druck: Riigi Trükikoda, Estland Gesetz: Gesetzliche Grundlage vom 3. Mai 1927. Umlauf: In Umlauf ab 27. Juni 1929. Katalogreferenzen: EST-65a (Standard Catalog of World Paper Money, General Issues) B210a (Owen W. Linzmayer, The Banknote Book) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Aus privaten Sammlungen: Probedruck zu 20 RM vom 2. Januar 1926
Nach der Währungsstabilisierung wurde der Deutschen Reichsbank mit Reichsbankgesetz vom 30. August 1924 als Zentralnotenbank das Recht erteilt, auf Reichsmark lautende Banknoten auszugeben. Außerdem wurde sie aufgefordert, all ihre bis dahin umlaufenden Noten aufzurufen und im Verhältnis 1 Billion Mark = 1 Reichsmark umzutauschen. Die ersten Reichsmark-Banknoten kamen Anfang November 1924 in Umlauf. Der Druck der Reichsbanknoten erfolgte nur noch durch die Reichsdruckerei in Berlin. In der Zeit der "Weimarer Republik" und des sog. "Dritten Reichs" entstanden eine ganze Reihe von Entwürfen, Essays und Probedrucke zu Reichsbanknoten, die so nie in Umlauf kamen. Mit Datum vom 2.1.1926 wurde eine ganze Serie von Reichsbanknoten zu 10, 20, 50 und 100 RM geplant, die als Ersatzserie gedacht gewesen sein soll. Teilweise tragen die hierzu entstandenen Probedrucke einen handschriftlichen Vermerk des Reichsbankdirektoriums. Heute sind solche Stücke absolute Raritäten. Zuletzt wurden alle Proben der Reichsbank auch in den Katalog "Die deutschen Banknoten ab 1871" aufgenommen. Aus der Sammlung Josef Gerber: Deutsches Reich, Deutsche Reichsbank: Probedruck zu 20 Reichsmark ohne Datum (1926) auf der Basis des Bankgesetzes vom 30. August 1924. Vorderseite: Männerkopf und Schaurand mit Wertzahl im Ornament. Handschriftlicher Vermerk zum Probedruck: "No. 43642 K/26". Rückseite: Reliefartiger Männerkopf (Industriearbeiter) vor Zahnrad im Medaillon. Handschriftlicher Vermerk: "Genehmigt / Berlin, den 30. April 1926 / Rbd", zwei Handunterschriften ("Schacht" und "von Grimm") sowie am Rand "No 43642 K/26". Wasserzeichen: Papier bräunlich, ohne Wasserzeichen. Format: 160 mm x 80 mm Druck: Reichsdruckerei, Berlin Gesetz: Gesetzliche Grundlage vom 30. August 1924 Umlauf: Nicht ausgegeben! Katalogreferenzen: DEU-180P1/P2 (Grabowski, Die deutschen Banknoten ab 1871) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Aus privaten Sammlungen: Probedruck zu 100 Mark vom 21. April 1910
Mit Einführung der Mark als Einheitswährung des 1871 gegründeten Deutschen Reichs und Umwandlung der Preussischen Haupt-Bank in die Deutsche Reichsbank entstanden immer wieder auch verschiedene Entwürfe, Probedrucke und Muster zu neuen deutschen Reichsbanknoten. In den ersten Jahrzehnten durften sowohl die Reichsbank, als auch die anderen noch verbliebenen deutschen Notenbanken, nur Banknoten im Nennwert ab 100 Mark ausgeben. Bereits für die ersten Notenserie der Reichsbank vom 1. Januar 1876, von der nur die Werte zu 100 und 1000 Mark ausgegeben wurden, gab es auch Proben eines 500-Mark-Scheins, der jedoch nie in Umlauf kam. Nach Jahrzehnten, in denen der "Blaue Hunderter" in immer gleicher Gestaltung im Zahlungsverkehr war und jede neue Ausgabe lediglich einer Veränderung der Zusammensetzung des Reichsbankdirektoriums geschuldet war, was sich auf die Unterschriften und geänderte Ausgabedaten auswirkte, arbeitete man schon 1903 an einem neuen Hunderter mit Merkur- und Ceresköpfen auf der Vorder- und der Germania unter einer Eiche am Meer mit Schiffen der kaiserlichen Flotte auf der Rückseite. Der sog. "Flotten-Hunderter" war sogar im Reichstag heftig umstritten. Waren 1903 Musterdrucke noch im Format des alten "Blauen Hunderters" erfolgt, so gab es spätestens 1907 die ersten Proben in seinem späteren Format, der ihm auch den Namen "Langer Hunderter" einbrachte. Weitere Probedrucke folgten für die Ausgabe von 1910. Zuletzt wurden alle Proben der Reichsbank auch in den Katalog "Die deutschen Banknoten ab 1871" aufgenommen. Aus der Sammlung Hans-Ludwig Grabowski: Deutsches Reich, Deutsche Reichsbank: Einseitiger Probedruck der Vorderseite zu 100 Mark vom 21. April 1910. Vorderseite: Merkur- und Ceresköpfe als Allegorien für Handel und die Landwirtschaft, jeweils über einem Adler. Im Unterdruck Kaiserkrone, Zepter und Schwert in Eichenlaub. Serie A, KN "0000000", dreifacher roter Überdruck "Musterabdruck – Wertlos" sowie dreifache Perforation "DRUCKPROBE". Rückseite: unbedruckt. Wasserzeichen: Kopf Kaiser Wilhelm I. und Wertzahl 100, Papier mit roten Fasereinlagen (Wilcox-Fasereinlagen). Format: 207 mm x 102 mm Druck: Reichsdruckerei, Berlin Katalogreferenzen: DEU-39P1 (Grabowski, Die deutschen Banknoten ab 1871) GER-42a (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Aus privaten Sammlungen: Muster zu 100 RM der Bayerischen Notenbank von 1924
Die Bayerische Notenbank wurde am 6. August 1875 in München gegründet und nahm am 3. November 1875 ihren Geschäftsbetrieb auf. Bereits im März 1875 wurde laut Staatsvertrag der Verzicht der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank auf ihr bis dahin ausgeübtes Notenrecht geregelt. Für Bayern gab ab November 1875 nur noch die Bayerische Notenbank Banknoten in Mark-Währung aus, wovon besonders während der Inflation Gebrauch gemacht wurde. Nach den einschneidenden Beschränkungen der Rechte von Privat- und Ländernotenbanken gehörte sie 1906 neben der Badischen Bank, der Sächsischen Bank und der Württembergischen Notenbank zu den nur noch vier verbliebenen Ländernotenbanken in Deutschland. Die von diesen vier Banken ausgegebenen Noten waren im ganzen Deutschen Reich gültig. Am 1. Juli 1925 verloren alle vor dem 11. Oktober 1924 ausgegebenen Noten ihre Eigenschaft als Zahlungsmittel, konnten aber noch bis 31. Juli 1925 eingelöst werden. Die Bayerische Notenbank behielt ihr Notenrecht noch bis 1935, die Reichsmark-Ausgaben von 1924/1925 spielten im Umlauf aber keine große Rolle mehr. Aus der Sammlung Egon Brummer: Deutsches Reich, Freistaat Bayern, Bayerische Notenbank: 100 Reichsmark vom 11. Oktober 1924 (Muster) Vorderseite: Text auf Ornamenten. Rückseite: Mitte bayerisches Staatswappen (1923–1950) mit viergeteiltem Schild (oben links mit Rauten für Bayern, oben rechts mit goldenem Löwen für die Oberpfalz, unten links mit drei Löwen auf gelbem Untergrund für Schwaben und unten rechts mit dem "Fränkischen Rechen" für Franken) mit Laubkrone im Zahnrad (Industrie). Rechts und Links je ein Löwe als Schildhalter. Das Wappen ruhend auf einem Pflug (Landwirtschaft) sowie zwei Wappenschilde. Papier: Papier mit eingelegten Seidenpapierstreifen. Wasserzeichen: Hakenkreuze. Format: 180 mm x 90 mm Druck: Giesecke & Devrient, Leipzig. Katalogreferenzen: BAY-24M (Grabowski: Die deutschen Banknoten ab 1871 / Das Papiergeld der deutschen Länder) GER-S942 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. I – Specialized Issues) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.
- Aus privaten Sammlungen: 1000 Pounds der Bank of Ghana vom 1. Juli 1958
Die britische Kronkolonie "Goldküste" bestand seit 1878. Am 6. März 1957 wurde sie als erste Kolonie in Westafrika zusammen mit dem Protektorat Britisch-Togoland (einem Teil der ehemaligen deutschen Kolonie Togo, der nach dem Ersten Weltkrieg bei Aufteilung der Kolonie unter britische Kontrolle gekommen war) als Republik Ghana unabhängig. Als Zentralnotenbank gab die Bank of Ghana ihre ersten Geldscheine mit Datum vom 1. Juli 1958 aus. Die erste Notenserie bestand aus Werten zu 10 Shillings sowie 1, 5 und 1000 Pounds. Der Tausender weicht nicht nur wegen des hohen Nennwerts von dieser Serie ab, sondern auch von seiner Gestaltung, die an die alten Pfund-Noten der Bank of England erinnert. Er war lediglich für Transaktionen mit internationalen Banken vorgesehen, jedoch nicht für den Umlauf in der Bevölkerung. Die zweite Serie trägt ein Datum von 1965. Aus der Sammlung Josef Gerber: Republik Ghana, Bank of Ghana: 1000 Pounds vom 1. Juli 1958, ausgegeben ab 14. Juli 1958 Vorderseite: Gebäude der Bank of Ghana in der Hauptstadt Accra. Rückseite: Wertangabe und Ornamente (Guillochen). Wasserzeichen: GHANA im Stern Format: 177 mm x 102 mm Druck: Thomas de La Rue, London Katalogreferenzen: GHA-4 (Standard Catalog of World Paper Money, Vol. II – General Issues) B104 (Linzmayer: The Banknote Book – Ghana) Hans-Ludwig Grabowski Wenn auch Sie ein besonderes Stück aus Ihrer Sammlung vorstellen möchten, dann schicken Sie einfach eine E-Mail an: info@geldscheine-online.com.












