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- Fälscher & Falschgeld: Die Papiergeldfälschung, Teil 18
Fortsetzungsreihe, Teil 34 Die Herstellungstechniken falscher Banknoten, Teil 6 Siebdruck Während der Rastertiefdruck zur Fälschung von Banknoten so gut wie nie verwendet wurde und er deshalb hier auch nicht beschrieben werden soll, ist im einen oder anderen Fall – zumindest als zusätzliches Druckverfahren bei einer Kombinationsfälschung – der Siebdruck zur Anwendung gekommen. Quasi als Druckplatte dient beim Siebdruck ein haarfeines, gazeartiges Netz aus Polyester, das mit einer lichtempfindlichen Schicht versehen wird. Nach dem Belichten mit dem Negativ des Druckbildes werden die Partien, die später drucken sollen, ausgewaschen. Ein Rakelmesser entfernt nach dem Einfärben überschüssige Druckfarbe und quetscht gleichzeitig die verbleibende Farbe an den ausgewaschenen Stellen durch das Netz, sodass sie rasterpunktartig auf das zu bedruckende Papier gelangt. Es ist ein direktes, relativ einfaches und in früheren Zeiten keine besonders anspruchsvolle Ergebnisse lieferndes Druckverfahren, ist aber für einen dicken Farbenauftrag auf die verschiedenartigsten Druckträger besonders geeignet. Der Siebdruck hat in den letzten 20 Jahren qualitativ eine starke Verbesserung erfahren, sodass er jetzt sogar bei der Banknotenherstellung zum Einsatz kommt. Er ist ausgezeichnet für das Verdrucken von Spezialfarbe geeignet, bei denen es auf eine starke Farbschicht ankommt und bei der der Stichtiefdruck nicht effektiv eingesetzt werden kann. So kommt bei Elementen mit Farbwechsel, wie zum Beispiel bei den OVI-Farben der großen Wertzahl im Weißfeld der Rückseite der Noten ab 50 Euro, die von Purpur zu Olivgrün und Braun wechseln oder der neuen Dollarnotenserien, bei denen sich vorderseitig eine Wertzahl unter verschiedenen Betrachtungswinkeln von Grün nach Schwarz ändert, der Siebdruck zur Anwendung. An der 100-Dollar-Note waren die Fälscher aus Köln gescheitert. Hier ein Druckbogen mit der Rückseite falscher 100-Dollar-Scheine. Bei einem spektakulären Falschgeldfall im Jahr 2006 entstanden Kombinationsfälschungen, bei denen der Offsetdruck mit Siebdruck veredelt wurde. Der seinerzeit in der Szene sehr bekannte Kölner Künstler Hans-Jürgen K. heckte, als das zuvor blühende Geschäft mit der Kunst nicht mehr so recht florieren wollte, zusammen mit vier Stammtischbrüdern, allesamt mehr oder weniger große Gauner, den Plan aus, Falschgeld herzustellen. Die fünf hatten alle das identische Lebensmotto: „Luxus, schnelle Autos, schöne Frauen – Ja, dafür arbeiten – Nein.“ Doch am Euro bissen sie sich die Zähne aus, zu kompliziert, zu schlecht das Ergebnis der zunächst produzierten 50-Euro-Blüten. Dollars sollten es nun sein. Doch auch hier gab man nach vielen erfolglosen Versuchen entnervt auf, der Farbton der 100er wollte und wollte nicht stimmen, das Ergebnis, das die eigens angeschaffte Offsetmaschine GTO-52 produzierte, war bestenfalls mittelmäßig. Da kam Hans-Jürgen K. auf eine Idee. Er ließ die fertigen Offsetbogen einfach zusätzlich und passgenau durch die Siebdruckmaschine laufen, um den Intaglio-Druck der echten Dollarscheine besser zu imitieren und die Farbgebung zu verbessern. Nur wenige Monate zuvor waren auf dieser Maschine noch Plagiate von Warhol-Bildern hergestellt worden. Und es funktionierte tatsächlich, die Falsifikate waren nun von ganz ausgezeichneter Qualität, wie selbst Beamte des BKA sowie des hinzugezogenen Secret Service einräumen mussten und dem Fälscher damit eine grandiose Idee attestierten. Doch die dilettantische Entsorgung des Druckausschusses auf einer öffentlichen Müllkippe (ein geshreddertes Briefkuvert mit der Adresse von Hans-Jürgen K. in einem der Müllsäcke konnte von der Kripo wieder lesbar gemacht werden) und der Einsatz einer verdeckten Ermittlerin des BKA als Scheinaufkäuferin ließen die fünf Möchtegern-Al-Capones hochgehen, noch bevor sie eine einzige ihrer Fälschungen an den Mann hatten bringen können. Hohe Haftstrafen für die Ganoven, so zum Beispiel sechs Jahre Freiheitsentzug für Hans-Jürgen K., waren die Quittung. Fortsetzung folgt … Karlheinz Walz: Fälscher & Falschgeld, 280 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-86646-084-3. Das Buch können Sie für nur 9,90 EUR in unserem Online-Shop kaufen!
- Leserpost: Notgeld oder nicht?
Sehr geehrter Herr Grabowski ! Am Wochenende hat mich unser Nachbar angesprochen und die Schätze seines verstorbenen Vaters gezeigt. Außer einem kleinen Karton mit Herrscher-Fotos aus den Nachkriegsjahren, gab es noch ein kleines Briefmarkenalbum mit dem üblichen Material, die älteste Marke zeigte Hitler. Allerdings bin ich bei einem Stück stutzig geworden und habe zuerst gedacht, es sei ein Mini-Notgeldscheinchen. Ich durfte es zur „Prüfung“ mitnehmen, habe dann allerdings erst den Zusatz „bezahlt“ bemerkt. Es wird dann wohl eher doch etwas philatelistisches/behördliches sein als Notgeld. Die Maße sind wie das Metermaß angibt, die Rückseite habe ich dann quer fotografiert, entsprechend der Schrift. Das Stück ist auf ganz dünnem Karton gedruckt. Ich hoffe, dass es der Mühe überhaupt wert ist, drauf zu schauen. Mit freundlichen Grüßen, J. Diller Antwort der Redaktion Was zuerst auffällt, ist natürlich der Wert zu 6 Rpf. – muss also aus der Zeit von 1924 bis zur Währungsreform 1948 stammen – und das Wort "bezahlt". Außerdem macht das handschriftliche Fragment auf der Rückseite stutzig. Kann es sich wirklich um einen Notgeldschein handeln, z.B. aus der unmittelbaren Zeit am Ende oder nach dem Zweiten Weltkrieg? Handelt es sich um eine Art Quittung und was macht die in einem Briefmarkenalbum? Am Ende des Kriegs gab es auch eine ganze Reihe lokaler Notausgaben von Briefmarken, kann es sich etwa um eine solche Notausgabe handeln? Manchmal ist die Lösung des Rätsels direkt vor den Augen des Betrachters und man sucht doch nach Erklärungen, die es nicht gibt. Wichtig ist der Bezug zur Philatelie! Wichtig ist auch der angegebene Wert, nämlich 6 Reichspfennig! Wer sich schon einmal mit Briefmarken aus der Zeit des "Dritten Reichs" beschäftigt hat, dem kommt dieser Betrag bekannt vor. 6 Reichspfennig betrug nämlich das Porto für eine Postkarte! Sammler kennen deshalb aus dieser Zeit die massenhaft für Postkarten verwendete lila 6-Reichspfennig-Marke mit dem Porträt Hitlers. Ganz nebenbei: Hitler hatte eine Übereinkunft mit der Reichspost! Für jede verkaufte Marke mit seinem Porträt erhielt er 1 Reichspfennig, da kamen in der Summe bei der Unmenge verwendeter Hitler-Marken Millionen zusammen. Jetzt wird auch das Textfragment auf der Rückseite erklärbar und die Lösung des Rätsels ist verblüffend einfach. Es handelt sich um eine per Hand ausgeschnittene Wertangabe mit der Angabe "bezahlt" statt eines Poststempels aus einer beschriebenen Vordruck-Postkarte. Das war's! Kein Notgeld, keine Quittung! Wenn das Porto auf dieser Vordruck-Karte praktisch schon von vornherein bezahlt war, könnte diese z.B. von einer Behörde verwendet worden sein. Hierfür gab es zum frankieren aber eigentlich sog. Dienstmarken. Es handelt sich aber ziemlich sicher um kein außergewöhnliches postgeschichtliches Belegstück. Hans-Ludwig Grabowski
- Lexikon: Bureau of Engraving and Printing
Das Bureau of Engraving and Printing (BEP) ist für die Herstellung von Siegeln und Platten zum Druck des US-amerikanischen Papiergelds und für den Druck selbst verantwortliche Abteilung des Treasury Department (Schatzamt). Es wurde 1876 offiziell gegründet, obwohl es bereits seit 1862 tätig war. Dienstgebäude des BEP in Washington D.C. (Abb. Wikipedia) Heute sind einige Tausend Angestellte mit dem Entwurf, der Herstellung von Platten und dem Druck, nicht nur des US-amerikanischen Papiergelds, sondern auch vieler staatlicher Wertpapiere (u.a. auch von Briefmarken) beschäftigt. Hersteller des Spezialpapiers ist seit 1879 die Firme Crane in Dalton, Massachusetts (von 1964–1969 die Firma Gilbert Paper Company of Menasha, Wisconsin). Das BEP unterhält Druckereien in Washington, District of Columbia, sowie in Fort Worth, Texas. Verschiedene Drucke: USA-515b: 1 Dollar von 2003 A, Druck: Washington D.C. (ohne FW), Vorder- und Rückseite. USA-544: 1 Dollar von 2017, Druck: Fort Worth, Texas (kleines "FW" auf der Vorderseite rechts unten vor der Serie), Vorder- und Rückseite. Außer den verschiedenen US-amerikanischen Papiergeldarten und dem US-Militärgeld (Military Payment Certificates) wurden auch Noten für andere Länder hergestellt: Philippinen, 1903–1949 Kuba, Certificados de Plata, 1934–1949 Korea Siam Deutschland (Ausgabe 1948: 1/2, 1, 2, 5, 20 und 50 DM) Alliierte Militärbehörde im Zweiten Weltkrieg (für Deutschland, Frankreich, Italien, Japan und Österreich) Das BEP arbeitete auch mit Privatfirmen (so bei der Herstellung des alliierten Militärgelds) zusammen, vor allem mit der Firma Forbes Lithograph Manufacturing Company in Boston, Massachusetts, dann auch mit Tudor Press in Boston, Stecher Traung Lithograph Corporation in San Francisco, Kalifornien und mit dem State of California Bureau of Printing in Sacramento. Das BEP druckte außerdem alljährlich ein Schmuckblatt mit der Abbildung eines alten US-amerikanischen Geldscheins, das an Sammler verkauft wurde. Albert Pick/Hans-Ludwig Grabowski
- Venezuela wieder vor Währungsschnitt?
Einem Bericht von Bloomberg vom 1. Juli 2021 zufolge soll Venezuela wieder inflationsbedingt vor einem Währungsschnitt stehen, um Transaktionen zu erleichtern: Bereits im August dieses Jahres sollen von Beträgen im Bolívar Soberano wieder sechs Nullen gestrichen werden, der neue Bolívar stünde also zum derzeitigen im Verhältnis von 1:1.000.000. Somit wäre das jüngste Höchstnominal der Banknotenfamilie zu 1 Mio. Bolívares – umgerechnet 0,26 EUR – nur noch 1 Bolívar in der reformierten Währung wert. Bereits 2008 und 2018 erlebte Venezuela einen Währungsschnitt von jeweils 1:1000 und 1:100.000. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)
- Münzen & Sammeln, Ausgabe 2021/7+8
Die neueste Ausgabe 2021/7+8 der Zeitschrift "Münzen & Sammeln" enthält in ihrer festen Rubrik "Der Geldscheinsammler" wieder interessante Beiträge und Informationen. Im aktuellen Heft finden Sie u.a.: Aus der HVB-Stiftung Geldscheinsammlung: 1 Peso des Banco de la República oriental der Uruguay von 1896 Leserpost Geldscheine im Geschichtsunterricht Weltbanknoten-Atlas Teil 159: Taiwan 1000 Mark 1944 – Hehlerware auf dem Sammlermarkt Bekanntlich enthielt das von den Siegermächten des Zweiten Weltkriegs verwendete Besatzungsgeld auch die Wertstufe zu 1000 (Militär)-Mark. Mit dem Datum 1944 versehen, wurden diese Scheine in den USA und in der UdSSR gedruckt ... und im besetzten Deutschland ausgegeben. Sieht man sich die Angebote im Handel oder bei Auktionen an und vergleicht einzelne Scheine mit historischen OMGUS-Dokumenten, dann erkennt man, dass einige US-Drucke während der Vernichtungsprozesse 1948 zuvor entwendet wurden. Das ist Diebesgut, das auch heute noch angeboten wird. Papiergeld-Fälschungen – ein interessantes Sammelgebiet, Teil 1 Das Fälschen von Münzen und Papiergeld ist so alt wie das Geld selbst. Auch drakonische Strafandrohungen schreckten Fälscher zu keiner Zeit ab, ihr Handwerk auszuüben. Waren die oft primitiven Geldscheine früherer Jahrhunderte, relativ leicht zu fälschen, so verbesserten die Notendruckereien sukzessive den Fälschungsschutz, indem sie Spezialpapier mit Wasserzeichen, ins Papier eingestreute Papierschnitzel, Guillochen und besondere Drucktechniken, Sicherheitsfäden, Hologramme, Durchsichtfenster usw. verwenden. Dennoch gelingt es Fälschern immer, wieder brauchbare Falsifikate herzustellen und in den Verkehr einzuschleusen. Dies gilt selbst für die aktuellen Euro-Noten der Europäischen Zentralbank. Unsere Zeitschriften im Überblick Hier geht es zur Leseprobe der aktuellen "Münzen & Sammeln"! ePaper Hier können Sie ein ePaper-Abo abschließen oder auch Einzelhefte als ePaper in unserem Archiv erwerben. Hier finden Sie die "Münzen & Sammeln" in unserem ePaper-Shop! Readly – Unbegrenzt lesen Unsere numismatischen Fachzeitschriften finden Sie auch auf Readly! Auf Readly können Sie mehr als 4.700 Magazine für 9,99 € im Monat lesen, herunterladen und speichern. Hier geht es zu "Münzen & Sammeln"! Hans-Ludwig Grabowski #Literatur #Zeitschriften #Grabowski
- Die D-Mark lebt!
Die Banknoten der Zentralbank von Bosnien und Herzegowina Mehrere Jahrzehnte lang hatte der ehemalige Partisanenführer Tito als Staatspräsident den Vielvölkerstaat Jugoslawien mit eiserner Hand regiert und zusammengehalten. Titos Tod beendet die Diktatur, aber mit dem Fall des Kommunismus blüht auch der unterdrückte Nationalismus auf. Teilrepublik um Teilrepublik löste sich aus der „Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien“ und forderte Eigenständigkeit ein. Den Anfang machten 1991 Slowenien und Kroatien. Auch in der jugoslawischen Teilrepublik Bosnien-Herzegowina wurden Stimmen laut, die eine völkerrechtliche Souveränität forderten. Allerdings lebten in vielen Landesteilen von Bosnien-Herzegowina die verschiedenen Ethnien Tür an Tür. Nach der Volkszählung von 1991 waren von den 4,36 Millionen Einwohnern 43,7 Prozent muslimische Bosniaken, 31,4 Prozent orthodoxe Serben, 17,3 Prozent katholische Kroaten, 5,5 Prozent bezeichneten sich als Jugoslawen und 2 Prozent gehörten anderen Minderheiten an. Im Referendum vom 29. Februar und 1. März 1992 sprachen sich 99,7 Prozent der abgegebenen Stimmen für die Unabhängigkeit aus. Die bosnischen Serben blieben der Abstimmung mehrheitlich fern, sodass die Wahlbeteiligung nur 63,4 % betrug. Das bosnisch-herzegowinische Parlament, das die meisten serbischen Abgeordneten bereits Ende 1991 verlassen hatten, erklärte am 5. März 1992 die Unabhängigkeit. Bereits Anfang 1991 hatte der serbische Präsident Slobodan Milošević öffentlich gedroht, er werde ganze Territorien Kroatiens und Bosniens annektieren, wenn jemand den Versuch unternähme, die Bundesstruktur Jugoslawiens durch eine lockerere Bündnisstruktur zu ersetzen. Bereits am 9. Januar 1992 hatte die serbische Volksvertretung in Bosnien die Srpska Republika Bosna i Hercegovina proklamiert und sich am 28. Februar als Teilstaat der Bundesrepublik Jugoslawien angeschlossen. Nach dem Referendum brachen schwere Unruhen in Bosnien aus. Im April eskalierten die Gefechte zwischen den von Radovan Karadžić geführten bosnischen Serben und der Jugoslawischen Volksarmee auf der einen Seite sowie der von Kroaten und Bosniaken gebildeten bosnischen Miliz auf der anderen Seite. In der Nacht vom 4. auf den 5. April begann die fast vierjährige Belagerung Sarajewos. Im April und Mai brachen auch im Osten und Nordwesten des Landes schwere Kämpfe aus. Innerhalb von drei Monaten besetzten die bosnischen Serben mit Unterstützung aus Serbien etwa 70 Prozent des Landes. Beide Seiten gingen rücksichtslos gegeneinander vor und begannen die jeweils andere Volksgruppe aus ihrem Gebiet zu verdrängen. Diese Vertreibungen und Massenmorde wurden später beschönigend „ethnische Säuberung“ genannt. Städte wie Vukovar oder Sarajewo wurden zerstört. In Srebrenica kam es zum schlimmsten Massaker seit dem Zweiten Weltkrieg. Serbische Soldaten brachten fast 8000 Menschen um. Auch internationale Vermittlungsbemühungen sowie der Einsatz von UN-Truppen konnten den Krieg über lange Zeit nicht eindämmen. Unter dem internationalen Druck zeigten sich im Sommer 1995 die inzwischen ermüdeten Kriegsparteien bereit, ernsthaft über die Beendigung des Konfliktes zu verhandeln. Unter Vermittlung des damaligen US-Präsidenten Bill Clinton und unter Beteiligung der Europäischen Union wurde am 21. November 1995 auf der Wright-Patterson Air Force Base bei Dayton (Ohio) der Friedensvertrag paraphiert und am 14. Dezember 1995 im Pariser Invalidendom vom serbischen Präsidenten Slobodan Milošević, dem kroatischen Präsidenten Franjo Tuđman und dem Vorsitzende im bosnisch-herzegowinischen Präsidium Alija Izetbegović unterzeichnet. Mit dem Vertrag wurden die beiden Entitäten Föderation Bosnien und Herzegowina (50 % des Territoriums) und Republika Srpska (49 % des Territoriums als Bestandteile von Bosnien-Herzegowina festgeschrieben. Über die Zugehörigkeit des Brčko-Distrikts (etwa 1 % des Territoriums) sollten die beiden Teilrepubliken erst später entscheiden. Inzwischen ist diese Entscheidung dahingehend gefallen, dass Brčko ein Kondominium zwischen beiden Teilrepubliken ist, tatsächlich untersteht der Distrikt jedoch der Bundesregierung bei lokaler Selbstverwaltung. Der Vertrag sicherte allen Bürgern des Landes völlige Bewegungsfreiheit zu. Flüchtlinge und Vertriebene hatten das Recht, in ihren ursprünglichen Wohnort zurückzukehren. Gleichzeitig wurde eine internationale militärische und zivile Kontrolle des Landes vereinbart. 01: Karte Bosnien-Herzegowina Nach der Zession von Jugoslawien gab sowohl die „Narodna Banka Republike Srpske“ im serbischen wie auch die „Narodna Banka Bosne i Hercegovine“ im nicht serbischen Teil des Landes eigene Banknoten aus. Der wirtschaftliche Niedergang und die kriegerischen Auseinandersetzungen führten zu einem inflationären Wertverfall des jugoslawischen, kroatischen und bosnischen Dinars. War 1992 der höchste Wert 1000 Dinara, so kletterte er 1993 im serbisch kontrollierten Gebiet auf 500.000.000 Dinara und im nicht serbischen Teil auf 100.000.000 Dinara. Seit 1994 galt hier die D-Mark als Parallelwährung. Die Notenbank tausche ihre alten Noten gegen eine zweite Serie im Verhältnis 100.000 Bosnische Dinar zu einem neuen Bosnischen Dinar, der an den Wert der D-Mark gekoppelt war (100 Dinar = 1 DM). Ende März 1996, vier Monate nach dem Dayton-Friedensabkommen, mussten alle bosnischen Zölle in D-Mark gezahlt werden. Ein Jahr später wurde durch Gesetz vom 20. Juni 1997 die Zentralbank von Bosnien und Herzegowina (bosnisch Centralna banka Bosne i Hercegovine, kroatisch Središnja banka Bosne i Hercegovine, serbisch Централна банка Босне и Херцеговине, auch als CBBH/ЦББХ abgekürzt) mit Sitz in Sarajewo gegründet. Heute unterhält die Bank drei Großfilialen in Sarajewo, Banja Luka und Mostar sowie zwei Zweigniederlassungen der Regionaldivisionen (CBBH Bosna und CBBH Republika Srpska) in Brčko und Pale. Zu ihren wesentlichen Aufgaben zählt die Geldmengen-Kontrolle, die Verwaltung der Devisenreserven und die Anbindung der eigenen Währung an die D-Mark und heute an den Euro. Mitte Juni 1998 war es so weit: Gestützt auf 130 Millionen D-Mark Reserven entstand die neue Währung mit der Bezeichnung „Konvertibilna Maraka“ (Konvertible Mark), abgekürzt KM, die im Verhältnis 1:1 an die D-Mark gebunden war – und mit dieser den Fening (Pfennig) als kleinste Einheit gemeinsam hatte. Seit Einführung des Euros gilt ein Wechselkurs von 1 KM = 0,51129 € bzw. 1 € = 1,95583 KM. Dieser Kurs galt auch bei Euro-Einführung in der Bundesrepublik Deutschland. In den ethnisch kontrollierten Teilgebieten Bosniens und Herzegowinas waren zu diesem Zeitpunkt drei verschiedene Währungen im Gebrauch: der Bosnische Dinar, der Kroatische Kuna und der neue Jugoslawische (serbische) Dinar. Der stabile Bosnische Dinar wurde im Verhältnis 100 zu 1 KM umgewechselt. Dagegen mussten der Jugoslawische Dinar und der Kroatische Kuna zunächst in D-Mark gewechselt werden: 1 Kuna = ca. 0,28 DM, 1 Jugoslawischer Dinar = ca. 0,166 DM. Auch die Republika Srpska, wo man bereits Ende März 1998 die D-Mark als zweites Zahlungsmittel eingeführt hatte, ging am 27. November aufgrund des Belgrader Inflationsdrucks zur Bosnischen KM über. Am 22. Juni 1998 wurden Banknoten zu 50 Fening (auf der Banknote heißt es Pfeniga) sowie 1, 5 und 10 KM ausgegeben und am 27. Juli 1998 folgten die Scheine zu 20, 50 und 100 KM. Die Noten-Serie wurde am 15. Mai 2002 mit dem Wert zu 200 KM vervollständigt. Eine Besonderheit der bosnisch-herzegowinischen Banknoten ist, dass mit Ausnahme des 200-KM-Nominals jeder Geldschein in zwei Varianten, nämlich in einer für die Republika Srpska und in einer für die Föderation, gefertigt wurde. Jedoch gelten alle uneingeschränkt im ganzen Land. Bei den Wertzeichen für die Föderation wird der Bankname und die Währungsbezeichnung zuerst in lateinischer Schrift und kroatischer Sprache aufgeführt, dann folgen die Angaben in serbischer Sprache mit kyrillischen Buchstaben. Bei der serbischen Ausgabe ist die Reihenfolge genau umgekehrt. Alle Noten sind auf Papier mit Wasserzeichen gedruckt, dabei wird das Kürzel „CBBH“ mit ineinander verschlungenen lateinischen und kyrillischen Buchstaben gezeigt. Es findet sich ebenfalls auf dem Sicherheitsfaden wieder und ist bei Betrachtung im Gegenlicht erkennbar. Auf der Vorderseite der Geldscheine fällt rechts ein etwa 1 cm breiter, glänzender Streifen auf, der beim Kippen seine Farbe verändert und im Papier sind Farbteilchen eingearbeitet, die unter UV-Licht sichtbar werden. Die Nominale ab 20 KM haben zusätzlich eine Art Hologramm. Alle Scheine bilden auf der Vorderseite das Brustbild eines Schriftstellers ab, während die Rückseiten unterschiedliche Motive zeigen. Lediglich beim Wert zu 5 Konvertibilnih Maraka sind beide bildgleich. 0.2: Beschreibung der Banknoten. Wohl der Dringlichkeit geschuldet, schlichen sich bei einigen Noten Fehler ein. Beim 5er ist die Wertbezeichnung auf der Rückseite bei beiden Versionen fehlerhaft. Die kyrillische Schreibweise für FÜNF ist nicht PET sondern ПET. Interessanterweise ist die Schreibweise auf der Vorderseite korrekt. Beim 100er stehen im Sicherheitsstreifen die Buchstaben ЏББХ (DžBBH) anstelle von ЦББХ (CBBH für „Centralna Banka Bosne i Hercegovine“). Beim 1er der serbischen Republik wurde der Name des Nobelpreisträgers, Ivo Andrić, statt Андрић falsch АндриЂ geschrieben. Wohl aus diesem Grunde, wurde die Note nicht ausgegeben. Abb. 1: Mappe, in der die Zentralbank die erste Ausgabe an Sammler abgab. Abb. 2.1: 50 F, ohne Jahresangabe, Ausgabe der Föderation, Vorderseite. Abb. 2.2: 50 F, ohne Jahresangabe, Ausgabe der Föderation, Rückseite. Abb. 3.1: 50 F, ohne Jahresangabe, Ausgabe der Republika Srpska, Vorderseite. Abb. 3.2: 50 F, ohne Jahresangabe, Ausgabe der Republika Srpska, Rückseite. . Abb. 4.1: 1 KM, ohne Jahresangabe, Ausgabe der Föderation, Vorderseite. Abb. 4.2: 1 KM, ohne Jahresangabe, Ausgabe der Föderation, Rückseite. Abb. 5.1: 1 KM, ohne Jahresangabe, Ausgabe der Republika Srpska, Vorderseite. Abb. 5.2: 1 KM, ohne Jahresangabe, Ausgabe der Republika Srpska, Rückseite. Abb. 6.1: 5 KM, ohne Jahresangabe, Ausgabe der Föderation, Vorderseite. Abb. 6.2: 5 KM, ohne Jahresangabe, Ausgabe der Föderation, Rückseite. Abb. 7.1: 5 KM, ohne Jahresangabe, Ausgabe der Republika Srpska, Vorderseite. Abb. 7.2: 5 KM, ohne Jahresangabe, Ausgabe der Republika Srpska, Rückseite. Abb. 8.1: 10 KM, ohne Jahresangabe, Ausgabe der Föderation, Vorderseite. Abb. 8.2: 10 KM, ohne Jahresangabe, Ausgabe der Föderation, Rückseite. Abb. 9.1: 10 KM, ohne Jahresangabe, Ausgabe der Republika Srpska, Vorderseite. Abb. 9.2: 10 KM, ohne Jahresangabe, Ausgabe der Republika Srpska, Rückseite. Abb. 10.1: 20 KM, ohne Jahresangabe, Ausgabe der Föderation, Vorderseite. Abb. 10.2: 20 KM, ohne Jahresangabe, Ausgabe der Föderation, Rückseite. Abb. 11.1: 20 KM, ohne Jahresangabe, Ausgabe der Republika Srpska, Vorderseite. Abb. 11.2: 20 KM, ohne Jahresangabe, Ausgabe der Republika Srpska, Rückseite. Abb. 12.1: 50 KM, ohne Jahresangabe, Ausgabe der Föderation, Vorderseite. Abb. 12.2: 50 KM, ohne Jahresangabe, Ausgabe der Föderation, Rückseite. Abb. 13.1: 50 KM, ohne Jahresangabe, Ausgabe der Republika Srpska, Vorderseite. Abb. 13.2: 50 KM, ohne Jahresangabe, Ausgabe der Republika Srpska, Rückseite. Abb. 14.1: 100 KM, ohne Jahresangabe, Ausgabe der Föderation, Vorderseite. Abb. 14.2: 100 KM, ohne Jahresangabe, Ausgabe der Föderation, Rückseite. Abb. 15.1: 100 KM, ohne Jahresangabe, Ausgabe der Republika Srpska, Vorderseite. Abb. 15.2: 100 KM, ohne Jahresangabe, Ausgabe der Republika Srpska, Rückseite. Abb. 16.1: 200 KM, 2002, Vorderseite. Abb. 16.2: 200 KM, 2002, Rückseite. Bleibt noch anzumerken, dass die Banknoten der ersten Ausgabe undatiert waren und von der Zentralbank in einer Mappe an Sammler verkauft wurden. Die enthaltenen Noten unterscheiden sich von den umlaufenden Noten durch einen roten, diagonalen Aufdruck auf der Vorderseite (SPECIMEN) und auf der Rückseite (UZORAK). Zusätzlich wurden die Scheine mit dem Wort SPECIMEN perforiert und auf der Vorderseite mit einem roten zusätzlichen Aufdruck: No und fünfstelliger Ziffer, die ersten beiden Zahlen wohl immer 00. Daneben gibt es von diesen Scheinen auch Musterdrucke ohne roten Aufdruck. Alle Banknoten wurden von Oberthur Technologies Fiduciary in Paris gedruckt, außer der Wert zu 200 KM, der von der Oesterreichischen Banknoten- und Sicherheitsdruck GmbH stammt. Robert Kalina, der auch die Euro-Banknoten entwarf, greift bei seinem Entwurf Elemente der nicht ausgegebenen 1-KM-Banknote auf. Die Nominale zu 10, 20, 50 und 100 KM wurden nach dem Erstdruck mit kleineren Änderungen wiederholt gedruckt und ausgegeben. Sie unterscheiden sich von ihnen nur durch verbesserte Sicherheitsmerkmale, der Angabe des Ausgabejahrs und der Unterschrift des amtierenden Gouverneurs der Notenbank: Peter Nicholl (20. Juni 1997 – 31. Dezember 2004) Kemal Kozarić (1. Januar 2005 – 11. August 2015) Senad Softić (11. August 2015 – heute) Mittlerweile sind die kleinen Werte aus dem Verkehr gezogen: die Scheine zu 50 Fening am 31. März 2003, die Note zu 1 KM am 31. Dezember 2008 und die 5-KM-Note am 31. März 2010. Zum Zeitpunkt der Einführung der Konvertiblen Mark waren als Kleingeld nur deutsche Pfennig- und Mark-Münzen anzutreffen. Dies änderte sich am 9. Dezember 1998. Erstmals wurden auch eigene Münzen zu 10, 20 und 50 Fening in Umlauf gesetzt. Am 31. Juli 2000 folgten 1- und 2-KM-Stücke und schließlich am 5. Januar 2006 Münzen zu 5 Fening und 5 KM. Als am 1. Januar 2002 der Euro die D-Mark in der Bundesrepublik als Währung ablöste, dachte wohl kaum einer, dass sie zwanzig Jahre später als Konvertible Mark in Bosnien-Herzegowina weiterleben würde. Uwe Bronnert Literatur: A. Jankovi u. A. Zidar, Katalog Papirnog Novca Bosne i Hercegovine – The Catalogue of Bosnia & Herzegovina Paper Money, Banjaluka 2017. (19.06.2021)
- Neue Varianten: Juni 2021 (Teil 2)
Mauritius 1000 Rupees Wie MUS-63 (Linzmayer B429d), aber mit Unterschriften "Madayah Kona Yerukunondu/Harvesh Kumar Seegolam/Hemlata Sadhna Sewraj-Gopal" und Jahr "2020". Salomonen 20 Dollars wie SLB-34 (Linzmayer B223a), aber mit Unterschriften "Luke Forau/Harry Kuma". Westafrikanische Staaten – Senegal 10.000 Francs Wie SEN-718Kr (Linzmayer B124Ks), aber mit Unterschriften "Romuald Wadagni/Tiémoko Meyliet Koné" und Jahr "(20)20". Westafrikanische Staaten – Togo 10.000 Francs Wie TGO-818Tq (Linzmayer B124Tr), aber mit Unterschriften "Romuald Wadagni/Tiémoko Meyliet Koné" und Jahr "(20)19". Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)
- Ein merkwürdiger Entwurf für eine thailändische Banknote
Kürzlich sandte mir ein Sammler den Scan eines interessanten, von Hand gezeichneten Entwurfs einer nicht ausgegebenen Thai-Banknote und fragte mich, was ich davon halte (siehe Abb.) Abb.1 Vorder- und Rückseite eines Entwurfs über 100 Ticals. Nun, obwohl der Entwurf besonders auf der Rückseite profihaft ausgeführt worden ist, kann das kein ernst gemeinter Entwurf gewesen sein, der Zeichner hatte augenscheinlich weder vom thailändischen Währungssystem noch von der thailändischen Sprache eine Ahnung. In Thailand wurden die ersten wirklich in der Öffentlichkeit zirkulierenden Banknoten 1902 ausgegeben, sie liefen bis 1925 um. Die Noten wurden von Thomas de la Rue in Großbritannien gedruckt und zeigen eine leere Rückseite. Abb.2: 5 Baht 1902 der ersten Serie. Ein paar Jahre vor der Einführung der 2. Serie im Jahr 1925 sprach man schon darüber, völlig neue, kleinformatige, zweiseitig bedruckte Noten ausgeben zu wollen. Verschiedene Entwürfe hierzu, ausgeführt von namhaften Druckfirmen, sind bekannt (kann ich aber hier aus Copyrightgründen nicht abbilden). Insofern stimmt das auf dem Entwurf angegebene Datum durchaus. Auch die beiden Unterschriften passen zeitlich. Links hat der „Leiter der Abteilung (Banknoten)“ Praya Chaiyos Sombat (พระยาไชยยศสมบัติ) unterschrieben, rechts der Finanzminister Prinz Kitiyakara Voralaksana (กิติยากรวรลักษณ์). Letzterer war übrigens der Großvater väterlicherseits von Königin Sirikit. Abb.3: Signatur des Leiters der Banknotenabteilung Sombat. Abb.4: Signatur des Finanzministers Voralaksana. Doch haben sich auf dem hier in Rede stehenden Entwurf einige bedeutsame Fehler eingeschlichen: In den Ecken steht jeweils „100“, im Text steht 100 Ticals, aber auf Thai steht da auf Vorder- und Rückseite สิบนาท, das heißt 10 Ticals, es ist etymologisch das gleiche Wort wie Schekel, war damals die westliche Bezeichnung für Baht. 1 Tikal = 1 Baht, also 100 Ticals = 100 Baht. Die Thai-Buchstaben sind etwas „wackelig“ geschrieben und teilweise schwierig zu lesen, außerdem kommen Rechtschreibfehler vor. So wird statt รัธบาลสยาม (Regierung von Siam) unter Auslassung des 1. Vokals nur รธบาลสยาม. Der gleiche Fehler ist bei der Amtsbezeichnung neben der linken Unterschrift passiert, hier steht เจ้าพกงาร statt เจ้าพักงาร. Merkwürdig, weil von anderen Entwürfen nicht bekannt, ist auch, dass die Kontrollnummer links oben und rechts unten „000,000“ lautet, die entsprechende Nummer rechts oben und unten links aber ๓๘๔๘๕ (38485). 1920 wurde per Gesetz festgelegt, dass die Noten keine chinesische und keine malayische Textzeile mehr enthalten dürfen. Daher wurden 1920 schon Noten des ersten Typs, nur eben ohne chinesischen und malaysichen Text, emittiert. Der Urheber des vorliegenden Entwurfs kannte dieses Gesetz nicht. Ein entscheidender Fehler liegt auch auf der Rückseite: die abgebildete Dame sieht wie eine typische Inderin aus, auf keinen Fall wie eine Thai! Wie der Entwurf zu bewerten ist, weiß ich nicht. Jedenfalls ist es kein offizieller Entwurf. Vielleicht ein privater Entwurf, von der Hand eines Nicht-Thailänders und Nichtfachmanns. Erwin Beyer Abbildungsnachweis: Abb.1: private Sammlung Abb.2: C. Steward, THAI BANKNOTES, Erlaubnis erteilt durch Miss V. Steward Abb.3 und 4: von einer 100-Baht-Note 1919, aus der ehemaligen Sammlung Beyer
- Fälscher & Falschgeld: Die Papiergeldfälschung, Teil 17
Fortsetzungsreihe, Teil 33 Die Herstellungstechniken falscher Banknoten, Teil 5 Hochdruck Kommen wir zu den Hochdruckverfahren. Da wäre zunächst als klassischer Vertreter der Buchdruck. Er geht zurück auf das bereits von den Sumerern und Phöniziern benutzte sowie im 6. Jahrhundert von den Chinesen verfeinerte Abdrucken von aus Ton geformten oder in Holz geschnitzten Stempeln oder Tafeln. Als Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen, damals aus Blei gegossenen Lettern gilt Johannes Gutenberg (eigentlich, nach seiner Mutter: Henne Gensfleisch vom Sorgenloch). Der Name dieses Druckverfahrens rührt daher, dass die Hauptaufgabe des Buchdrucks fast 500 Jahre lang die Herstellung von Büchern war. Es ist ebenfalls ein direktes Druckverfahren. Heute verwendet man zur Herstellung der erhabenen, druckenden Teile meist eine polymerbeschichtete Kunststoffplatte, auf die man das Fotonegativ mittels UV-Licht aufbringt, die Teile, die später drucken sollen, härtet und die nichtdruckenden Teile auswäscht oder ausätzt. Als Druckmaschine dienten früher einfache hand- oder fußkraftbetriebene Geräte, sog. Boston-Tiegel, während in den 1950er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die motorbetriebenen Buchdruckmaschinen aufkamen. In Deutschland waren zum Beispiel die sogenannten Heidelberg-Tiegel der Firma Heidelberger Druckmaschinen AG sehr bekannt, von denen heute noch Exemplare in Gebrauch sind. Wie auch beim Offsetdruck mit einfachen Geräten müssen Fälscher, die eine Banknote originalgetreu kopieren wollen, einzelne Farbauszüge herstellen, also die Motive mit den Einzelfarben der Note ausfiltern, davon jeweils einen Druckstock herstellen und den zu bedruckenden Papierbogen mehrmals möglichst passgenau durch die Druckmaschine laufen lassen. Beim Buchdruck zeichnen sich besonders die die Zeichnung abschließenden Ränder deutlich ab, das heißt sie sehen oftmals „gequetscht“ aus. An kräftigen Zeichnungsteilen wirkt der Farbverlauf oft unruhig. Heute bei Fälschern kaum noch gebräuchlich, war bis weit in die 1950er Jahre hinein der Buchdruck ein häufiges Fälschungsverfahren, in den Fahndungsblättern der Notenbank oft auch mit „photomechanische Reproduktion“ beschrieben. Hier waren manuelle Korrekturen am Fotonegativ oder der schon fertig ausgewaschenen Druckplatte nicht selten und spiegelten sich dann im Druckergebnis wider. Bei echten Banknoten fluoreszieren unterschiedliche Bereiche bzw. Motive der Vorder- und Rückseite. Diese Uneinheitlichkeit der Fluoreszenzmerkmale bei den sieben Euro-Stückelungen wurde bei der Einführung 2002 verschiedentlich kritisiert, hat aber auch Vorteile, da sie Fälschern größere Probleme bei der Nachahmung bereiten. Ein Beispiel: Im Herbst 1950 stellte der 51-jährige Buchdrucker August F., bereits seit 1945 wegen der Fälschung von Lebensmittelmarken einschlägig bekannt, mittels eines Boston-Tiegels 2-DM-Scheine her. Die Druckstöcke bezog F. von einer Klischeeanstalt, wobei er zur Tarnung den Entwurf der Buchdruckplatten mit einer Randverzierung und einer Überschrift in Auftrag gab, sodass diese wie ein 2-DM-Gutschein aus einer Werbeanzeige erscheinen mussten. Der Inhaber der Klischeeanstalt schöpfte daher keinen Verdacht und lieferte die bestellten Platten an F. aus. Nachdem dieser die Verzierungen entfernt hatte, stellte er mehrere Serien 2-DM-Fälschungen her, wovon jedoch erst die dritte brauchbar ausgefallen war. Auf Wochenmärkten und in Lebensmittel- oder Tabakwarengeschäften gab er die insgesamt nur mäßig gelungenen Falsifikate aus, um echtes Wechselgeld zu erhalten. Der Fälscher begründete nach seiner Verhaftung seine illegale Tätigkeit damit, dass ihm die Möglichkeit der Beteiligung an einer Druckerei angeboten worden war, um wieder wie vor dem Krieg eine selbständige Tätigkeit ausüben zu können, er aber das hierzu notwendige Kapital nicht aufzubringen in der Lage war. Das Geld für die Anschaffung des gebrauchten Boston-Tiegels sowie der Buchdruckplatten, insgesamt 100 DM, hatte ihm ein Bekannter geliehen. Dieser hatte ihm auch eine Ecke in einer Lagerhalle zur Verfügung gestellt, wo F. seine Druckmaschine betrieb, ohne dass der meist auf Geschäftsreise befindliche Freund wusste, was in seinem Lagerschuppen vor sich ging. Falschgeld im Wert von 1,5 Millionen Mark stellte das Bayerische LKA im Januar 1994 auf einem Dachboden in Kempten sicher. Die 100-, 500- und 1000-DM-Banknoten waren auf einem Farbkopierer hergestellt worden. Stolz präsentiert Kriminalhauptkommissar Eduard Liedgens den außergewöhnlichen Fang, der auch gefälschte Euroscheckvordrucke enthielt. Foto: Süddt. Verlag Eine verfeinerte Art des Buchdrucks ist der indirekte Hochdruck, der – wie beim Offsetdruck – das Druckbild zunächst auf einen mit einem Gummituch bespannten Druckzylinder überträgt und erst von dort auf das Papier. Aufgrund der Elastizität des Gummituches kann der Anpressdruck gegenüber dem klassischen Buchdruck deutlich zurückgenommen werden, so dass sich ein insgesamt mit klareren Konturen versehenes, saubereres Druckbild ohne Quetschränder ergibt. Diese Variante wird Letterset genannt und häufig auch beim Briefmarkendruck angewendet. Er fand im Übrigen für die Untergrundmuster der letzten Serie der DM-Bundesbanknoten ebenso Verwendung wie er heute für den Untergrund der Euro-Noten genutzt wird. Auch hier wird der vergrößerte Entwurf des Graphikers sowie die maschinell auf speziellen Maschinen nach komplizierten mathematischen Regeln erzeugten Guillochen mittels einer Reproduktionskamera in ein Negativ in tatsächlicher Größe umgesetzt und erforderlichenfalls nochmals manuell überarbeitet. Danach werden in einer Kopiermaschine so viele Kopien, wie der spätere Druckbogen enthalten soll, erstellt und zusammengesetzt. Dieses Gesamt-Diapositiv wird in ein für die Herstellung der Druckplatte benötigtes Negativ umgesetzt. Das Negativ wird über der späteren Druckplatte, die aus einem lichtempfindlichen Kunststoff auf einer Metallträgerschicht besteht, angebracht und mit UV-Strahlen behandelt. Die Platte härtet so nur an den Stellen aus, an denen das Negativ lichtdurchlässig ist, also an den Stellen, die später drucken sollen. Der ungehärtete Teil wird ausgewaschen, so dass nur die gehärteten Teile erhalten bleiben. Dieses Klischee mit den erhabenen Teilen stellt die eigentliche Druckplatte dar. Fortsetzung folgt … Karlheinz Walz: Fälscher & Falschgeld, 280 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-86646-084-3. Das Buch können Sie für nur 9,90 EUR in unserem Online-Shop kaufen!
- Lexikon: Bunte Scheine
Im 19. Jahrhundert, in der Zeit der Reichsgründung 1871, hatten nicht nur die größeren deutschen Staaten wie Preußen und Bayern ihr eigenes Papiergeld sowie von privaten Banken ausgegebene Banknoten, auch die meisten der kleinen Staaten ließen Staatspapiergeld in Mengen herstellen, die über die Bedürfnisse des eigenen Landes hinausgingen und die Nachbarstaaten regelrecht überschwemmten. Beispiele: GK-52: Baden, Badische Bank, 10 Gulden vom 1. Dezember 1870, Vorderseite. GK-71: Bayern, Königlich Bayerische Staats-Schuldentilgungs-Commission, 5 Gulden vom 5. September 1866, Vorderseite. GK-144: Hessen, Großherzoglich hessische Staatsschuldentilgungskasse, 10 Gulden vom 1. Juli 1865, Vorderseite. GK-233: Nassau, Herzoglich nassauische Landesbank, 5 Gulden vom 24. Juli 1865, Vorderseite. GK-235: Oldenburg, Großherzoglich Oldenburgisches Staatsministerium, 5 Thaler vom 1. Januar 1869, Vorderseite. GK-311: Preußen, Haupt-Bank-Kasse, 10 Thaler vom 18. Juni 1867, Vorderseite. GK-463: Sachsen, Königlich Sächsisches Cassen-Billet, 5 Thaler vom 2. März 1867, Vorderseite. GK-642: Sachsen-Weimar-Eisenach, Großherzoglich Saechsische Kassen-Anweisung, 1 Thaler vom 22. Juni 1870, Vorderseite. GK-691: Württemberg, Königliche Staats-Haupt-Kasse, 10 Gulden vom 1. Januar 1858, Vorderseite. Vielfach erlaubten sie auch Notenbanken, denen sie großzügig Konzessionen erteilten, zusätzlich Banknoten auszugeben, deren Umlauf ebenfalls mehr auf die Nachbargebiete ausgerichtet war. Bei der Reichsgründung 1871 existierten allein 32 solcher Emissionsbanken. Die vielen Arten von Geldscheinen wurden oft "Bunte Scheine" genannt, womit man das Papiergelddurcheinander in Deutschland meinte. Albert Pick/Hans-Ludwig Grabowski Literaturempfehlung: Grabowski / Kranz: Das Papiergeld der altdeutschen Staaten Geldscheine der Staaten auf dem Gebiet des 1871 gegründeten Deutschen Reichs von den Anfängen bis zum Ende des 19. Jahrhunderts Verlag: Battenberg Verlag ISBN: 978-3-86646-188-8 Auflage: 1. Auflage 2020 Abbildungen: durchgehend farbig Hardcover: 344 Seiten Format: 17 x 24 cm Preis: 69,00 Euro Zum Shop!
- Leserpost: Nordkorea-Geldscheine 1947
Nordkorea, 5 Won von 1947, Vorder- und Rückseite, Nachdruck. In Ihrem Online-Magazin beantworten Sie immer so interessante Fragen über ausgefallene Geldscheine. Bitte könnten Sie sich einmal meine beiden koreanischen Scheine von 1947 anschauen, die ich 1988 auf der Frankfurter Buchmesse an einem nordkoreanischen Stand für wenig Geld erworben habe, damals noch in DM. Laut dem Standardkatalog "World Paper Money" handelt es sich um die Chon- und Won-Scheine Nr. 5 bis 11. Nordkorea, 100 Won von 1947, Vorder- und Rückseite, Original. Ich schicke Ihnen den großen Hunderter und den kleineren zu 5 Won zur Ansicht, den ich trotz den englischen Erklärung im Katalog nicht richtig der Nr. 9 oder 10 zuordnen kann. Vielleicht kennen Sie jemanden, der das Koreanisch zu übersetzen vermag. Ich glaube nur das Bild des Land- und des Industriearbeiters deuten zu können, dass sie jetzt das neue koreanische "Paradies der Werktätigen" aufbauen. Die offizielle Proklamation eines eigenständigen Nordkoreas erfolgte aber doch erst 1948! Im voraus besten Dank, Ihr C. Merker Antwort der Redaktion Die Ausgaben für das 1948 selbständig gewordene Nordkorea von 1947 stammen aus der Zeit der sowjetischen Besetzung des Gebiets. 1945 kamen zuerst sowjetische Besatzungsausgaben des Hauptquartiers der Roten Armee in Umlauf. 1947 folgten dann die Scheine der Nordkoreanischen Zentralbank, von denen moderne Nachdrucke existieren Es ist eigentlich recht einfach die Nachdrucke von den Originalen zu unterscheiden, da diese auf weißem Papier ohne Wasserzeichen erfolgten, während die Originale auf sämischem (gelblichem) Papier mit Wasserzeichen gedruckt wurden. Für Ihre Scheine bedeutet das, dass der Fünfer ein Nachdruck ist, während es sich bei Ihrem Hunderter um ein Original handelt. Wenn Sie beide Scheine bereits 1988 bekommen haben, dann sind die Nachdrucke älter, als ich bisher angenommen hatte. Im deutschen Handel sind sie mir erst vor vielleicht zehn Jahren aufgefallen. Zum Vergleich möchte ich hier auch einen Nachdruck des Hunderters abbilden. Es gibt über das Papier nämlich auch noch recht deutliche Unterschiede in der Druckfarbe. Die Farben des Nachdrucks sind deutlich blasser als die des Originals! Nordkorea, 100 Won von 1947, Vorder- und Rückseite, Nachdruck. Wasserzeichen: Und so sieht das Wasserzeichen bei den Originalen in der Durchsicht aus! Ich möchte auch noch auf die zwei verschiedenen Ausführungen des 5-Won-Scheins eingehen. Wichtig ist der Bereich der Vorderseite im roten Kreis: NOK-9: 5 Won 1947, Vs. mit vier Linien zwischen den beiden koreanischen Buchstaben unterhalb der Porträts NOK-10: 5 Won 1947, Vs. mit acht Linien zwischen den beiden koreanischen Buchstaben unterhalb der Porträts (siehe Abb.) Bei Ihrem Schein handelt es sich also um den Nachdruck eines Fünfers (NOK-10) mit acht Linien zwischen den Buchstaben. Hans-Ludwig Grabowski
- Der "Reviziós-Pengö"
Im Vertrag von Trianon vom 4. Juni 1920 musste Ungarn eine Mitschuld am Ersten Weltkrieg anerkennen und zwei Drittel seines Territoriums abgeben. Dem von Revolutionen durchgeschüttelten und wirtschaftlich völlig vom Westen abhängigen Nationalstaat Ungarn blieben knapp acht von einst 21 Millionen Einwohnern. Drei Millionen Ungarn wurden zu Minderheiten in den Nachbarländern, vor allem in den Regionen Siebenbürgen und im Banat. Wie die Deutschen den Vertrag von Versailles, so empfanden auch die Ungarn den Friedensvertrag von Trianon als Ungerechtigkeit und Schmach. 0.1: Die Grenzen Österreichs und Ungarns vor und nach dem Ersten Weltkrieg Im Sommer 1921 gründete die ungarische Regierung das Zentrum für die Organisation sozialer Vereine, dessen Aufgabe es war, sich um die in den neu gebildeten Nachbarländern zurückgebliebenen ungarischen Minderheiten zu kümmern und mit Hilfe einer Anti-Trianon-Propaganda eine Revision des Vertrags zu erreichen. Doch das Büro wurde seinen Erwartungen nicht gerecht. Im Juni 1927 war in der "Daily Mail" ein viel beachteter Artikel zu lesen. In ihm kritisierte der britische Lord Rothermere den Vertrag von Trianon und schlug vor, die überwiegend von Ungarn bewohnten Grenzgebiete wieder an Ungarn anzuschließen. In den nächsten Tagen begannen in Ungarn lebhafte Aktivitäten unter den Anti-Trianon-Organisationen, da erwartet wurde, dass eine neue Ära in der ungarischen Revisionspropaganda beginnen würde. Schnell wurde klar, dass die neue „halboffizielle“ außenpolitische Propaganda unter der Schirmherrschaft einer neu zu gründenden Organisation erfolgen müsse. Am 27. Juli 1927 wurde die „Magyar Reviziós Liga“ (Ungarischer Revisionsbund) ins Leben gerufen. Präsident der Liga wurde Ferenc Herczeg [* 22. September 1863 in Versec, Kaiserreich Österreich; † 24. Februar 1954 in Budapest, Volksrepublik Ungarn). Der deutschstämmige Herczeg wurde als Franz Herzog geboren und arbeitete als Schriftsteller, Dramatiker, Journalist und Politiker. In seinen Schriften förderte er die konservative, nationalistische Meinung in Ungarn und war eine der Leitfiguren des ungarischen, literarischen Konservatismus. Er war Mitglied und Vizepräsident der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (MTA) und Nobelpreiskandidat in den Jahren 1926 und 1927. Vizepräsident der Liga wurde der Kleinbauernführer und Abgeordnete Tibor Eckhardt (1888–1972). Der Ungarische Revisionsbund sah sich als Dachverband, dessen Hauptaufgabe es war, die Irredenta-Aktivitäten[1] zu koordinieren und die Weltöffentlichkeit, vor allem in Großbritannien, der damals weltweit führenden Großmacht, auf die Ungerechtigkeit des Trianon-Friedens aufmerksam zu machen und so eine Revision des Vertrags zu erreichen. Die Liga rief daher alle Verbände, Organisationen und Gesellschaften zum Beitritt auf, um zu zeigen, dass die ungarische Nation in der Frage der Revision vereint ist. Bereits 1929 überstieg die Zahl der Mitgliedsverbände 500. Abb. 1.1: 1 Pengö der Magyar Reviziós Liga, 1930, Vorderseite. Abb. 1.2: 1 Pengö der Magyar Reviziós Liga, 1930, Rückseite. Auch Einzelpersonen konnten dem Bund beitreten. Dazu mussten sie nur den 1930 ausgegebenen sog. "Reviziós Pengő" erwerben. 1930 hatte die Liga zwei Millionen Mitglieder. Der 156 mm x 82 mm große Schein zeigt auf der rechten Seite in einem Oval das Porträt des Präsidenten der Liga, den beliebten Romancier Herczeg, und auf der linken Seite ein Wappen. Übersetzt lautet der Text des Scheines: Revisionistische Pengö. Die Ungarische Revisionistische Liga bescheinigt, dass Herr ............... einen Pengö für die ungarische revisionistische Bewegung geleistet hat. Dieser Schein dient als Mitgliedsausweis der Ungarischen Revisionsliga. Budapest. 1930. Es folgen drei Unterschriften. In der Mitte unterzeichnete Ferenc Herczeg. Am unteren Rand und auf Rückseite rot aufgestempelt: Quittung für 1932. Im Laufe des Jahres 1941 trieb Ungarn allmählich in den Krieg hinein, und seine diplomatischen Beziehungen zu den angelsächsischen Mächten wurden abgebrochen. Anfang 1944 erreichten die Revisionsliga zunehmend alarmierende Nachrichten. Ungarn wurde 1944 von deutschen Truppen besetzt. Das Büro der Liga in der Zrínyi-Straße wurde mehrmals durchsucht. Obwohl keine Mitarbeiter festgenommen wurden, löste sich die ungarische Revisionsliga bald auf. Uwe Bronnert Anmerkungen [1] Der Irredentismus versucht territoriale Ansprüche auf der Grundlage historischer und/oder ethnischer Zugehörigkeit (real oder eingebildet) zu rechtfertigen. Nationalistische und revisionistische Bewegungen untermauern damit ihr Vorgehen, die verlorene Heimat zurückzuerobern.












