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- Ergebnisse der 136. und 137. Teutoburger Auktionen vom 31.5. bis 4.6.2021 – Nachverkauf läuft
Hier finden Sie alle Ergebnisse zu den Auktionen sowie Informationen zum Nachverkauf. Weiterführende Informationen: www.teutoburger-muenzauktion.de Teutoburger Münzauktion GmbH Brinkstraße 9 33829 Borgholzhausen Tel.: 05425/930050 E-Mail: info@teutoburger-muenzauktion.de www.teutoburger-muenzauktion.de
- Leserpost: Banknote mit Aufdruck "Theatergeld"
Beiliegend sende ich Ihnen eine Banknote des Deutschen Reiches DEU-173, aber diese Banknote ist mit Aufdruck "Theatergeld" auf der Vorderseite versehen. Auf der Rückseite fehlen beide Kontrollnummern. Was hat es mit dieser Banknote auf sich? Das wüsste gern K.-H. Goschala Antwort der Redaktion Sog. "Theatergeld" war schon häufiger Thema von Leseranfragen. Prinzipiell handelt es sich dabei um meist verfremdete Nachdrucke echter Geldscheine oder gar um Drucke von Fantasiescheinen, die jedoch über typische Erkennungsmerkmale eines Geldscheins verfügen, für die Verwendung bei Theateraufführungen, also als Requisiten. Wir kennen dafür verschiedenste Beispiele zeitgenössischen Theatergelds, so auch deutscher Reichsbanknoten aus der Zeit der Inflation. Zusätzlich sind diese oft auch als "Theatergeld", "Bühnengeld", "Movie Money" oder ähnlich gekennzeichnet, um eine Verwendung zur Vortäuschung echten Geldes zu verhindern. Empfohlen sei hierzu ein entsprechender Artikel von Uwe Bronnert hier im Blog: https://www.geldscheine-online.com/post/sein-oder-nichtsein-anmerkungen-zum-theater-und-filmgeld Wichtige Funktion des "Theatergelds" und natürlich auch des "Filmgelds" ist, durch die Zuschauer auch als Geld erkannt zu werden. Darüber hinaus sollten die verwendeten Vorlagen auch historisch zu der Zeit passen, in der ein Stück/Film spielt. Das ist leider nicht immer gegeben. Immer wieder gibt es z.B. in Filmen Szenen, in denen es den Geldschein-Experten schaudert, weil man z.B. Geldscheine der "Weimarer Republik" im deutschen Kaiserreich verwendet. Natürlich treffen solche Fehler nicht nur auf die Verwendung von Geldscheinen zu. In wenig motiviert von der Stange gedrehten und auf unterdurchschnittliche Intelligenz und kaum vorhandenes Geschichtswissen basierenden US-Kriegsfilmen werden auch schon mal Uniformen aus beiden Weltkriegen verwechselt. Aber zurück zum Thema! Der vorliegende Schein ist eine sehr moderne Reproduktion einer Reichsbanknote zu 10 RM von 1924, bei dem auf der Vorderseite die Bezeichnung "Theatergeld" nicht nachträglich aufgedruckt, sondern gleich mit gedruckt wurde. Vorlage war eine echter Schein in guter Erhaltung. Es handelt sich um einen guten Druck, bei dem auf dem Scan der Druckvorlage die Kontrollnummern der Rückseite zuvor wegretuschiert wurden. Ob es sich um "echtes" Theatergeld handelt, oder mit dieser Bezeichnung größeres Interesse bei Sammlern geweckt werden sollte, kann ich nicht nachvollziehen. Leider werden viele "Fantasieprodukte" und Manipulationen angeboten. Nach Rücksprache mit Herrn Goschala, soll es auch noch andere Wertstufen der 1924er Serie (z.B. 1000 RM) in dieser Form geben. Es wäre also tatsächlich der Einsatz für Bühne oder Film denkbar, besonders wenn man an solch populäre Filmproduktionen wie "Babylon Berlin" denkt, bei denen durchaus auch solche Scheine genutzt werden könnten. Hans-Ludwig Grabowski
- Chinesische Wechsel der Qingzeit
In einem meiner letzten Beiträge habe ich etwas über chinesische Wechsel aus der republikanischen Zeit geschrieben, wie sie in der Sincona-Auktion Nr. 69 zu finden waren: https://www.geldscheine-online.com/post/chinesische-wechsel Heute möchte ich zwei typische Wechsel aus der Kaiserzeit, genauer aus der Periode Guāngxù (1871–1908) vorstellen. Während die Wechsel der republikanischen Zeit Huìpiào (匯票) genannt wurden, hießen sie während der Qīng-Dynastie Dùipiao (兑票). Diese beiden chinesischen Zeichen stehen über allen Wechseln der Qīngzeit. Abb. 1: Wechsel von 1905, Sammlung Beyer Die Wechsel sind alle von vertikalem Format, die Rückseite ist blank, Rahmen und Text meist blau, manchmal schwarz, von Holzplatten gedruckt. Wie stets findet sich die Ausgabestelle links unten, mit einem roten Rechteck-Stempel. Im vorliegenden Beispiel heißt die ausstellende Firma Fúqìngyuán jù (福慶園具) in Dōngkǒu (東口), Provinz Shǎnxī (陕西). Der Empfänger des Geldes mit der entsprechenden Ortsangabe ist immer von Hand geschrieben, hier heißt die Firma, an die das Geld ausgezahlt werden soll, Fúshùndé (福顺德) in Jíjiāzhuāng (吉家莊), Provinz Héběi (河北). An der linken Seite steht, wie fast stets bei vertikalen Scheinen, das Datum, in diesem Fall 光緒三十一年 = Periode Guāngxù Jahr 31, das entspricht 1905. Die beiden großen, von Hand geschriebenen Zeichen lauten 壹千 = 1000. Gemeint sind 1000 Wen, in der westlichen Literatur meist Cash genannt. Für die „1“ in „1000“ verwendet man nicht das normale einfache Zeichen 一, das könnte ja leicht in 十 = 10 verfälscht werden, sondern das kompliziertere und daher fälschungssichere 壹. Abb. 2: Wechsel von 1892, aus einer Privatsammlung. Und hier noch ein weiterer Wechsel (Abb.2). Auch auf diesem Schein lautet der Empfänger Fúshùndé (福顺德) in Jíjiāzhuāng (吉家莊) , aber die ausstellende Firma (links unten in Rot) ist eine andere, nämlich , „Geschäft Yǒngxìng‘èr“ (永興㒃店). Der Ort ist jedoch wieder identisch mit dem auf dem vorigen Wechsel: Dōngkǒu (東口), Provinz Shǎnxī. Dieser Wechsel wurde im Jahr 28 der Periode Guāngxù ausgestellt, also 1892. Im chinesischen Internet lassen sich viele auf die Empfängerfirma Fúshùndé (福顺德) in Jíjiāzhuāng (吉家莊) ausgestellte Wechsel finden. Es scheint, als habe man einen ganzen Packen dieser auf diese Firma ausgestellte Wechsel aufgefunden. Von anderen Firmen liegen dagegen meist nur vereinzelte Scheine vor. Wechsel aus der Qīngzeit werden in China kaum gesammelt. Oft werden sie zu mehreren in einem Lot angeboten, auf Auktionen bringen sie meist 10 € pro Stück. Auf Auktionen in Europa und den USA erzielen die Scheine oft viel höhere Preise, weil sie zwar abgebildet werden, aber es wird meist verschwiegen, dass es sich nicht um Banknoten handelt. Erwin Beyer
- Transnistrien: Neue Gedenkbanknoten "30 Jahre eigene Währung"
Am 18. Mai 2021 gab die Zentralbank von Transnistrien neue Gedenknoten zur Feier des 30-jährigen Bestehens des PMR-Finanzsystems aus (PMR = Pridnestrowskaja Moldawskaja Respublika, offizielle Landesbezeichnung). Die mit der Landesflagge und dem Ausgabeanlass versehenen 1-Rubel-Scheine wurden in einer Auflage von 2510 Exemplaren in Umlauf gebracht, davon wurden 2500 in Foldern zum Kauf angeboten. Kana Totsuka Abb. Owen W. Linzmayer (www.banknotebook.com)
- Lexikon: Billets de confiance
In Frankreich wurden während der Französischen Revolution ab 1789 Assignaten zunächst in den Werten zwischen 50 und 2000 Livres ausgegeben. Als ein Mangel an Kleingeld entstand, behalf man sich mit Notgeldscheinen, die von Gemeinden, Banken, Gruppen von Kaufleuten und privaten Unternehmen ausgegeben wurden. Diese Scheine nannte man Billets de confiance (Vertrauensscheine), da sie zwar in Assignaten einwechselbar, doch oft ohne Deckung waren. Beispiele für Billets de confiance Cambrai, Notausgabe über 15 Sols ohne Datum (1792), Vorderseite. Le Thor, Notausgabe über 10 Sous ohne Datum (1792), Vorderseite. Parthenay, Notausgabe über 20 Sous, Ausgabe Juni 1792, Vorderseite. Rouen, Notausgabe über 3 Livres vom 31. Juli 1792, Vorderseite. Saint Maixent, Notausgabe über 6 Sols von 1792, Vorderseite. Saint Maixent, Notausgabe über 6 Sols von 1792, Rückseite (Spielkarte). Sorgues, Notausgabe über 1 Sols ohne Datum (1792) Vorderseite. Die meisten Scheine zirkulierten 1791. Durch die Ausgabe von 5-Livres- und später auch 10-, 25- und 50-Sous-Scheinen wurden die Notausgaben überflüssig und verloren schließlich ihren Wert in der Inflation. Es hat weit über 6000 verschiedene dieser Scheine gegeben, die damit die erste große Notgeldepoche der Papiergeldgeschichte bildeten. Etliche dieser interessanten Scheine – es kommen auch Anfertigungen auf Spielkarten vor – sind heute noch zu erschwinglichen Preisen zu bekommen. Albert Pick/Hans-Ludwig Grabowski Abbildungen: www.cgb.fr
- Eine Neuentdeckung zum österreichischen Notgeld
Vor einigen Wochen wurde bei Geldscheine-Online der 2005 in der Tschechischen Republik veröffentlichte Katalog von Vostal/Ryant über das Notgeld in der Österreich-ungarischen Monarchie, Teile Königreich Böhmen, Marktgrafschaft Mähren und Südteil des Erzherzogtums Schlesien, in tschechischer Sprache und wie damals noch üblich mit Schwarzweiß-Abbildungen, besprochen. Zum Beitrag im Blog! Angeregt durch dem von der Corona-Pandemie eingetretenen Stillstand in vielen Sparten des Lebens hat sich Autor Dr. Vostal, diesmal mit Herrn Hejzlar, entschieden, seinen Katalog neu und dem heutigen Wissen entsprechend zu überarbeiten. Auch ich wurde ins Boot geholt. Geplant war auch die Überprüfung seinerzeitiger Zuordnungen. Und auf der Suche nach einem Namen im Internet konnte Vostal bereits eine Entdeckung, ja eigentlich einen Volltreffer, bekanntgeben. Die vor mehr als 100 Jahren dem Kronland der Österreich-ungarischen Monarchie Böhmen zugeordneten Notgeldscheine, Katalognummer bei Vostal/Ryant 830: Marienthal / Marianske Udoli, Herausgeber Max Todesko, gehören nicht nach Böhmen sondern nach Niederösterreich! Ortschaft Marienthal, Marktgemeinde Gramatneusiedel. Wie konnte es dazu kommen? Dazu die jetzt recherchierte Vorgeschichte: Nach dem Tod seines Vaters Hermann Todesco übernimmt Sohn Max 1844 die Textilfabrik Mariathal. Er hatte genug Pläne für den weiteren Ausbau der Fabrik, schaffte Arbeiterunterkünfte sowie Kindergarten und gründet einen Arbeiter-Consum-Verein. Im Katalog von Menzel 2014 findet man eine Wertmarke aus Messing, Wert 1 beidseitig, jedoch als "nicht lokalisiert" eingetragen. Andere Nominale sind derzeit nicht bekannt. Erstmals finde ich in einem Auktionskatalog von H. Cubasch, Wien, den Namen Mariathal im Zusammenhang mit der Sammlung (Nachlass) von Dr. Schlesinger, Wien. Unter "Papiergeld" wird bei der Nr. 713 Notgeld von 1848/49 von Städten und Orten in Böhmen, Mähren, Niederösterreich ect. angeboten. Leider nur nach Ortsnamen ohne Details und ohne Marienthal. Beim zweiten und sehr großen Lot Nr. 714 (je Ausgabe nur 1 Stück) liegt der Schwerpunkt bei den tschechischen Notgeldern. Bewusst oder fälschlich werden auch je ein Stück Bregenz und Marienthal angegeben. Auch hier keinerlei Details. Von da ab gibt es bei Auktionen von Cubasch keinen Hinweis mehr auf Marienthal. Das könnte der springende Punkt gewesen sein und Marienthal war und blieb in Böhmen bis Todesco "erwachte"! Ähnlich geht es bei Dr. Keller weiter. In seiner Broschüre von 1921 (Nachdruck 1922) schreibt der damals bekannte Sammler Mag. Direktor Reith aus Oberösterreich in einer Zusammenfassung zum österreichischen Notgeld 1805–1848: Unmengen von Notgeld kommen in den Umlauf. Ein Prager ließ sich sogar sein Lusthäuschen mit Scheinen austapezieren. All diese Ausgaben zu erfassen ist jedoch sehr schwierig und muss zu Fehlern führen. So werden in der angekündigten Tabelle auch die beiden Scheine von Marienthal lautend auf 10 und 20 Kronen weiter Böhmen zugeordnet. Jetzt aber schon mit Datum 1.3.1849, doch ohne Angabe eines Herausgebers und nicht in der Spalte Niederösterreich gelistet. In seinem 1954 herausgegebenen Katalog "Österreich-Ungarn, das Notgeld 1848–1869" ordnet Keller dann Marienthal ebenfalls weiter unter Böhmen ein. Doch nun in folgender Reihenfolge: 364 Marienthal (B.) Max Todesco a) 1.3.1849 10 20 Kr (diese bisher jedoch nicht belegt) b) desgl. Fabrik Nr. 1, o.D. (blanco), Udr. rosa / Rahmen braun, Udr.orange, 10, 20 Kr FUST Max Todesco c) desgl. Fabrik Nr. 2, o.D. (blanco), Udr. blau / Rahmen rot, Udr. grün, 10, 20 Kr –"– In meinen Katalog "Papiergeld Spezialkatalog Österreich 1759–2010" wurde erstmals auch das Notgeld von ca. 1800–1887 (heutiges Österreich und Südtirol) aufgenommen. Diese Entdeckung wird die Kat.Nr. NG/22A erhalten. Rudolf Richter Weitere Informationen zu Marienthal bei Wikipedia. Abbildungen: Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main
- Berliner Münzverein unterstützt die Nachwuchsförderung
Gestern traf eine großes Paket in der Redaktion ein, dessen Inhalt für die Initiative "Geldscheine im Geschichtsunterricht" bestimmt ist. Dazu schrieb Herr Krause: "Sehr geehrter Herr Grabowski! Wie versprochen, sende ich Ihnen heute nochmals ein Paket der "Freunde der Numismatik" aus Berlin-Lichtenberg für die Aktion "Nachwuchsförderung". Wir hoffen alle, dass die Aktion ein voller Erfolg wird und bleibt. Die Reaktion auf den Aufruf scheint ja gut anzukommen, wir verfolgen im Internet die Ausführungen ihrerseits." Zusendung von K. Krause: Ein Album mit Münzen aus aller Welt. Zusendung von A. Kunze: Ein Album mit Münzen aus Deutschland und aller Welt. Zusendung von H. Bauer: Ein Album mit Münzen aus aller Welt. Zusendung von U. Henkel: Eine Auswahl an deutschen und ausländischen Banknoten und Notgeldscheinen. Herzlichen Dank für die bereits zweite Spende von Herrn Krause und Herrn Kunze und die Motivierung weiterer Verinsmitglieder, die Initiative zu unterstützen. Natürlich sind nicht nur Geldscheine herzlich willkommen, sondern auch Münzen und andere Zeugnisse der Geldgeschichte. Wir werden über die Fortschritte der Initiative berichten! Letzte Woche informierte Herr Kiel, das bereits eine von ihm geleitete Schüler-Arbeitsgruppe gebildet wurde. Über deren Arbeit und erste Treffen werden wir in Kürze berichten. Vielen Dank allen Unterstützern der Initiative. Den neuesten Arbeitsstand zum Aufruf finden Sie immer unter: https://www.geldscheine-online.com/aktion sowie alle Blogbeiträge dazu unter: https://www.geldscheine-online.com/blog/tags/geschichtsunterricht. Hans-Ludwig Grabowski
- Leserpost: Nachdrucke der Schatzscheine von Deutsch-Neuguinea
Ich habe vor Kurzem bei einer großen Auktion die Nachdrucke der Treasury Notes (Deutsch-Neuguinea), DNG-N von 1980 erworben, welcher auf 3000 Sätze limitiert war. Dies ist auch auf der Rückseite mit einem Auflage-Vermerk versehen. Leider ist da eine Ungereimtheit mit der Satznummer, sie ist größer 3000 (siehe Foto im Anhang). Wie kann das sein? Ich habe versucht, im Internet ähnliche Abweichungen zu finden oder auch Gründe dafür. Leider ohne Erfolg. Die Scheine, die ich gefunden habe, hatten alle Nummern unter 3000, was ja auch verständlich ist. Auch hier sehen die Nachdrucke echt aus, sie waren in einem für die Nachdrucke erstellten "Heftchen" und haben auch einen alten Duft. Auch der Auflage-Vermerk sieht nicht nachträglich gefälscht aus oder ähnliches. Kann es sein, dass es so etwas wie "Austauschnoten" bei echten Banknoten sind, oder welche für Angestellte gedruckte Auflagen? Haben Sie davon schon mal gehört? D. Otto Antwort der Redaktion Ihre Frage zur Auflage der Nachdrucke kann Ihnen eigentlich nur der Auftraggeber der Nachdrucke beantworten. Bisher war lediglich eine Auflage von 3000 Stück bekannt. Offensichtlich wurden mehr hergestellt. Wo eine Nachfrage da ist, wird auch mehr gedruckt!? Mit Austauschnoten hat das mit Sicherheit überhaupt nichts zu tun! Ich kenne den Auftraggeber übrigens nicht! Die Nachdrucke stammen übrigens, wie angegeben, aus dem Jahr 1998 und nicht 1980! Apropos, bei jeder festgelegten Auflage werden wegen möglichen Ausschusses auch immer ein paar Exemplare mehr gedruckt. Schließlich muss der Druck auch erst einmal anlaufen … Deshalb ist auch denkbar und praktisch üblich, dass statt einer geplanten Auflage von 3000 eben z.B. 3020 oder 3030 hergestellt und nummeriert wurden. Bei Büchern ist das gängige Praxis, es kommen immer ein paar mehr Exemplare als geplant! Das ist schon dem Druckvorlauf und –wie gesagt – möglichem Ausschuss geschuldet. Es gibt also keinen Grund zur Sorge! Hans-Ludwig Grabowski
- Geldscheine und Musik: Maurice Ravel
Der französische Komponist Maurice Ravel (geb. 7. März 1875, Ciboure; gest. 28. Dezember 1937, Paris) gilt neben Claude Debussy als Hauptvertreter des französischen Impressionismus; besonders bekannt ist vor allem sein Boléro aus dem Jahr 1928, der ein Auftragswerk der Tänzerin Ida Rubinstein darstellt. Weitere heute noch populäre Kompositionen Ravels umfassen Orchesterwerke wie La Valse, Shéhérazade und Daphnis et Chloé, die Opern L'Heure espagnole und L'Enfant et les sortilèges, Klavierstücke wie Miroirs und Le Tombeau de Couperin sowie zahlreiche weitere Stücke aus Kammer- und Vokalmusik und Konzerte. Auch fertigte er Orchestrierungen an, wie beispielsweise für Mussorgskis Bilder einer Ausstellung. Mit sieben Jahren erhielt Ravel seinen ersten Klavierunterricht; 1889 nahm er sein Klavierstudium am Pariser Conservatoire auf, wo er ab 1897 der Kompositionsklasse Gabriel Faurés angehörte. In den Jahren 1900 bis 1905 warb Ravel fünf Mal erfolglos um den angesehenen Prix de Rome, was einen Skandal auslöste: Théodore Dubois, der anti-modernistische Direktor des Konservatoriums, wurde letztendlich zum Rücktritt gezwungen. Im Ersten Weltkrieg leistete er Sanitätsdienst; er sprach sich jedoch gegen einen Boykott deutscher und österreichischer Komponisten aus. Ab 1920 lebte Ravel bis zu seinem Lebensende unverheiratet und kinderlos in der Villa Le Belvédère in Montfort-l'Amaury. Als Pianist und Dirigent unternahm er Konzerttourneen durch Europa und Amerika. Seit den 1920er Jahren traten jedoch Symptome eines ungeklärten Gehirnleidens auf; ein Autounfall im Jahr 1932 verstärkte dies, sodass er nun die Fähigkeit zu komponieren verlor. Am 19. Dezember 1937 unterzog sich Ravel aufgrund eines Gehirntumor-Verdachts einer Operation; er erholte sich jedoch nicht mehr von diesem Eingriff und starb am 28. Dezember. Zwar erhielt Maurice Ravel keine Anerkennung in Form von Ehrungen auf offiziellen Banknoten, jedoch ziert sein Konterfei die ATM-Testbanknoten der Banque de France: Diese Scheine wurden für die Noten zu 50, 100, 200 und 500 Francs der ab 1992 ausgegebenen, letzten Serie der Franc-Währung produziert und weisen den Schriftzug "ÉCHANTILLON (Probe)" auf. Die Einführung der Euro-Währung machte neue Testbanknoten mit entsprechendem Format erforderlich; dazu wurde 2001 die Gestaltung mit dem Porträt Ravels – diesmal in roter Farbe – weitgehend beibehalten. Diese neuen Testscheine gibt es für Euro-Noten in den Wertstufen 5, 10, 20, 50, 100, 200 und 500 Euro. Republik Frankreich, Banque de France: Échantillon-Testbanknote zu 500 (Francs) o.D. Vorderseite: Porträt des Ravel. Rückseite: seitenverkehrtes Porträt des Ravel. Wasserzeichen: Ornament. Format: 154 mm x 80 mm Katalogreferenzen: Das Format dieser Testbanknote entspricht dem der 500-Francs-Noten mit Marie und Pierre Curie von 1992–2001 (FRA-160, SCWPM). Diesen und andere Geldscheine aus der Motivwelt der Musik finden Sie in unserem virtuellen Museum. Kana Totsuka Abb. Hans-Ludwig Grabowski
- Iran: Zentralbank-Chef entlassen
Am 30. Mai 2021 gab das iranische Kabinett bekannt, den Zentralbank-Gouverneur Abdolnasser Hemmati aus seiner Funktion zu entlassen. Grund dafür ist Hemmatis Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl, die am 18. Juni dieses Jahres stattfinden wird: Hemmatis Kampagne als einer der sieben vom Wächterrat zugelassenen Präsidentschaftskandidaten lasse sich nicht mit den Verpflichtungen als Gouverneur der Zentralbank vereinbaren. Akbar Komidschani, stellvertretender Gouverneur der Zentralbank und Dozent an der Universität von Teheran, wird vorläufig bis Mitte August Hemmati im Amt folgen. Iranische Zentralbank, 10 Toman = 100.000 Rials. Linzmayer B301 (fehlt im SCWPM). Die linke der zwei Unterschriften auf der Vorderseite stammt von Abdolnasser Hemmati. Kana Totsuka Abb. Samer Obeid (www.weltbanknote.de)
- Fälscher & Falschgeld: Die Papiergeldfälschung, Teil 15
Fortsetzungsreihe, Teil 31 Die Herstellungstechniken falscher Banknoten, Teil 3 Diese Nachahmung der 50-DM-Banknote der Ausgabe BBk IA wurde Ende 1989 erstmals angehalten. Die Bundesbank vergab die Klasse C10 für diese recht gute Eindrucksfälschung. Das Druckbild lässt aber die plastische, kontrastreiche Wirkung der echten Banknote vermissen, Folge des fehlenden Stichtiefdrucks. Diese Falsifikate wurden im Offsetdruck hergestellt. Lichtdruck Eine weitere Flachdruckart ist der Lichtdruck, auch Fototypie genannt. Die Druckform besteht aus einer Glasplatte, die mit einer Gelatine-Chromschicht lichtempfindlich gemacht und mit einem (seitenrichtigen) Halbtonnegativ belichtet wird. Die Gelatine wird entsprechend den Tonwerten unterschiedlich stark gehärtet und dann gefeuchtet, so dass sich ein Relief, das sogenannte Runzelkorn, auf der Platte bildet. Die unbelichteten Stellen stoßen Druckfarbe ab, die belichteten nehmen sie an und sorgen beim späteren Druck für den mehr oder weniger starken Farbauftrag (Farbtönung entsprechend der Intensität des Runzelkorns) auf dem zu bedruckenden Papier. Bei diesem, bereits 1855 von Alfons Louis Poitevin erfundenen Druckverfahren wird ohne Rasterung gearbeitet. Damit können echte Halbtöne wie bei einer Fotografie gedruckt werden. Bei oberflächlicher Betrachtung einer Fälschung ergeben sich beim Lichtdruck durchaus Ähnlichkeiten mit dem Stichtiefdruck. Auch der Lichtdruck wird heute nicht mehr angewendet, weder in der legalen Druckerbranche noch im illegalen Gewerbe der Fälscher. Im Konzentrationslager Sachsenhausen hatten die zum Fälschen gezwungenen Häftlinge um Salomon Smolianoff mit mäßigem Erfolg versucht, mittels Lichtdruck amerikanische Dollarnoten nachzuahmen, was in einem der späteren Kapitel noch näher beschrieben werden wird. Fortsetzung folgt … Karlheinz Walz: Fälscher & Falschgeld, 280 Seiten, Hardcover, ISBN: 978-3-86646-084-3. Das Buch können Sie für nur 9,90 EUR in unserem Online-Shop kaufen!
- Klaus Mann: Serienscheine der neuen Generation
Klaus Mann Serienscheine der neuen Generation Komplamentärwährungen 73 Seiten, durchgehend farbig, Format 21 cm x 22,5 cm, Broschur, Weinstadt 2021, Eigenverlag. ISBN: 978-3-00-067595-9. Preis: 12,00 Euro. Der Autor ist Sammlern seit vielen Jahren für seine von ihm kreierten "Serienscheine der neuen Generation" und über seine Berichte darüber bekannt. Selbst die Bezeichnung "Serienscheine der neuen Generation" hat er geprägt. Seit 1996 sind nun mehr als 30 Serien entstanden. Jetzt, da er sich dazu entschlossen hat, den Ruhestand zu genießen und keine weiteren Serien mehr herauszubringen, bietet er Sammlern und Interessierten mit seiner sehr schön gemachten Broschüre viel Hintergrundwissen um die Entstehungsgeschichte der einzelnen Ausgaben. Es ging also nicht darum, einen Katalog vorzulegen, sondern interessante und kurzweilige Geschichten zu erzählen, die das Engagement des Schöpfers dieser modernen Serienscheine nachempfindbar machen. Eine dadurch übrigens unverzichtbare Quelle für nachfolgende Sammler-Generationen, die mehr über diese Scheine erfahren wollen. Der Autor widmet jeder Ausgabe mindestens zwei Seiten (Text und farbige Abbildungen aller Scheine). Darunter sind solch interessante Kapitel wie "Der erste Euro in Deutschland" oder "Kennedy auf Elefantenhaut". Übrigens eine Besonderheit – wie seine modernen Serienscheine auch – der Druck auf Graspapier! Interessenten wenden sich bitte direkt an den Autor: Klaus Mann, Jasminstraße 13, 71384 Weinstadt, Tel. 07151/690396, E-Mail: mann.schnait@serienschein.de, Internet: www.serienschein.de. Hans-Ludwig Grabowski












